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Sonntag, 9. September 2012

Dabei sein ist alles



Wenn heute Abend im Londoner Olympiastadion die XIV. Paralympischen Sommerspiele (port.: Jogos Paralimpícos de Verão) mit einer großen und bunten Abschlusszeremonie zu Ende gehen, werden sie mit rund 4.200 teilnehmenden Athleten aus 166 Ländern die bei 503 Wettbewerben gegeneinander antraten, als die größten und erfolgreichsten ihrer Art in die Geschichte des Sports eingehen.

Für Portugal waren die Paralympics 2012 weitaus erfolgreicher als die Olympischen Spiele an gleicher Stelle vor gut einem Monat.
Insgesamt gewannen die portugiesischen Sportler bei der Behindertenolympiade drei Medaillen – eine silberne und zwei bronzene.

Am Dienstag, dem 04. September, wurde die erste Medaille im Boccia, eine ausschließlich paralympische Sportart an der nur Rollstuhlfahrer teilnehmen dürfen, für Portugal gewonnen.
José Macedo, Armando Costa und Luís Silva gewannen eine Silbermedaille im Mannschafts-Boccia-Spiel.

Auch die portugiesische Behindertenleichtathletik ging an diesem Tag nicht leer aus.
Mit stolzen 6,74 m gewann der junge Leichtathlet Lenine Cunha eine Bronzemedaille im Weitsprung.

Am gestrigen Samstag, dem 08. September, gewann dann der Rollstuhlfahrer José Macedo seine zweite Medaille im Boccia bei diesen Spielen.
Nach seiner Silbermedaille am Dienstag, gewann er diesmal eine Bronzemedaille in der Einzelwertung.

Portugal kann sich, was den Medaillenspiegel angeht, niemals mit Ländern wie China, Großbritannien oder Deutschland messen, die Dutzenderweise Edelmetall nach Hause nehmen.
Dennoch haben die von den nationalen Sportlern gewonnenen Medaillen, getreu dem Motto „Dabei sein ist alles“, die Erwartungen Portugals zweifelsohne übertroffen.

Dienstag, 5. Juni 2012

Das offizielle Logo der EM 2012 – Made in Portugal



Wenn in wenigen Tagen, am 08. Juni 2012, die europäische Fußballwelt in Polen (port.. Polónia) und der Ukraine (port.: Ucrânia) zusammenkommt um die diesjährige Fußball-EM zu spielen, wird auch Portugal mit von der Partie sein.
Zusammen mit Deutschland, den Niederlanden und Dänemark wird Portugal in der Gruppe B um den EM-Titel spielen.

Aber die „Seleção“ wird nicht der einzige Repräsentant Portugals bei der EM 2012 sein.
Bereits seit dem Jahre 2009 macht ein blumiges Symbol europaweit, wenn nicht gar weltweit, Werbung für die EM 2012.
Das offizielle Logo der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft (port.: Campeonato Europeu de Futebol) ist nämlich eine Kreation der portugiesischen Werbeagentur „Brandia Central“.
Designer des unverkennbaren Logos ist der Marketing- und Werbefachmann Hélder Pombinho, der schon das Logo für die EM 2004 in Portugal erschaffen hat.

Das Logo der EM 2012, welches im Jahre 2009 von der UEFA ausgesucht wurde, symbolisiert eine dreiblütige Blume.
Die mittlere Blüte stellt den offiziellen Fußball „Tango 12“ der diesjährigen Europameisterschaft dar.
Die anderen zwei Blumenblüten symbolisieren, in den Farben rot-weiß und blau-gelb, die zwei Gastgebernationen Polen und die Ukraine.

Egal wie Portugal bei dieser Fußball-Europameisterschaft auch immer abschneiden wird:
einen portugiesischen Sieger hat diese EM bereits – und sei es nur in
Form eines Logos!

Dienstag, 24. Januar 2012

Empfang beim deutschen Botschafter in Lissabon


Heute am späten Nachmittag war ich, Dank meiner Freundin Anke, in der Residenz des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland im Lissabonner Stadtteil Restelo zu einem Empfang eingeladen.

Botschafter Helmut Elfenkämper und seine charmante Gattin Ulla wollten mit ihrer Einladung all denen, die sich ehrenamtlich in der deutschen Gemeinde in Portugal engagieren, sei es kirchlich, sozial oder kulturell, ihren Dank zum Ausdruck bringen.

Mit einer kurzen Rede unterstrich Botschafter Elfenkämper die Wichtigkeit der Hilfe und Unterstützung all derer, die mit Herz, Hand und Verstand immer wieder einen sozialen Beitrag leisten und somit einen wesentlichen Anteil an einem menschlichen und wertebewussten Miteinander in der deutschen und auch portugiesischen Gemeinschaft haben.

Zu den geladenen Gästen zählten, u. a. Anke Stalling, Stefan Stieb, Hannelore Correia, Hildegard Jusek, Susanne Burger und meine Wenigkeit.

Es war ein zwangloser und kurzweiliger Nachmittag, mit überaus interessanten Menschen und noch interessanteren Gesprächen, den ich sehr genossen habe!

Samstag, 26. November 2011

Von fehlender Sensibilität und nicht vorhandenem Weitblick


Portugals Außenminister (port.. Ministro dos Negócios Estrangeiros) Paulo Portas hat diese Woche im Parlament bekannt gegeben, das sein Ministerium im nächsten Jahr, aus sparmaßnahmlichen Gründen, mehrere Botschaften und Vize-Konsulate „zeitweise deaktivieren“ (port.: „desactivar temporariamente“) wird.

„Zeitweise deaktivieren“ – das ist eine sympathische Umschreibung für die Schließung mehrerer Auslandsvertretungen Portugals.
Sieben Botschaften (port.: Embaixadas) und fünf Vize-Konsulate (port.: Vice-Consulados), bis auf eine Ausnahme alle in Europa gelegen, sind von der schon bald erwarteten Schließung betroffen.
Die Botschaften von Andorra, Bosnien-Herzegowina, Estland, Lettland, Litauen, Malta und Kenia sollen schon im kommenden Januar geschlossen werden.

Auch die Vize-Konsulate von Frankfurt am Main und Osnabrück in Deutschland und von Nantes, Lille und Clairmont-Ferrand in Frankreich sollen in ein paar Wochen ihre Türen schließen, und dann eine normale konsularische Betreuung portugiesischer Staatsbürger in den betreffenden ausländischen Regionen praktisch unmöglich machen.

Insgesamt sollen durch die Schließung der diplomatischen Vertretungen 12,7 Millionen Euro eingespart werden.
Eine lächerlich kleine Summe, wenn man bedenkt was für einen hohen Preis Portugal für den so entstandenen Prestigeverlust, in den jeweiligen betroffenen Ländern und darüber hinaus, bezahlen muss.

Mehrere Vertreter der im Ausland lebenden Portugiesen haben jetzt schon mit Protestbewegungen in nächster Zeit gedroht.
Die portugiesische Gemeinde z.B., die im Großraum Frankfurt am Main lebt, plant eine Demonstration am kommenden 05. Dezember, gegen die Schließung und für die Notwendigkeit des Vize-Konsulates in der Stadt Frankfurt.
Von den knapp 120.000 Portugiesen die in Deutschland leben, leben derzeit an die 30.000 in Hessen, der Pfalz und im Saarland.
Dies sind die Regionen die das Vize-Konsulat bis jetzt betreute.

Meine Familie, die in Darmstadt lebt und bis jetzt immer ihre konsularischen Angelegenheiten im Vize-Konsulat von Frankfurt am Main erledigen konnte, wird sich in naher Zukunft wohl nach Düsseldorf begeben müssen, wenn sie z.B. ihre Pässe verlängern, ihre notariellen Angelegenheiten erledigen oder von ihrem, in der portugiesischen Verfassung verankertem, Wahlrecht gebrauch machen will – wobei ich glaube das sie letzteres in Zukunft wohl eher sein lassen werden!

Sicherlich, es ist richtig, dass wir hier in Portugal im Augenblick sparen müssen.
Aber Vize-Konsulate, die zehntausende Portugiesen im Ausland dienen sollen und Botschaften, die Millionen von Portugiesen im Ausland vertreten, einfach so zu schließen, zeugen von fehlender Sensibilität und nicht vorhandenem Weitblick des hiesigen Außenministeriums!

Samstag, 6. August 2011

Portugiesen in der EU


Die Anzahl der Portugiesen die in den anderen Ländern der EU leben, hat im Jahre 2010 die 1 Millionengrenze zum ersten Mal überschritten, dies teilte diese Woche das Europäische Statistikamt „Eurostat“ mit.
Laut den erhobenen Daten von „Eurostat“ lebten so insgesamt 1.007.289 portugiesische Staatsbürger in den anderen Ländern der Europäischen Union.
Insgesamt repräsentieren die Portugiesen so 3,1 % der im ganzen EU-Gebiet beheimateten 32,5 Millionen Ausländer.

Nach der Türkei, Rumänien, Marokko, Polen, Italien und Albanien steht Portugal an siebter Stelle, was die ausländische Bevölkerung in Europa angeht.
Außerhalb der EU leben in Europa noch einige Portugiesen, davon alleine in der Schweiz an die ca. 206.000.
Portugiesische Staatsbürger bilden sowohl in Frankreich als auch in Luxemburg die größte ausländische Gemeinde.

Von den 1.007.289 in der EU lebenden Portugiesen leben

• 490.444 in Frankreich
• 142.500 in Spanien
• 113.208 in Deutschland
• 95.000 in Großbritannien
• 88.401 in Luxemburg
• 41.000 in Belgien
• 18.700 in den Niederlanden
• 5.750 in Italien

Insgesamt 12.186 Portugiesen teilen sich auf die anderen EU-Länder auf.

Dienstag, 19. Juli 2011

Eurostat-Statistik 2011


Wie die europäische Agentur Eurostat, die für die offiziellen Statistiken innerhalb der EU zuständig ist, vor einigen Tagen veröffentlichte, leben in Portugal zurzeit etwa 457.000 ausländische Mitbürger.
Davon sind in etwa 25.000 deutsche Staatsbürger, die zumeist an der Algarve leben oder sich im Großraum Lissabon aufhalten.

Zum Vergleich:
in Deutschland leben und arbeiten an die 120.000 Portugiesen, die vor allem in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen leben.

Insgesamt machen die ganzen Ausländer die hier leben, 4,3 % der aktuellen portugiesischen Gesamtbevölkerung aus.

Laut Eurostat, stammen von den ca. 457.000 Ausländern, ca. 94.000 aus den Staaten der Europäischen Union (port.: União Europeia) und ca. 353.000 aus Nicht-EU-Ländern (port.: países extracomunitários).

Glaubt man der Statistik, leben im Augenblick ca. 32,5 Millionen Ausländer aus Nicht-EU-Ländern in der Gemeinschaft.
Das sind 6,5 % der gesamten Bürger der EU.

Sonntag, 3. Juli 2011

Ein kleines Dankeschön


Sehr oft wird behauptet, wir würden heutzutage in einer sehr schnelllebigen, technisch hoch entwickelten und medialen Zeit leben.
Dieser Tage ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie technisch hoch entwickelt und klein diese unsere Welt nun wirklich ist.

Als ich meiner neuen Arbeitskollegin Sandra dos Santos, die erst seit kurzem aus Deutschland nach Portugal gezogen ist, von diesem Blog hier erzählte, und ihr anbot, ab und zu mal im „Planet Portugal“ reinzuschauen, erzählte sie mir, das sie meinen Blog, schon kennen würde.
Beide reagierten wir sehr überrascht, dass sie per Zufall, schon auf meiner Seite gesurft ist und „Planet Portugal“ sehr wohl kannte.

Dies hat mir mal wieder gezeigt, in was für einer kleinen Welt wir, dank Internet, doch alle leben.
Ob in Australien (schönen Gruß an Radical Royalist), Kanada, Brasilien, Deutschland, Japan oder hier in Portugal, überall habe ich aufmerksame Leser, die meinen Blog mit Interesse lesen und verfolgen.

Ihnen allen, die mich nun seit über 500 Einträgen jeden Tag direkt, indirekt und häufig unwissentlich mit ihren Beiträgen zu diesem Blog verhelfen, gilt mein allerherzlichster Dank.
Einige von ihnen sind angehörige meiner Familie, Arbeitskollegen und Freunde, aber die meisten von ihnen sind mir völlig unbekannt.
Aber alle inspirieren sie mich auf irgendeine Art und Weise, und machen so diesen Blog erst möglich.
Dies ist ein großartiges Geschenk für mich, und ich hoffe wir werden uns gegenseitig noch über viele Jahre begleiten.

Dankeschön!

Freitag, 20. Mai 2011

Von Klischees und Populismus


Nun haben wir es hier in Portugal gewissermaßen amtlich, von höchster deutscher Stelle sozusagen, wer für die Euro-Krise in der EU verantwortlich ist:
Laut deutschem Bundeskanzleramt, sind wir faulen Südländer es nämlich selber, die viel zu viel Urlaub bekommen und vor allem viel zu früh in Rente gehen, während die arbeitsfreudigen Deutschen für halb Europa schuften, Rettungsschirme finanzieren und erst viel später in Rente gehen als wir.

Man könnte meinen, so aus ganz hohem berufenem Mund, nämlich aus dem der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, könnte das wirklich stimmen.
Aber es handelt sich bei den Worten von Merkel nur um populistisches und unangemessenes Gerede.

Auf einer CDU-Veranstaltung, im nordrhein-westfälischen Meschede, hatte nämlich die deutsche Bundeskanzlerin diese Woche doch tatsächlich über uns Südländer im Allgemeinen behauptet (und hier zitiere ich Frau Merkel wortwörtlich):

- „Natürlich wollen wir den Euro und natürlich wollen wir nicht, dass einer sozusagen Pleite macht und dann wir alle mitgezogen werden“.

- „Wir können nicht einfach solidarisch sein, und sagen, diese Länder sollen mal einfach so weitermachen wie bisher“.

- „Ja, Deutschland hilft, aber Deutschland hilft nur dann, wenn sich die anderen anstrengen. Und das muss nachgewiesen werden.“

Aber damit nicht genug!
Der Bundeskanzlerin sind auch die frühen Renten-Einstiegsalter sowie die angeblich vielen Urlaubstage in Portugal und Spanien ein Dorn im Auge.
Zu diesem Thema meinte sie:

- „Es geht auch darum, dass man in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern dass alle sich auch ein wenig gleich anstrengen - das ist wichtig.“

Vor dem Hintergrund der Heraufsetzung des Rentenalters in Deutschland auf 67 Jahre und nur 20 Tagen gesetzlichen Mindesturlaub, sagte Merkel:

- „Wir können nicht eine Währung haben und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig. Das geht auf Dauer auch nicht zusammen.“

So schwer attackiert und kritisiert zu werden, tut mir als Portugiesen weh!
Als fauler und betrügerischer Bürger der EU dargestellt zu werden ist für mich in höchstem Maße unerträglich, zumal die Wahrheit ganz anders aussieht!

Ich habe mir mal die Mühe gemacht (vielleicht hätte sich die deutsche Bundeskanzlerin auch diese Mühe machen sollen!) und im Internet einen Statistikbericht der OECD zu diesem Thema gesucht und auch gefunden.
Dieser Bericht ist sehr aktuell, denn er ist erst knappe zwei Monate alt, nämlich vom 17. März 2011!
In ihm wird, unter anderem, das Rentenalter in Frankreich mit durchschnittlich 62 Jahren angegeben, in Deutschland mit durchschnittlich 62,2 Jahren und für Portugal wird das Rentenalter mit durchschnittlich 65 Jahren angegeben!

So arbeiten die Deutschen im Jahr durchschnittlich 1390 Stunden, die Spanier durchschnittlich 1654 Stunden, wir Portugiesen bringen es auf jährlich durchschnittlich 1710 Stunden und die Griechen
Arbeiten durchschnittlich sogar 2119 Stunden jährlich.
Die meisten Portugiesen müssen hier in der Zwischenzeit sogar einem Zweitjob nachgehen, arbeiten 18 Stunden am Tag und das sechs Tage die Woche, und viele erwägen nun, angesichts der schweren wirtschaftlichen Lage in der wir uns befinden, sogar einem Drittjob nachzugehen.
Es wird also bei uns im Süden nicht weniger gearbeitet, sondern einfach weniger produziert!

Das Sparprogramm, das die portugiesische Regierung ihrer Bevölkerung in den nächsten Jahren zumuten wird, ist beispiellos.
Und nicht der Normalbürger ist an der finanziellen Misere schuld, sondern die habgierigen Banken und die korrupten, verschwenderischen Politiker, die uns regieren!

Auch was den Urlaub angeht, geht die Rechnung von Angela Merkel nicht auf.
Laut dem Statistikbericht der OECD haben in Deutschland z.B. Angestellte (dem Lebensalter entsprechend) und z.B. Arbeiter in der Autoindustrie bis zu sechs Wochen Urlaub, und das bei einer 35-Stunden-Woche.
Wir hier in Portugal können maximal von drei bis vier Wochen Jahresurlaub träumen, und arbeiten dafür durchschnittlich mindestens 40 Stunden die Woche.
Nicht umsonst werden die Deutschen „Urlaubsweltmeister“ genannt!

Diese populistischen und absurden Verallgemeinerungen der Kanzlerin, die sie diese Woche wieder einmal vom Stapel losgelassen hat, sind also äußerst verdreht dargestellt und falsch.

Es ist schon wahr, das die Griechen mit ihren – zugegebenen – Problemen uns langsam aber sicher gegen die Wand fahren.
Aber die Situation in Griechenland mit der in Portugal oder Spanien zu vergleichen zeugt von blamablen politischen Kenntnissen seitens der Bundeskanzlerin.

Aber diese Äußerungen der deutschen Bundeskanzlerin sind nicht
nur blamabel, sondern meiner Meinung nach, auch äußerst besorgniserregend, denn sie strotzen nur so vor Vorurteilen und Klischees.

Die wirtschaftlichen Probleme einzelner EU-Länder waren VOR der Wirtschaftskrise und VOR dem Beitritt einiger Staaten bekannt.
Die Bundeskanzlerin, und vor allem ihr Ziehvater Helmut Kohl, hätten damals intervenieren können.
Jetzt ist es zu spät!

Frau Merkel, deren Aufgabe es ist „Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden“, hat sich selber mit ihren Bemerkungen diese Woche keinen Gefallen.
Im Gegenteil, sie hat allen bewiesen, das Dummheit ein wahrlich nachwachsender Rohstoff ist…

Samstag, 12. Februar 2011

Christian Wulff zu Besuch in Portugal




Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland (port.: O Presidente da República Federal da Alemanha) Christian Wulff und seine Gattin, Bettina Wulff, haben diese Woche Portugal einen offiziellen zweitägigen Staatsbesuch abgestattet.
Am 10. und 11. Februar war das Bundespräsidentenpaar, auf Einladung des Portugiesischen Staatspräsidenten Aníbal Cavaco Silva, zum ersten Mal in Portugal.

Der Besuch von Christian Wulff soll die bilateralen politischen und kulturellen Beziehungen der beiden Nationen Deutschland und Portugal bekräftigen.

Der offizielle Teil des Besuches begann am Donnerstagnachmittag mit einem Arbeitsbesuch zwischen Christian Wulff und seinem portugiesischen Kollegen, in der Residenz von Staatspräsident Cavaco Silva, im Palácio de Belém.
Nach diesem Arbeitsbesuch gaben Cavaco Silva und seine Ehefrau ein Bankett zu Ehren der deutschen Staatsgäste.

Gestern, am 11. Februar, besuchten Cavaco Silva und Wulff das Volkswagenwerk „Autoeuropa“, in Palmela, südlich von Lissabon.
„Autoeuropa“ ist die größte deutsche Investition des Landes und gilt generell als Beispiel für erfolgreiche Investitionen in Portugal.

Nach dem Besuch bei „Autoeuropa“ traf sich Christian Wulff im Portugiesischen Parlament noch mit dem Präsidenten des Hohen Hauses, Jaime Gama, zusammen und in der Residenz des Premierministers trafen sich der Bundespräsident und der portugiesische Premierminister José Sócrates zu einem einstündigen Meinungsaustausch.

Danach wurden Christian Wulff und seine Delegation mit allen militärischen Ehren verabschiedet und begaben sich, an Bord einer Bundeswehrmaschine, nach Deutschland zurück.

Welche Eindrücke sie nach Deutschland mitnehmen ist nicht bekannt (ich hoffe aber doch nur Gute!).
Was allerdings bekannt ist, ist das kurz vor ihrem Abflug drei Dutzend „pasteis de nata“ an der Deutschen Botschaft abgegeben wurden, mit der Bitte diese auf dem schnellsten Weg zum Flughafen zu bringen…

Montag, 24. Januar 2011

KINO – Die deutschsprachigen Kinotage von Lissabon


Das Kino São Jorge (port.: Cinema São Jorge), im Herzen Lissabons gelegen, ist die Bühne für die diesjährige stattfindende „KINO – Die deutschsprachigen Kinotage“ (port.: KINO – Mostra de Cinema de Expressão Alemã), mit Kinofilmen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz.

Die integrale Kultur ist das zentrale Thema der diesjährigen Filmtage, und die Mehrheit der Filme widmet sich auch denn dem Thema „Integration des Einzelnen in einer fremden Kultur“.
Die Filme werden aber nicht nur gezeigt, sondern es werden auch Debatten, Workshops und Runden zwischen dem Publikum und den einzelnen anwesenden Schauspielern und Filmemachern stattfinden.

„Die Fremde“, ein Film von Feo Aladag, Träger des Deutschen Filmpreises und vorgeschlagen für den diesjährigen Oscar für den besten ausländischen Film, ist einer der Filme, die bei diesen Kinotagen zu sehen sein werden und bestimmt Furore machen werden.

Mit Unterstützung des Deutschen Goetheinstituts (port.: Instituto Alemão, finden die diesjährigen deutschsprachigen Kinotage zwischen dem 27. Januar und dem 04. Februar 2011 statt.

Samstag, 4. Dezember 2010

Immigration ist ein Teil der portugiesischen Geschichte


Wir Portugiesen sind schon immer gerne in der Weltgeschichte herumgesegelt und haben auch seit jeher unser Glück in anderen Teilen der Welt gesucht.
Immigration (port.: emigração) ist seit den Tagen der Entdeckungen ein Fakt und Teil unserer Geschichte.
Überall haben Portugiesen, über die Jahrhunderte hinweg, ihr kulturelles Erbe hinterlassen, sei es in der Architektur, in der Gastronomie, der Folklore, den künstlerischen Manifestationen und den Volksfesten.
Und diese Geschichte der Immigration wiederholt sich alle paar Jahrzehnte - immer wieder.

Nach einer Nachricht der Tageszeitung „Diário de Noticias“, vom gestrigen Tag, sind in den letzten Zehn Jahren an die 700.000 Portugiesen immigriert.
Um genau zu sein, waren es 697.962 Menschen, die die dritte Auswanderungswelle der letzten Hundert Jahre hier in Portugal, auslösten.

Seit gut 10 Jahren verlassen ca. 70.000 meiner Landsleute jedes Jahr Portugal, um in Ländern wie Großbritannien, Spanien, Schweiz und sogar Angola, eine neue Heimat zu finden, darunter sind 13% der Hochschulabgänger des Landes.
Im Gegensatz zu den ersten zwei Auswanderungswellen, verlassen heute zunehmend hoch qualifizierte und technisch begabte Arbeitskräfte das Land.

Die erste Auswandererwelle, die von 1910 bis 1930 andauerte, führte die Portugiesen vor allem nach Brasilien und anderen Ländern in Übersee, wie etwa Venezuela und Kanada.
Es war die Armut, die Arbeitslosigkeit und der Hunger, die vor allem junge Männer, die meisten von ihnen Analphabeten, damals Zwang, die Kontinente zu wechseln.
Man schätzt heute, dass etwa 2.500.000 Portugiesen damals ihren Weg über den Atlantik fanden.

Die zweite Auswandererwelle war von 1960 bis 1974, während der Salazardiktatur.
Damals gingen schätzungsweise 1.300.000 Portugiesen außer Landes, einige von ihnen in die Schweiz, Holland, Belgien, Luxemburg und auch nach Deutschland, so wie mein Vater.
Aber vor allen Dingen zog es die Menschen damals nach Frankreich und seine Hauptstadt Paris.
Paris war, über Jahre hinweg, die zweitgrößte Stadt Portugals!
Viele verließen damals Portugal aus wirtschaftlichen Gründen, aber viele auch, aus politischen Gründen.

Die dritte Auswanderungswelle findet, wie schon erwähnt, gerade statt.
Hunderttausende verlassen das Land in Zeiten der Krise.
Viele, vor allem die jüngeren, sehen gar keine andere Auswahl, als auszuwandern.
Wenn sich nicht bald etwas grundlegendes hier in Portugal ändert, und wir die miserable wirtschaftliche Lage nicht überwinden können, dann wird sich dieser Exodus wohl leider noch über Jahre hinziehen!

Nicht das wir das nicht überleben würden, denn wie ich schon bereits erwähnte, ist die Immigration ein Teil der portugiesischen Geschichte.
Aber jede Regierung sollte sich schämen, wenn heutzutage junge Portugiesen aus Not gezwungen werden in England Truthähnen den Hals durchzuschneiden oder in der Schweiz die Straßen zu kehren.
Das dürfte es im 21. Jahrhundert gar nicht mehr geben!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Endlich mal positive Nachrichten aus der Politik


In meinem post „Portugals Wahlkampf um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat“ vom 28. September 2010, berichte ich wie sich Portugal um einen nicht-ständigen Sitz (port.: lugar de membro não-permanente) im Sicherheitsrat der UN-Vollversammlung bemüht hat.

Diese Bemühungen haben gestern gefruchtet.
Bei einer geheimen Abstimmung der Mitglieder der UN-Vollversammlung (port.: Assembleia das Nações Unidas) in New York erreichte Portugal die notwendige Mehrheit um für die kommenden zwei Jahre einen nicht-ständigen Sitz im Sicherheitsrat (port.: Conselho de Segurança) der Vereinten Nationen zu bekommen.
Leider waren für diesen Erfolg drei Wahlgänge nötig.

Mitbewerber Deutschland dagegen erreichte schon im ersten Wahlgang die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit um einen Sitz zu bekommen.
Kanada, das sich neben Portugal und Deutschland, als drittes westliche Land um einen Sitz beworben hatte, ging leider lehr aus.

Einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhielten außerdem die Länder Indien, Südafrika und Kolumbien.

Staatspräsident Cavaco Silva hat die Wahl Portugals in den UN-Sicherheitsrat als eine Ehre für Portugal bezeichnet.
Außenminister Luis Amado nannte die Wahl Portugals ein „Zeichen des Vertrauens in die portugiesische Nation und sein internationales Engagement.“

Portugal hat nach der erfolgreichen Wahl angekündigt die Arbeit im Sicherheitsrat eng mit seinem Mitbewerber Deutschland und mit den anderen europäischen Nationen abzustimmen.

Es wäre schön, wenn Portugal mal auch innenpolitisch die eine oder andere positive Nachricht zu verkünden hätte…

Dienstag, 28. September 2010

Portugals Wahlkampf um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat


In New York (port.: Nova Iorque) tagt diesen Monat, wie jedes Jahr im September, die UN-Vollversammlung (port.: Assembleia das Nações Unidas).
Politiker aller Herren Länder geben sich hier mal wieder die Klinke in die Hand, und halten wichtige und weniger wichtige Reden.
Andere, wie der iranische Staatspräsident Ahmadineschad, halten sogar beleidigende, kranke Reden.

Portugals Premierminister José Sócrates hat sich, mit einer politisch sehr positiven Rede, vor den Vereinigten Nationen (port.: Nações Unidas) für einen portugiesischen Sitz im UN-Sicherheitsrat (port.: Conselho de Segurança), dem wichtigsten UN-Gremium, für die nächsten beiden Jahren beworben.

„Portugal ist bereit, globale Verantwortung zu übernehmen, und wir bewerben uns um einen Sitz in diesem Gremium, weil wir nur hier gemeinsam mit den anderen Völkern der Erde in ganz besonderer Weise für den Frieden und die Entwicklung auf der Welt arbeiten können“, sagte Sócrates vor der UN-Vollversammlung in New York.
Ausdrücklich bemühte er sich dabei um die vielen südamerikanischen und afrikanischen Nationen.

Die Entscheidung über einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat fällt bei einer geheimen Wahl am kommenden 12. Oktober.
Direkte Gegenkandidaten Portugals sind Kanada und Deutschland.
Ob Portugal bei dieser außenpolitisch so wichtigen Wahl eine Chance haben wird, ist völlig offen.
Immerhin handelt es sich bei Kanada und Deutschland um zwei ernst zu nehmende politische Konkurrenten.

Spätestens am 12. Oktober werden wir sehen, wer sich neben den USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien an den Runden Tisch setzen darf.

Ich tippe mal auf Deutschland!...

Dienstag, 15. Juni 2010

Nerventötende Vuvuzelas


Als sich vor Tagen Portugals Fußballstar Cristiano Ronaldo, bei einer Pressekonferenz in Magaliesburg, über die südafrikanischen Traditions-Tröten, die Vuvuzelas, erbost ausließ, und meinte ein Spielen bei dem höllischen Lärm dieser Tröten wäre fast unmöglich, hielt ich das zuerst für „Starallüren“ eines verwöhnten Fußballers, der es gewohnt ist, das alle nach seiner Pfeife tanzen, und nicht er nach den Tönen der Vuvuzelas.

Als ich aber vorgestern im Fernsehen, das WM-Spiel Deutschland gegen Australien sah, welches in Durban stattfand und von den Deutschen mit 4 : 0 gewonnen wurde, und heute das Spiel Portugal gegen die Elfenbeinküste, das mit einem entmutigendem 0 : 0 in Port Elizabeth endete, so konnte ich dies nur tun, in dem ich die Lautsstärke des Fernsehers etwas höher stellte als normal.
Denn sonst wären die Kommentatoren der Spiele, überhaupt nicht zu verstehen gewesen.
Die Vuvuzelas übertönten jeden Kommentar, jedes einzelne Wort.
Eigentlich war außer diesem ständigen Tröten so gut wie nichts zu hören und ich muss auch zugeben das das Tröten der Vuvuzelas so durchdringend war, das ich diese Dauerbeschallung auch jetzt, eine Stunde nach dem Portugalspiel, mental gar nicht ignorieren kann.

Und so muss ich ehrlich zugeben, dass wenn ich, als Zuschauer, Schwierigkeiten habe den Kommentaren eines Fußballspieles zu folgen, weil tausende Tröten eine unangenehme Geräuschkulisse schaffen, um wie viel schwerer müssen es da die Spieler auf dem Platz haben, die sich dann ja nicht untereinander verständigen können oder gar den Schiedsrichter nicht hören oder den Trainer?

Laut den Südafrikanern sind die Plastiktröten ein Teil der afrikanischen Fußballkultur, was auch immer sie darunter verstehen mögen.
Nun wir hier in Europa haben die Fan-Gesänge und die La Ola-Welle.
Während aber die Gesänge und die Welle dem jeweiligen Spiel eher Dynamik und positive Impulse geben, überdecken die Vuvuzelas jede spontane, akustische Emotion einer Partie.

Wir werden uns wohl oder übel, falls die Vuvuzelas nicht in den Stadien verboten werden, die nächsten vier Wochen an „90 Minuten-Tröten“ bei jedem Fußballweltmeisterschaftsspiel gewöhnen müssen.

Aber so gesehen, haben Cristiano Ronaldo und die anderen jetzt schon eine Ausrede parat, wenn sie vorzeitig aus dem Turnier ausscheiden.
Sie können es jederzeit auf die Vuvuzelas, die nerventötenden Vuvuzelas, schieben!

Donnerstag, 12. November 2009

In memoriam: Sara da Silva


Großmutter, du warst eine Frau die ich sehr bewundert habe.
Leider habe ich sehr wenig Zeit mit Dir verbringen dürfen, denn das Leben Zwang uns tausende Kilometer getrennt von einander zu Leben, du in Portugal und ich in Deutschland.
Aber ich erinnere mich daran, wie gerne Du mit mir spieltest, wenn ich meine Schulferien in Portugal verbrachte.
Du mochtest mich; genauso, wie ich dich so sehr mochte.

Auch erinnere ich mich an die vielen Geschichten die Du mir oft erzählt hast.
Es waren keine Geschichten von mutigen Prinzen oder Geschichten von Feen und Trollen. Nein, es waren Geschichten aus Deinem Leben, denen ich gespannt zuhörte.
Und ich sehe dich immer noch vor mir, wie Du vor Deiner Nähmaschine sitzt, Tag und Nacht.
Zu dieser Zeit hattest Du so viel Lebenskraft in Dir. Damals hast Du jeden der Dich umgab, mit Deiner unbeschreiblichen Energie angesteckt.

In meiner Kindheit warst Du die wichtigste Person in meinem Leben!
Ich weiß dass Du stolz auf mich warst, weil ich das Kind war, das ich war.
Und ich war stolz auf Dich, weil Du die Frau warst, die Du warst, arbeitsam, kämpferisch, voller Mut, voller Kraft und Lebenswillen.
Und ich war auch stolz darauf, oder besser gesagt, ich bin es heute noch, dass Dein Blut durch meine Venen fließt.

Ich weiß, dass Du kein einfaches und glückliches Leben hattest.
Und die letzten Jahre Deines Lebens waren ein Martyrium für Dich. Einerseits weil Du mit der Zeit fast blind geworden bist, und andererseits weil Du nicht mehr gehen konntest und Du an ein Krankenhausbett gefesselt warst, weit weg von Deinem Zuhause. Mein Gott, wie sehr hast Du Dein Zuhause geliebt!

Ich erinnere mich daran, wie ich Dich das letzte Mal im Krankenhaus besucht habe.
Ich habe damals gespürt, dass Du Dein Leben in Gottes Hand gegeben hattest. Du wolltest nicht mehr kämpfen. Du warst müde und dieser Welt überdrüssig. Es hat mir so Weh getan, Dich so zu sehen.
Ich war richtig traurig Dich so zu sehen, und oft fragte ich dann Gott:
„Warum tust Du das meiner Großmutter an? Warum? Warum? Warum?“

Ich habe Dich so geliebt Großmutter. Ich bedaure es, nicht mehr Zeit mit Dir verbracht zu haben, als ich noch ein Kind war.
Aber ich bereue es auch nicht, denn die wenigen Momente die ich mit Dir verbringen durfte, zählen zu den schönsten meines Lebens.

Ich hoffe, Du genießt jetzt den Frieden, den Du immer verdient hast, denn das Leben war oftmals sehr rauh und hart zu Dir, und zwang Dich gewaltige Anstrengungen auf Dich zu nehmen.

Ich hoffe wirklich, Du hast diesen wohlverdienten Frieden gefunden, und bitte, hab doch von da Oben ein wachsames Auge auf Dein „Edelstein“.

In Liebe und ewiger Sehnsucht

Ângelinho

Zum Gedenken an meine geliebte Großmutter Sara, die am 13. November, 93 Jahre alt geworden wäre.




Em memória de Sara da Silva


Avó, foste uma pessoa que eu admirei muito.
Infelizmente passei muito pouco tempo contigo, pois a vida obrigou-nos a viver milhares de quilómetros separados um do outro, tu em Portugal e eu na Alemanha.
Mas lembro-me que quando vinha de férias a Portugal tu brincavas comigo, quando eu era pequeno.
E gostavas de mim, assim como eu gostava tanto de ti.

Lembro-me das histórias que me contavas.
Não eram histórias de principes encantados ou contos de fadas, mas eram histórias da tua vida, que eu ouvia cheio de curiosidade.
E lembro-me também de te ver agarrada, de dia e de noite, à tua máquina de cozer.
Nessa altura transbordavas vida e contagias com uma energia vibrante quem te rodeava.

Em certa altura da minha adolescência, foste a pessoa mais importante na minha vida!
Sei que tu tinhas um certo orgulho em mim, por eu ser a criança que era.
E eu tinha um imenso orgulho em ti, por seres a mulher que eras, uma mulher trabalhadora, lutadora, cheia de coragem, de força e de garra.
E também tinha um enorme orgulho, alias ainda hoje o tenho, de transportar em mim o sangue que também foi teu.

Sei que nunca tiveste uma vida muito fácil e feliz.
E os teus últimos anos, foram no fundo, um martírio para ti.
Primeiro porque ficaste praticamente cega, depois porque ficaste sem poder andar, acamada numa cama, que nem era em tua casa. Tanto que tu gostavas da tua casa!

Lembro-me da última vez que te fui ver ao hospital.
Senti que tinhas entregado a Deus o teu destino. Tinhas parado de lutar. Estavas tão cansada e farta deste Mundo. Custou-me tanto ver-te assim!
Andei tão triste por te ver assim, e cheguei a perguntar várias vezes a Deus:
„Porque é que fizeste isto à minha avó? Porquê? Porquê? Porquê?“

Gostava tanto de ti avó, amava-te imenso.
Tenho pena de não ter passado mais tempo contigo, quando era criança.
Mas não me arrependo, pois os poucos tempos que pude passar na tua companhia, foram dos mais lindos para mim.

Espero que agora estejas no teu descanso merecido avó, porque a vida para ti, muitas vezes foi nua e crua, obrigando-te muitas vezes a fazer imensos esforços.
Espero que estejas no teu descanso eterno e que lá no céu olhes sempre por mim, o teu „camafeu“.

Com amor e imensa saudade

Ângelinho

Em memória da minha avó materna Sara, que faria no dia 13. de Novembro, 93 anos.

Samstag, 10. Oktober 2009

Wer bin ich eigentlich?!?


Manchmal weiß ich nicht wer ich bin.
Nicht das ich Existenzängste hätte oder gar eine gespaltene Persönlichkeit.
Im Gegenteil: ich weiß sehr wohl, welchen Platz ich in dieser Gesellschaft einnehme.
Nur ist es so, dass ich heute, auf dem Nachhauseweg, nach einem Kaffee mit Arbeitskollegen, mir überlegt habe wer ich für Andere bin.

Für meinen Arzt z.B. bin ich der Patient.
In einem Restaurant bin ich der Gast.
In meiner Firma bin ich der Arbeitnehmer.
Für die, die mit mir arbeiten bin ich der Kollege.
Im Bus oder im Flieger bin ich der Passagier.
Bei der Post bin ich der Absender.
Im Supermarkt bin ich der Kunde.
Für das Finanzamt bin ich der Steuerzahler.
In der Wahlkabine bin ich der Wähler, für die Parteien gehöre ich zum Wahlvolk.
In Deutschland war ich der Ausländer, hier in Portugal bin ich der Deutsche.
Als Lissabonner bin ich Alfacinha, politisch der Monarchist.
Wenn ich reise bin ich der Tourist.
Wenn ich auf die Straße gehe bin ich der Fußgänger und werde ich dann von einem Auto überfahren, bin ich das Unfallopfer.
Im Krankenhaus bin ich dann der Patient.
Kaufe ich mir ein Buch bin ich Leser.
Höre ich Radio bin ich Hörer.
Schaue ich Fernseher oder gehe ich ins Kino bin ich der Zuschauer.
Beim Fußball bin ich der Fan.
Und sollte ich heute sterben, dann bin ich für viele nur der Verblichene, die Leiche, der Verstorbene und für manche sogar nur der Tote.

Aber für meine Freunde und Kollegen hoffe ich auf immer und ewig „der“ Angelo Paulo zu sein!

(Angelo Paulo, Oktober 2009)

Freitag, 25. September 2009

Wählen ist eine Bürgerpflicht



Zufälligerweise finden am kommenden Sonntag, dem 27. September 2009, sowohl in Portugal als auch in Deutschland am gleichen Tag Parlamentswahlen statt.

Hier in Portugal finden Wahlen zur „Assembleia Nacional“ (dt.: Nationalversammlung) und in Deutschland finden die Wahlen zum „Bundestag“ (port.: Congresso Federal) statt.

Mit Absicht habe ich hier in meinem Blog weder den portugiesischen, noch den deutschen Wahlkampf thematisiert.
Nicht das ich kein politischer Mensch wäre, oder nicht an Politik interessiert wäre.

Im Gegenteil!

Nur bin ich der felsenfesten Meinung das, genauso wie meine politische Überzeugung nicht zur Diskussion steht, es mir auch nicht zusteht die politische Meinung anderer in Frage zu stellen, auch wenn sie weiß Gott nicht immer mit meinen Überzeugungen übereinstimmen.

Aber den demokratischen, politischen Gegner zu respektieren ist eine meiner Maximen.
Außerdem ist dieser Blog nicht dazu da, um zu missionieren!

Aber eines möchte ich den Lesern meines Blogs auf jeden Fall mit auf den Weg geben:

Denken sie daran, das Wählen eine Bürgerpflicht ist!
(port.: Votar é um dever cívico!)

Gehen sie bitte am kommenden Sonntag wählen!

Dienstag, 22. September 2009

Was ist wirklich typisch deutsch?


Die Deutschen sind fleißig, organisiert, akkurat, leicht pedantisch und immer am jammern!

Das ist im groben das Ergebnis einer Umfrage der Tageszeitung „O Público“, an der rund 12.000 Bürger teilnahmen, und in dem die Portugiesen gefragt wurden, was sie von ihren Partnern in der Europäischen Union halten, und was für sie typisch deutsch, typisch spanisch, typisch französisch, usw. ist.
Demnach halten wir Portugiesen, nach dieser Umfrage, die Deutschen auch für äußerst zuverlässig, umgänglich aber leider auch für wenig gesellig und absolut humorlos.

Jeder fünfte Portugiese findet die Deutschen nett und freundlich, und jeder vierte findet sogar, die Deutschen wären die besten Partner Portugals in der EU.
Dagegen halten 9% der Portugiesen die Deutschen für arrogant und überheblich.
Immerhin verbinden 82% der Portugiesen die Deutschen nicht mehr mit Hitler und den Nazis.

Fragt man die in Portugal lebenden Ausländer nach den Deutschen, so kommt Verwunderliches zu Tage.
Demnach halten die in Portugal lebenden Brasilianer die Deutschen für sehr freizügig, die Chinesen halten sie für langsam und die Inder finden die Deutschen sehr offen und sehr umgänglich.

Aber eines halten über 90% der Befragten für unbedingt typisch deutsch:
Die Deutschen trinken Bier bis zum Umfallen, haben ihren Garten voller Gartenzwerge und sie lieben ihre Autos mehr wie ihre Kinder…

Donnerstag, 10. September 2009

Wo bleibt da die Gerechtigkeit?


Als ich gestern Mittag in die Apotheke gegangen bin, um meine Medikamente zu kaufen, wurde ich ungewollt Zeuge eines Vorfalls, der mir bis dato nicht bewusst war.

Vor mir an der Reihe, war ein Mann der aussah als ob er um die 40 Jahre alt wäre, aber bei genauerem Hinschauen sicherlich erst so um die 25 oder 28 Jahre alt war.
Er bat den Apotheker, den ich persönlich kenne, um zwei Spritzen, und der Apotheker gab sie ihm ohne viele Worte.
Ohne Bezahlung verließ der Junkie darauf hin die Apotheke.

Als ich an der Reihe war, kam ich mit dem Apotheker ins Gespräch und fragte ihn, ob er an diesem Tag die Spendierhosen anhätte, denn laut aushängender Preisliste kostet eine Spritze 1 Euro.

Daraufhin antwortete er mir, mit einer gewissen Resignation in der Stimme:

„Für Dich, mein Freund, kostet die Spritze 1 Euro das Stück.
Für Drogenabhängige sind diese aber umsonst; denn Vater Staat bezahlt sie!“

Ich wusste zwar, dass in den hiesigen Gefängnissen kostenlos Spritzen an die Häftlinge verteilt werden (obwohl Drogen offiziell in den Gefängnissen verboten sind!), aber mir war unbekannt, das in einer öffentlichen Apotheke, wo jeder normale Bürger, Rentner oder Arbeitslose für seine Spritzen bezahlen muss, Junkies diese kostenlos erhalten.

Ich weiß zwar nicht, wie das ganze in Deutschland aussieht (ich werde bei Gelegenheit mal Carla fragen), aber da wir hier in einem Land der Europäischen Union leben, frage ich mich ernsthaft, wo in diesem Fall die EU und ihre so berühmtberüchtigten Verordnungen und Gesetze bleiben.
Denn eine Institution, die die genaue Krümmung einer Banane festlegt und die Menge der Rosinen in einem Christstollen vorschreibt, die sollte doch eine Gleichheit zwischen einem Rentner und einem Junkie herstellen können - jedenfalls was das Bezahlen von Spritzen angeht.

Ich möchte nicht missverstanden werden:
Ich habe nichts dagegen das Spritzen in einer Apotheke kostenlos verteilt werden.
Aber dann bitte, an Alle!

Donnerstag, 25. Juni 2009

Wehmut nach Wixhausen


Wer diesen Blog liest, und sich vielleicht auch schon mal mein Profil angeschaut hat, wird erfahren, dass ich in Deutschland 25 Jahre lang in Darmstadt, im Ortsteil Wixhausen, gelebt habe.
Die die mich persönlich kennen, wissen das ja sowieso.

Als ich 1998 die Möglichkeit hatte nach Portugal zu ziehen, habe ich, als ich Darmstadt und Wixhausen verlassen habe, nicht einmal zurückgeschaut.

Heute, viele Jahre und einige Flüge später, fange ich an, so etwas wie sentimentale Gefühle für die Orte meiner Kindheit und Jugend zu empfinden.
Diese Gefühle der Wehmut haben sich, aus mehreren persönlichen Gründen, in den letzten Wochen verstärkt. Es waren einfach zu viele Jahre (ein viertel Jahrhundert!) die ich in Darmstadt-Wixhausen verbracht habe. In dieser Zeit lernt man alle guten und alle schlechten Witze kennen, die man über Wixhausen machen kann, und man lernt auch mit gewissen Vorurteilen umzugehen.

Die meisten, die schlecht über Wixhausen reden oder meinen sie hätten die Klobürste erfunden (Apropo, wussten sie das die Portugiesen die Klobürste erfunden haben?!? Dazu mehr, in einem zukünftigen post) nur weil sie einen schlechten Witz über Wixhausen machen, haben noch nie einen Fuß in diesen Ort gesetzt und finden den Namen halt nur so lustig!...

Ich gebe zu, der Name Wixhausen verleitet aber auch leicht zu einem Scherz. Aber bitte, wenn es schon sein muss, dann sollen es doch bitte auch gute Scherze sein, oder?!?

Ich bin mal von meiner Schulkameradin Martina Bergsträßer gefragt worden, ob es mir nicht peinlich sei in Wixhausen zu leben. Nein, natürlich war es mir nicht peinlich in Wixhausen zu leben (eher sollte es manchen Leuten peinlich sein, zu meinen wichsen würde mit „x“ geschrieben und nicht mit „chs“. Wäre mancher in Wixhausen in die Grundschule gegangen, würden ihm solche Fehler vielleicht nicht passieren). Schließlich hat Wixhausen nichts mit wichsen zu tun, sondern geht auf das altdeutsche Wort Wikken zurück, das soviel wie Weiher heißen soll. Also bedeutet Wixhausen nichts anderes als „Häuser am Weiher“. Und was soll einem bitte, an „Häuser am Weiher“ peinlich sein?

Es ist ja nicht so dass die Wixhäuser von heute sich den Namen ausgesucht hätten; den gibt es nämlich schon ein bisschen länger. Seit 1172, um genauer zu sein. In diesem Jahr wurde nämlich Wixhausen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Somit ist Wixhausen gerade mal ein paar Jahre jünger als der Portugiesische Staat. Portugal wurde nämlich im Jahre 1139 von König Afonso Henriques gegründet.

Sollte ein Wixhäuser sich in diesen Blog verirren, so bitte ich ihn (sie) doch freundlichst darum, er (sie) möge sich doch bitte hier mit einem Kommentar verewigen.