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Montag, 22. Dezember 2014

Bacalhau, der „treue Freund“ der Portugiesen




Heute wurde ich von einer deutschen Freundin gefragt was bei uns zuhause an Heiligabend zu essen auf den Tisch kommt.
Nun wir sind da, was das Weihnachtsmenü in der heiligen Nacht angeht, durchaus eine sehr traditionelle portugiesische Familie.
Bei uns wird es an Heiligabend, wie wohl in fast allen portugiesischen Haushalten, an diesem Abend „Bacalhau com todos“ (dt.: „Stockfisch mit allem“) geben.
Bei „Bacalhau com todos“ handelt es sich um gekochten Stockfisch mit Kartoffeln, Graupen, Kohl und Ei.

Wer sich an Festtagen, wie Weihnachten, keinen Stockfisch mehr leisten kann, zählt zu den wirklich Armen!
Angerichtet wird salzgetrockneter Kabeljau, der wohl traditionellste portugiesischste Fisch, in unzähligen Variationen. Wir Portugiesen nennen ihn liebevoll unseren „fiel amigo“ (dt.: treuen Freund) und hierzulande wird er nicht nur an Weihnachten gerne gegessen.
Bevor er zubereitet wird, wird der Stockfisch immer im kalten Wasser ein bis drei Tage eingewässert bevor er weiterverarbeitet wird. Im einwässern liegt das wahre Geheimnis des Babalhau, denn er sollte hinterher beim Zubereiten weder zu salzig noch zu fade schmecken.

Manche meinen es gibt an die 365 verschiedene Zubereitungsarten – so viele wie es Tage im Jahr gibt – , wieder andere reden von 1001 Rezepte für diesen Fisch und wieder andere meinen Bacalhau kann auf 10.000 verschiedene Arte und Weisen zubereitet werden. Fakt ist, das man diesen salzigtrockenen und dann eingeweichten Fisch kochen, grillen, frittieren und gratinieren kann. Er kommt als Salat, als Vorspeise, Suppe, Hauptgericht und sogar mancherorts auch als Nachtisch auf den Tisch.

Zwar haben wir Portugiesen das Trocknen und Salzen von Fisch nicht erfunden, dennoch ist Bacalhau seit fünf Jahrhunderten fester Bestandteil der portugiesischen Küche. Da durch den Trocknungsprozess dem Fisch nur das Wasser entzogen wird, bleibt er nahrhaft und geschmacksvoll.

Die Tradition Kabeljau (port.: bacalhau / lat.: Gadus morhua) zu salzen, und somit zu konservieren, begann in Portugal wohl im 10. Jahrhundert.
Damals gründeten skandinavische Händler mehrere Handelsposten an der iberischen Atlantikküste um sich mit dem qualitativ sehr guten Salz der Gegend einzudecken, welches sie zum einlegen ihrer Fische im hohen Norden benutzten.
Wie es scheint, kamen die Menschen an der portugiesischen Küste Dank der Skandinavier damals mit der Tradition des Salzfischens in Berührung.
Auch das die Tochter König Sancho I, Berengaria, im Jahre 1214 den dänischen König Waldemar II ehelichte, zeigt wie wirtschaftlich eng und kulturell Portugal zu dieser Zeit mit Skandinavien verbunden war.

Die Geschichte der Kabeljaufischerei der Portugiesen fand zum ersten Mal im Jahre 1353 vertraglich Erwähnung, als nämlich der portugiesische König Pedro I und der englische Monarch Edward II damals in einem Handelsabkommen vereinbarten, das portugiesische Fischer in englischen Gewässern 50 Jahre lang Kabeljau und Dorsch frei fischen durften.
Das König Pedro I einen solchen Vertrag damals mit dem englischen Königreichen abschloss, deutet daraufhin das die Kabeljaufischerei in Portugal in dieser Zeit bereits nicht nur etabliert sondern auch sehr verbreitet war.

Aber die Portugiesischen Fischer fingen den begehrten fettarmen und proteinreichen Fisch nicht nur vor der englischen Küste, sondern sie legten ihre Netze auch im Nordatlantik aus.
Seitdem Königin Berengaria an der Seite ihres Mannes Waldemar II in Dänemark regierte, waren oftmals Portugiesen mit dänischen Seefahrern in den Nordatlantik mitgereist.
Einer dieser Portugiesen war der aus der Algarve stammende João Vaz Corte-Real, der an einer Entdeckungsexpedition des dänischen Königs Christian I teilnahm, die den Auftrag hatte den abgerissenen Kontakt mit der ehemaligen dänischen Kolonie Grönland wieder aufzunehmen.
So waren portugiesischen Fischern die Gewässer um Grönland sehr wohl bekannt. Die Portugiesen nannten Grönland „Terra dos Bacalhaus“ (dt.: Land des Kabeljaus).

Die Reisen die die Söhne von João Vaz Corte-Real, Gaspar und Miguel, in die Neue Welt unternahmen, und bei der sie im Mai des Jahres 1500 neues Land (port.: Terra Nova / dt.: Neufundland) entdeckten ermöglichte portugiesischen Fischern, die damals fast alle aus der Hafenstadt Aveiro kamen, neue Fanggründe des immer wichtiger werdenden Bacalhaus vor Nordamerika.

Für die aufkommenden portugiesischen Entdeckungsfahrten wurde Bacalhau mit der Zeit unersetzlich. Als Reiseproviant für die Schiffsbesatzungen und Soldaten der Entdeckungsreisen nach Indien, Afrika und Südamerika war dieser luftgetrocknete und gesalzene Fisch unentbehrlich.
Aber nicht nur bei den Schiffsreisenden war dieses unverderbliche Lebensmittel wichtig. Auch für die portugiesische Bevölkerung auf dem Festland, vor allem die im Landesinneren, war Bacalhau das am meisten verbreitete Lebensmittel der damaligen Zeit, denn er war einerseits unverderblich und nahrhaft und andererseits war er leicht zu transportieren und schmackhaft.
Laut einer Chronologie aus dem Jahre 1550 waren damals 150 Boote in Aveiro registriert, die an der Kabeljau- und Dorschfischerei im Nordatlantik teilnahmen. Die Fischer von Aveiro brachten ihrer Stadt mit ihren erfolgreichen Fängen im Nordatlantik einen bis dahin unvorstellbaren Reichtum.

Als der spanische König Felipe II im Jahre 1580 Portugal besetzte und danach an die Macht kam, beschlagnahmte er nicht nur alle hochseetaugliche Schiffe der portugiesischen Marine, sondern auch die gut 150 Kabeljaufischerboote, um diese nach einem Umbau der spanischen Kriegsflotte zuzuführen.
Als die Spanische Armada 1588 im Ärmelkanal sang und klanglos unterging, ging auch der ehemalige große Schiffsverband portugiesischer Bacalhauschiffe unter.
Bis zum Ende der spanischen Invasion in Portugal im Jahre 1640 gab es keine Bacalhauflotte mehr.

Für die nächsten 200 Jahre existierte die portugiesische Kabeljau- und Dorschfischerei nicht mehr.
Die Portugiesen mussten in dieser Zeit aber nicht auf den Bacalhau verzichten, denn dieses damals wie heute sehr beliebte Nahrungsmittel wurde importiert.
Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann man unter Königin Maria I und dem Premierminister Pombal, eine neue Flotte hochseetüchtiger Kabeljauschiffe zu gründen.
Diese Flotte, die die „Weiße Flotte Portugals“ (port.: Frota Branca Portuguesa) genant wurde, bestand im Jahre 1866 immerhin schon wieder aus 23 hochseetauglichen Fischerbooten.

Aber trotz der nun wieder existierenden Flotte portugiesischer Kabeljau- und Dorschfischer, musste der Bedarf an Bacalhau weiterhin in großen Mengen importiert werden, vor allem aus England, Norwegen und Schweden.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wuchs die „Weiße Flotte“ ständig, so das bereits im Jahre 1901 die portugiesische Kabeljaufischerei auf 65 Booten mit über insgesamt 1.400 Mann Besatzung zurückgreifen konnte.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wuchs die Flotte weiter, obwohl z.B. während des Ersten und vor allem des Zweiten Weltkrieges die Kabeljaufischerei ein risikoreiches Unterfangen war. Während des Zweiten Weltkrieges mussten portugiesische Kabeljauboote sich nicht nur wie üblich vor dem stürmischen Wetter und den Eisbergen des Nordmeeres in Acht nehmen, sondern auch vor den verfeindeten Kriegsparteien.
Zwei portugiesische Fangboote der „Weißen Flotte“ wurden nachweislich während des Zweiten Weltkrieges von deutschen U-Booten vor Kanada und Grönland torpediert und versenkt.

Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts führte die kanadische Regierung die 200-Seemeilenzone vor ihrer Küste ein, so das Portugal urplötzlich seiner Kabeljauhauptfanggebiete beraubt wurde. Dies führte dazu, dass die portugiesische Kabeljaufischerei schlagartig zurückging und dann völlig zum Erliegen kam.
Als die „Weiße Flotte“ 1974 nach der Nelkenrevolution aufgelöst wurde, gehörten ihr immerhin über 23.000 Mann an.

Seit der Auflösung der „Weißen Flotte“ deckt Portugal seinen Bedarf an Bacalhau bis heute fast ausschließlich durch Importe.
Und importierter Fisch ist teuer!
Durch den weltweiten Rückgang der Kabeljaubestände und durch die strengen Fangquoten die es dadurch fortan für Kabeljau gab, wurde mit den Jahren aus einem „Arme-Leute-Fisch“ eine wahre Delikatesse die sich heute hierzulande leider nicht mehr jeder leisten kann.
Dennoch werden heute in Portugal jährlich ca. 68 bis 70 Tausend Tonnen Bacalhau verzehrt. Das ist weltweit der höchste Pro-Kopf-Verbrauch dieses Fisches. Gut 70% des in Portugal verzehrten Bacalhaus stammt aus Norwegen, auch der, der an Heilig Abend bei mir zuhause auf den Tisch landen wird!

Montag, 24. Oktober 2011

Jetzt ist es amtlich: Wir Portugiesen sind unglücklich!


Nach einer Studie der OCDE (engl.: Organisation for Economic Co-operation and Development / dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung / port.: Organização para a Cooperação e Desenvolvimento Económico), die diesen Monat gemacht wurde, sind wir Portugiesen eines der unglücklichsten Nationen der Welt.
Nur die Chinesen und die Ungarn sind noch unglücklicher als wir.
Laut der Studie leben dagegen in Dänemark, in Kanada und in Norwegen die glücklichsten Menschen auf der Welt.

Diese Studie beruht auf Daten die in insgesamt 40 Ländern weltweit erhoben wurden.
Die wichtigsten Kriterien um das Glück und die Zufriedenheit der jeweiligen Bürger zu messen waren für die OCDE, unter anderem, Faktoren wie der monatliche Verdienst, die Gesundheit, eine saubere Umwelt und ein gut funktionierendes soziales Netz.

Zwar ist Portugal offiziell, gleich nach Neuseeland, das Land auf der Welt in dem die sozialen Strukturen stimmen und Polen, Frankreich und Ungarn die Länder in denen es am meisten an einem sozialen Umfeld fehlt, aber es sind die andauernden finanziellen Probleme, die immer stärker steigende Arbeitslosigkeit und das miserable Gesundheitssystem, die uns Portugiesen zu der drittunglücklichsten Nation der Welt machen.

Bei den Sparmaßnahmen die uns hier in Portugal in nächster Zeit noch bevorstehen, ist zu befürchten, dass wir bald wohl auch die Chinesen und Ungarn in der Unzufriedenheitsskala überholen werden!

Sonntag, 3. Juli 2011

Ein kleines Dankeschön


Sehr oft wird behauptet, wir würden heutzutage in einer sehr schnelllebigen, technisch hoch entwickelten und medialen Zeit leben.
Dieser Tage ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie technisch hoch entwickelt und klein diese unsere Welt nun wirklich ist.

Als ich meiner neuen Arbeitskollegin Sandra dos Santos, die erst seit kurzem aus Deutschland nach Portugal gezogen ist, von diesem Blog hier erzählte, und ihr anbot, ab und zu mal im „Planet Portugal“ reinzuschauen, erzählte sie mir, das sie meinen Blog, schon kennen würde.
Beide reagierten wir sehr überrascht, dass sie per Zufall, schon auf meiner Seite gesurft ist und „Planet Portugal“ sehr wohl kannte.

Dies hat mir mal wieder gezeigt, in was für einer kleinen Welt wir, dank Internet, doch alle leben.
Ob in Australien (schönen Gruß an Radical Royalist), Kanada, Brasilien, Deutschland, Japan oder hier in Portugal, überall habe ich aufmerksame Leser, die meinen Blog mit Interesse lesen und verfolgen.

Ihnen allen, die mich nun seit über 500 Einträgen jeden Tag direkt, indirekt und häufig unwissentlich mit ihren Beiträgen zu diesem Blog verhelfen, gilt mein allerherzlichster Dank.
Einige von ihnen sind angehörige meiner Familie, Arbeitskollegen und Freunde, aber die meisten von ihnen sind mir völlig unbekannt.
Aber alle inspirieren sie mich auf irgendeine Art und Weise, und machen so diesen Blog erst möglich.
Dies ist ein großartiges Geschenk für mich, und ich hoffe wir werden uns gegenseitig noch über viele Jahre begleiten.

Dankeschön!

Mittwoch, 5. Januar 2011

And the Oscar goes to… Luis Ferreira


Man kann nicht sagen das portugiesische Schauspieler sich in Hollywood die Türklinke in die Hand geben.
Daher sind wir hier in Portugal auf jeden zweit- oder drittklassigen Schauspieler stolz, der die amerikanische Filmindustrie mit ein wenig lusitanischem Esprit bereichert.

Einer dieser Schauspieler (und er möge mir bitte verzeihen dass ich ihn als zweit- oder drittklassig bezeichne) ist der in Portugal geborene Kanadier Luis Ferreira.

Luis Ferreira wurde am 20. Februar 1967 in dem kleinen Ort Caminho d´Além, in der Gemeinde Terra Chã, auf der Azoreninsel Terceira geboren.
1971, als er vier Jahre alt ist, wandern seine Eltern mit ihm nach Kanada aus.
Dort wächst er in North York, einem Stadtteil von Toronto, inmitten der portugiesischen Gemeinde, die sich um den Kensington Market gebildet hat, auf.

1986 startet Luis Ferreira seine Schauspielkarriere in der Krimiserie „Night Heat“. Er spielt zuerst kleine Nebenrollen in Kanada, bis er aufgrund fehlender Arbeit in die USA zieht, um in Los Angeles sein Glück zu versuchen.
Dort hat er dann auch endlich seine erste große Rolle in der Serie „Public Morals“, allerdings unter dem Kunstlernamen Justin Louis. Sein damaliger Agent war nämlich der Meinung, dass er mit dem Namen Luis Ferreira keinen Erfolg haben würde.

Ferreira spielte in Filmen und Serien wie „Fallen arches“, „Hidden hills“, „Durham County“, „Naked Lunch“, „24“, „CSI“, „Missing“, „Criminal Minds“ und „CSI Miami“ mit.
Für „Fallen arches“ erhielt er 1998 den Acting Award und für „Durham County“ bekam er 2008 den Gemini Award.

Luis Ferreira spricht fliesend portugiesisch und eines seiner Träume ist es irgendwann einmal die Rolle eines Portugiesen in einem Film spielen zu können, so sagte er einmal.
In der Zwischenzeit hat Luis Ferreira seinen Künstlernamen Justin Louis abgelegt, und spielt nun wieder unter seinem richtigen Namen seine Rollen.

Luis Ferreira wurde einmal, in einem Interview mit der kanadischen Zeitung „Portuguese Times“ gefragt, was es für ihn bedeuten würde, Portugiese zu sein. Er antwortete darauf hin, das für ihn Portugiese sein bedeuten würde, „…in das Leben verliebt zu sein“!

Möchte gerne mal wissen, aus welchem Drehbuch Ferreira diese Worte entnommen hat!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Endlich mal positive Nachrichten aus der Politik


In meinem post „Portugals Wahlkampf um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat“ vom 28. September 2010, berichte ich wie sich Portugal um einen nicht-ständigen Sitz (port.: lugar de membro não-permanente) im Sicherheitsrat der UN-Vollversammlung bemüht hat.

Diese Bemühungen haben gestern gefruchtet.
Bei einer geheimen Abstimmung der Mitglieder der UN-Vollversammlung (port.: Assembleia das Nações Unidas) in New York erreichte Portugal die notwendige Mehrheit um für die kommenden zwei Jahre einen nicht-ständigen Sitz im Sicherheitsrat (port.: Conselho de Segurança) der Vereinten Nationen zu bekommen.
Leider waren für diesen Erfolg drei Wahlgänge nötig.

Mitbewerber Deutschland dagegen erreichte schon im ersten Wahlgang die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit um einen Sitz zu bekommen.
Kanada, das sich neben Portugal und Deutschland, als drittes westliche Land um einen Sitz beworben hatte, ging leider lehr aus.

Einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhielten außerdem die Länder Indien, Südafrika und Kolumbien.

Staatspräsident Cavaco Silva hat die Wahl Portugals in den UN-Sicherheitsrat als eine Ehre für Portugal bezeichnet.
Außenminister Luis Amado nannte die Wahl Portugals ein „Zeichen des Vertrauens in die portugiesische Nation und sein internationales Engagement.“

Portugal hat nach der erfolgreichen Wahl angekündigt die Arbeit im Sicherheitsrat eng mit seinem Mitbewerber Deutschland und mit den anderen europäischen Nationen abzustimmen.

Es wäre schön, wenn Portugal mal auch innenpolitisch die eine oder andere positive Nachricht zu verkünden hätte…

Dienstag, 28. September 2010

Portugals Wahlkampf um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat


In New York (port.: Nova Iorque) tagt diesen Monat, wie jedes Jahr im September, die UN-Vollversammlung (port.: Assembleia das Nações Unidas).
Politiker aller Herren Länder geben sich hier mal wieder die Klinke in die Hand, und halten wichtige und weniger wichtige Reden.
Andere, wie der iranische Staatspräsident Ahmadineschad, halten sogar beleidigende, kranke Reden.

Portugals Premierminister José Sócrates hat sich, mit einer politisch sehr positiven Rede, vor den Vereinigten Nationen (port.: Nações Unidas) für einen portugiesischen Sitz im UN-Sicherheitsrat (port.: Conselho de Segurança), dem wichtigsten UN-Gremium, für die nächsten beiden Jahren beworben.

„Portugal ist bereit, globale Verantwortung zu übernehmen, und wir bewerben uns um einen Sitz in diesem Gremium, weil wir nur hier gemeinsam mit den anderen Völkern der Erde in ganz besonderer Weise für den Frieden und die Entwicklung auf der Welt arbeiten können“, sagte Sócrates vor der UN-Vollversammlung in New York.
Ausdrücklich bemühte er sich dabei um die vielen südamerikanischen und afrikanischen Nationen.

Die Entscheidung über einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat fällt bei einer geheimen Wahl am kommenden 12. Oktober.
Direkte Gegenkandidaten Portugals sind Kanada und Deutschland.
Ob Portugal bei dieser außenpolitisch so wichtigen Wahl eine Chance haben wird, ist völlig offen.
Immerhin handelt es sich bei Kanada und Deutschland um zwei ernst zu nehmende politische Konkurrenten.

Spätestens am 12. Oktober werden wir sehen, wer sich neben den USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien an den Runden Tisch setzen darf.

Ich tippe mal auf Deutschland!...

Dienstag, 23. Februar 2010

Dabei sein ist alles


Ich bin ein großer Anhänger der Olympischen Spiele (port.: Jogos Olímpicos) und des Olympischen Gedankens.
Daher befürworte ich die Teilnahme portugiesischer Athleten bei Olympischen Spielen, ohne wenn und aber!
Aber auch nur wenn es sich dabei um Olympische Sommerspiele (port.: Jogos Olímpicos de Verão) handelt!
Was portugiesische Sportler bei Olympischen Winterspielen (port.: Jogos Olímpicos de Inverno) zu suchen haben, bleibt mir, auch dieses Jahr, bei den XXI. Olympischen Winterspielen, die vom 12. bis zum 28. Februar 2010, im kanadischen Vancouver stattfinden, ein absolutes Rätsel.

Ich bin da etwas konservativ und absolut der Meinung:

„Alles zu seiner Zeit und an seinem Ort“.

Nun ist nun aber mal der Winter nicht gerade die (Jahres)zeit, in der Portugal jemals mit sportlichen Höchstleistungen aufgewartet hat, und seien wir mal ganz ehrlich, auch wohl niemals aufwarten wird!

Nichtsdestotrotz gibt sich Portugal dem Luxus hin, einem Luxus der vom portugiesischen Steuerzahler finanziert wird, heuer zum sechsten Mal an Olympischen Winterspielen teilzunehmen, auch wenn Portugal noch nie eine minimale Chance hatte eine Medaille bei einem dieser Spiele zu gewinnen.

Bei den letzten Olympischen Winterspielen 2006 in Turin ging ein einziger Athlet für Portugal an den Start, nämlich der Skilangläufer Danny Silva, der als Sohn portugiesischer Eltern 1973 in Perth Amboy, im US-Bundesstaat New Jersey, geboren wurde.
Danny Silva, der sicherlich mit Herzblut am Skilanglauf (port.: Esqui cross-country) hängt und wohl wirklich versucht hat, sein bestes zu geben, hat es damals auf den 94. Platz geschafft.

Auf den 94. Platz!
Ich weiß nicht wie viele Skilangläufer damals in Turin an den Start gegangen sind, aber beim erreichen des 94. Platzes, hätten sich sowohl Danny Silva, als auch das Portugiesische Olympische Komitee (port.: Comitê Olímpico de Portugal) mal überlegen sollen, ob sie es bei diesen Olympischen Spielen nicht belassen hätten sollen.

Dieses Jahr, in Vancouver, gingen beim Skilanglauf insgesamt 95 Sportler aus aller Welt an den Start.
Und raten sie mal, welchen Platz Danny Silva dieses Mal belegt hat?
Nein, nicht den 94. Platz; diesmal ist er 95ster geworden, also Letzter!

Bleibt nur zu hoffen, dass Danny Silva und das Nationale Olympische Komitee diesmal ihre Lehre aus diesem schlechten Abschneiden gezogen haben.
Aber so wie ich befürchte, werden wir Danny Silva in vier Jahren erneut bei Olympischen Winterspielen antreffen können.
Schließlich, so hat der Sportler heute in einem Fernsehinterview verlautbaren lassen, sein Traum sei es, einmal unter die ersten 90 zu kommen!
Und so, wird der portugiesische Steuerzahler wohl oder übel auch weiterhin den Traum dieser sportlichen Niete finanzieren müssen.
Außer es würde beim Nationalen Olympischen Komitee einer endlich mit der Faust auf den Tisch hauen und dieser Farce ein Ende setzen.

„Dabei sein ist alles“, so lautet der olympische Gedanke.
Aber Danny Silva sollte sich wirklich überlegen ob er weiterhin den portugiesischen Steuerzahlern zumuten kann, dass sie ihm seine Winterurlaube finanzieren.

Meiner Meinung nach sollte sich Portugal auf die jeweiligen Olympischen Sommerspiele konzentrieren, und die peinlichen Auftritte bei Winterspielen unterlassen!

Dienstag, 2. Februar 2010

Brian Adams


In einem zwanzigminütigen Interview, den der kanadische Sänger und Komponist Brian Adams dem Fernsehsender SIC dieses Wochenende gab, erzählt er über seine musikalischen Projekte, seine privaten Zukunftspläne und seinen bevorstehenden Aufenthalt in Portugal.

Dieses Interview mit Brian Adams fand auf Portugiesisch statt, sowohl von Seiten des Reporters als auch des Sängers.
Denn, was kaum einer außerhalb Portugals und Kanadas weiß, Brian Adams spricht ein sehr gutes portugiesisch.

Als Sohn britischer Eltern, wurde Brian am 05. November 1959 im kanadischen Kingston, in der Provinz Ontario geboren.
Sein Vater Conrad J. Adams, kanadischer Diplomat, war von 1967 bis 1971 Botschafter in Portugal, und so verbrachte Brian einen Teil seiner Kindheit in Portugal.
Seine Eltern und er lebten in Birre, bei Cascais.
Und es war auch in Cascais wo Brian die Internationale Schule besuchte, und wo er portugiesisch lernte.

1977, mit 18 Jahren und nachdem er die Schule hingeschmissen hatte, begann Brian Adams seine steile Musikkarriere.
Bis heute hat er Millionen von Menschen mit seiner Musik glücklich gemacht.
Ich jedenfalls, bin einer von denen, die bei seiner Musik so etwas wie Glück oder Zufriedenheit fühlen.
Brian Adams ist wohl einer der Musiker, den jeder gerne Mal hört.

Lieder wie „Somebody“, „Heaven“, „Please Forgive Me“, „Everything I Do I Do It for You“ und „Summer of 69“ haben ihn weltberühmt gemacht.
Ach ja, „Summer of 69“; wer weiß schon das Brian Adams in diesem Lied vom sonnigen Sommer in Portugal singt?!?

Brian Adams kommt oft privat nach Portugal, denn er hat in Cascais, unweit des Hauses wo er als Kind aufgewachsen ist, ein Anwesen.
Er wird demnächst wieder hier nach Portugal kommen, diesmal aber nicht um ein Konzert zu geben, sondern um hier Aufnahmen für sein neues Bildband, das er demnächst herausbringen wird, zu machen.
Denn, was auch kaum einer weiß, Brian Adams ist ein talentierter Fotograf und Herausgeber wunderschöner Bildbände.

Vielleicht „erbarmt“ sich aber Brian Adams noch, und gibt seinen portugiesischen Fans doch noch ein Konzert.
Sie würden es ihm danken!
Der bevorstehende Musikevent „Rock in Rio“ hier in Lissabon wäre eine wunderbare Gelegenheit hierzu.