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Freitag, 21. Februar 2014

Internationaler Tag der Muttersprache

A minha pátria é a língua portuguesa
(dt.: Meine Heimat ist die portugisische Sprache)

(Fernando Pessoa)


Heute ist der 21. Februar, der Internationale Tag der Muttersprache (port.: Dia Internacional da Língua Materna).
Dieser Tag wurde im Jahre 2000 von der UNESCO ausgerufen, und soll die „sprachliche und kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit“ auf der ganzen Welt fördern.
Schätzungsweise 6.000 verschiedene Sprachen gibt es auf der Welt.
Eine von ihnen ist Portugiesisch (port.: português).

Hier einpaar Fakten über die portugiesische Sprache:

In neun Ländern der Erde ist Portugiesisch die offizielle Landessprache.
Außer in Portugal wird es auch in Angola, Äquatorialguinea, Brasilien, Guinea-Bissau, den Kapverdischen Inseln, Moçambique, Ost-Timor und São Tomé und Principe gesprochen.

In der Sonderverwaltungszone Macau der Volksrepublik China (port.: Região Administrative Especial de Macau da República Popular da China) ist Portugiesisch neben Kantonesisch und Mandarin eine der offiziellen Amtssprachen.
In vielen Ländern der Welt, hauptsächlich auf dem amerikanischen Kontinent (Uruguay, Venezuela, Bermuda), in Afrika (Südafrika, Namibia, Sambia) und in Asien (Indien, Malaysia, Sri Lanka), in denen portugiesisch nicht die Muttersprache ist, beherrschen noch heute, bedingt durch die Kolonialgeschichte Portugals und die großen Auswanderungswellen vergangener Zeiten, vielen Menschen die portugiesische Sprache.

Heute sprechen schätzungsweise 250 Millionen Menschen weltweit Portugiesisch.
Nach Mandarin (port.: mandarim), Englisch (port.: inglês), Spanisch (port.: espanhol), Hindu (port.: hindustâni) und Arabisch (árabe) steht Portugiesisch auf der Rankingliste der meistgesprochenen Sprachen der Welt auf Platz 6.
Nach Englisch und Spanisch ist es die dritthäufigste gesprochene Sprache der westlichen Welt.
Auf der südlichen Erdhalbkugel wird keine andere Sprache häufiger gesprochen wie Portugiesisch!

Nach Schätzungen der UNESCO ist Portugiesisch, nach Englisch, die europäische Sprache mit dem größten Zuwachs.
Wissenschaftler gehen davon aus, das ihm Jahre 2050 etwa 340 Millionen Menschen weltweit die portugiesische Sprache sprechen werden.

Wann werden sie, werte Leserin und werter Leser dieses Blogs, ihren Portugiesischkurs beginnen?

Sonntag, 9. September 2012

Dabei sein ist alles



Wenn heute Abend im Londoner Olympiastadion die XIV. Paralympischen Sommerspiele (port.: Jogos Paralimpícos de Verão) mit einer großen und bunten Abschlusszeremonie zu Ende gehen, werden sie mit rund 4.200 teilnehmenden Athleten aus 166 Ländern die bei 503 Wettbewerben gegeneinander antraten, als die größten und erfolgreichsten ihrer Art in die Geschichte des Sports eingehen.

Für Portugal waren die Paralympics 2012 weitaus erfolgreicher als die Olympischen Spiele an gleicher Stelle vor gut einem Monat.
Insgesamt gewannen die portugiesischen Sportler bei der Behindertenolympiade drei Medaillen – eine silberne und zwei bronzene.

Am Dienstag, dem 04. September, wurde die erste Medaille im Boccia, eine ausschließlich paralympische Sportart an der nur Rollstuhlfahrer teilnehmen dürfen, für Portugal gewonnen.
José Macedo, Armando Costa und Luís Silva gewannen eine Silbermedaille im Mannschafts-Boccia-Spiel.

Auch die portugiesische Behindertenleichtathletik ging an diesem Tag nicht leer aus.
Mit stolzen 6,74 m gewann der junge Leichtathlet Lenine Cunha eine Bronzemedaille im Weitsprung.

Am gestrigen Samstag, dem 08. September, gewann dann der Rollstuhlfahrer José Macedo seine zweite Medaille im Boccia bei diesen Spielen.
Nach seiner Silbermedaille am Dienstag, gewann er diesmal eine Bronzemedaille in der Einzelwertung.

Portugal kann sich, was den Medaillenspiegel angeht, niemals mit Ländern wie China, Großbritannien oder Deutschland messen, die Dutzenderweise Edelmetall nach Hause nehmen.
Dennoch haben die von den nationalen Sportlern gewonnenen Medaillen, getreu dem Motto „Dabei sein ist alles“, die Erwartungen Portugals zweifelsohne übertroffen.

Dienstag, 15. Mai 2012

Portugiesische Literatur in der Bibliothek von Shanghai


Das portugiesische Generalkonsulat in Shanghai (port.: Xanghai) hat letzte Woche, auf diplomatischem Wege, der Bibliothek von Shanghai, die nach der Nationalbibliothek in Peking die zweitgrößte öffentliche Bibliothek Chinas ist, eine Schenkung portugiesischsprachiger Bücher zukommen lassen.
Initiator dieser Schwenkung, die am vergangenen 08. Mai erfolgte, ist das portugiesische Sprachinstitut „Instituto Camões“ gewesen.

Die Bibliothek von Shanghai, die mit über 50 Millionen verschiedenen Schrift- und Tonstücken und knapp 2 Millionen Büchern zu den größten Bibliotheken der Welt gehört, erhielt anlässlich des „Tages der Portugiesischen Sprache“ (port.: „Dia da Lingua Portuguesa“), insgesamt 47 verschiedene Publikationen portugiesischer Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler.
Zu diesen Publikationen gehören verschiedene Bücher, Lexika, CD´s und DVD´s.

So erhielt die Bibliothek von Shanghai, unter anderem, eine Ausgabe des Heldenepos „Os Lusíadas“, des portugiesischen Nationaldichters Luís Vaz de Camões, eine Ausgabe von „A Viagem do Elefante“, des Nobelpreisträgers José Saramago und den Roman „O Esplendor de Portugal“, des von mir so geschätzten Autors António Lobo Antunes.
Zu der Schenkung gehören auch verschiedene poetische Werke des Romanciers Eça de Queiroz und ausgesuchte Fachliteratur über Musik, Moderne Kunst und die Geschichte Portugals.

China gehört zu den wenigen Ländern auf der Welt, in denen das Interesse an der portugiesischen Sprache und Kultur in den letzten Jahren merklich zugenommen hat.
So erlernen heutzutage, nach Angaben der chinesischen Behörden, fünf Mal mehr Chinesen die portugiesische Sprache, als es noch vor fünf Jahren der Fall war.
Die Bibliothek von Shanghai, die im Dezember 1996 ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnete, hatte bis dato, nach Angaben ihres Direktors Wu Jianzhong, nur zehn verschiedene portugiesischsprachige Bücher in ihren Regalen stehen, die alle ursprünglich aus Macau stammten und stets vergriffen waren.

Mit der Schenkung die letzten Dienstag erfolgte, will nun das „Instituto Camões“ das Sortiment der Bibliothek von Shanghai ein wenig bereichern.

Montag, 24. Oktober 2011

Jetzt ist es amtlich: Wir Portugiesen sind unglücklich!


Nach einer Studie der OCDE (engl.: Organisation for Economic Co-operation and Development / dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung / port.: Organização para a Cooperação e Desenvolvimento Económico), die diesen Monat gemacht wurde, sind wir Portugiesen eines der unglücklichsten Nationen der Welt.
Nur die Chinesen und die Ungarn sind noch unglücklicher als wir.
Laut der Studie leben dagegen in Dänemark, in Kanada und in Norwegen die glücklichsten Menschen auf der Welt.

Diese Studie beruht auf Daten die in insgesamt 40 Ländern weltweit erhoben wurden.
Die wichtigsten Kriterien um das Glück und die Zufriedenheit der jeweiligen Bürger zu messen waren für die OCDE, unter anderem, Faktoren wie der monatliche Verdienst, die Gesundheit, eine saubere Umwelt und ein gut funktionierendes soziales Netz.

Zwar ist Portugal offiziell, gleich nach Neuseeland, das Land auf der Welt in dem die sozialen Strukturen stimmen und Polen, Frankreich und Ungarn die Länder in denen es am meisten an einem sozialen Umfeld fehlt, aber es sind die andauernden finanziellen Probleme, die immer stärker steigende Arbeitslosigkeit und das miserable Gesundheitssystem, die uns Portugiesen zu der drittunglücklichsten Nation der Welt machen.

Bei den Sparmaßnahmen die uns hier in Portugal in nächster Zeit noch bevorstehen, ist zu befürchten, dass wir bald wohl auch die Chinesen und Ungarn in der Unzufriedenheitsskala überholen werden!

Sonntag, 7. August 2011

Museu de Macau






Heute war ich im kleinen, aber feinen, Museu de Macau (dt.: Macau-Museum) in Lissabon.
Das Museum, welches die Geschichte und die Kultur des ehemaligen portugiesischen Territoriums Macau dem Besucher nahe bringen will, gehört dem renommierten Institut „Centro Científico e Cultural de Macau“, kurz auch CCCM genannt, (dt.: Institut des wissenschaftlichen und kulturellen Zentrums von Macau) an.

Das Institut wurde 1995 in Lissabon gegründet, um die kulturellen, geschichtlichen, wissenschaftlichen und sozialen Beziehungen zwischen Portugal und China, zu dem das Territorium Macau heute gehört, zu fördern und die Forschungen und Innovationen der beiden Länder zu intensivieren.

Aus dieser sino-portugiesischen Zusammenarbeit resultiert das schon erwähnte Museum.
Das Museu de Macau wurde im Jahre 1999 eröffnet und beherbergt heute die größte und wertvollste Sammlung chinesischer Kunst auf der gesamten Iberischen Halbinsel.
Das Museum besticht nicht in erster Linie durch seine Größe, sondern vor allem durch seine originelle Sammlung.

Die meisten Objekte der Sammlung wurden von dem aus Macau stammenden Sammler António Sapage zusammengetragen.
Er brachte einzigartige Objekte aus Terrakotta, Sandstein und Porzellan, sowie verschiedene Bekleidungsstücke, alte See- und Landkarten und Bücher zusammen, die heute im Museum ausgestellt sind.
Beeindruckend ist auch die numismatische Sammlung, die seltene chinesische Münzen aus verschiedenen Jahrhunderten zeigt.

Auch ein Original des ersten portugiesisch-chinesischen Wörterbuchs aus dem Jahre 1580 wird hier ausgestellt.
Dieses Wörterbuch war das erste das in China damals in einer europäischen Sprache erschien. Über 2000 Begriffe der portugiesischen Sprache, zumeist aus der Seefahrt, dem Handel und der Politik, werden in ihm ins chinesische übersetzt.
Autoren dieses ersten portugiesisch-chinesischen Wörterbuches waren der Jesuit Miguel Roggiero und der aus Macau stammende Jesuit Sebastião Fernandes, der mit chinesischen Namen eigentlich Tchong Ming-Jem hieß.

Das Museu de Macau liegt in der Rua da Junqueira n° 30, im Lissabonner Stadtteil Alcântara, und kann jeden Tag, außer Montags, besucht werden.

Freitag, 18. Februar 2011

Drachen made in China


Im Museum für orientalische Kunst (port.: Museu do Oriente), in Lissabon, findet zur Zeit eine Sonderausstellung statt, die „Papagaios da China (dt.: Drachen aus China) heißt, und in der bis zum 10. April dieses Jahres verschiedene Flugdrachen port.: papagaios), aus verschiedenen Epochen des Reiches der Mitte gezeigt werden.

Von den Chinesen ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt, stammen die ersten urkundlich erwähnten Flugdrachen aus einer Epoche die als „Frühling und Herbst“ in China bekannt ist, und die zwischen 780-476 v. Chr ihren Höhepunkt hatte.
Seit damals werden Drachen lediglich aus leichtem Holz oder Bambus hergestellt, welches mit sehr dünner Seide oder einem dünnen Papier bespannt ist, und auf dem ein buntes Motiv gemalt und an dem ein Schweif aus Seidenschleifen oder Papierstreifen befestigt wird.

Der Besuch dieser Sonderausstellung, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann, ist kostenlos und kann noch bis zum 10. April 2011 im Museu do Oriente bewundert werden.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Fröhlich und Zufrieden


Das Geschenk wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum 10° Jahrestag der Übergabe des ehemaligen portugiesischen Überseegebietes Macau an die Volksrepublik China, die im Dezember 2009 stattfanden, gemacht.
Damals, vor nunmehr etwas über einem Jahr, machte der Präsident Chinas, Hu Jingtao, der Sonderverwaltungszone Macau (port.: Região Administrativa Especial de Macau (RAEM), ein Pärchen Riesenpandas (port.: pandas-gigantes) zum Geschenk.

Die Riesenpandas, die die Namen „Kai Kai“ (port.: Alegria / dt.: Fröhlich) und „Xin Xin“ (port.: Contente / dt.: Zufrieden) tragen, stammen aus einem Zuchtprogramm in der Provinz Sichuan und befinden sich nun seit gut einem Monat in Macau, wo sie noch unter Quarantäne stehen, um sich besser an ihre Umgebung zu gewöhnen.
Kai Kai, das männliche Tier und Xin Xin, das Weibchen, sind in einem riesigen Pavillon im Naturpark Seac Pai Van, auf der Insel Coloane, untergebracht worden und sollen bald für Nachwuchs sorgen.

Bei der Übergabe der zwei Riesenpandas, die für die Chinesen so etwas wie einen nationalen Schatz darstellen, war auch der portugiesische Generalkonsul der Stadt, als Ehrengast, zugegen.
In einem Interview meinte er, die Staatssekretärin für Verwaltung und Justiz von Macau, die luso-chinesin Florinda Chan, hätte ihm zugesagt, das man sich sehr gut vorstellen könnte, sollten „Fröhlich“ und „Zufreiden“ fleißig für Nachwuchs sorgen, eins oder zwei ihrer Nachkommen an das ehemalige Mutterland Portugal, zu dem Macau knapp 400 Jahre gehörte, abzugeben.

Nun ja, wer es glaubt, wird selig!
Aber bei so vielen chinesischen Läden die es hier mittlerweile in Portugal gibt, wo man größtenteils Nepp und Kitsch kaufen kann und dabei immer Gefahr läuft etwas zu erwerben das entweder von vornherein defekt, krebserregend oder giftig ist, wären die Riesenpandas mal etwas aus China, was man wirklich ohne Skrupel importieren könnte.

Samstag, 6. November 2010

Eine Weltausstellung geht zu Ende





Heute, knapp eine Woche nach dem Ende der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai (port.: Xangai), hat der Generalkommissar des portugiesischen Pavillons, Rolando Borges Martins, eine Bilanz über die letzten sechs Monate in China gezogen.

Demnach waren von den 73 Millionen Menschen, die die EXPO 2010 besuchten, weit über 5 Millionen im portugiesischen Pavillon.
Als die EXPO 2010, Anfang Mai dieses Jahres, ihre Türen öffnete, rechneten die Aussteller aus Portugal mit knapp 3 Millionen Besuchern.
Das es fast doppelt so viele wurden, ist der Tatsache zu verdanken, das der Pavillon durch Mundpropaganda bei den Besuchern im laufe der Monate immer beliebter wurde.
Auch die über 12.000 Künstler, Sänger, Schauspieler, Politiker und Wirtschaftsfachleute sorgten mit ihrem Können und Fachwissen dafür, dass der Portugal-Pavillon stets gut besucht war und ein Anziehungsmagnet auf dem Weltausstellungsgelände wurde.

Der krönende Abschluss dieser Weltausstellung für Portugal war, das der 2000qm² große Pavillon, der voll und ganz mit einer Außenwand aus reinem Kork verkleidet ist, am Abschlusstag einen der drei Designerpreise des Veranstalters, des „Bureau International des Exhibitions“, als schönstes Pavillon auf dem EXPO-Gelände erhalten hat.

Bei 240 teilnehmenden Ländern und Organisationen ist ein solcher Erster Preis natürlich ein Grund zur Freude und auch zum Stolz sein.

Aber ein wahrer Grund zur Freude und zum Stolz sein, ist der, so meine ich, das die 10 Millionen Euro, die der portugiesische Staat für die Errichtung und Instandsetzung des Pavillons in Shanghai damals gebilligt hatte, nicht überschritten, sondern im Gegenteil, über 800.000 Euro unterschritten wurden!

Alleine das ist, zweifelsohne, eine Nachricht wert!

Dienstag, 28. September 2010

Portugals Wahlkampf um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat


In New York (port.: Nova Iorque) tagt diesen Monat, wie jedes Jahr im September, die UN-Vollversammlung (port.: Assembleia das Nações Unidas).
Politiker aller Herren Länder geben sich hier mal wieder die Klinke in die Hand, und halten wichtige und weniger wichtige Reden.
Andere, wie der iranische Staatspräsident Ahmadineschad, halten sogar beleidigende, kranke Reden.

Portugals Premierminister José Sócrates hat sich, mit einer politisch sehr positiven Rede, vor den Vereinigten Nationen (port.: Nações Unidas) für einen portugiesischen Sitz im UN-Sicherheitsrat (port.: Conselho de Segurança), dem wichtigsten UN-Gremium, für die nächsten beiden Jahren beworben.

„Portugal ist bereit, globale Verantwortung zu übernehmen, und wir bewerben uns um einen Sitz in diesem Gremium, weil wir nur hier gemeinsam mit den anderen Völkern der Erde in ganz besonderer Weise für den Frieden und die Entwicklung auf der Welt arbeiten können“, sagte Sócrates vor der UN-Vollversammlung in New York.
Ausdrücklich bemühte er sich dabei um die vielen südamerikanischen und afrikanischen Nationen.

Die Entscheidung über einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat fällt bei einer geheimen Wahl am kommenden 12. Oktober.
Direkte Gegenkandidaten Portugals sind Kanada und Deutschland.
Ob Portugal bei dieser außenpolitisch so wichtigen Wahl eine Chance haben wird, ist völlig offen.
Immerhin handelt es sich bei Kanada und Deutschland um zwei ernst zu nehmende politische Konkurrenten.

Spätestens am 12. Oktober werden wir sehen, wer sich neben den USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien an den Runden Tisch setzen darf.

Ich tippe mal auf Deutschland!...

Dienstag, 29. Juni 2010

Den Pasteis de Nata total verfallen


Wie schon in meinem post „EXPO 2010“, vom 11. Mai dieses Jahres, berichtet, findet die diesjährige Weltausstellung EXPO 2010 in der chinesischen Handelsmetropole Shanghai (port.: Xangai) statt.
Der portugiesische Pavillon gehört, wenn man nach den stundenlangen Warteschlangen und den hohen Besucherzahlen geht, zu den beliebtesten der internationalen Pavillons auf dem Expogelände.

Man mag es aber kaum glauben, welches die größte Aktration des portugiesischen Pavillons in Shanghai ist?
Ich jedenfalls wollte es nicht glauben, als ich es heute in den Abendnachrichten hörte.
Die größte Aktration des Portugalpavillons sind die hierzulande ebenso beliebten „Pasteis de Nata“, die in Shanghai tausendfach jeden Tag in der eigenen Pavillonkonditorei hergestellt werden.

So berichtet Rolando Borges Martins, der Generalkommissar (port.: Comissário-Geral) des portugiesischen Pavillons, das seit dem 01. Mai 2010, dem Tag an dem die EXPO ihre Tore öffnete, bis heute, über 150.000 dieser kleinen Blätterteigcremetörtchen verkauft wurden, vor allem an die chinesischen Besucher. Um dem Ansturm Herr zu werden, wurde sogar ein Pasteis de Nata-Automat vor dem Eingang des Portugalpavillons aufgestellt, um so die langen Warteschlangen zu verkürzen.
Laut des Generalkommissars, ist dies „zweifellos“ ein Erfolg.

Handelt es sich hierbei aber nicht eher um einen „zweifelhaften“ Erfolg?
Angeblich sollen sich nämlich viele Chinesen nur stundenlang in die Schlange stellen, um dann die viel gepriesenen Törtchen zu probieren, und verzichten dann ganz auf einen Besuch des Pavillons.
Seien wir Portugiesen doch einmal ehrlich:
soll die einzige Erinnerung der Millionen Besucher der EXPO 2010 in Shanghai an den portugiesischen Pavillon nur ein Törtchen sein?

Noch etwas soll die chinesischen Besucher an den Portugalpavillon magisch anziehen: seine Korkfassade!

Da die Chinesen selbst Kork nicht produzieren, und selbst Flaschenkorken bei ihnen fast ausnahmslos aus Plastik bestehen, ist es zum leidigen „Volkssport“ auf dem Expogelände geworden, ganze Stücke von Kork von der Fassade des Portugalpavillons abzureißen.
So musste diese Woche eine Lieferung Korkplatten nach Shanghai geflogen werden, um den schon an manchen Stellen etwas nackten Pavillon, auszubessern.

Man stelle sich vor, der Pavillon wäre, so wie eine Art Knusperhäuschen aus dem Märchen der Gebrüder Grimm, mit Pasteis de Nata verkleidet, und nicht mit Kork.
Die Chinesen hätten diesen Pavillon garantiert zum Fressen gern…

Dienstag, 11. Mai 2010

EXPO 2010


Vor etwas mehr als einer Woche, am 01. Mai 2010, öffnete in der ostchinesischen Stadt Shanghai (port.: Xangai), am Ufer des Flusses Hungpu, die Internationale Weltausstellung Expo 2010, unter dem Motto „Better City, Better Life“ (dt.: „Eine bessere Stadt, Ein besseres Leben“ / port.: „Melhor cidade, Melhor qualidade de vida“) mit einem spektakulären und bunten Feuerwerk ihre Pforten.

Unter den 227 teilnehmenden Nationen und internationalen Organisationen ist auch Portugal mit einem eigenen Pavillon vertreten.
Der Portugiesische Pavillon, des im chinesischen Macau lebenden portugiesischen Stararchitekten Carlos Macedo e Couto, erstreckt sich über eine Fläche von 2.000 m² und ist von außen total mit Kork, dem wohl portugiesischsten Baustoff, verkleidet.
Unter dem Motto „Portugal uma praça para o mundo. Portugal, energias para o mundo” (dt.: Portugal, ein Platz für die Welt. Portugal, Energien für die Welt”) stellt sich Portugal auf dem Europaplatz, in der Zone C, als moderne und ökologische Nation vor.

Portugal war eines der ersten Länder Europas, das im Rahmen der EXPO 2010 eingeladen wurde.
Dieses Zuvorkommen Chinas gegenüber Portugal verdankt sich der großen gemeinsamen Geschichte, den guten Beziehungen der Gegenwart und die Chancen für die gemeinsame Zukunft.

Der Pavillon Portugals (port.: Pavilhão de Portugal) ist in vier Räume (port.: áreas) aufgeteilt.
In eine Área protocolar (dt.: Protokollarischer Raum), in eine Área expositiva (dt.: Ausstellungsraum), in einem Centro de negócios (dt.: Wirtschaftszentrum) und einer Área comercial (dt.: Verkaufsraum).

Der Portugiesische Pavillon macht es sich zur Aufgabe an die gemeinsame Geschichte, die über Jahrhunderte China und Portugal verbunden haben, zu erinnern, und auch die derzeitigen engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen vorzustellen und weiter zu fördern.

Außer den Länderpavillons, gibt es auf dem EXPO-Gelände fünf riesige Themenpavillons, die die Mottos Urban Footprints (dt.: Städtische Fußstapfen / port.: Passos urbanos), Urban Planet (dt.: Planet Stadt / port.: Planeta urbano), Urban Dwellers (dt.: Stadtbewohner / port.: Cidadão urbano), Urban Beings (dt.: Städtischer Alltag / port.: Dia-a-dia urbano) und Urban Dreams (dt.: Städteträume / port.: Sonhos urbanos) haben.

Die dynamische Präsentation Portugals wird sich in Shanghai nicht auf den nationalen Pavillon beschränken: ein großes und buntes Straßenfest zum Portugal-Tag am 06. Juni 2010, mit viel Fadomusik, Tanz, Theater und Kino, ist geplant.

Die EXPO 2010 wird bis zum 31. Oktober geöffnet bleiben.
Und in dieser Zeit, so vermutet man, werden 70 Millionen Menschen die Weltausstellung besucht haben. Davon werden ca. 20 Millionen auch im Portugal-Pavillon vorbeischauen.
Sollten von diesen 20 Millionen in den nächsten Jahren nur 500.000 Besucher ihren Weg nach Portugal finden, dann haben sich die 10 Millionen Euro, die die Portugiesische Regierung für den Bau des Pavillons ausgegeben haben, mehr als gelohnt.

Dienstag, 19. Januar 2010

BTL


Dieses Wochenende ging hier in Lissabon eine weitere BTL (port.: Bolsa de Turismo de Lisboa / dt.: Lissabonner Tourismusbörse) zu Ende.
Auf der FIL, dem Internationalen Messegelände von Lissabon (port.: Feira International de Lisboa) präsentierten sich vom 13.01.2010 bis zum 17.01.2010, in vier Pavillons, über 400 nationale und internationale Aussteller der Tourismus- und Hotelbranche.

Die BTL ist die größte internationale Messe Portugals.
Länder wie Brasilien, Spanien, China, Andorra, Südafrika, Frankreich, Argentinien, Cuba und Japan präsentierten sich hier genauso von ihrer besten Seite, wie die einzelnen Provinzen und Regionen Portugals, wie unter anderem die Inseln Madeira und Azoren, der Alentejo, die Algarve, der Ribatejo und das Dourotal.

Ich habe dieses Jahr zum sechsten Mal die BTL besucht.
Das die Tourismusbörse mit den Jahren gewachsen ist, ist nicht zu bestreiten.
Das diese Messe aber in den letzten zwei, drei Jahren auch nicht gerade vor Neuigkeiten strotzt ist leider ebenso nicht von der Hand zu weisen.
Mit der BTL kann es also zukünftig nur aufwärts gehen!

Ach ja, Deutschland hat zum wiederholsteten Male nicht an der BTL teilgenommen.
Das zeigt, das das Deutsche Touristikamt es wohl nicht nötig hat, an einer „kleinen Messe am Rande Europas“ teil zu nehmen.
Da soll mir doch noch mal einer kommen, und sagen, der deutschen Tourismusbranche würde es nicht gut gehen!...

Donnerstag, 12. November 2009

Chá Gorreana


Das Tee (port.: Chá / lat.: Camellia sinensis) seinen Ursprung im fernen China hat, ist wohl jedem bekannt.
Das es aber portugiesische Seefahrer waren, die Anfang des 17. Jahrhunderts, diese aromatischen Blätter aus Macau nach Europa brachten, wissen nur wenige.
Die Portugiesen waren es denn auch, die den Tee in Europa verbreiteten.

Auf den Britischen Inseln machte vor allem eine Frau, den Tee salonfähig.
Catarina de Bragança, portugiesische Infantin, und Tochter von João IV, heiratete 1662 den englischen König Charles II.

Catarina brachte als Mitgift, unter anderem, eine Truhe Tee aus China - zu dieser Zeit ein Vermögen wert - mit an den britischen Hof und führte seinen Gebrauch am englischen Hof ein.
Jeden Tag, um 17 Uhr, trank Königin Catarina ihre Tasse Tee, in Gesellschaft ihrer Hofdamen.

Dank Catarina de Bragança trinkt England noch heute so viel Tee wie kein anderes europäisches Land, und dank ihr, hat sich bis heute auch die Tradition des „Five o´clock teas“ beibehalten.

Der größte Teil der Teeproduktion findet auch heute natürlich in Asien statt. Aber auch in Europa wird Tee angebaut. An einem einzigen Ort. Nämlich auf der Azoreninsel São Miguel.
Dieser Tee ist eng mit einer azorianischen Familie verbunden, nämlich der Familie Hintze.

Es war Hermelinda Hintze, Tochter einer Azoreanerin und eines Deutschen, die im 18. Jahrhundert die Teeplantage Gorreana gründete.
Die Plantage ist heute noch in Familienbesitz, und wird von Margarida Hintze, einzige Erbin der Besitzungen und der Fabrik, und ihrem Ehemann, Hermano Ataíde Mota, geführt.

Die jährliche Teeproduktion beträgt nur ca. 25 bis 30 Tonnen.

Von diesen 25 bis 30 Tonnen Tee, sind nur drei Tonnen für den Export in die USA, Großbritannien und Kontinentaleuropa bestimmt.
Der Rest wird auf den Azoren selbst und natürlich in Portugal getrunken.

Tee hat auf den Azoren eine lange Tradition.
Während man auf Portugals Festland z.B. Kaffee trinkt, um wach zu werden, trinkt man auf den Azoren Tee.
Und während man auf dem Kontinent Wasser trinkt, um den Durst zu löschen, trinkt man auf den Azoren ebenso Tee.
Denn Tee ist weltweit das einzige Getränk, das sowohl einen aufputschenden als auch einen beruhigenden Wirkungsstoff hat.
Tee Gorreana ist qualitativ ein Spitzenprodukt, und unter Teetrinkern sehr beliebt.

Mittwoch, 19. August 2009

Aventureiros






„Aventureiros“ ist portugiesisch und bedeutet ins deutsche übersetzt „Abenteurer“.

Abenteurer, so lautet der Name eines neuen brasilianischen Strategiebrettspieles, der dem bekannten Spielklassiker „Risiko“ im Ablauf ähnelt, und welches vor wenigen Wochen erschienen ist.

Auf einer vereinfachten Weltkarte mit 12 „Ländern“ versuchen zwei bis sechs Spieler, wechselseitig Länder (die die Größe von Kontinenten haben) in ihren Besitz zu bringen. Ziel des Spiels ist es, je nach Auftrag einen oder mehrere Länder oder die ganze Welt zu erobern und seine Gegner finanziell zu ruinieren.
Die Spieler entscheiden mit Würfelglück und durch strategische Gesichtspunkte über die Platzierung und den Einsatz ihrer Spielfigur.

Aber während bei Risiko das primäre Thema der Krieg ist, ist „Aventureiros“ kein typisches Konfliktsimulationsspiel, das seinen Schwerpunkt auf Realitätsnähe oder anspruchsvolle taktische Herausforderungen legt.
Stattdessen ähnelt „Aventureiros“ den heutigen Autorenspielen, wie Narnia oder Herr der Ringe, in denen zwar das Ziel das erlangen der „Weltherrschaft“ ist, aber nicht durch kriegerische Auseinandersetzungen, sondern durch einfache strategische Entscheidungen, diplomatisches Handeln und Glück.

Bis hierhin, soweit alles gut!

Aber nun zu den Spielfiguren.
Jedem „Land“ (Brasilien, Portugal, Großbritannien, USA, Argentinien, Ägypten, Südafrika, Indien, China, Russland, Japan, Australien) wird eine Spielfigur zugeordnet.

Und diese Spielfiguren haben es wirklich in sich.
Denn der brasilianische Spielhersteller hat nicht an Klischees gespart, als er die einzelnen Spielfiguren kreierte.

So ist z.B. die amerikanische Figur Emily eine kurvenreiche Blondine mit einer Menge sexappeal, die brasilianische Figur Edson hat natürlich ein Fußballtrikot an und die südafrikanische Figur Patrick ist mit einem Leopardenfell bekleidet, so wie halt jeder Südafrikaner im 21. Jahrhundert angezogen ist.
Das der Brite Joshua eine Fellmütze aufhat und der Australier William Kriegsbemalung trägt, ist da schon fast sympathisch.

Aber die Figur, die den Portugiesen Manoel darstellt, steht ohne Zweifel, für alle Vorurteile die Brasilianer uns Portugiesen gegenüber haben!

So ist Manoel (wohlgemerkt nicht „Manuel“ wie portugiesisch eigentlich geschrieben, sondern „Manoel“, wie der Brasilianer den Vornamen ausspricht) mit einem Kostüm aus der Zeit der portugiesischen Entdeckungen angezogen!
Außerdem trägt er Bart (die Brasilianer denken nämlich wir laufen hier in Südeuropa alle mit Vollbärten rum), hat eine bunte Baskenmütze auf und hat natürlich Galoschen an!

Ich weiß nicht, welchen Stellenwert das Spiel „Aventureiros“ zukünftig weltweit haben wird.
Aber ich wage es einmal zu behaupten, das dieses Brettspiel hier in Portugal nicht überragenden Erfolg haben wird.

Mittwoch, 12. August 2009

Seefahrer, Entdecker und Abenteurer







Portugal ist auch als das "Land der Seefahrer und Entdecker" („Terra dos Navegadores e dos Descobridores“) bekannt.
Als solches hatte Portugal einmal, nebst seinem Nachbar Spanien, eine Weltmachtstellung unter den Nationen der Welt.

Als Seefahrernation erlebte Portugal, durch den weltweiten Handel, einen bis dahin nie gesehenen wirtschaftlichen Aufschwung.
Die Krone, der Adel, der Klerus und die Kaufleute gewannen unerhöhte Reichtümer durch die Entdeckungsfahrten.
Aber diesen Reichtum verdankten sie nur einer Anzahl wagemutiger Männer.
Diese mutigen Männer waren Pioniere und Abenteurer zugleich.
Als Seefahrer und Entdecker sollten sie einen ewigen Platz in der Geschichte erlangen.

Portugiesische Seefahrer waren im 15. und 16. Jahrhundert das, was amerikanische Astronauten für die heutige Menschheit sind.
Ihre Entdeckungen auf hoher See waren so abenteuerlich, wie eine Raumfahrt zum Mond heute, und ihre Karavellen waren so futuristisch wie die heutigen Raumfähren.

Aber wer waren diese Männer?

Natürlich wissen viele, dass es Vasco da Gama war, der den Seeweg nach Indien entdeckte.
Die meisten wissen auch das Magellan (Fernão de Magalhães) als erster Mensch die Welt umrundete.

Aber wer entdeckte z.B. Brasilien?
Wer war als erster Europäer am siamesischen Hof?
Wer betrat als erster die Japanischen Inseln?
Wer umsegelte als erster das Kap der Guten Hoffnung?
Wer segelte bis nach China?

Viele, außerhalb Portugals, wissen auf diese simplen Fragen keine Antwort.

Um diese Männer aus ihrer Anonymität zu holen, führe ich hier nun die Namen einiger Seefahrer und Entdecker auf, die nicht nur in der portugiesischen Geschichte, sondern auch in der Geschichte anderer Nationen, ihren Platz gefunden haben.

- Gil Eanes: Der aus dem südportugiesischen Lagos stammende Gil Eanes umsegelte 1434 als erster, nach 15 erfolglosen Versuchen, das Kap Bojador an der westafrikanischen Küste. 1446 entdeckt er Gambia, ebenfalls an der afrikanischen Westküste.

- João Gonçalves Zarco: Zarco, ein Edelmann aus dem Umfeld von Heinrich dem Seefahrer (Henrique o Navegador) entdeckte mit Tristão Váz Teixeira 1419 die Atlantikinsel Porto Santo. Im Jahr darauf, 1420, entdeckten diese beiden Seemänner, mit Bartolomeu Perestrelo die Insel Madeira.

- Bartolomeu Dias: Dias umsegelte als erster die Südspitze Afrikas. Er nannte diesen stürmischen Punkt Kap der Guten Hoffnung. 1487 erreichte er als erster Europäer den Indischen Ozean und die Ostküste Afrikas. Im Jahre 1500 fand er an dem von ihm entdeckten Kap der Guten Hoffnung, in einem heftigen Sturm, den Tod.

- Vasco da Gama: Im Auftrag von König Manuel I entdeckte Vasco da Gama 1498 den maritimen Weg nach Indien. Der König beförderte ihn daraufhin, aus Dank, zum Admiral und erhob ihn in den Adelstand. 1502, auf dem Rückweg von Indien nach Portugal, entdeckte er die Inseln der Seychellen. Als Vizekönig von Indien starb er 1524 im indischen Cochim.

- Pedro Álvares Cabral: Der in Belmonte, bei Santarém, geborene Pedro Álvares Cabral machte sich im Jahre 1500 auf den Weg nach Indien. Vom Kurs abgekommen, erreichte er am 22. April 1500 die Küste Brasiliens. Als Entdecker Brasiliens und Südamerikas ist er in die Geschichte eingegangen.

- Fernão de Magalhães: Er ist wohl das „schwarze Schaf“ unter allen portugiesischen Seefahrern. Er ist zwar Portugiese, umrundete als erster Mensch überhaupt die Erdkugel, und bewies somit auch dass die Erde wirklich Rund war. Aber er machte diese Weltreise im Auftrage Spaniens, und das nahm ihm über viele Jahrhunderte hinweg das Vaterland übel.

- Diogo Cão: Er entdeckte die Mündung des Flusses Kongo und segelte hinunter, bis zu den heutigen Küsten Angolas und Namibias.

- Diogo de Silves: Der Entdeckter der Azoreninseln São Miguel und Santa Maria im Jahre 1427. Im Jahr darauf, 1428, entdeckte er die Inseln Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial.

- João de Teive: 1452 entdeckte dieser Seefahrer die westlichen Azoreninseln Flores und Corvo.

- Dinis Dias: Im Jahr 1444 entdeckt Dinis Dias die Kanareninsel La Palma.

- Álvaro Fernandes: 1446 setzt Álvaro Fernandes seinen Fuß auf dem Gebiet des heutigen Guinea-Bissau, in Westafrika.

- Diogo Gomes: Von 1456 bis 1461 entdeckt Diogo Gomes, zusammen mit Alvise Cadamosto, Antonio da Noli und Diogo Afonso die Kapverdischen Inseln.

- João de Santarém: João de Santarém entdeckt mit Pêro Escobar die Inseln São Tomé und Principe. 1471 überqueren sie als erste Europäer den Äquator und segeln bis zum heutigen Niger.

- João Vaz Corte-Real: 1472 entdeckt Corte-Real ein Land, welches er „Terra Nova“ (Neufundland) nennt. Leider konnte bis heute nicht bewiesen werden, ob es sich hierbei um das heutige kanadische Neufundland handelt. Wenn dem so ist, dann ist João Vaz Corte-Real der eigentliche Entdecker Amerikas, und nicht etwa Christoph Columbus 20 Jahre später!

- Afonso de Paiva: Afonso de Paiva und Pêro da Covilhã reisen 1487, auf dem Landweg, nach Äthiopien.

- João Fernandes Lavrador: 1495 segelt João Fernandes Lavrador über Grönland bis nach Amerika. Dem Land, welches er entdeckt, gibt er seinen Namen „Lavrador“. Hierbei handelt es sich um das heutige kanadische Labrador.

- Duarte Pacheco Pereira: Duarte Pacheco Pereira durchfuhr als erster Europäer den Amazonas stromaufwärts.

- Diogo Dias: Am 10. August 1500 entdeckt der Seefahrer Diogo Dias eine Insel, die er Ilha de São Lourenço nennt. Heute ist diese Insel unter dem Namen Madagaskar bekannt.

- Estevão da Gama: Entdeckt 1503 die Insel Sankt Helena.

- Lourenço de Almeida: Entdeckt 1505 die Insel Ceylon, das heutige Sri Lanka.

- Tristão da Cunha: Entdeckt die Insel der er auch seinen Namen gibt.

- Diogo Lopes de Sequeira: Überquert als erster Europäer den Bengalischen Golf und segelt bis zum heutigen Malaysia.

- Duarte Fernandes: Besucht als erster Europäer 1511 den königlichen Hof von Siam, dem heutigen Thailand.

- António Abreu: Entdeckt die Inseln Timor, Banda, Ambon und Seram, im heutigen Indonesien.

- Pedro Mascarenhas: Entdeckt die Insel Mauritius.

- Fernão Pires de Andrade: Als erster Portugiese segelte er bis nach Kanton, in China.

- Diogo Pacheco: 1525 entdeckt Diogo Pacheco ein Land südlich der Insel Sumatra. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei um Australien. Leider gibt es heute keine Hieb- und Stichfeste Beweise dafür, ob es sich bei dem entdeckten Land wirklich um Australien handelt.

- Jorge de Meneses: Entdeckt das heutige Papua-Neuguinea.

- Fernão Mendes Pinto: Mit Diogo Zeimoto und Cristovão Borralho besucht Fernão Mendes Pinto als erste Europäer das japanische Kaiserreich.

Diese Männer die ich hier aufgeführt habe sind nur einige der vielen, vielen Portugiesen, die sich um die weltweite Entdeckungsgeschichte verdient gemacht haben.
Leider gab es keine Frauen unter den vielen Seefahrern und Entdeckern. Vielleicht traute man ihnen entbehrungsreiche, monatelange Fahrten auf hoher und sehr oft auch stürmischer See einfach nicht zu, was zu bedauern ist.
Denn sicherlich sähe die Welt heute etwas anders aus, wenn Frauen schon damals mehr Einfluss in der Expansionspolitik gehabt hätten.

Freitag, 17. Juli 2009

Encompassing the Globe


Heute, am 16. Juli 2009, wurde hier in Lissabon im Nationalmuseum für Antike Kunst (Museu de Arte Antiga) die Ausstellung „Encompassing the Globe“ (auf Deutsch: „Weltumspannung / Globalisierung“) eröffnet.

Die Ausstellung stellt eine außergewöhnliche Sammlung von Objekten aus, die die Geschichte der portugiesischen Entdeckungen im 16. und 17 Jahrhundert zu erzählen versucht. Leihgeber und Museen aus der ganzen Welt – wie aus China, Indien, Japan, Brasilien, Südafrika und Europa ─ haben über 250 Kunstwerke, Karten und Bilder für diese besondere Ausstellung beigesteuert.

In Kombination mit den bereits in Portugal vorhandenen Ausstellungsstücken, bilden diese ganzen wertvollen Objekte eine einzigartige Zusammenstellung, die auf außergewöhnliche Art und Weise verdeutlichen welche kulturellen Auswirkungen, das Zusammentreffen zwischen den portugiesischen Entdeckern und den neuen Handelspartnern aus Afrika, Asien und Amerika ehemals hatte.
Weltweit hatten die Portugiesen damals ein gut organisiertes Handelsnetz aus Seefahrtsrouten aufgebaut. Was heute Houston oder Cape Canaveral für die Raumfahrt ist, waren einst Lissabon und Sagres für die Seefahrt. Von hier aus wurde die Welt entdeckt!

Die bereits 2007 in der Arthur M. Sackler Gallery des Washingtoner Smithsonian-Instituts ausgestellten Exponate, lassen keinen Zweifel daran, dass bereits zu dieser Zeit die Grundlage für die Globalisierung von heute gelegt wurde - so meinen renommierte Wissenschaftler heute – mit all ihren negativen Seiten: brutale Landenteignungen, weltweite Ungleichheiten, kulturelle Missverständnissen. Die Phänomene und Probleme unserer heutigen Welt standen schon damals für Portugal auf der Tagesordnung.

Die berühmte New York Times nannte dieses Netzwerk, in einem Bericht über „Encompassing the Globe“, sogar einen „Vorläufer des Internets, nur etwas langsamer“. Portugal war zur Zeit der Entdeckungen, mit gerade einmal einer Million Einwohner, ein kleines Land. Und so mussten die vorhandenen Ressourcen gezielt eingesetzt werden. Was dann auch, bis ins Ende des 20. Jahrhunderts, gelang!

Die Ausstellung Encompassing the Globe legt Wert darauf, dass die Geschichte der portugiesischen Entdeckungen zum ersten Mal nicht aus europäischer Sicht der „Entdecker“ erzählt wird, sondern aus Sicht der „Eroberten“, weswegen viele Exponate auch die Perspektive der Völker aus Afrika, Asien und Amerika widerspiegeln.

Noch bis zum Oktober dieses Jahres kann die Ausstellung Encompassing the Globe hier in Lissabon besichtigt werden. Danach zieht sie weiter nach Brüssel, ihrer dritten und letzten Station.
So interessant die Ausstellung auch in Washington gewesen sein mag, und wie spannend sie auch in Brüssel sein wird, nirgends wird sie so viel Realität und Identität zeigen können, wie hier in Lissabon - hier wo die Globalisierung der Welt begann!

Samstag, 27. Juni 2009

Wo verstarb Frau Wang?


Die Mutter eines chinesischen Ladenbesitzers, hier aus meinem Ort, ist vor Wochen, auf offener Straße zusammengebrochen. Sie war auf dem Weg zum Geschäft ihres Sohnes, der hier in Viertel einen kleinen chinesischen Krimskramsladen hat. Leider kam sie nie an!
Es muss so um die Osterzeit gewesen sein.

Als die Nachricht des Todes von Frau Wang ihre Familie erreichte, war sie bereits mit einem Krankenwagen der Feuerwehr in das Krankenhaus von Almada gebracht worden.

„Wo ist sie gestorben“ wollte der Sohn von Frau Wang wissen.
Vor ihrer Haustür?
Gegenüber der Pastelaria Rolo II?
An der Apotheke?
Bei Lidl, wo sie noch angeblich einkaufen gehen wollte?
Kurz vor seinem Krimskramsladen?
Schon im Krankenwagen oder erst im Krankenhaus?
Über mehrere Tage fragte der Sohn alle Menschen die ihm begegneten und die er kannte und die ihn kannten, ob sie ihm nicht sagen konnten wo genau seine Mutter verstorben war?
Mich hat er unter anderen auch gefragt. Aber ich konnte ihm diese Frage leider nicht beantworten. Keiner aus der Nachbarschaft und von seiner Kundschaft konnte ihm sagen wo seine Mutter genau verstorben war.

Es hat einen simplen Grund, warum der Sohn von Frau Wang unbedingt wissen musste, wo seine Mutter verstarb. Denn für Chinesen ist der Todesort eines nahen Familienangehörigen ein fast heiliger Ort.
Da Chinesen, bis auf ganz wenige Ausnahmen, immer großen Wert darauf legen in heimatlicher Erde bestattet zu werden, und somit die toten Körper immer in ihr Heimatland China ausgeflogen werden, bleibt für die Familienangehörigen, da sie ja dann im Ausland kein Grab des Verstorbenen haben an das sie gehen können, nur die Möglichkeit ihm am Ort seines Todes zu gedenken.

Da es in Europa keine chinesischen Friedhöfe gibt, (oder haben sie schon einmal auf einem deutschen Friedhof ein chinesisches Grab gesehen?) werden alle Leichensärge, europaweit von verschiedenen Fluggesellschaften nach London gebracht, dort „eingesammelt“, und dann einmal die Woche von der ChinaAir in Richtung Peking und Shanghai ausgeflogen.
Wüssten viele Passagiere, das wenn sie ab Lissabon, Frankfurt, Paris oder Brüssel in Richtung London fliegen, sich unter ihnen manchmal die Särge stapeln, dann glaube ich, würden viele nicht mitfliegen!

Das Geschäft der Familie Wang blieb 30 Tage geschlossen. So lange dauert bei den Chinesen die Trauerzeit. Aber da er nach 30 Tagen immer noch nicht wusste wo seine Mutter verstorben war, blieb das Geschäft noch ein Mal 30 Tage geschlossen. Der Sohn von Frau Wang konnte nicht ruhigen Gewissens sein Geschäft eröffnen, solange ihm keiner sagen konnte wo seine Mutter verstorben war.

Zu sagen „keiner konnte ihm sagen wo seine Mutter verstorben war“ entspricht nicht ganz der Wahrheit.
Denn die Feuerwehrleute, die seine Mutter ins Krankenhaus transportiert hatten, mussten ja wissen, wo sie die alte Frau Wang gefunden hatten.
Warum die Feuerwehr von Almada dem Sohn von Frau Wang aber nicht sagte wo sie seine Mutter aufgefunden hatten, bleibt bis heute ein Geheimnis.

Natürlich kursierten hier in der Nachbarschaft alsbald die wildesten Gerüchte: die einen meinten die Feuerwehr würde den Fundort der Leiche nicht verraten, weil sie die „Privatsphäre“ der Toten nicht verletzen wollten.
Andere meinten die Feuerwehr rücke nicht mit dem Fundort heraus, weil sie befürchteten gerichtlich vom Sohn auf irgendeine Art und Weise belangt zu werden.
Wiederum andere meinten Frau Wang hätte ein finsteres Geheimnis, weil ihr Sohn in „schmutzigen Geschäften“ verwickelt sei. Und andere Lästermäuler meinten sogar die Familie Wang stecke mit der chinesischen Mafia unter einer Decke.
Vielleicht sollte ich hier erwähnen, dass Frau Wang, so um die 75 Jahre alt war, und ihre Familie schon seit über 40 Jahren hier in Almada lebt. Ihre Söhne und ihre Enkelkinder sind alle hier in Portugal geboren!

Diese Geschichte die ich hier erzähle, ist mir heute wieder eingefallen, weil ich im Fernsehen gesehen habe, wie ein Kapitän der brasilianische Marine in einem Interview sagte, das, obwohl seit einer Woche keine neuen Leichen des Flugzeugunglücks der Air France 447 im Atlantik gefunden wurden, sie die Suche aus Respekt vor den Angehörigen der Opfer weiter fortführen werde, auch wenn Fachleute meinten die Wahrscheinlichkeit noch Leichen zu finden, wären gleich null.

Wenn ich die Macht und die Möglichkeit hätte, würde ich gerne den Feuerwehrhauptmann, hier aus Almada, mit dem Kapitän der brasilianischen Marine bekannt machen.
Vielleicht könnte dann dieser dem anderen klar machen, was es heißt nicht nur Tote, sondern auch trauernde Familienangehörige und Freunde mit Respekt und Anstand zu behandeln.

Da suchen 4 Schiffe, 1 U-Boot und ein paar Flugzeuge den ganzen Atlantik, dem zweitgrößten Ozean der Welt, nach den Überresten von 228 Leichen ab, und hier in Almada schafft es über Wochen ein Feuerwehrhauptmann noch nicht einmal, nach einem Telefon zu greifen und einem trauernden Sohn zu sagen, wo dessen Mutter verstorben ist.

Aber Gott sei Dank haben sich ein paar pfiffige Anwohner dem Fall angenommen und selbst Recherchen erstellt um herauszufinden wo Frau Wang verstorben ist.
Durch eine Arzthelferin, die hier im Ärztehaus in Feijó arbeitet, und die eine Krankenschwester kennt, die im Krankenhaus arbeitet, wo Frau Wang verstarb, die wiederum selbst einen der Feuerwehrmänner kennt die Frau Wang damals eingeliefert hatten, konnte man nun endlich vor kurzem herausfinden wo denn Frau Wang gefunden wurde als sie starb.

Frau Wang wurde in der Rua Garcia Resende, an der Grundschule, schon am Boden liegend, aufgefunden. Laut des Feuerwehrmanns verstarb sie dann noch im Krankenwagen, bevor sie im Krankenhaus ankam.
An der Grundschule liegen jetzt fast täglich ein paar frische Blumen und eine kleine Kerze auf dem Boden.

Und endlich, endlich konnte Herr Wang sein Krimskramsgeschäft wieder eröffnen!

Mittwoch, 3. Juni 2009

Zum Tode verurteilt


Während ich diese Zeilen schreibe, sitzt irgendwo im chinesischen Kantoon der in Macau geborene Portugiese chinesischer Abstammung Lau Fat Wai in einer Todeszelle und wartet auf seine Hinrichtung.
Lau Fat Wai wird Drogenhandel und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Wohlgemerkt, es wird im vorgeworfen, und er wurde aufgrund von Indizien verurteilt, nicht aufgrund von Beweisen. Wai ist Vater eines minderjährigen 17 Jahre alten Sohnes, und er ist mit einer, ebenfalls in Macau geborenen Portugiesin, verheiratet.
Laut dem Rückgabevertrag Macaus an China, das 1999 zwischen Portugal und der Volksrepublik China ratifiziert wurde, darf kein portugiesischer Staatsbürger, der minderjährige Kinder hat, und seinen festen Wohnsitz in Macau hat, zum Tode verurteilt werden. Die Höchststrafe, die laut des Rückgabevertrages, über einen Bürger Macaus verhängt werden darf, ist lebenslange Haft.
Bis heute hat sich China stets an diesen Vertrag gehalten, und die Beziehungen zwischen China und Portugal gelten seit 500 Jahren als äußerst vorbildlich. Warum die chinesische Führung sich auf einmal nicht mehr an den Vertrag von 1999 halten will, ist nicht nur der portugiesischen Regierung ein Rätsel. Nichtsdestotrotz hat der portugiesische Justizminister Alberto Costa garantiert „alles erdenkliche zu tun, um eine Hinrichtung von Lau Wat Wie zu verhindern“.
Der chinesische Botschafter in Lissabon wurde schon mehrmals ins Außenministerium zitiert, und er musste auch schon vor Portugals Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva erscheinen. Außerdem wurde der portugiesische Botschafter in Peking schon zwei Mal beim chinesischen Außenminister vorstellig.
Ich weiß nicht ob Lau Fat Wai wirklich ein Drogenhändler ist. Ich weiß nicht ob er illegal Waffen besaß. Ich kenne ihn nicht persönlich und ich weiß über sein Schicksal erst seit ein paar Wochen bescheid. Aber eines weiß ich ganz genau: es wäre falsch einen Menschen zum Tode zu verurteilen, dem seine angeklagten Taten nicht lückenlos nachgewiesen werden können. Man kann nicht jemanden zum Tode verurteilen, nur auf Grund von Indizien!
China ist das Land auf der Welt, in dem jährlich die meisten Todesstrafen vollzogen werden. Und es wäre nicht überraschend wenn Lau Fat Wai der nächste Todeskandidat wäre. Bleibt nur zu hoffen, dass die ganze Diplomatie ihre Wirkung zeigen wird und sich China einmal, wirklich endlich einmal, an die Menschenrechte halten wird!