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Dienstag, 15. Mai 2012

Portugiesische Literatur in der Bibliothek von Shanghai


Das portugiesische Generalkonsulat in Shanghai (port.: Xanghai) hat letzte Woche, auf diplomatischem Wege, der Bibliothek von Shanghai, die nach der Nationalbibliothek in Peking die zweitgrößte öffentliche Bibliothek Chinas ist, eine Schenkung portugiesischsprachiger Bücher zukommen lassen.
Initiator dieser Schwenkung, die am vergangenen 08. Mai erfolgte, ist das portugiesische Sprachinstitut „Instituto Camões“ gewesen.

Die Bibliothek von Shanghai, die mit über 50 Millionen verschiedenen Schrift- und Tonstücken und knapp 2 Millionen Büchern zu den größten Bibliotheken der Welt gehört, erhielt anlässlich des „Tages der Portugiesischen Sprache“ (port.: „Dia da Lingua Portuguesa“), insgesamt 47 verschiedene Publikationen portugiesischer Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler.
Zu diesen Publikationen gehören verschiedene Bücher, Lexika, CD´s und DVD´s.

So erhielt die Bibliothek von Shanghai, unter anderem, eine Ausgabe des Heldenepos „Os Lusíadas“, des portugiesischen Nationaldichters Luís Vaz de Camões, eine Ausgabe von „A Viagem do Elefante“, des Nobelpreisträgers José Saramago und den Roman „O Esplendor de Portugal“, des von mir so geschätzten Autors António Lobo Antunes.
Zu der Schenkung gehören auch verschiedene poetische Werke des Romanciers Eça de Queiroz und ausgesuchte Fachliteratur über Musik, Moderne Kunst und die Geschichte Portugals.

China gehört zu den wenigen Ländern auf der Welt, in denen das Interesse an der portugiesischen Sprache und Kultur in den letzten Jahren merklich zugenommen hat.
So erlernen heutzutage, nach Angaben der chinesischen Behörden, fünf Mal mehr Chinesen die portugiesische Sprache, als es noch vor fünf Jahren der Fall war.
Die Bibliothek von Shanghai, die im Dezember 1996 ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnete, hatte bis dato, nach Angaben ihres Direktors Wu Jianzhong, nur zehn verschiedene portugiesischsprachige Bücher in ihren Regalen stehen, die alle ursprünglich aus Macau stammten und stets vergriffen waren.

Mit der Schenkung die letzten Dienstag erfolgte, will nun das „Instituto Camões“ das Sortiment der Bibliothek von Shanghai ein wenig bereichern.

Montag, 13. Juni 2011

Casa do Voo dos Pássaros




Ich war noch nie ein großer Fan von moderner Architektur.
Vielleicht weil moderne Architektur mir für gewöhnlich fehlende Kreativität, Kälte und Einfachheit vermittelt, während ich in der alten Architektur, sei es in der Gotik, der Romantik, der Renaissance, dem Barock und erst recht in der Manuelinik ein riesiges Potential an Kunstfertigkeit und Wärme sehe.

Die moderne Architektur hat in Portugal, vor allem hier in Lissabon, meiner Meinung nach, in den letzten Jahrzehnten mehr Schäden und Zerstörungen angerichtet, als wenn eine ganze Kompanie Abrissbagger mit ihren respektiven Abrissbirnen durch Lissabon durchgefahren wäre!

Alt und geschichtsträchtig abreißen und neu und modern klotzen, das war bis vor kurzem die gängige Praxis in der Baubranche und in der Architektur hier in Portugal.
Doch die neue Generation von Architekten, die jetzt in Portugal anfängt tätig zu werden, macht dem Land Hoffnung.
Die meisten von ihnen versuchen jetzt nämlich die alten Baustile mit neuem Design zu kombinieren und wenn sie moderne Gebäude bauen, versuchen sie jedem Objekt das gewisse Etwas zu geben.

Einer dieser jungen und außergewöhnlichen portugiesischen Architekten ist der 1972 in Ponta Delgada, auf der Azoreninsel São Miguel, geborene Bernardo Rodrigues.
Auf den Inseln, mitten im Atlantik, lebte Rodrigues bis zu seinem 18. Lebensjahr. Kaum volljährig geworden zog er nach Porto, wo er an der dortigen Hochschule anfing Architektur zu studieren.
Dann zog es ihn in die USA, an die berühmte Columbia-Universität in New York und später nach London, wo er sein Studium erfolgreich beendete.

Seine erste Anstellung, nämlich als Praktikant, fand er 2001 im „Atelier 15“, dem renommierten Büro der Architekten Alves da Costa und Sérgio Fernandez.
Hier wurde er, dank seines Charismas und seiner Energie, die vitale Figur des architektonisch-kulturellen Lebens in Portugal, die er heute ist.

2003 wird er Gastprofessor an der Universität von Palermo in Italien.
Seit 2006 leitet er sein eigenes Architekturbüro in Porto.
In Zusammenarbeit mit der Harvard-Universität begann er später ein Projekt für umweltfreundliches und innovatives Bauen und er verwirklicht heute, dank dieses Projektes, vor allem in China und in den USA, seine kreativen Ideen.

Jetzt hat er solch ein innovatives Bauprojekt auch auf seiner Heimatinsel São Miguel realisiert.
Im Norden der Insel, nahe der Ortschaft Rabo de Peixe, hat er ein modernes Wohnhaus gebaut, welches, so die Meinung des Architekten selbst, „vollkommen mit der Natur im Einklang ist“.
Das Haus, ist auf einem Hügel unweit des Ortes erbaut, und trägt den originellen Namen „Casa do Voo dos Pássaros“ (dt.: „Haus des Fluges der Vögel“ / engl.: „Flight of Birds House“).
Schon von weitem soll das Haus sichtbar sein.
Es soll regelrecht über der Ortschaft „schweben“ mit seinem gewellten Dach und seinen geometrischen Formen.

Aber das einzigartige an diesem Haus ist nicht nur die ausgefallene Architektur, sondern vor allem die Tatsache, dass dieses Haus vollkommen autonom von den üblichen Energiequellen der Insel ist.
Mit der Hilfe der Sonne, dem Wind und sogar dem Regenwasser produziert dieses Haus seinen eigenen Strom!
Es produziert sogar mehr Strom, als es eigentlich verbraucht.
Somit hat Bernardo Rodrigues nicht nur ein, zugegeben, schönes und modernes Gebäude gebaut, sondern ein sehr umfeldfreundliches und nützliches dazu.
Man kann ruhigen Gewissens behaupten, das das Haus ein gelungener Wegweiser für die architektonische Zukunft hier in Portugal ist - wenn nicht sogar weltweit!

Andere nationale und internationale Auftragsarbeiten des jungen Architekten sind, unter anderem, das „The Bow and Orchid Hotel“ (port.: „Hotel O Arco e a Orquídea“ / dt.: „Bogen und Orchideen Hotel“) im chinesischen Xian, das „Jade Hotel“ (port.: „Hotel de Jade“ / dt.: „Hotel Jade“) in Shanghai, die „Capela da Luz Eterna“ (dt.: „Kapelle des Ewigen Lichtes“) auf den Azoren und die „Casa da Explicação do Universo“ (dt.: „Das Haus der Erklärung des Universums“) im portugiesischen Constância.

Alles außergewöhnliche und originelle Bauwerke; so außergewöhnlich und originell das der Künstler uns Betrachtern zugestehen muss, das wir diese für alles Mögliche halten, nur nicht für „unauffällig“…

Samstag, 6. November 2010

Eine Weltausstellung geht zu Ende





Heute, knapp eine Woche nach dem Ende der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai (port.: Xangai), hat der Generalkommissar des portugiesischen Pavillons, Rolando Borges Martins, eine Bilanz über die letzten sechs Monate in China gezogen.

Demnach waren von den 73 Millionen Menschen, die die EXPO 2010 besuchten, weit über 5 Millionen im portugiesischen Pavillon.
Als die EXPO 2010, Anfang Mai dieses Jahres, ihre Türen öffnete, rechneten die Aussteller aus Portugal mit knapp 3 Millionen Besuchern.
Das es fast doppelt so viele wurden, ist der Tatsache zu verdanken, das der Pavillon durch Mundpropaganda bei den Besuchern im laufe der Monate immer beliebter wurde.
Auch die über 12.000 Künstler, Sänger, Schauspieler, Politiker und Wirtschaftsfachleute sorgten mit ihrem Können und Fachwissen dafür, dass der Portugal-Pavillon stets gut besucht war und ein Anziehungsmagnet auf dem Weltausstellungsgelände wurde.

Der krönende Abschluss dieser Weltausstellung für Portugal war, das der 2000qm² große Pavillon, der voll und ganz mit einer Außenwand aus reinem Kork verkleidet ist, am Abschlusstag einen der drei Designerpreise des Veranstalters, des „Bureau International des Exhibitions“, als schönstes Pavillon auf dem EXPO-Gelände erhalten hat.

Bei 240 teilnehmenden Ländern und Organisationen ist ein solcher Erster Preis natürlich ein Grund zur Freude und auch zum Stolz sein.

Aber ein wahrer Grund zur Freude und zum Stolz sein, ist der, so meine ich, das die 10 Millionen Euro, die der portugiesische Staat für die Errichtung und Instandsetzung des Pavillons in Shanghai damals gebilligt hatte, nicht überschritten, sondern im Gegenteil, über 800.000 Euro unterschritten wurden!

Alleine das ist, zweifelsohne, eine Nachricht wert!

Dienstag, 29. Juni 2010

Den Pasteis de Nata total verfallen


Wie schon in meinem post „EXPO 2010“, vom 11. Mai dieses Jahres, berichtet, findet die diesjährige Weltausstellung EXPO 2010 in der chinesischen Handelsmetropole Shanghai (port.: Xangai) statt.
Der portugiesische Pavillon gehört, wenn man nach den stundenlangen Warteschlangen und den hohen Besucherzahlen geht, zu den beliebtesten der internationalen Pavillons auf dem Expogelände.

Man mag es aber kaum glauben, welches die größte Aktration des portugiesischen Pavillons in Shanghai ist?
Ich jedenfalls wollte es nicht glauben, als ich es heute in den Abendnachrichten hörte.
Die größte Aktration des Portugalpavillons sind die hierzulande ebenso beliebten „Pasteis de Nata“, die in Shanghai tausendfach jeden Tag in der eigenen Pavillonkonditorei hergestellt werden.

So berichtet Rolando Borges Martins, der Generalkommissar (port.: Comissário-Geral) des portugiesischen Pavillons, das seit dem 01. Mai 2010, dem Tag an dem die EXPO ihre Tore öffnete, bis heute, über 150.000 dieser kleinen Blätterteigcremetörtchen verkauft wurden, vor allem an die chinesischen Besucher. Um dem Ansturm Herr zu werden, wurde sogar ein Pasteis de Nata-Automat vor dem Eingang des Portugalpavillons aufgestellt, um so die langen Warteschlangen zu verkürzen.
Laut des Generalkommissars, ist dies „zweifellos“ ein Erfolg.

Handelt es sich hierbei aber nicht eher um einen „zweifelhaften“ Erfolg?
Angeblich sollen sich nämlich viele Chinesen nur stundenlang in die Schlange stellen, um dann die viel gepriesenen Törtchen zu probieren, und verzichten dann ganz auf einen Besuch des Pavillons.
Seien wir Portugiesen doch einmal ehrlich:
soll die einzige Erinnerung der Millionen Besucher der EXPO 2010 in Shanghai an den portugiesischen Pavillon nur ein Törtchen sein?

Noch etwas soll die chinesischen Besucher an den Portugalpavillon magisch anziehen: seine Korkfassade!

Da die Chinesen selbst Kork nicht produzieren, und selbst Flaschenkorken bei ihnen fast ausnahmslos aus Plastik bestehen, ist es zum leidigen „Volkssport“ auf dem Expogelände geworden, ganze Stücke von Kork von der Fassade des Portugalpavillons abzureißen.
So musste diese Woche eine Lieferung Korkplatten nach Shanghai geflogen werden, um den schon an manchen Stellen etwas nackten Pavillon, auszubessern.

Man stelle sich vor, der Pavillon wäre, so wie eine Art Knusperhäuschen aus dem Märchen der Gebrüder Grimm, mit Pasteis de Nata verkleidet, und nicht mit Kork.
Die Chinesen hätten diesen Pavillon garantiert zum Fressen gern…

Dienstag, 11. Mai 2010

EXPO 2010


Vor etwas mehr als einer Woche, am 01. Mai 2010, öffnete in der ostchinesischen Stadt Shanghai (port.: Xangai), am Ufer des Flusses Hungpu, die Internationale Weltausstellung Expo 2010, unter dem Motto „Better City, Better Life“ (dt.: „Eine bessere Stadt, Ein besseres Leben“ / port.: „Melhor cidade, Melhor qualidade de vida“) mit einem spektakulären und bunten Feuerwerk ihre Pforten.

Unter den 227 teilnehmenden Nationen und internationalen Organisationen ist auch Portugal mit einem eigenen Pavillon vertreten.
Der Portugiesische Pavillon, des im chinesischen Macau lebenden portugiesischen Stararchitekten Carlos Macedo e Couto, erstreckt sich über eine Fläche von 2.000 m² und ist von außen total mit Kork, dem wohl portugiesischsten Baustoff, verkleidet.
Unter dem Motto „Portugal uma praça para o mundo. Portugal, energias para o mundo” (dt.: Portugal, ein Platz für die Welt. Portugal, Energien für die Welt”) stellt sich Portugal auf dem Europaplatz, in der Zone C, als moderne und ökologische Nation vor.

Portugal war eines der ersten Länder Europas, das im Rahmen der EXPO 2010 eingeladen wurde.
Dieses Zuvorkommen Chinas gegenüber Portugal verdankt sich der großen gemeinsamen Geschichte, den guten Beziehungen der Gegenwart und die Chancen für die gemeinsame Zukunft.

Der Pavillon Portugals (port.: Pavilhão de Portugal) ist in vier Räume (port.: áreas) aufgeteilt.
In eine Área protocolar (dt.: Protokollarischer Raum), in eine Área expositiva (dt.: Ausstellungsraum), in einem Centro de negócios (dt.: Wirtschaftszentrum) und einer Área comercial (dt.: Verkaufsraum).

Der Portugiesische Pavillon macht es sich zur Aufgabe an die gemeinsame Geschichte, die über Jahrhunderte China und Portugal verbunden haben, zu erinnern, und auch die derzeitigen engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen vorzustellen und weiter zu fördern.

Außer den Länderpavillons, gibt es auf dem EXPO-Gelände fünf riesige Themenpavillons, die die Mottos Urban Footprints (dt.: Städtische Fußstapfen / port.: Passos urbanos), Urban Planet (dt.: Planet Stadt / port.: Planeta urbano), Urban Dwellers (dt.: Stadtbewohner / port.: Cidadão urbano), Urban Beings (dt.: Städtischer Alltag / port.: Dia-a-dia urbano) und Urban Dreams (dt.: Städteträume / port.: Sonhos urbanos) haben.

Die dynamische Präsentation Portugals wird sich in Shanghai nicht auf den nationalen Pavillon beschränken: ein großes und buntes Straßenfest zum Portugal-Tag am 06. Juni 2010, mit viel Fadomusik, Tanz, Theater und Kino, ist geplant.

Die EXPO 2010 wird bis zum 31. Oktober geöffnet bleiben.
Und in dieser Zeit, so vermutet man, werden 70 Millionen Menschen die Weltausstellung besucht haben. Davon werden ca. 20 Millionen auch im Portugal-Pavillon vorbeischauen.
Sollten von diesen 20 Millionen in den nächsten Jahren nur 500.000 Besucher ihren Weg nach Portugal finden, dann haben sich die 10 Millionen Euro, die die Portugiesische Regierung für den Bau des Pavillons ausgegeben haben, mehr als gelohnt.