Montag, 16. März 2015

Kreative Pause oder geistreiche Phase?...


Einige von Euch (Ihnen) haben mich in letzter Zeit angeschrieben und mich gefragt, warum ich mich in jüngster Zeit hier im „Planet Portugal“ so rar gemacht habe.

Nun, gerne würde ich Euch (Ihnen) sagen, das ich die lange Abwesenheit in diesem Blog dazu genutzt habe um eine kreative Pause einzulegen oder das ich mich in einer besonders geistreichen Phase meines Lebens befinde…

Weder noch!

Die traurige Wahrheit ist, dass ich im Moment mal wieder gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe bin und ich so etwas angeschlagen bin.

Aber es geht mir schon wesentlich besser und so glaube ich, Euch (Ihnen) allen versichern zu können, das ich mich schon bald hier im „Planet Portugal“ mit „frischen“ Blogeinträgen wieder bemerkbar werde machen können.

Bis dahin verbleibe ich, mit all denen die meine Abwesenheit bemerkt haben und diese zu Recht bemängeln, in tiefer Verbundenheit

herzlichst Euer (Ihr)

Ângelo Paulo

Dienstag, 10. Februar 2015

Bahnhöfe an denen der Zug der Zeit schon abgefahren ist




Möchten sie einen Bahnhof (port.: estação ferroviária) kaufen, und das nicht nur für ihre Modelleisenbahn?
Nun, seit kurzem stehen hier in Portugal zahlreiche alte Bahnhofsgebäude zum Verkauf.
Von Nord bis Süd, von Trás-os-Montes bis zur Algarve, kann man nun teilweise sehr schön gelegene Bahnimmobilien zu einem wahren Schnäppchenpreis erwerben.
Früher waren all diese Bahnhöfe voller Reisender und hektischem Leben.
Doch seitdem die portugiesische Bahn viele Steckenlinien aus wirtschaftlichen Gründen stilllegen musste, bröckeln diese Bahnstationen vor sich hin und verkommen so zusehends.

In Zeiten der Krise und knapper Kassen hat sich die portugiesische Bahngesellschaft REFER, die hierzulande für die Instandhaltung des Eisenbahnnetzes ist, dazu entschlossen sich von vielen nicht mehr benutzten und deshalb leer stehenden Bahnhofsgebäuden zu trennen.

Sicherlich, so gut wie alle der zum Verkauf angebotenen Bahnhöfe sind modernisierungs- und sanierungsbedürftig – schließlich sind viele von ihnen über 100 Jahre alt – aber sie liegen fast alle an sehr malerischen Standorten und alle haben sie eine Geschichte.

Hier nun einige der Bahnstationen die von der portugiesischen Eisenbahngesellschaft REFER auf ihrer Internetseite www.referpatrimonio.pt zum Verkauf angeboten werden:

Bahnhof: Almendra (Hauptgebäude)
Ort: Almendra / Vila Nova de Foz Coa
Provinz: Trás-os-Montes e Alto Douro
Erbaut im Jahre: 1887
Bauwerksgröße: 160 m²
(Anmerkung: für mich persönlich ist der am Ufer des Douro malerisch gelegene Bahnhof von Almendra der, der am schönsten gelegen ist)

Bahnhof: Barreiro (Nebengebäude)
Ort: Barreiro
Provinz: Estremadura
Erbaut im Jahre: 1857
Bauwerksgröße: 1169 m²

Bahnhof: Duas Igrejas (Hauptgebäude)
Ort: Duas Igrejas / Miranda do Douro
Provinz: Trás-os-Montes e Alto Douro
Erbaut im Jahre: 1938
Bauwerksgröße: 185 m²

Bahnhof: Gouvinhas (Hauptgebäude)
Ort: Gouvinhas / Sabrosa
Provinz: Trás-os-Montes e Alto Douro
Erbaut im Jahre: 1880
Bauwerksgröße: 143 m²

Bahnhof: Lagos (Nebengebäude)
Ort: Lagos
Provinz: Algarve
Erbaut im Jahre: 1922
Bauwerksgröße: 446 m²

Bahnhof: Monte Gordo (Hauptgebäude)
Ort: Monte Gordo / Vila Real de Santo António
Provinz: Algarve
Erbaut im Jahre: 1906
Bauwerksgröße: 138 m²

Bahnhof: Óbidos (Hauptgebäude)
Ort: Óbidos / Caldas da Rainha
Provinz: Estremadura
Erbaut im Jahre: 1887
Bauwerksgröße: 236 m²

Bahnhof: Paranheiras (Hauptgebäude)
Ort: Vilarinho das Paranheiras / Chaves
Provinz: Trás-os-Montes e Alto Douro
Erbaut im Jahre: 1919
Bauwerksgröße: 90 m²

Bahnhof: Santa Apolónia (Nebengebäude)
Ort: Lissabon
Provinz: Estremadura
Erbaut im Jahre: 1865
Bauwerksgröße: 3153 m²

Bahnhof: Santa Vitória-Ervidel (Hauptgebäude)
Ort: Santa Vitória / Beja
Provinz: Alentejo
Erbaut im Jahre: 1870
Bauwerksgröße: 237 m²

Bahnhof: São Bartolomeu (Hauptgebäude)
Ort: São Bartolomeu da Serra / Santiago do Cacém
Provinz: Alentejo
Erbaut im Jahre: 1904
Bauwerksgröße: 247 m²

Bahnhof: Vale do Peso (Hauptgebäude)
Ort: São Vale do Peso / Portalegre
Provinz: Alentejo
Erbaut im Jahre: 1880
Bauwerksgröße: 143 m²

Die von der Bahngesellschaft REFER angebotenen Objekte sind alle preislich verhandelbar und können zukünftig u. a. als Wohnraum, Künstleratelier, Hotel, Restaurant, Vereins- oder Kulturgebäude genutzt werden.

Dienstag, 3. Februar 2015

Süße Früchtchen aus Portugal


Ab dem morgigen Mittwoch öffnet die „Fruit Logistica“, die größte internationale Fachmesse für Obst (port.: fruta) und Gemüse (port.: legumes), in Berlin wieder ihre Tore.
Bis zum 06. Februar 2015 werden über 2.000 Aussteller aus aller Welt die Gelegenheit haben die verschiedensten Früchte- und Gemüsesorten, Nüsse, Gewürze und Blumen auf dem großen Berliner Messegelände vorstellen zu können.

Das diesjährige Partnerland, dieser weltweit größten Leitmesse für Früchte- und Gemüsemarketing, ist Portugal.

Ananas (port.: ananás) aus den Azoren,
Pflaumen (port.: ameixas) und Kirschen (port.: cerejas) aus Fundão,
Bananen (port.: bananas) aus Madeira,
Orangen (port.: laranjas) aus der Algarve,
Äpfel (port.: maçã) aus Alcobaça,
Erdbeeren (port.: morangos) und Trauben (port.: uvas) aus dem Ribatejo,
Wassermelonen (port.: melancias) aus dem Alentejo,
Birnen (port.: pêras) aus Sintra
und Kartoffeln (port.: batatas),
Zwiebeln (port.: cebolas),
Lupinenkerne (port.: tremoços),
Möhren (port.: cenouras,
Kohl (port.: couves)
und Bohnen (port.: feijão
aus den verschiedensten Anbaugebieten Portugals werden frisch und knackig auf dieser Fachmesse zu sehen und zu schmecken sein.       

Portugals Obst-, Gemüse- und Blumenexporte wachsen von Jahr zu Jahr beständig.
Alleine im vergangenen Jahr produzierte die portugiesische Landwirtschaft, laut hiesiger Agrarexporteure, Obst und Gemüse im Wert von über 2,5 Milliarden Euro, davon wurden 2014 gut 1 Milliarde Euro durch den Export umgesetzt.
Bis zum Jahre 2020 soll das Exportvolumen, so der Wunsch der portugiesischen Agrarwirtschaft, gut 2 Milliarden Euro betragen.

Portugals Agrarprodukte werden vor allem wegen ihrer hohen Qualität, ihres vorzüglichen Aromas und ihres sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses auf dem Weltmarkt sehr geschätzt und immer beliebter.
Damit das so bleibt, und die hochwertigen portugiesischen Agrarprodukte vor allem einem breiten deutschen Fachpublikum besser vorgestellt werden können, ist Portugal dieses Jahr mit seinem über 600 m² großen Messepavillon auf der „Fruit Logistica 2015“ vertreten.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Deuladeu Martins, die Verteidigerin von Monção


Anfang des Jahres, als meine Familie aus Deutschland hier in Portugal zu Besuch war, kam bei uns ein Wein mit einem besonderen Namen auf den Tisch, nämlich eine Flasche Vinho Verde (dt.: grüner Wein) mit dem Namen „Deu lá Deu“.
Wie kommt dieser „grüne Wein“, der seinen Namen nicht etwa einer grünen Farbe verdankt – schließlich gibt es auch tiefrote „grüne Weine“ – sondern der diesen Namen trägt, weil er ein besonders junger Wein ist, zu dem fremd klingenden Namen „Deu lá Deu“?

Nun, der Vinho Verde, der wohl bekannteste Tischwein Portugals, ist ein Wein das nördlich und östlich der Stadt Porto angebaut wird. Ein besonders guter Vinho Verde ist der aus der Alvarinho-Traube in der Gegend der Kleinstadt Monção erzeugte „Deu lá Deu“.

Das nordportugiesische Monção bekam schon im Jahre 1261 die Stadtrechte durch König Afonso III verliehen. Das Grenzstädtchen liegt genau gegenüber dem spanischen Ort Salvatierra de Miño (port.: Salvaterra do Minho), am linken Ufer des Flusses Minho (port.: rio Minho). Er ist insbesondere wegen seiner Thermalquellen und des guten Alvarinho-Weines, mit dem Namen „Deu lá Deu“, berühmt.
Benannt ist dieser spritzige Wein nach der Lokalheldin der Stadt, Deuladeu Martins, die sich im Jahre 1369 im Kampf gegen die Kastilier auszeichnete.

Damals, während des ersten Fernandinischen Krieges (port.: Primeira Guerra fernandina), als die Truppen des portugiesischen Königs Fernando I und des kastilischen Königs Enrique II sich zwischen 1369 und 1370 gegenüberstanden, besetzten die Kastilier mit einem riesigen Heer das Städtchen Monção.

Der Legende nach soll Deuladeu Martins, die mit dem damaligen Bürgermeister der Stadt Vasco Rodrigues de Abreu verheiratet war, nachdem die Belagerung schon ein paar Monate andauerte und die Lebensmittel sich in der Stadt langsam dem Ende neigten, auf sehr kuriose Art und Weise die spanischen Besatzer zur Aufgabe der Belagerung gebracht haben.

Dem Volksmund nach soll Deuladeu Martins damals, aus dem wenigen Mehl was noch in der Stadt aufzutreiben war, ein paar Brote gebacken haben, und dieses dann, den reichlich verdutzten und von der bis dahin erfolglosen Belagerung schon sehr ausgehungerten Kastilier, von der Stadtmauer mit folgenden Worten zugeworfen haben:

„Olhem, graças a Deus estamos bem servidos e fartos.
Vos enviamos este pão e vos daremos mais se o pedirem...
Deus lo deu, Deus lo há dado

(dt.: „Seht her, Gott sei Dank haben wir mehr als genug.
Wir geben Euch dieses Brot und wir geben Euch mehr, wenn ihr wollt…
Gott hat es uns gegeben, Gott wird es Euch geben“)

Die reichlich demoralisierten Kastilier hoben daraufhin die Belagerung der Stadt auf, in der Annahme, in der Stadt seien noch mehr als genug Lebensmittel vorhanden, und eine Belagerung sei auf kurze Zeit nicht erfolgreich zu beenden.
Frustriert zogen sich die Spanier nach dieser psychologischen Kriegsführung und wahrhaft weiblichen Krigslist nach Kastilien zurück.

Ob sich die Geschichte der Belagerung von Monção sich wirklich so vor knapp 650 Jahren zugetragen hat, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen.
Tatsache ist, dass die Stadt Monção während der Fernandinischen Kriege wirklich belagert und von den Portugiesen erfolgreich gehalten wurde.
Welche Rolle die Bürgermeisterfrau Deuladeu Martins wirklich bei der Verteidigung von Monção hatte und was letztendlich durch die Jahrhunderte hinweg zur reinen Fiktion wurde, bleibt ein Geheimnis der Geschichte.
Fakt ist, das die Lokalheldin Deuladeu heute im Stadtwappen von Monção auf immer und ewig verewigt ist.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Gutes neues Jahr 2015 / Feliz Ano Novo 2015


Ich wünsche allen einen Jahreswechsel voll Heiterkeit und Frohsinn, sowie ein glückliches neues Jahr mit viel Gesundheit, Frieden, Solidarität, Nächstenliebe, Erfolg und ganz vielen Lichtblicken.
Alles Gute im neuen Jahr 2015!

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Desejo a todos uma passagem de ano alegre e divertida, assim como também um feliz Ano Novo cheio de saúde, paz, solidariedade, caridade e imensos sucessos.
Bom Ano novo 2015!

Montag, 29. Dezember 2014

Traditionelle Sitten und Bräuche zum Jahreswechsel in Portugal


Weihnachten ist vorbei und in noch nicht einmal drei Tagen bricht ein neues Jahr für uns alle an.
Wie überall auf der Welt, so wird auch hier in Portugal der Jahreswechsel mit Böllern, reichlich Feuerwerk und feuchtfröhlichen Silvesterpartys gefeiert.
Zu Silvester (port.: noite de São Silvestre) und Neujahr (port.: Ano Novo) gibt es hier in Portugal auch die unterschiedlichsten Bräuchen und Sitten.
Während in Deutschland Kleeblätter, Schweine und das Bleigießen die Rolle als Glücksbringer fürs neue Jahr übernehmen, sind hierzulande vor allem Rosinen, neue Wäsche und ein Neujahrbad im Meer Symbole des Glücks und Geldsegens.

Manche portugiesischen Silvesterbräuche sind vielen Deutschen gänzlich unbekannt und kommen diesen sicherlich etwas skurril vor. Aber für die meisten Portugiesen ist z.B. ein grinsender Schornsteinfeger als Glücksbringer mindestens genauso bizarr, wenn nicht gar Angst einflössend.

Hier nun die traditionellsten Bräuche und Sitten mit denen hier in Portugal das alte Jahr verabschiedet und das neue Jahr begrüßt wird:

Zwölf Rosinen um Mitternacht
Die wohl am häufigsten angewandte Silvestertradition mit denen ein Portugiese ins neue Jahr wechselt, ist der Verzehr von zwölf Rosinen.
Hierbei wird um punkt Mitternacht, mit jedem Glockenschlag, jeweils eine Rosine zu sich genommen. Jede Rosine steht für einen Wunsch oder einen guten Vorsatz den man sich für die kommenden zwölf Monate vornimmt. Somit ist, so glaubt man hier, einem für das kommende Jahr das Glück hold.

Eine Münze in der Hand halten
Wer sich um Mitternacht nicht mit Rosinen rumschlagen will, zumal ja nicht jeder gerne vertrocknete Trauben isst, der beginnt das neue Jahr hierzulande mit einer Geldmünze in der Hand.
Das Jahr mit einer Münze in der Hand zu beginnen, verheißt Wohlstand im neuen Jahr, so heißt es.

Von einem Stuhl springen
Eine besonders lustige Art und Weise das neue Jahr zu beginnen ist es, sich auf einen Stuhl zu stellen, und dann von diesem um punkt Mitternacht runter zu springen. Damit springt man sozusagen voll Schwung und Elan ins neue Jahr.
Den Alkoholpegel sollte man aber einigermaßen unter Kontrolle halten, denn so manche Silvesternacht hat schon für den Einen oder Anderen mit einem spektakulären „Absturz“ begonnen…

Neue Wäsche
Sich an Silvester neue Wäsche zu gönnen ist eine alte portugiesische Tradition, die regional sehr unterschiedlich gehandhabt wird und die den reinen und unverschmutzten Start ins neue Jahr symbolisiert.
In manchen Gegenden Portugals beziehen die Menschen in der Silvesternacht ihr Bett mit neuer Bettwäsche in anderen Regionen besteht man darauf an diesem Tag neue Kleidung anzuziehen und wieder in anderen Gegend trägt man in der Neujahrsnacht neue Unterwäsche.
Ein No Go ist es in der Silvesternacht eng anliegende, durchlöcherte oder geflickte Kleidung zu tragen, sowie Wäschestücke an denen die Knöpfe fehlen – das alles bringt nämlich im neuen Jahr Unglück.
Die portugiesische Tradition an Silvester neue Kleidung anzuziehen hat es sogar über den Atlantik, nach Brasilien, gebracht. Hier ist es üblich das neue Jahr immer in strahlendweißer Kleidung zu beginnen

Das erste kalte Bad des Jahres
Hat sich der Portugiese seiner neuen Wäsche entledigt, dann gönnt sich so mancher oftmals im neuen Jahr ein Bad im Atlantik.
Diese Sitte, das neue Jahr mit einem mutigen frischen Bad im Meer zu beginnen, wird vor allem an den Stränden von Matosinhos, Vila Nova de Gais, Figueira da Fóz, Nazaré, Carcavelos und auch an der Algarve von hunderten kälteresistenten Portugiesen zelebriert

Singend von Haus zu Haus gehen
Ein besonders schöner ländlicher Neujahrsbrauch sind die „janeiras“, die in den mittelportugiesischen Regionen der Beira Alta und der Beira Baixa ihren Ursprung haben.
Bei den „janeiras“ gehen Gruppen junger Menschen singend durch die Straßen der Ortschaften, von Haus zu Haus, und wünschen mit ihrem Gesang allen Nachbarn ein gutes und gesundes neues Jahr.
Die „janeiras“ werden traditionell von Weihnachten bis zum Tag der Heiligen Drei Könige gesungen, haben ihren Höhepunkt in vielen Dörfern aber in der Neujahrsnacht

Geschirr zerdeppern und Töpfe und Pfannen aneinander schlagen
In den ländlichen Regionen Portugals ist es Brauch, in der Silvesternacht das neue Jahr mit altem Geschirr, welches man aus den Fenstern schmeißt und das das Feuerwerk ersetzt, polternd zu begrüßen. Eine andere ländliche Art und Weise das neue Jahr laut und lärmend zu begrüßen, ist mit Pfannen, Töpfen oder Topfdeckeln Krach zu machen. Zerdeppertes Geschirr, Pfannen und Töpfe sind die alte Version der heute üblichen Neujahrskracher um die bösen Geister zu vertreiben.

Den wohl lautesten und buntesten Jahreswechsel erlebt man hier in Portugal allerdings auf der Atlantikinsel Madeira.
In der dortigen Hauptstadt Funchal kann man dem wohl eindrucksvollsten und, laut Guinness-Buch der Rekorde, weltweit größten Silvesterfeuerwerk beiwohnen. Dieses Feuerwerk wird an über 50 verschiedenen Stellen der Stadt gezündet und ist dann über eine halbe Stunde lang in der Silvesternacht zu bewundern.

Dieses grandiose und bunte Feuerwerk ist zweifelsohne wohl das imposanteste was Portugal, mit all seinen Bräuchen und Sitten, zum Jahreswechsel zu bieten hat.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Allen ein schönes Weihnachtsfest / A todos um Feliz Natal



Weihnachten sollte nicht nur aus Geschenken bestehen – wirklich nicht!
Doch wenn es schon sein muss, dann sollten die Präsente so beschaffen sein, dass man etwas verschenkt, das man sehr gerne selbst ein Eigen nennen möchte.
Dies sind nämlich oftmals die wahren Geschenke, die das Herz berühren!

Ich wünsche all meinen Freunden und Lesern des Planet Portugal ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest 2014, Zeit zur Entspannung und viel Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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Natal não devia de consistir só apenas de presentes – pelo contrário!
Mas se assim for, os presentes deviam de ser de tal forma, que nós próprios pudéssemos tirar o melhor proveito deles.
Pois estes presentes são muitas vezes os presentes que realmente tocam o coração!

Desejo a todos os meus amigos e leitores do Planet Portugal um Feliz e Santo Natal 2014, tempo para relaxarem e que possam todos reflectir sobre as coisas que realmente importam na vida.

Montag, 22. Dezember 2014

Bacalhau, der „treue Freund“ der Portugiesen




Heute wurde ich von einer deutschen Freundin gefragt was bei uns zuhause an Heiligabend zu essen auf den Tisch kommt.
Nun wir sind da, was das Weihnachtsmenü in der heiligen Nacht angeht, durchaus eine sehr traditionelle portugiesische Familie.
Bei uns wird es an Heiligabend, wie wohl in fast allen portugiesischen Haushalten, an diesem Abend „Bacalhau com todos“ (dt.: „Stockfisch mit allem“) geben.
Bei „Bacalhau com todos“ handelt es sich um gekochten Stockfisch mit Kartoffeln, Graupen, Kohl und Ei.

Wer sich an Festtagen, wie Weihnachten, keinen Stockfisch mehr leisten kann, zählt zu den wirklich Armen!
Angerichtet wird salzgetrockneter Kabeljau, der wohl traditionellste portugiesischste Fisch, in unzähligen Variationen. Wir Portugiesen nennen ihn liebevoll unseren „fiel amigo“ (dt.: treuen Freund) und hierzulande wird er nicht nur an Weihnachten gerne gegessen.
Bevor er zubereitet wird, wird der Stockfisch immer im kalten Wasser ein bis drei Tage eingewässert bevor er weiterverarbeitet wird. Im einwässern liegt das wahre Geheimnis des Babalhau, denn er sollte hinterher beim Zubereiten weder zu salzig noch zu fade schmecken.

Manche meinen es gibt an die 365 verschiedene Zubereitungsarten – so viele wie es Tage im Jahr gibt – , wieder andere reden von 1001 Rezepte für diesen Fisch und wieder andere meinen Bacalhau kann auf 10.000 verschiedene Arte und Weisen zubereitet werden. Fakt ist, das man diesen salzigtrockenen und dann eingeweichten Fisch kochen, grillen, frittieren und gratinieren kann. Er kommt als Salat, als Vorspeise, Suppe, Hauptgericht und sogar mancherorts auch als Nachtisch auf den Tisch.

Zwar haben wir Portugiesen das Trocknen und Salzen von Fisch nicht erfunden, dennoch ist Bacalhau seit fünf Jahrhunderten fester Bestandteil der portugiesischen Küche. Da durch den Trocknungsprozess dem Fisch nur das Wasser entzogen wird, bleibt er nahrhaft und geschmacksvoll.

Die Tradition Kabeljau (port.: bacalhau / lat.: Gadus morhua) zu salzen, und somit zu konservieren, begann in Portugal wohl im 10. Jahrhundert.
Damals gründeten skandinavische Händler mehrere Handelsposten an der iberischen Atlantikküste um sich mit dem qualitativ sehr guten Salz der Gegend einzudecken, welches sie zum einlegen ihrer Fische im hohen Norden benutzten.
Wie es scheint, kamen die Menschen an der portugiesischen Küste Dank der Skandinavier damals mit der Tradition des Salzfischens in Berührung.
Auch das die Tochter König Sancho I, Berengaria, im Jahre 1214 den dänischen König Waldemar II ehelichte, zeigt wie wirtschaftlich eng und kulturell Portugal zu dieser Zeit mit Skandinavien verbunden war.

Die Geschichte der Kabeljaufischerei der Portugiesen fand zum ersten Mal im Jahre 1353 vertraglich Erwähnung, als nämlich der portugiesische König Pedro I und der englische Monarch Edward II damals in einem Handelsabkommen vereinbarten, das portugiesische Fischer in englischen Gewässern 50 Jahre lang Kabeljau und Dorsch frei fischen durften.
Das König Pedro I einen solchen Vertrag damals mit dem englischen Königreichen abschloss, deutet daraufhin das die Kabeljaufischerei in Portugal in dieser Zeit bereits nicht nur etabliert sondern auch sehr verbreitet war.

Aber die Portugiesischen Fischer fingen den begehrten fettarmen und proteinreichen Fisch nicht nur vor der englischen Küste, sondern sie legten ihre Netze auch im Nordatlantik aus.
Seitdem Königin Berengaria an der Seite ihres Mannes Waldemar II in Dänemark regierte, waren oftmals Portugiesen mit dänischen Seefahrern in den Nordatlantik mitgereist.
Einer dieser Portugiesen war der aus der Algarve stammende João Vaz Corte-Real, der an einer Entdeckungsexpedition des dänischen Königs Christian I teilnahm, die den Auftrag hatte den abgerissenen Kontakt mit der ehemaligen dänischen Kolonie Grönland wieder aufzunehmen.
So waren portugiesischen Fischern die Gewässer um Grönland sehr wohl bekannt. Die Portugiesen nannten Grönland „Terra dos Bacalhaus“ (dt.: Land des Kabeljaus).

Die Reisen die die Söhne von João Vaz Corte-Real, Gaspar und Miguel, in die Neue Welt unternahmen, und bei der sie im Mai des Jahres 1500 neues Land (port.: Terra Nova / dt.: Neufundland) entdeckten ermöglichte portugiesischen Fischern, die damals fast alle aus der Hafenstadt Aveiro kamen, neue Fanggründe des immer wichtiger werdenden Bacalhaus vor Nordamerika.

Für die aufkommenden portugiesischen Entdeckungsfahrten wurde Bacalhau mit der Zeit unersetzlich. Als Reiseproviant für die Schiffsbesatzungen und Soldaten der Entdeckungsreisen nach Indien, Afrika und Südamerika war dieser luftgetrocknete und gesalzene Fisch unentbehrlich.
Aber nicht nur bei den Schiffsreisenden war dieses unverderbliche Lebensmittel wichtig. Auch für die portugiesische Bevölkerung auf dem Festland, vor allem die im Landesinneren, war Bacalhau das am meisten verbreitete Lebensmittel der damaligen Zeit, denn er war einerseits unverderblich und nahrhaft und andererseits war er leicht zu transportieren und schmackhaft.
Laut einer Chronologie aus dem Jahre 1550 waren damals 150 Boote in Aveiro registriert, die an der Kabeljau- und Dorschfischerei im Nordatlantik teilnahmen. Die Fischer von Aveiro brachten ihrer Stadt mit ihren erfolgreichen Fängen im Nordatlantik einen bis dahin unvorstellbaren Reichtum.

Als der spanische König Felipe II im Jahre 1580 Portugal besetzte und danach an die Macht kam, beschlagnahmte er nicht nur alle hochseetaugliche Schiffe der portugiesischen Marine, sondern auch die gut 150 Kabeljaufischerboote, um diese nach einem Umbau der spanischen Kriegsflotte zuzuführen.
Als die Spanische Armada 1588 im Ärmelkanal sang und klanglos unterging, ging auch der ehemalige große Schiffsverband portugiesischer Bacalhauschiffe unter.
Bis zum Ende der spanischen Invasion in Portugal im Jahre 1640 gab es keine Bacalhauflotte mehr.

Für die nächsten 200 Jahre existierte die portugiesische Kabeljau- und Dorschfischerei nicht mehr.
Die Portugiesen mussten in dieser Zeit aber nicht auf den Bacalhau verzichten, denn dieses damals wie heute sehr beliebte Nahrungsmittel wurde importiert.
Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann man unter Königin Maria I und dem Premierminister Pombal, eine neue Flotte hochseetüchtiger Kabeljauschiffe zu gründen.
Diese Flotte, die die „Weiße Flotte Portugals“ (port.: Frota Branca Portuguesa) genant wurde, bestand im Jahre 1866 immerhin schon wieder aus 23 hochseetauglichen Fischerbooten.

Aber trotz der nun wieder existierenden Flotte portugiesischer Kabeljau- und Dorschfischer, musste der Bedarf an Bacalhau weiterhin in großen Mengen importiert werden, vor allem aus England, Norwegen und Schweden.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wuchs die „Weiße Flotte“ ständig, so das bereits im Jahre 1901 die portugiesische Kabeljaufischerei auf 65 Booten mit über insgesamt 1.400 Mann Besatzung zurückgreifen konnte.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wuchs die Flotte weiter, obwohl z.B. während des Ersten und vor allem des Zweiten Weltkrieges die Kabeljaufischerei ein risikoreiches Unterfangen war. Während des Zweiten Weltkrieges mussten portugiesische Kabeljauboote sich nicht nur wie üblich vor dem stürmischen Wetter und den Eisbergen des Nordmeeres in Acht nehmen, sondern auch vor den verfeindeten Kriegsparteien.
Zwei portugiesische Fangboote der „Weißen Flotte“ wurden nachweislich während des Zweiten Weltkrieges von deutschen U-Booten vor Kanada und Grönland torpediert und versenkt.

Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts führte die kanadische Regierung die 200-Seemeilenzone vor ihrer Küste ein, so das Portugal urplötzlich seiner Kabeljauhauptfanggebiete beraubt wurde. Dies führte dazu, dass die portugiesische Kabeljaufischerei schlagartig zurückging und dann völlig zum Erliegen kam.
Als die „Weiße Flotte“ 1974 nach der Nelkenrevolution aufgelöst wurde, gehörten ihr immerhin über 23.000 Mann an.

Seit der Auflösung der „Weißen Flotte“ deckt Portugal seinen Bedarf an Bacalhau bis heute fast ausschließlich durch Importe.
Und importierter Fisch ist teuer!
Durch den weltweiten Rückgang der Kabeljaubestände und durch die strengen Fangquoten die es dadurch fortan für Kabeljau gab, wurde mit den Jahren aus einem „Arme-Leute-Fisch“ eine wahre Delikatesse die sich heute hierzulande leider nicht mehr jeder leisten kann.
Dennoch werden heute in Portugal jährlich ca. 68 bis 70 Tausend Tonnen Bacalhau verzehrt. Das ist weltweit der höchste Pro-Kopf-Verbrauch dieses Fisches. Gut 70% des in Portugal verzehrten Bacalhaus stammt aus Norwegen, auch der, der an Heilig Abend bei mir zuhause auf den Tisch landen wird!

Samstag, 20. Dezember 2014

Zum Vierten Advent: Fatias embriagadas, die angeheiterten Scheiben


In den letzten Adventwochenenden habe ich hier in meinem Blog drei Rezepte vorgestellt, die in unserer Familie zu Weihnachten immer ankommen.
Da waren zum einen das Rezept für frittierte Kürbiskrapfen (port.: filhóses), dann das Rezept für Süßkartoffelnocken (port.: broas de batata doce) und letzte Woche das Rezept für Milchfadennudeln (port.: aletria).
Nun, Kürbis, Süßkartoffeln und Fadennudeln sind vielleicht nicht gerade die typischsten Zutaten in der deutschen Weihnachtsbäckerei, aber es muss ja auch nicht immer Vanille, Mandeln und Anis sein – obwohl diese Zutaten auch hier in Portugal sehr beliebt sind.

Das heutige Rezept zum Vierten Advent, das ich von meiner Mutter Luisa habe und das ich hier vorstellen will, heißen bei uns zu Hause „Fatias embriagadas“, besteht aus Weißbrotscheiben und ist im Grunde auch in Deutschland bekannt, da allerdings unter dem Namen „Arme Ritter“.
Während aber in Deutschland die Weißbrotscheiben für die „Arme Ritter“ traditionell in Milch eingeweicht werden, bevor sie frittiert werden – eine Variante die auch hier in Portugal sehr beliebt ist – werden die „ fatias“ (port.: Scheiben) bei uns zu Hause anstatt in Milch in Rot- oder Weißwein eingetaucht (port.: embriagadas = dt.: angeheitert, feuchtfröhlich, berauscht, beschwipst).

Hier nun also ein traditionelles portugiesisches Weihnachtsrezept zum Vierten Advent:

Fatias embriagadas, die angeheiterten Scheiben

Zutaten

400 g Weißbrot (2 oder 3 Tage alt)
10 dl Rot- oder Weißwein
200 g Honig
400 g Zucker
1 oder 2 Zimtstangen
1 große Zitroneschale
10 Eier
Olivenöl oder Bratfett zum frittieren
Zucker und Zimt zum bestreue

1. den Rot- oder Weißwein mit dem Zucker, den Zimtstangen, dem Honig und der Zitronenschale erhitzen aber nicht kochen (anstatt den Wein mit den Zutaten aufzukochen, kann man auch Wein mit Glühweingewürz erhitzen oder aber Portwein verwenden)
2. nach dem erhitzen den Wein etwa ½ Stunde ziehen und etwas abkühlen lassen
3. dann das Weißbrot in fingerdicke Scheiben schneiden (man kann hier auch einfach Toast- oder Baguettescheiben nehmen)
4. nun die Brotscheiben in den Wein eintauchen und diese den Wein aufsaugen lassen
5. dann die „angeheiterten“ Brotscheiben durch die leicht geschlagenen Eier eintauchend durchschwenken
6. nun die in Wein und Eier eingetauchten Brotscheiben in Olivenöl oder Bratfett in einer Pfanne von beiden Seiten knusprig frittieren
7. dann die goldgelb frittierten Brotscheiben in einen Teller legen und mit viel Zucker und Zimt bestreuen

Fatias douradas (dt.: goldene Scheiben), eingelegte und dann frittierte Brotscheiben, waren schon bei den Römern bekannt als sie Lusitanien – das heutige Portugal – eroberten.
Die älteste in Portugal bekannte Erwähnung dieser einfachen Süßspeise findet man in dem Kochbuch „Arte de cozina, pasteleria, vizcocheria y conserveria“ (dt.: Die Kunst des Kochens, Konditierens, Backens und Konservierens) des Kochs Francisco Martinez Motiño. Motiño war Küchenchef am Hofe des spanischen Königs Felipes III, der damals in Personalunion gleichzeitig auch König Filipe II von Portugal war.

Es gibt hierzulande sehr viele Rezepte dieser traditionellen Weihnachtssüßspeise, aber die Variante mit gesüßtem Würzwein ist in unserer Familie am beliebtesten.

Allen Lesern meines Blogs und all meinen Freunden wünsche ich einen schönen und leckeren Vierten Advent!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Portugals einzigartige Leuchttürme


Wie die portugiesische Marine (port.: marinha portuguesa) gestern auf ihrer Internetseite verlautbaren ließ, sind ab sofort 29 der über 100 portugiesischen Leuchttürme (port.: farois) das ganze Jahr über für Besucher geöffnet.

Leuchttürme sind hier in Portugal, wie wohl überall auf der Welt, strahlende Wahreichen der Seefahrt.
Ihre weithin leuchtenden Feuer haben über Jahrhunderte hinweg hierzulande unzählige Seeleute, vom anonymen Matrosen bis hin zum bekannten Seefahrer und Entdecker, vor gefährlichen Sandbänken, Korallenriffen und Untiefen gewarnt und ihnen so oftmals das Leben gerettet.

17 Leuchttürme in Kontinentalportugal, elf auf den Azoreninseln und ein Leuchtturm (port.: farol) auf der Insel Madeira können fortan immer mittwochs von 14 h bis 17 h kostenlos und ohne Voranmeldung besucht werden.
Diese Leuchttürme sind, von Nord nach Süd:

Festlandsportugal

- Farol de Montedor – gelegen in der Stadt Viana do Castelo, ist dies der nördlichste Leuchtturm an Portugals Küste. Er ging 1910 in Betrieb und hat eine Leuchtkraft von 22 Seemeilen

- Farol da Barra – dieser Leuchtturm trägt auch den Namen Farol de Aveiro, benannt nach der Hafenstadt an dem es liegt, und steht am Strand von Barra. Er ist mit 62 m der höchste Leuchtturm Portugals und wurde zwischen 1885 und 1893 erbaut. Seine Leuchtkraft hat eine Reichweite von 23 Seemeilen

- Farol de Leça – er ist auch unter dem Namen Farol da Boa Nova bekannt und liegt in der nordportugiesischen Gemeinde Leça da Palmeira. Der 1926 errichtete Leuchtturm ist 46 m hoch und steht auf einer 57 m hohen Klippe. Er hat eine Leuchtkraft von 28 Seemeilen

- Farol do Cabo Mondego – dieser am Kap Mondego, in der Stadt Figueira da Foz, gelegene Leuchtturm ist zwar nur 15 m hoch, liegt aber auf einer 98 m hohen Anhöhe und sein Lichtstrahl ist so bis zu 28 Seemeilen weit zu sehen. Erbaut wurde er 1858

- Farlo do Penedo da Saudade – errichtet wurde er 1912. Dieser Leuchtturm ist 32 m hoch, steht in der Gemeinde São Pedro de Moel und seine Leuchtkraft reicht bis zu 30 Seemeilen weit ins Meer

- Farol do Cabo Carvoeiro – dieser Leuchtturm wurde 1790 auf Anordnung des Premierministers Marques de Pombal errichtet und ist heute eines der ältesten noch erhaltenen Leuchttürme Portugals. Er steht an der steilen Klippe des Cabo Carvoeiro bei Peniche und seine Leuchtkraft hat eine Reichweite von 15 Seemeilen

- Farol da Berlenga – dieser auf der Insel Berlenga Grande, vor der Küstenstadt Peniche, stehende Leuchtturm, ist auch unter dem Namen Farol do Duque de Bragança bekannt. 1841 errichtet, wurde er im Jahr darauf, 1842, in Betrieb genommen. Seine Leuchtkraft beträgt bis zu 27 Seemeilen

- Farol do Cabo da Roca – „Dort wo das Land endet und das Meer beginnt“, dort befindet sich das Cabo da Roca. Hier, am westlichsten Punkt des europäischen Festlands, steht dieser bereits 1772, auf Anordnung Premierministers Marques de Pombal, errichtete Leuchtturm. Er ist 22 m hoch, steht auf einer 165 m hohen Klippe und sein Lichtkegel reicht bis zu 26 Seemeilen ins Meer hinein

- Farol do Cabo Espichel – schon Anfang des 15. Jahrhunderts soll am Cabo Espichel, gut 50 km südlich von Lissabon, ein Leuchtturm gestanden haben. Der heutige Leuchtturm stammt aus dem Jahre 1790 und wurde auf Anordnung des Marques de Pombal, dem Premierminister von König José I, erbaut. Er hat eine Leuchtkraft von gut 26 Seemeilen

- Farol do Cabo de Sines – dieser 1880 erbaute Leuchtturm steht unweit der Stadt Sines, auf dem Kap gleichen Namens. Er hat eine Höhe von 22 m und sein Lichtkegel ist bis zu 26 Seemeilen weit zu sehen

- Farol do Cabo Sardão – obwohl schon im Jahre 1883 geplant, wurde dieser Leuchtturm erst 1915 in Betrieb genommen. Er steht auf dem Kap Sardão, unweit des Städtchen Odemira, im Küstenstreifen des Alentejo. Er hat eine Höhe von 22 m und eine Leuchtkraft die gut 23 Seemeilen weit ins Meer hinausstrahlt

- Farol do Cabo de São Vicente – das Kap São Vicente an der Algarveküste ist der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes. Hier, in der Nähe von Sagres, wurde einstmals der erste Leuchtturm Portugals errichtet. 1520 versah man den Turm des alten Klosters São Francisco mit einem Leuchtfeuer und benutzte ihn fortan als Leuchtturm. Dieser wurde dann aber 1587 bei einem Angriff des englischen Freibeuters Francis Drake völlig zerstört. Der heutige 28 m hohe Leuchtturm Farol do Cabo de São Vicente steht auf einer 86 m hohen Klippe und wurde ursprünglich im Jahre 1846, auf Anordnung von Königin Maria II, erbaut. Sein Lichtkegel reicht 32 Seemeilen in den Atlantik hinein und er ist somit der lichtstärkste Leuchtturm Europas

- Farol da Ponta da Piedade – die Ponta da Piedade, unweit der Stadt Lagos, ist eine der schönsten und charakteristischsten Felsklippenlandschaften an der Algarveküste. Hier, auf einer 51 m hohen Klippe, steht der zwischen 1912 und 1913 erbaute Leuchtturm, der nur eine Höhe von 5 m besitzt und eine Leuchtkraft von etwa 20 Seemeilen aufweist

- Farol da Ponta do Altar – gut 7 km südwestlich der Stadt Portimão, an der Algarveküste, steht der 1893 erbaute Leuchtturm Farol da Ponta do Altar. Er ist 10 m hoch und sein Lichtkegel reicht 16 Seemeilen ins Meer hinaus

- Farol de Alfanzina – über der Praia do Carvoeiro, an der Algarveküste, steht auf einer 63 m hohen Felsklippe der Leuchtturm Farol de Alfanzina, mit einem Lichtkegel der bis zu 29 Seemeilen in den Atlantik hinausleuchtet

- Farol do Cabo de Santa Maria – dieser im Naturpark Ria Formosa, auf der kleinen Insel Ilha da Culatra befindliche Leuchtturm wurde einstmals im Jahre 1864 errichtet um die Zufahrt in die Hafenstädte Faro und Olhão zu sichern. Er ist 46 m hoch und hat eine Leuchtkraft von 25 Seemeilen

- Farol de Vila Real de Santo Antonio – an der Mündung des Rio Guadiana in den Atlantik, unweit der Grenze zu Spanien, befindet sich in der Stadt Vila Real de Santo Antonio dieser Leuchtturm. Er wurde 1923 errichtet, ist 46 m hoch und sein Lichtkegel leuchtet bis zu 26 Seemeilen weit ins Meer hinaus

Azoren

- Farol da Ponta das Lajes – dieser auf der westlichen Azoreninsel Flores (port.: Ilha das Flores) stehende 16 m hohe Leuchtturm ist bereits 1881 geplant, aber erst im Oktober 1910 in Betrieb genommen worden. Er befindet sich etwa 1,5 km von der Inselkleinstadt Lajes entfernte, auf dem Kap Ponta das Lajes, und hat eine Leuchtreichweite von 26 Seemeilen. Ursprünglich, wie jeder Leuchtturm auf den Azoren, errichtet um eine sichere Navigation zwischen Europa und Nordamerika zu gewährleisten, diente er über mehrere Jahrzehnte hinweg auch den Walfängern auch als Aussichtsturm

- Farol da Ponta do Albernaz – der Leuchtturm von Ponta do Albernaz, auf der Azoreninsel Flores, ist der westlichste Leuchtturm Europas. Obwohl 1902 geplant, wurde er erst im Jahre 1925 fertig gestellt. Dieser 15 m hohe Leuchtturm, der heute eine Leuchtkraft von 22 Seemeilen hat, wurde erst im Jahre 2005 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen

Farol da Ponta do Topo – der im äußersten Südosten der Azoreninsel São Jorge (port.: São Jorge) gelegene 18 m hohe Leuchtturm steht auf einer 58 m hohen Klippe. Er wurde 1927 in Betrieb genommen und im Jahre 1980, bei einem verheerenden Erdbeben, fast völlig zerstört. Danach wurde er wieder aufgebaut und heute hat er einen Lichtschein der 20 Seemeilen in den Atlantik hinausstrahlt

- Farol da Ponta da Ilha – der 19 m hohe Leuchtturm von Ponta da Ilha, auch unter dem Namen Farol da Manhenha bekannt, befindet sich in der Gemeinde Lajes auf der Azoreninsel Pico (port.: Ilha do Pico). Obwohl schon 1883 geplant, wurde er erst 1946 erbaut. Die Reichweite des Lichtes des Leuchtturmes, der erst 1983 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde, beträgt rund 26 Seemeilen

- Farol da Ponta da Barca -  mit 71 m über dem Meeresspiegel ist er einer der höchstgelegenen Leuchttürme der Azoren. Der 1930 erbaute Farol da Ponta da Barca steht im Nordosten der Insel Graciosa (port.: Ilha da Graciosa)

- Farol das Contendas – dieser 13 m hohe Leuchtturm befindet sich auf einer Anhöhe Namens Ponta das Contendas, auf der Azoreninsel Terceira (port.: Ilha Terceira). Der Leuchtturm Farol das Contendas ging im Februar 1934 in Betrieb

- Farol da Ponta Garça – an der Südküste der Azoreninsel São Miguel (port.: Ilha de São Miguel) gelegen, unweit der Stadt Vila Franca do Campo, ist der Leuchtturm von Ponta Garça mit einem Lichtkegel ausgestattet, der 16 Seemeilen ins Meer hinausleuchtet. Er ist 1957 erbaut worden, 14 m hoch und befindet sich auf einer 101 m hohen Anhöhe

- Farol do Arnel – ein anderer Leuchtturm auf der Azoreninsel São Miguel ist der Farol do Arnel, der im Nordosten der Insel liegt. Er misst 15 m und ist seit September 1876 in Betrieb. Erst 1993 wurde der Leuchtturm an das öffentliche Stromnetz angeschlossen

- Farol da Ponta do Cintrão – mit 14 m Höhe hat der Leuchtturm von Ponta do Cintrão eine Leuchtkraft von 16 Seemeilen. Er befindet sich unweit der Stadt Ribeira Grande auf der Azoreninsel São Miguel

- Farol da Ferraria – ein weiterer Leuchtturm auf der Azoreninsel São Miguel ist der 18 m hohe Farol da Ferraria, auf einer Anhöhe mit dem Namen Ponta da Ferraria. Sein Lichtkegel strahlt bis zu 22 Seemeilen hinaus in den Atlantik

- Farol de Gonçalo Velho – der Leuchtturm Gonçalo Velho befindet sich auf der Azoreninsel Santa Maria (port.: Ilha de Santa Maria). Er steht in der Gemeinde Santo Espirito, unweit der Kleinstadt Vila do Porto, der ältesten Siedlung der Azoren. Obwohl schon 1883 geplant, wurde dieser Leuchtturm erst 1927 in Betrieb genommen. Der Farol de Gonçalo Velho, der auch unter dem Namen Farol da Ponta do Castelo bekannt ist, erhebt sich 114 m über dem Meeresspiegel und hat eine Leuchtkraft von 25 Seemeilen

Madeira

- Farol da Ponta do Pargo – der Leuchtturm Ponta do Pargo steht in der Gemeinde Calheta, im äußersten Westen der portugiesischen Atlantikinsel Madeira. Dieser im Jahre 1922 erbaute, 14 m hohe Leuchtturm steht auf einer 312 m hohen Felsenklippe der Insel. Seine Leuchtkraft hat eine Reichweite von 26 Seemeilen


Die von der portugiesischen Marine jetzt angekündigten wöchentlichen Besichtigungen werden bei allen hier genannten Leuchttürmen von den jeweiligen Leuchtturmwärtern durchgeführt werden.

Viele stellen sich hierzulande die Frage, zumal heute im Zeitalter knapper Kassen, ob Leuchttürme im Zeitalter elektronischer Karten und Satellitennavigation noch zeitgemäß sind.
Ich persönlich glaube sie sind zeitgemäß!
Denn obwohl heute technisch oftmals weit überholt, sind die Leuchttürme weiterhin einzigartige Symbole der maritimen Vergangenheit Portugals.

Samstag, 13. Dezember 2014

Zum Dritten Advent: Aletria, süße Milchfadennudeln


Nachdem ich hier in meinem Blog die letzten zwei Adventswochenenden Weihnachtsrezepte meiner Mutter Luisa publiziert habe, möchte ich nun heute – zum Dritten Advent – ein weiteres leckeres portugiesisches Rezept zu Weihnachten bekannt machen.

Das heutige Rezept für süße Milchfadennudeln – hier in Portugal nennt man Fadennudeln „aletria“ – ist, wie die vorherigen zwei Rezepte, leicht nachzukochen.
Nachdem ich das jeweilige Gewicht und die Menge der Zutaten mit der Hilfe meiner Mutter, die immer ohne Kochbuch kocht und backt, berechnet habe, hier nun die Anleitung für eines meiner liebsten Weihnachtsleckereien:

Aletria, süße Milchfadennudeln

Zutaten

300g Fadennudeln (bitte nur dünne Nudelsorten verwenden!)
2 l Milch
10 gehäufte Esslöffel Zucker
1 große Zitronenschale
1 oder zwei Zimtstangen
2 Esslöffel Butter
8 Eigelbe

1. Milch in einem Kochtopf zusammen mit der Zitronenschale, den Zimtstangen, dem Zucker und der Butter unter ständigem Rühren zum kochen bringen
2. ist die Milch am kochen, gibt man die Fadennudeln hinzu und lässt diese gut 8 Min. bis 10 Min. weich kochen, bis eine cremige Masse entsteht
3. danach den Kochtopf mit der cremigen Nudelmasse vom Herd nehmen und gut 10 Min. etwas abkühlen lassen. Beim erkühlen, die Masse immer wieder durchrühren
4. dann die Zitronenschale und die Zimtstangen herausnehmen und die mit etwas Milch geschlagenen acht Eigelbe zügig, unter ständigem rühren, einrühren
5. unter ständigem Rühren noch mal gut 2 Min. kurz aufkochen lassen. Wichtig ist: rühren, rühren, rühren…
6. dann die Fadennudeln in Schälchen oder in eine Auflaufform gießen und erkalten lassen
7. wer will, kann nun die gekochten süßen Fadennudeln nach Geschmack mit Zimtpulver bestreuen oder dekorieren

Der genaue Ursprung der Aletria ist heute nicht mehr genau nachzuvollziehen.
Tatsache ist, dass die Aletria einstmals in den ländlichen Regionen der portugiesischen Provinzen Beira Alta und Beira Baixa ein fester Bestandteil des Mahls bei fast jeder Hochzeit war. Vom Hochzeitspaar und seinen Gästen traditionell nach dem Hochzeitsmahl eingenommen, bildete diese Süßspeise meistens den krönenden Abschluss des Menüs bei der Hochzeitsfeier.
Mit der Zeit wurde aus diesem typischen regionalen Hochzeitsnachtisch eine nationale Weihnachtssüßspeise.

Heute isst man hierzulande die Aletria nicht nur auf Hochzeiten und zur Weihnachtszeit, sondern oftmals auch außerhalb dieser Festtage, nämlich dann wenn man Lust auf sie hat.