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Dienstag, 15. Dezember 2015

Spektakuläre Inszenierung aus Licht und Ton im vorweihnachtlichen Lissabon





Eine spektakuläre Inszenierung aus Licht und Ton an der Fassade des Triumphbogens (port.: Arco de Triunfo), welches die berühmte Rua Augusta mit dem zentralen Platz Terreiro do Paço in der Lissabonner Unterstadt Baixa verbindet, gehört dieses Jahr zum vielfältigen Angebot des Weihnachtsprogramms der portugiesischen Hauptstadt.

Bis zum 20. Dezember kann ein Jedermann kostenlos jeden Abend auf diesem wunderschönen Platz eine faszinierende Videomapping-Show, voller ineinander verflochtener Bilder, Geräuschen, Musik und Lichtspielen bewundern.
Für etwas mehr als eine viertel Stunde können hier alle bei dieser projektierten Aufführung innehalten und wirklich alles um sich herum vergessen.
Jeden Abend gibt es drei Videomapping-Shows, und zwar immer um 19 Uhr, um 20 Uhr und dann noch einmal um 21 Uhr.

Ein besinnlicher und vorweihnachtlicher Genuss für Jung und Alt, der unzählige Menschen auf diesen wunderschönen Platz im Herzen Lissabons anlockt!
Ich kann wirklich nur jedem empfehlen hinzugehen, hinzuschauen, hinzuhören und einfach nur zu genießen.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Weihnachten 2015 kann kommen


Es ist wieder soweit:
Die Adventszeit ist da und Weihnachten steht vor der Tür!
Wieder einmal hat sich die portugiesische Hauptstadt ein festliches Lichterkleid übergezogen und so strahlen zahlreiche Arterien und Plätze Lissabons seit gestern Abend wieder in festlichem Licht.

Nach vielen Jahren der Krise hat die Stadtverwaltung beschlossen dieses Jahr an die 320.000 Euro für eine ansehnliche Weihnachtsbeleuchtung auszugeben.
Bis zum 06. Januar 2016, dem Tag der Heiligen Drei Könige, werden an die 2,1 Millionen Leuchtioden und Glühlampen insgesamt 34 Straßen und öffentlichen Plätze der Stadt weihnachtlich erleuchten.

Unter anderem kann die diesjährige Lichtdekoration an folgenden Straßen und Plätzen bewundert werden:

- Terreiro do Paço
- Praça Luis de Camões
- Chiado
- Baixa (u. a. die Straßen Rua Augusta, Rua da Prata, Rua Áurea, Rua de Santa Justa, Rua de São Nicolau)
- Praça dos Restauradaores
- Avenida da Liberade
- Avenida de Roma
- Rossio (hier steht der diesjährige Weihnachtsbaum)

Außer der Weihnachtsbeleuchtung gehören zum diesjährigen Weihnachtsprogramm u. a.:

- bis zum 06. Januar 2016 allabendliche Video Mapping-Projektionen auf dem Terreiro do Paço
- vom 08. Dezember bis 24. Dezember ein Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz (port.: Praça do Município)
- mehrere Weihnachtkonzerte und Choraufführungen in verschiedenen Kirchen der Stadt
- vom 11. Dezember bis 10. Januar 2016 eine Eiskunstlaufbahn auf dem zentralen Platz Terreiro do Paço

Wer in den nächsten Wochen Lissabon besuchen wird, der wird also mit vielen Weihnachtseindrücken und festlichen Momenten konfrontiert werden.
Oder wie meine Freundin Christina aus Frankfurt einmal sagte:
„Lissabon ist wahrlich eine schöne Metropole, aber um die Weihnachtszeit ist die Stadt einfach besonders schön!“

Montag, 22. Dezember 2014

Bacalhau, der „treue Freund“ der Portugiesen




Heute wurde ich von einer deutschen Freundin gefragt was bei uns zuhause an Heiligabend zu essen auf den Tisch kommt.
Nun wir sind da, was das Weihnachtsmenü in der heiligen Nacht angeht, durchaus eine sehr traditionelle portugiesische Familie.
Bei uns wird es an Heiligabend, wie wohl in fast allen portugiesischen Haushalten, an diesem Abend „Bacalhau com todos“ (dt.: „Stockfisch mit allem“) geben.
Bei „Bacalhau com todos“ handelt es sich um gekochten Stockfisch mit Kartoffeln, Graupen, Kohl und Ei.

Wer sich an Festtagen, wie Weihnachten, keinen Stockfisch mehr leisten kann, zählt zu den wirklich Armen!
Angerichtet wird salzgetrockneter Kabeljau, der wohl traditionellste portugiesischste Fisch, in unzähligen Variationen. Wir Portugiesen nennen ihn liebevoll unseren „fiel amigo“ (dt.: treuen Freund) und hierzulande wird er nicht nur an Weihnachten gerne gegessen.
Bevor er zubereitet wird, wird der Stockfisch immer im kalten Wasser ein bis drei Tage eingewässert bevor er weiterverarbeitet wird. Im einwässern liegt das wahre Geheimnis des Babalhau, denn er sollte hinterher beim Zubereiten weder zu salzig noch zu fade schmecken.

Manche meinen es gibt an die 365 verschiedene Zubereitungsarten – so viele wie es Tage im Jahr gibt – , wieder andere reden von 1001 Rezepte für diesen Fisch und wieder andere meinen Bacalhau kann auf 10.000 verschiedene Arte und Weisen zubereitet werden. Fakt ist, das man diesen salzigtrockenen und dann eingeweichten Fisch kochen, grillen, frittieren und gratinieren kann. Er kommt als Salat, als Vorspeise, Suppe, Hauptgericht und sogar mancherorts auch als Nachtisch auf den Tisch.

Zwar haben wir Portugiesen das Trocknen und Salzen von Fisch nicht erfunden, dennoch ist Bacalhau seit fünf Jahrhunderten fester Bestandteil der portugiesischen Küche. Da durch den Trocknungsprozess dem Fisch nur das Wasser entzogen wird, bleibt er nahrhaft und geschmacksvoll.

Die Tradition Kabeljau (port.: bacalhau / lat.: Gadus morhua) zu salzen, und somit zu konservieren, begann in Portugal wohl im 10. Jahrhundert.
Damals gründeten skandinavische Händler mehrere Handelsposten an der iberischen Atlantikküste um sich mit dem qualitativ sehr guten Salz der Gegend einzudecken, welches sie zum einlegen ihrer Fische im hohen Norden benutzten.
Wie es scheint, kamen die Menschen an der portugiesischen Küste Dank der Skandinavier damals mit der Tradition des Salzfischens in Berührung.
Auch das die Tochter König Sancho I, Berengaria, im Jahre 1214 den dänischen König Waldemar II ehelichte, zeigt wie wirtschaftlich eng und kulturell Portugal zu dieser Zeit mit Skandinavien verbunden war.

Die Geschichte der Kabeljaufischerei der Portugiesen fand zum ersten Mal im Jahre 1353 vertraglich Erwähnung, als nämlich der portugiesische König Pedro I und der englische Monarch Edward II damals in einem Handelsabkommen vereinbarten, das portugiesische Fischer in englischen Gewässern 50 Jahre lang Kabeljau und Dorsch frei fischen durften.
Das König Pedro I einen solchen Vertrag damals mit dem englischen Königreichen abschloss, deutet daraufhin das die Kabeljaufischerei in Portugal in dieser Zeit bereits nicht nur etabliert sondern auch sehr verbreitet war.

Aber die Portugiesischen Fischer fingen den begehrten fettarmen und proteinreichen Fisch nicht nur vor der englischen Küste, sondern sie legten ihre Netze auch im Nordatlantik aus.
Seitdem Königin Berengaria an der Seite ihres Mannes Waldemar II in Dänemark regierte, waren oftmals Portugiesen mit dänischen Seefahrern in den Nordatlantik mitgereist.
Einer dieser Portugiesen war der aus der Algarve stammende João Vaz Corte-Real, der an einer Entdeckungsexpedition des dänischen Königs Christian I teilnahm, die den Auftrag hatte den abgerissenen Kontakt mit der ehemaligen dänischen Kolonie Grönland wieder aufzunehmen.
So waren portugiesischen Fischern die Gewässer um Grönland sehr wohl bekannt. Die Portugiesen nannten Grönland „Terra dos Bacalhaus“ (dt.: Land des Kabeljaus).

Die Reisen die die Söhne von João Vaz Corte-Real, Gaspar und Miguel, in die Neue Welt unternahmen, und bei der sie im Mai des Jahres 1500 neues Land (port.: Terra Nova / dt.: Neufundland) entdeckten ermöglichte portugiesischen Fischern, die damals fast alle aus der Hafenstadt Aveiro kamen, neue Fanggründe des immer wichtiger werdenden Bacalhaus vor Nordamerika.

Für die aufkommenden portugiesischen Entdeckungsfahrten wurde Bacalhau mit der Zeit unersetzlich. Als Reiseproviant für die Schiffsbesatzungen und Soldaten der Entdeckungsreisen nach Indien, Afrika und Südamerika war dieser luftgetrocknete und gesalzene Fisch unentbehrlich.
Aber nicht nur bei den Schiffsreisenden war dieses unverderbliche Lebensmittel wichtig. Auch für die portugiesische Bevölkerung auf dem Festland, vor allem die im Landesinneren, war Bacalhau das am meisten verbreitete Lebensmittel der damaligen Zeit, denn er war einerseits unverderblich und nahrhaft und andererseits war er leicht zu transportieren und schmackhaft.
Laut einer Chronologie aus dem Jahre 1550 waren damals 150 Boote in Aveiro registriert, die an der Kabeljau- und Dorschfischerei im Nordatlantik teilnahmen. Die Fischer von Aveiro brachten ihrer Stadt mit ihren erfolgreichen Fängen im Nordatlantik einen bis dahin unvorstellbaren Reichtum.

Als der spanische König Felipe II im Jahre 1580 Portugal besetzte und danach an die Macht kam, beschlagnahmte er nicht nur alle hochseetaugliche Schiffe der portugiesischen Marine, sondern auch die gut 150 Kabeljaufischerboote, um diese nach einem Umbau der spanischen Kriegsflotte zuzuführen.
Als die Spanische Armada 1588 im Ärmelkanal sang und klanglos unterging, ging auch der ehemalige große Schiffsverband portugiesischer Bacalhauschiffe unter.
Bis zum Ende der spanischen Invasion in Portugal im Jahre 1640 gab es keine Bacalhauflotte mehr.

Für die nächsten 200 Jahre existierte die portugiesische Kabeljau- und Dorschfischerei nicht mehr.
Die Portugiesen mussten in dieser Zeit aber nicht auf den Bacalhau verzichten, denn dieses damals wie heute sehr beliebte Nahrungsmittel wurde importiert.
Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann man unter Königin Maria I und dem Premierminister Pombal, eine neue Flotte hochseetüchtiger Kabeljauschiffe zu gründen.
Diese Flotte, die die „Weiße Flotte Portugals“ (port.: Frota Branca Portuguesa) genant wurde, bestand im Jahre 1866 immerhin schon wieder aus 23 hochseetauglichen Fischerbooten.

Aber trotz der nun wieder existierenden Flotte portugiesischer Kabeljau- und Dorschfischer, musste der Bedarf an Bacalhau weiterhin in großen Mengen importiert werden, vor allem aus England, Norwegen und Schweden.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wuchs die „Weiße Flotte“ ständig, so das bereits im Jahre 1901 die portugiesische Kabeljaufischerei auf 65 Booten mit über insgesamt 1.400 Mann Besatzung zurückgreifen konnte.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wuchs die Flotte weiter, obwohl z.B. während des Ersten und vor allem des Zweiten Weltkrieges die Kabeljaufischerei ein risikoreiches Unterfangen war. Während des Zweiten Weltkrieges mussten portugiesische Kabeljauboote sich nicht nur wie üblich vor dem stürmischen Wetter und den Eisbergen des Nordmeeres in Acht nehmen, sondern auch vor den verfeindeten Kriegsparteien.
Zwei portugiesische Fangboote der „Weißen Flotte“ wurden nachweislich während des Zweiten Weltkrieges von deutschen U-Booten vor Kanada und Grönland torpediert und versenkt.

Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts führte die kanadische Regierung die 200-Seemeilenzone vor ihrer Küste ein, so das Portugal urplötzlich seiner Kabeljauhauptfanggebiete beraubt wurde. Dies führte dazu, dass die portugiesische Kabeljaufischerei schlagartig zurückging und dann völlig zum Erliegen kam.
Als die „Weiße Flotte“ 1974 nach der Nelkenrevolution aufgelöst wurde, gehörten ihr immerhin über 23.000 Mann an.

Seit der Auflösung der „Weißen Flotte“ deckt Portugal seinen Bedarf an Bacalhau bis heute fast ausschließlich durch Importe.
Und importierter Fisch ist teuer!
Durch den weltweiten Rückgang der Kabeljaubestände und durch die strengen Fangquoten die es dadurch fortan für Kabeljau gab, wurde mit den Jahren aus einem „Arme-Leute-Fisch“ eine wahre Delikatesse die sich heute hierzulande leider nicht mehr jeder leisten kann.
Dennoch werden heute in Portugal jährlich ca. 68 bis 70 Tausend Tonnen Bacalhau verzehrt. Das ist weltweit der höchste Pro-Kopf-Verbrauch dieses Fisches. Gut 70% des in Portugal verzehrten Bacalhaus stammt aus Norwegen, auch der, der an Heilig Abend bei mir zuhause auf den Tisch landen wird!

Samstag, 20. Dezember 2014

Zum Vierten Advent: Fatias embriagadas, die angeheiterten Scheiben


In den letzten Adventwochenenden habe ich hier in meinem Blog drei Rezepte vorgestellt, die in unserer Familie zu Weihnachten immer ankommen.
Da waren zum einen das Rezept für frittierte Kürbiskrapfen (port.: filhóses), dann das Rezept für Süßkartoffelnocken (port.: broas de batata doce) und letzte Woche das Rezept für Milchfadennudeln (port.: aletria).
Nun, Kürbis, Süßkartoffeln und Fadennudeln sind vielleicht nicht gerade die typischsten Zutaten in der deutschen Weihnachtsbäckerei, aber es muss ja auch nicht immer Vanille, Mandeln und Anis sein – obwohl diese Zutaten auch hier in Portugal sehr beliebt sind.

Das heutige Rezept zum Vierten Advent, das ich von meiner Mutter Luisa habe und das ich hier vorstellen will, heißen bei uns zu Hause „Fatias embriagadas“, besteht aus Weißbrotscheiben und ist im Grunde auch in Deutschland bekannt, da allerdings unter dem Namen „Arme Ritter“.
Während aber in Deutschland die Weißbrotscheiben für die „Arme Ritter“ traditionell in Milch eingeweicht werden, bevor sie frittiert werden – eine Variante die auch hier in Portugal sehr beliebt ist – werden die „ fatias“ (port.: Scheiben) bei uns zu Hause anstatt in Milch in Rot- oder Weißwein eingetaucht (port.: embriagadas = dt.: angeheitert, feuchtfröhlich, berauscht, beschwipst).

Hier nun also ein traditionelles portugiesisches Weihnachtsrezept zum Vierten Advent:

Fatias embriagadas, die angeheiterten Scheiben

Zutaten

400 g Weißbrot (2 oder 3 Tage alt)
10 dl Rot- oder Weißwein
200 g Honig
400 g Zucker
1 oder 2 Zimtstangen
1 große Zitroneschale
10 Eier
Olivenöl oder Bratfett zum frittieren
Zucker und Zimt zum bestreue

1. den Rot- oder Weißwein mit dem Zucker, den Zimtstangen, dem Honig und der Zitronenschale erhitzen aber nicht kochen (anstatt den Wein mit den Zutaten aufzukochen, kann man auch Wein mit Glühweingewürz erhitzen oder aber Portwein verwenden)
2. nach dem erhitzen den Wein etwa ½ Stunde ziehen und etwas abkühlen lassen
3. dann das Weißbrot in fingerdicke Scheiben schneiden (man kann hier auch einfach Toast- oder Baguettescheiben nehmen)
4. nun die Brotscheiben in den Wein eintauchen und diese den Wein aufsaugen lassen
5. dann die „angeheiterten“ Brotscheiben durch die leicht geschlagenen Eier eintauchend durchschwenken
6. nun die in Wein und Eier eingetauchten Brotscheiben in Olivenöl oder Bratfett in einer Pfanne von beiden Seiten knusprig frittieren
7. dann die goldgelb frittierten Brotscheiben in einen Teller legen und mit viel Zucker und Zimt bestreuen

Fatias douradas (dt.: goldene Scheiben), eingelegte und dann frittierte Brotscheiben, waren schon bei den Römern bekannt als sie Lusitanien – das heutige Portugal – eroberten.
Die älteste in Portugal bekannte Erwähnung dieser einfachen Süßspeise findet man in dem Kochbuch „Arte de cozina, pasteleria, vizcocheria y conserveria“ (dt.: Die Kunst des Kochens, Konditierens, Backens und Konservierens) des Kochs Francisco Martinez Motiño. Motiño war Küchenchef am Hofe des spanischen Königs Felipes III, der damals in Personalunion gleichzeitig auch König Filipe II von Portugal war.

Es gibt hierzulande sehr viele Rezepte dieser traditionellen Weihnachtssüßspeise, aber die Variante mit gesüßtem Würzwein ist in unserer Familie am beliebtesten.

Allen Lesern meines Blogs und all meinen Freunden wünsche ich einen schönen und leckeren Vierten Advent!

Samstag, 13. Dezember 2014

Zum Dritten Advent: Aletria, süße Milchfadennudeln


Nachdem ich hier in meinem Blog die letzten zwei Adventswochenenden Weihnachtsrezepte meiner Mutter Luisa publiziert habe, möchte ich nun heute – zum Dritten Advent – ein weiteres leckeres portugiesisches Rezept zu Weihnachten bekannt machen.

Das heutige Rezept für süße Milchfadennudeln – hier in Portugal nennt man Fadennudeln „aletria“ – ist, wie die vorherigen zwei Rezepte, leicht nachzukochen.
Nachdem ich das jeweilige Gewicht und die Menge der Zutaten mit der Hilfe meiner Mutter, die immer ohne Kochbuch kocht und backt, berechnet habe, hier nun die Anleitung für eines meiner liebsten Weihnachtsleckereien:

Aletria, süße Milchfadennudeln

Zutaten

300g Fadennudeln (bitte nur dünne Nudelsorten verwenden!)
2 l Milch
10 gehäufte Esslöffel Zucker
1 große Zitronenschale
1 oder zwei Zimtstangen
2 Esslöffel Butter
8 Eigelbe

1. Milch in einem Kochtopf zusammen mit der Zitronenschale, den Zimtstangen, dem Zucker und der Butter unter ständigem Rühren zum kochen bringen
2. ist die Milch am kochen, gibt man die Fadennudeln hinzu und lässt diese gut 8 Min. bis 10 Min. weich kochen, bis eine cremige Masse entsteht
3. danach den Kochtopf mit der cremigen Nudelmasse vom Herd nehmen und gut 10 Min. etwas abkühlen lassen. Beim erkühlen, die Masse immer wieder durchrühren
4. dann die Zitronenschale und die Zimtstangen herausnehmen und die mit etwas Milch geschlagenen acht Eigelbe zügig, unter ständigem rühren, einrühren
5. unter ständigem Rühren noch mal gut 2 Min. kurz aufkochen lassen. Wichtig ist: rühren, rühren, rühren…
6. dann die Fadennudeln in Schälchen oder in eine Auflaufform gießen und erkalten lassen
7. wer will, kann nun die gekochten süßen Fadennudeln nach Geschmack mit Zimtpulver bestreuen oder dekorieren

Der genaue Ursprung der Aletria ist heute nicht mehr genau nachzuvollziehen.
Tatsache ist, dass die Aletria einstmals in den ländlichen Regionen der portugiesischen Provinzen Beira Alta und Beira Baixa ein fester Bestandteil des Mahls bei fast jeder Hochzeit war. Vom Hochzeitspaar und seinen Gästen traditionell nach dem Hochzeitsmahl eingenommen, bildete diese Süßspeise meistens den krönenden Abschluss des Menüs bei der Hochzeitsfeier.
Mit der Zeit wurde aus diesem typischen regionalen Hochzeitsnachtisch eine nationale Weihnachtssüßspeise.

Heute isst man hierzulande die Aletria nicht nur auf Hochzeiten und zur Weihnachtszeit, sondern oftmals auch außerhalb dieser Festtage, nämlich dann wenn man Lust auf sie hat.

Samstag, 6. Dezember 2014

Zum Zweiten Advent: Broas de Batata Doce, die portugiesischen Süßkartoffelnocken


Letzte Woche habe ich hier im Blog zum Ersten Advent ein Rezept für Filhóses – typische portugiesische Kürbiskrapfen – vorgestellt.
Das Rezept hatte ich von meiner Mutter Luisa, die uns jetzt in der Vorweihnachtszeit, oftmals mit der einen oder anderen traditionellen Weihnachtsleckerei überrascht.
Hier nun heute, zum Zweiten Advent, ein weiteres Weihnachtsrezept meiner Mutter.

Genauso wie das vorherige Rezept, so ist auch das heutige Backrezept leicht nachzubacken.
Da meine Mutter, wie ich letzte Woche schon schrieb, nicht nach Rezept backt oder kocht, sondern immer die Zutaten nach Augenmaß und Gefühl verwendet, war es für mich vor allem schwierig hier die genauen Mengenangaben für die Rezepte zu errechnen und dann aufzuschreiben.
Dennoch ist es mir nach einigem Abwiegen, Abmessen und viel Geduld – Geduld ist wirklich die Zutat die meiner Mutter in der Küche am meisten fehlt – gelungen einige Weihnachtsrezepte zusammenzutragen.

Wie letzte Woche, so gilt auch für diese Woche:
für das Fehlschlagen beim ausführen dieser Rezepte übernehme ich keine Verantwortung, wogegen ich bei gutem Gelingen dergleichen natürlich gerne alles auf meine Kappe nehme ;-)
Hier nun ein Rezept zum zweiten Advent:

Broas de Batata Doce, portugiesische Süßkartoffelnocken

Zutaten:

1 kg Süßkartoffeln (port.: batata doce)
Wasser zum Kochen der Süßkartoffel
1 Prise Salz
2 kg Zucker
300 g geriebene Mandeln
2 geriebene Orangenschalen
125 g Kokosraspeln
450 g Maismehl
200 g Weizenmehl
6 Eier
2 Eigelb zum streichen

1. die Süßkartoffeln schälen und mit einer Prise Salz in Wasser weich kochen
2. dann die Süßkartoffeln stampfen und mit dem Zucker unter ständigem Rühren in einem Topf zum kochen bringen
3. wenn die Masse kocht, die geriebenen Mandeln, die geriebenen Orangenschalen, die Kokosraspeln und 6 Eier unter ständigem Rühren dazugeben
4. den Topf vom Herd nehmen und nun sowohl das Maismehl als auch das Weizenmehl dazugeben und rühren, rühren, rühren
5. nun die Masse erkalten lassen und dann mit einem Esslöffel, den man vorher in heißes Wasser getaucht hat, Nocken abstechen. Vor dem abstechen eines jeden Nocken den Löffel bitte in heißes Wasser tauchen, damit die Teigmasse nicht am Löffel kleben bleibt
6. die Nocken mit genügend Abstand auf ein mit Mehl bestreutes Backblech setzen
7. wenn das Backblech mit Teigrohlingen voll ist, dann die Nocken etwas leicht andrücken und mit dem Eigelb bestreichen
8. nun die Nocken bei 180°C bis 200°C im Offen ca. 20 bis 30 min. goldbraun backen   

Nach dem backen die Süßkartoffelnocken erkalten und schmecken lassen.

Allen meinen Freunden und Lesern meines Blogs einen schönen und besinnlichen Zweiten Advent!

Samstag, 29. November 2014

Zum Ersten Advent: Filhóses, frittierte Kürbiskrapfen


Meine Mutter Luisa ist wahrlich keine Fünf-Sterneköchin in der Küche und auch ich gehöre eher zur Fraktion der guten Esser anstatt zu der der guten Köche.
Nichtsdestotrotz wird bei uns sehr gerne gekocht und gegessen.
So kommt bei uns, vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit, immer die eine oder andere köstliche und traditionelle portugiesische Weihnachtsleckerei auf den Tisch.

Auf Anfragen und Bitten vieler meiner Freunde, die die Koch- und Backkünste meiner Mutter schon genießen durften, werde ich heute, und eventuell auch in den nächsten Adventswochenenden, das eine oder andere traditionelle Weihnachtsrezept meiner Mutter hier im Blog preisgeben.

Keines der Rezepte die ich hier posten werde ist – obwohl jedes von ihnen sehr wohl als Familienrezept gelten kann – ein Geheimrezept, d.h.: jeder kann diese Weihnachtsrezepte leicht nachkochen oder nachbacken.
Das größte Problem das ich beim niederschreiben der jeweiligen Rezepte hatte war letztendlich der, immer die genaue Mengenangabe der einzelnen Zutaten zu errechnen.
Da meine Mutter die Gabe hat ohne Kochbuch zu kochen und ohne Backbuch zu backen – sie wiegt und misst die Zutaten nie ab, sondern verwendet diese immer nach Augenmaß und Gefühl – war es zunächst vor allem schwierig hier die genauen Mengenangaben für die Rezepte zu finden.

Nach einigem Abwiegen und Abmessen und viel Geduld – Geduld ist wirklich die Zutat die meiner Mutter in der Küche am meisten fehlt – habe ich hier nun einige Weihnachtsrezepte zusammengetragen.
Für das Fehlschlagen beim ausführen dieser Rezepte übernehme ich keine Verantwortung, wogegen ich bei gutem Gelingen natürlich gerne alles auf meine Kappe nehme ;-)
Hier also ein Rezept zum Ersten Advent:

Filhóses, frittierte Kürbiskrapfen

Zutaten:

1 kg Kürbisfleisch
1 Prise Salz
Etwas Wasser zum Kochen des Kürbisfleisches
2 Orangen
10 g frische Hefe
4 Esslöffel Zucker
3 Eier
½ bis 1 halbes Glas Milch
1 Gläschen Schnaps oder 1 Glas Portwein
400 g Mehl
Olivenöl oder Fett zum frittieren
Zimt und Zucker zum bestreuen

1. Kürbisfleisch in kleine Stücke schneiden und mit einer Prise Salz in etwas Wasser weich kochen
2. nach dem kochen, das Kürbisfleisch aus dem Wasser nehmen und erkalten lassen
3. nun das erkaltete Kürbisfleisch mit der Hilfe eines Mixstabes pürieren
4. die frische Hefe im Saft der zwei Orangen auflösen und dann mit dem Zucker dem pürierten Kürbis hinzugeben
5. sodann die ganzen Eier, die geraspelte Schale der zwei Orangen, die Milch und zum Schluss den Schnaps oder den Portwein hinzufügen
6. dann das Mehl unter die entstandene Masse heben und alles zu einem eher dickflüssigen Teig zusammenmischen
7. nun den Teig bei normaler Zimmertemperatur zugedeckt gut eine Stunde gehen lassen
8. das Olivenöl oder Fett zum frittieren auf gut 180°C erhitzen und dann den Teig mit einer kleinen Kelle oder einem großen Esslöffel portioniert im heißen Öl ausbacken
9. wenn die eine Seite goldbraun gebacken ist, dann bitte die Filhós einmal wenden und nun von der anderen Seite goldbraun backen.
10. dann die Filhóses auf Küchenpapier abtropfen lassen und solange sie noch warm sind, in einem Zimt-Zucker-Gemisch wälzen

Die Filhóses können lauwarm gegessen werden, schmecken aber erkaltet genauso lecker.

Ich wünsche allen einen schönen und leckeren Ersten Advent!

Montag, 23. Dezember 2013

Frohe Weihnachten / Feliz Natal 2013


Ich möchte die kommenden Festtage nutzen, um allen Leser/innen und Besucher/innen meines Blogs „Planet Portugal“, sowie ihren Familien und Freunden, ein friedliches, erinnerungsvolles und von Gott gesegnetes Weihnachtsfest zu wünschen.

Frohe Weihnachten / Feliz Natal


Quero aproveitar esta época festiva para desejar a todos os leitores e visitantes do meu Blog „Planet Portugal“, assim como também ás suas famílias e amigos, um Natal abençoado, cheio de boas memorias e paz.

Feliz Natal / Frohe Weihnachten

Sonntag, 22. Dezember 2013

Lorenas Weihnachtsbäckerei




Lorena hat letzte Woche mit ihrer Mama und ihrem Bruder Nélson gebacken.
Mit Mehl, Mich, Butter, Eiern und ein wenig Schokolade backten sie nach einem alten Rezept Weihnachtsplätzchen.
Und obwohl Nélson ganz schön viel vom Teig genascht hat, sind hinterher doch noch ein paar leckere Plätzchen übrig geblieben.
Hier sind ein paar Exemplare aus Lorenas Weihnachtsbäckerei :-)

Sonntag, 23. Dezember 2012

Wie der Weihnachtsbaum nach Portugal kam



Diese Woche hatte ich während der Mittagspause ein interessantes Gespräch mit meinen Arbeitskolleginnen Lili und Sabine, welches über Weihnachtstraditionen in Portugal handelte.
Sabine, die aus Österreich kommt, und nun dieses Jahr zum ersten Mal Weihnachten hier in Portugal feiert, fragte mich während des Gesprächs welches denn eigentlich das Weihnachtssymbol in Portugal schlechthin sei.

Ich gab ihr zur Antwort, dass hier in Portugal, genauso wie in ganz Südeuropa, eigentlich immer die Weihnachtskrippe traditionell im Mittelpunkt stand.
Erst im letzten Jahrhundert setzte sich dann der Weihnachtsbaum in den portugiesischen Wohnzimmern gegen die Krippe durch.

Wie es dazu kam?
Nun, ein Deutscher ist dafür verantwortlich!

Es war nämlich Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha-Koháry, der Prinzgemahl von Königin Maria II, der im 19. Jahrhundert den Weihnachtsbaum in Portugal einführte.

In einem Brief an Königin Victoria von England, die mit Albert von Sachsen-Coburg-Gotha verheiratet war, einem Cousin von Ferdinand, beschreibt die portugiesische Königin Maria II, wie ihr Gemahl Ferdinand II (port.: Fernando II) an Weihnachten 1844 ihre sieben Kinder zum ersten Mal mit einem Weihnachtsbaum überraschte.

In einer Radierung aus dem Jahre 1848, die der künstlerisch sehr begabte Fernando II selbst zeichnete, kann man sehen, wie er als Weihnachtsmann verkleidet, mit einem Sack voller Geschenke und mit einer Rute in der Hand, seine Kinder beschert.
Vor ihm, auf einem Tisch, steht ein kerzengeschmückter Weihnachtsbaum, den er zur Überraschung seiner Kinder hatte aufstellen lassen.
Über Fernando II ist bekannt, dass er seine Kinder sehr liebte und er einen ausgesprochenen Familiensinn hatte.
Da ist es nicht mehr als natürlich, das er versuchte, fernab seiner Heimat, deutsche Traditionen und Bräuche in seiner neuen portugiesischen Familie einzubringen.

Abgesehen von ihren Kindern muss auch Königin Maria II von der Tradition des Weihnachtsbaumes sehr angetan gewesen sein, und so wird berichtet, das der Weihnachtsbaum im Königspalast mit den Jahren immer größer wurde.
In einem Hofbericht aus dem Jahre 1851 wird über den Weihnachtsabend 1850 berichtet, das inmitten des Saals des Staatsrates im Palácio das Necessidades, dem damaligen königlichen Palast, am Weihnachtsabend eine riesige beleuchtete Tanne voller Geschenke stand
(port.: „…no meio da sala do Conselho de Estado do Palácio das Necessidades viu-se naquela noite um enorme pinheiro iluminado e cheio de presentes“).

Seit dieser Zeit war der Weihnachtsbaum fester Bestandteil der Weihnachtsfeiern der königlichen Familie.
Aus dem rein religiösen Weihnachtsfest wurde, Dank Fernando II, mit den Jahren ein Familien- und Kinderfest.
König Pedro V und König Luis I führten die Tradition ihres Vaters Fernando II fort und auch König Carlos I übernahm diesen deutschen Weihnachtsbrauch.
Auch außerhalb der königlichen Paläste wurde es mit der Zeit populär, sich zur Weihnachtszeit eine geschmückte Tanne ins Haus zu holen – bis zum heutigen Tag!

Prinzgemahl Fernando II hat mit dem Weihnachtsbaum auch versucht den Adventskranz in Portugal einzuführen, womit er weitaus weniger Erfolg hatte.
Denn während der Baum heute zweifellos zur portugiesischen Weihnacht gehört, ist der Adventskranz leider noch immer den meisten Portugiesen unbekannt.

Sonntag, 11. November 2012

Einladung zum Ökumenischen Advents-Basar 2012



Am 1. Adventssonntag dieses Jahres, dem 02. Dezember 2012, findet ab 12:00 Uhr in der Schule der Salesianer ( port.: Colégio dos Salesianos) in Lissabon, am Campo de Ourique, wieder der Ökumenische Advents-Basar der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde und der Deutschen Katholischen Kirche statt.

Neben traditionellem handgefertigten Weihnachtsschmuck und selbst gemachten Weihnachtskränzen, einem Flohmarkt auf dem man Bücher und Nostalgisches erwerben kann, wird es hier auch die Möglichkeit geben deutsche Lebensmittel, wie Christstollen, Lebkuchen und leckeren Glühwein zu erwerben und traditionell hausgemachte deutsche Küche zu genießen.
Außerdem wird es wieder eine Tombola geben, auf der man, mit etwas Glück, über 100 attraktive Preise gewinnen kann.

Neu auf dem diesjährigen Advents-Basar werden eine schicke Sektbar sein und eine Kinderecke, wo die Kleinsten der Kleinen spielen, basteln und sich schminken werden können.

Der ökumenische Advents-Basar der beiden deutschen Kirchen zu Weihnachten in Lissabon hat eine lange Tradition.
Er ist seit vielen Jahrzehnten ein beliebter und immer noch größter Treffpunkt der deutschsprachigen Gemeinschaft in und um Lissabon herum.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der ökumenische Advents-Basar mit den Buslinien 7, 9, 701 und 773 des Lissabonner Verkehrsbetriebes Carris leicht und bequem zu erreichen.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Es ist ein Ros' entsprungen


Am vergangenen Sonntag fand in der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon das alljährliche Adventskonzert statt (bitte lesen sie hierzu auch meinen Eintrag „Adventskonzert - Das ist schön...“
vom 16. Dezember 2011).
Unter anderem sang an diesem Abend der Kirchenchor, dem ich angehöre, das hier folgende Weihnachtslied:


1. Es ist ein Ros' entsprungen
Aus einer Wurzel zart.
Wie uns die Alten sungen,
Von Jesse kam die Art
Und hat ein Blümlein bracht,
Mitten im kalten Winter,
Wohl zu der halben Nacht.

2. Das Röslein das ich meine,
Davon Jesaias sagt:
Ist Maria, die Reine,
Die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ew'gen Rat
Hat sie ein Kind geboren
Und blieb ein' reine Magd.

3. Das Blümelein so kleine,
Das duftet uns so süß,
Mit seinem hellen Scheine
Vertreibt's die Finsternis.
Wahr' Mensch und wahrer Gott,
Hilf uns aus allem Leide,
Rettet von Sünd' und Tod.

„Es ist ein Ros' entsprungen“ ist ursprünglich ein altes zweistrophiges und katholisches Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert.
In abgewandelter Textform hat dieses Weihnachtslied mit den Jahren auch seinen Weg in die evangelischen Gesangbücher gefunden.

Im so genannten Speyerer Gesangsbuch, aus dem Jahre 1599, wird das Lied zum ersten Mal erwähnt.
Zehn Jahre später, im Jahre 1609, textet der evangelische Komponist Michael Praetorius die zweite Strophe etwas um.
Er ersetzt die Schlusszeile „und blieb ein reine Magd“ durch die weniger katholischeren Worte „welches uns selig macht“.

Im Jahre 1844 fügt der Komponist Friedrich Layriz dem Weihnachtslied eine dritte Strophe bei, die heute sowohl in der katholischen als auch evangelischen Kirche gesungen wird.

Der Geschichte nach, soll dieses berühmte Weihnachtslied auf einen alten Trierer Mönch zurückgehen.
Dieser soll nämlich, Anfang des 16. Jahrhunderts, in einer kalten Weihnachtsnacht eine blühende Rose im erschneiten Wald entdeckt haben.
Er soll die Rose in sein Kloster mitgenommen haben und die selbige dort in einen Blumentopf gepflanzt haben.
Den Blumentopf soll er dann vor einem Altar der Klosterkirche aufgestellt haben.
Und eben diese Rose im Blumentopf ist, historisch gesehen, der Ursprung des Weihnachtsliedes „Es ist ein Ros' entsprungen“.

Was an dieser Geschichte wahr und erfunden ist, ist sicherlich eine Sache des Glaubens.
Wahr ist aber auf alle Fälle, dass „Es ist ein Ros' entsprungen“ wohl eines der berühmtesten Weihnachtslieder weltweit ist – auch hier in Portugal.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Einladung zum Adventskonzert 2010


Das diesjährige Adventskonzert der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon (DEKL) findet dieses Jahr am Sonntag, den 19. Dezember 2010, dem 4. Advent, statt.

Nach einem Abendgottesdienst, der um 17 Uhr stattfinden wird und einem anschließenden Abendessen im Gemeindehaus, wird um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche das traditionelle Weihnachtskonzert erklingen.

Bei dem Adventskonzert werden mitwirken der (immer noch namenlose) Chor der DEKL, der Elternchor der Deutschen Schule Lissabon (DSL), der Capella Sacra Posaunenchor der DEKL, sowie der Bariton Claus von Oertzen und die Organistinnen Rute Martins und Carina Lasch, die nicht nur die Orgel spielen wird sondern auch die Gesamtleitung der Veranstaltung haben wird.

Wie jedes Jahr, so wird auch heuer bei dieser musikalischen Einstimmung auf Weihnachten, der Eintritt frei sein!

Samstag, 4. Dezember 2010

Leise rieselt der Schnee


Mit dem Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“, einer alten Weise und Worten von Eduard Ebel(1839-1905), und in Anlehnung an das kalte und verschneite Wetter welches in Deutschland und zum Teil auch hier in Portugal gerade herrscht, möchte ich allen weiterhin eine schöne Adventszeit wünschen.


-1-
Leise rieselt der Schnee,
Still und starr liegt der See,
Weihnachtlich glänzet der Wald,
Freue dich, Christkind kommt bald!

-2-
In den Herzen ist´s warm,
Still schweigt Kummer und Harm,
Sorge des Lebens verhallt,
Freue dich, Christkind kommt bald!

-3-
Bald ist Heilige Nacht,
Chor der Engel erwacht,
Hört nur, wie lieblich es schallt:
Freue dich, Christkind kommt bald!

(Eduard Ebel)

Allen einen friedvollen zweiten Advent!

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Nachweihnachtlicher Lichtzauber






Weihnachten ist vorbei, und wir bereiten uns alle auf den nahenden Jahreswechsel 2009/2010 vor.

Dennoch sind die Straßen, Plätze und Einkaufscenter der Hauptstadt abends noch hell erleuchtet mit den tausenden von Lichterketten die die unterschiedlichsten Weihnachtsbeleuchtungen bilden, und die uns an Weihnachten zurückdenken lassen.

Als ich gestern, nach der Arbeit, noch durch das hell erstrahlte Bairro Alto in Lissabon gegangen bin, war ich von dem Lichtermeer fasziniert.

Ironischerweise ist mir die Weihnachtsbeleuchtung in der Vorweihnachtszeit, durch den ganzen Stress, gar nicht so richtig aufgefallen.

Erst jetzt nach Weihnachten, und nachdem meine Schwester mich auf diese Aufmerksam gemacht hat, habe ich angefangen die unterschiedlich beleuchteten Straßen und Plätze Lissabons zu bestaunen.

Ich werde mir vornehmen, nächstes Jahr zu Weihnachten, mit offeneren Augen durch die Straßen meiner Heimatstadt zu gehen…

Dienstag, 22. Dezember 2009

Weihnachtsgrüße


Der helle Glanz des Weihnachtssterns
Erstrahle Euch allen im Herzen.
In Euren Seelen spiegele sich
Das warme Licht der Kerzen.

Lasst uns beim Feiern in der Heiligen Nacht,
Beim Singen und beim Schenken,
An Alle die nicht feiern können,
Dabei ein wenig denken.

Und dafür Sorge tragen, dass auch sie
An Heilig Abend Glück verspüren.
Laßt uns deshalb die Herzen öffnen,
Aber auch die Türen.

Den Reichtum sendet gerne aus,
Die Armut holt zu Euch herein,
Dann wird die Weihnachtszeit für uns
Erst wahrhaft fröhlich und glücklich sein.

In herzlicher Verbundenheit
Seid alle froh gegrüßt zur Weihnachtszeit.
Wir wollen eines uns nur schenken,
Nämlich, dass wir gerne aneinander denken!

(Ângelo Paulo)

Allen meinen Freunden, Verwandten und Bekannten überall auf der Welt wünsche ich ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

A todos os meus amigos, familiares e colegas, que estão espalhados por este mundo fora, desejo um feliz e santo Natal!

Samstag, 19. Dezember 2009

Stille Nacht, Heilige Nacht


Mein persönlich liebstes Weihnachtslied ist „Stille Nacht, Heilige Nacht“.
An Heilig Abend, in der Kirche, dieses Lied mit anzustimmen ist für mich eines der höchsten Momente des Weihnachtsfestes.

Uraufgeführt wurde dieses weltberühmte Weihnachtslied, am 24. Dezember 1818 in der alten Dorfkirche Sankt Nikolaus in Oberndorf in Österreich, von dem Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber, der die Melodie schrieb, und dem Hilfspriester Joseph Mohr, der das Gedicht textete.

Von der kleinen Dorfkirche bei Salzburg eroberte dann dieses Weihnachtslied die ganze Welt.
Ursprünglich hat „Stille Nacht, Heilige Nacht“ sechs Strophen. Gesungen werden aber heute meistens nur die erste, die zweite und die sechste Strophe.
Der Originaltext von „Stille Nacht, Heilige Nacht“ lautet:

1.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!

2.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Christ in deiner Geburt!
Christ in deiner Geburt!

3.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Christ in Menschengestalt!
Christ in Menschengestalt!

4.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heute alle Macht
Väterlicher Liebe ergoss
Und als Bruder huldvoll umschloss
Christ die Völker der Welt!
Christ die Völker der Welt!

5.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!

6.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Halleluja!“
Tönt es laut von fern und nah:
Christ der Retter ist da!
Christ der Retter ist da!

Heute sind über 300 verschiedene Übersetzungen von „Stille Nacht, Heilige Nacht“ bekannt, auch eine portugiesische.

Die portugiesische Version lautet:

1.
Noite feliz, noite feliz
Ó senhor, Deus de amor
Pobrezinho nasceu em Belém
Eis na lapa Jesus, nosso bem
Dorme em paz, ó Jesus
Dorme em paz, ó Jesus

2.
Noite feliz, noite feliz
Ó Jesus, Deus da luz
Quão afável é teu coração
Que quiseste nascer nosso irmão
E a nós todos salvar
E a nós todos salvar

3.
Noite feliz, noite feliz
Eis que no ar vem cantar
Aos pastores, seus anjos no céu
Anunciando a chegada de Deus
De Jesus Salvador
De Jesus Salvador


Euch allen, wo auch immer ihr diesen Blog auf der Welt verfolgt, wünsche ich einen wunderschönen vierten Advent!

Samstag, 12. Dezember 2009

O Tannenbaum, ó pinheirinho


O Tannenbaum

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Wie treu sind deine Blätter!
Du grünst nicht nur zur Sommerzeit,
Nein, auch im Winter, wenn es schneit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Wie treu sind deine Blätter!

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen!
Wie oft hat schon zur Winterszeit
Ein Baum von dir mich hoch erfreut!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Du kannst mir sehr gefallen!

O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
Gibt Mut und Kraft zu jeder Zeit!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
Dein Kleid will mich was lehren!

(Joachim August Zarnack (1777–1827) und Ernst Anschütz (1780–1861))

„O Tannenbaum“, ist wohl eines der berühmtesten deutschsprachigen Weihnachtslieder.
Seinen Ursprung hat dieses Lied in dem Text eines schlesischen Volksliedes und in der Melodie eines alten deutschen Studentenliedes, welches um 1800 sehr populär war.

Im Jahre 1819 schrieb Joachim August Zarnack die erste Strophe des Weihnachtsliedes und fünf Jahre später, 1824, fügte der aus Leipzig stammende Lehrer Ernst Anschütz die zweite und dritte Strophe hinzu.

Wegen der relativen Einfachheit der Melodie wird „O Tannenbaum“ in vielen Ländern der Welt ebenfalls als Weihnachtslied gesungen.

Auch hier in Portugal gibt es eine portugiesische Version dieses deutschen Weihnachtsliedes, allerdings gibt es nur eine Strophe.

Der portugiesische Text von „O Tannenbaum“ lautet:


Ó pinheirinho de natal
Que lindos são os teus ramos
Ò pinheirinho de natal
Que lindos são os teus ramos
Tuas flores nascem no verão
E no inverno elas se vão
Ó pinheirinho de natal
Que lindos são os teus ramos!


Meinen Freunden und meiner Familie überall auf der Welt, und all den Besuchern dieses Blogs wünsche ich einen schönen und freudenreichen dritten Advent.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Der Rattenfänger von Hameln, einmal ganz harmonisch


Als Onkel und Patenonkel gehört es unter anderem zu meinen „Pflichten“ meinen Kücken aus Kinderbüchern vorzulesen, und da bevorzugter Weise aus Märchenbüchern.
Diese Woche habe ich in der alten ehrwürdigen Buchhandlung Bertrand eine portugiesische Ausgabe des Märchenbuchs der Gebrüder Grimm gekauft (port.: „Os contos dos irmãos Grimm“).
Denn, wenn meine Nichte und mein Neffe an Weihnachten zu besuch kommen, will ich, wenn eine Gute-Nacht-Geschichte von den Beiden von mir verlangt wird, dann auch vorbereitet sein.

Heute habe ich das eine oder andere Märchen aus dem Buch ansatzweise gelesen.
Und beim Rattenfänger von Hameln fiel mir auf, dass ich das Märchen anders in Erinnerung hatte, als ich es in dem gekauften Märchenbuch lesen konnte.

In der Original deutschen Ausgabe von Grimms Märchen ist nämlich zu lesen, das der Rattenfänger, nachdem er die Stadt Hameln von der Rattenplage befreit hatte und danach nicht wie versprochen ausbezahlt wurde, er die Kinder aus der Stadt entführte, und die Eltern diese nie wieder zu Gesicht bekamen.

Wörtlich heißt es bei der deutschen Ausgabe von Grimms Märchen am Ende (von mir gekürzt und sprachlich etwas modernisiert hier geschrieben):

„…nun erschien der Rattenfänger bei den Ratsherren, um seinen versprochenen Lohn abzuholen. Sie aber gaben ihm den Beutel mit dem Geld nicht, sondern schickten ihn einfach fort. Da ging der Rattenfänger am nächsten Tag noch einmal durch die Straßen der Stadt und spielte auf seiner Flöte eine wunderbar süße Melodie. Sogleich kamen alle Kinder aus den Häusern gelaufen und folgten dem Flötenspieler. Er ging mit ihnen zum Stadttor hinaus und verschwand, und keiner hat je erfahren, was aus den Kindern geworden ist…“

In der portugiesischen Version dieses Märchen, entführt der Rattenfänger ebenfalls die Kinder aus der Stadt, und (hier nun der große Unterschied zur Originalausgabe) er bringt diese aber wieder zurück, als die Bürger von Hameln ihn anflehen ihre Kinder wieder zurückzubringen und ihm versprechen ihn dann wirklich auszubezahlen.

In der portugiesischen Ausgabe lautet daher der Schluss des Märchens (zitiert aus dem Buch „Os contos dos irmãos Grimm“):

„...e o flautista levou as crianças longe, muito longe, tão longe que ninguém poderia supor onde. Os donos da cidade mandaram chamar novamente o flautista e prometeram-lhe mais uma vez que entregariam a recompensa, se ele trouxesse de volta as crianças da cidade aos seus pais.
O flautista tocou a sua flauta e as crianças, uma a uma, voltaram felizes para as casas das suas famílias.
E a cidade de Hamelin voltou a ser tranquila e feliz como antes e o
flautista, muito rico, ajudou muita gente durante toda a vida...”

Meine deutsche Übersetzung hierzu:
“...und der Rattenfänger nahm die Kinder und brachte sie weit weg, so weit weg das keiner wusste wohin. Entsetzt riefen die Herren der Stadt den Rattenfänger wieder zu sich und versprachen ihm, ihn diesmal bestimmt auszubezahlen, wenn er nur die Kinder zu ihren Eltern zurückbringen würde.
Daraufhin spielte der Rattenfänger auf seiner Flöte eine Melodie und einer nach dem anderen, kehrten die Kinder wieder nach Hameln zurück.
Daraufhin wurde Hameln wieder eine friedliche und glückliche Stadt wie ehedem und der Rattenfänger wurde ein reicher Mann, der noch vielen, vielen Menschen half…“

Als Portugiese bin ich mir durchaus bewusst, dass mein Volk sehr friedliebend, ja schon fast harmoniesüchtig ist.
Dass diese Sehnsucht nach Harmonie aber so weit gehen kann, dass sogar ein ganzes Märchen so umgeschrieben wird, das hinterher das Happy End auch garantiert ist, hat mich dann aber doch überrascht.

Sicherlich ist heutzutage dieses Ende vom Märchen des Rattenfängers von Hameln pädagogisch wertvoller, da harmloser und weniger brutal.
Aber ob dies im Sinne der Gebrüder Grimm und der Weltliteratur ist, das sei dahingestellt.

Samstag, 28. November 2009

Advent, Advent ein Lichtlein brennt


1.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier -
dann steht das Christkind vor der Tür.

2.
Der Schnee, der Schnee kommt von der Höh',
Draußen im Wald der Tannenbaum
Träumt schon seinen Weihnachtstraum.

3.
Und huckepack mit seinem Sack
Geht nun bald von Haus zu Haus
Der gute alte Nikolaus.

4.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt,
Bald kommt die frohe, selige Zeit.
Weihnacht, Weihnacht ist nicht mehr weit.


(altes deutsches vorweihnachtliches Adventsgedicht)

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen dieses Blogs und allen meinen Freunden und Bekannten einen schönen ersten Advent.