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Donnerstag, 31. Dezember 2009

Nachweihnachtlicher Lichtzauber






Weihnachten ist vorbei, und wir bereiten uns alle auf den nahenden Jahreswechsel 2009/2010 vor.

Dennoch sind die Straßen, Plätze und Einkaufscenter der Hauptstadt abends noch hell erleuchtet mit den tausenden von Lichterketten die die unterschiedlichsten Weihnachtsbeleuchtungen bilden, und die uns an Weihnachten zurückdenken lassen.

Als ich gestern, nach der Arbeit, noch durch das hell erstrahlte Bairro Alto in Lissabon gegangen bin, war ich von dem Lichtermeer fasziniert.

Ironischerweise ist mir die Weihnachtsbeleuchtung in der Vorweihnachtszeit, durch den ganzen Stress, gar nicht so richtig aufgefallen.

Erst jetzt nach Weihnachten, und nachdem meine Schwester mich auf diese Aufmerksam gemacht hat, habe ich angefangen die unterschiedlich beleuchteten Straßen und Plätze Lissabons zu bestaunen.

Ich werde mir vornehmen, nächstes Jahr zu Weihnachten, mit offeneren Augen durch die Straßen meiner Heimatstadt zu gehen…

Dienstag, 17. November 2009

Volkstrauertag






Am Sonntag, dem 15.11.2009, war Volkstrauertag in Deutschland.
Aber auch hier in Lissabon wurde den Kriegstoten feierlich gedacht.

Auf dem Friedhof der Deutschen Evangelischen Gemeinde (pt.: Cemitério Alemão) in der Rua do Patrocínio, im Stadtteil Campo de Ourique, fand eine Gedenkfeier in Anwesenheit des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Helmut Elfenkämper, und des Militärattachés statt.
Sowohl Pfarrer Stefan Stalling, von der Evangelischen Gemeinde, als auch Pfarrer Bernhard Wolf, von der Katholischen Gemeinde, hielten jeweils eine kurze Rede.
Mit einer Kranzniederlegung von Botschafter Elfenkämper am Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege und einer sehr schönen Rede von ihm, endete die Gedenkfeier.

Danach fand in der Katholischen Gemeinde Deutscher Sprache, in der Kirche „Nossa Senhora das Dores“, ebenfalls in der Rua do Patrocínio gelegen, ein ökomenischer Gottesdienst statt, an der beide Gemeinden teilnahmen.

Freitag, 16. Oktober 2009

Nachtrag zu den Kommunalwahlen 2009


Am letzten Sonntag, dem 11. Oktober 2009, fanden hier in Portugal Kommunalwahlen statt.

Im ganzen Land standen die Stadtparlamente von 308 Rathäusern und 4260 Gemeinden zur Wahl.
Insgesamt 9.376.402 Bürger waren zur Wahl aufgefordert.
Von ihrem Wahlrecht nahmen allerdings nur 5.532.575 Bürger gebrauch, was einen Prozentsatz von 59,01% ausmacht.
3.843.827 Bürger (40,99%) gingen nicht zur Wahl.

Die Sozialistenpartei PS gewannen 136 Rathäuser und die bürgerliche PSD konnte 138 Rathäuser für sich gewinnen.
Als drittstärkste Partei bei den Kommunalwahlen ging die Kommunistische Partei CDU mit dem Sieg über 28 Stadtparlamente hervor.
Die rechte CDS-PP und die ultralinke BE gewannen je ein Rathaus.
Die Unabhängigen gewannen 4 Stadtparlamente.

In Lissabon gewann der amtierende sozialistische Bürgermeister António Costa mit absoluter Mehrheit.
Das Selbe, nämlich eine absolute Mehrheit, gelang dem Bürgermeister von Porto, dem bürgerlichen Rui Rio, von der PSD.

In Almada, der Stadt in der ich lebe, gewannen die Kommunisten wieder einmal die Wahlen, verloren aber die absolute Mehrheit.
Bürgermeisterin Emília de Sousa, eine eisenharte Stalinistin, wird nun im Stadtparlament mit einem Koalitionspartner zusammenregieren müssen.
Da diese Dame aber nicht sehr viel von Zusammenarbeit oder Koalitionen hält, steht meiner Gemeinde wohl, so befürchte ich, eine schwere Zeit bevor.

Samstag, 10. Oktober 2009

Ich bin keiner Partei „angehörig“


Dieser Tage wurde ich gefragt, welcher Partei ich angehören würde.

Davon abgesehen, das ich diese Frage für etwas absurd halte (man achte bitte auf das Verb „gehören“) kommt es mir nicht in den Sinn, Mitglied in einem Verein (in diesem Fall einer Partei) zu sein, deren Anhänger meistens so viel Hirn und eigenen Willen haben, wie dressierte Affen.

Natürlich habe ich persönlich politische Sympathien, aber ich „gehöre“ keiner Partei an.
Ich bin da sehr eigen, und habe so meine persönliche Meinung.

Von Herzen her, bin ich absolut Monarchist.
Ich gehöre zu denen, die felsenfest der Meinung sind, dass eine farblose Republik, wie die aktuelle Portugiesische, nicht einer Institution, wie die der Monarchie, die über 700 Jahre lang in Portugal hervorragend funktioniert hat, das Wasser reichen kann.
Deshalb bin ich der festen Ansicht, dass das Beste was Portugal passieren könnte, die Wiedereinführung der Monarchie wäre!

Mit der jetzigen Republik, ihren Parteien, Politikern und Mitgliedern, habe ich so meine Probleme.
Ich kann Menschen, die keinen eigenen Willen haben und die keine eigene Meinung vertreten können, nicht verstehen.
Erst recht nicht wenn sie Politiker sind und eigentlich ein Beispiel für den Bürger sein sollten.

Erst dieser Woche traf der kommunistische Intellektuelle Carvalho da Silva, auf offener Straße, den sozialistischen Bürgermeister der Stadt Lissabon, António Costa, und sagte zu ihm, vor laufenden Kameras, er wäre ein enthusiastischster Anhänger von ihm, und er wünsche ihm für seine politische Zukunft alles gute.

Nun darf man nicht vergessen, dass wir uns hier in Portugal, am Ende eines Kommunalwahlkampfes befinden. Die Kommunalwahlen finden am morgigen Sonntag, dem 11. Oktober 2009, statt.
Und so eine spontane Äußerung, auf offener Straße und vor laufenden Kameras, kommt bei den Parteigenossen nicht gerade sehr gut an.

Also pfiffen die Kommunisten den Kameraden Carvalho da Silva zurück, und dieser musste tags drauf, wieder vor laufenden Kameras, sagen, er unterstütze natürlich den kommunistischen Kandidaten für das Bürgermeisteramt Lissabons, Ruben de Carvalho.

Ich weiß zwar nicht, was einen erwachsenen Mann dazu bewegt seine am Tag vorher freiwillig geäußerte Meinung, wieder zu widerrufen, obwohl er wirklich nicht an Amnesie leidet.
Aber um dem Zentralkomitee nicht zu missfallen, scheint selbst ein Intellektueller kein Problem darin zu sehen, seine Meinung zu revidieren.

Der Unterschied zu mir und Carvalho da Silva besteht ohne Zweifel also darin, dass er einer Partei „angehört“, ja dieser anscheinend sogar „hörig“ ist, und ich eben nicht.

Mir würde es nicht im Traum einfallen, mir von einer Partei vorschreiben zu lassen, welcher Meinung ich sein soll und welcher eben nicht.
Also belasse ich es dabei, bei den kommenden Wahlen mein Kreuzchen an der für mich richtigen Stelle zu machen, und überlasse es anderen sich parteipolitisch zu engagieren.

Freitag, 25. September 2009

Wählen ist eine Bürgerpflicht



Zufälligerweise finden am kommenden Sonntag, dem 27. September 2009, sowohl in Portugal als auch in Deutschland am gleichen Tag Parlamentswahlen statt.

Hier in Portugal finden Wahlen zur „Assembleia Nacional“ (dt.: Nationalversammlung) und in Deutschland finden die Wahlen zum „Bundestag“ (port.: Congresso Federal) statt.

Mit Absicht habe ich hier in meinem Blog weder den portugiesischen, noch den deutschen Wahlkampf thematisiert.
Nicht das ich kein politischer Mensch wäre, oder nicht an Politik interessiert wäre.

Im Gegenteil!

Nur bin ich der felsenfesten Meinung das, genauso wie meine politische Überzeugung nicht zur Diskussion steht, es mir auch nicht zusteht die politische Meinung anderer in Frage zu stellen, auch wenn sie weiß Gott nicht immer mit meinen Überzeugungen übereinstimmen.

Aber den demokratischen, politischen Gegner zu respektieren ist eine meiner Maximen.
Außerdem ist dieser Blog nicht dazu da, um zu missionieren!

Aber eines möchte ich den Lesern meines Blogs auf jeden Fall mit auf den Weg geben:

Denken sie daran, das Wählen eine Bürgerpflicht ist!
(port.: Votar é um dever cívico!)

Gehen sie bitte am kommenden Sonntag wählen!

Dienstag, 15. September 2009

Red Bull Air Race



Dieses Wochenende fand hier im Norden Portugals, in der Stadt Porto, vor den Augen einer rekordverdächtigen Zahl von mehr als 720.000 flugrennsportbegeisterten Zuschauern und an einer spektakulären Strecke entlang des Flusses Douro, das fünfte und vorletzte Rennen der Red Bull Air Race-Weltmeisterschaft 2009 statt.

Mit seinem sechsten Platz verpasste der deutsche Matthias Dolderer nur knapp das Finale in Spanien.
Denn nur die vier besten Teilnehmer können im nächsten Monat im spanischen Barcelona am Finale teilnehmen.

Bei der von der Federation Aeronautique Internationale (FAI) überwachten Red Bull Air Race-WM müssen die Piloten ihr ganzes Können unter Beweis stellen, um bei Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 370 km/h und Kräften von bis zu 12G die 20 Meter hohen aufblasbaren Pylone, die so genannten Air Gates, so schnell wie möglich zu passieren.

Portugiesische Piloten waren erst gar nicht am Start. Trotzdem war das Flugspektakel vom Wochenende ein absoluter Erfolg für die Stadt Porto, ihre Bewohner und ihre Besucher.

Sieger in Porto wurde der Brite Paul Bonhomme, vor dem Titelverteidiger des letzten Jahres, dem Österreicher Hannes Arch. Dritter wurde Rockie Matt Hall aus Australien.
Die ganze Veranstaltung fand unter einem frenetischen Beifall der über 720.000 gut gelaunten Zuschauer über das ganze Wochenende statt.

Obwohl, am Samstag hielt sich die Begeisterung und die gute Laune für einige Minuten in Grenzen. Für einen Augenblick gerieten einige Zuschauer sogar in Panik.

Was war geschehen?

Die Veranstalter hatten, als Überraschung, einen Airbus 310 der portugiesischen Fluggesellschaft SATA knapp über die Häuser von Porto und die Zuschauer drüber fliegen lassen.
Was wie gesagt, eine Überraschung und ein Highlight der Flugshow sein sollte, endete allerdings fast in ein Desaster.

Denn einen riesigen Airbus 310, am Jahrestag der New Yorker Terroranschläge vom 11. September knapp über die Köpfe von über 700.000 Menschen fliegen zu lassen, kann kein Highlight sein, sondern nur ein makaberer und schlechter Witz.
Als die Veranstalter merkten dass die Stimmung zu kippen drohte, ließen sie den Airbus nach nur einem Überflug sofort zum Flughafen Aeroporto Francisco Sá Carneiro zurückfliegen.

Die Veranstaltung konnte ohne ernsten Zwischenfall weiter gehen.

Dienstag, 18. August 2009

Gelungene Kopie


Hier in Almada, der Stadt in der ich lebe, steht auf einem 75 Meter hohen Sockel die 28 Meter hohe Statue des „Cristo Rei“ (Christkönig-Statue).
Sie befindet sich auf einem über 100 Meter hohen Hügel im Stadtteil Pragal, am Tejoufer, genau gegenüber der Stadt Lissabon.

Obwohl in Almada gelegen, so denken viele im Ausland der „Cristo Rei“ wäre ein Lissabonner Denkmal. Aber dem ist nicht so! Zwar hat man vom „Cristo Rei“ wohl den spektakulärsten Blick auf die Stadt Lissabon, aber geografisch gesehen, gehört er zu der Stadt Almada.

Die Gründung dieses imposanten Denkmals, im Jahre 1959, geht auf den damaligen Erzbischof von Lissabon und Kardinal Manuel G. Cerejeira, einem Studienfreund des Diktators António de Oliveira Salazar, zurück.

Kardinal Cerejeira hatte bei einem Besuch in Rio de Janeiro im Jahre 1934 die dort kurz zuvor eingeweihte Christusstatue auf dem Corcovado bewundert.
In Lissabon wieder angekommen, beschloss er eine Nachbildung der weltberühmten Christusstatue von Rio de Janeiro in Lissabon nachbauen zu lassen.
Jahrelang versuchte Kardinal Cerejeira seine Bischofskollegen und den Diktator vom Bau der Statue zu überzeugen.

Dann endlich, bei einer Versammlung der portugiesischen Bischofskonferenz im Walfahrtort Fátima, im Jahre 1940 gelobten die Bischöfe die Christusstatue zu errichten, sollte Gott das neutrale Portugal vor dem Zweiten Weltkrieg verschonen.

Portugal wurde verschont, und 1949, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, begannen die Bauarbeiten, die sich über 10 Jahr hinweg ziehen sollten. Die Statue wurde von dem Bildhauer Francisco Franco de Sousa errichtet. Für den Sockel war der Architekt António Lino verantwortlich.

Wer vor dem Denkmal steht, und sich Statue und Sockel anschaut, der wird merken, dass die Proportionen nicht so ganz zu einander passen.
Der Sockel ist wesentlich größer und globiger als die, im Verhältnis, zierliche Statue. Das liegt daran, dass die Kirchenmänner eigentlich vorhatten eine wesentlich größere Statue bauen zu lassen. Doch dann ging der Kirche das Geld aus, und man musste sich mit der heutigen Statue zufrieden geben.

Angeblich soll aber der Diktator Salazar von so viel Protz und Verschwendung kirchlicher Gelder so erzürnt gewesen sein, das die Kardinäle eine kleinere Statue bauen ließen. Der Sockel aber, war bereits aufgestellt und konnte nicht mehr verkürzt werden.

Am 17. Mai 1959, einem Pfingstsonntag, wurde der „Cristo Rei“, in Anwesenheit von über 300.000 Menschen, darunter vielen Würdenträgern der katholischen Kirche und des portugiesischen Staates, feierlich eingeweiht.

Dieses Jahr, am 17. Mai 2009, feierte der „Cristo Rei“ seinen fünfzigsten Geburtstag.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Endlich eingeweiht


Wie in meinem post „Der grüne Leuchtturm von Cacilhas“, vom 18.06.2009, angekündigt, will ich heute hier über die Einweihung des neuen (alten) Leuchtturms von Cacilhas schreiben.

Nach seinem „Exil“ auf den Azoren, ist der alte Leuchtturm wieder nach Cacilhas zurückgekehrt und hier, in Anwesenheit der Bürgermeisterin von Almada, Maria Emília de Sousa, und dem Oberbefehlshaber der Marine, Admiral Fernando de Melo Gomes, am letzten Samstag, dem 18. Juli 2009, feierlich eingeweiht worden.

Die Einweihungszeremonie ging einigermaßen harmonisch über die Bühne, obwohl Tage zuvor, im Stadtparlament von Almada, die Sitzungen alles andere als harmonisch verliefen.
Hier, im Stadtparlament, ging es nämlich darum, das der Leuchtturm, der immer eine grüne Farbe hatte, plötzlich rot angestrichen worden war, und auch so bleiben soll.

Die Stadtabgeordneten der Opposition wollen es nicht akzeptieren, dass der Leuchtturm nun eine rote, anstatt eine grüne Farbe hat, denn, so argumentieren sie, mit dieser Farbe, ist er nicht mehr der selbe Leuchtturm.

Sie finden es äußerst Merkwürdig das der Leuchtturm nun ausgerechnet die Farbe hat, die auch gleichzeitig die politische Farbe der regierenden Partei im Stadtparlament ist, nämlich rot wie der Kommunismus.
Auf diesen Vergleich angesprochen, meinte die Bürgermeisterin nur, es handele sich um einen Zufall.

Die Stadt hätte sich dafür entschieden den Leuchtturm rot anzustreichen, weil noch eine Menge dieser Farbe in den Depots der Stadt gelagert gewesen seien und grüne Farbe allerdings, noch hätte eingekauft werden müssen.
Aus Kostengründen hätte man also den Leuchtturm rot angestrichen, und nicht aus politischen Gründen, wie die Opposition meine.

„Wer es glaubt, wird selig!“ – so konterte die!

Wie auch immer.
Der Führer der oppositionellen Sozialistischen Partei (PS), dessen politische Farbe rosa ist, hat schon versichert, das er nicht vorhat, bei einem Sieg der kommenden Kommunalwahlen im Oktober, den Leuchtturm rosa anzustreichen…

Mittwoch, 15. Juli 2009

Die Möwen


Die Möwen

An einem leuchtenden Sommermorgen
wandle ich am Ufer des Tejo herum.
Es schreien und kreischen die Möwen,
Ich aber wandle stumm.

Es schreien und kreischen die Möwen,
Und schauen mitleidig mich an:
“Sei unserem Gekreische nicht böse,
Du stummer, du trauriger Mann!“

Ach wüßten´s die Möwen, die kreischenden,
Wie tief manchmal verwundet mein Herz,
Sie würden mit mir weinen,
Zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßten´s die Möwen, die schreienden,
Wie ich so traurig und krank,
Sie ließen das nervige Schreien
Und ihr Meckern hätte einen anderen Klang.

Und wüßten´s die Möwen, die meckernden,
Wie weh es mir manchmal ist ums Herz,
Sie kämen aus ihrer Höhe,
Und brächten Trost in mein Herz.

Doch die Möwen können es nicht wissen,
Keine kennt meinen Schmerz:
Denn ich habe es mir selber zerrissen,
Zerrissen mir das Herz.

(Angelo Paulo, Juli 2009)

Montag, 13. Juli 2009

Vereint durch Sport und Sprache – Unidos pelo desporto e a lingua


Heute Abend sind in Lissabon, in Anwesenheit des Staatspräsidenten Cavaco Silva und vielen geladenen Gästen, die zweiten Spiele der Lusophonie (Jogos da Lusofonia) feierlich eröffnet worden.

Die Spiele der Lusophonie sind ein sportliches Ereignis, welche durch die Vereinigung der portugiesischsprachigen Länder oder Regionen und ihre olympischen Komitees (Associação dos Comités Olímpicos de Língua Oficial Portuguesa = ACOLOP) organisiert und alle vier Jahre ausgetragen werden sollen.
Sie sind vergleichbar mit den Commonwealth Games der anglophonen Nationen.
Wie bei den Olympischen Spielen, so soll auch bei den Spielen der Lusophonie, der Sport die Jugend der Welt verbinden;
aber auch die portugiesische Sprache soll sie verbinden!
So lautet denn dass Slogan der Spiele:
„Unidos pelo desporto e a lingua“ ( „Vereint durch Sport und Sprache“).

Die Vereinigung ACOLOP wurde im Juni 2004 gegründet. Gründungsmitglieder waren Portugal, Angola, Brasilien, Guinea-Bissau, Kap Verde, Macau (China), Moçambique, São Tomé und Principe und Ost-Timor. Mitglieder dürfen aber alle Länder und Regionen werden, in denen Portugal geschichtlich und sprachlich seine kulturellen Spuren hinterlassen hat.

Bereits im Oktober 2006, bei den ersten Spielen der Lusophonie im chinesischen Macau, nahmen nicht nur die neun Gründungsmitglieder teil, sondern auch Indien, das sich im selben Jahr der Vereinigung anschloss.
Dieses Jahr in Lissabon, bei den zweiten Spielen der Lusophonie, die vom 11. – 19. Juli 2009 stattfinden, nehmen außer den Gründungsmitgliedern und Indien, nun auch die Länder Sri Lanka und Äquatorialguinea teil, die sich dieses Jahr der ACOLOP angeschlossen haben.

Die Teilnahmen Ghanas und der indonesischen Insel Flores konnten aus organisatorischen Gründen nicht mehr berücksichtigt werden. Ihnen wurde aber eine Teilnahme bei den nächsten Spielen der Lusophonie 2013 zugesagt.
Das spanische Galizien hätte teilnehmen können, musste aber wieder ausgeladen werden, weil Spanien mit ernsthaften diplomatischen Konsequenzen gedroht hat.
Aber auch Galizien wurde für eine Teilnahme bei den nächsten Spielen eine Zusage gegeben.

Interesse an einer zukünftigen Teilnahme an den Spielen der Lusophonie haben schon Marokko, Südafrika, Tansania, Oman, Thailand, Pakistan, Japan, Malaysia, Uruguay und die Philippinen gezeigt.

In Lissabon werden sich die teilnehmenden Nationen an den Sportarten Leichtathletik, Fußball, Rollhockey, Beachvolleyball, Tischtennis, Volley- und Basketball, Futsal, Taekwondo und Handball gegeneinander messen müssen.

Hoffen wir auf friedliche, faire und spannende Spiele!

Samstag, 27. Juni 2009

Vom Elbtal ins Sintragebierge
















Wie ich heute den hiesigen Nachrichten entnehmen konnte, hat die UNESCO ihre Drohung tatsächlich wahr gemacht und das Dresdner Elbtal von der Welterbeliste gestrichen.

Somit ist das Dresdener Elbtal kein Weltkulturerbe mehr.
Das UNESCO-Welterbekomitee hat es gestern, 25.06.2009, bei seiner Sitzung im spanischen Sevilla von der Liste gestrichen.

Der Grund für die Aberkennung ist der umstrittene Bau der so genannten Waldschlösschenbrücke (wie kann etwas mit so einem schönen Namen, der Grund für so einen großen Verlust sein?).
Seit 2006 führte die UNESCO das Elbtal auf der Roten Liste der gefährdeten Weltkulturerbestätten, und trotzdem wurde nichts gegen eine drohende Aberkennung unternommen. Soweit ich mich erinnern kann, hatte die UNESCO schon im vergangenen Jahr Dresden mit der Aberkennung des Titels gedroht, wenn die Stadt auf den Bau der vielspurigen Autobrücke nicht verzichtet.
Aber es wurde fleißig weiter gebaut.
Ich glaube ganz Dresden und Sachsen haben geglaubt, das die UNESCO es niemals wagen würde ihnen den Titel abzuerkennen.
Selbst ich, hätte niemals gedacht dass die UNESCO zu so einem drastischen Schritt fähig wäre.

Diese Blamage hätte aber verhindert werden können, wenn man nur einen Tunnel anstatt der Brücke gebaut hätte. Somit ist die Entscheidung der UNESCO zwar traurig, aber konsequent, nachdem die Stadt Dresden trotzig am Weiterbau der Brücke festgehalten hat. Angesichts der Verletzung der geltenden Kriterien, auch von Deutschland damals mitunterschrieben, hatte die UNESCO-Kommission bei ihrer Entscheidung keine andere Wahl.

Jetzt fängt das große Lamentieren an. Viele bedauern auf einmal die Entscheidung der UNESCO, und würden am liebsten alles wieder rückgängig machen.
Zu recht!
Denn da gibt es Länder in der dritten Welt, die kaum finanzielle Mittel zur Verfügung haben, und es dennoch schaffen ihre Weltkulturstätten zu erhalten. Und dann kommen da das Kulturland Sachsen und die Kulturnation Deutschland, die sich dem Denkmal- und Naturschutz verschrieben haben, und bringen es nicht einmal fertig mit der UNESCO zu einer Einigung zu kommen.

Im Fernsehen habe ich die Oberbürgermeisterin (die Dame ist, glaube ich, von der CDU) sagen hören, das die Aberkennung des Titels zwar ein großer Verlust sei, aber das die Touristen weiterhin Dresden, ob mit oder ohne Titel, besuchen kommen würden. Da sei sie sich ganz, ganz sicher.

Nun Frau Oberbürgermeisterin, das ist so wie mit dem Christstollen. Natürlich kann man ihn auch ohne Rosinen backen, aber schmeckt er dann noch genauso gut? Und, ist er dann überhaupt noch ein original Dresdner Christstollen? Ich wäre mir da nicht so sicher!

Ich bin felsenfest der Meinung, Deutschland hat sich mit dem Bau dieser Brücke selbst einen riesigen Bärendienst erwiesen, aber der übrigen Welt einen großen Gefallen damit getan.

Warum?

Nun, die Nationen, die bis jetzt dachten, die UNESCO wäre nichts weiter als eine Papiertigerversammlung, wissen jetzt, dass dem nicht so ist.

Wir haben hier in Portugal mit dem malerischen Sintra und dem urigen Sintragebierge ein Kultur- und Naturwelterbe, dass immer häufiger bedroht wird, mit Neubauten zugebaut zu werden, obwohl es ein klares Verbot dazu gibt. Bis jetzt ging die Stadt Sintra sehr lasch mit diesem Verbot um.
Aber spätestens seit heute, wird sich jeder im Rathaus von Sintra zwei Mal überlegen, wenn er demnächst wieder ein Bauprojekt genehmigt.
Somit glaube ich, ist also der Verlust von Dresden, ein Gewinn für Sintra und all die anderen Kultur- und Naturerben der Welt die meinen, sie können mit dem Erbe einfach so umgehen wie es ihnen passt!
Nicht umsonst heißen die Titel „Weltkulturerbe“ und „Weltnaturerbe“. Es ist ein Erbe das wir intakt an unsere Kinder und Kindeskinder überall auf der Welt weiterreichen müssen!

Aber wenn man es sich richtig überlegt, dann hat Deutschland gestern nicht nur Pech gehabt.
Zwar wurde dem Elbtal der Titel Weltkulturerbe aberkannt, aber dafür konnte das Wattenmeer als neues Naturwelterbe in die Liste der UNESCO aufgenommen werden.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Passarola


2009 feiert die moderne portugiesische Luftfahrt ihren 100. Geburtstag. Das Verteidigungsministerium, die staatliche und die privaten Fluggesellschaften, die verschiedenen Luftfahrtmuseen und auch viele Flugvereine feiern dieses Ereignis mit diversen Ausstellungen und vielen Flugschauen.

Das die Ballonfahrt in Portugal dieses Jahr ihren 300. Geburtstag feiert, geht dabei leider etwas unter.

Der in der Stadt Santos, in der Kronkolonie Brasilien, 1685 geborene Jesuitenpater Bartolomeu Lourenço de Gusmão entwickelte im Jahre 1709 einen flugfähigen Ballon, der zum Prototyp aller zukünftigen Luftschiffe wurde.

Im ehemaligen Palacio da Ribeira, da wo sich heute die Praça do Comercio befindet, demonstrierte Gusmão 1709, vor den Augen der königlichen Familie und des gesamten Hofstaates, sein später als „Passarola“ (vom portugiesischen Wort passaro = Vogel) bekannt gewordenes Flugobjekt.
Leider verliefen die Vorführungen alles andere als gut.
Lediglich zwei von fünf Vorführungen hatten fliegerischen Erfolg. Die anderen drei endeten mit dem Brand der Flugobjekte (die Ballons waren damals mit brennenden Kerzen versehen). Heute würde man sagen, der Prototyp war noch nicht ganz ausgereift.

Leider kam Bartolomeu Lourenço de Gusmão nicht mehr dazu
die von ihm erfundene Passarola zu perfektionieren.
Denn 1724 musste er Hals über Kopf Lissabon verlassen, da die Inquisition ihm Hexerei vorwarf.
Wer zu damaligen Zeit fliegende Objekte erfand, der konnte, in den Augen der Kirche, ja nur ein Hexer sein!

Auf dem Weg nach Paris, wo er sich niederlassen wollte, verstarb er im spanischen Toledo an einer schweren Grippe.

Dienstag, 23. Juni 2009

Rennen auf Stöckelschuhen


Diesen Sonntag, dem 21. Juni 2009, fand hier in Lissabon ein Ereignis statt, welches es bis dahin noch nicht in Portugal gegeben hatte.
304 Frauen trafen sich am Ufer des Tejo, in Alcântara, um am ersten Stöckelschuhrennen Portugals teilzunehmen.

Dieser originelle Lauf, der schon in Städten wie Berlin, Sydney, Moskau und Amsterdam, für eine Menge Gaudi gesorgt hat, fand unter strahlendem Sonnenschein statt und hatte die Teefirma Lipton Tea und die Zeitschrift Cosmopolitan als Sponsoren.
Zu gewinnen gab es ein Preisgeld von jeweils 1000, 500 und 250 Euro für die ersten drei Qualifizierten.

Um am Rennen teilzunehmen, musste man nur zwei Bedingungen erfüllen: man musste volljährig sein und man musste Stöckelschuhe mitbringen, die mindestens 7 cm vorweisen konnten.

Waren diese zwei Bedingungen erfüllt, konnte es dann auch schon losgehen. 200 m waren zu überwinden.
Eine zu bewältigende Strecke, wenn man Turnschuhen anhat. Aber mit „Stilettos“?
Es ist verblüffend, wie sicher manche Frau auf Stöckelschuhen, nicht nur laufen, sondern wirklich auch rennen kann. Unglaublich!

Für einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde wird die Anzahl der Teilnehmerinnen dieses Rennens sicherlich nicht reichen.
Aber nach dem großen und humorvollen Erfolg, soll das Rennen nächstes Jahr wiederholt werden.
Und dann soll es auch eine „männliche“ Version geben. Dann sind nämlich auch die Herren aufgefordert ihr Glück auf Stöckelschuhen zu versuchen…