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Freitag, 16. Oktober 2009

U-Bootkrieg


Heute hat die portugiesische Staatsanwaltschaft (port.: Ministério Público) bestätigt, dass sie die vor einer Woche ausgesprochene Anklage wegen Urkundenfälschung, Bestechung und Betrugs, gegen sieben portugiesische und drei deutsche Manager, im Zusammenhang mit einem umstrittenen U-Bootgeschäft im Jahre 2004, Aufrecht erhält.

Damals hatte das portugiesische Ministerium der Verteidigung, unter dem damaligen Minister Paulo Portas und unter der Regierung von Prämieminister Manuel Durão Barroso, eine internationale Ausschreibung für zwei U-Boote in Auftrag gegeben.
Die deutsche „MAN Ferrostaal AG“, ein Mitglied der „German Submarine Consortium“, konnte einen französischen und einen britischen Mitbewerber ausstechen, und so bestellte das Verteidigungsministerium bei den Deutschen zwei ultramoderne U-Boote für die portugiesische Marine für sage und schreibe 800 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft erhob nun Anklage gegen besagte zehn Manager, weil die portugiesische Kriminalpolizei eine Zahlung von über 24 Millionen Euro der deutschen Thyssen-Krupp-Gruppe im Rahmen der Geschäftsabwicklung an die englische Konkurrenzfirma gefunden hat.

Die Manager befinden sich alle auf freiem Fuß, aber ihnen droht eine Festnahme, sobald angeforderte Unterlagen aus Großbritannien und Deutschland in Portugal eintreffen, und die sich belastend für sie auswirken.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Passarola


2009 feiert die moderne portugiesische Luftfahrt ihren 100. Geburtstag. Das Verteidigungsministerium, die staatliche und die privaten Fluggesellschaften, die verschiedenen Luftfahrtmuseen und auch viele Flugvereine feiern dieses Ereignis mit diversen Ausstellungen und vielen Flugschauen.

Das die Ballonfahrt in Portugal dieses Jahr ihren 300. Geburtstag feiert, geht dabei leider etwas unter.

Der in der Stadt Santos, in der Kronkolonie Brasilien, 1685 geborene Jesuitenpater Bartolomeu Lourenço de Gusmão entwickelte im Jahre 1709 einen flugfähigen Ballon, der zum Prototyp aller zukünftigen Luftschiffe wurde.

Im ehemaligen Palacio da Ribeira, da wo sich heute die Praça do Comercio befindet, demonstrierte Gusmão 1709, vor den Augen der königlichen Familie und des gesamten Hofstaates, sein später als „Passarola“ (vom portugiesischen Wort passaro = Vogel) bekannt gewordenes Flugobjekt.
Leider verliefen die Vorführungen alles andere als gut.
Lediglich zwei von fünf Vorführungen hatten fliegerischen Erfolg. Die anderen drei endeten mit dem Brand der Flugobjekte (die Ballons waren damals mit brennenden Kerzen versehen). Heute würde man sagen, der Prototyp war noch nicht ganz ausgereift.

Leider kam Bartolomeu Lourenço de Gusmão nicht mehr dazu
die von ihm erfundene Passarola zu perfektionieren.
Denn 1724 musste er Hals über Kopf Lissabon verlassen, da die Inquisition ihm Hexerei vorwarf.
Wer zu damaligen Zeit fliegende Objekte erfand, der konnte, in den Augen der Kirche, ja nur ein Hexer sein!

Auf dem Weg nach Paris, wo er sich niederlassen wollte, verstarb er im spanischen Toledo an einer schweren Grippe.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Der grüne Leuchtturm von Cacilhas


Wer aus Lissabon, mit der Fähre kommend, in Cacilhas anlandet, sieht zu seiner Rechten ein sehr gutes Fischrestaurant mit dem Namen „O Farol“ (Der Leuchtturm).
Für mich, genauso wie für viele meiner Generation, war dieses Restaurant der einzige „Leuchtturm“ den es in Cacilhas gab.

Erst vor gut einem halben Jahr, habe ich erfahren, dass es ehemals einen richtigen Leuchtturm in Cacilhas gab, der 1886 in Betrieb genommen wurde, und bis 1978 an den Ufern des Tejo seinen Dienst als Wegweiser der Schifffahrt versah.
Mit der Modernisierung der maritimen Navigationssysteme wurde er ab 1978 für den Lissabonner Hafen nutzlos, wurde dann zerlegt, und auf die Azoreninsel Terceira verschifft. Dort wo er noch gebraucht wurde, versah er seinen Dienst noch bis Anfang des Jahres 2000.
Ab diesem Jahr, wurde er auch auf der Insel Terceira nicht mehr gebraucht, denn auch dort hatte nun das digitale und sonare Zeitalter begonnen.

Die Stadt Almada, zu der der Ort Cacilhas gehört, fragte im Verteidigungsministerium, der für alle Leuchttürme des Landes zuständig ist, nach, ob der Leuchtturm wieder zurück nach Cacilhas kommen könne.
Die Anfrage wurde positiv beantwortet, und so kommt es, dass nach einer 4jährigen Restaurierungsarbeit der Leuchtturm wieder nach Cacilhas gebracht wurde.
Dort wird er jetzt wieder zusammengebaut, und nächsten Monat soll er feierlich eingeweiht werden. Er muss nur noch seine original grüne Farbe erhalten.

Dann können die Menschen, die in Cacilhas mit der Fähre anlegen, nicht nur auf der rechten Seite vom Anlegeplatz, das Restaurant mit dem Namen Leuchtturm sehen, sondern sie können wieder, wie zu vergangener Zeit, wenn sie nach links schauen, dann auch den Originalleuchtturm sehen und bewundern.

Wenn der Leuchtturm eingeweiht wird, werde ich es Euch mit einem post in diesem Blog wissen lassen.