Posts mit dem Label Monarchie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Monarchie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 1. Mai 2014

Die Geschichte des 1. Mai in Portugal


Der 1. Mai (port.: Dia 1 de Maio), den man hierzulande auch den „Tag des Arbeiters“ (port.: „Dia do Trabalhador) nennt – nicht wie in Deutschland, wo dieser Tag „Tag der Arbeit“ (port.: Dia do Trabalho“ genannt wird) – , ist hier in Portugal genauso ein gesetzlicher Feiertag wie unter anderem auch in Deutschland.
Diesen Feiertag gab es aber hierzulande nicht immer!

Erst seit dem Jahre 1974 kann man hier in Portugal diesen Tag der internationalen Arbeiterbewegung und der Werktätigen wieder straffrei feiern.
Vorher, zu Zeiten der faschistischen Diktatur, war er absolut verboten!

Seinen Ursprung hat der 1. Mai in den USA.
Im April des Jahres 1886 gingen Fabrikarbeiter in der Stadt Chicago auf die Straße und demonstrierten tagelang für die Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages und für bessere und gerechtere Löhne.
Da die Fabrikbesitzer nicht einlenkten, kam es Ende April zu Massendemonstrationen und in Folge dieser auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Am 1. Mai 1886 kam es zu einer von den Gewerkschaften organisierten riesigen Kundgebung in Chicago, mit über 500.000 Teilnehmern.
Dies war die Geburtsstunde der Arbeiterbewegung!
Drei Jahre später, 1889, trafen sich mehrere sozialistische Parteien und Gewerkschaften aus aller Welt in Paris, und erklärten den 1. Mai zum internationalen Feiertag der Arbeit und Arbeiter.

1890 wurde dann der 1. Mai zum ersten Mal international gefeiert und auch in Portugal wurde dieser Tag zum Feiertag bestimmt.
Zu Zeiten der Monarchie steckte die Arbeiterbewegung in Portugal, verglichen mit der anderer Länder, noch in den Kinderschuhen und so wurde in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts der 1. Mai hierzulande fast familiär gefeiert, mit kleinen Picknicks und Friedhofsbesuchen, bei denen man die Gräber verstorbener Arbeiter besuchte. Noch heute gibt es an diesem Tag auf Madeira und den Azoren diese Tradition des picknicken und der Friedhofsbesuche bei Personen die Opfer eines Betriebsunfalls wurden.
Erst nach dem Fall der Monarchie begannen die Gewerkschaften sich erfolgreich zu organisieren und an Stärke zu gewinnen. So erreichten sie dann am 1. Mai 1919 eines ihrer größten Ziele, und setzten den 8-Stunden-Arbeitstag in Portugal durch.

Als 1926 die Militärs gegen die Erste Republik putschten wurde Portugal zur Diktatur. Ab diesem Jahr wurde der 1. Mai als Feiertag verboten und abgeschafft.
Aber trotz Verbotes wurde dieser Tag in manchen Jahren der faschistischen Diktatur zelebriert, was zur Folge hatte, das die Teilnehmer an den jeweiligen Kundgebungen meistens im Gefängnis landeten.
Erst 1974, gerade mal sechs Tage nach der Nelkenrevolution vom 25. April, wurde der 1. Mai zum ersten Mal nach 48 Jahren Diktatur wieder offiziell in Portugal enthusiastisch gefeiert.

Heute, 40 Jahre nach der ersten Maifeier im demokratischen Portugal, ist dieser Tag im krisengeschüttelten Portugal, auch wenn er zweifellos an Bedeutung verloren hat, mehr denn je ein Tag des Trotzes, der Entschlossenheit und des Protestes.

Samstag, 1. Februar 2014

Gedenken an zwei feige Morde







Am heutigen Tag gedenken portugiesische Monarchisten (und nicht nur die) an die feigen Morde, die vor 106 Jahren an dem portugiesischen König Carlos I und seinem Sohn, Kronprinz Infante Luis Filipe, begangen wurden.
Damals, am kalten Spätnachmittag des 01. Februar 1908, wurden König und Kronprinz bei einem Anschlag republikanischer Anarchisten auf dem Terreiro do Paço, Mitten in Lissabon, ums Leben gebracht.

Diese Morde waren der Anfang vom Ende der Monarchie in Portugal, denn nur knapp drei Jahre später, am 05. Oktober 1910, fegte eine republikanische Revolution den letzten König von Portugal, Manuel II, vom Thron.
Nach dem Sturz der Monarchie herrschte eine instabile, chaotische und krisenreiche Zeit in Portugal.
Von 1910 bis 1926, in der so genannten Ersten Republik, gaben sich damals über 40 verschiedene Regierungen die Klinke in die Hand!

Diese ganze Misere begann mit den erwähnten Morden an den König und seinen Thronfolger am 01. Februar 1908.
Die Ereignisse dieses tragischen Tages sind von Zeitzeugen gut dokumentiert und schriftlich überliefert worden, allerdings gibt es von dem Mordanschlag auf König Carlos I keine fotografischen Bilder.
Das hängt damit zusammen, dass die Fotografie damals noch in den Kinderschuhen steckte.
Anfang des 20. Jahrhunderts war das Medium Fotografie weltweit noch nicht sehr verbreitet und die Fototechnik noch nicht sehr gut entwickelt.

Die Nachricht von dem Attentat auf König Carlos I und seinen Sohn verbreitete sich schnell. Sowohl die nationale als auch die internationale Presse berichteten sogleich in den nächsten Tagen von den Ereignissen in Lissabon.
Aber alle Zeitungen und Zeitschriften der damaligen Zeit hatten, wie schon erwähnt, kein Bild von dem Geschehnis und konnten so nur schriftlich ihre Eindrücke und Sachverhalte an ihre Leserschaft weitergeben.
Und da, wie jeder weiß, ein Bild mehr aussagt als tausend Worte, dauerte es nicht lange, bis zahlreiche Zeichnungen, Drucke und kolorierte Postkarten von dem Ereignis publiziert wurden.

In Portugal waren die Illustrationen damals für die mehrheitlich analphabete Bevölkerung unheimlich wichtig, damit diese das Geschehnis überhaupt nachvollziehen konnte. Zwar war die königliche Familie in der Bevölkerung damals nicht sehr beliebt, aber einen Königsmord war damals für die meisten Portugiesen unvorstellbar.
In der ausländischen Presse wurde das Attentat auf König Carlos I das erste große Medienereignis aus Portugal, von dem sie berichten konnten.

All die Darstellungen, die damals in Umlauf gesetzt wurden, wurden von Zeichner und Maler gemacht, die bei dem Attentat nicht persönlich dabei waren. Die Künstler mussten sich bei der Fertigung ihrer Illustrationen alleine vom Hörensagen anderer inspirieren lassen. Die einen erfassten daher eine eher sensible und nüchterne Perspektive des Unglücks, die anderen ließen ihrer Fantasie freien lauf und legten nicht allzu großen Wert auf die Authentizität des Geschehens.
So fertigte z.B. ein anonymer Zeichner in der damals sehr beliebten französischen Zeitung „Le Petit Journal Illusré“ ein Bild, auf dem anstatt der zwei Attentäter sogar vier Mörder abgebildet waren.

Aber, so genau oder ungenau alle Abbildungen der damaligen Zeit auch waren, eines hatten sie allerdings gemeinsam:
Sie gaben und geben auf perverse Art und Weise wieder, welches Drama sich an diesem Tag in Lissabon ereignet hat.

Sonntag, 20. Januar 2013

„Retrato de un rey sin reino“


Die größte und international bekannteste spanische Tageszeitung „El Pais“ publizierte in ihrer gestrigen Samstagsausgabe ein überaus interessantes Interview mit D. Duarte Pio, den Anwärter auf den portugiesischen Thron.

Das Interview mit dem Duque de Bragança (dt.: Herzog von Braganza), welches unter dem Titel „Retrato de un rey sin reino“ (dt.: Bild eines Königs ohne Königreich / port.: Retrato de um rei sem reino) erschien, führte der renommierte spanische Journalist Antonio Jiménez Barca.

In diesem Zeitungsinterview stellt der Herzog von Braganza seine eigene Meinung zur aktuellen politischen und sozialen Lage Portugals dar.
Er spricht offen über seine Befürchtungen, seine Sorgen und seine Hoffnungen für das Land.

Nach neuesten Umfragen können sich heute knapp 30 % der Portugiesen D. Duarte Pio als König eines Königreiches Portugal gut vorstellen.
Er selber hat nicht die Hoffnung aufgegeben, den Thron, der ihm seit seiner Geburt verwehrt wird, eines Tages doch noch besteigen zu können!

In einer Zeit, in der der größte Teil der portugiesischen Politiker hierzulande, egal welcher Partei sie auch immer angehören mögen, sich immer weiter vom Volk entfernen und immer mehr ihren guten Ruf verlieren, gibt sich der Herzog von Bragança weiterhin als das, was er immer war:
volksnah und ehrlich!
Wahrscheinlich weil man ihm, der er z.B. seit zehn Jahren immer das gleiche Auto fährt und der stets in der Economy Class reist, eher glaubwürdig abnimmt, das er die aktuellen Anstrengungen und Entbehrungen seiner Landsleute versteht.

Wer die spanische / portugiesische Sprache einigermaßen beherrscht, dem empfehle ich einmal das Interview in der online-Ausgabe des „El Pais“ selbst durchzulesen.

Der Link hierzu lautet: http://elpais.com/elpais/2013/01/18/gente/1358534234_042837.html

Immer mehr Portugiesen wollen einen König – und ich bin einer davon!

Samstag, 3. November 2012

Ist die Monarchie überholt? – noch lange nicht!



Wer am heutigen Samstagmorgen in der portugiesischen Kleinstadt Marinha Grande, im Distrikt Leiria, über den Rathausplatz ging, der sah dort am Rathaus (Câmara Municipal), nicht wie üblich, die republikanische grün-rote Fahne Portugals wehen, sondern heute hing dort die blau-weiße Fahne der portugiesischen Monarchisten.

Wie die Fahne dort hingekommen ist und wer sie ans Rathaus angebracht hat, ist bis dato unbekannt.
Dies ist aber nun Gegenstand einer polizeilichen Ermittlung die eingeleitet wurde, nachdem Paulo Jorge Campos Vicente, der 2. Bürgermeister von Marinha Grande, im Namen der Stadt Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt hat.
Fakt ist aber, das nach Lissabon, Braga, Cascais, Viana do Castelo, Porto und anderen Städten des Landes, nun auch einer oder mehrere Bürger von Marinha Grande ihre Unzufriedenheit und ihren Unmut gegenüber dem aktuellen politischen System sprichwörtlich Flagge zeigen.

Das hissen der blau-weißen Fahne sei zwar ein sinnloses zur Schau stellen eines Symbols das schon längst überholt sei, so der Sozialist Paulo Vicente, nichtsdestotrotz sei dies aber ein Überfall auf ein öffentliches städtisches Gebäude und somit auf das öffentliche Leben gewesen.

Ich persönlich finde, das solche Vorfälle, wie sie heute wieder in Marinha Grande vorgefallen sind, doch sehr deutlich zeigen, das die Monarchie und ihre Symbole eben noch lange nicht überholt sind!
Die monarchistische Bewegung wird in Portugal zwar von so manchem sozialistischen und kommunistischen Politiker gerne totgeschwiegen, aber sie ist noch lange nicht tot!
Noch lange nicht!...

Viva a Monarquia!

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Nachtrag zu „Hundert Jahre Was???“


Am 04. Oktober stellte ich hier in meinem Blog, unter dem post „Hundert Jahre Was???“, die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Geburtstag der portugiesischen Republik in Frage.

Wer mich kennt, und wer dieses Blog aufmerksam liest, weiß das ich Demokrat bin, durch und durch, und hier im Blog ab und zu einzig und alleine meine freie politische Meinung zum Ausdruck bringe, ohne das ich Mitglied einer Partei wäre oder auch nur annährend einen Vorteil daraus ziehen würde.

Auf meinen post „Hundert Jahre Was???“ habe ich einige Mails erhalten.
Die meisten waren positiv, das eine oder andere aber leider auch etwas aggressiv.
So schrieb mir jemand aus Hamburg, ich sei sicherlich adelig, und würde deshalb so den monarchischen Gedanken verteidigen. Zwei Leser aus der Algarve schrieben mich anonym an, und meinten ich wäre sicherlich ein Faschist.

Nun, um es vorweg zu nehmen, ich bin weder adelig noch faschistisch.
Meine Familie ist seit Generationen bürgerlich, um nicht zu sagen arm. Es gibt keinerlei monarchistische Traditionen in meiner Familie.
Im Gegenteil, als ich vor Jahren meiner Familie sagte ich würde an eine moderne, freie und demokratische Monarchie glauben, so war das damals ein ganz besonderes und schwieriges Outing.
Meine Tante Albertina, die stark in der Sozialistischen Partei (port.: Partido Socialista / PS) engagiert ist, hat sogar monatelang nicht mit mir gesprochen.
Denn genauso wie die zwei Leser die mir aus der Algarve schrieben, so herrschte auch in meiner Familie und in meinem Freundeskreis die unerschütterliche Meinung, das ein Monarchist automatisch faschistisch angehaucht sein muss.
Da mich aber meine Familie und meine Freunde sehr gut kennen, wissen sie dass das mit dem Faschisten nicht stimmen kann.
Im Gegenteil, ich bin eher das, was man wohl als sozial-liberal bezeichnen würde.
Warum Monarchisten erst ausgelacht und dann politisch immer an den rechten Rand abgeschoben werden, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Ich habe gemerkt dass ich ein königstreuer bin, als ich so um die 16 Jahre alt war. Damals, in Deutschland groß geworden und im Geiste des Kalten Krieges aufgewachsen, war ich schon immer sehr politisch interessiert.

In meinen Augen, war die Monarchie immer ein Symbol der Freiheit, nicht nur hier in Portugal, sondern in vielen anderen Ländern.
Die vier großen westeuropäischen Diktaturen, wie die deutsche unter Hitler, die italienische unter Mussolini, die spanische unter Franco und die portugiesische unter Salazar wären niemals möglich gewesen, hätte man nicht vorher die Monarchien in diesen Ländern abgeschafft.
Viele Monarchisten meinen, und ich bin einer von ihnen, Portugal wäre nie so „groß“ gewesen, als zu Zeiten der Monarchie.
Im Vergleich dazu, finde ich, dass diese Nation noch nie so „klein“ war wie heute!
Außerdem kann und will ich nicht glauben, das ein politisches System welches sich über 800 Jahre lang bewährt hat, schlechter sein soll als ein politisches System das sich 100 Jahre mehr schlecht als recht über Wasser gehalten hat, und dessen Hälfte der Zeit sogar eine Diktatur war.

Ich akzeptiere und respektiere jede politische Einstellung von Jedermann, solange sie demokratisch ist.
Also möchte ich, dass auch meine politischen Sympathien respektiert werden.

Vor einiger Zeit hat mich eine Freundin gefragt, ob ich die Hoffnung habe, dass jemals wieder ein König über Portugal herrschen wird.
Nun ich habe weder mit Ja noch mit Nein geantwortet, sondern mit folgendem spontanem Satz:
„Als Monarchist in Portugal, lebst du in ständiger Hoffnung!“.

Hoffentlich behalte ich Recht!

Montag, 4. Oktober 2010

Hundert Jahre Was???


Heute vor genau hundert Jahren fand hier in Lissabon ein Denkwürdiges Bankett statt.
Dieses Bankett wurde zu ehren des gewählten brasilianischen Staatspräsidenten Marechal Henrique da Fonseca, der gerade zu einem Staatsbesuch in Portugal weilte, im königlichen Palast von Ajuda gegeben.

Während des Abendessens, drangen mehrere portugiesische Militärs in den Bankettssaal ein und berichteten den Anwesenden, dass sich im Zentrum der Stadt, am Marques de Pombal, bewaffnete Aufrührer zusammengetan hätten, und diese nun auf dem Weg zum Palast seien.
Sofort verließen die anwesenden Politiker, Adelige und selbst der junge König Manuel II den Raum, und begaben sich alle auf die Flucht vor dem Mob, der marodierend durch die Straßen ging und skandierte: „Abaixo o rei, viva a República“ (dt.: Nieder mit dem König, es lebe die Republik).

Am nächsten Tag, dem 05. Oktober1910, wurde in Lissabon die Republik von einer kleinen militärischen und bürgerlichen Elite vom Balkon des Rathauses ausgerufen, gegen den Willen der Mehrheit der Portugiesen.
Man schätzt heute, dass damals lediglich 7% der Bevölkerung dem republikanischen Gedanken zugetan war!
König Manuel musste mit seiner Mutter Amélia, seiner Großmutter Maria Pia und seinem Onkel D. Afonso (aus nur diesen vier Mitgliedern bestand die ganze portugiesische Familie), von Ericeira aus ins britische Exil gehen.

Heute, 100 Jahre nach dieser Vertreibung, feiert man hier in Portugal, die Republik.

Aber ich frage mich allen Ernstens, was diese Republikaner eigentlich feiern wollen?

Den feigen Mordanschlag (port.: regicídio) an König Carlos I und dem Thronfolger Luis Filipe, der der republikanischen Revolution zwei Jahre zuvor voran ging?
Oder feiern sie die Erste Republik, die das Land ins Chos stürzte und innerhalb von 15 Jahren 44 verschiedene Regierungen unter acht Präsidenten vorbrachte, eine inkompetenter als die andere?
Feiern sie etwa die Diktatur Salazars, die der Ersten Republik folgte und die das Land zum Stillstand zwang?
Oder Feiern sie gar die Tatsache, das wir heute vor einem Staatsbankrott stehen und das wir extreme Schwierigkeiten in der Arbeits-, Gesundheits-, Justiz-, Schul- und Wohnungspolitik haben?

Ich weiß nicht wie viele meiner Landsleute die Idee der Wiedereinführung der Monarchie befürworten würden.
In nächster Zeit werde ich dies wohl auch nicht erfahren, denn die aktuellen demokratisch gewählten Regierungen weigern sich beharrlich ein Volksentscheid durchzuführen.

Aber eines weiß ich mit Sicherheit: Die Anhänger der Monarchie werden immer mehr. Sei es im Internet oder auf der Straße, die Idee eines Königs in Portugal ist nicht mehr so abwegig wie noch vor einigen Jahren.

Ein Präsident der Republik kann, auch wenn er das Gegenteil behauptet, niemals der Präsident aller Portugiesen sein!
Dafür hat er eine oder mehrere Parteien hinter sich, die ihn an den Platz gebracht haben, an dem er ist.
Ein König dagegen ist von Natur aus überparteilich und als solcher ist er nicht nur ein natürlicher Repräsentant Portugals und aller Portugiesen, sondern auch ein Garant der Nationalen Einheit und der Stabilität des Landes.

Daher möchte ich gerne der Republik, zu ihrem 100jährigen Geburtstag folgendes in ihr Gästebuch eintragen:

Es lebe der König!
Es lebe die Monarchie!
Es lebe Portugal!

Viva El-Rei!
Viva a Monarquia!
Viva Portugal!

Dienstag, 30. März 2010

Carbonara – Mobarchie für die Massen


Eine 6 x 4 Meter große blau-weiße monarchistische Flagge wurde letzten Freitag, den 26. März, an der höchsten Stelle des Parque Eduardo VII, mitten in Lissabon, im Morgengrauen, auf den Fahnenmast hochgezogen, an dem normalerweise die grün-rote Nationalflagge Portugals hängt.

Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe, die sich „Carbonara – Movimento Monárquico para as Massas“ (dt.: Carbonara – Monarchistische Bewegung für die Massen) nennt, und die angibt, diese Tat begangen zu haben, um den Geburtstag des portugiesischen Thronfolgers, den 14jährigen Infanten Dom Afonso de Santa Maria de Herédia e Bragança, zu feiern.

Die Flagge wurde auf Halbmast gesetzt um, so eine anonyme Quelle, auf die „aktuelle katastrophale Lage der portugiesisch-republikanischen Nation“ hinzuweisen.
Sie wehte im Parque Eduardo VII, unweit des Marques de Pombal, bis um ca.12 Uhr.
Erst dann konnte die Lissabonner Feuerwehr einen Leiterwagen erübrigen, um mit seiner Hilfe die blau-weiße Flagge vom Mast herunterzunehmen.

Wie der Lissabonner Polizeichef André Gomes der Nachrichtenagentur LUSA mitteilte, wird gegen die „Carbonaras“ Strafanzeige erhoben werden, und der Fall dann dem Innenministerium (port.: Ministério Público) übergeben.
Es obliegt dann dem Innenministerium juristisch gegen diese Carbonara-Gruppe vorzugehen.

Da die Portugiesische Staatsflagge über Nacht nicht am Fahnenmast hing, kann man nicht von einem Diebstahl von dieser Reden, wie damals im letzten August, als Monarchisten die republikanische Nationalflagge gegen die blau-weiße Flagge der Monarchie im Lissabonner Rathaus tauschten (lesen sie hierzu auch meinen post „31 da Armada - Die Monarchie in Portugal lebt” vom 13. August 2099).
Auch von Sachbeschädigung kann nicht die Rede sein, da ja kein Schaden am Fahnenmast entstanden ist.

Aber das republikanische Portugal wird schon Gründe und Wege finden, nach jungen Männern zu suchen, die sich einen Spaß daraus machen, blau-weiße Flaggen zu hissen.
Natürlich machen sich königliche Fahnen im Jahre der 100-Jahresfeiern der Republik nicht gerade gut. Also wird mit aller Kraft gegen solche politischen Aktionen vorgegangen.

Ohne Zweifel ändern sich mit der Zeit die politischen Systeme, genauso wie die Fahnen.
Aber anscheinend ist es eine Tatsache dass es hier in Portugal genug Menschen gibt, die sich die Wiedereinführung der Monarchie vorstellen können, ja sich diese sogar wünschen.
Und solch eine Tatsache zu ignorieren ist nicht nur zutiefst undemokratisch, sondern auch politisch sehr unklug!

Dom Duarte Pio, der Thronprätendent Portugals wurde am Parque Eduardo VII gesichtet, als er den Feuerwehrmännern zusah, wie sie sich Mühe gaben, die Flagge vom Mast runterzuholen.
Er war zu keinem Interview bereit.
Aber sein breites Grinsen sprach Bände.

Dienstag, 5. Januar 2010

Die letzte Adresse der Könige von Portugal






Heute besuchte ich mit meiner Familie das Museum im „Palácio Nacional da Ajuda“, den ehemaligen Wohnsitz der königlichen Familie Portugals, im Stadtteil Ajuda.
Der „Palácio Real“ (dt.: Königliches Schloss), wie der Palast auch genannt wird, beherbergt nicht nur das wunderschöne Museum, sondern auch das Kultusministerium und eine Bibliothek.

In seiner heutigen Form wurde er im 19. Jahrhunderts im neoklassischen Stil errichtet, nachdem der Originalbau im Jahre 1795, mit all seiner reichen Inneneinrichtung, einem zerstörerischen Feuer zum Opfer gefallen war.
Der Originalbau war eine aus Holz und Zeltstoffen zusammengebaute Baracke (port.: Barraca Real), die sich König José hatte zusammenzimmern lassen, nachdem beim großen Erdbeben vom 01. November 1755 das königliche Schloss „Palácio da Ribeira“, am Tejoufer, zerstört worden war.
Da der König nach dem großen Beben eine regelrechte Phobie in geschlossenen Räumen hatte, lebte er bis an sein Lebensende im Jahre 1777 in dieser luxeriösen Holzhütte mit Zeltdach.

Nach dem großen Brand und nachdem die königliche Familie wegen der Truppen Napoleons ins Exil nach Brasilien musste, wurde der Palast erst 1861, unter König Luis I, wieder ständiger Wohnsitz der königlichen Familie, nachdem er im Jahr 1861 König geworden war.

Die luxuriösen Säle sind mit Seidentapeten, Porzellan, edlen Möbeln und Kristallleuchtern dekoriert.
Die „Sala Saxe“ (dt.: Sächsischer Saal) ist ein besonderes Beispiel des königlichen Luxus. Sie ist ein Geschenk des Königs von Sachsen an Königin Maria Pia, der Ehefrau von Luis I. Alle Möbelstücke dieses Saales sind verschwenderisch mit Meißener Porzellan geschmückt.
Andere wunderschöne Säle sind unter anderem der Wintergarten (port.: Jardim de Inverno), das Anziehzimmer der Königin (port.: Toilette), das Botschafterempfangszimmer (port.: Sala dos Embaixadores), die Kinderzimmer von König Carlos I und seinem Bruder Afonso (port.: Quartos dos Infantes) und der große Thronsaal (port.: Sala do Trono).

Im ersten Stock ist ein riesiger Bankettsaal mit Kristallleuchtern und seidenbespannten Stühlen bestückt. Das Deckenfresko dieses Saales zeigt eine Allegorie der Geburt von König D. João VI.
Dieser Saal wurde nicht nur zu Zeiten der Monarchie als Bankettsaal genutzt, sondern wird auch heute noch, zu Zeiten der Republik, als Bankettsaal für Staatsempfänge benutzt.
Überhaupt werden viele Säle des Palastes als Repräsentative Räume bei Staatsempfängen und Staatsfeierlichkeiten benutzt.

So sind sie halt, unsere republikanischen Freunde:
Erst gaben sie keine Ruhe bis sie den König außer Landes geschafft hatten, und heute schmücken sie sich gerne mit den Räumlichkeiten und den Objekten der Monarchie.
Als Monarchist kann ich über solche Dinge nur schmunzeln!

Freitag, 30. Oktober 2009

Auguste Viktoria, Königin ohne Land


Im vorherigen post „Manuel II und Twickenham“ berichte ich über die Enthüllung einer Gedenktafel für Manuel II, dem ehemaligen König von Portugal, im englischen Twickenham.
Manuel II ist den Bürgern von Twickenham heute noch als Wohltäter und Gönner bekannt.

Aber auch seine Frau, Auguste Viktoria, Prinzessin von Hohenzollern und Königin von Portugal, war äußerst sozial engagiert und unterstützte ihren Gatten tatkräftig bei seinen wohltätigen Aufgaben.

Auguste Viktoria Wilhelmine Antonie Mathilde Ludovika Josephine Maria Elisabeth, Prinzessin von Hohenzollern, wurde am 19. August 1890 in Potsdam geboren.

Am 04. September 1913 heiratete sie dann in der Stadtkirche von Sigmaringen den König von Portugal, Manuel Maria Filipe Carlos Amélio Luís Miguel Rafael Gabriel Gonzaga Xavier Francisco de Assís Eugénio de Bragança

Nach dem Sturz der Monarchie in Portugal, lebte das Paar auf dem königlichen Landsitz Fulwell-Park, aus dem Jahre 1607, in Twickenham bei London.
Als der König am 2. Juli 1932 auf Fulwell-Park in Twickenham verstarb, zog es die Königin wieder in ihre deutsche Heimat.
Sie ließ sich von ihrem Bruder, Friedrich Fürsten von Hohenzollern, vom Stammgut Umkirch, bei Freiburg, Grundstücke abtreten und baute in der Nachbarschaft des fürstlichen Schlosses einen neuen Landsitz, den sie in Erinnerung an ihren englischen Sitz Fulwell-Park nannte.

Durch die Heirat mit Manuel II, automatisch Königin von Portugal geworden, musste Auguste Viktoria ihr Leben lang im Exil leben und somit das Schicksal erleiden, Portugal niemals betreten zu haben.
Von ihren Freunden wurde sie die „Königin ohne Land“ genannt.

Samstag, 10. Oktober 2009

Ich bin keiner Partei „angehörig“


Dieser Tage wurde ich gefragt, welcher Partei ich angehören würde.

Davon abgesehen, das ich diese Frage für etwas absurd halte (man achte bitte auf das Verb „gehören“) kommt es mir nicht in den Sinn, Mitglied in einem Verein (in diesem Fall einer Partei) zu sein, deren Anhänger meistens so viel Hirn und eigenen Willen haben, wie dressierte Affen.

Natürlich habe ich persönlich politische Sympathien, aber ich „gehöre“ keiner Partei an.
Ich bin da sehr eigen, und habe so meine persönliche Meinung.

Von Herzen her, bin ich absolut Monarchist.
Ich gehöre zu denen, die felsenfest der Meinung sind, dass eine farblose Republik, wie die aktuelle Portugiesische, nicht einer Institution, wie die der Monarchie, die über 700 Jahre lang in Portugal hervorragend funktioniert hat, das Wasser reichen kann.
Deshalb bin ich der festen Ansicht, dass das Beste was Portugal passieren könnte, die Wiedereinführung der Monarchie wäre!

Mit der jetzigen Republik, ihren Parteien, Politikern und Mitgliedern, habe ich so meine Probleme.
Ich kann Menschen, die keinen eigenen Willen haben und die keine eigene Meinung vertreten können, nicht verstehen.
Erst recht nicht wenn sie Politiker sind und eigentlich ein Beispiel für den Bürger sein sollten.

Erst dieser Woche traf der kommunistische Intellektuelle Carvalho da Silva, auf offener Straße, den sozialistischen Bürgermeister der Stadt Lissabon, António Costa, und sagte zu ihm, vor laufenden Kameras, er wäre ein enthusiastischster Anhänger von ihm, und er wünsche ihm für seine politische Zukunft alles gute.

Nun darf man nicht vergessen, dass wir uns hier in Portugal, am Ende eines Kommunalwahlkampfes befinden. Die Kommunalwahlen finden am morgigen Sonntag, dem 11. Oktober 2009, statt.
Und so eine spontane Äußerung, auf offener Straße und vor laufenden Kameras, kommt bei den Parteigenossen nicht gerade sehr gut an.

Also pfiffen die Kommunisten den Kameraden Carvalho da Silva zurück, und dieser musste tags drauf, wieder vor laufenden Kameras, sagen, er unterstütze natürlich den kommunistischen Kandidaten für das Bürgermeisteramt Lissabons, Ruben de Carvalho.

Ich weiß zwar nicht, was einen erwachsenen Mann dazu bewegt seine am Tag vorher freiwillig geäußerte Meinung, wieder zu widerrufen, obwohl er wirklich nicht an Amnesie leidet.
Aber um dem Zentralkomitee nicht zu missfallen, scheint selbst ein Intellektueller kein Problem darin zu sehen, seine Meinung zu revidieren.

Der Unterschied zu mir und Carvalho da Silva besteht ohne Zweifel also darin, dass er einer Partei „angehört“, ja dieser anscheinend sogar „hörig“ ist, und ich eben nicht.

Mir würde es nicht im Traum einfallen, mir von einer Partei vorschreiben zu lassen, welcher Meinung ich sein soll und welcher eben nicht.
Also belasse ich es dabei, bei den kommenden Wahlen mein Kreuzchen an der für mich richtigen Stelle zu machen, und überlasse es anderen sich parteipolitisch zu engagieren.

Dienstag, 18. August 2009

Viva El-Rei! Viva a Monarquia! Viva Portugal!


In meinem post „31 da Armada – Die Monarchie in Portugal lebt“, vom 13.08.2009, berichtete ich über vier vermummte junge Männer, die letzte Woche die Lissabonner Stadtflagge vom Balkon des Rathauses entwendet, und sich dabei selbst gefilmt hatten.

In diesem post merkte ich an, das dieser „Dummer-Jungen-Streich“ wohl ernsthafte Konsequenzen haben würde.
Nicht so sehr für die „Aktivisten“ von der monarchistischen Bewegung „31 da Armada“, aber sehr wohl für die Lissabonner Stadtpolizei, die ihre Polizeiwache noch nicht einmal 50 Meter vom Rathaus entfernt hat, und vom „Überfall“ auf das Rathaus nichts mitbekommen hat; was nicht gerade für die allgemeine Sicherheit in der Hauptstadt spricht.

Seit dem Vorfall hat sich die Stadtpolizei, um weiteren Kritiken zu entgehen, verstärkt um die Identifizierung der vier jungen Männer bemüht, aber kein Erfolg gehabt.

Gestern Abend, gegen 18 Uhr, betraten nun Henrique Burnay, Spross einer alten Lissabonner Bankiersfamilie, und Rodrigo Moita de Deus, Abkömmling einer alten portugiesischen Adelsfamilie, das Rathaus und teilten einer verdutzten Sekretärin mit, sie wären gekommen um Bürgermeister António Costa persönlich die „ausgeliehene“ Stadtflagge zurück zu geben.

Nach einer kurzen Wartezeit wurden sie nicht vom Bürgermeister empfangen, aber von zwei Polizeibeamten, die sie in Gewahrsam nahmen und sie dann in die nahe Polizeiwache brachten.
Dort wurden sie dann drei Stunden lang verhört und wegen Hausfriedensbruch, Diebstahl und Öffentlichen Ärgernis angezeigt.

Sie gaben zu, am frühen Morgen des 10. August 2009 auf dem Rathausbalkon die Lissabonner Stadtflagge durch die blau-weiße Flagge des Königreiches ausgewechselt zu haben.
Wohlgemerkt, sie gaben zu die Fahne ausgewechselt, nicht aber gestohlen zu haben!

Nach Übergabe der unversehrten Stadtflagge und Feststellung ihrer Personalien wurden sie dann aber wieder freigelassen, mit der Auflage sich einmal wöchentlich bei der jeweiligen Polizeiwache ihres Wohnortes zu melden.

Henrique Burnay und Rodrigo Moita de Deus weigerten sich, die Namen ihrer zwei „Komplizen“ zu nennen (mindestens einer von ihnen muss aber ganz in der Nähe gewesen sein, denn in der Zwischenzeit ist ein neues Video im Internet aufgetaucht, welches die „Übergabe“ der Stadtflagge im Rathaus, und die Abführung der zwei „Aktivisten“ durch die Polizei zeigt) und sie weigerten sich auch sich schuldig zu bekennen, denn, so ihr Standpunkt, sie hätten weder Hausfriedensbruch begangen (sie waren auf dem Rathausbalkon, nicht im Rathaus selbst), noch hätten sie ein Diebstahl begangen (schließlich haben sie ja die Fahne gewaschen und gebügelt wieder zurückgebracht) noch seien sie ein öffentliches Ärgernis (im Gegenteil, sie meinen sie seien sogar eine öffentliche Bereicherung).

Die Aktivisten der „31 da Armada“ überlegen nun, wie sie am besten gegen das Lissabonner Rathaus angehen sollen.
Denn, das Rathaus weigert sich, die blau-weiße Flagge der Monarchisten, die die Jungs in der Nacht- und Nebelaktion an Stelle der Lissabonner Stadtflagge gehisst hatten, wieder rauszurücken.

Meiner persönlichen Meinung nach, versucht das Lissabonner Rathaus, überhaupt die gesamte nationale politische Klasse, sich diesen „Dummen-Jungen-Streich“ zu Eigen zu machen, um von ihrer mittelmäßigen Kommunal- und Landespolitik abzulenken.

Politiker aller Parteien predigen immer, junge Leute sollen sich politisch mehr Engagieren und aktiv an der Kommunalpolitik teilnehmen.
Wenn sich dann aber ein paar junge Männer, weder fanatisch, militant oder aggressiv, sondern eher außergewöhnlich, aktiv und originell politisch einsetzen, dann bricht, so könnte man meinen, das ganze demokratische System zusammen.

Es sollten mehr so junge, politisch engagierte Menschen geben, wie die Jungs von der Bewegung „31 de Armada“.
Dann wären vielleicht der politische Alltag und die daraus resultierenden Diskussionen nicht so trocken und langweilig.

Ich werde mich demnächst um eine Mitgliedschaft bei den „31 da Armada“ bemühen!

Viva El-Rei!
Viva a Monarquia!
Viva Portugal!