Posts mit dem Label Leiria werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Leiria werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 3. November 2012

Ist die Monarchie überholt? – noch lange nicht!



Wer am heutigen Samstagmorgen in der portugiesischen Kleinstadt Marinha Grande, im Distrikt Leiria, über den Rathausplatz ging, der sah dort am Rathaus (Câmara Municipal), nicht wie üblich, die republikanische grün-rote Fahne Portugals wehen, sondern heute hing dort die blau-weiße Fahne der portugiesischen Monarchisten.

Wie die Fahne dort hingekommen ist und wer sie ans Rathaus angebracht hat, ist bis dato unbekannt.
Dies ist aber nun Gegenstand einer polizeilichen Ermittlung die eingeleitet wurde, nachdem Paulo Jorge Campos Vicente, der 2. Bürgermeister von Marinha Grande, im Namen der Stadt Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt hat.
Fakt ist aber, das nach Lissabon, Braga, Cascais, Viana do Castelo, Porto und anderen Städten des Landes, nun auch einer oder mehrere Bürger von Marinha Grande ihre Unzufriedenheit und ihren Unmut gegenüber dem aktuellen politischen System sprichwörtlich Flagge zeigen.

Das hissen der blau-weißen Fahne sei zwar ein sinnloses zur Schau stellen eines Symbols das schon längst überholt sei, so der Sozialist Paulo Vicente, nichtsdestotrotz sei dies aber ein Überfall auf ein öffentliches städtisches Gebäude und somit auf das öffentliche Leben gewesen.

Ich persönlich finde, das solche Vorfälle, wie sie heute wieder in Marinha Grande vorgefallen sind, doch sehr deutlich zeigen, das die Monarchie und ihre Symbole eben noch lange nicht überholt sind!
Die monarchistische Bewegung wird in Portugal zwar von so manchem sozialistischen und kommunistischen Politiker gerne totgeschwiegen, aber sie ist noch lange nicht tot!
Noch lange nicht!...

Viva a Monarquia!

Samstag, 31. März 2012

Die zentralen Feierlichkeiten zum 10. Juni 2012


Wie das portugiesische Präsidialamt diese Woche bekannt gegeben hat, hat Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva verfügt, dass die diesjährigen Feierlichkeiten zum portugiesischen Nationalfeiertag, am 10. Juni, in der Hauptstadt Lissabon stattfinden sollen.

Der 10. Juni ist einer der höchsten Feiertage Portugals und trägt den offiziellen Namen „Dia de Portugal, de Camões e das Comunidades Portuguesas“ (dt.: „Tag Portugals, Camões und der portugiesischen Gemeinden“.

Zum ersten Mal wurde dieser Feiertag im Jahre 1933, noch zu Zeiten der Salazar-Diktatur, gefeiert, und zwar noch unter dem weniger rühmlichen Namen „Dia de Portugal, de Camões e da Raça“ ( dt.: „Tag Portugals, Camões und der (portugiesischen) Rasse“).
Unter Diktator António de Oliveira Salazar fanden die zentralen Feierlichkeiten dieses Tages, das ursprünglich die portugiesische Kolonialpolitik verherrlichen sollte, immer in Lissabon statt.

Mit dem Ende der Diktatur im Jahre 1974 änderte sich nicht nur der Name des Feiertages – der Begriff „Raça“ (dt.: Rasse) wurde durch den Begriff „Comunidades Portuguesas“ (dt.: Portugiesische Gemeinden) ersetzt – sondern auch der Ort der Feierlichkeiten.
Seit 1977 ist es nämlich nun Tradition die zentralen Feierlichkeiten zum Portugal-Tag stets abwechselnd in jeweils einer anderen Stadt des Landes zu feiern, und nicht wie früher, nur in Lissabon.
So bekamen auch kleinere Provinzstädte, wie Covilhã, Vila Real oder Tomar, die Möglichkeit die Feiern zum portugiesischen Nationalfeiertag auszutragen.

Lissabon war, nach der Nelkenrevolution von 1974, bisher vier Mal Austragungsort der zentralen Feierlichkeiten zum 10. Juni, nämlich in den Jahren 1983, 1987, 1992 und 1998.

Bisherige Austragungsstädte der jeweiligen Feiern waren von 1977 bis heute:

• 1977 – Guarda (Beira Alta)
• 1978 – Portalegre (Alto Alentejo)
• 1979 – Vila Real (Trás-os-Montes)
• 1980 – Leiria (Beira Litoral)
• 1981 – Funchal (Madeira)
• 1982 – Figueira da Fóz (Beira Litoral)
• 1983 – Lisboa (Estremadura)
• 1984 – Viseu (Beira Alta)
• 1985 – Porto (Douro Litoral)
• 1986 – Évora (Alto Alentejo)
• 1987 – Lisboa (Estremadura)
• 1988 – Covilhã (Beira Baixa)
• 1989 – Ponta Delgada (Azoren)
• 1990 – Braga (Minho)
• 1991 – Tomar (Ribatejo)
• 1992 – Lisboa (Estremadura)
• 1993 – Sintra (Estremadura)
• 1994 – Coimbra (Beira Litoral)
• 1995 – Porto (Douro Litoral)
• 1996 – Lagos (Algarve)
• 1997 – Chaves (Trás-os-Montes)
• 1998 – Lisboa (Estremadura)
• 1999 – Aveiro (Beira Litoral)
• 2000 – Viseu (Beira Alta)
• 2001 – Porto (Douro Litoral)
• 2002 – Beja (Baixo Alentejo)
• 2003 – Angra do Heroismo (Azoren)
• 2004 – Bragança (Trás-os-Montes)
• 2005 – Guimarães (Minho)
• 2006 – Porto (Douro Litoral)
• 2007 – Setúbal (Estremadura)
• 2008 – Viana do Castelo (Minho)
• 2009 – Santarém (Ribatejo)
• 2010 – Faro (Algarve)
• 2011 – Castelo Branco (Beira Baixa)

Somit ist es nun also beschlossene Sache:
Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva wird, zum ersten Mal seit seiner Amtseinführung im Jahre 2006, die Feiern zum 10. Juni in der portugiesischen Hauptstadt stattfinden lassen.

Dienstag, 28. Juni 2011

Unbekannter Soldat


Als ich meinen Beitrag „Batalha“ am 21. Juni dieses Jahres hier in diesem Blog veröffentlichte, erwähnte ich in ihm, das das Kloster Mosteiro de Santa Maria da Vitória da Batalha (dt.: Kloster der Heiligen Maria der siegreichen Schlacht) nicht nur die letzte Ruhestätte einiger portugiesischer Könige aus dem Hause Avis sei, sondern auch der Ort ist, an dem hier in Portugal das Grabmal des Unbekannten Soldaten (port.: Túmulo do Soldado Desconhecido) zu besichtigen ist.

Dieses Grab, das sogar die sterblichen Überreste zweier Soldaten beherbergt, nämlich die eines in den Schützengräben vom französischen Flandern gefallenen und die eines im Kolonialkrieg in Moçambique gefallenen Soldaten, wurde am 09. April 1921, drei Jahre nach der großen Schlacht von La Lys in Flandern, feierlich eingeweiht, und soll auf eine symbolische Art und Weise, all die portugiesischen Soldaten repräsentieren, die für das portugiesische Vaterland im Krieg gefallen sind.

Als Vorbild für dieses Grab diente der damaligen portugiesischen Regierung der unbekannte französische Soldat, der im Jahr zuvor in Paris, unter dem Triumphbogen begraben wurde.
Anders als in Paris, wurden aber die Leichen der unbekannten portugiesischen Soldaten nicht im Freien beerdigt, sondern unter der imposanten Kuppel des Kapitelsaals (port.: Sala do Capítulo) des Klosters Batalha.

Die Zeremonie fing bereits einige Tage vor der feierlichen Beerdigung in Batalha, in der Hauptstadt Lissabon an, wo die Särge der zwei im Krieg gefallenen Soldaten seit dem 07. April im Nationalparlament (port.: Assembleia Nacional) aufgebart wurden, nachdem sie Tage zuvor aus Frankreich und Moçambique gekommen waren.
An diesem Tag kam eine fiktive Familie zusammen, bestehend aus einer Kriegsmutter, einer Kriegswitwe und einem Kriegsweisen, und legte einen Kranz auf den Särgen der Soldaten nieder.

Dann wurden die zwei Särge vom Parlament in die Sternbasilika (port.: Basílica da Estrela), unter Anteilnahme von tausenden Schaulustigen, gebracht, wo ein feierlicher Gottesdienst abgehalten wurde.

Danach wurden dann die Särge vom Bahnhof Rossio in Lissabon in die Stadt Leiria mit dem Zug gebracht, und von Leiria, auf einer von Pferden gezogenen Lafette, nach Batalha gezogen.
Nach einem feierlichen Gottesdienst wurden die Särge der zwei im Krieg Gefallenen in den Boden des Kapitelsaals niedergelassen.

Auf der Grabplatte wurde folgender Text eingemeißelt:

„Portugal eterno nos mares, nos continentes e nas raças, ao seu Soldado Desconhecido morto pela Pátria“
(dt.: „Portugal, ewiglich auf den Meeren, auf den Kontinenten und unter den Völkern, seinen Unbekannten Soldaten, die für das Vaterland gefallen sind“

Am 09. April 1924 kam eine so genannte Ewige Flamme (port.: Chama Eterna / Chama da Memória / Chama da Pátria) an das Grab des Unbekannten Soldaten.
Sie war ein Geschenk der 5. militärischen Division von Coimbra (port.: 5ª Divisão Militar de Coimbra) und wurde vom Künstler Lourenço Chaves de Almeida erschaffen. Die Lampe ist aus purem Eisen geschmiedet und steht an der Kopfseite des Grabes.
Seit dem Tag an dem die Ewige Flamme entzündet wurde, hat sie nicht aufgehört zu brennen.

34 Jahre später, am 09. April 1958 wurde im Kapitelsaal des Klosters Batalha, ein Holzkreuz mit einer Jesusfigur aufgehängt.
Dieses Christuskreuz hat eine lange, bewegende Geschichte.

Während des ersten Weltkrieges stand auf dem Feldlager der Portugiesen im französischen Flandern, unweit der belgieschen Grenze, zwischen den Ortschaften Lacouture und Neuve-Chapelle, bei Wind und Wetter, ein Holzkreuz vor dem die Soldaten für gewöhnlich beteten, bevor sie in die jeweiligen Schlachten gingen.
Am 09. April 1918 nahmen die portugiesischen Soldaten an der blutigen Schlacht von La Lys teil.
An diesem Tag startete das 6. Deutsche Heer die so genannte Frühjahrsoffensive des Flandernfeldzuges. Unter einem gewaltigen Artilleriefeuer und unter massivem Dauerbeschuss sollten an diesem Tag über 7.500 portugiesische Soldaten ihren Tod auf dem Schlachtfeld finden.
Die Kleinstadt Neuve-Chapelle wurde vollkommen zerstört.
Zu tausenden lagen auf dem ebenen Feld die Leichen und Verwundeten.
Zwar schwer angeschlagen, ohne Beine, ohne den rechten Arm und mit einer Gewehrkugel in der Brust, stand aber das hölzerne Christuskreuz als einziger, mehr oder weniger aufrecht, auf dem Schlachtfeld.
Nach dem Krieg wurde das Holzkreuz restauriert und blieb weiterhin auf dem Schlachtfeld, diesmal um die Gräber der abertausenden gefallenen portugiesischen Soldaten zu bewachen.

Anfang 1958 bat die portugiesische Regierung formell den französischen Staat um das Christuskreuz.
Die Franzosen kamen noch im selben Jahr dem portugiesischen Wunsch nach, und so wurde am 04. April 1958, einem Karfreitag, die als „Cristo das Trincheiras“ (dt.: Christus der Schützengräber) bekannte Figur, mit einem Flugzeug nach Lissabon gebracht.
Sie wurde dann am 09. April 1958 feierlich an der Kopfseite des Grabes des Unbekannten Soldaten im Kapitelsaal aufgehängt, wo sie bis heute noch hängt.

Das Grab, das Holzkreuz und die Ewige Flamme bilden das Grabmal des Unbekannten Soldaten.
In Kombination mit einer Wachablösung, die stündlich vollzogen wird, machen sie diesen Ort zu einem der emotionalsten in ganz Portugal.

Dem Grabmal des Unbekannten Soldaten ist im Kloster von Batalha auch ein Museum gewidmet, in dem vor allem Gaben an den Unbekannten Soldaten ausgestellt werden, und verschiedene Erinnerungsstücke aus dem 1. Weltkrieg, wie Fahnen, Orden und Trophäen.

Dienstag, 11. August 2009

Die Portugiesische Nationalflagge


Mit der Einführung der Republik am 05. Oktober 1910, löste das heutige Rot und Grün der portugiesischen Flagge das Königsblau und Weiß ab, das die prägende Farbe der portugiesischen Fahne seit Bestehen der Nation war.
Doch was gibt es außer diesen beiden Farben noch auf der Portugiesischen Nationalflagge (Bandeira Nacional) zu sehen?
Sie ist ein wahres Bilderbuch, das die Geschichte dieser am längsten in seinen ursprünglichen Grenzen bestehenden europäischen Nation illustriert.

In der Trennungslinie der verteilten Grundfarben (2/5 Grün auf der Mastseite, 3/5 Rot daneben) ist eine gelbe Armillarsphäre abgebildet.
Die Armillarsphäre ist ein von den arabischen Mauren eingeführtes nautisches Gerät und war als solches für die portugiesischen Seefahrer und ihre Entdeckungen von größter Bedeutung.
König Manuel I, in dessen Regierungszeit (1495-1521) die wichtigsten portugiesischen Entdeckungen fielen, machte die Armillarsphäre sogar zu seinem persönlichen Wappenemblem.
Mittig auf die Armillarsphäre sitzt das portugiesische Staatswappen.

Das seit der Regierungszeit von Königin Maria II unveränderte Wappen muss heute natürlich ohne Krone auskommen.
Die Anzahl der Burgen (Castelos) die abgebildet sind, beläuft sich auf sieben. Sie sollen die sieben Burgen darstellen (die Burgen der Städte Évora, Lissabon, Leiria, Montemor, Palmela, Santarém und Sintra) die die Portugiesen unter König Afonso Henriques von den Mauren eroberten.

Das Zentrum des Wappens bildet das weiße Schild (Escudo) mit fünf kleineren Schilden (Quinas). Diese stehen für die fünf maurischen Könige, die im Zuge der christlichen Kreuzzüge (Reconquista) von den portugiesischen Truppen besiegt wurden. Die Quinas tauchen schon 1185 auf der Fahne von König Sancho I auf und ersetzen das blaue Kreuz, das die erste Fahne Portugals zierte (1139-1185). Schon hier sind die Quinas kreuzförmig angeordnet, um den Sieg des Christentums
über den Islam zu signalisieren. Die fünf weißen Punkte, die sich von dem blauen Grund der Quinas abheben, sollen die fünf Wundmale Christi (cinco chagas de Jesus Cristo) darstellen.

So zeigt die portugiesische Flagge – sieht man mal von den Veränderungen durch die Republikaner ab – im Laufe der Jahrhunderte eine bemerkenswerte Konstanz.
Daran hat weder die Salazardiktatur noch die Nelkenrevolution etwas geändert.

Heute sind die Bandeira Nacional und die darauf abgebildeten Embleme mehr denn je im Bewusstsein der Portugiesen.
Die Portugiesen haben, im Gegensatz zu den Deutschen, noch nie Probleme gehabt, sich mit ihrer Flagge zu identifizieren.

Im Gegenteil!

Die „Bandeirite“ (deutsch: „Flaggenritis“) hatte ihren bisherigen Höhepunkt als die Fußball-Europameisterschaft im Jahre 2004 hier in Portugal stattfand. Damals schmückten hunderttausende Flaggen Fenster, Balkone, Autos, öffentliche und Private Gebäude, Busse, Bahnen usw.

Heutzutage hat diese Flaggenvernarrtheit ein wenig nachgelassen. Aber trotz allem finden sich heute noch an vielen Gebäuden und vielen Autos in ganz Portugal tausende wehende Flaggen.