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Dienstag, 27. Juli 2010

Wie viel ist Portugal eigentlich wert?


In Zeiten der Krise, in der manche Länder am Rande des Ruins und der Verzweiflung stehen, gibt es immer den einen oder anderen Vorschlag von Außenstehenden, der zwar gut gemeint ist, sich dann aber doch leider als blödsinnig erweist.

Als, z.B. in diesem Frühling, Griechenland kurz vor seinem Staatsbankrott stand, schlugen manche Deutsche Politiker den Griechen vor, sie mögen doch einige ihrer Inseln verkaufen, damit sie ihre finanzielle Lage verbessern könnten.
Mit Verlaub: auf solch eine Idee, kann auch nur ein deutscher Politiker kommen!
Natürlich würde Griechenland das niemals tun.

Aber hier in Portugal hat dieser Vorschlag den einen oder anderen angeregt, mal nachzuforschen, wie viel denn Portugal so wert wäre, wenn es zum Verkauf stehen würde.

Nun, stünde Portugal zum Verkauf, würde der Staat, alleine an Grundstückspreisen, die stolze Summe von 8,1 Billionen Euro erzielen, so die Zeitschrift „Sábado“ in ihrer Ausgabe von dieser Woche.

8,1 Billionen Euro, das wären 88,- Euro pro Quadratmeter.
Das Problem wäre nur, einen Käufer zu finden, der diese ungeheure Summe aufbringen würde können.
Selbst der reichste Mann der Welt, der Mexikaner Carlos Slim, wäre dazu nicht in der Lage, außer er würde seinen finanziellen Besitz 151 Mal multiplizieren können.
Selbst wenn Carlos Slim nur die Grundstücke Lissabons kaufen würden wollen, müsste er einen Kredit aufnehmen, denn die Grundstücke in der Hauptstadt sind, laut renommierter Grundstücksmakler, über eine Billion Euro wert!

Natürlich wären 8,1 Billionen Euro für Portugal ein Segen.
Alleine 0,2 % dieser Summe würden ausreichen, um das erwartete, kommende Haushaltsdefizit für das Jahr 2010, immerhin 13,8 Milliarden, auszugleichen.
Und 2,3 % dieses Betrages würde reichen, die ganzen Staatsschulden zu tilgen.
Würde man die 8,1 Billionen Euro unter den 10,627 Millionen Portugiesen aufteilen, dann wäre jeder Bürger dieses Landes um 762.000 Euro reicher.

Aber da der Verkauf der Portugiesischen Nation wohl außer Frage steht, könnte man vielleicht darauf kommen, ein paar historische Gebäude zu veräußern.
So würde der Forte do Bugio (bitte lesen sie hierzu auch mein post „Der Leuchtturm von Bugio“ vom 21.07.2009) immerhin 10 Millionen Euro einbringen, der Palast von Palmela (port.: Palácio de Palmela) wäre zwischen 20 und 40 Millionen Euro zu haben.
Der Palácio de Seteais (dt.: Palast von Seteais), bei Sintra, würde die stolze Summe von 30 Millionen einbringen und der Quartel dos Lóios (dt.: Kaserne von Lóios), an der Lissabonner Burg gelegen, wäre zu einem Schnäppchen von 3 Millionen Euro zu haben.

Auch die portugiesischen Inseln mitten im Atlantik würden einiges einbringen.
So würden die Berlenga-Inseln (port.: Ilhas Berlengas) vor Peniche ca. 25 Millionen Euro einbringen und die Ilhas Desertas, ein paar unbewohnte Eilande vor der Insel Madeira, wären an die 10 Millionen wert.
Die Azoren-Inseln (port.: Ilhas dos Açores) und die Insel Madeira (port.: Ilha da Madeira) wären, was Grundstückspreise angeht, jeweils nicht unter 400 Millionen Euro zu haben.

So gesehen kann man bei Portugal nicht von einem Schnäppchen reden, wenn es um die Grundstücks- und die Immobilienpreise geht.
Deshalb, sollte die Krise nun größer werden, stelle ich freiwillig, als Patriot der ich bin, meinen Vorgarten zum Verkauf!

Dienstag, 11. August 2009

Die Portugiesische Nationalflagge


Mit der Einführung der Republik am 05. Oktober 1910, löste das heutige Rot und Grün der portugiesischen Flagge das Königsblau und Weiß ab, das die prägende Farbe der portugiesischen Fahne seit Bestehen der Nation war.
Doch was gibt es außer diesen beiden Farben noch auf der Portugiesischen Nationalflagge (Bandeira Nacional) zu sehen?
Sie ist ein wahres Bilderbuch, das die Geschichte dieser am längsten in seinen ursprünglichen Grenzen bestehenden europäischen Nation illustriert.

In der Trennungslinie der verteilten Grundfarben (2/5 Grün auf der Mastseite, 3/5 Rot daneben) ist eine gelbe Armillarsphäre abgebildet.
Die Armillarsphäre ist ein von den arabischen Mauren eingeführtes nautisches Gerät und war als solches für die portugiesischen Seefahrer und ihre Entdeckungen von größter Bedeutung.
König Manuel I, in dessen Regierungszeit (1495-1521) die wichtigsten portugiesischen Entdeckungen fielen, machte die Armillarsphäre sogar zu seinem persönlichen Wappenemblem.
Mittig auf die Armillarsphäre sitzt das portugiesische Staatswappen.

Das seit der Regierungszeit von Königin Maria II unveränderte Wappen muss heute natürlich ohne Krone auskommen.
Die Anzahl der Burgen (Castelos) die abgebildet sind, beläuft sich auf sieben. Sie sollen die sieben Burgen darstellen (die Burgen der Städte Évora, Lissabon, Leiria, Montemor, Palmela, Santarém und Sintra) die die Portugiesen unter König Afonso Henriques von den Mauren eroberten.

Das Zentrum des Wappens bildet das weiße Schild (Escudo) mit fünf kleineren Schilden (Quinas). Diese stehen für die fünf maurischen Könige, die im Zuge der christlichen Kreuzzüge (Reconquista) von den portugiesischen Truppen besiegt wurden. Die Quinas tauchen schon 1185 auf der Fahne von König Sancho I auf und ersetzen das blaue Kreuz, das die erste Fahne Portugals zierte (1139-1185). Schon hier sind die Quinas kreuzförmig angeordnet, um den Sieg des Christentums
über den Islam zu signalisieren. Die fünf weißen Punkte, die sich von dem blauen Grund der Quinas abheben, sollen die fünf Wundmale Christi (cinco chagas de Jesus Cristo) darstellen.

So zeigt die portugiesische Flagge – sieht man mal von den Veränderungen durch die Republikaner ab – im Laufe der Jahrhunderte eine bemerkenswerte Konstanz.
Daran hat weder die Salazardiktatur noch die Nelkenrevolution etwas geändert.

Heute sind die Bandeira Nacional und die darauf abgebildeten Embleme mehr denn je im Bewusstsein der Portugiesen.
Die Portugiesen haben, im Gegensatz zu den Deutschen, noch nie Probleme gehabt, sich mit ihrer Flagge zu identifizieren.

Im Gegenteil!

Die „Bandeirite“ (deutsch: „Flaggenritis“) hatte ihren bisherigen Höhepunkt als die Fußball-Europameisterschaft im Jahre 2004 hier in Portugal stattfand. Damals schmückten hunderttausende Flaggen Fenster, Balkone, Autos, öffentliche und Private Gebäude, Busse, Bahnen usw.

Heutzutage hat diese Flaggenvernarrtheit ein wenig nachgelassen. Aber trotz allem finden sich heute noch an vielen Gebäuden und vielen Autos in ganz Portugal tausende wehende Flaggen.