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Sonntag, 23. März 2014

Schreiben sie einem Portugiesen niemals mit roter Tinte


Vor einpaar Tagen, ich weiß nicht mehr wie wir darauf kamen, erklärte ich meinen zwei Arbeitskolleginnen Johanna und Maria – die eine Deutsche die andere Österreicherin – das es in Portugal ein absolutes No Go ist Jemanden ein Schriftstück mit roter Tinte zu schreiben, und sei es nur dessen Namen.
Es gilt hierzulande als unhöflich, ja eigentlich schon als beleidigend, einen Brief, eine Postkarte oder auch nur eine einfache Mitteilung auf einem Post It mit roter Farbe zu verfassen.

Warum das so ist, kann heute keiner mehr so genau sagen.
Aber höchstwahrscheinlich hat dieses Tabu einen religiösen Ursprung.
Portugal war schon immer, seit seiner Staatsgründung, sehr katholisch geprägt, und im Christentum ist Rot seit jeher die Farbe des Satans, des Feuers, der Hölle und der Sünde.
Möglicherweise liegt hier die Quelle dieses Aberglaubens, der sich bis heute gehalten hat.

So ist es z.B. belegt, dass in Zeiten in denen die allmächtige Inquisition (port.: Inquisição) hier in Portugal wütete, die Wohnhäuser und Geschäfte von Andersgläubigen, von Ketzern und der Hexerei beschuldigten mit roter Farbe, für alle Sichtbar, gekennzeichnet wurden.
Auf solch eine Art und Weise von der Kirche Diskriminiert zu werden war im Mittelalter eine Sache von Leben oder Tod!
Außerdem hatte die Inquisition die Gewohnheit, so las ich einmal, die Namen der zur Folter oder zum Tode verurteilten Personen mit roter Tinte niederzuschreiben.

Die römisch-katholische Kirche war es anscheinend auch, die im Mittelalter das Märchen in Umlauf setzte, die Juden würden immer die Türen ihrer Häuser mit Schweineblut beschmieren, um so ihre Heime gegen Feuer, Sünde und Christen zu beschützen.
Eine diffamierende Behauptung die vielen Menschen jüdischen Glaubens das Leben kostete!

Als das Mittelalter dann irgendwann endete und auch die Inquisition dann im späten 18. Jahrhundert in Portugal abgeschafft wurde, blieb das Unbehagen vor der roten Farbe auf einem Schriftstück in den Köpfen der Menschen bestehen – bis in unsere Tage!

Ich selbst vermeide es mit roter Schrift zu schreiben.
Um etwaigen Missverständnissen zu entgehen rate ich also jedem, einem Portugiesen niemals etwas mit roter Tinte zu schreiben, auch wenn es gut gemeinte Worte, Wünsche oder Grüße sind.
Er wird sonst beleidigt sein und sicherlich denken sie wünschen sich, er möge zum Teufel gehen!…

Sonntag, 9. März 2014

Auch ich kann Selfie





Anfang dieses Monats, bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles, hatte die Moderatorin des Abends, Ellen DeGeneres, die Idee von sich und verschiedenen Hollywood-Stars ein Selfie zu machen.
Dieses Selfie, das DeGeneres dann noch in der gleichen Nacht auf Twitter veröffentlichte, geht seitdem in den sozialen Netzwerken um die Welt und findet immer mehr Nachahmer.

Jetzt bin auch ich, mehr ungewollt als gewollt, ein solcher Nachahmer geworden:
Gestern, bei einer „Ossinacht“ (es muss ja nicht immer die Oscarnacht sein!) habe ich von mir und meinen Kolleginnen Johanna, Ana, Maria und Chrissy mit meinem Mobiltelefon auch ein Selfie gemacht, welches ich jetzt gerne hier im Blog veröffentliche.

Ob sich mein „Ossiabend-Selfie“ allerdings genauso millionenfach verbreiten wird, wie das originale „Oscarabend-Selfie“, wage ich allerdings zu bezweifeln…


Samstag, 24. Dezember 2011

Friedliches und besinnliches Weihnachten 2011


Mit der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium möchte ich allen ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest 2011 wünschen.
Fröhliche Weihnachten!


Es begab sich aber zur der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser
Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen:
„Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“
Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
Und als die Engel von ihnen in den Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:
„Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.“
Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in einer Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

(Weihnachtsevangelium nach Lukas 2, 1-20)



Com o Evangelho de Natal Segundo Lucas quero desejar a todos um Natal 2011 cheio de páz e prosperidade.
Feliz Natal!


Por aqueles dias, saiu um édito da parte de César Augusto, para ser recenseada toda a terra. Este recenseamento foi o primeiro que se fez, sendo Quirino governador da Síria. E iam todos recensear-se, cada qual à sua própria cidade.
Também José, deixando a cidade de Nazaré, na Galileia, subiu até à Judéia, à cidade de David, chamada Belém, por ser da casa e da linhagem de David, a fim de recensear-se com Maria, sua mulher, que se encontrava grávida.
E quando eles ali se encontravam, completaram-se os dias de ela dar à luz e teve o seu filho primogénito, que envolveu em panos e recostou numa manjedoura, por não haver lugar para eles na hospedaria. Na mesma região encontravam-se pastores, que pernoitavam nos campos guardando os seus rebanhos durante a noite. O anjo do Senhor apareceu-lhes e a glória do Senhor refulgiu em volta deles, e tiveram muito medo. Disse-lhes o anjo:
„Não temais, pois vos anuncio uma grande alegria, que o será para todo o povo: Hoje, na cidade de David, nasceu-vos um Salvador, que é o Messias, Senhor. Isto vos servirá de sinal para o identificardes: encontrareis um Menino envolto em panos e deitado numa manjedoura.“
De repente, juntou-se ao anjo uma multidão de exército celeste, louvando a Deus e dizendo:
„Glória a Deus nas alturas e paz na terra aos homens de Seu agrado.“
Quando os anjos se afastaram em direcção ao Céu, os pastores disseram uns aos outros:
„Vamos então até Belém e vejamos o que aconteceu e que o Senhor nos deu a conhecer.“
Foram apressadamente e encontraram Maria, José e o Menino, deitado na manjedoura. E quando os viram, começaram a espalhar o que lhes tinham dito a respeito daquele Menino. Todos os que os ouviram se admiraram do que lhes disseram os pastores. Quanto a Maria, conservava todos essas coisas ponderando-as no seu coração. E os pastores voltaram glorificando e louvando a Deus por tudo o que tinham visto e ouvido, segundo lhes fora anunciado.

(Evangelho de Natal Segundo Lucas 2, 1-20)

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Es ist ein Ros' entsprungen


Am vergangenen Sonntag fand in der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon das alljährliche Adventskonzert statt (bitte lesen sie hierzu auch meinen Eintrag „Adventskonzert - Das ist schön...“
vom 16. Dezember 2011).
Unter anderem sang an diesem Abend der Kirchenchor, dem ich angehöre, das hier folgende Weihnachtslied:


1. Es ist ein Ros' entsprungen
Aus einer Wurzel zart.
Wie uns die Alten sungen,
Von Jesse kam die Art
Und hat ein Blümlein bracht,
Mitten im kalten Winter,
Wohl zu der halben Nacht.

2. Das Röslein das ich meine,
Davon Jesaias sagt:
Ist Maria, die Reine,
Die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ew'gen Rat
Hat sie ein Kind geboren
Und blieb ein' reine Magd.

3. Das Blümelein so kleine,
Das duftet uns so süß,
Mit seinem hellen Scheine
Vertreibt's die Finsternis.
Wahr' Mensch und wahrer Gott,
Hilf uns aus allem Leide,
Rettet von Sünd' und Tod.

„Es ist ein Ros' entsprungen“ ist ursprünglich ein altes zweistrophiges und katholisches Weihnachtslied aus dem 16. Jahrhundert.
In abgewandelter Textform hat dieses Weihnachtslied mit den Jahren auch seinen Weg in die evangelischen Gesangbücher gefunden.

Im so genannten Speyerer Gesangsbuch, aus dem Jahre 1599, wird das Lied zum ersten Mal erwähnt.
Zehn Jahre später, im Jahre 1609, textet der evangelische Komponist Michael Praetorius die zweite Strophe etwas um.
Er ersetzt die Schlusszeile „und blieb ein reine Magd“ durch die weniger katholischeren Worte „welches uns selig macht“.

Im Jahre 1844 fügt der Komponist Friedrich Layriz dem Weihnachtslied eine dritte Strophe bei, die heute sowohl in der katholischen als auch evangelischen Kirche gesungen wird.

Der Geschichte nach, soll dieses berühmte Weihnachtslied auf einen alten Trierer Mönch zurückgehen.
Dieser soll nämlich, Anfang des 16. Jahrhunderts, in einer kalten Weihnachtsnacht eine blühende Rose im erschneiten Wald entdeckt haben.
Er soll die Rose in sein Kloster mitgenommen haben und die selbige dort in einen Blumentopf gepflanzt haben.
Den Blumentopf soll er dann vor einem Altar der Klosterkirche aufgestellt haben.
Und eben diese Rose im Blumentopf ist, historisch gesehen, der Ursprung des Weihnachtsliedes „Es ist ein Ros' entsprungen“.

Was an dieser Geschichte wahr und erfunden ist, ist sicherlich eine Sache des Glaubens.
Wahr ist aber auf alle Fälle, dass „Es ist ein Ros' entsprungen“ wohl eines der berühmtesten Weihnachtslieder weltweit ist – auch hier in Portugal.