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Montag, 5. Oktober 2015

Open House Lisboa 2015


Am kommenden Wochenende, dem 10. und 11. Oktober 2015, findet hier in der portugiesischen Hauptstadt zum vierten Mal die „Open House Lisboa“ statt, die von der Architektenvereinigung „Trienal de Arquitectura“ organisiert wird.

„Open House Lisboa“ ist ein Event bei dem jeder Architekturfreund die Möglichkeit hat bekannte und architektonisch wertvolle Bauwerke in Lissabon zu besuchen und „hinter die Fassade“ zu schauen, die normalerweise das ganze Jahr für die allgemeine Öffentlichkeit geschlossen sind, wie z. B. das beeindruckende Gebäude der portugiesischen Zentralbank (port.: Banco de Portugal), die imposante Tejobrücke Ponte 25 de Abril, das auf der Welt einzigartige Kachelmuseum (port.: Museu Nacional do Azulejo) oder der historische Palácio de Santos, ein Stadtpalast der einstmals von König Manuel I bewohnt wurde und in dem heute die französische Botschaft untergebracht ist.
Vor drei Jahren, beim damaligen „Open House Lisboa“, habe ich u. a. die Möglichkeit wahrgenommen und diesen wunderschönen Palast besucht, der aus Sicherheitsgründen fast immer für die Allgemeinheit geschlossen ist. Ich war begeistert und ich kann jedem nur empfehlen das diesjährige „Open House Lisboa“ dazu zu nutzen es mir gleich zu tun.
Es lohnt sich wirklich!

Dieses Jahr bietet das „Open House Lisboa“ drei Arten von Besuchen in den verschiedenen Objekten an:
Einige Gebäude und Bauwerke können ohne Anmeldung besucht werden, andere werden durch die Mithilfe von Volunteers zu besichtigen sein und in wiederum anderen werden fachkundige Architekten die Führung durch die einzelnen Gebäude führen.
Eines haben aber alle drei Arten von Besuch gemeinsam:
Sie sind alle kostenlos!

Die meisten Gebäude und Bauwerke werden, sobald sich kleine Gruppen zusammengefunden haben, sofort zu besichtigen sein.
Bei anderen wiederum, so weiß ich aus Erfahrung, werden sie eine Wartezeit in Kauf nehmen müssen.
Generell gilt hier das Motto: „first come, first serve“.

Hier eine Liste der über 70 Wohnhäuser, Gebäude und Bauwerke die am kommenden Wochenende beim „Open House Lisboa“ zu besichtigen sein werden:

- Banco de Portugal (dt.: Bank von Portugal)

- Biblioteca Nacional de Portugal (dt.: Portugiesische Nationalbibliothek)

- Centro Cultural de Belém (dt.: Kulturzentrum von Belem)

- Estação do Rossio (dt.: Bahnhof von Rossio)

- Fundação Gulbenkian (dt.: Gulbenkian-Stiftung)

- Museu Nacional do Azulejo (dt.: Nationales Kachelmuseum)

- Padrão dos Descobrimentos (dt.: Entdeckerdenkmal)

- Palácio da Ajuda (dt.: Königspalast Ajuda)

- Palácio de Santos (dt.: Santos-Palast / Botschaft von Frankreich)

- Ponte 25 de Abril (dt.: Tejobrücke Ponte 25 de Abril)

- Supremo Tribunal de Justiça (dt.: Höchste Gericht)

- Teatro Nacional de São Carlos (dt.: Nationaltheater São Carlos / Oper)


Dienstag, 30. August 2011

Ponte 25 de Abril


In meinem Beitrag „Mautgebühren“, welches ich am 11. Juli 2011 gepostet habe, schreibe ich über die Mautgebühren der imposanten „Ponte 25 de Abril“ (dt.: Brücke des 25. April), die majestätisch die beiden Ufer des Tejo, und somit Lissabon und Almada, miteinander verbindet.

Als die United States Steel Export Company, aus New York, zusammen mit 16 anderen Firmen am 06. August 1966, nach vierjähriger Bauzeit und somit ein halbes Jahr vor dem geplanten Bauende, die große Brücke über den Tejo fertig gestellt hatte, war sie die längste Hängebrücke (port.: Ponte Suspensa) Europas.
Noch heute ist sie, nach der Tsing-Ma-Brücke in China, die zweitlängste Hängebrücke der Welt, die Straßen- und Eisenbahnverkehr miteinander kombiniert.

Mit dem Bau der Brücke erfüllten sich die Lissabonner einen Jahrhundertalten Traum. Die Warterei auf die Auto- und Personenfähren, die bei Nebel, starkem Wind und schwerem Seegang oft den Dienst einstellten, hatte ein Ende.
Auch war man nicht mehr auf die 30 km weiter im Norden liegende Brücke Ponte Marchal Carmona in Vila Franca de Xira angewiesen, um in den Süden des Landes zu gelangen.

Zuerst taufte man die Brücke auf den Namen „Ponte Salazar“, nach dem Mann, der sie bauen ließ, nämlich den Diktator António de Oliveira Salazar.
Diesen Namen verlor sie aber am 25. April 1974, als die Diktatur durch die Nelkenrevolution beendet wurde. Einige Zeit lang nannte man sie nur noch die „Ponte sobre o Tejo“ (dt.: Brücke über den Tejo). Ich selber nenne sie heute noch so.
Aber die neuen revolutionären Machthaber hatten alsbald die Anonymität des technischen Wunderwerkes leid, und gaben ihr den weniger originellen Namen „Ponte 25 de Abril“ (dt.: Brücke des 25. April).

Sie ist aus purem Stahlbeton, überspannt freitragend eine Distanz von 1013 Metern, ihre gesamte Länge beträgt stolze 2278 Meter.
Zwei 190 Meter hohe Pylone, deren Fundamente 82 Meter unter dem Meeresspiegel verankert sind, tragen die Fahrbahnen, die den Tejo in einer Höhe von 70 Metern überqueren. Insgesamt waren 3.022 Arbeiter an ihrem Bau beteiligt. Vier Arbeiter starben während der vierjährigen Bauzeit.
Die Baukosten betrugen damals 2,2 Milliarden Escudos, was umgerechnet auf heute, an die 160 Millionen Euro wären.

Die Brücke ist formschön, überhaupt nicht monströs und durch ihre rötliche Pastellfarbe wirkt sie für den Betrachter fast schwerelos, so als ob sie über Lissabon schweben würde.
Unter den Fahrbahnen liegt ein Eisenbahndeck mit zwei Schienensträngen, die zwar schon beim Bau der Brücke berücksichtigt, aber erst im August 1999 fertig gestellt wurden.

Die Ortschaften am Südufer des Tejo, wie Almada, Seixal, Montijo und Setúbal, die bis dahin ein regelrechtes Dornröschenschlaf durchlebten, begannen nach dem Bau der Brücke, am 05. November 1962, sprunghaft an zu wachsen.
Noch heute sind ein großer Prozentsatz der rund 23 Millionen Fahrzeuge die jährlich die Brücke überqueren, Pendler aus dem Süden, die in Lissabon ihrer Arbeit nachgehen.
Zu Spitzenzeiten überqueren ca. 7.500 Fahrzeuge pro Stunde die Tejobrücke, pro Tag sind das an die 180.000 Fahrzeuge. Außerdem verbinden ca. 160 Zugverbindungen jeden Tag die zwei Ufer des Tejo.

Wenn man von Almada mit dem Auto in Richtung Hauptstadt fährt, hat man eine wunderschöne Aussicht.
Lissabon liegt einem fast zu Füßen, wie ein aufgeblättertes Buch, riesengroß und glänzend weiß.
Im Osten kann man die Alfama sehen, mit der Burg Castelo de São Jorge.
Etwas weiter westlich erkennt man die Baixa und in Fahrtrichtung erkennt man die Amoreirastürme.
Im Westen liegt Belém, ausschwingend bis zur Torre de Belém und dem Denkmal der Entdeckungen.

Der Ausblick den man von der Brücke hat, soweit man nicht nur Augen für den Verkehr hat, lässt einen alle Beschädigungen und hausgemachten Infernos die es jeden Tag in Lissabon und Almada gibt, vergessen.
Von den Fahrbahnen der „Ponte 25 de Abril“ hat man einen der schönsten Fernblicke, die ich kenne.

Montag, 11. Juli 2011

Mautgebühren


Nun ist es amtlich: Ab diesem Jahr muss man wieder, nach 15 Jahren, eine Mautgebühr (port.: portágem) bezahlen, wenn man die Tejobrücke „Ponte 25 de Abril“ mit dem Auto, dem Bus oder dem Motorrad im Monat August überqueren will.

Diese Maßnahme überrascht kaum einen, denn sie war schon von der alten sozialistischen Regierung unter José Socrates, im Falle eines Wahlsieges, vorhergesehen.
Die Sozialisten verloren zwar die Wahlen, aber die schwere wirtschaftliche Lage in Portugal zwingt die neue Regierung von Pedro Passos Coelho an dieser Maßnahme festzuhalten.

Laut Álvaro Santos Pereira, dem neuen Wirtschafts- und Arbeitsminister, spart der portugiesische Staat durch diese Maßnahme an die 48 Millionen Euro bis zum Jahre 2019.
Alleine schon diesen August werden ca. 4,4 Millionen Euro eingenommen.

Natürlich gibt es schon die ersten Proteste gegen diese Maßnahme. Vor allem die Einwohner Almadas, die zum großen Teil in Lissabon beschäftigt sind, beschweren sich das sie nun auch im August die Mautgebühr bezahlen werden müssen.
Sie finden dies durchaus ungerecht, da sie ja das ganze Jahr die Maut bezahlen müssen, und somit finanziell benachteiligt sind.

Dies ist aber eine Milchmädchenrechnung, denn im Monat August, dem Monat indem die meisten Portugiesen Urlaub haben, werden auch sicherlich tausende Lissabonner die Brücke überqueren müssen, wenn sie an die Lissabonner Hausstrände fahren wollen

Ich, der ich selber in Almada lebe und jeden Tag nach Lissabon rein muss, finde es nicht mehr als gerecht wenn ab jetzt auch im August die Mautgebühr erhoben wird.
Wenn ich nämlich das ganze Jahr über, egal in was für einen Monat, in den Norden, in den Süden oder in den Osten des Landes fahren will, muss ich ja auch immer Mautgebühren bezahlen.
Warum sollten also im Monat August, die abertausenden Lissabonner und Touristen aus aller Welt, die diese Brücke mit dem Auto überqueren, nicht ebenfalls zur Kasse gebeten werden?
Ich meine, wenn ich mit dem Auto nach Spanien, Frankreich oder Belgien fahre, muss ich doch auch das ganze Jahr über Mautgebühren bezahlen.

Ich kann allerdings diejenigen verstehen, die darüber aufgebracht sind, das wir hier im Süden des Landes, wenn wir nach Lissabon rein fahren wollen, immer eine Mautgebühr entrichten müssen, während weiter oben im Norden, in der Stadt Porto, kein einziger Cent bezahlt werden muss, wenn man dort in die Stadt rein fährt.
Besonders gerecht ist das nun ja wirklich nicht!

Ob nun mit oder ohne Mautgebühren, ich wünsche allen eine allzeit gute Fahrt auf Portugals Strassen und einen schönen, sonnigen Urlaub.

„Boas Férias“

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Mit Katrins Augen gesehen III: Lissabonner Aussichten






Die hier abgebildeten Fotos von Lissabon wurden im November von meiner Arbeitskollegin Katrin aus Berlin, bei ihrem letzten Besuch bei uns in Lissabon, gemacht, und mit ihrer Erlaubnis in diesen Blog veröffentlicht.

- Blick über die Lissabonner Unterstadt Baixa, mit der Kathedrale „Sé Patriarcal“ im Hintergrund

- Blick über die Alfama, die Altstadt von Lissabon, vom Aussichtspunkt „Miradouro de Santa Luzia“

- Die Kirche Santa Engrácia, das Nationale Pantheon (port.: Panteão Nacional) Portugals, die Grabstätte vieler großer portugiesischer Persönlichkeiten

- Die Brücke „Ponte 25 de Abril“ und der Tejo

- Sonnenuntergang über Almada

Samstag, 19. Dezember 2009

Nicht immer verleiht Red Bull auch Flügel


Nun ist es also amtlich: Die portugiesische Ausgabe des „Red Bull Air Race“ wird zukünftig in Lissabon stattfinden, und nicht wie die letzten drei Jahre zuvor, im nördlichen Porto.

Die „Formel I der Lüfte“, wie die Flugshow auch genannt wird, wird also ab nächstem Jahr über den Tejo, zwischen der Torre de Belém und der Ponte 25 de Abril, in Lissabon in die Luft gehen und nicht mehr über den Douro, zwischen Porto und Gaia.

Wer sich nicht mit dem Wechsel der Flugshow in die Hauptstadt abfinden kann und will, sind die Bürger der Städte Porto und Gaia.

Rui Rio, der Bürgermeister von Porto, brachte es auf einen Nenner:

„Alles was außerhalb der Hauptstadt Erfolg hat wird sofort von ihr eingenommen.
Dieses Land kann sich nicht wirtschaftlich entwickeln, wenn alles in der Hauptstadt stattfindet.
Die Entscheidung, die Flugshow in Lissabon austragen zu lassen, ist nicht schön, nicht korrekt und nicht ehrbar.“

Nun, Lissabon ist weder eine Bank, noch ein Verein und auch kein Unternehmen.
Lissabon ist lediglich die Hauptstadt Portugals.
Und Porto ist ebenso keine Bank, kein Verein, kein Unternehmen. Porto ist lediglich eine Stadt in Portugal.
Trotz aller Rivalität zwischen den beiden Städten, die Eine wäre nichts ohne die Andere!
In all den Jahrhunderten hat trotz aller Unterschiede, die eine immer die andere Unterstützt.

Es war z.B. in Porto, wo sich die Kreuzritter des Nordens (unter ihnen auch viele Deutsche), die auf dem Weg nach Jerusalem waren, entschieden bis nach Lissabon zu marschieren, um die Stadt von den arabischen Mauren zu befreien.
Und es war in Lissabon, wo sich mehrmals die portugiesischen Truppen in Richtung Norden aufmachten, um Porto vor den spanischen Truppen zu retten.

Die eine, als auch die andere Metropole sind, trotz aller Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten, eines: Portugiesisch!

Als Lissabonner bin ich über die Vergabe des „Red Bull Air Races“ an meine Geburtstadt glücklich, und natürlich auch ein bisschen schadenfroh, so wie die Einwohner Portos drei Jahre lang schadenfroh waren, als die Flugshow noch in ihrer Stadt stattfand.

Als Portugiese aber bin ich, was den Wechsel von Porto nach Lissabon angeht, mit Rui Rio, dem Stadtoberhaupt von Porto, ganz und gar einer Meinung:
„Diese Entscheidung ist nicht schön, nicht korrekt und nicht ehrbar.“