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Dienstag, 3. Februar 2015

Süße Früchtchen aus Portugal


Ab dem morgigen Mittwoch öffnet die „Fruit Logistica“, die größte internationale Fachmesse für Obst (port.: fruta) und Gemüse (port.: legumes), in Berlin wieder ihre Tore.
Bis zum 06. Februar 2015 werden über 2.000 Aussteller aus aller Welt die Gelegenheit haben die verschiedensten Früchte- und Gemüsesorten, Nüsse, Gewürze und Blumen auf dem großen Berliner Messegelände vorstellen zu können.

Das diesjährige Partnerland, dieser weltweit größten Leitmesse für Früchte- und Gemüsemarketing, ist Portugal.

Ananas (port.: ananás) aus den Azoren,
Pflaumen (port.: ameixas) und Kirschen (port.: cerejas) aus Fundão,
Bananen (port.: bananas) aus Madeira,
Orangen (port.: laranjas) aus der Algarve,
Äpfel (port.: maçã) aus Alcobaça,
Erdbeeren (port.: morangos) und Trauben (port.: uvas) aus dem Ribatejo,
Wassermelonen (port.: melancias) aus dem Alentejo,
Birnen (port.: pêras) aus Sintra
und Kartoffeln (port.: batatas),
Zwiebeln (port.: cebolas),
Lupinenkerne (port.: tremoços),
Möhren (port.: cenouras,
Kohl (port.: couves)
und Bohnen (port.: feijão
aus den verschiedensten Anbaugebieten Portugals werden frisch und knackig auf dieser Fachmesse zu sehen und zu schmecken sein.       

Portugals Obst-, Gemüse- und Blumenexporte wachsen von Jahr zu Jahr beständig.
Alleine im vergangenen Jahr produzierte die portugiesische Landwirtschaft, laut hiesiger Agrarexporteure, Obst und Gemüse im Wert von über 2,5 Milliarden Euro, davon wurden 2014 gut 1 Milliarde Euro durch den Export umgesetzt.
Bis zum Jahre 2020 soll das Exportvolumen, so der Wunsch der portugiesischen Agrarwirtschaft, gut 2 Milliarden Euro betragen.

Portugals Agrarprodukte werden vor allem wegen ihrer hohen Qualität, ihres vorzüglichen Aromas und ihres sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses auf dem Weltmarkt sehr geschätzt und immer beliebter.
Damit das so bleibt, und die hochwertigen portugiesischen Agrarprodukte vor allem einem breiten deutschen Fachpublikum besser vorgestellt werden können, ist Portugal dieses Jahr mit seinem über 600 m² großen Messepavillon auf der „Fruit Logistica 2015“ vertreten.

Sonntag, 26. Oktober 2014

12 Schätze Europas


Vergangene Woche publizierte die einflussreiche amerikanischen Tageszeitung „New York Times“ einen interessanten Artikel in ihrer Wochenendausgabe mit dem Titel „12 Treasures of Europe“ (dt.: „12 Schätze Europas“).

In diesem Artikel stellt die „New York Times“ zwölf europäische Städte vor und ihre jeweiligen typischen Symbole oder wichtigsten Charakteristika.
Die portugiesische Hauptstadt Lissabon ist mit ihren wunderschönen Kacheln (port.: azulejos / engl.: tiles) vertreten, aber auch Berlin mit seiner außergewöhnlichen Straßenkunst oder das belgische Brüssel mit seiner leckeren Schokolade.

„Gibt es ein blaueres Land als Portugal?“
(engl.: „Is there a bluer country than Portugal?“),
fragt Seth Sherwood in seinem Artikel, indem er von den portugiesischen blau-weißen Azulejos, vom blauen Himmel und vom Atlantik schwärmt.
Weiter schreibt der US-Amerikaner:
 „In ganz Portugal sind die typisch blauen Kacheln in und an Kirchen, Klöstern, Burgen, Schlössern, Universitätshallen, Parks, Bahnhöfen, Hotellobbys und Hausfassaden verbreitet“.
(engl.: „And all across Portugal, the typically blue designs of azulejos – ceramic tiles – are spread across churches, monasteries, castles, palaces, university halls, parks, train stations, hotel lobbies and apartment facades“.)

Und da hat Sherwood Recht!
Azulejos sind ohne Zweifel eines der  Markenzeichen dieser Nation.
Diese Kunst an den Wänden, die in ihren oftmals imposanten Bildern viel über die Geschichte dieses Land erzählen, ist überall gegenwärtig, vor allem hier in Lissabon.

Deshalb ist es für mich als Lissabonner mehr als verständlich, das die renommierte amerikanische Tagezeitung die Azulejos zu den „12 Schätzen Europas“ zählt!
Die anderen Schätze Europas sind, laut der „New York Times“:


- die Straßenkunst in Berlin
- die Schokolade in Brüssel
- die Paprika in Budapest
- das Design in Kopenhagen
- die Seide in Florenz
- die Duftstoffe von Istanbul
- die Hüte in London
- die Gitarren in Madrid
- die Regenschirme in Paris
- das Spielzeug in Prag
- die Kaffeeservice in Sarajevo

Wer den Originalartikel nachlesen will, hier der dazugehörige Link:


Samstag, 26. Juli 2014

Unangenehme Annullierungen bei der TAP


Die portugiesische Fluggesellschaft TAP (port.: Transportes Aéreos Portugueses) musste diese Woche 48 ihrer Flüge annullieren, darunter auch teilweise die Mittelstreckenflugverbindungen nach Frankfurt/Main, München und Berlin.
Obwohl eine Umbuchung auf die von TAP gecharterte Flugzeuge anderer Airlines, wie ich selbst erleben konnte, keinerlei Probleme mit sich bringt, ist diese Situation, zumal jetzt zur Sommerzeit, der portugiesischen Fluggesellschaft sehr unangenehm.

Dabei ist die TAP ziemlich unverschuldet in die missliche Lage geraten, in der sie sich jetzt befindet.
Der Flugzeughersteller Airbus hatte sich vertraglich dazu verpflichtet der TAP Ende Juni zwei Airbus A330 für ihre Langstreckenflüge, sowie zwei Airbus A319 und zwei Airbus A320 für ihre Mittelsteckenflüge auszuliefern.
Da diese Flugzeuglieferungen aber bisher leider ausblieben, steckt die TAP nun in diesem Schlammassel und kann ihren Sommerflugplan, nicht wie erwartet, vollständig realisieren.

Wie mir heute am Lissabonner Flughafen von TAP mitgeteilt wurde, wird bis zum kommenden 15. August mit einer wöchentlichen Annullierung von mehreren Flügen zu rechnen sein.

Alle die bis dahin von oder nach Portugal fliegen wollen, empfehle ich dringend einen Besuch auf der Seite der Fluggesellschaft, die da lautet:


Samstag, 7. Dezember 2013

Weihnachtsfeier 2013



Wenn sich das Jahr seinem Ende neigt
da wird kalendarisch die Weihnachtsfeier angezeigt.
Auch bei uns im Büro stand eine solche diesen Monat an
und so gingen wir alle essen, Chrissy allen voran.
Von der Partie waren diesmal dabei: Maria, Conxi und Ana
in Gesellschaft von Paulo, Marlene und Johanna.
Lecker geschmaust haben wir in einem Alentejo-Restaurant
waren alle gut drauf, vergnügt und tiefenentspannt.
Eine Super-Weihnachtsfeier, doch die ist nun Geschichte
Genauso wie meine Inspiration zu diesem kurzen Gedichte!

(Angelo Paulo)

Ich wünsche allen meinen Kolleginnen und Kollegen, hier in Lissabon und im fernen Berlin, eine schöne, besinnliche und stressfreie Vorweihnachtszeit!

Samstag, 10. März 2012

Von peinlichen Staatsoberhäuptern – über Grenzen hinweg


Am letzten Donnerstag, dem 08. März 2012, wurde der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff mit einem großen Zapfenstreich verabschiedet, nachdem er am 18. Februar von seinem Amt zurückgetreten war.
Über zwei Monate hinweg hat Wulff aufgrund seines umstrittenen Hauskredits, seiner zwielichtigen Kontakte zu Unternehmerfreunden und vieler anderer zweifelhafter Aktionen das deutsche Volk regelrecht zum Narren gehalten.

Nun hat ihn das politische Berlin endlich in den Ruhestand geschickt – und zwar, wie es scheint, in einen „vergoldeten“ Ruhestand.
Außer einem Ehrensold von jährlich 199.000 Euro soll Wulff, wie alle früheren Bundespräsidenten auch, Personenschutz, ein Auto mit Fahrer, ein Büro und einen Mitarbeiterstab erhalten.
Ein Fakt, der vielen Deutschen offensichtlich missfällt!
Vielen meiner deutschen Freunde und Kollegen ist Christian Wulff einfach nur peinlich, und manche schämen sich sogar für ihn.

Aber die Deutschen sind nicht die einzigen, denen ihr Staatsoberhaupt peinlich ist.
Auch wir hier in Portugal haben an der Spitze des Staates einen Mann, der krampfhaft versucht sein Saubermannimage zu pflegen und der von sich behauptet eine moralische Instanz zu sein, es aber oftmals an Moral und Würde mangeln lässt.

Diese Woche ist bekannt geworden, dass Anibal Cavaco Silva, seines Zeichens Präsident der portugiesischen Republik, seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu dessen „überragenden“ Wahlsieg zum Präsidenten Russlands am vergangenen Sonntag gratuliert hat.
Wie auf der offiziellen Seite des hiesigen Präsidialamtes zu lesen ist, gratulierte Cavaco Silva Herrn Putin mit den folgenden Worten:

• „Por ocasião da eleição de Vossa Excelência como Presidente da Federação da Rússia quero dirigir-lhe, em meu nome e no do Povo Português, calorosas felicitações e votos de sucesso no exercício das altas funções que é chamado a desempenhar“

Ins deutsche übersetzt lautet dieser Text wie folgt:

• „Aus Anlass ihrer Wahl zum Präsidenten der Russischen Föderation, möchte ich Ihnen, in meinem Namen und im Namen des portugiesischen Volkes, die wärmsten und herzlichsten Glückwünsche übermitteln und Ihnen für das hohe Amt, für welches Sie nun berufen sind, alles erfolgreiche Wünschen“

Nun, das ein Präsident dem anderen zu einem erfolgreichen Wahlausgang gratuliert, ist nichts Außergewöhnliches und normalerweise auch nicht zu beanstanden.
Außergewöhnlich und beanstandungswürdig ist aber sehr wohl die Art und Weise wie diese Gratulation ausgedrückt wird!

Jeder weiß, dass die Wahlen in Russland weder frei noch fair vonstatten gingen, und dass Wladimir Putin diese nur gewinnen konnte, weil er Wahlbetrug im großen Stil betrieb.
Offensichtlich sind für Putin seine autokratischen Neigungen bedeutender als seine demokratische Überzeugung.

Deshalb ist es für mich nicht nachvollziehbar und im hohen Maße peinlich, das der höchste Repräsentant meines Landes in seinem offiziellen Glückwunschschreiben an Putin die Worte „calorosas felicitações“ (dt.: „wärmsten und herzlichsten Glückwünsche“) benutzt, zumal er diese Worte ja auch im Namen des portugiesischen Volkes, also auch in meinem Namen, übermittelt.

Ich weiß sehr wohl, dass die Diplomatie einen gewissen taktvollen Ton vorschreibt, wenn Politiker miteinander kommunizieren.
Und in diesem Fall hat Cavaco Silva zweifelsohne gegenüber Putin einen taktvollen Ton angeschlagen, als er die Wörter „wärmsten und herzlichsten“ vor die eigentlichen Glückwünsche dransetzte.
Gegenüber jedem freiheitlich denkenden und demokratischen Menschen aber, hat er sich äußerst taktlos verhalten und im Ton vergriffen!

Männer wie Cavaco Silva und Wulff vergessen oftmals die Tatsache, dass das Amt eines portugiesischen Staatspräsidenten oder der eines deutschen Bundespräsidenten eigentlich ein Amt mit Würde und im Dienste des jeweiligen Volkes sein sollte.

Sie mögen diese Tatsache oftmals vergessen…
Aber es obliegt uns, dem Volk, sie immer wieder daran zu erinnern!

Sonntag, 19. Februar 2012

Und der Goldene Bär geht an…


Als der junge Filmregisseur João Salaviza vor seinem Abflug nach Berlin am Lissabonner Flughafen gefragt wurde, welche Chancen er sich auf einen Bären bei den Internationalen Filmfestspielen (port.: Festival Internacional de Berlim) ausmache, sagte er, eher kokettierend:
„Ich hoffe doch gute!“
und fast entschuldigend fügte er noch hinzu:
„Man darf ja wohl mal träumen!“

Am gestrigen Samstagabend hat nun die Kurzfilmjury der Internationalen Filmfestspiele ihn, den Träumer, mit dem Goldenen Bären (port.: urso de ouro) für seinen Kurzfilm „Rafa“ auszeichnet.
Es ist schon lange, sehr lange her, dass ein portugiesischer Film bei einem internationalen Wettbewerb ausgezeichnet worden ist.
Dementsprechend war die Freunde bei João Salaviza gestern Abend in Berlin sehr groß.

Aber bei dieser Freude sollte es für den portugiesischen Film am gestrigen Abend nicht bleiben.
Als nämlich der Portugiese Miguel Gomes überraschend für sein Werk „Tabu“ den Alfred-Bauer-Preis erhielt, einen Sonderpreis der Berlinale, war die portugiesische Delegation schier aus dem Häuschen.

Der nach dem ersten Berlinale-Direktor benannte Preis geht immer an Filmproduzenten die mit ihren Werken neue Perspektiven für die Filmkunst eröffnen wollen.
Miguel Gomes, der zuvor bereits mit dem Kritikerpreis FIPRESCI der Berlinale ausgezeichnet wurde, hat mit „Tabu“ ein innovatives Werk geschaffen das zweifelsohne die Filmwelt regelrecht verzaubert.

Trotz der großen Überraschung und der Freude, dass gestern Abend zwei Portugiesen bei der 62. Berlinale eine Hauptrolle spielten, sollte ich hier nicht vergessen den Gewinner des Hauptpreises der diesjährigen Internationalen Filmfestspiele von Berlin zu erwähnen.
Der Goldene Bär der diesjährigen Berlinale geht an die italienischen Brüder Paolo und Vittorio Taviani und ihren Film „Cesare deve morire“.

Aber wie geht es jetzt weiter mit João Salaviza, Miguel Gomes und dem portugiesischen Film?
Nun, das wissen nur die „Filmgötter“.
Aber es wäre schön wenn der portugiesische Film und seine Macher jetzt in Berlin einen dynamischen Schub erhalten hätten.
Und wer weiß, vielleicht ist ja demnächst wieder ein Preis bei einem internationalen Wettbewerb drin – vielleicht eine Palme in Cannes oder einen Oscar in Hollywood…

Um João Salaviza zu zitieren:
„Man darf ja wohl mal träumen!“

Mittwoch, 8. Februar 2012

Von fehlgeleiteten Strukturfonds


Der Präsident der Autonomen Region Madeira (port.: Presidente da Região Autónoma da Madeira) Alberto João Jardim hat heute in einer Pressemitteilung verlautbaren lassen, er sei „empört“ und „schockiert“ über die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkels und die Ignoranz die sie, seiner Meinung nach, an den Tag legen würde!

Was treibt Alberto João Jardim zu solch einer Pressemitteilung und ist Frau Merkel wirklich ignorant?

Nun, Angela Merkel hatte sich gestern, bei einem Treffen mit Studenten der Bela Foundation in Berlin, negativ über die Verwendung der Europäischen Strukturfonds (port.: fundos estruturais europeus), die in den letzten Jahren auf der Insel Madeira verwendet wurden, geäußert.
Laut Merkel wurden diese milliardenschweren Fonds regelrecht verschwendet, indem sie, unter anderem, zu Unrecht für den Straßenbau der Insel verwendet wurden, anstatt diese z.B. in die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der kleineren und mittleren Unternehmen auf der Insel zu investieren.

Alberto João Jardim, der wie ein kleiner demokratisch gewählter Diktator die Insel seit 1976 regiert, kann von Natur aus nur sehr schwer mit Kritik umgehen.
Und wenn diese Kritik von einem ausländischen Regierungschef oder einer ausländischen Regierungschefin kommt, dann vergreift er sich auch mal gerne im Ton.
Dies bekommt nun auch die deutsche Bundeskanzlerin zu spüren. Aufgrund ihrer gestrigen Äußerungen vor den Studenten nannte er sie heute, ohne Skrupel, einfach „ignorant“!

Nun, Angela Merkel mag viele Fehler haben – wer hat sie nicht – aber in diesem Fall ist sie keineswegs ignorant gewesen, sondern, auch wenn dies dem Lokalpatrioten Alberto João Jardim nicht passt, einfach nur ehrlich.

Aber bei all ihrer Ehrlichkeit darf Frau Merkel einen ganz wichtigen Aspekt nicht vergessen:
Die Milliarden die auf Madeira ausgegeben wurden, wurden mit dem Wissen der EU, und somit auch Deutschlands, investiert.
Über Jahre hinweg hat die EU Unmengen von Geld nach Madeira transferiert, mit dem Wissen das dieses Geld für den Bau von Autobahnen, Brücken und Tunnels ausgegeben wurde.
Jeder europäische Regierungschef, auch die Bundeskanzlerin, wusste das, weil diese Bauten in aller Öffentlichkeit vollzogen wurden.

Jetzt so zu tun als ob man von diesen fehlgeleiteten Investitionen nichts gewusst hätte, ist von Seiten der EU und ihrer Politiker, auch von Frau Merkel, einfach nur scheinheilig!

Donnerstag, 11. August 2011

Eselsohren: „Die Sprache der Schatten“


Diesen Urlaub habe ich von meiner kleinen Nichte Lorena ein Buch, mit dem Titel „Die Sprache der Schatten“, geschenkt bekommen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die ersten Seiten des Buches mit einer gewissen Langeweile gelesen habe.
Ab einer bestimmten Stelle aber, es muss so um die Seite 25 gewesen sein, habe ich angefangen mit mehr Aufmerksamkeit zu lesen.

Das Buch erzählt die Geschichte der jungen Frederike, Rika genannt, die erst Mitte zwanzig ist, als ihr wesentlich älterer Ehemann, ein bekannten Berliner Industrieller, im Jahr 1874 stirbt.
Die junge Witwe muss sich fortan nicht nur um ihre unwesentlich jüngeren Stiefkinder kümmern, sondern teilweise auch um die Belange der Firma.
Sie findet als Ausgleich Gefallen an der Kunst und erwirbt selbst gelegentlich das eine oder andere Gemälde.

Als sie von ihrem Stiefsohn Alexander das Bild eines unbekannten Malers geschenkt bekommt, ist sie fasziniert. Da der Name des Künstlers nicht klar ersichtlich ist, versucht sie auf eigene Faust, den geheimnisvollen Mann zu finden. Doch die Suche ist nicht ganz einfach für eine Dame aus besserem Hause, denn die Spur führt sie in das Herz von Berlin, wo in den verruchten Gassen damals allerlei zwielichtige Gestalten zuhause sind.
Eine spannende Suche nach dem Maler und Außenseiter Anthonis beginnt.
Im Laufe der Geschichte verliebt sie sich in den Künstler und am Schluss gibt es so etwas wie ein Happy End.

Anthonis leidet an der seltenen Krankheit Prosopagnosie (port.: Prosopagonia), die im Volksmund auch „Gesichtsblindheit“ genannt wird.
Da ich noch nie in meinem Leben von dieser Krankheit gehört hatte, habe ich mit Spannung das Buch weiter gelesen und mich mit der Zeit sogar über Prosopagnosie informiert.

So habe ich erfahren, dass Prosopagnosie die Unfähigkeit ist, Menschen die man eigentlich kennt, anhand ihres Gesichts zu erkennen.
Für Menschen die an dieser Krankheit leiden, hat das Gesicht einer bekannten Person genauso viel Identitätswert, wie für gewöhnliche Menschen der Arm, das Bein oder der Rücken eines geliebten Menschen. Viele können in den Gesichtern anderer noch nicht einmal das Geschlecht oder Emotionen erschließen. Sie besitzen einfach nicht die Fähigkeit sich an Gesichter zu erinnern und zuzuordnen – und das jeden Tag aufs Neue!

Da der Held dieses historischen Romans ein Portraitmaler ist, kann man sich vorstellen, in welche kniffeligen Situationen er während der ganzen Geschichte gerät.

Was ich auch nicht wusste ist, dass schätzungsweise 2 % der portugiesischen Bevölkerung an dieser Krankheit leidet.
Bei einigen ist Prosopagnosie durch einen Unfall oder Schlaganfall zustande gekommen, aber viele haben auch Prosopagnosie von Geburt an. Und weil viele Prosopagnosie seit ihrer frühesten Kindheit haben, wissen viele gar nicht, dass sie an dieser seltsamen Behinderung leiden.
Den Namen Prosopagnosie hat sich übrigens im Jahre 1947 der deutsche Neurologe Joachim Bodamer ausgedacht.

Aber die Krankheit Prosopagnosie ist nicht das einzige heikle Thema welches die Autorin in ihrem Werk behandelt.
Auch die Homosexualität und die Judenfeindlichkeiten der damaligen Zeit sind in diesem Buch unter anderem ein Thema.

Die Autorin Susanne Goga wirft mit ihrem Roman einen authentischen Blick auf das Berlin des späten 19. Jahrhunderts, in jene Zeit, als die Hauptstadt des jungen deutschen Reichs förmlich explodierte, Kunst und Kultur in Blüte standen und auch Frauen ganz allmählich begannen, sich aus ihrem engen gesellschaftlichen Korsett zu befreien und zu emanzipieren und ihr Terrain in Beruf, Literatur oder Malerei zu erobern.

Sie hat mit diesem historischen Roman eine faszinierende, spannende und gefühlsvolle Geschichte geschrieben, die voller Liebe, Freundschaft, Vertrauen und Opulenz aber auch Eifersucht, Hass, Gier und Neid ist.

Susanne Goga, die 1967 in Mönchengladbach geboren wurde, ist von Hause aus eine renommierte Literaturübersetzerin.
Sie schrieb zwei historische Kriminalromane, bevor sie sich mit „Das Leonardo-Papier“ und jetzt „Die Sprache der Schatten“, beide im Diana Verlag erschienen, dem klassischen historischen Roman zuwandte.
Susanne Goga lebt mit ihrer Familie in Mönchengladbach.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Deutsche Kriegserklärung an Portugal






Als am 09. März 1916 das Deutsche Kaiserreich der jungen Portugiesischen Republik den Krieg erklärte, war das, sowohl für die Mehrheit der Portugiesen als auch für die Mehrheit der Deutschen keine allzu große Überraschung.
Durch zu viele Handlungen auf beiden Seiten, hatte sich ein drohender Krieg zwischen diesen, ehemals eng befreundeten Nationen, angekündigt.

Als die Portugiesen am 23. Februar 1916 insgesamt 72 Schiffe des Deutschen Reiches, davon 35 Schiffe im Hafen von Lissabon, beschlagnahmen, war dies „der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte“.
Die Schiffe, die meisten von ihnen Handelsschiffe, hatten seit Kriegsbeginn, im Jahr 1914, in den Häfen des neutralen Portugals Zuflucht gesucht.
Da die Schiffe also in den Hoheitsgewässern eines neutralen Landes ankern, war ihre Enteignung, rechtlich gesehen, ein Akt der Seeräuberei.

Deutschland erklärt darauf hin Portugal den Krieg - und mit dieser Kriegserklärung hat das Deutsche Kaiserreich nun den elften Feind!

Die deutsche Regierung wird sich damals sicherlich nicht gesagt haben:
„Auf einen Gegner mehr oder weniger kommt es nicht an!“
Aber um ehrlich zu sein, hat der Eintritt Portugals in den Krieg gegen das Kaiserreich die deutsche Kriegführung und ihre Abwehr, in einem kaum messbaren Grad beeinträchtigt.

Zwar hatte Portugal damals beinahe 6 Millionen Einwohner, und seine Truppen waren über drei Kontinente verteilt, aber es war militärisch, wirtschaftlich und finanziell nicht so beschaffen, dass es als neuer Feind Deutschlands ernsthaft in Betracht kam.

Die frühere portugiesische Regierung unter General Pimenta de Castro versuchte konsequent die Neutralität zu wahren.
Aber durch eine Revolte, wurde Pimenta de Castro gestürzt, und ihm folgte als Premierminister Afonso Augusto da Costa, der auf drängen Englands zu direkten feindlichen Handlungen gegen Deutschland keinen Widerstand mehr entgegensetzen wollte oder konnte.

England braucht für den Krieg dringend Transportschiffe, und Portugal gab sich leichtsinnig dazu her, den englischen Bedürfnissen durch die Beschlagnahme der 72 deutschen Schiffe nachzukommen.

Unmittelbar nach Bekannt werden der Beschlagnahme der deutschen Schiffe, erhielt der kaiserliche Gesandte in Lissabon, Dr. Friedrich Rosen, den Auftrag von Kaiser Wilhelm II, gegen diese Maßnahme zu protestieren und ihre sofortige Aufhebung zu verlangen.
Die betreffende Beschwerde wurde am 27. Februar der portugiesischen Regierung übergeben.

Doch ungeachtet dieser Tatsache, verbreitete die damalige portugiesische Regierung in Lissabon in einem offiziellen Pressenotiz, die Nachricht, dass eine deutsche Protestnote überhaupt nicht existiere; in der portugiesischen Kongresssitzung leugnete der damalige Justizminister sogar offiziell das Vorhandensein einer solchen Protestnote.
Die von Friedrich Rosen verlangte Richtigstellung der Pressenotiz unterblieb.

Erst knapp eine Woche später, am 4. März 1916, erschien der in Berlin akkreditierte portugiesische Gesandte, im Auftrage seiner Regierung, im Auswärtigen Amt in Berlin, um ebenso eine Note zu übergeben, welche die deutsche Forderung kategorisch ablehnte

Daraufhin verlor Wilhelm II die Geduld und Friedrich Rosen in Lissabon erhielt die Anweisung, der portugiesischen Regierung eine Kriegserklärung zuzustellen.
Die Übergabe dieser Erklärung erfolgte am 09. März 1916 in Lissabon.
Eine Abschrift derselben Kriegserklärung wurde dem portugiesischen Gesandten Dr. Paes in Berlin übermittelt.

Friedrich Rosen verließ am nächsten Tag Portugal und begab sich zuerst nach Madrid.
Der portugiesische Gesandte in Berlin, Dr. Paes, reiste am selben Tag von der deutschen Hauptstadt ab, in Richtung Schweiz.

Folgend nun, der Originaltext der deutschen Kriegserklärung an Portugal:


Lissabon, 09. März 1916

Sehr geehrter Herr Premierminister,

ich bin beauftragt im Namen meiner Regierung ihnen folgende Note zu überreichen:

Seit Kriegsbeginn hat die portugiesische Regierung durch neutralitätswidrige Handlungen die Feinde des Deutschen Reichs unterstützt. Englischen Truppen wurde in vier Fällen der Durchmarsch durch Moçambique gestattet. Die Versorgung deutscher Schiffe mit Kohlen wurde verboten. Ein neutralitätswidrig ausgedehnter Aufenthalt englischer Kriegsschiffe in portugiesischen Häfen wurde zugelassen, England die Benutzung Madeiras als Flottenstützpunkt gewährt. Der Entente wurden Geschütze und Kriegsmaterial der verschiedensten Art, England überdies ein Torpedobootzerstörer verkauft. Deutsche Kabeln wurden unterbrochen. Das Archiv des Kaiserlichen Vizekonsulats in Mossamedes wurde beschlagnahmt.
Expeditionen wurden nach Afrika entsandt und offen als gegen Deutschland gerichtet bezeichnet. An der Grenze von Deutsch-Südwestafrika und Angola wurde der deutsche Bezirksamtmann Dr. Schulde, Jena, sowie zwei Offiziere und Mannschaften durch eine Einladung über die Grenze nach Naulila gelockt, dort am 19. Oktober 1914 für verhaftet erklärt, und, als sie sich ihrer Festnahme zu entziehen suchten, zum Teil niedergeschossen, die Überlebenden mit Gewalt gefangen genommen. Retorsionsmaßnahmen unserer Schutztruppe folgten. Von Deutschland abgeschnitten, handelte die Schutztruppe in der durch das portugiesische Vorgehen hervorgerufenen Annahme, dass Portugal sich mit uns im Kriegszustand befinde. Die portugiesische Regierung demonstrierte wegen der letzteren Vorgänge, ohne die ersteren zu erwähnen, und beantwortete unser Verlangen, uns mit unseren Kolonialbehörden einen ungehinderten chiffrierten Telegrammverkehr zwecks Ausklärung des Sachverhalts zu verschaffen, überhaupt nicht.
Während der Kriegsdauer ergingen sich unter mehr oder weniger offenkundiger Begünstigung durch die portugiesische Regierung Presse und Parlament in gröblichen Beschimpfungen des deutschen Volkes. In der Kammersitzung vom 23. November 1914 sprach der Führer der Partei der Evolutionisten in Gegenwart fremder Diplomaten sowie der portugiesischen Minister schwere Beleidigungen gegen Deutschland aus, ohne dass ein Einspruch seitens des Kammerpräsidenten oder eines Ministers erfolgt wäre. Der Kaiserliche Gesandte erhielt auf seine Vorstellungen nur die Antwort, dass der betreffende Passus im offiziellen Sitzungsbericht nicht enthalten sei.
Wir haben gegen diese Vorgänge in jedem Einzelfalle protestiert, sowie verschiedentlich die ernstesten Vorstellungen erhoben und die portugiesische Regierung für alle Folgen verantwortlich gemacht. Eine Remedur erfolgte jedoch nicht. Die Kaiserliche Regierung hatte gleichwohl in langmütiger Würdigung der schwierigen Lage Portugals es bisher vermieden, ernstere Konsequenzen aus dem Verhalten der portugiesischen Regierung zu ziehen.
Am 23. Februar erfolgte auf Grund eines Dekrets vom gleichen Tage ohne vorherige Verhandlung die Beschlagnahme der deutschen Schiffe. Diese wurden militärisch besetzt und die Mannschaften von Bord geschickt. Die Kaiserliche Regierung hat gegen diesen flagranten Rechtsbruch protestiert und die Aufhebung der Beschlagnahme der Schiffe verlangt. Die portugiesische Regierung hat das Verlangen abgelehnt und ihre Gewaltmaßregel durch Rechtsausführungen zu begründen versucht. Sie geht davon aus, dass unsere durch den Krieg in den portugiesischen Häfen festgelegten Schiffe infolge der Festlegung nicht dem Artikel 2 des deutsch-portugiesischen Handels- und Schifffahrtsvertrages, sondern ebenso wie anderes im Lande befindliches Eigentum der unbeschränkten Gebietshoheit und damit dem unbeschränkten Zugriff Portugals unterlägen. Weiterhin aber meint sie sich innerhalb der Grenzen dieses Artikels gehalten zu haben, da die Requisition der Schiffe einem dringenden wirtschaftlichen Bedürfnis entspräche, auch in dem Beschlagnahmedekret eine später festzusetzende Entschädigung vorgesehen sei. Diese Ausführungen erscheinen als leere Ausflüchte. Der Artikel 2 bezieht sich auf jede Requisition deutschen, in portugiesischem Gebiete befindlichen Eigentums, so dass es dahingestellt bleiben kann, ob die angebliche Festlegung der deutschen Schiffe in portugiesischen Häfen ihre Rechtslage verändert hat. Den genannten Artikel hat aber die portugiesische Regierung nach doppelter Richtung verletzt. Einmal hat sie sich bei der Requisition nicht in den vertraglichen Grenzen gehalten, da Artikel 2 die Befriedigung eines staatlichen Bedürfnisses voraussetzt, während die Beschlagnahme offenbar unverhältnismäßig mehr deutsche Schiffe getroffen hat, als zur Beseitigung des Schiffsraummangels für Portugal erforderlich war. Sodann aber macht der Artikel die Beschlagnahme der Schiffe von einer vorhergehenden Vereinbarung mit den Beteiligten über die zu bewilligende Entschädigung abhängig, während die portugiesische Regierung nicht einmal versucht hat, sich mit den deutschen Reedereien unmittelbar oder durch Vermittlung der deutschen Regierung zu verständigen. Das ganze Vorgehen der portugiesischen Regierung stellt sich somit als ein schwerer Rechts- und Vertragsbruch dar.
Die portugiesische Regierung hat durch dieses Vorgehen offen zu erkennen gegeben, dass sie sich als Vasallen Englands betrachtet, der den englischen Interessen und Wünschen alle anderen Rücksichten unterordnet. Sie hat endlich die Beschlagnahme der Schiffe unter Formen vollzogen, in denen eine beabsichtigte Herausforderung Deutschlands erblickt werden muss. Die deutsche Flagge wurde auf den deutschen Schiffen niedergeholt, die portugiesische Flagge mit Kriegswimpel gesetzt. Das Admiralsschiff schoss Salut.
Die Kaiserliche Regierung sieht sich gezwungen, aus dem Verhalten der portugiesischen Regierung die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Sie betrachtet sich von jetzt ab als mit der portugiesischen Nation im Kriegszustande befindlich.

Hochachtungsvoll

Dr. Friedrich Felix Balduin Rosen
Gesandter des Deutschen Reiches
und Vertreter
seiner kaiserlichen Majestät
Kaiser Wilhelm II


Es gibt auch eine portugiesische Version dieses Textes, der der portugiesischen Regierung in Lissabon und dem portugiesischen Gesandten in Berlin damals ausgehändigt wurde, und der auf der Internetseite des portugiesischen Außenministeriums (port.. Ministerio dos Negoçios Estrangeiros) runter geladen werden kann.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Dona Estefânia – Engel der Armen


Portugal hat in seiner langen Geschichte viele Königinnen kommen und gehen sehen.
Einige von ihnen waren ausgesprochene Drachen, viele wurden geliebt, andere gehasst und abgelehnt und zwei von ihnen wurden sogar heilig gesprochen.
Aber kaum eine Königin wurde so geliebt wie die junge Dona Estefânia de Hohenzollern-Sigmaringen (dt.: Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen), die 1858 König Pedro V ehelichte, und durch diese Hochzeit Königin von Portugal wurde.

Stephanie wurde am 15. Juli 1837 als Stephanie Josepha Friederike Wilhelmine Antonia von Hohenzollern-Sigmaringen (port.: Estefânia Josefa Frederica Guilhermina Antónia de Hohenzollern-Sigmaringen) auf Schloss Krauschenwies, in der Nähe von Sigmaringen, im heutigen Baden-Württemberg, als älteste Tochter des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern und der Prinzessin Josefina von Baden, geboren.

In Baden verbrachte sie die ersten Jahre ihres Lebens, bis sie dann 1852 mit ihrer Familie nach Düsseldorf zog, wo ihr Vater Karl Anton den Posten eines preußischen Divisionskommandeurs besetzte.
In Düsseldorf lebte Stephanie bis zu ihrer Eheschließung im Jahre 1858 mit ihren Eltern und ihren fünf Geschwistern.

Am 29. April 1858 heiratete Stephanie, in der katholischen Kirche Sankt Hedwig (port.: Santa Edviges) in Berlin, per procura den portugiesischen Monarchen.
Drei Wochen später, am 17. Mai 1858 kam Stephanie in Lissabon, an Bord der Fregatte „Bartolomeu Dias“ an, und die Ehe mit Dom Pedro V von Portugal wurde am Tag darauf in der Lissabonner Kirche São Domingos, am Rossio, zelebriert.

Leider regierte Dona Estefânia nur wenige Monate als Königin, denn bereits am 17. Juli 1859, im Alter von nur 22 Jahren, verstarb Estefânia in Lissabon an Diphtherie.
Obwohl sie nur knapp über ein Jahr Königin von Portugal war, ging sie in die Geschichte dieses Landes als „Anjo dos Pobres“ (dt.: „Engel der Armen“) ein, denn sie war äußerst sozial eingerichtet, gründete mehrere Krankenhäuser, Kinderheime, Armen- und Waisenhäuser.

Der Tod von Stephanie stürzte den jungen König Pedro V in eine schwere Depression und die ganze Nation in eine tiefe Trauer.
Der König erholte sich nie vom Tod seiner Frau, und am 06. November 1861, nur zwei Jahre nach dem Tod von Estefânia, verstarb auch er.
Offiziell verstarb Pedro V an Typhus.
Aber bis heute halten sich die Gerüchte, das Pedro und seine zwei jüngeren Brüder, João und Fernando, vergiftet worden sind.

Bereits ein Jahr nach dem Tod von Estefânia wurde ihr in Düsseldorf ein Denkmal für sie errichtet.
Und noch heute gedenken jedes Jahr im Mai die Schützen Düsseldorfs, auf ihrem traditionellen Schützenfest, der Königin Stephanie. In der Stadtmitte von Düsseldorf erinnert die Stephanienstraße an die ehemalige Königin von Portugal.
In Lissabon ist nicht nur eine Straße nach ihr benannt, sondern auch ein ganzer Stadtteil. Aber das, worauf Estefânia wohl selber am meisten stolz darauf wäre, ist das Krankenhaus (Hospital Dona Estefânia) welches Dom Pedro V nach ihrem Tod bauen ließ und der nach ihr benannt worden ist.

Dieses Jahr jährte sich zum 150 Mal der Todestag von Dona Estefânia.
Aber in der Erinnerung des portugiesischen Volkes ist sie bis heute der „Engel der Armen“ geblieben!

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Mit Katrins Augen gesehen IV: Belém





Die hier abgebildeten Fotos von Belém wurden im November von meiner Arbeitskollegin Katrin aus Berlin, bei ihrem letzten Besuch in Lissabon, gemacht, und mit ihrer Erlaubnis in diesen Blog veröffentlicht.

- Die Torre de Belém, das Lissabonner Wahrzeichen

- Das Denkmal der Endeckungen (port.: Monumento dos Descobrimentos)

- Blick auf den Mosteiro dos Jerónimos (dt.: Hieronymuskloster)

- Der alte Leuchtturm von Lissabon, in Belém

Mit Katrins Augen gesehen III: Lissabonner Aussichten






Die hier abgebildeten Fotos von Lissabon wurden im November von meiner Arbeitskollegin Katrin aus Berlin, bei ihrem letzten Besuch bei uns in Lissabon, gemacht, und mit ihrer Erlaubnis in diesen Blog veröffentlicht.

- Blick über die Lissabonner Unterstadt Baixa, mit der Kathedrale „Sé Patriarcal“ im Hintergrund

- Blick über die Alfama, die Altstadt von Lissabon, vom Aussichtspunkt „Miradouro de Santa Luzia“

- Die Kirche Santa Engrácia, das Nationale Pantheon (port.: Panteão Nacional) Portugals, die Grabstätte vieler großer portugiesischer Persönlichkeiten

- Die Brücke „Ponte 25 de Abril“ und der Tejo

- Sonnenuntergang über Almada

War früher wirklich alles besser und schöner?


Ist die Globalisierung für den Menschen eher nützlich oder schädlich?
Nun, das kommt sicherlich darauf an wo dieser Mensch lebt.

Natürlich hat die Globalisierung auch ihre Schattenseiten.
Einerseits ist es schön, dass man heute hier in Portugal, genauso wie in Deutschland oder in Timbuktu, alles bekommen kann – Bier aus Irland, Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald, Kaffee aus Brasilien, Kiwis aus Neuseeland und Christstollen aus Dresden -, andererseits ist es doch schade das man nicht mehr in die Welt hinausgehen muss, weil die Welt zu einem ins Haus kommt.

Bei amazon.com kann man heute per Internet alles ordern, wofür man früher nach New York, Berlin oder Paris reisen musste.
Und auch ein Besuch bei Ebay ist nicht so aufregend wie ein Ausflug zum Frankfurter Flohmarkt am Mainufer, dafür aber viel einfacher zu realisieren.
Aber hat uns nicht gerade das Mühsame, das Komplizierte und das Riskante großen Spaß gemacht?

Ich meine, ich fand es damals doch ganz toll mit meinem ersten Handy hier in Portugal aufzutauchen, als es hier noch nicht ein einziges schnurloses Telefon gab, und damit ein wenig vor meinen Freunden anzugeben (heute wäre ich froh, man hätte diese klingelnden Nerventöter nie erfunden!)?
Und seien wir ehrlich, hat uns allen norwegischer Räucherlachs nicht besser geschmeckt, bevor er beim Discounter als Massenware angeboten wurde?
Früher, d.h. noch vor noch nicht einmal drei oder vier Jahren, hat es sich für uns Portugiesen noch gelohnt ins benachbarte Spanien zu fahren, um dort billig zu tanken.
Heute kommen die Spanier zum Shoppen nach Portugal und nehmen uns all die Parkplätze in den Innenstädten weg.

Ich gehöre bestimmt nicht gerade zu den Typen, die behaupten: „Früher war alles besser und schöner!“.
Aber eines muss ich neidlos eingestehen: „Früher war alles authentischer als heute!“

Ich mag mich ja jetzt fast anhören wie ein Globalisierungsgegner, aber das bin ich keineswegs.
Im Gegenteil, ich halte es da ganz und gar wie Kurt Tucholsky, der einmal seinen Landsleuten empfahl:
„Deutsche, kauft deutsche Zitronen!“

Mit Katrins Augen gesehen II: Lissabon in Schwarz und Weiß






Die hier abgebildeten Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Lissabon wurden im November von Katrin, meiner Arbeitskollegin aus Berlin, bei ihrem letzten Besuch in Lissabon, gemacht, und mit ihrer Erlaubnis in diesen Blog reingesetzt.

- Lissabon vom Tejo ausgesehen

- Die romanisch-gotische Kathedrale von Lissabon „Sé Patriarcal“

- Eine alte Straßenbahn der Linie 25, die von der Rua da Alfândega nach Campo de Ourique fährt

- Das alte Café „A Brasileira“ im Stadtteil Chiado

- Die Treppen der Calçada da Pampulha im Stadtteil Alcântara

Mit Katrins Augen gesehen I: Lissabon bei Nacht






Die hier abgebildeten, exzellenten Nachtaufnahmen von Lissabon wurden im November von meiner Arbeitskollegin Katrin aus Berlin, bei ihrem letzten Besuch in Lissabon, gemacht, und mit ihrer Erlaubnis in diesen Blog reingesetzt.

- Die Lissabonner Burg „Castelo de São Jorge“ von der Praça da Figueira ausgesehen, mit dem Reiterdenkmal für König João IV im Vordergrund

- Der Aufzug „Elevador de Santa Justa“ in der Lissabonner Unterstadt Baixa

- Das Kloster „Mosteiro dos Jerónimos“ im Stadtteil Belém

- Das Rathaus von Lissabon „Câmara Municípal de Lisboa“

- Der Alte Bahnhof „Estação do Rossio“ im Stadtteil Baixa

Dienstag, 10. November 2009

20 Jahre ohne Mauer




Am 06. November 2009 wurde im Museu Nacional da Imprensa (dt.: Nationale Druckermuseum) in der Stadt Porto, mit Unterstützung des Deutschen Goethe-Instituts, eine Fotoausstellung anlässlich des 20jährigen Jahrestages des Mauerfalls eingeweiht.

In Anwesenheit von Dr. João Lacão, Minister für Parlamentarische Angelegenheiten und Frau Elisabeth Völpel, Leiterin des Goethe-Institutes in Porto, wurde die Ausstellung „20 Anos sem Muro / 20 Jahre ohne Mauer“ des portugiesischen Fotografen Sérgio Lorré eröffnet.
Die Ausstellung zeigt zwanzig Fotografien die der Künstler während des Mauerfalls gemacht hat.

Ich selbst kann mich noch sehr gut an den Mauerfall in Berlin, am 09. November 1989, erinnern.
Ich saß damals wie gebannt vor dem Fernsehen und konnte es nicht glauben, das plötzlich Menschen auf der Mauer tanzten und vor verdutzten Soldaten der Nationalen Volksarmee am Brandenburger Tor jubelten.
Diese unglaublichen, glücklichen, spontanen und geschichtlichen Momente hat Sérgio Lorré mit seinen Bildern eingefangen.

Die Ausstellung „20 Anos sem Muro / 20 Jahre ohne Mauer“ “ ist bis zum Ende des Jahres geöffnet und kann in Porto besucht werden.

Samstag, 22. August 2009

Außerirdisch und Übermenschlich?


Aus Berlin, von der Leichtathletik-WM, kommen für viele von uns Portugiesen einige Zweifel.

An einem Tag fragen wir uns, wie Nélson Évora sich, die schon fast sicher geglaubte Goldmedaille, hat nehmen lassen?
Am Tag drauf stellt sich die Frage ob die Läuferin Caster Semenya, die für Südafrika gestartet ist, Männlein oder Weiblein ist?
Und noch einen Tag später fragen wir uns, und die ganze Welt, ob der Jamaikaner Usain Bolt außerirdisch und übermenschlich ist?

Für die erste Frage habe ich gleich eine Antwort parat: Nélson Évora ist nur ein Mensch, und als solcher steht es ihm zu, eine Niederlage zu erleiden, so schmerzlich diese auch für ihn und die ganze portugiesische Nation auch sei.
Ein zweiter Platz und eine Silbermedaille bei einer Weltmeisterschaft sind schließlich auch nicht zu verachten!

Man wird mehrere Psychologen, Ärzte, medizinische Tests, gynäkologische Untersuchungen und gut zwei Wochen brauchen, um eine konkrete Antwort auf die zweite Frage zu finden.
Obwohl die Südafrikaner keinen Zweifel daran lassen, das ihre 800-Meter-Läuferin eine ganze Frau ist.

Um allerdings die dritte Frage zu beantworten, habe ich persönlich nur 19,19 Sekunden gebraucht (was eine Menge Zeit ist, wenn man bedenkt das ich ein paar Tage zuvor nur 9,58 Sekunden gebraucht habe), um diese mit einem JA zu beantworten.
JA, natürlich ist Usain Bolt außerirdisch und übermenschlich!

Wie sonst ist es zu erklären, das ein 21-jähriger junger Mann einen Rekord nach dem anderen bricht (sogar seine eigenen!), und das immer in Fabelzeiten.

Am 16. August des letzten Jahres habe ich hier zuhause, von meinem Schreibtisch aus, im Fernsehen gesehen, wie Usain Bolt den 100-Meter-Weltrekord in Peking, bei den Olympischen Spielen, geknackt hat.
Am 20. August des letzten Jahres habe ich hier zuhause, von meinem Schreibtisch aus, im Fernsehen gesehen, wie er den 200-Meter-Weltrekord, ebenfalls in Peking, überragend einstellte.

Dieses Jahr, am 16. August, sah ich hier im Fernsehen, von meinem Schreibtisch aus, wie Usain Bolt in Berlin seinen eigenen 100-Meter-Weltrekord brach.
Und am 20. August dieses Jahres, sah ich, natürlich von meinem Schreibtisch aus, wie der Jamaikaner in Berlin seinen eigenen 200-Meter-Weltrekord von Peking einstellte.

Ich weiß nicht, wo ich jeweils am 16. und 20. August des nächsten Jahres sein werde.
Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Usain Bolt irgendwo auf der Welt wieder einmal seine eigenen Weltrekorde brechen wird, ist sehr wohl gegeben.

Natürlich brodelt die Gerüchteküche, auch hier in Portugal.
Ist Usain Bolt sauber?
Nimmt er irgendwelche Substanzen?
Stand sein Arzt nicht einmal unter Dopingverdacht?
Ist es nicht so, dass die Anti-Doping-Kommission in Jamaika angeblich sehr lasch sein soll?

Fragen über Fragen. Aber eines ist wohl klar:
Solange ihm nichts Negatives nachgewiesen werden kann, hat Usain Bolt den sportlichen Triumph zu recht auf seiner Seite!
Er hat das recht sich zu freuen und zu feiern!

Gönnen wir also alle diesem Ausnahmesportler seine Siege und seine Freude am feiern der selbigen.

Donnerstag, 20. August 2009

Zelten verboten!


Genauso wie ich in Deutschland ein vehementer Verfechter der portugiesischen Sprache, Kultur und Lebensart war, als ich noch in Darmstadt lebte, so bin ich heute, hier in Portugal, ein vehementer Verfechter der deutschen Sprache, Kultur und Lebensart.

Aber manchmal Zweifele ich schon ein wenig an besagter Kultur und Lebensart, wenn mir mitten in Lissabon die Sorte von Germanen begegnet, die z.B. noch nicht Begriffen hat, das Sportsocken und Sandalen nicht besonders gut miteinander kombinieren, oder die die auch noch nicht verstanden haben, weshalb man am Vormittag grölend mit einer Bierflasche auf offener Straße nicht so gut bei der hiesigen Bevölkerung ankommt.

Und wenn ich dann sehe, das deutsche Rucksacktouristen mitten auf dem „Miradouro de Santa Catarina“, einem der zentralen Aussichtspunkte der Hauptstadt, ihr Zelt aufschlagen, um dort die Nacht zu verbringen, dann dreht sich mir regelrecht der Magen um.

Ist es bis zu diesen Leuten noch nicht durchgesickert, dass es so etwas wie Campingplätze gibt?
Ich meine, was würde den ein Berliner sagen, wenn ich am Brandenburger Tor mein Zelt aufschlagen würde?
Was würde geschehen, wenn ich in München, mitten auf dem Marienplatz gegen die Mariensäule urinieren würde?
Oder was würde ein Frankfurter sagen, wenn ich im Brunnen auf dem Opernplatz ein Bad nehmen würde?
In allen Fällen würde man mich wohl für verrückt erklären, das Ordnungsamt rufen und mich dann von der Polizei abführen lassen.

Mitten in der Lissabonner Innenstadt, in einem öffentlichen Park zu Zelten, kann und darf nicht eine deutsche Lebensart sein!

Oder hat sich da kulturell etwas geändert, und ich habe nichts davon mitbekommen?

Dienstag, 30. Juni 2009

Mittelmäßig, aber besser als ihr Ruf


Was haben die Städte Madrid, Rom, Belgrad, Warschau oder New York City gemeinsam?
Nun, bei dem alljährlich stattfindenden, internationalen Städtevergleich der Unternehmensberaterfirma William M. Mercer schneiden diese Städte alle schlechter ab als die portugiesische Hauptstadt Lissabon!

Das 1937 gegründete Unternehmen Mercer, das seinen Hauptsitz in New York hat, und rund 14000 Mitarbeiter beschäftigt, ist in 40 Staaten und 215 Städten vertreten. Die Beschäftigten mussten, wie jedes Jahr, ein Fragebogen ausfüllen, um festzustellen welche Erschwerniszulagen für ihre im Ausland tätigen Mitarbeiter angemessen sind.
Gefragt wurde nach insgesamt 39 Faktoren, wie z.B. unter anderem, die generelle Lebensqualität, die politische Stabilität, die Bankdienstleistungen, die Freiheitsrechte, die Gesundheitsversorgung, die Schulen, die Restaurants, die Theater, die Wasserversorgung, die Einkaufsmöglichkeiten, die Kriminalitätsrate und die Lage auf dem Immobilienmarkt.

Von 215 Städten erreichte Lissabon einen beachtlichen 44. Platz, und ließ Städte wie Rom, Madrid, New York, Athen, Warschau und Mexico City zurück.
Die Top 5 sind, laut Mercer, die Städte Wien, Zürich, Vancouver, Sydney und Genf.
Frankfurt ist mit dem 6. Platz die deutsche Stadt mit der besten Lebensqualität. München ist auf Rang 10, Düsseldorf auf Platz 15 und Berlin nur auf Platz 22.
Auf Platz 215, und somit auf dem letzten Platz, rangiert die kongolesische Stadt Brazzaville.

Aber seien wir einmal ehrlich:
wer von uns will schon in den Kongo, nach Brazzaville?!?