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Donnerstag, 14. Februar 2013
Kosmische Grüße von der ISS
Der kanadische Astronaut Chris Austin Hadfield, der schon mit den Raumfähren „Atlantis“ und „Endeavour“ um die Erde geflogen ist, befindet sich derzeit wieder im All.
Zusammen mit seinem us-amerikanischen Kollegen Thomas Marshburn und dem Russen Roman Romanenko bilden die drei die aktuelle Crew der ISS (engl.: International Space Station / dt.: Internationale Raumstation / port.: Estação Espacial Internacional), die 350 km über unser aller Köpfe schwebt.
Hadfield hat ein ausgefallenes Hobby.
Er hat die Angewohnheit die Welt von oben zu fotografieren und dann diese Fotos bei Twitter oder facebook mit seinen Freunden zu teilen.
Am gestrigen Mittwoch, den 13. Februar 2013, ist er wieder einmal seinem Hobby nachgegangen, und hat einige Bilder ins soziale Netz gesetzt.
Unter anderem veröffentlichte er dabei auf Twitter ein Bild, der portugiesischen Hauptstadt bei Nacht.
Das Foto zeigt das hell erleuchtete Lissabon, seine Vororte Estoril, Cascais, Sintra und ein Teil der südlich von der Hauptstadt gelegenen Setubal-Halbinsel (port.: Peninsula de Setúbal), sowie rechts den nicht beleuchteten Tejo und links davon den ebenfalls nicht beleuchteten, dunklen Atlantik.
Deutlich sind auf dem Foto die zwei Tejobrücken, der Monsantopark (port.: Parque de Monsanto), die grüne Lunge der Stadt, und auf der südlichen Tejoseite die Städte Almada, Seixal, Montijo und Barreiro zu sehen.
Der Blick vom Weltall auf unsere Erde ist immer imposant und traumhaft schön!
Astronauten, die von ihrem Weltraumausflug zurückkehren schwärmen noch Jahrzehnte nach ihrem Aufenthalt im All davon.
Umso schöner ist es da, dass Chris Austin Hadfield uns Normalsterbliche an diese einzigartigen Ausblicke teilhaben lässt.
Wer Hadfield auf Twitter verfolgen will: Chris Hadfield @Cmdr_Hadfield
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Dienstag, 8. November 2011
Absurde verkehrspolitische Pläne

Endlich zuhause!
Heute war es nicht einfach nach hause zu kommen.
Seit heute morgen streiken die Öffentlichen Verkehrsmittel (port.: transportes públicos) landesweit.
Die Arbeiter der Transportunternehmen streiken, weil sie Angst um ihre Arbeitsplätze, und somit um ihre Zukunft, haben.
Vergangene Woche hat nämlich Prämierminister Pedro Passos Coelho angekündigt in ganz Portugal die Öffentlichen Verkehrsmittel zu reformieren.
Alleine hier in Lissabon sollen knapp 50 Bus- und Straßenbahnlinien des Verkehrsbetriebs „Carris“ gestrichen oder deren Streckenverlauf radikal gekürzt werden.
Außerdem stellt die Regierung die Fährverbindungen der Fährgesellschaft „Transtejo“ in Frage und die Betriebsdauer der Lissabonner Metro soll ebenfalls drastisch verkürzt werden.
Laut dem Verkehrsministerium sollen hier in Lissabon zukünftig 15 Bus- und Straßenbahnlinien der Verkehrsgesellschaft „Carris“ ihren Betrieb völlig einstellen und 33 andere städtische Buslinien ihren Streckenverlauf und ihre Fahrplanzeiten drastisch verkürzen.
Zwei Linien der „Transtejo“, der Gesellschaft die bisher die Fährverbindungen zwischen der Hauptstadt und den Städten am Südufer des Tejo sicherstellt hat, sollen nur noch zu Stoßzeiten (port.: horas de ponta) funktionieren. Die anderen Fährverbindungen sollen in ihrer Betriebszeit drastisch verkürzt werden.
So sollen demnach die Fährverbindung zwischen Belém und Porto Brandão / Trafaria und zwischen Cais do Sodré und Seixal nur noch lediglich morgens und abends funktionieren.
Die anderen Fährverbindungen, sollen nur noch bis maximal 22 Uhr aufrechterhalten werden.
Die Lissabonner Metro soll nicht, wie bisher, bis um 01 Uhr morgens ihren Dienst tun, sondern soll schon um 23 Uhr die Beförderung der Passagiere beenden.
Außerdem sollen die Linien, die die Lissabonner Vorstädte Amadora und Odivelas bedienen, dann schon zum Teil um 21:30 Uhr den Fahrbetrieb einstellen.
Es ist mir sehr wohl klar, dass in der wirtschaftlichen Lage in der wir uns gerade befinden, der Staat auch bei den Transportunternehmen einsparen muss.
Aber zwischen einer Einsparung und einer völlig blinden Rationalisierungswut wie sie jetzt die Regierung plant, ist ein meilenweiter Unterschied.
Wer Portugal kennt, weiß dass es hier viele Supermärkte, Shopping Centers, Restaurants, Cafés, Krankenhäuser, usw. gibt.
Tausende Menschen arbeiten dort bis spät in die Nacht als Verkäufer, Köchin, Kellner, Krankenschwester oder Wachmann und tragen somit zur Wirtschaft dieses Landes bei.
Doch diese arbeitenden Menschen müssen nach getaner Arbeit auch einmal nach hause.
Wenn sie also z.B. um Mitternacht oder um 1 Uhr morgens von ihrem Arbeitsplatz nach hause gehen wollen, müssen sie die Möglichkeit haben um diese Uhrzeit ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen zu dürfen.
Diese Möglichkeit wird ihnen genommen, wenn sich die Regierung mit ihren Sparmaßnahmen durchsetzt.
Von einem Minister oder Abgeordneter, der einen Chauffeur hat und der jederzeit auf den Fahrdienst des Parlaments zurückgreifen kann, sollte man wahrlich ein bisschen mehr Sensibilität und Realitätssinn erwarten.
Schließlich baden wir heute nur das aus, was die Politik und die gierige Finanzwelt seinerzeit fabrizieret haben.
Die verkehrspolitischen Maßnahmen, die die Regierung plant sind ein soziales Attentat auf all die schwer arbeitenden Bürgerinnen und Bürger, die tagtäglich ihren Beitrag zum Wohle dieses Landes leisten.
Ich würde mir manchmal wünschen Pedro Passos Coelho und seine Minister müssten ab und zu mit den Öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit und nach Hause fahren.
Dann würden sie vielleicht ihre absurden und unverschämten Vorhaben noch einmal überdenken!
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Dienstag, 30. August 2011
Ponte 25 de Abril
In meinem Beitrag „Mautgebühren“, welches ich am 11. Juli 2011 gepostet habe, schreibe ich über die Mautgebühren der imposanten „Ponte 25 de Abril“ (dt.: Brücke des 25. April), die majestätisch die beiden Ufer des Tejo, und somit Lissabon und Almada, miteinander verbindet.
Als die United States Steel Export Company, aus New York, zusammen mit 16 anderen Firmen am 06. August 1966, nach vierjähriger Bauzeit und somit ein halbes Jahr vor dem geplanten Bauende, die große Brücke über den Tejo fertig gestellt hatte, war sie die längste Hängebrücke (port.: Ponte Suspensa) Europas.
Noch heute ist sie, nach der Tsing-Ma-Brücke in China, die zweitlängste Hängebrücke der Welt, die Straßen- und Eisenbahnverkehr miteinander kombiniert.
Mit dem Bau der Brücke erfüllten sich die Lissabonner einen Jahrhundertalten Traum. Die Warterei auf die Auto- und Personenfähren, die bei Nebel, starkem Wind und schwerem Seegang oft den Dienst einstellten, hatte ein Ende.
Auch war man nicht mehr auf die 30 km weiter im Norden liegende Brücke Ponte Marchal Carmona in Vila Franca de Xira angewiesen, um in den Süden des Landes zu gelangen.
Zuerst taufte man die Brücke auf den Namen „Ponte Salazar“, nach dem Mann, der sie bauen ließ, nämlich den Diktator António de Oliveira Salazar.
Diesen Namen verlor sie aber am 25. April 1974, als die Diktatur durch die Nelkenrevolution beendet wurde. Einige Zeit lang nannte man sie nur noch die „Ponte sobre o Tejo“ (dt.: Brücke über den Tejo). Ich selber nenne sie heute noch so.
Aber die neuen revolutionären Machthaber hatten alsbald die Anonymität des technischen Wunderwerkes leid, und gaben ihr den weniger originellen Namen „Ponte 25 de Abril“ (dt.: Brücke des 25. April).
Sie ist aus purem Stahlbeton, überspannt freitragend eine Distanz von 1013 Metern, ihre gesamte Länge beträgt stolze 2278 Meter.
Zwei 190 Meter hohe Pylone, deren Fundamente 82 Meter unter dem Meeresspiegel verankert sind, tragen die Fahrbahnen, die den Tejo in einer Höhe von 70 Metern überqueren. Insgesamt waren 3.022 Arbeiter an ihrem Bau beteiligt. Vier Arbeiter starben während der vierjährigen Bauzeit.
Die Baukosten betrugen damals 2,2 Milliarden Escudos, was umgerechnet auf heute, an die 160 Millionen Euro wären.
Die Brücke ist formschön, überhaupt nicht monströs und durch ihre rötliche Pastellfarbe wirkt sie für den Betrachter fast schwerelos, so als ob sie über Lissabon schweben würde.
Unter den Fahrbahnen liegt ein Eisenbahndeck mit zwei Schienensträngen, die zwar schon beim Bau der Brücke berücksichtigt, aber erst im August 1999 fertig gestellt wurden.
Die Ortschaften am Südufer des Tejo, wie Almada, Seixal, Montijo und Setúbal, die bis dahin ein regelrechtes Dornröschenschlaf durchlebten, begannen nach dem Bau der Brücke, am 05. November 1962, sprunghaft an zu wachsen.
Noch heute sind ein großer Prozentsatz der rund 23 Millionen Fahrzeuge die jährlich die Brücke überqueren, Pendler aus dem Süden, die in Lissabon ihrer Arbeit nachgehen.
Zu Spitzenzeiten überqueren ca. 7.500 Fahrzeuge pro Stunde die Tejobrücke, pro Tag sind das an die 180.000 Fahrzeuge. Außerdem verbinden ca. 160 Zugverbindungen jeden Tag die zwei Ufer des Tejo.
Wenn man von Almada mit dem Auto in Richtung Hauptstadt fährt, hat man eine wunderschöne Aussicht.
Lissabon liegt einem fast zu Füßen, wie ein aufgeblättertes Buch, riesengroß und glänzend weiß.
Im Osten kann man die Alfama sehen, mit der Burg Castelo de São Jorge.
Etwas weiter westlich erkennt man die Baixa und in Fahrtrichtung erkennt man die Amoreirastürme.
Im Westen liegt Belém, ausschwingend bis zur Torre de Belém und dem Denkmal der Entdeckungen.
Der Ausblick den man von der Brücke hat, soweit man nicht nur Augen für den Verkehr hat, lässt einen alle Beschädigungen und hausgemachten Infernos die es jeden Tag in Lissabon und Almada gibt, vergessen.
Von den Fahrbahnen der „Ponte 25 de Abril“ hat man einen der schönsten Fernblicke, die ich kenne.
Dienstag, 19. Juli 2011
Flamingos im Tejo

Wenn man Lissabon in Richtung Alentejo verlässt, und über die imposante Vasco da Gama Brücke (port.: Ponte Vasco da Gama) fährt, fällt einem beim genaueren hinschauen des südlichen Tejoufers auf, das dort tausende rosafarbene Vögel mit langen Beinen im Wasser stehen.
Beim genaueren hinschauen erkennt man dann, das es sich bei diesen Wasservögeln um Flamingos handelt.
Man möchte es kaum glauben, aber es sind wirklich Rosaflamingos (port.: flamingos-rosados / lat.: Phoenicopterus roseus) die sich da im Wasser tummeln.
Rosaflamingos sehen zwar exotisch aus, und ihre Heimat ist vor allem Afrika und Asien, aber sie kommen sehr wohl auch hier in Südeuropa vor, von Südfrankreich über Spanien bis hierher, nach Portugal.
In Portugal kommen sie vor allem an der Algarve und in den großen Flussdeltas des Tejo und des Sado vor.
Hier im Tejo kommen sie von Alcochete, Moita über Montijo und Samoco bis hinüber nach Barreiro, Seixal und Corroios vor.
Dank der vielen metallurgischen Industrie, die noch vor einigen Jahren am südlichen Tejoufer angesiedelt war, waren Rosaflamingos hier im Lissabonner Unland, die letzten Jahrzehnte eher selten anzutreffen.
Aber in den letzten Jahren gibt es immer mehr Flamingos, die sich hier treffen, um sich zu paaren und zu nisten.
Man schätzt das etwa 8.000 dieser Vögel im Tejodelta beheimatet sind.
Das es heute wieder eine größere Anzahl von Rosaflamingos im Lissabonner Raum gibt, ist, wie ich schon in meinem Beitrag „Delphinschule zu Besuch in Lissabon“, vom 15.07.2011 erwähnt habe, der stark verbesserten Wasserqualität des Tejo zu verdanken und der Tatsache das die meisten Schwerindustriebetriebe ihre Arbeit eingestellt haben.
Vor allem die neuen Kläranlagen in Lissabon und in Seixal sorgen endlich für mehr sauberes Wasser.
Wer schon einmal im Zoo Flamingos gesehen hat, weiß dass diese Vögel eine beachtliche Größe erreichen können. Zwischen 120 cm und 140 cm können die Rosaflamingos groß werden.
Wie der Name schon sagt, haben sie ein rosafarbenes, auffälliges Gefieder und dunkelrosafarbene lange Beine, so dass man sie unter hunderten von Vögeln sofort erkennt.
Als die Vasco da Gama Brücke vor Jahren gebaut wurde, liefen die Umweltschützer Sturm. Sie zeigten sich besorgt, dass die Flamingos durch den aufkommenden Verkehr, für immer aus dem Tejodelta verschwinden könnten.
Aber genau das Gegenteil ist eingetroffen.
Seit Jahren steigt die Population der Rosaflamingokolonie stetig an.
Die Flamingos fühlen sich nämlich nicht durch den Autoverkehr gestört, der auf der Brücke herrscht, sondern sie fühlen sich dank des sauberen Wassers immer mehr wohler im Tejo.
Auf das diese grazilen Wasservögeln, die so ein wunderschöner Anblick sind, noch lange das Tejodelta mit ihrer Präsens bevölkern und beleben mögen.
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