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Samstag, 6. November 2010

Eine Weltausstellung geht zu Ende





Heute, knapp eine Woche nach dem Ende der Weltausstellung EXPO 2010 in Shanghai (port.: Xangai), hat der Generalkommissar des portugiesischen Pavillons, Rolando Borges Martins, eine Bilanz über die letzten sechs Monate in China gezogen.

Demnach waren von den 73 Millionen Menschen, die die EXPO 2010 besuchten, weit über 5 Millionen im portugiesischen Pavillon.
Als die EXPO 2010, Anfang Mai dieses Jahres, ihre Türen öffnete, rechneten die Aussteller aus Portugal mit knapp 3 Millionen Besuchern.
Das es fast doppelt so viele wurden, ist der Tatsache zu verdanken, das der Pavillon durch Mundpropaganda bei den Besuchern im laufe der Monate immer beliebter wurde.
Auch die über 12.000 Künstler, Sänger, Schauspieler, Politiker und Wirtschaftsfachleute sorgten mit ihrem Können und Fachwissen dafür, dass der Portugal-Pavillon stets gut besucht war und ein Anziehungsmagnet auf dem Weltausstellungsgelände wurde.

Der krönende Abschluss dieser Weltausstellung für Portugal war, das der 2000qm² große Pavillon, der voll und ganz mit einer Außenwand aus reinem Kork verkleidet ist, am Abschlusstag einen der drei Designerpreise des Veranstalters, des „Bureau International des Exhibitions“, als schönstes Pavillon auf dem EXPO-Gelände erhalten hat.

Bei 240 teilnehmenden Ländern und Organisationen ist ein solcher Erster Preis natürlich ein Grund zur Freude und auch zum Stolz sein.

Aber ein wahrer Grund zur Freude und zum Stolz sein, ist der, so meine ich, das die 10 Millionen Euro, die der portugiesische Staat für die Errichtung und Instandsetzung des Pavillons in Shanghai damals gebilligt hatte, nicht überschritten, sondern im Gegenteil, über 800.000 Euro unterschritten wurden!

Alleine das ist, zweifelsohne, eine Nachricht wert!

Dienstag, 29. Juni 2010

Den Pasteis de Nata total verfallen


Wie schon in meinem post „EXPO 2010“, vom 11. Mai dieses Jahres, berichtet, findet die diesjährige Weltausstellung EXPO 2010 in der chinesischen Handelsmetropole Shanghai (port.: Xangai) statt.
Der portugiesische Pavillon gehört, wenn man nach den stundenlangen Warteschlangen und den hohen Besucherzahlen geht, zu den beliebtesten der internationalen Pavillons auf dem Expogelände.

Man mag es aber kaum glauben, welches die größte Aktration des portugiesischen Pavillons in Shanghai ist?
Ich jedenfalls wollte es nicht glauben, als ich es heute in den Abendnachrichten hörte.
Die größte Aktration des Portugalpavillons sind die hierzulande ebenso beliebten „Pasteis de Nata“, die in Shanghai tausendfach jeden Tag in der eigenen Pavillonkonditorei hergestellt werden.

So berichtet Rolando Borges Martins, der Generalkommissar (port.: Comissário-Geral) des portugiesischen Pavillons, das seit dem 01. Mai 2010, dem Tag an dem die EXPO ihre Tore öffnete, bis heute, über 150.000 dieser kleinen Blätterteigcremetörtchen verkauft wurden, vor allem an die chinesischen Besucher. Um dem Ansturm Herr zu werden, wurde sogar ein Pasteis de Nata-Automat vor dem Eingang des Portugalpavillons aufgestellt, um so die langen Warteschlangen zu verkürzen.
Laut des Generalkommissars, ist dies „zweifellos“ ein Erfolg.

Handelt es sich hierbei aber nicht eher um einen „zweifelhaften“ Erfolg?
Angeblich sollen sich nämlich viele Chinesen nur stundenlang in die Schlange stellen, um dann die viel gepriesenen Törtchen zu probieren, und verzichten dann ganz auf einen Besuch des Pavillons.
Seien wir Portugiesen doch einmal ehrlich:
soll die einzige Erinnerung der Millionen Besucher der EXPO 2010 in Shanghai an den portugiesischen Pavillon nur ein Törtchen sein?

Noch etwas soll die chinesischen Besucher an den Portugalpavillon magisch anziehen: seine Korkfassade!

Da die Chinesen selbst Kork nicht produzieren, und selbst Flaschenkorken bei ihnen fast ausnahmslos aus Plastik bestehen, ist es zum leidigen „Volkssport“ auf dem Expogelände geworden, ganze Stücke von Kork von der Fassade des Portugalpavillons abzureißen.
So musste diese Woche eine Lieferung Korkplatten nach Shanghai geflogen werden, um den schon an manchen Stellen etwas nackten Pavillon, auszubessern.

Man stelle sich vor, der Pavillon wäre, so wie eine Art Knusperhäuschen aus dem Märchen der Gebrüder Grimm, mit Pasteis de Nata verkleidet, und nicht mit Kork.
Die Chinesen hätten diesen Pavillon garantiert zum Fressen gern…

Dienstag, 11. Mai 2010

EXPO 2010


Vor etwas mehr als einer Woche, am 01. Mai 2010, öffnete in der ostchinesischen Stadt Shanghai (port.: Xangai), am Ufer des Flusses Hungpu, die Internationale Weltausstellung Expo 2010, unter dem Motto „Better City, Better Life“ (dt.: „Eine bessere Stadt, Ein besseres Leben“ / port.: „Melhor cidade, Melhor qualidade de vida“) mit einem spektakulären und bunten Feuerwerk ihre Pforten.

Unter den 227 teilnehmenden Nationen und internationalen Organisationen ist auch Portugal mit einem eigenen Pavillon vertreten.
Der Portugiesische Pavillon, des im chinesischen Macau lebenden portugiesischen Stararchitekten Carlos Macedo e Couto, erstreckt sich über eine Fläche von 2.000 m² und ist von außen total mit Kork, dem wohl portugiesischsten Baustoff, verkleidet.
Unter dem Motto „Portugal uma praça para o mundo. Portugal, energias para o mundo” (dt.: Portugal, ein Platz für die Welt. Portugal, Energien für die Welt”) stellt sich Portugal auf dem Europaplatz, in der Zone C, als moderne und ökologische Nation vor.

Portugal war eines der ersten Länder Europas, das im Rahmen der EXPO 2010 eingeladen wurde.
Dieses Zuvorkommen Chinas gegenüber Portugal verdankt sich der großen gemeinsamen Geschichte, den guten Beziehungen der Gegenwart und die Chancen für die gemeinsame Zukunft.

Der Pavillon Portugals (port.: Pavilhão de Portugal) ist in vier Räume (port.: áreas) aufgeteilt.
In eine Área protocolar (dt.: Protokollarischer Raum), in eine Área expositiva (dt.: Ausstellungsraum), in einem Centro de negócios (dt.: Wirtschaftszentrum) und einer Área comercial (dt.: Verkaufsraum).

Der Portugiesische Pavillon macht es sich zur Aufgabe an die gemeinsame Geschichte, die über Jahrhunderte China und Portugal verbunden haben, zu erinnern, und auch die derzeitigen engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen vorzustellen und weiter zu fördern.

Außer den Länderpavillons, gibt es auf dem EXPO-Gelände fünf riesige Themenpavillons, die die Mottos Urban Footprints (dt.: Städtische Fußstapfen / port.: Passos urbanos), Urban Planet (dt.: Planet Stadt / port.: Planeta urbano), Urban Dwellers (dt.: Stadtbewohner / port.: Cidadão urbano), Urban Beings (dt.: Städtischer Alltag / port.: Dia-a-dia urbano) und Urban Dreams (dt.: Städteträume / port.: Sonhos urbanos) haben.

Die dynamische Präsentation Portugals wird sich in Shanghai nicht auf den nationalen Pavillon beschränken: ein großes und buntes Straßenfest zum Portugal-Tag am 06. Juni 2010, mit viel Fadomusik, Tanz, Theater und Kino, ist geplant.

Die EXPO 2010 wird bis zum 31. Oktober geöffnet bleiben.
Und in dieser Zeit, so vermutet man, werden 70 Millionen Menschen die Weltausstellung besucht haben. Davon werden ca. 20 Millionen auch im Portugal-Pavillon vorbeischauen.
Sollten von diesen 20 Millionen in den nächsten Jahren nur 500.000 Besucher ihren Weg nach Portugal finden, dann haben sich die 10 Millionen Euro, die die Portugiesische Regierung für den Bau des Pavillons ausgegeben haben, mehr als gelohnt.

Dienstag, 6. April 2010

Mein Lesezeichen



Heute Morgen wurde ich auf mein originelles Lesezeichen angesprochen.
Auf dem Weg nach Lissabon, auf der Fähre die Cacilhas mit der Hauptstadt verbindet, pflege ich meistens zu lesen, um die Überfahrtzeit zu überbrücken.
Ein Junge, ca. 5 Jahre alt, welches mit seiner Mutter reiste, fragte mich nach dem Lesezeichen, das ich beim lesen immer in der rechten Hand zu halten pflege.
Ihm fielen die Zeichnungen auf dem Lesezeichen auf, und er meinte er könne auch so gut malen.

Nun, das will ich dem Knirps wohl glauben, denn mein Lesezeichen wurde nämlich von meinem kleinen Neffen Nélson und meiner noch kleineren Nichte Lorena kunstvoll kreiert.

Und das kam so:
Anfang des Jahres kaufte ich in Évora ein Lesezeichen aus Kork (port.: marcador de cortiça).
Daheim angekommen, legte ich das neue Lesezeichen auf meinen Schreibtisch. Lorena war von dem „jungfräulich leeren“ Lesezeichen so angetan, das sie beschloss diesen, als ich ihr den Rücken zukehrte, sofort zu bekritzeln.

Da nun der erste Schritt zu einem „abstrakten Kunstwerk“ getan war, ermutigte ich die Kleine weiter zu malen.
Und ich fragte dann auch Nélson ob er gerne die andere Seite des Lesezeichens bemalen würde. Er stimmte freudig zu, und malte mir eines seiner Lieblingsmotive, eine Space Shuttle, auf das Lesezeichen.

Und so kommt es, das ich ein individuelles Lesezeichen jeden Tag bei mir trage und jeden Tag, wenn ich das Buch aufschlage, welches ich gerade lese, denke ich mit „saudade“ an meine zwei Mini-Künstler.

Nélson und Lorena, meine kleinen Künstler, ich liebe Euch von ganzem Herzen!

Mittwoch, 6. Januar 2010

Nichts ist unmöglich: Kork


Anfang dieser Woche besuchte ich mit meiner Schwester und meinen Schwager in Lissabon den Laden eines Korkfabrikanten aus São Brás de Alportel.

Portugal ist der größte Korkproduzent auf Erden, und die Region um São Brás de Alportel, an der Algarve, rühmt sich, Herkunftsgebiet des „besten Korks der Welt zu sein“.
Die Stadt São Brás de Alportel liegt etwa 20 km nördlich der Provinzhauptstadt Faro und hat etwa 14.000 Einwohner, die alle, mehr oder weniger, von der Korkindustrie leben.
Schon immer war hier ein wichtiges Zentrum der portugiesischen Korkindustrie, denn in den angrenzenden Bergen der Serra do Caldeirão wird, wie gesagt, der qualitativ „beste Kork der Welt“ gewonnen.

Kork wird aus der Korkeiche (port.: sobreiro / lat.: Quercus suber) gewonnen.
Dieser immergrüne Laubbaum, mit ledrigen Blättern, kommt im ganzen westlichen Mittelmeerraum und Portugal, meistens in großen Korkeichenwäldern (port.: montados) vor und kann bis zu 400 Jahre alt werden.
Die Frucht der Korkeiche nennt man Eichel (port.: bolota).

Ihren Namen verdankt die Korkeiche den großen Korkschichten des Stammes, aus denen der Kork gewonnen wird.
Ein einzelner Baum kann während seines ganzen Lebens bis zu 250 kg Kork liefern.
Kork ist eigentlich nichts weiter als mit Luft gefüllte abgestorbene Rinde.
Kork ist sehr wärme- und schalldämmend und extrem wasserdicht.
Daher wird Kork nicht nur zur Herstellung von Flaschenkorken, sondern auch zur Herstellung von Wärme- und Schallisolierungen und Boden- und Wandverkleidungen verwendet.

Aber es werden auch Taschen, Geldbörsen, Lesezeichen, Krawatten, Mützen, Gürtel, Schreibmaterial, Schuhe, Stiefeln, Kissen und sogar Regenschirme und Schmuck hergestellt.
Eigentlich gibt es kaum etwas was sich nicht aus Kork produzieren lässt.
Selbst eine Briefmarken aus Kork, die die Portugiesische Post (port.: Correios de Portugal) in Umlauf gebracht, gibt es.

Kork, eigentlich ein uraltes Produkt, wird erst jetzt langsam wieder wertgeschätzt, nachdem, über Jahrzehnte hinweg, dieser Stoff nur zur Flaschenkorkenherstellung verwendet wurde.
Aber jetzt, da hier in Portugal, und auch im Ausland, die Liebe zum Kork wiederentdeckt wurde, steht diesem Produkt, so bin ich mir sicher, eine glänzende Zukunft bevor.