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Dienstag, 22. Januar 2013

„Bitte, beeilen sie sich und sterben sie so schnell wie möglich!“


Wie ich heute Abend in den Nachrichten im Fernsehen verfolgen konnte, hat der japanische Finanzminister in der Hauptstadt Tokio, bei einem Treffen des dortigen Rates für die Modernisierung der japanischen Sozialversicherung, einen drastischen Reformvorschlag geäußert.

Der Minister meinte, alte Menschen, die Pflegefälle seien, die künstlich ernährt werden müssten oder auf eine andere Art und Weise dem japanischen Staat zur Last fallen würden, sollten sich doch bitte beeilen und so schnell wie möglich sterben!

Nun, mein japanisch ist leider nicht so gut, als das ich die Äußerungen des Ministers im wortlaut bestätigen oder dementieren könnte.
Aber ich will sowohl der portugiesischen RTP als auch der britischen BBC einmal Glauben schenken, das besagter Minister wohl diese geschmacklosen Worte von sich gegeben hat.

Auch wenn einem auf den ersten Blick die Äußerungen des japanischen Finanzministers grotesk erscheinen, so muss ich leider sagen, das es zwischen dem Land der aufgehenden Sonne und Portugal, meiner Meinung nach, heute gar keinen allzu großen Unterschied zwischen den zwei Nationen gibt, was den respektlosen Umgang mit Senioren angeht.
Nicht, das hiesige Politiker sich schon zu solch unglückseligen Worten hätten hinreißen lassen und ihre Senioren gebeten hätten, so schnell wie möglich zu sterben – aber wahrscheinlich nur, weil es bloß noch keinem von ihnen eingefallen ist…

Der Unterschied zwischen japanischen und portugiesischen Politikern ist der, das in Japan der Minister immerhin alte Menschen öffentlich darum „bittet“, sie mögen alsbald sterben.
Hierzulande dagegen aber, wünscht sich so mancher Politiker im geheimen, er könnte alten, demenzkranken, behinderten und pflegebedürftigen Menschen das gleiche sagen!

So gesehen sind die Japaner ehrlicher…
Was für eine verrückte Welt, in der alte Menschen einfach nichts mehr zählen, wie Dreck behandelt werden und als Last oder Problem angesehen werden!

Zum japanischen Finanzminister, er ist nach meinen Recherchen im Internet immerhin 72 Jahre alt, habe ich nur noch eines zu sagen:

„Bitte, bitte her Minister, tun sie ihrem Volk und der ganzen Menschheit einen Gefallen und sterben sie endlich!“

Samstag, 3. März 2012

BTL 2012


Diese Woche findet in Lissabon zum 24. Mal, auf dem Gelände des Lissabonner Messegeländes (port.: Feira Internacional de Lisboa = FIL) die alljährlich stattfindende Lissabonner Tourismusbörse (port.: Bolsa de Turismo de Lisboa = BTL) statt.
Mittwoch, Donnerstag und Freitag war die Tourismusbörse nur für Fachpersonal geöffnet, aber seit dem gestrigen Freitagabend können auch Privatbesucher die größte portugiesische Tourismusmesse besuchen.

Insgesamt 990 Unternehmen und Unternehmer der Tourismusbranche aus aller Welt stellen sich im Parque das Nações, dem Sitz der FIL, auf vier Messehallen einem nationalen und internationalen Publikum vor.
Auf der BTL in Lissabon präsentiert sich die gesamte Vielfalt des Reisens: Länder, Hotels, Reiseveranstalter, Buchungssysteme, Autovermietungen und alle anderen, die ihren Kunden die schönsten Wochen des Jahres noch angenehmer machen möchten.

Brasilien, das diesjährige Partnerland der BTL 2012, stellt sich z.B. mit einer Menge Samba, Bossa Nova, Capoeira und Caipirinhas vor und zieht so mit brasilianischer Lebensfreude die Besucher in seinen Bann.
Angola und Moçambique präsentierten sich ebenfalls recht traditionell und musikalisch den Messebesuchern vor.
Dagegen zeigen sich Länder wie Korea oder Kroatien leider eher teilnahmslos – ich möchte schon fast sagen „gelangweilt“ – auf der Messe.
Japan gar, präsentiert sich nur mit englisch- oder spanischsprachigem Infomaterial und Personal. Vielleicht ist es bis Japan ja noch nicht vorgedrungen das man hier in Portugal portugiesisch spricht und nicht spanisch…

Ägypten und Tunesien versuchen ihren Tourismus, der durch den politischen arabischen Frühling im letzten Jahr ziemlichen Schaden genommen hat, sehr ehrgeizig wieder anzukurbeln.
Die Türkei, die zum ersten Mal auf der BTL zu Gast ist, entwickelt sich hier in Portugal immer mehr zum Geheimtipp.
Länder wie Spanien, Südafrika, Venezuela, Mexiko und die Dominikanische Republik sind ebenfalls auf der diesjährigen Messe vertreten.

Auch die nationalen Aussteller, allen voran die Algarve, der Alentejo, Madeira, die Azoren und viele Städte, wie z.B. Lissabon, Porto, Coimbra oder Sintra, zeigen sich von ihrer besten Seite.
Musikalische Beiträge, Lesungen und Weinproben sind nur einige der vielen Events die die portugiesischen Aussteller zur Schau stellen.

Wer die BTL kennt, weiß das man hier nicht nur sehr gut über seinen nächsten Urlaubsort informiert wird und das man auch das eine oder andere Schnäppchen bei einer eventuellen Urlaubsreservierung machen kann, sondern das man hier, vor allem gastronomisch, voll und ganz auf seine Kosten kommt.
An vielen Ständen gibt es viele nationale und internationale Köstlichkeiten die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wer einen besonderen Sonntagsspaziergang machen und dabei ein wenig von der großen weiten Welt schnuppern will, sollte sich Morgen auf den Weg zum ehemaligen Lissabonner EXPO-Gelände aufmachen.
Die BTL 2012 ist am morgigen Sonntag, dem 04. März 2012, bis um 20 Uhr geöffnet.

Sonntag, 3. Juli 2011

Ein kleines Dankeschön


Sehr oft wird behauptet, wir würden heutzutage in einer sehr schnelllebigen, technisch hoch entwickelten und medialen Zeit leben.
Dieser Tage ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie technisch hoch entwickelt und klein diese unsere Welt nun wirklich ist.

Als ich meiner neuen Arbeitskollegin Sandra dos Santos, die erst seit kurzem aus Deutschland nach Portugal gezogen ist, von diesem Blog hier erzählte, und ihr anbot, ab und zu mal im „Planet Portugal“ reinzuschauen, erzählte sie mir, das sie meinen Blog, schon kennen würde.
Beide reagierten wir sehr überrascht, dass sie per Zufall, schon auf meiner Seite gesurft ist und „Planet Portugal“ sehr wohl kannte.

Dies hat mir mal wieder gezeigt, in was für einer kleinen Welt wir, dank Internet, doch alle leben.
Ob in Australien (schönen Gruß an Radical Royalist), Kanada, Brasilien, Deutschland, Japan oder hier in Portugal, überall habe ich aufmerksame Leser, die meinen Blog mit Interesse lesen und verfolgen.

Ihnen allen, die mich nun seit über 500 Einträgen jeden Tag direkt, indirekt und häufig unwissentlich mit ihren Beiträgen zu diesem Blog verhelfen, gilt mein allerherzlichster Dank.
Einige von ihnen sind angehörige meiner Familie, Arbeitskollegen und Freunde, aber die meisten von ihnen sind mir völlig unbekannt.
Aber alle inspirieren sie mich auf irgendeine Art und Weise, und machen so diesen Blog erst möglich.
Dies ist ein großartiges Geschenk für mich, und ich hoffe wir werden uns gegenseitig noch über viele Jahre begleiten.

Dankeschön!

Mittwoch, 18. Mai 2011

Namban






Einer der Gründe warum ich diesen Blog schreibe, ist unter anderem das positive Feedback das ich durch viele meiner Leser bekomme.
Wenn dann darunter Leser sind, die interessiert nachhaken und mir Fragen stellen, komme ich gerne dazu, diese bei Gelegenheit zu beantworten.

Vor Tagen erwähnte ich in dem Blogtext „Portugiesisches Japanisch“ vom 12. Mai 2011, den japanischen Nambanstil (port.: arte Namban).
Jetzt wurde ich gefragt, was denn der Nambanstil oder die Nambankunst sei.

Nun, der Nambanstil ist eine japanische Kunstform die sich zwischen 1543, dem Jahr der Entdeckung des Landes durch die Portugiesen, und 1639, der endgültigen Vertreibung der selbigen aus Japan, entwickelt hat.
In dieser Zeit, der endenden Sengoku-Epoche, der Azuchi-Momoyama-Epoeche und der frühen Edo-Epoche, kamen die Japaner durch die Portugiesen, mit vielen, für sie bis dahin unbekannten europäischen Dingen des alltäglichen Gebrauchs, europäischen Nahrungsmitteln und Tieren in Berührung.

Der Name „Namban“ hat seinen Ursprung in dem japanischen Wort „Naban-jin“, was so viel bedeutet wie „Barbaren des Südens“ (port.: bárbaros do sul“.
Mit Barbaren des Südens titulierten die Japaner zuerst die Portugiesen und hinterher alle Europäer.
Die Japaner betrachteten damals ihr Land als das Zentrum der Zivilisation und die anderen Nationen als „barbarisch“.
Mit anderen Worten: für sie war Japan der Nabel der Welt und die anderen Länder und Kulturen nichts weiter als armselige Anhängsel.
Als die ersten Portugiesen japanischen Boden betraten, zumeist Seefahrer die wirklich nur das Mindestmaß an Kultur besaßen, müssen sie damals für die meisten Japaner sprichwörtliche „barbarische“ Manieren gehabt haben.
Und da diese ursprünglich aus dem Süden ins Land gesegelt kamen, gaben ihnen also die Japaner den Namen „südliche Barbaren“.

Sie fanden die Menschen die ihnen da auf einmal begegneten einfach nur primitiv und abstoßend.
So schreibt ein japanischer Schriftsteller in einem zeitgenössischen Bericht aus jener Zeit:
„ …eles comem com os dedos, em vez de utilizarem pauzinhos, assim como nós os usamos. Demonstram todo o típo de sentimentos, sem o minimo auto-contróle. Imagine-se, que eles nem entendem os carácteres da nossa lingua!...”
Was ins Deutsche übersetzt so viel heißt wie:
„… Sie essen mit ihren Fingern anstatt mit Stäbchen, so wie wir sie benutzen. Sie zeigen ihre Gefühle ohne jede Selbstkontrolle. Sie können noch nicht einmal die Bedeutung unserer Schriftzeichen verstehen!...“

Nichtsdestotrotz wussten die Japaner die vielen neuen technischen Errungenschaften der Portugiesen sehr wohl zu schätzen, wie z.B. die auf den militärischen und nautischen Gebieten, des Weiteren die der metallurgischen Verarbeitung und die vielen Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs. Und auch die Verbreitung des Christentums bewirkte einen beträchtlichen Einfluss im japanischen Alltag.
Viele Portugiesen wurden damals von japanischen Feudalherren freundlich aufgenommen, und ihre Fähigkeiten wurden manchmal in solchem Maß belohnt, dass einige von ihnen sogar in den Rang eines Samurai erhoben wurden.

Die Herstellung der aus Europa importierten Dinge des alltäglichen Gebrauchs und die westlichen Einflüsse wurden mit den Jahren von den Japanern perfektioniert und dann mit einem neuen japanischen Design kombiniert.
Die zahlreichen bildlichen Darstellungen, die in dieser Zeit entstanden, definierten damals einen völlig neuen Stil in der japanischen Kunst, eben den Nambanstil.

Dieser fand, mit der endgültigen Vertreibung der Portugiesen im Jahre 1639 und der daraufhin von den japanischen Feudalherren verordneten Abschottung des Landes zum Westen, nach nur knapp 100 Jahren, sein jähes Ende.
Die Japaner fingen nämlich an zu begreifen, dass sie sich einer Unabhängigkeit Japans nur sicher sein konnten, wenn sie die Expansions- und Kolonialpolitik Portugals, das nun seit 1580 in einer unheilvollen Personalunion mit Spanien verbunden war, sofort unterbinden konnten.
Die Abschottung des Landes war also zur Sicherung der Unabhängigkeit Japans gedacht, endete aber gleichzeitig mit einem Kunststil der das japanische Kaiserreich über viele Jahrhunderte hindurch, bis in den heutigen Tag hinein, bereichern sollte.

Es gibt weltweit heute zwei Orte in denen man die Kunst des Namban besonders bewundern kann.
Der erste ist natürlich Japan, hier vor allem in den Museen von Kobe, Tokio, Nagasaki und Osaka.
Und der zweite Ort an dem man einzigartig schöne Namban-Kunst bewundern kann, ist in Portugal, hier vor allem in dem Nationalmuseum für alte Kunst (port.: Museu Nacional de Arte Antiga) und im Museum für Asiatische Kunst (port.: Museu do Oriente), beide in Lissabon gelegen.

Ich kann einen Besuch der beiden Museen nur wärmstens empfehlen!

Dienstag, 10. Mai 2011

Wenceslau de Moraes


Ich bin gerade mit dem lesen des Buches „O Bon Odori em Tokoshima“ (dt.: „Das Totenfest von Tokushima“), einem Werk von Wenceslau de Moraes, welches ich vor gut einer Woche angefangen habe zu lesen, fertig geworden.

Ehrlich gesagt, waren mir bis dato die Werke von Wenceslau de Moraes völlig unbekannt.
Als ich das einer Freundin gestand, musste die mir beichten, dass ihr alleine ein gewisser Wenceslau de Moraes schon überhaupt kein Begriff war, geschweige denn seine Werke!

Nun, so arg ist es um meinen Wissensstand über Wenceslau de Moraes nicht bestellt, aber ich muss gestehen, das ich erst durch das lesen eines seiner Bücher, mehr über den Mann erfahren habe, der so viel Liebe und Sympathie für den asiatischen Kontinent hegte, hier vor allen Dingen für Japan, und der zu den wichtigsten portugiesischen Schriftsteller des anfangenden 20. Jahrhunderts zählt.

Wenceslau de Moraes wird am 30. Mai 1854, als Wenceslaus José de Sousa Moraes, Sohn von Maria Amélia Figueiredo Moraes und Wenceslaus de Moraes, in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon geboren.

Er machte 1875, an der Lissabonner Marineschule (port.: Escola Naval de Lisboa), im Alter von nur 21 Jahren, seinen Offiziersabschluss, und dient daraufhin als Marineoffizier auf verschiedenen Kriegsschiffen der portugiesischen Kriegsmarine, die ihn nach Moçambique, Timor, Japan und schließlich 1885 auch nach Macau bringen.

Hier in Macau lässt er sich 1891, als ihn die portugiesische Kolonialverwaltung den Posten eines Hafenhauptmannes anbietet, auch nieder.
1893 wird er sogar Lehrer an der renommierten São José Oberschule (port.: Colégio de São José) in Macau.

Wenig später ehelicht er die Chinesin Wong Yog Chan und gemeinsam haben sie zwei Söhne.

Er freundet sich in Macau mit dem Schriftsteller Camilo Pessanha an, der ihn dazu animiert, seine schriftstellerische Kariere zu beginnen.
„Traços do Extremo Oriente - Sião, China e Japão“ wird 1895 sein erstes literarisches Werk.
Bis 1897 bereist er mehrere male Japan; ein Land dessen Menschen und Kultur es ihm angetan haben.
1897 erscheint auch sein Hauptwerk „Dai Nippon“ (dt.: „Das große Japan“), zu dessen Lesern auch der japanische Kaiser Meiji zählt, wie dieser ihm auch persönlich gesteht, als er ihn und den portugiesische Gouverneur von Macau 1898 empfängt.
1899 ernennt ihn der portugiesische König D. Carlos zum Konsul des Königreiches Portugal im japanischen Kobe und Osaka.

Der Umzug als Diplomat nach Japan fällt ihm nicht schwer, da er schon seit Jahren von seiner chinesischen Frau Wong Yog Chan und den gemeinsamen Söhnen getrennt lebt.

In Kobe kaum angekommen, beschließt er die japanische Geisha O-Yone Fukemoto, die er auf einer seiner Reisen durch das Land des Lächelns Jahre zuvor kennen gelernt hat, zu ehelichen.
Im Gegensatz zu seiner chinesischen Frau, mit der er eine Ehe voller Anspannungen führt, kommt er mit seiner japanischen Gattin wunderbar zu recht.

1904 erscheinen seine „Cartas do Japão“ (dt.: „Briefe aus Japan“), im Jahr darauf das Buch „O culto do chá“ (dt.: „Die Teekultur“) und 1907 das Werk „A vida japonesa“ (dt.: „Der japanische Alltag“).

Seine Ehefrau O-Yone Fukemoto verstirbt plötzlich am 20. August 1912 an einem Herzinfarkt.
Der Tod seiner zweiten Frau nimmt ihn so sehr mit, das er ein knappes Jahr nach ihrem Tod, am 10. Juni 1913 vom Konsulposten in Kobe und Osaka zurücktritt.

Er zieht nach Tokoshima, einer damaligen Kleinstadt in der gleichnamigen Präfektur, auf die Insel Shikoku, wo seine geliebte Ehefrau, die Geisha O-Yone Fukemoto, ursprünglich herkam, und wo auf ihrem Wunsch hin, ihre Asche, nach ihrem Tod, verstreut werden sollte.

1916 erscheint sein Buch „O Bon Odori em Tokoshima“ (dt.: „Das Totenfest von Tokushima“), das erste Werk das er nach dem Tod seiner geliebten Frau schreibt.
In den drauffolgenden Jahren erscheinen, unter anderem, noch die Werke „Ko-Haru“, „Relance da história do Japão“, „Os serões no Japão“ und „Relance da alma japonesa“.

Die Stadt Tokoshima und ihre Umgebung werden zur großen Inspiration der schriftstellerischen Werke von Wenceslau de Moraes, die sowohl in der portugiesischen als auch japanischen Literatur ihres gleichen suchen.
Hier in Tokoshima verstirbt Wenceslau de Moraes, unter bis heute völlig ungeklärten Umständen, plötzlich und unerwartet, am 01. Juli des Jahres 1929.

Das einzige was von ihm geblieben ist, sind seine detailgetreuen und für die damalige Zeit einzigartigen Beobachtungen und Erklärungen der asiatischen Kultur.
Ich freue mich auf das Lesen des nächsten Werkes von Wenceslau de Moraes.

Mittwoch, 16. März 2011

Sayonara Nippon


Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Japan, mit mehr als hundert Nachbeben, der alles mitreißenden Tsunami und dem zu erwarteten möglichen Super-GAU im Kernkraftwerk Fukushima, hat die portugiesische Botschaft in Tokio (port.: Embaixada de Portugal em Tóquio) ihren Bürgern, die in Japan arbeiten und leben, die sofortige Ausreise nahe gelegt.

Die Portugiesen in Nippon werden aufgefordert zu prüfen ob ihre Anwesenheit in Japan derzeit erforderlich ist.
Vor allem Familien mit kleinen Kindern sollten eine Rückreise nach Portugal in Erwägung ziehen, nachdem auch in Tokio erhöhte Radioaktivität gemessen wurde.

Ebenso haben das portugiesische Camões-Institut (port.: Instituto Camões) und das dazugehörende Kulturzentrum (port.: Centro Cultural Português) in Tokio (port.: Tóquio), aus dem schweren Erdbeben und den katastrophalen Ereignissen die ihm folgten, Konsequenzen gezogen und ihre Mitarbeiter und Schüler vorübergehend beurlaubt.
Bis voraussichtlich Ende März werden das Camões-Institut, vergleichbar mit dem deutschen Goethe-Institut, und das Kulturzentrum ihren Betrieb einstellen – das erste Mal seit ihrem bestehen.

Heute kam ein Krisenstab, bestehend aus dem Lehrerkollegium des Institutes, Mitarbeitern des Kulturzentrums und Vertretern der portugiesischen Regierung, die die Leiterin des Instituts ist, überein, aufgrund der sehr schwer einzuschätzenden Informationslage und der damit eingehenden unkalkulierbaren Sicherheitsrisiken für die Schüler und die Mitarbeiter, diese Maßnahme zu treffen.

Mit der offiziellen Schließung wollen die Leitung des Instituts und die des Kulturzentrums allen Schülern und Mitarbeitern die Gelegenheit bieten, vorübergehend das Land zu verlassen ohne noch unter dem zusätzlichen Druck zu stehen, Unterrichtsstoff zu versäumen.

Die Portugiesen und die Bürger anderer westlicher Nationen werden ausgeflogen und können so außer Landes kommen, weit weg von dem Chaos der zurzeit in Japan herrscht und der apokalyptischen Gefahr die dem Land droht.
Aber die Japaner?...
Sie müssen bleiben und mit einer Situation zu Recht kommen, dessen Dimension noch nicht übersehbar ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Menschen in Japan die Kraft und den Willen haben werden, diese schwere Prüfung zu bestehen.

Dienstag, 19. Januar 2010

BTL


Dieses Wochenende ging hier in Lissabon eine weitere BTL (port.: Bolsa de Turismo de Lisboa / dt.: Lissabonner Tourismusbörse) zu Ende.
Auf der FIL, dem Internationalen Messegelände von Lissabon (port.: Feira International de Lisboa) präsentierten sich vom 13.01.2010 bis zum 17.01.2010, in vier Pavillons, über 400 nationale und internationale Aussteller der Tourismus- und Hotelbranche.

Die BTL ist die größte internationale Messe Portugals.
Länder wie Brasilien, Spanien, China, Andorra, Südafrika, Frankreich, Argentinien, Cuba und Japan präsentierten sich hier genauso von ihrer besten Seite, wie die einzelnen Provinzen und Regionen Portugals, wie unter anderem die Inseln Madeira und Azoren, der Alentejo, die Algarve, der Ribatejo und das Dourotal.

Ich habe dieses Jahr zum sechsten Mal die BTL besucht.
Das die Tourismusbörse mit den Jahren gewachsen ist, ist nicht zu bestreiten.
Das diese Messe aber in den letzten zwei, drei Jahren auch nicht gerade vor Neuigkeiten strotzt ist leider ebenso nicht von der Hand zu weisen.
Mit der BTL kann es also zukünftig nur aufwärts gehen!

Ach ja, Deutschland hat zum wiederholsteten Male nicht an der BTL teilgenommen.
Das zeigt, das das Deutsche Touristikamt es wohl nicht nötig hat, an einer „kleinen Messe am Rande Europas“ teil zu nehmen.
Da soll mir doch noch mal einer kommen, und sagen, der deutschen Tourismusbranche würde es nicht gut gehen!...

Mittwoch, 2. September 2009

Die Geräuscheprinzessin


Wissen sie, was eine „Geräuscheprinzessin“ ist?
Nun, wenn sie nicht gerade Japaner sind, dann werden sie das wohl auch nicht wissen können und wissen müssen.
Denn eine „Geräuscheprinzessin“ ist eine ureigene japanische Erfindung, obwohl mit portugiesischer Hilfe.

Der Japaner Takeo Toshiro erfand 1988 ein Gerät, das durch Knopfdruck die lauten und rauschenden Geräusche einer Toilettenspülung nachahmte.
Die Ehefrau von Toshiro, eine Portugiesin die ihrem Ehemann in sein Heimatland gefolgt war nachdem sie zusammen an der Universität von Coimbra studiert hatten, konnte es nicht nachvollziehen, das auf öffentlichen Toiletten in Japan so viel Wasser verschwendet wurde, und regte deshalb ihren Mann zur Erfindung der „Geräuscheprinzessin“ an.

Aber warum wurde und wird auf öffentlichen japanischen Toiletten, vor allem auf den Damentoiletten, so viel Wasser verschwendet?

Nun, den meisten japanischen Frauen ist der Gedanke zuwider, jemand könnte ihre unangenehmen Geräusche, bei der Toilettenbenutzung, hören.
Um die eventuellen Geräusche ihrer Körperfunktionen zu überdecken war es bei vielen Frauen üblich (und ist es heute teilweise immer noch), während ihres Toilettenaufenthalts ständig die Klospülung zu drücken. Dadurch wurden immense Mengen Wasser verschwendet. Sämtliche Aufklärungskampagnen zum Wassersparen zeigten keine Wirkung.

Da erfand 1988 Takeo Toshiro besagtes Gerät. Er nannte, nach Anregung seiner Frau, seine Erfindung „Otohime“, was wortwörtlich übersetzt „Geräuscheprinzessin“ heißt (port.: „Princesa do ruido“ / engl.: „sound princess“).
Die Japaner, vor allem die Japanerinnen, waren von diesem Gerät so begeistert, dass kurz nach seiner Erfindung, in den meisten öffentlichen Damentoiletten ein „Otohime“ eingebaut wurde. Auf den Herrentoiletten setzten sich die „Otohime“ allerdings nicht durch.
Anscheinend haben japanische Männer kein Problem mit ihren Geräuschen, wenn sie auf die Toilette gehen.

Seit der Erfindung der „Otohime“ können nun japanische Frauen ohne Scham die öffentlichen Toiletten benutzen. Anstatt nun andauernd die Toilettenspülung zu betätigen, aktivieren sie einfach das Gerät mit einem Knopfdruck.
Nach dem drücken des Knopfes erzeugt das Gerät ein lautes und rauschendes Geräusch, der dem Geräusch der echten Toilettenspülung ähnelt. So werden schätzungsweise unglaubliche 25 Liter Wasser pro Toilettengang gespart!

Aber die Erfindung von Toshiro hat einen großen Haken.
Viele Japanerinnen sind der Meinung dass sich die meisten „Otohime“ künstlich anhören, und drücken deshalb weiterhin fleißig die echte Toilettenspülung.

Seit nunmehr 20 Jahren versuchen japanische Wissenschaftler krampfhaft realistischere „Otohime“ zu erfinden.
Vielleicht sollten sie einmal die Frauen ranlassen!

Mittwoch, 19. August 2009

Aventureiros






„Aventureiros“ ist portugiesisch und bedeutet ins deutsche übersetzt „Abenteurer“.

Abenteurer, so lautet der Name eines neuen brasilianischen Strategiebrettspieles, der dem bekannten Spielklassiker „Risiko“ im Ablauf ähnelt, und welches vor wenigen Wochen erschienen ist.

Auf einer vereinfachten Weltkarte mit 12 „Ländern“ versuchen zwei bis sechs Spieler, wechselseitig Länder (die die Größe von Kontinenten haben) in ihren Besitz zu bringen. Ziel des Spiels ist es, je nach Auftrag einen oder mehrere Länder oder die ganze Welt zu erobern und seine Gegner finanziell zu ruinieren.
Die Spieler entscheiden mit Würfelglück und durch strategische Gesichtspunkte über die Platzierung und den Einsatz ihrer Spielfigur.

Aber während bei Risiko das primäre Thema der Krieg ist, ist „Aventureiros“ kein typisches Konfliktsimulationsspiel, das seinen Schwerpunkt auf Realitätsnähe oder anspruchsvolle taktische Herausforderungen legt.
Stattdessen ähnelt „Aventureiros“ den heutigen Autorenspielen, wie Narnia oder Herr der Ringe, in denen zwar das Ziel das erlangen der „Weltherrschaft“ ist, aber nicht durch kriegerische Auseinandersetzungen, sondern durch einfache strategische Entscheidungen, diplomatisches Handeln und Glück.

Bis hierhin, soweit alles gut!

Aber nun zu den Spielfiguren.
Jedem „Land“ (Brasilien, Portugal, Großbritannien, USA, Argentinien, Ägypten, Südafrika, Indien, China, Russland, Japan, Australien) wird eine Spielfigur zugeordnet.

Und diese Spielfiguren haben es wirklich in sich.
Denn der brasilianische Spielhersteller hat nicht an Klischees gespart, als er die einzelnen Spielfiguren kreierte.

So ist z.B. die amerikanische Figur Emily eine kurvenreiche Blondine mit einer Menge sexappeal, die brasilianische Figur Edson hat natürlich ein Fußballtrikot an und die südafrikanische Figur Patrick ist mit einem Leopardenfell bekleidet, so wie halt jeder Südafrikaner im 21. Jahrhundert angezogen ist.
Das der Brite Joshua eine Fellmütze aufhat und der Australier William Kriegsbemalung trägt, ist da schon fast sympathisch.

Aber die Figur, die den Portugiesen Manoel darstellt, steht ohne Zweifel, für alle Vorurteile die Brasilianer uns Portugiesen gegenüber haben!

So ist Manoel (wohlgemerkt nicht „Manuel“ wie portugiesisch eigentlich geschrieben, sondern „Manoel“, wie der Brasilianer den Vornamen ausspricht) mit einem Kostüm aus der Zeit der portugiesischen Entdeckungen angezogen!
Außerdem trägt er Bart (die Brasilianer denken nämlich wir laufen hier in Südeuropa alle mit Vollbärten rum), hat eine bunte Baskenmütze auf und hat natürlich Galoschen an!

Ich weiß nicht, welchen Stellenwert das Spiel „Aventureiros“ zukünftig weltweit haben wird.
Aber ich wage es einmal zu behaupten, das dieses Brettspiel hier in Portugal nicht überragenden Erfolg haben wird.

Mittwoch, 12. August 2009

Seefahrer, Entdecker und Abenteurer







Portugal ist auch als das "Land der Seefahrer und Entdecker" („Terra dos Navegadores e dos Descobridores“) bekannt.
Als solches hatte Portugal einmal, nebst seinem Nachbar Spanien, eine Weltmachtstellung unter den Nationen der Welt.

Als Seefahrernation erlebte Portugal, durch den weltweiten Handel, einen bis dahin nie gesehenen wirtschaftlichen Aufschwung.
Die Krone, der Adel, der Klerus und die Kaufleute gewannen unerhöhte Reichtümer durch die Entdeckungsfahrten.
Aber diesen Reichtum verdankten sie nur einer Anzahl wagemutiger Männer.
Diese mutigen Männer waren Pioniere und Abenteurer zugleich.
Als Seefahrer und Entdecker sollten sie einen ewigen Platz in der Geschichte erlangen.

Portugiesische Seefahrer waren im 15. und 16. Jahrhundert das, was amerikanische Astronauten für die heutige Menschheit sind.
Ihre Entdeckungen auf hoher See waren so abenteuerlich, wie eine Raumfahrt zum Mond heute, und ihre Karavellen waren so futuristisch wie die heutigen Raumfähren.

Aber wer waren diese Männer?

Natürlich wissen viele, dass es Vasco da Gama war, der den Seeweg nach Indien entdeckte.
Die meisten wissen auch das Magellan (Fernão de Magalhães) als erster Mensch die Welt umrundete.

Aber wer entdeckte z.B. Brasilien?
Wer war als erster Europäer am siamesischen Hof?
Wer betrat als erster die Japanischen Inseln?
Wer umsegelte als erster das Kap der Guten Hoffnung?
Wer segelte bis nach China?

Viele, außerhalb Portugals, wissen auf diese simplen Fragen keine Antwort.

Um diese Männer aus ihrer Anonymität zu holen, führe ich hier nun die Namen einiger Seefahrer und Entdecker auf, die nicht nur in der portugiesischen Geschichte, sondern auch in der Geschichte anderer Nationen, ihren Platz gefunden haben.

- Gil Eanes: Der aus dem südportugiesischen Lagos stammende Gil Eanes umsegelte 1434 als erster, nach 15 erfolglosen Versuchen, das Kap Bojador an der westafrikanischen Küste. 1446 entdeckt er Gambia, ebenfalls an der afrikanischen Westküste.

- João Gonçalves Zarco: Zarco, ein Edelmann aus dem Umfeld von Heinrich dem Seefahrer (Henrique o Navegador) entdeckte mit Tristão Váz Teixeira 1419 die Atlantikinsel Porto Santo. Im Jahr darauf, 1420, entdeckten diese beiden Seemänner, mit Bartolomeu Perestrelo die Insel Madeira.

- Bartolomeu Dias: Dias umsegelte als erster die Südspitze Afrikas. Er nannte diesen stürmischen Punkt Kap der Guten Hoffnung. 1487 erreichte er als erster Europäer den Indischen Ozean und die Ostküste Afrikas. Im Jahre 1500 fand er an dem von ihm entdeckten Kap der Guten Hoffnung, in einem heftigen Sturm, den Tod.

- Vasco da Gama: Im Auftrag von König Manuel I entdeckte Vasco da Gama 1498 den maritimen Weg nach Indien. Der König beförderte ihn daraufhin, aus Dank, zum Admiral und erhob ihn in den Adelstand. 1502, auf dem Rückweg von Indien nach Portugal, entdeckte er die Inseln der Seychellen. Als Vizekönig von Indien starb er 1524 im indischen Cochim.

- Pedro Álvares Cabral: Der in Belmonte, bei Santarém, geborene Pedro Álvares Cabral machte sich im Jahre 1500 auf den Weg nach Indien. Vom Kurs abgekommen, erreichte er am 22. April 1500 die Küste Brasiliens. Als Entdecker Brasiliens und Südamerikas ist er in die Geschichte eingegangen.

- Fernão de Magalhães: Er ist wohl das „schwarze Schaf“ unter allen portugiesischen Seefahrern. Er ist zwar Portugiese, umrundete als erster Mensch überhaupt die Erdkugel, und bewies somit auch dass die Erde wirklich Rund war. Aber er machte diese Weltreise im Auftrage Spaniens, und das nahm ihm über viele Jahrhunderte hinweg das Vaterland übel.

- Diogo Cão: Er entdeckte die Mündung des Flusses Kongo und segelte hinunter, bis zu den heutigen Küsten Angolas und Namibias.

- Diogo de Silves: Der Entdeckter der Azoreninseln São Miguel und Santa Maria im Jahre 1427. Im Jahr darauf, 1428, entdeckte er die Inseln Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial.

- João de Teive: 1452 entdeckte dieser Seefahrer die westlichen Azoreninseln Flores und Corvo.

- Dinis Dias: Im Jahr 1444 entdeckt Dinis Dias die Kanareninsel La Palma.

- Álvaro Fernandes: 1446 setzt Álvaro Fernandes seinen Fuß auf dem Gebiet des heutigen Guinea-Bissau, in Westafrika.

- Diogo Gomes: Von 1456 bis 1461 entdeckt Diogo Gomes, zusammen mit Alvise Cadamosto, Antonio da Noli und Diogo Afonso die Kapverdischen Inseln.

- João de Santarém: João de Santarém entdeckt mit Pêro Escobar die Inseln São Tomé und Principe. 1471 überqueren sie als erste Europäer den Äquator und segeln bis zum heutigen Niger.

- João Vaz Corte-Real: 1472 entdeckt Corte-Real ein Land, welches er „Terra Nova“ (Neufundland) nennt. Leider konnte bis heute nicht bewiesen werden, ob es sich hierbei um das heutige kanadische Neufundland handelt. Wenn dem so ist, dann ist João Vaz Corte-Real der eigentliche Entdecker Amerikas, und nicht etwa Christoph Columbus 20 Jahre später!

- Afonso de Paiva: Afonso de Paiva und Pêro da Covilhã reisen 1487, auf dem Landweg, nach Äthiopien.

- João Fernandes Lavrador: 1495 segelt João Fernandes Lavrador über Grönland bis nach Amerika. Dem Land, welches er entdeckt, gibt er seinen Namen „Lavrador“. Hierbei handelt es sich um das heutige kanadische Labrador.

- Duarte Pacheco Pereira: Duarte Pacheco Pereira durchfuhr als erster Europäer den Amazonas stromaufwärts.

- Diogo Dias: Am 10. August 1500 entdeckt der Seefahrer Diogo Dias eine Insel, die er Ilha de São Lourenço nennt. Heute ist diese Insel unter dem Namen Madagaskar bekannt.

- Estevão da Gama: Entdeckt 1503 die Insel Sankt Helena.

- Lourenço de Almeida: Entdeckt 1505 die Insel Ceylon, das heutige Sri Lanka.

- Tristão da Cunha: Entdeckt die Insel der er auch seinen Namen gibt.

- Diogo Lopes de Sequeira: Überquert als erster Europäer den Bengalischen Golf und segelt bis zum heutigen Malaysia.

- Duarte Fernandes: Besucht als erster Europäer 1511 den königlichen Hof von Siam, dem heutigen Thailand.

- António Abreu: Entdeckt die Inseln Timor, Banda, Ambon und Seram, im heutigen Indonesien.

- Pedro Mascarenhas: Entdeckt die Insel Mauritius.

- Fernão Pires de Andrade: Als erster Portugiese segelte er bis nach Kanton, in China.

- Diogo Pacheco: 1525 entdeckt Diogo Pacheco ein Land südlich der Insel Sumatra. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei um Australien. Leider gibt es heute keine Hieb- und Stichfeste Beweise dafür, ob es sich bei dem entdeckten Land wirklich um Australien handelt.

- Jorge de Meneses: Entdeckt das heutige Papua-Neuguinea.

- Fernão Mendes Pinto: Mit Diogo Zeimoto und Cristovão Borralho besucht Fernão Mendes Pinto als erste Europäer das japanische Kaiserreich.

Diese Männer die ich hier aufgeführt habe sind nur einige der vielen, vielen Portugiesen, die sich um die weltweite Entdeckungsgeschichte verdient gemacht haben.
Leider gab es keine Frauen unter den vielen Seefahrern und Entdeckern. Vielleicht traute man ihnen entbehrungsreiche, monatelange Fahrten auf hoher und sehr oft auch stürmischer See einfach nicht zu, was zu bedauern ist.
Denn sicherlich sähe die Welt heute etwas anders aus, wenn Frauen schon damals mehr Einfluss in der Expansionspolitik gehabt hätten.

Freitag, 17. Juli 2009

Encompassing the Globe


Heute, am 16. Juli 2009, wurde hier in Lissabon im Nationalmuseum für Antike Kunst (Museu de Arte Antiga) die Ausstellung „Encompassing the Globe“ (auf Deutsch: „Weltumspannung / Globalisierung“) eröffnet.

Die Ausstellung stellt eine außergewöhnliche Sammlung von Objekten aus, die die Geschichte der portugiesischen Entdeckungen im 16. und 17 Jahrhundert zu erzählen versucht. Leihgeber und Museen aus der ganzen Welt – wie aus China, Indien, Japan, Brasilien, Südafrika und Europa ─ haben über 250 Kunstwerke, Karten und Bilder für diese besondere Ausstellung beigesteuert.

In Kombination mit den bereits in Portugal vorhandenen Ausstellungsstücken, bilden diese ganzen wertvollen Objekte eine einzigartige Zusammenstellung, die auf außergewöhnliche Art und Weise verdeutlichen welche kulturellen Auswirkungen, das Zusammentreffen zwischen den portugiesischen Entdeckern und den neuen Handelspartnern aus Afrika, Asien und Amerika ehemals hatte.
Weltweit hatten die Portugiesen damals ein gut organisiertes Handelsnetz aus Seefahrtsrouten aufgebaut. Was heute Houston oder Cape Canaveral für die Raumfahrt ist, waren einst Lissabon und Sagres für die Seefahrt. Von hier aus wurde die Welt entdeckt!

Die bereits 2007 in der Arthur M. Sackler Gallery des Washingtoner Smithsonian-Instituts ausgestellten Exponate, lassen keinen Zweifel daran, dass bereits zu dieser Zeit die Grundlage für die Globalisierung von heute gelegt wurde - so meinen renommierte Wissenschaftler heute – mit all ihren negativen Seiten: brutale Landenteignungen, weltweite Ungleichheiten, kulturelle Missverständnissen. Die Phänomene und Probleme unserer heutigen Welt standen schon damals für Portugal auf der Tagesordnung.

Die berühmte New York Times nannte dieses Netzwerk, in einem Bericht über „Encompassing the Globe“, sogar einen „Vorläufer des Internets, nur etwas langsamer“. Portugal war zur Zeit der Entdeckungen, mit gerade einmal einer Million Einwohner, ein kleines Land. Und so mussten die vorhandenen Ressourcen gezielt eingesetzt werden. Was dann auch, bis ins Ende des 20. Jahrhunderts, gelang!

Die Ausstellung Encompassing the Globe legt Wert darauf, dass die Geschichte der portugiesischen Entdeckungen zum ersten Mal nicht aus europäischer Sicht der „Entdecker“ erzählt wird, sondern aus Sicht der „Eroberten“, weswegen viele Exponate auch die Perspektive der Völker aus Afrika, Asien und Amerika widerspiegeln.

Noch bis zum Oktober dieses Jahres kann die Ausstellung Encompassing the Globe hier in Lissabon besichtigt werden. Danach zieht sie weiter nach Brüssel, ihrer dritten und letzten Station.
So interessant die Ausstellung auch in Washington gewesen sein mag, und wie spannend sie auch in Brüssel sein wird, nirgends wird sie so viel Realität und Identität zeigen können, wie hier in Lissabon - hier wo die Globalisierung der Welt begann!