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Sonntag, 27. April 2014

Taufe von Maryam Celeste


Das Hemd des Glücklichen

Ein König war krank und sagte: „Die Hälfte des Reiches gebe ich dem, der mich gesund macht." Da versammelten sich alle Weisen und überlegten, wie man den König gesund machen könne. Doch keiner wusste wie. Nur einer der Weisen sagte, dass es möglich sei, den Herrscher zu heilen. Er meinte: „Man muss einen glücklichen Menschen ausfindig machen, dem das Hemd ausziehen und es dem König anziehen. Dann wird der König gesund."
Und der König schickte überall hin, dass man in seinem weiten Reich einen glücklichen Menschen suche. Aber die Beauftragten fuhren lange im ganzen Reich umher und konnten keinen Glücklichen finden. Nicht einen gab es, der zufrieden war. Wer reich war, war krank; wer gesund war, war arm; wer gesund und reich war, der hatte ein böses Weib, und bei dem und jenem stimmte es mit den Kindern nicht. Über irgendetwas beklagten sich alle.
Aber einmal ging der Sohn des Königs spätabends an einer armseligen Hütte vorbei und hörte jemanden sagen: „Gottlob, zu tun gab es heute wieder genug, satt bin ich auch und lege mich nun schlafen. Was braucht es mehr?"
Der Königssohn freute sich, befahl seinen Dienern, diesem Menschen das Hemd auszuziehen und ihm dafür soviel Geld zu geben, wie er wolle, und das Hemd gleich dem König zu bringen. Die Diener gingen eilends zu dem glücklichen Menschen hin und wollten ihm das Hemd ausziehen. Aber der Glückliche war so arm, dass er nicht einmal ein Hemd besaß!


Dieses Märchen des berühmten russischen Schriftstellers Leo Tolstoi wurde heute, in abgewandelter Form, bei der Taufe der Tochter meiner lieben Freunde Melanie und Andreas, der kleinen Maryam Celeste, vorgetragen und vorgeführt.

Es war eine schöne Taufe, eine schöne anschließende Feier und die Kleine hat sich die ganze Zeit vorbildlich verhalten.
Und natürlich gibt es in der Realität kein Hemd des Glücks…
Aber ich wünsche diesem kleinen Wonneproppen alles Glück der Erde und Gottes Segen für ihr zukünftiges Leben!

Dienstag, 31. Dezember 2013

Alles Gute für 2014!


Es wird kein neues Jahr geben, wenn wir immer wieder die Fehler der vergangenen Jahre wiederholen.
(Camões)

Mit diesen Worten des grossen portugiesischen Nationaldichters Luis Vaz de Camões möchte ich allen Leser/innen meines Blogs für das neue Jahr 2014 alles Gute und Liebe wünschen, recht viel Glück, Erfolg, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit für die kommenden 365 Tage.
Wir sehen uns hier im Planet Portugal!


Jamais haverá ano novo se continuarmos a copiar os erros dos anos velhos“.
(Camões)

Com estas palavras do grande poeta português Luís Vaz de Camões quero desejar a todos os leitores e leitoras do meu Blog um Ano Novo de 2014 cheio de sorte e amor, com muito sucesso, satisfação e, sobretudo, saúde para os próximos 365 dias.
Encontramo-nos aqui no Planet Portugal!


Montag, 31. Dezember 2012

Guten Rutsch ins neue Jahr 2013!



Ein sehr schwieriges, aufopferungsvolles und für viele leider auch sehr entbehrungsreiches Jahr 2012 geht hier in Portugal nun zu Ende, und ein neues Jahr steht vor der Tür.

Ich möchte allen Freunden und Lesern von „Planet Portugal“ ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2013 mit hoffentlich viel Ruhe, Gelassenheit, Glück, guten Vorsätzen und einer Menge positiver Eindrücke und Erfahrungen wünschen, auch wenn viele ein noch schwierigeres Jahr vorhersagen, als es das jetzt zu Ende gehende 2012 schon war.

Guten Rutsch ins Neue Jahr 2013!


Um muito difícil Ano 2012, para muitos cheio de sacrifícios e privações, chegou aqui em Portugal ao fim, e um Novo Ano bate-nos agora à porta.

Quero desejar a todos os amigos e leitores do „Planet Portugal“ um próspero e saudável Ano 2013, com muito descanso, serenidade, sorte e muitissimas impressções e experiências positivas, apesar de muitos acharem que o ano que aí vem, será mais duro que o actual 2012.

Boas entradas e feliz Ano Novo 2013!

Montag, 24. Oktober 2011

Jetzt ist es amtlich: Wir Portugiesen sind unglücklich!


Nach einer Studie der OCDE (engl.: Organisation for Economic Co-operation and Development / dt.: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung / port.: Organização para a Cooperação e Desenvolvimento Económico), die diesen Monat gemacht wurde, sind wir Portugiesen eines der unglücklichsten Nationen der Welt.
Nur die Chinesen und die Ungarn sind noch unglücklicher als wir.
Laut der Studie leben dagegen in Dänemark, in Kanada und in Norwegen die glücklichsten Menschen auf der Welt.

Diese Studie beruht auf Daten die in insgesamt 40 Ländern weltweit erhoben wurden.
Die wichtigsten Kriterien um das Glück und die Zufriedenheit der jeweiligen Bürger zu messen waren für die OCDE, unter anderem, Faktoren wie der monatliche Verdienst, die Gesundheit, eine saubere Umwelt und ein gut funktionierendes soziales Netz.

Zwar ist Portugal offiziell, gleich nach Neuseeland, das Land auf der Welt in dem die sozialen Strukturen stimmen und Polen, Frankreich und Ungarn die Länder in denen es am meisten an einem sozialen Umfeld fehlt, aber es sind die andauernden finanziellen Probleme, die immer stärker steigende Arbeitslosigkeit und das miserable Gesundheitssystem, die uns Portugiesen zu der drittunglücklichsten Nation der Welt machen.

Bei den Sparmaßnahmen die uns hier in Portugal in nächster Zeit noch bevorstehen, ist zu befürchten, dass wir bald wohl auch die Chinesen und Ungarn in der Unzufriedenheitsskala überholen werden!

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Man muss der Zeit genügend Zeit geben


Ein alter portugiesischer Spruch lautet: „É preciso dár tempo ao tempo“, was übersetzt so viel heißt wie: „Man muss der Zeit genügend Zeit geben“.
Diesen Spruch bekommt man hier in Portugal dann zu hören, wenn man ungeduldig ist, oder frühzeitig zu einem Ergebnis gekommen ist ohne das Ende abzuwarten.
Da ich, von Natur aus, eher ein ungeduldiger Typ bin, wurde ich schon mehrmals im Leben mit diesem Ausspruch konfrontiert.

Seinen Ursprung hat dieser Spruch in einer alten Sage aus der Provinz Trás-os-Montes (dt.: „Hinter-den-Bergen“), die im hohen Norden Portugals liegt.

Diese alte Sage lautet wie folgt:

Vor langer, langer Zeit lebte ein alter Bauer in Trás-os-Montes.
Der Bauer war sehr arm, aber auch sehr weise. Mit seinem jungen Sohn lebte er auf einem alten Hof und bearbeitete mit diesem den harten, kargen Boden.

Eines Tages sagt der Sohn zum Vater:
„Vater, was für ein Unglück, unser Pferd ist weggelaufen!“
„Warum sprichst Du von Unglück?“ antwortete ihm der Vater daraufhin „Wir werden sehen was uns die Zukunft bringen wird.“

Nach einigen Tagen steht das Pferd mit einer schönen, fremden Stute auf dem Hof.
„Vater, was für ein Glück!“ sagt der Sohn zum Vater „Unser Pferd ist mit einem anderen zurückgekehrt!“
„Warum sprichst Du von Glück?“ antwortete ihm der Vater „Wir werden sehen was uns die Zukunft bringen wird.“

Wieder ein paar Tage später wollte der Sohn das neue Pferd einreiten. Doch dieser, nicht an das Sattelzeug gewohnt, bäumte sich auf und warf seinen jungen Reiter ab.
Bei diesem Abwurf brach sich der Sohn ein Bein.

„Vater, was für ein Unglück, ich habe mir ein Bein gebrochen!“
„Warum sprichst Du von Unglück?“ antwortete ihm der Vater wohlmeinend „Wir werden sehen was uns die Zukunft bringen wird.“
Der Sohn konnte mit dieser Antwort des Vaters nichts anfangen und wurde böse.

Tage später kamen die Boten des Königs ins Dorf. Sie gingen auf jeden Hof und nahmen alle jungen, gesunden Männer mit, denn der König brauchte Soldaten für den bevorstehenden Krieg mit dem nahen Spanien.
Als die Boten des Königs den Hof des alten Bauern betraten und dessen Sohn mit gebrochenem Bein im Bett sahen, da ließen sie ihn liegen und gingen weiter zum nächsten Hof.

Da verstand der Sohn die Worte des alten Vaters, und er begriff auch das Glück und Unglück nicht immer weit voneinander entfernt sind.

Unser Leben ist oftmals so komplex und paradox, das Glück schnell in Unglück umschlagen kann, und umgekehrt.
Man muss der Zeit genügend Zeit geben!