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Freitag, 21. Februar 2014

Internationaler Tag der Muttersprache

A minha pátria é a língua portuguesa
(dt.: Meine Heimat ist die portugisische Sprache)

(Fernando Pessoa)


Heute ist der 21. Februar, der Internationale Tag der Muttersprache (port.: Dia Internacional da Língua Materna).
Dieser Tag wurde im Jahre 2000 von der UNESCO ausgerufen, und soll die „sprachliche und kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit“ auf der ganzen Welt fördern.
Schätzungsweise 6.000 verschiedene Sprachen gibt es auf der Welt.
Eine von ihnen ist Portugiesisch (port.: português).

Hier einpaar Fakten über die portugiesische Sprache:

In neun Ländern der Erde ist Portugiesisch die offizielle Landessprache.
Außer in Portugal wird es auch in Angola, Äquatorialguinea, Brasilien, Guinea-Bissau, den Kapverdischen Inseln, Moçambique, Ost-Timor und São Tomé und Principe gesprochen.

In der Sonderverwaltungszone Macau der Volksrepublik China (port.: Região Administrative Especial de Macau da República Popular da China) ist Portugiesisch neben Kantonesisch und Mandarin eine der offiziellen Amtssprachen.
In vielen Ländern der Welt, hauptsächlich auf dem amerikanischen Kontinent (Uruguay, Venezuela, Bermuda), in Afrika (Südafrika, Namibia, Sambia) und in Asien (Indien, Malaysia, Sri Lanka), in denen portugiesisch nicht die Muttersprache ist, beherrschen noch heute, bedingt durch die Kolonialgeschichte Portugals und die großen Auswanderungswellen vergangener Zeiten, vielen Menschen die portugiesische Sprache.

Heute sprechen schätzungsweise 250 Millionen Menschen weltweit Portugiesisch.
Nach Mandarin (port.: mandarim), Englisch (port.: inglês), Spanisch (port.: espanhol), Hindu (port.: hindustâni) und Arabisch (árabe) steht Portugiesisch auf der Rankingliste der meistgesprochenen Sprachen der Welt auf Platz 6.
Nach Englisch und Spanisch ist es die dritthäufigste gesprochene Sprache der westlichen Welt.
Auf der südlichen Erdhalbkugel wird keine andere Sprache häufiger gesprochen wie Portugiesisch!

Nach Schätzungen der UNESCO ist Portugiesisch, nach Englisch, die europäische Sprache mit dem größten Zuwachs.
Wissenschaftler gehen davon aus, das ihm Jahre 2050 etwa 340 Millionen Menschen weltweit die portugiesische Sprache sprechen werden.

Wann werden sie, werte Leserin und werter Leser dieses Blogs, ihren Portugiesischkurs beginnen?

Dienstag, 5. Januar 2010

Süße Medizin


Ich habe schon immer gehört, dass der - maßvolle - Genuss von Rotwein lebensverlängernd sein soll:
Das möchte ich als Weinfreund nur zu gerne glauben.

Aber auch dem portugiesischen Portwein werden medizinische Heilkräfte nachgesagt.
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein durfte Portwein hier in Portugal seine segensreiche Wirkung als Medikament entfalten: Ein guter Portwein diente der Erholung und Stärkung geschwächter Menschen.

Früher lieferten viele Winzer sogar spezielle medizinische Portweine an Apotheken. Diese waren speziell mit tierischen Proteinen angereicherte.
Zur Herstellung dieser meistens über Apotheken vertriebenen Portweine wurden Viehknochen in die Mostbottiche fertig hergestellten Weins gelegt, um so eine proteinreiche Wein-Arznei herzustellen. Diese Medizinal-Weine kamen meist zur Stärkung und zur Rekonvaleszenz geschwächter Menschen zum Einsatz.
Noch heute hat der Portwein-Hersteller Sandeman in seinem Sortiment einen „Old Invalid Porto“ und das Portwein-Haus Ferreira bietet einen „Recuperator Port“ an.

Aber nicht nur angereichert, auch pur haben Portweine in der Medizin in der Vergangenheit hier in Portugal, und nicht nur hier, oft segensreiche Wirkung gezeigt.
Glaubt man etwa der „Enciclopédia Portuguêsa da Medicina Popular“ (dt.: „Portugiesische Enzyklopädie der Volksmedizin“) von 1843, dann wurde normaler Portwein etwa im britischen Glasgow sogar gegen Typhus eingesetzt:

„Jeder Typhuskranke hat im dortigen Hospitale seine Flasche starken Portwein neben sich stehen“,

heißt es dort.

Selbst bis nach Deutschland hat es das portugiesische Nationalgetränk als Arzneimittel gebracht.
In Oldenburg z.B. importierte im 19. Jahrhundert der bekannte Weinhändler Wille mehrere Dutzend Fässer Portwein als „Levante Doktor“.

Als José Ramos-Horta, der amtierende Präsident von Ost-Timor, bei einem Attentat im Februar letzten Jahres schwer verletzt wurde, reagierte Portugals Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva schnell:
Er sandte seinem ost-timorensischen Amtskollegen zur Genesung eine gute Flasche Portwein, sowie frische Pastéis de Belém.

Ramos Horta soll sich über diesen kulinarischen Gruß sehr gefreut haben - und laut seiner Ärzte sollen sowohl der Portwein als auch die süßen Teilchen den Gesundungsprozess des Patienten sehr gefördert haben.
Und das hat auch einen guten Grund, wie daraufhin Wein-Experten meinten. Portwein hat eine Menge Proteinen, so meinen sie.

Die medizinischen Wirkungen des Portweins sind heute leider ein wenig in Vergessenheit geraten.
Zu Unrecht.
Es kann nie an guten Gründen mangeln, immer mal wieder einen Portwein zu trinken.

In diesem Sinne: Gute Besserung!