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Donnerstag, 25. Juni 2009

Wehmut nach Wixhausen


Wer diesen Blog liest, und sich vielleicht auch schon mal mein Profil angeschaut hat, wird erfahren, dass ich in Deutschland 25 Jahre lang in Darmstadt, im Ortsteil Wixhausen, gelebt habe.
Die die mich persönlich kennen, wissen das ja sowieso.

Als ich 1998 die Möglichkeit hatte nach Portugal zu ziehen, habe ich, als ich Darmstadt und Wixhausen verlassen habe, nicht einmal zurückgeschaut.

Heute, viele Jahre und einige Flüge später, fange ich an, so etwas wie sentimentale Gefühle für die Orte meiner Kindheit und Jugend zu empfinden.
Diese Gefühle der Wehmut haben sich, aus mehreren persönlichen Gründen, in den letzten Wochen verstärkt. Es waren einfach zu viele Jahre (ein viertel Jahrhundert!) die ich in Darmstadt-Wixhausen verbracht habe. In dieser Zeit lernt man alle guten und alle schlechten Witze kennen, die man über Wixhausen machen kann, und man lernt auch mit gewissen Vorurteilen umzugehen.

Die meisten, die schlecht über Wixhausen reden oder meinen sie hätten die Klobürste erfunden (Apropo, wussten sie das die Portugiesen die Klobürste erfunden haben?!? Dazu mehr, in einem zukünftigen post) nur weil sie einen schlechten Witz über Wixhausen machen, haben noch nie einen Fuß in diesen Ort gesetzt und finden den Namen halt nur so lustig!...

Ich gebe zu, der Name Wixhausen verleitet aber auch leicht zu einem Scherz. Aber bitte, wenn es schon sein muss, dann sollen es doch bitte auch gute Scherze sein, oder?!?

Ich bin mal von meiner Schulkameradin Martina Bergsträßer gefragt worden, ob es mir nicht peinlich sei in Wixhausen zu leben. Nein, natürlich war es mir nicht peinlich in Wixhausen zu leben (eher sollte es manchen Leuten peinlich sein, zu meinen wichsen würde mit „x“ geschrieben und nicht mit „chs“. Wäre mancher in Wixhausen in die Grundschule gegangen, würden ihm solche Fehler vielleicht nicht passieren). Schließlich hat Wixhausen nichts mit wichsen zu tun, sondern geht auf das altdeutsche Wort Wikken zurück, das soviel wie Weiher heißen soll. Also bedeutet Wixhausen nichts anderes als „Häuser am Weiher“. Und was soll einem bitte, an „Häuser am Weiher“ peinlich sein?

Es ist ja nicht so dass die Wixhäuser von heute sich den Namen ausgesucht hätten; den gibt es nämlich schon ein bisschen länger. Seit 1172, um genauer zu sein. In diesem Jahr wurde nämlich Wixhausen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Somit ist Wixhausen gerade mal ein paar Jahre jünger als der Portugiesische Staat. Portugal wurde nämlich im Jahre 1139 von König Afonso Henriques gegründet.

Sollte ein Wixhäuser sich in diesen Blog verirren, so bitte ich ihn (sie) doch freundlichst darum, er (sie) möge sich doch bitte hier mit einem Kommentar verewigen.

Samstag, 20. Juni 2009

Das Apotheken-Museum (Museu da Farmácia) in Lissabon


Gestern wurde vom amerikanischen Botschafter in Portugal, Mister Thomas F. Stephenson, dem Apotheken-Museum zu Lissaboon eine ganz besondere Schenkung gemacht.
Meiner Meinung nach, eine so besondere Schenkung, dass ich mich wahrscheinlich demnächst auf den Weg machen werde, um dem Museum ein Besuch abzustatten.

Obwohl ich mich rühmen kann, so ziemlich fast alle Museen in und um Lissabon zu kennen, muss ich gestehen, dass mir dieser bis jetzt entgangen ist.
Aber wie man so schön in Deutschland sagt: „Was nicht ist, kann ja noch werden!“

1996 wurde hier, im Lissabonner Stadtteil Santa Catarina, in dem Gebäude der Portugiesischen Nationalen Apothekervereinigung (Associação Nacional das Farmácias) das Apotheker-Museum (Museu da Farmácia), basierend auf der Sammlung des Pharmazeutikers Dr. Salgueiro Basso, gegründet.

Aber nun, zurück zur Schenkung des amerikanischen Botschafters.
Er überreichte dem Direktor des Museums, mit einem Gruß der NASA, den Erste-Hilfe-Koffer des Space Shuttle Endeavour, von der Mission STS-97.
Also, ich weiß nicht, wie viele Missionen Endeavour schon hinter sich hat, und wie viele Erste-Hilfe-Koffer immer an Bord sind. Aber, meiner Meinung nach, ist solch ein Geschenk schon etwas Außergewöhnliches.

Erst heute habe ich erfahren, dass das Apotheken-Museum schon drei Mal hintereinander zum besten Museum Portugals gekürt worden ist, nämlich 1996, 1997 und 1998.

Im Museum kann man über 5000 Jahre Medizingeschichte bewundern, unter anderem Objekte aus dem antiken Rom, Mesopotamien und Ägypten und verschiedene Apothekergeräte,
-gewichte, und Waagen aus Portugal. Außerdem ist der Nachbau einer chinesischen Apotheke, die 1994 bei der EXPO 94 im Pavillon von Macau zu bestaunen war, dort aufgebaut.

Der Erste-Hilfe-Koffer der Endeavour wird ab jetzt zwischen der Reiseapotheke von Roald Amundsen, den dieser auf seiner Nordpolexpedition 1911 mitnahm und dem Erste-Hilfe-Koffer von Carlos Sousa, der 2006 an der Rallye Lisboa-Dakar teilnahm, seinen Platz finden.

Wie gesagt, bis jetzt, habe ich es versäumt dem Apotheken-Museum einen Besuch abzustatten. Aber vielleicht nächsten Monat, wenn Carla, Egbert, Nélson und Lorena aus Deutschland zu Besuch kommen, werde ich dieses nachholen.
Mein Schwesterherz Carla Marina, die selber Pharmazeutisch-Technische Angestellte ist, wird bestimmt gerne mit kommen.

Ich werde dann hier im Blog berichten, wie der Besuch war.