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Mittwoch, 11. Juni 2014

Mit Übergepäck zur WM nach Brasilien


Wir schreiben den 22. April 1500, da entdeckte der portugiesische Seefahrer Pedro Álvares Cabral, wohl eher zufällig, Brasilien und nahm das Land für die portugiesische Krone in Besitz.
Heute, 514 Jahren nach dieser bedeutsamen Entdeckung, landete ein Flugzeug mit 23 jungen Männern in der Stadt Campinas, im brasilianischen Bundesstaat São Paulo, deren Aufgabe es in den nächsten Wochen sein wird, Brasilien noch einmal zu erobern – diesmal bitte im Fußball!

Cristiano Ronaldo und seine Mannschaftskollegen reisen aber selbstverständlich nicht alleine zur Fußballweltmeisterschaft nach Brasilien.
Die Seleção (port.:Portugiesische Fußballnationalmannschaft) wird natürlich von ihrem Trainer Paulo Bento begleitet, von einem Trainerstab, verschiedenen Mannschaftsärzten, einem Koch und noch dem einen oder anderen Mitglied des Portugiesischen Fußballbundes FPF (port.: Federação Portuguesa de Futebol).
Und natürlich haben sie alle Gepäck dabei – viel Gepäck!

Wie viel, das hat jetzt der hiesige Fußballbund nach Anfrage der portugiesischen Medien gestern in einer Presseerklärung mitgeteilt.
Ich fand diese Auflistung des FPF teilweise so kurios, dass ich sie hier gerne übersetzt wiedergeben möchte.

Hier also eine kleine Auflistung der Dinge, die die Portugiesische Nationalmannschaft, unter anderem, an Sportequipment, Bekleidung, Medizin und Lebensmittel nach Brasilien mitnimmt:

- 1000 Spielertrikots der Seleção
- 100 Spielershorts der Seleção
- 140 Paar Spielerstrümpfe
- 160 Torwarttrikots der Seleção
- 30 Torwartshorts der Seleção
- 30 Paar Torwartstrümpfe
- 60 Sakkos für die Spieler der Seleção
- 150 Trainingsanzüge
- 400 Polohemden
- 200 Sweatshirts
- 200 T-Shirts
- 100 Paar Trainingstrümpfe
- 200 Shorts fürs Training
- 200 Ausgehshorts
- 200 Handtücher
- 100 Regenjacken
- 60 Regenhosen
- 100 Trainingswesten
- 70 Winterjacken
- 100 Lycrahemden
- 60 Lycrahosen (Radlerhosen)
- 100 Flip-Flops
- 90 Paar Fußballschuhe
- 300 Paar Ausgehstrümpfe
- 2 Textildruckmaschinen
- 40 Fußbälle
- 15 Hürden um Freistöße zu trainieren
- 100 Kegel (Hütchen)
- 20 Stangen
- 30 Dehngymnastikmatten
- 30 kleine Hürden
- 4 Dummies zum Torwarttraining
- 2 Drucker
- 2 Kisten mit Büromaterial
- 1 Kiste mit Presseakkreditierungen
- 1 Kiste mit Druckertoner
- 2 Kisten mit Kaffeemaschinen, Kaffeepads, Zucker und Becher
- 7 Koffer mit verschiedenem Verbandmaterial
- 1 Notfall- und Erste-Hilfe-Koffer
- 1 Ultraschallgerät
- 4 Krankentragen
- 7 Transportwägelchen
- 23 Koffer mit verschiedenen Medikamenten
- 200 kg Stockfisch (port.: bacalhau)
- 35 kg Hartwurst (port.: chouriço)
- 12 kg Weichwurst
- 36 Packungen Nudeln
- 20 kg Graupen
- 12 kg Rote Bohnen
- 2 ganze Schinken
- 60 kg Reis
- 48 Flaschen Olivenöl
- 12 Flaschen Rot- und Weißweinessig
- 12 kg Marmelade
- 12 kg Schafsmilchkäse von der Serra da Estrela
- 6 kg Kuhmilchkäse von der Insel São Jorge
- 12 Kugeln Azorenkäse
- 10 kg geräucherte Schweineohren
- 10 kg geräucherter Schweineschinken
- 3 l  frischer Honig
- 80 kg gefrorener Krake

Ebenso mit nach Brasilien wurden 48 Flaschen zehn Jahre alten edlen Tawny Portweines genommen!
Diese aber, so teilte der Portugiesische Fußballbund vorsichtshalber schon einmal mit, seien nicht zur Eigenverköstigung, sondern ausschließlich als Gastgeschenke gedacht!

Soll bloß hinterher keiner behaupten, Portugal wäre nicht Weltmeister geworden weil Alkohol mit im Spiel war!...

Sonntag, 5. Januar 2014

In memoriam: Eusébio da Silva Ferreira


Es gibt Meldungen, die hört man, und die glaubt man zuerst nicht.
Todesnachrichten sind z.B. solche Meldungen!
Zwar gehört der Tod zu unserem Alltag, auch wenn viele es nicht begreifen können, und natürlich muss man immer mit dem Tod rechnen, ob wir wollen oder nicht, aber Tatsache ist, das das Ableben eines Menschen uns oftmals „überrascht“ und „überfällt“.

Als ich heute Morgen aufwachte und den Fernseher anmachte wurde ich von solch einer Todesmeldung überrascht, und ja, auch regelrecht überfallen.
Während ich mir einen Kaffee machte, hörte ich wie die Nachrichtensprecherin im Hintergrund so was wie „Eusébio – tot – Trauer“ von sich gab.
Da ich gestern erst recht spät aus Deutschland zurückgekommen bin, und da ich von Natur aus, nicht gerade ein Frühaufsteher bin, ich also noch etwas verschlafen war, musste ich erst einmal mental verarbeiten, was die Dame von der Nachrichtensendung da gerade gesagt hatte.
Und erst nach einer Weile begriff ich, das Eusébio, die Fußballlegende Eusébio, in den frühen Morgenstunden des heutigen 05. Januar 2014 an einem Herzstillstand verstorben ist.

Eusébio da Silva Ferreira, wie das Fußballidol mit vollem Namen hieß, wurde um den 25. Januar 1942 herum, in der Hauptstadt der ehemaligen portugiesischen Überseeprovinz Moçambique, in Lourenço Marques, dem heutigen Maputo, geboren.
Sein exakter Geburtstag kann nicht angegeben werden, da die portugiesischen Kolonialverwaltungen es damals, im Gegensatz zu den deutschen Kolonialregierungen, mit einer genauen Erfassung der Geburten und Todesfällen im Einzelnen nicht so genau nahm.
Da aber Eusébio selber immer am 25. Januar seinen Geburtstag feierte, gilt dieser Tag offiziell auch als sein Geburtstag.

Eusébio war das vierte Kind des weißen Bahnarbeiters Laurindo António da Silva Ferreira und dessen farbiger Ehefrau Anissabeni Elisa.
Insgesamt hatte das Paar, das in sehr ärmlichen Verhältnissen lebte, neun Kinder.

Seine sportliche Laufbahn begann Eusébio 1957, als er als 15jähriger dem Fußballclub Sporting Club Lourenço Marques beitrat.
In diesem Verein wurde ihm, dem Naturtalent der als kleines Kind oftmals die Schule geschwänzt hatte um Fußball spielen zu gehen, der letzte Schliff gegeben – und zwar so erfolgreich, das er, obwohl er eigentlich in der Jugendmannschaft spielte, ab und zu auch bei den Senioren eingesetzt wurde!

1960 wurde Benfica Lissabon auf den talentierten jungen Spieler aufmerksam und nahm ihn 1961 unter Vertrag.
Und so kam es, dass der Junge aus dem Elendsviertel von Lourenço Marques nach Portugal kam.
Hier begann seine unvergleichliche sportliche Karriere.
Mit seinem Verein Benfica Lissabon wurde er zehn Mal portugiesischer Fußballmeister, fünf Mal Pokalsieger und einmal Europapokalsieger der Landesmeister.
Insgesamt lief er in 15 Jahren 440 Mal für Benfica Lissabon auf und schoss 474 Tore – das ist bis heute Rekord!
Benfica dankte es ihm später mit der Errichtung einer zwei Meter hohen Bronzestatue vor dem riesigen Estadio da Luz.

Zehn Mal war Eusébio Torschützenkönig der portugiesischen Liga.
64 Mal zog er das Trikot der portugiesischen „Seleção“ an und erzielte 41 Länderspieltore.
Bei der Fußballweltmeisterschaft 1966 in England, wo er Torschützenkönig wurde, schoss er mit seinen neun Toren Portugal auf den dritten Platz, hinter England und Deutschland.
Hier in England verpasste der englische Sportjournalist Desmond Hackett Eusébio, wegen seiner geschmeidigen, raubkatzenartigen Spielweise, den Beinamen „Black panther“ (port.: „Pantera negra“ / „Schwarzer Panther“), einen Beinamen den Eusébio fortan mit Stolz trug.
Er war vor allem für seine Schnelligkeit auf dem Platz, für seine psychische und physische Stärke und seinen starken und fast immer treffsicheren Schuss bekannt.
1965 wurde Eusébio Europas Fußballer des Jahres.

1975 beendete Eusébio seine Zeit bei Benfica.
Von Benfica Lissabon wechselte er in die nordamerikanische Liga NASL (engl.: North American Soccer Leage) und spielte dort bei verschiedenen Clubs, wie den Boston Minutemen und den Toronto Metros-Croatia.
1979 beendete Eusébio, aufgrund chronischer Kniebeschwerden seine spielerische Kariere, blieb aber dem Fußball, u. a. durch die Nachwuchsförderung bei Benfica Lissabon, immer verbunden.

Mit dem Tod Eusébios hat Portugal heute eines seiner größten Sportidole verloren.
Er, und nicht etwa der Weltstar Cristiano Ronaldo – ohne dessen Leistungen schmälern zu wollen – ist Portugals größter Sportheld!
Welchen Stellenwert Eusébio hier in Portugal auch knapp 35 Jahre nach Beendung seiner Profikarriere immer noch besitzt, zeigt sich unter anderem daran, dass die Regierung heute eine dreitägige nationale Staatstrauer ausgerufen hat.

Eusébio war schon zu Lebzeiten eine Legende, eine Legende, die galaktischen Fußball spielte und die keinerlei Starallüren besaß.
Und das hat man leider sehr, sehr selten!

Samstag, 23. November 2013

Ich werde (vielleicht) nie wieder Pepsi trinken




Wie ich in meinem vorhergehenden Blogeintrag „El Comandante siegt gegen selbsternannten Gott“ beschrieben habe, hatte es die portugiesische Fußballnationalmannschaft vor ihrem WM-Playoff-Rückspiel gegen die schwedische Nationalelf am 19. November 2013 alles andere als einfach.
Die Portugiesen mussten in Solna, unweit von Stockholm (port.: Estocolmo), nicht nur in einem Stadion voller heimischer Fußballfans gegen eine motivierte schwedische Mannschaft antreten, sondern sie mussten auch gegen die verschiedensten Aktionen und Kampagnen der schwedischen Presse und Medien ankämpfen.

Eine dieser zweifelhaften Aktionen war eine polemische Werbekampagne des Brauseherstellers Pepsi in Schweden (port.: Suécia).
Der hatte nämlich mehrere Plakate publiziert, auf dem eine Voodoo-Puppe mit einem Portugaltrikot mit der Nummer 7 (die Rückennummer von Cristiano Ronaldo) zu sehen war.
Auf einem dieser Plakate war die Voodoo-Puppe gefesselt, auf einem Bahngleis liegend, dargestellt.
Ein anderes Plakat zeigte die Puppe von hunderten Nadeln durchspickt.
Und auf einer dritten Anzeige sah man, wie die Voodoo-Puppe von einer Pepsi-Getränkedose symbolisch erschlagen wurde.

Das fand man hier in Portugal überhaupt nicht witzig!

Vielleicht waren sich ja die Werbestrategen von Pepsi, als sie diese PR-Aktion lostraten, nicht darüber im Klaren, dass sie auch im Süden Europas ihre Brause vertreiben…
Wie dem auch sei: seit seiner geschmacklosen Kampagne wird der Brausehersteller hier in Portugal mit wütenden Protesten und mehreren Gegenaktionen konfrontiert.

So wird hierzulande auf verschiedenen sozialen Seiten im Internet, ziemlich erfolgreich wie es scheint, zu einem Boykott von Pepsi-Cola aufgerufen.
Zahlreiche Cafés, Restaurants und Bars haben Pepsi freiwillig aus ihren Kühlschränken und Regalen genommen.
An verschiedenen Orten des Landes wurden schon mutwillig Pepsi-Plakate, Pepsi-Werbesäulen und Pepsi-Getränkeautomaten beschmiert und vandalisiert.
Selbst die portugiesische Fluggesellschaft TAP (port.: Transportes Aéreos Portugueses) hat dieser Tage in Erwägung gezogen Pepsi, der einer ihrer offiziellen Lieferanten ist, aus ihren Flugzeugen zu verbannen. In einem am Mittwoch veröffentlichen Kommentar bezeichnet die TAP die Kampagne von Pepsi sogar als „groben Hooliganismus“ (port.: hooliganismo grosseiro“).

Angesichts solch heftiger Reaktionen, hat sich nun Pepsi bei Cristiano Ronaldo und den portugiesischen Fans in aller Form mit einem kurzen Statement auf ihrer facebook-Seite für die unglückliche PR-Aktion entschuldigt:

„Nunca quisemos dar ao desporto ou ao espírito de competição uma conotação negativa. Pedimos desculpa a todos aqueles que se sentiram ofendidos pelos posts – estes foram imediatamente retirados.“

(dt.: „Wir wollten niemals den Sport oder den Wettbewerbsgedanken in ein negatives Licht rücken. Wir entschuldigen uns, sollte sich jemand von den Beiträgen angegriffen gefühlt haben – wir haben diese augenblicklich entfernt.“)

Der Haken an der ganzen Sache ist nur:
Die Entschuldigung wurde nur auf der portugiesischen Seite von Pepsi und nicht etwa auf der offiziellen Seite des Weltunternehmens publiziert – und das ist für portugiesische Gemüter anscheinend zu wenig!

So gehen die Proteste hierzulande weiter.
Die eigens vor drei Tagen gegründeten facebook-Seite „Nunca mais vou beber Pepsi“ (dt.: „Ich werde nie wieder Pepsi trinken“) zählt heute Mittag schon über 187.000 Anhänger – und es werden immer mehr.

Aber, die Gemüter werden sich hier in Portugal in ein paar Wochen wieder beruhigen. Schließlich sind wir Portugiesen dafür bekannt nicht sehr nachtragend zu sein.
Für einen Konzern wie Pepsi wird der kleine Absatzverlust, den sie hier in Portugal wohl in nächster Zeit haben werden, leicht zu verschmerzen sein. Die Verantwortlichen wissen nämlich genau, dass hier in Portugal der Konkurrent Coca Cola die Nase vorne hat!

In wieweit Pepsi aber für seine unglückselige PR-Kampagne weltweit bezahlen wird, wird sich in der Zukunft zeigen.
Schließlich hat Cristiano Ronaldo überall auf der Welt seine Fans und auch sein Fußballverein Real Madrid hat überall auf dem Globus seine Anhänger.

Was mich betrifft, so muss ich ehrlich gestehen, dass ich nicht so gerne Pepsi trinke, genauso wie ich auch nicht so gerne Coca Cola trinke. Mir ist das ganze Zeug einfach zu pappig-süß!
So kann ich also, für meine Person, ruhigen Gewissens sagen:

„Ich werde (vielleicht) nie wieder Pepsi trinken!“


Mittwoch, 13. November 2013

Ich bin wieder da!



Nach einer zweimonatigen Blog-Abstinenz melde ich mich heute hier im „Planet Portugal“ zurück.
Wie es einigen von Euch, die diesen Blog verfolgen, bekannt ist, ging es mir in letzter Zeit gesundheitlich überhaupt nicht gut, so dass an eine regelmäßige Präsenz von mir hier bei „Planet Portugal“ überhaupt nicht zu denken war!
Aber das Schlimmste habe ich nun, so meinen meine Ärzte und so hoffe auch ich, hinter mich gebracht, und so kann und will ich mich jetzt endlich mit neuen Ideen und neuem Elan wieder an die Arbeit machen, und diesen Blog, Schritt für Schritt, „wiederbeleben“.

Es ist in den letzten zwei Monaten unheimlich viel passiert hier im äußersten Südwesten Europas.
Es fanden in dieser Zeit viele wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Ereignisse statt, über die ich hier im Blog, aus Gründen der Aktualität, nicht mehr so ausführlich schreiben werde.
Dennoch gab es das eine oder andere Geschehen, das ich hier gerne erwähnen würde.

So fanden hier in Portugal im September, genauso in Deutschland, wichtige Wahlen statt.
Während in Deutschland Kanzlerin Angela Merkel und ihre CDU/CSU-Union knapp die absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 einholten und die SPD in den Keller rauschte, gewannen hier in Portugal die Sozialisten, am 29. September 2013, die wichtigen landesweiten Kommunalwahlen, und die Mitte-Rechts-Regierung von Premierminister Pedro Passos Coelho ging in den meisten Rathäuser des Landes baden.
Seit dieser Wahl sind nun, unter anderem die vier bevölkerungsreichsten Städte Portugals – Lissabon, Sintra, Vila Nova de Gaia und Porto – fest in sozialistischer Hand.
In einigen Kommunen des Landes, wie in Aveiro, Braga, Barcelos, Faro, Felgueiras, Porto, Ponte de Lima, Santo Tirso, Sintra, Soure, Valongo, Viana do Castelo und Vila do Conde sind jetzt auch Abgeordnete der portugiesischen Monarchischen Volkspartei (port.: Partido Popular Monárquico – PPM), in Koalitionen in den einzelnen Stadtparlamenten vertreten.

Im September, Oktober, und sogar jetzt im November, gab es im ganzen Land verschiedene Streiks. Einmal streikten die öffentlichen Verkehrsmittel, ein anderes Mal die Post und die verschiedensten Behörden, dann die Krankenhäuser und die Lehrer, usw., usw.
Für die kommenden Wochen sind weitere Streiks angekündigt, und somit bleibt das Thema hoch aktuell!

Ein anderes Thema, welches hierzulande in den letzten Wochen stark diskutiert wurde, ist der drastische Sparhaushalt für das kommende Jahr 2014. Von der Regierungskoalition eingebracht und von der Opposition stark kritisiert, wurde er Ende Oktober, unter starkem öffentlichen Protest, im Parlament zum ersten Mal beraten. Er wird wohl Ende November angenommen werden.

Sorgen macht den meisten Portugiesen im Moment auch die „Seleção“ (dt.: portugiesische Fußballnationalmannschaft).
Während Deutschland bereits das WM-Ticket nach Brasilien eingelöst hat, muss Portugal, nachdem es in der Qualifikationsgruppe F hinter Russland, auf den zweiten Platz gekommen ist, nun in den Playoffs noch diesen Monat gegen Schweden antreten.
Wer gewinnen wird – das wissen nur die (Fußball)götter.
Aber man stelle sich eine WM in Brasilien – ausgerechnet im Bruderland Brasilien – ohne Portugal vor!
Selbst ich, der ich kein Fußballfanatiker bin, kann mir solch ein Szenarium nicht vorstellen!

Wie in Deutschland, so hat auch hier letzten Monat die Abhöraffäre der NSA, wenn nicht gerade für Überraschung, doch für ein gewisses Misstrauen gesorgt. Denn urplötzlich wird es nämlich jedem Bürger wirklich bewusst, in wie weit wir alle in unseren fundamentalen Grundrechten heutzutage von einem Verbündeten beschnitten werden und wie massiv unsere Privatsphäre tagtäglich verletzt werden.
Das die Geheimdienste der USA sowohl die Bürger Portugals, Deutschlands, Brasiliens und anderer „befreundeter“ Nationen (wobei ja jeder immer den Wert einer Freundschaft anders interpretiert) abhört war unsereins ja schon lange klar.
Das die Politiker unserer Länder aber solange nicht dagegen protestiert und gehandelt haben und erst dann reagiert haben, als es sie persönlich betraf, das ist der eigentliche Skandal!
Diese Teilnahmslosigkeit so mancher Politiker und Politikerin gegenüber ihren Bürgern finde ich, persönlich, verantwortungslos.
Wobei ich mich allerdings auch manchmal frage, ob sich hinter dieser ganzen politischen Passivität nicht auch ein wenig Eigennutz steckt.
Ich meine, wie wäre z.B. die Bundestagswahl für Kanzlerin Merkel ausgegangen, wenn ihre Handy-Affäre vor dem 22. September öffentlich geworden wäre, und nicht erst zwei Wochen danach?
Wir werden es nie erfahren!

Natürlich ist mir klar, dass der Grat zwischen politischer Verantwortung und Verärgerung zwischen zwei verbündeten Nationen zweifellos manchmal sehr schmal sein kann – vielleicht zwischen den USA und Deutschland noch etwas mehr, als zwischen Portugal und den USA.
Aber kann, oder muss man nicht sogar, „Freunden“ auch mal die Meinung sagen können und sie, gegebenenfalls, zurechtweisen?
Ich denke schon!

Aber lassen wir nun, nachdem wir es ein wenig Revue passieren haben lassen, das Geschehene Vergangenheit sein, und konzentrieren uns fortan hier in „Planet Portugal“ wieder an die Zukunft!
Ich freue mich wieder da zu sein.

Ich bin wieder da!

Dienstag, 5. Juni 2012

Das offizielle Logo der EM 2012 – Made in Portugal



Wenn in wenigen Tagen, am 08. Juni 2012, die europäische Fußballwelt in Polen (port.. Polónia) und der Ukraine (port.: Ucrânia) zusammenkommt um die diesjährige Fußball-EM zu spielen, wird auch Portugal mit von der Partie sein.
Zusammen mit Deutschland, den Niederlanden und Dänemark wird Portugal in der Gruppe B um den EM-Titel spielen.

Aber die „Seleção“ wird nicht der einzige Repräsentant Portugals bei der EM 2012 sein.
Bereits seit dem Jahre 2009 macht ein blumiges Symbol europaweit, wenn nicht gar weltweit, Werbung für die EM 2012.
Das offizielle Logo der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft (port.: Campeonato Europeu de Futebol) ist nämlich eine Kreation der portugiesischen Werbeagentur „Brandia Central“.
Designer des unverkennbaren Logos ist der Marketing- und Werbefachmann Hélder Pombinho, der schon das Logo für die EM 2004 in Portugal erschaffen hat.

Das Logo der EM 2012, welches im Jahre 2009 von der UEFA ausgesucht wurde, symbolisiert eine dreiblütige Blume.
Die mittlere Blüte stellt den offiziellen Fußball „Tango 12“ der diesjährigen Europameisterschaft dar.
Die anderen zwei Blumenblüten symbolisieren, in den Farben rot-weiß und blau-gelb, die zwei Gastgebernationen Polen und die Ukraine.

Egal wie Portugal bei dieser Fußball-Europameisterschaft auch immer abschneiden wird:
einen portugiesischen Sieger hat diese EM bereits – und sei es nur in
Form eines Logos!