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Mittwoch, 27. Februar 2013
Trotz aller Umfragen: Ich fühle mich als Europäer!
Laut einer dieser Woche veröffentlichte Umfrage der Europäischen Union, die als Grundsatzfrage den positiven oder negativen Wert Europas für das persönliche Leben jedes einzelnen Bürgers der EU hatte, fühlen sich nur 59 % der Portugiesen als wahre Europäer.
Keine Ahnung ob sich die anderen 41 % meiner Landsleute eher als Asiaten, Afrikaner oder Australier fühlen – Fakt ist aber, das sich noch nie so wenige Portugiesen mit der EU identifizieren konnten.
Ich selber, der ich so viele Jahre im Ausland gelebt habe, fühle mich durch und durch als Europäer.
Für die, die genauso fühlen und denken wie ich, sind der freie Personen- und Warenaustausch zwischen den einzelnen Ländern der EU (27 %), der Frieden in Europa (12 %) und der, trotz aller aktuellen Schwierigkeiten, vorhandene soziale Frieden (10 %) die wichtigsten Argumente um an das politische Europa zu glauben.
Wir Portugiesen sind von Natur keine geborenen Europäer – weiß Gott nicht!
Zwar segeln wir seit Jahrhunderten in der Weltgeschichte herum und haben seit Generationen mit Menschen aller Hautfarben und Kulturen auf allen Kontinenten zu tun, aber erst seit wenigen Jahrzehnten lernen wir auch mit unseren direkten europäischen Nachbarn umzugehen.
So ist, statistisch gesehen, zurzeit nur jeder fünfte Portugiese (20 %) jemals im europäischen Ausland gewesen, und nur 28 % haben in ihrem Bekannten-, Kollegen- bzw. Freundeskreis eine Person aus einem EU-Land.
Nur 13 % haben jemals eine nichtportugiesische Zeitung oder Zeitschrift gelesen oder ein ausländisches Fernsehprogramm gesehen.
Aber das Ergebnis der Umfrage, die am meisten aufhorchen lässt ist, dass heute 14 % der Portugiesen mit Europa nichts mehr anfangen können, bzw. in der Institution der Europäischen Union für sich keinerlei Nutzen oder Zukunft mehr sehen.
Das sind Zahlen, die weit unter dem EU-Durchschnitt liegen!
Angesichts dieser Zahlen, die das Resultat einer schlechten Europapolitik und einem miserablen Management der Euro-Krise sind, müssen sich einige Politiker hier in Lissabon aber auch so mancher Europaabgeordneter in Brüssel, überlegen, ob sie die bisherige Europapolitik fortführen wollen und können.
Brüssel hat seinen Bürgern offene Grenzen, eine gemeinsame Währung und Handels- und Reisefreiheiten geschenkt, ihnen auch das allgemeine Gefühl von Wohlsstand vermittelt, aber es kläglich verpasst, seine Bürger für schwere Zeiten zu solidarisieren und zu motivieren!
Die bittere Lektion, die leider aus dieser Politik zu ziehen ist:
Brüssel hat seine Bürger zu richtigen Europagegnern gemacht!
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Freitag, 13. Mai 2011
Deutscher Bundestag stimmt über Milliardenhilfen für Portugal ab

Der Deutsche Bundestag hat gestern über die geplanten Milliardenhilfen für Portugal abgestimmt.
Die Abgeordneten der CDU/FDP-Regierungskoalition, der SPD und der Grünen sprachen sich für die geplanten EU-Hilfsgelder für Portugal in einer Höhe von 78 Mrd. Euro aus.
Als einzige Partei votierten die deutschen Linken gegen das geforderte Hilfspaket.
Diese Abstimmung im Deutschen Bundestag war gesetzlich nicht bindend!
Aber gerade weil nicht bindend, hat die positive deutsche Wahl für die Hilfe an Portugal, für die anderen EU-Mitgliedsstaaten, eine wegweisende Wirkung.
Wenn sich am kommenden Montag, dem 16. Mai 2011, die EU-Länder in Brüssel treffen, um das Hilfspaket für Portugal zu schnüren, werden alle Länder der EU, einschließlich der Finnen, die ja bis zuletzt gezaudert haben, sich für die finanzielle Hilfe an Portugal entscheiden.
Dies ist insofern wichtig, als das nur eine von allen Mitgliedsstaaten einstimmig erzielte Votierung, zählt!
Natürlich ist es für die Länder Europas nicht leicht mal so 78 Mrd. Euro locker zu machen.
Aber es ist auch nicht leicht um diese 78 Mrd. Euro zu betteln.
Es kommen harte und unsoziale Sparauflagen auf uns Portugiesen zu und im Verhältnis dazu, werden die Steuereinnahmen gering sein.
Aber es geht jetzt um die nachhaltige Sanierung und dauerhafte Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Portugals. Die portugiesische Regierung, egal welcher Partei sie zukünftig angehören wird, und die Mehrheit der Portugiesen, da bin ich mir absolut sicher, werden ihre „Hausaufgaben“ machen.
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Dienstag, 19. Januar 2010
Entweder man mag sie nicht oder man mag sie überhaupt nicht

Am Samstag, als ich mit meiner Arbeitskollegin Bea zur BTL (port.: Bolsa de Turismo de Lisboa / dt.: Lissabonner Tourismusbörse) gefahren bin, haben wir im Bus mehrere Themen angeschnitten.
Bea und ich können nämlich wunderbar über die unterschiedlichsten Themen reden.
Unter anderem fragte mich Bea wie ich, bzw. wir Portugiesen zu unseren spanischen Nachbarn stehen.
Also versuchte ich Bea schonend beizubringen, das die portugiesische Welt (ja, es gibt sie tatsächlich, die portugiesische Welt!) sich, ganz vereinfacht gesagt, in eine Gruppe aufteilt die die Spanier nicht mag und in eine Gruppe die sie überhaupt nicht mag.
Man muss aber fairer Weise sagen das die erste Gruppe leicht im Vorteil ist.
Heutzutage haben wir uns hier in Portugal an unseren iberischen Nachbarn einigermaßen gewöhnt, vielleicht weil uns das „gemeinsame Europa“ das aufzwingt.
Das war aber nicht immer so!
Es gab eine Zeit, besonders die zwischen 1580 und 1640, da herrschte Spanien über Portugal, mit all seiner Macht, Strenge, Gewalt und Brutalität.
Diese Jahre eines „gemeinsamen Königreiches von Spanien und Portugal“ waren wohl die schwärzesten in der Geschichte Portugals.
Das haben wir den Spaniern nicht vergessen!
Für Spanien waren wir hier in Portugal nichts weiter als eine ihrer Kolonien, so wie Peru, Bolivien oder Mexiko.
Sie wollten, mit aller Macht, dass wir intellektuell und gesellschaftlich zu Musterspaniern werden. Wir wurden gezwungen spanisch zu sprechen, spanisch zu schreiben und sogar spanisch zu denken!
Aber da hatten die Spanier wenig Erfolg.
Denn wir Portugiesen waren schon immer ein Volk das nach dem Motto lebt: „Die Gedanken sind frei!“
Heute hat sich das Verhältnis zwischen uns Portugiesen und unseren Nachbarn sehr verändert.
Natürlich gibt es heute nicht mehr diese Hispanofobie wie noch vor ein paar Jahrzehnten.
Aber wir sind noch meilenweit von einer Hispanoeuphorie entfernt.
Wie weit unsere zwei Nationen eigentlich auseinander sind, obwohl wir so nahe bei einander leben, zeigt sich z.B. daran, das man an fast jedem Lissabonner Kiosk die „Financial Times“ kaufen kann, während man nach dem spanischen „El Mundo“ lange suchen muss.
Auch werden im portugiesischen Fernsehen jeden Tag amerikanische, englische und sogar deutsche Filme gezeigt, während spanischen TV-Beiträge vielleicht nur zwei oder drei Mal im Monagt laufen.
Die Welt kommt für uns, genauso wie z.B. in Deutschland, auf Englisch daher, und nicht auf Spanisch!
Nur eines bringen wir hier in Portugal nicht fertig:
Wir schaffen es nicht, Obama in der Beliebtheitsskala vor den spanischen König Juan Carlos zu platzieren.
Juan Carlos ist hier in Portugal so beliebt, das er sogar vielen portugiesischen Politikern den Rang abläuft.
Die Welt, sowohl die portugiesische als auch die spanische (denn ja, genauso wie es eine portugiesische Welt gibt, so gibt es auch eine spanische!), hat sich in den letzten Jahren verändert.
Auch wenn viele es hier auf der Iberischen Halbinsel nicht wahr haben wollen:
Wir sind auf dem Weg, zwar langsam aber sicher, uns näher zu kommen!
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Samstag, 12. September 2009
GoCar´s

Haben sie jemals ein Auto gesteuert das ruckelt und quietscht, ihnen Witze erzählt und ihnen auch noch genau und ausführlich erklärt wo sie gerade entlangfahren?
Nein?!?
Dann müssen sie hier nach Lissabon kommen, denn hier können sie diese Autos mal fahren.
Seit neustem gibt es hier in der Hauptstadt nämlich die so genannten GoCar´s.
GoCar´s sind kleine, gelbe Cabriolets, die seit kurzem hier durch Lissabon tuckern.
Diese kleinen Zweisitzer sind alle mit GPS (Global Positioning System) ausgerüstet, und können dem Fahrgast akustisch genau sagen wo er gerade durchfährt und ihm zusätzlich auch geschichtliche, architektonische und kulturelle Infos über die einzelnen Sehenswürdigkeiten geben.
Dieses System, eines fahrenden und sprechenden Reiseführers, ist bis dato einmalig in Europa.
Die ersten GoCar´s kamen 2004 in der kalifornischen Stadt San Francisco zum Einsatz.
Dann wurde das System auch in den amerikanischen Städten San Diego und Miami eingeführt, bis es dann dieses Jahr auch hier in Lissabon in Betrieb genommen wurde.
Lissabon mit einem gelben GoCar zu erleben, ist wohl die originellste, lustigste und unvergesslichste Art und Weise die portugiesische Hauptstadt zu erkunden.
Belém, Alfama, Estrela und die Baixa kann man nun ganz neu entdecken.
Deshalb, sollten sie in nächster Zeit hier nach Lissabon kommen, dann durchfahren sie die Stadt einmal mit einem GoCar.
Probieren sie so eine Fahrt aus, solange die GoCar´s noch in keinem Reiseführer stehen und sie ein Geheimtipp sind.
Ich bin mir sicher, sie werden ihre wahre Freude daran finden!
Dienstag, 11. August 2009
Wenn Adebar frei Haus liefert




Letzte Woche besuchte ich mit meiner Familie die Stadt Évora, in der Provinz Alentejo.
Mein Schwager hatte im dortigen Flugplatz einen Tandem-Fallschirmsprung zu absolvieren.
Auf dem Weg nach Évora und in Évora selber konnten wir die vielen Storchennester bewundern.
Hier im Süden Portugals ist der Storch (port.: cegonha, lat.: Ciconia ciconia), im Gegensatz zum übrigen Europa, alles andere als eine Rarität.
Fast jedes Dorf und jede Stadt hat seine eigene, kleine Storchenkolonie.
Diese sympathischen weiß-schwarzen Vögel, mit ihren roten Schnäbeln und langen Beinen finden ihr Futter auf Feldern, Wiesen, Weihern und Seen, leben aber bevorzugt in den Ortschaften, und bauen mit Vorliebe ihre großen, stattlichen Nester auf den Kirchturmspitzen oder auf hohen Dächern.
Die Störche die hier in Portugal nisten, überwintern, im Gegensatz zu den Störchen die in Deutschland brüten, auch meistens hier in Portugal.
Sie ersparen sich einfach den langen Flug nach Afrika.
Überhaupt scheinen die Störche, die in Deutschland und anderswo in Europa brüten, Portugal für Afrika zu halten. Denn viele von ihnen verlassen Europa in Richtung Afrika, überwintern aber dann hier in Portugal und Südspanien.
Hier in Portugal, wie überall auf der Welt, haben Störche den Ruf die Überbringer der neugeborenen Babys zu sein.
Diese Legende stammt, was die meisten nicht wissen, hier aus dem Süden Portugals, und zwar noch aus einer Zeit, als die Babys alle Hausgeburten waren.
Um den anderen Kindern das plötzliche Erscheinen eines neuen Erdenbürger zu erklären, sagte man ihnen, der Storch hätte das neue Baby in seinem Schnabel gebracht.
Die Legende besagt auch, das der Storch beim bringen der Babys, die Mütter ins Bein zwickt, weshalb diese dann auch für einige Zeit das Bett hüten müssen.
Diese Legende hat der dänische Schriftsteller und Dichter Hans Christian Andersen bei seinem Besuch in Portugal im Jahre 1866 gehört, und sie dann in die Welt hinausgetragen.
Andersen haben wir es also zu verdanken, das heute jedes Kind auf der Welt glaubt, die Babys werden vom Storch frei Haus geliefert.
Montag, 15. Juni 2009
Von Vögel die wie Esel schreien


Vasco da Gama ist in die Geschichte eingegangen, als der Seefahrer, der 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt hat.
Auf seiner ersten Reise nach Indien, kam er auch am südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung vorbei.
Und dort, in der Nähe des Kap der Guten Hoffnung, an einem Ort, welches er Angra de São Brás nannte, entdeckte er und seine Männer ein paar fremdartige Vögel, die er später in einem Reisebericht an den König folgendermaßen beschrieb:
(Auszug aus dem Original von 1497 =) „... há umas áves que são tamanhas como patos, e não voam porque não têm penas nas asas, e as quais aves zurram como asnos…“ (hier meine Übersetzung zu diesem Text aus dem Reisebericht von Vasco da Gama: „…und es gibt hier Vögel, die die Größe von Enten haben, aber im Gegensatz zu diesen können sie nicht fliegen, denn sie haben keine Federn an den Flügeln und diese Vögel schreien wie Esel…“.
Natürlich ist Vasco da Gama nicht für diesen Reisebericht weltberühmt geworden, denn schließlich hat der Mann den Seeweg nach Indien entdeckt, und somit damals die drei der Menschheit bekannten Kontinente Europa, Afrika und Asien miteinander verbunden. Das war eigentlich seine Leistung!
Aber es ist immerhin der erste Bericht über…
… Pinguine!
Diese fremdartigen Vögel, von denen Vasco da Gama schreibt, waren Pinguine, und er war auch der erste Europäer, der diese Tiere zu Gesicht bekam.
Auf diesen Bericht über die Pinguine am Kap, die später einmal dank dieser Beschreibung von Vasco da Gama den Namen Eselspinguine erhalten sollten, folgten dann noch viele, viele andere Berichte über die merkwürdigsten und außergewöhnlichsten Tiere und Pflanzen der neuen und alten Welt.
Somit entdeckten die Portugiesen nicht nur andere Länder und Kontinente, sondern auch viel Kurioses über das sie als erste der Welt berichteten.
Auf seiner ersten Reise nach Indien, kam er auch am südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung vorbei.
Und dort, in der Nähe des Kap der Guten Hoffnung, an einem Ort, welches er Angra de São Brás nannte, entdeckte er und seine Männer ein paar fremdartige Vögel, die er später in einem Reisebericht an den König folgendermaßen beschrieb:
(Auszug aus dem Original von 1497 =) „... há umas áves que são tamanhas como patos, e não voam porque não têm penas nas asas, e as quais aves zurram como asnos…“ (hier meine Übersetzung zu diesem Text aus dem Reisebericht von Vasco da Gama: „…und es gibt hier Vögel, die die Größe von Enten haben, aber im Gegensatz zu diesen können sie nicht fliegen, denn sie haben keine Federn an den Flügeln und diese Vögel schreien wie Esel…“.
Natürlich ist Vasco da Gama nicht für diesen Reisebericht weltberühmt geworden, denn schließlich hat der Mann den Seeweg nach Indien entdeckt, und somit damals die drei der Menschheit bekannten Kontinente Europa, Afrika und Asien miteinander verbunden. Das war eigentlich seine Leistung!
Aber es ist immerhin der erste Bericht über…
… Pinguine!
Diese fremdartigen Vögel, von denen Vasco da Gama schreibt, waren Pinguine, und er war auch der erste Europäer, der diese Tiere zu Gesicht bekam.
Auf diesen Bericht über die Pinguine am Kap, die später einmal dank dieser Beschreibung von Vasco da Gama den Namen Eselspinguine erhalten sollten, folgten dann noch viele, viele andere Berichte über die merkwürdigsten und außergewöhnlichsten Tiere und Pflanzen der neuen und alten Welt.
Somit entdeckten die Portugiesen nicht nur andere Länder und Kontinente, sondern auch viel Kurioses über das sie als erste der Welt berichteten.
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Freitag, 12. Juni 2009
Über Sinn und Nutzen einer Wiederwahl

Heute, wenige Tage nach der Wahl zum Europaparlament, haben verschiedene online-Tageszeitungen die ich gelesen habe, über eine mögliche Wiederwahl von Manuel Durão Barroso als Präsident der Europäischen Kommission geschrieben.
Die FAZ widmet diesem Thema ein eigenes Link, indem sie sich positiv über eine Wiederwahl des „Portugiesen“, wie sie ihn nennen, äußert.
Und in der spanischen Tageszeitung El Pais, sagt die französische Sozialistin Martine Aubry in einem Interview, lieber unterstütze sie einen iberischen Konservativen, als einen von Berlusconis Gnaden ausgesuchten Rechten.
Manuel Durão Barroso hat für eine Wiederwahl die Unterstützung aller konservativen und liberalen Regierungen in Europa, auch die der deutschen.
Außerdem kann er mit der Unterstützung drei sozialdemokratischer Regierungen rechnen. Nämlich mit der portugiesischen Regierung von Socatres, der spanischen Regierung von Zapatero und der britischen Regierung von Gordon Brown (falls der noch im Amt sein sollte, wenn ich diese Zeilen zu Ende geschrieben habe, denn es sieht schlecht um die politische Zukunft von Mr. Brown aus). Somit scheint einer Wiederwahl von Durão Barroso nichts im Wege zu stehen.
Nur hier in Portugal ist eine Diskussion von den Sozialisten losgetreten worden (die die Schlappe bei der Europawahl immer noch nicht verdaut haben), über den Sinn und den Nutzen einer Wiederwahl Barrosos, und was diese Wiederwahl Portugal bringen könne.
Nun, und hier tue ich nun meine höchstpersönliche Meinung kund, Portugal hat meiner Meinung nach weder Vorteile noch Nachteile, wenn Durão Barroso als Kommissionspräsident wiedergewählt werden sollte. Und so soll es auch sein!
Als Präsident der Europäischen Kommission ist ihm absolute Neutralität vorgeschrieben. Er soll und muss Portugal weiterhin so behandeln wie jedes andere Mitglied der Europäischen Union auch. Und fairer Weise muss man auch sagen, das er in seiner ersten Amtszeit dies ohne Wenn und Aber, auch getan hat.
Ansonsten hätte er wahrscheinlich auch nicht die Unterstützung von so vielen europäischen Regierungen.
Aber um die Frage der frustrierten Sozialisten (ach wie gerne würde ich so manchem Politiker persönlich meine Meinung sagen!) zu beantworten:
Der Sinn einer Wiederwahl von Durão Barroso ist es, das Bild eines modernen Portugals ins benachbarte Europa hinauszutragen, so wie es ein Cristiano Ronaldo oder ein José Mourinho auch tun.
Selbst wenn im Enddefekt für Portugal kein Vorteil dabei rausspringt!
Montag, 8. Juni 2009
Europa hat gewählt

Wie jeder verantwortungsvolle Portugiese, bin ich gestern zur Europawahl gegangen, und habe somit meine Pflicht und Schuldigkeit als Bürger Europas getan.
Leider muss ich zugeben dass es in Portugal, genauso wie in allen anderen Mitgliedsstaaten der EU auch, an verantwortungsvollen und pflichtbewussten Bürgern anscheinend mangelt. Denn mit einer Wahlbeteiligung von sage und schreibe nur 37,05% ist ein neuer Rekord an niedriger Wahlbeteiligung hier in Portugal erreicht worden. In Deutschland sind die Zahlen noch alarmierender. Immer weniger Menschen gehen zur Wahl! Die Menschen scheinen zu vergessen, das Wählen nicht nur eine Recht, sondern auch eine Pflicht ist!
Sicherlich gibt es viele Gründe, warum die Menschen lieber zuhause bleiben oder lieber einen Ausflug mit der Familie machen, anstatt ins Wahllokal zu gehen, um dort die Abgeordneten für das Europaparlament zu Wählen.
Aber der Hauptgrund ist, so glaube ich, die Tatsache, dass wir, wenn wir für Europa wählen gehen, nicht direkt Europaabgeordnete oder europäische Parteien wählen, sondern jedes Land hat seine nationalen Abgeordneten, bzw. seine nationalen Parteien die er wählt und die er dann ins Europaparlament schickt, nur weil diese sich mal für eine kurze Zeit lang mit Europafragen beschäftigt haben.
Ich meine, warum habe ich gestern nicht die Möglichkeit gehabt, einen deutschen, britischen oder belgischen Abgeordneten zu wählen? Sind das keine Europäer? Warum musste ich einem portugiesischen Abgeordneten meine Stimme geben? Und warum konnte ein deutscher, niederländischer oder italienischer Wähler nicht einem portugiesischen Abgeordneten sein Vertrauen aussprechen? Sind portugiesische Abgeordnete etwa keine Europäer?
Wenn wir schon von Europa reden, dann sollten wir bei der Wahl des höchsten politischen Organs auch die Möglichkeit haben europäisch zu denken, zu handeln und dementsprechend auch zu wählen.
Meiner Meinung nach haben die Bürger Europas ein gravierendes Identifikationsproblem mit Europa. Oder vielleicht hat Europa ein gravierendes Identifikationsproblem mit seinen Bürgern?!?
Vielleicht macht sich mal einer in Europa Gedanken über das bestehende Wahlsystem. Eine Institution, wie die Europakommission, die regelt welche „Staatsangehörigkeit“ ein Pferd oder eine Kuh haben muss, und die sich über die Krümmung von Gurken und Bananen sorgt, sollte sich über die Modernisierung des Wahlsystems in Europa wirklich Gedanken machen.
Europa stand gestern zur Wahl. Aber wir haben mal wieder alle national gewählt.
Leider muss ich zugeben dass es in Portugal, genauso wie in allen anderen Mitgliedsstaaten der EU auch, an verantwortungsvollen und pflichtbewussten Bürgern anscheinend mangelt. Denn mit einer Wahlbeteiligung von sage und schreibe nur 37,05% ist ein neuer Rekord an niedriger Wahlbeteiligung hier in Portugal erreicht worden. In Deutschland sind die Zahlen noch alarmierender. Immer weniger Menschen gehen zur Wahl! Die Menschen scheinen zu vergessen, das Wählen nicht nur eine Recht, sondern auch eine Pflicht ist!
Sicherlich gibt es viele Gründe, warum die Menschen lieber zuhause bleiben oder lieber einen Ausflug mit der Familie machen, anstatt ins Wahllokal zu gehen, um dort die Abgeordneten für das Europaparlament zu Wählen.
Aber der Hauptgrund ist, so glaube ich, die Tatsache, dass wir, wenn wir für Europa wählen gehen, nicht direkt Europaabgeordnete oder europäische Parteien wählen, sondern jedes Land hat seine nationalen Abgeordneten, bzw. seine nationalen Parteien die er wählt und die er dann ins Europaparlament schickt, nur weil diese sich mal für eine kurze Zeit lang mit Europafragen beschäftigt haben.
Ich meine, warum habe ich gestern nicht die Möglichkeit gehabt, einen deutschen, britischen oder belgischen Abgeordneten zu wählen? Sind das keine Europäer? Warum musste ich einem portugiesischen Abgeordneten meine Stimme geben? Und warum konnte ein deutscher, niederländischer oder italienischer Wähler nicht einem portugiesischen Abgeordneten sein Vertrauen aussprechen? Sind portugiesische Abgeordnete etwa keine Europäer?
Wenn wir schon von Europa reden, dann sollten wir bei der Wahl des höchsten politischen Organs auch die Möglichkeit haben europäisch zu denken, zu handeln und dementsprechend auch zu wählen.
Meiner Meinung nach haben die Bürger Europas ein gravierendes Identifikationsproblem mit Europa. Oder vielleicht hat Europa ein gravierendes Identifikationsproblem mit seinen Bürgern?!?
Vielleicht macht sich mal einer in Europa Gedanken über das bestehende Wahlsystem. Eine Institution, wie die Europakommission, die regelt welche „Staatsangehörigkeit“ ein Pferd oder eine Kuh haben muss, und die sich über die Krümmung von Gurken und Bananen sorgt, sollte sich über die Modernisierung des Wahlsystems in Europa wirklich Gedanken machen.
Europa stand gestern zur Wahl. Aber wir haben mal wieder alle national gewählt.
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