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Montag, 1. Dezember 2014

Glückwunsch zum 374. Unabhängigkeitstag Portugal


Am heutigen Montag, den 01. Dezember, feiern wir hier in Portugal zum 374. Mal den „Dia da Restauração da Independência“ (dt.: „Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit“). Dieses Datum erinnert an den Tag, an dem Portugal im Jahre 1640 die Selbstständigkeit von Spanien wiedererlangte, dem Land, mit dem Portugal seit 1580 in einer weniger glücklichen Personalunion verbunden war.

Damals beendeten ein paar mutige Männer mit einem revolutionären Aufstand gegen die spanische Statthalterin Margarete von Savoyen, der Herzogin von Mantua und Montferrato, die 60 Jahre andauernde Besatzungszeit der Spanier in Portugal.
Die Unabhängigkeit Portugals wurde damals am 01. Dezember 1640 besiegelt, der Unabhängigkeitskampf sollte aber noch gut 24 Jahre andauern.

Mitte des 19. Jahrhunderts machte man den 01. Dezember zum ersten politischen Feiertag des Landes und dies blieb er dann auch bis zum Jahre 2012, als er im Rahmen der drastischen Krisenmaßnahmen von der aktuellen Regierung Pedro Passos Coelho abgeschafft wurde.
Es ist grotesk, aber weder die Monarchie, noch die Republik oder eine 50 Jahre andauernde Diktatur haben den „Dia da Restauração“ etwas anhaben können; nein, erst das heutige demokratische Portugal hat es geschafft diesen Feiertag vom Festtagskalender zu streichen.

Aber, auch wenn der „Dia da Restauração“ seit zwei Jahren kein offizieller Feiertag mehr hierzulande ist, für die meisten Portugiesen wird er immer der markante Tag sein, an dem sie die Souveränität von Spanien erlangten.
Vielleicht muss ein solcher Tag als Feiertag erst abgeschafft werden, damit man ihn als solchen besser wertschätzen kann.

Glückwunsch zum 374. Unabhängigkeitstag Portugal!

Sonntag, 1. Dezember 2013

Der 01. Dezember – ein Feiertag für die Ewigkeit


Heute ist der 01. Dezember 2013.
Über mehr als 150 Jahre hinweg war der 01. Dezember der älteste politische Feiertag Portugals, bis er letztes Jahr, 2012, als solches abgeschafft wurde.
Dieser symbolträchtige Festtag wurde von der Monarchie Mitte des 18. Jahrhunderts als nationaler Feiertag eingeführt. Er hat dann die republikanische Revolution von 1910 überlebt, hat die knapp 50jährige faschistische Diktatur von Salazar überstanden und auch die Nelkenrevolution von 1974 überdauert.
Doch das 21. Jahrhundert, und die Krisenpolitik der letzten Jahre, hat er leider nicht überlebt.

Der erste Tag im Dezember, der hierzulande „Dia da Restauração da Independência“ genannt wird, erinnert uns Portugiesen an die Wiederherstellung der Unabhängigkeit Portugals von Spanien im Jahre 1640.
Damals hatten sich, nach einer 60jährigen kastilischen Herrschaft über Portugal, einige portugiesische „Verschwörer“ (port.: conjurados) erfolgreich gegen die spanischen Machthaber erhoben, den achten Herzog von Bragança als João IV auf den Thron gebracht und somit die Unabhängigkeit Portugals wiedererlangt (lesen sie hierzu auch meinen Blogeintrag „Die Verschwörer“, vom 15. Dezember 2011).

Ich persönlich bin ja der Meinung, man hätte, anstatt den Feiertag abzuschaffen, diesen Verschwörern ein Denkmal setzen sollen – jedem von ihnen!
Jeder von ihnen hätte für seinen Mut, seine Tapferkeit und seine Freiheitsliebe zweifellos solch ein Denkmal verdient; denn diesen Männer und dem 01. Dezember 1640 haben wir es zu verdanken, dass Portugal heute überhaupt als Nation existiert!

Ob nun Feiertag oder nicht – der 01. Dezember wird für uns Portugiesen immer der Tag sein, an dem wir die Souveränität als freie und unabhängiges Nation symbolisch feiern werden!
Und daran wird auch eine aktuelle politische (Finanz)Krise und ein Troika-Diktat nichts ändern!

Dienstag, 30. November 2010

01. Dezembro 1640, Dia da Restauração


Wissen sie, was morgen für ein Tag hier in Portugal ist?

Nun, wenn sie mit dem Land einigermaßen vertraut sind, dann werden sie wissen, das morgen Feiertag ist, hier in Portugal.
Was allerdings morgen für ein Feiertag ist, das wissen selbst viele Portugiesen nicht, zumal die jüngere Generation nicht!

Damit sind sie aber nicht alleine, denn die Mehrheit der portugiesischen Zeitungen und Nachrichtenagenturen ignoriert diesen Tag völlig.

Morgen ist „Dia da Restauração“ (dt.: „Tag der Wiederherstellung“ oder „Tag der Wiedererlangung“)
Morgen jährt sich zum 371. Mal der Tag, an dem Portugal die Wiedererlangung der Unabhängigkeit von Spanien errungen hat. Wäre dieser Tag nicht gewesen, dann wären wir heute wohl noch ein Teil Spaniens und eines seiner vielen Provinzen - ein Baskenland, nur etwas im Süden gelegen, das wären wir wohl heute.

Damals, im Jahre 1640 zettelten ein paar mutige Männer einen Aufstand gegen die spanische Vizekönigin in Lissabon an.
Aus diesem Aufstand wurde eine Revolution, und aus dieser Revolution ergab sich ein 24 Jahre andauernder Krieg, der mit der völligen Unabhängigkeit Portugals von Spanien endete.

Die Revolution vom 01. Dezember 1640 ist zweifelsohne eine der wichtigsten Ereignisse der portugiesischen Geschichte.
Damals hat sich, das von den Habsburgern mit Absicht geschwächte und klein gehaltene Portugal, gegen die Großmacht Spanien erhoben und die selbige herausgefordert, und zwar auf eine Art und weise, das es der damalige spanische König nicht glauben wollte, die ganze Revolution für einen üblen Scherz hielt.
Er ignorierte völlig, wie so viele seiner Landsleute, den Freiheitsdrang und Unabhängigkeitswillen der Portugiesen.

D. João, Duque de Bragança (dt.: D. João, Herzog von Bragança), der nur wenige Tage nach der Revolution zu König João IV ausgerufen wurde, setzte damals alles auf eine Karte.
Er war es, der damals gegen die Ignoranz der Spanier zu Felde zog und einen Sieg davon trug, nach langen, leidvollen und schwierigen 24 Jahren.

Heute sind wir von keiner fremden Macht mehr bedroht und wir müssen so bald auch keinen Krieg führen, so hoffen wir.
Den einzigen Krieg den wir Portugiesen heute führen müssen, ist der, gegen uns selbst, gegen das Vergessen und unsere eigene Ignoranz!

Einen schönen und erholsamen 01. Dezember!

Dienstag, 19. Januar 2010

Entweder man mag sie nicht oder man mag sie überhaupt nicht


Am Samstag, als ich mit meiner Arbeitskollegin Bea zur BTL (port.: Bolsa de Turismo de Lisboa / dt.: Lissabonner Tourismusbörse) gefahren bin, haben wir im Bus mehrere Themen angeschnitten.
Bea und ich können nämlich wunderbar über die unterschiedlichsten Themen reden.
Unter anderem fragte mich Bea wie ich, bzw. wir Portugiesen zu unseren spanischen Nachbarn stehen.

Also versuchte ich Bea schonend beizubringen, das die portugiesische Welt (ja, es gibt sie tatsächlich, die portugiesische Welt!) sich, ganz vereinfacht gesagt, in eine Gruppe aufteilt die die Spanier nicht mag und in eine Gruppe die sie überhaupt nicht mag.
Man muss aber fairer Weise sagen das die erste Gruppe leicht im Vorteil ist.

Heutzutage haben wir uns hier in Portugal an unseren iberischen Nachbarn einigermaßen gewöhnt, vielleicht weil uns das „gemeinsame Europa“ das aufzwingt.

Das war aber nicht immer so!
Es gab eine Zeit, besonders die zwischen 1580 und 1640, da herrschte Spanien über Portugal, mit all seiner Macht, Strenge, Gewalt und Brutalität.
Diese Jahre eines „gemeinsamen Königreiches von Spanien und Portugal“ waren wohl die schwärzesten in der Geschichte Portugals.
Das haben wir den Spaniern nicht vergessen!

Für Spanien waren wir hier in Portugal nichts weiter als eine ihrer Kolonien, so wie Peru, Bolivien oder Mexiko.
Sie wollten, mit aller Macht, dass wir intellektuell und gesellschaftlich zu Musterspaniern werden. Wir wurden gezwungen spanisch zu sprechen, spanisch zu schreiben und sogar spanisch zu denken!
Aber da hatten die Spanier wenig Erfolg.
Denn wir Portugiesen waren schon immer ein Volk das nach dem Motto lebt: „Die Gedanken sind frei!“

Heute hat sich das Verhältnis zwischen uns Portugiesen und unseren Nachbarn sehr verändert.
Natürlich gibt es heute nicht mehr diese Hispanofobie wie noch vor ein paar Jahrzehnten.
Aber wir sind noch meilenweit von einer Hispanoeuphorie entfernt.

Wie weit unsere zwei Nationen eigentlich auseinander sind, obwohl wir so nahe bei einander leben, zeigt sich z.B. daran, das man an fast jedem Lissabonner Kiosk die „Financial Times“ kaufen kann, während man nach dem spanischen „El Mundo“ lange suchen muss.
Auch werden im portugiesischen Fernsehen jeden Tag amerikanische, englische und sogar deutsche Filme gezeigt, während spanischen TV-Beiträge vielleicht nur zwei oder drei Mal im Monagt laufen.
Die Welt kommt für uns, genauso wie z.B. in Deutschland, auf Englisch daher, und nicht auf Spanisch!

Nur eines bringen wir hier in Portugal nicht fertig:
Wir schaffen es nicht, Obama in der Beliebtheitsskala vor den spanischen König Juan Carlos zu platzieren.
Juan Carlos ist hier in Portugal so beliebt, das er sogar vielen portugiesischen Politikern den Rang abläuft.

Die Welt, sowohl die portugiesische als auch die spanische (denn ja, genauso wie es eine portugiesische Welt gibt, so gibt es auch eine spanische!), hat sich in den letzten Jahren verändert.
Auch wenn viele es hier auf der Iberischen Halbinsel nicht wahr haben wollen:
Wir sind auf dem Weg, zwar langsam aber sicher, uns näher zu kommen!

Dienstag, 21. Juli 2009

Der Leuchtturm von Bugio


Heute Nachmittag war ich mit meiner Familie an der Costa de Caparica, am Meer, ein wenig Strandluft schnuppern.
Wir hatten traumhaftes, sonniges Wetter, und man hatte eine klare Fernsicht, die bis weit nach Cascais und Sintra ging.
Was mir besonders auffiel, war die Klarheit, mit der der Leuchtturm von Bugio (Farol do Bugio), der in der Tejomündung, auf der Höhe des Ortes Oeiras, mitten auf einer Sandbank thront, heute zu sehen war.

Der Leuchtturm von Bugio (Farol do Bugio), auch unter dem Namen Forte de São Lourenço da Cabeça Seca bekannt, hat seinen Namen vom Wort „bougie“, was auf französisch „Kerze“ heißt, weil seine Form einem Kerzenhalter mit einer Kerze ähnelt, besonders Nachts, wenn die „Kerze“ brennt, also der Leuchtturm leuchtet.

Die Idee, eine Befestigung auf der Sandbank vor Lissabon zu bauen, stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, der Regierungszeit des jungen Königs Sebastião.
Aber erst nach dem Tod von König Sebastião, zur Zeit der spanischen Herrschaft über Portugal, wurde mit dem Bau der Festung begonnen.
Der spanische König Filipe I gab dem italienischen Baumeister Giovanni Vicenzo Casale den Auftrag eine befestigte Anlage auf der Sandbank, vor dem Hafen von Lissabon zu errichten.
Casale stellte dem König 1590 zwei Projekte vor: in dem einen warb er für eine sternförmige Befestigungsanlage. Und in dem anderen warb er für eine runde Festung, die der Engelsburg (Castel Sant'Angelo) in Rom ähnelte. Der König entschied sich für die runde Variante, da sie den Wellen des Atlantiks besser strotzen konnte.

1593 wurde endlich mit dem Bau begonnen.
Verschiedene Baumeister, wie Tibúrcio Spannochi, Anton Coll und Leonardo Torriani versuchten sich über die Jahre hinweg an dem Bauobjekt.
Doch erst unter der Herrschaft des neuen portugiesischen Königs João IV, der 1640 die spanischen Truppen in Portugal besiegen konnte, wurde die Festung des Bugio 1643, unter der Leitung des Architekten und Baumeisters João Torrianni, fertig gestellt.

Schon 1693 wurde die Festung des Bugio, zum Leuchtturm des Bugio umgebaut. Die Festung bekam einen Turm, der nachts mit Olivenöl betrieben wurde, und den Schiffen, die in den Hafen von Lissabon segeln wollten, den Weg wies.
Unter dem Marquês de Pombal wurde der Leuchtturm dann bis 1775 ausgebaut.
Über die Jahrhunderte hinweg wurden dann die verschiedensten Bauvorhaben an dem Leuchtturm vorgenommen, wie z.B. die Befestigung der Ringmauer oder die Elektrifizierung.

Noch heute ist der Leuchtturm von Bugio ein wichtiger Wegweiser der Seefahrt.
Und, glaubt man denen, die heute noch von der See her, in den Lissabonner Hafen hereingefahren kommen, so ist seine Schönheit, mitten in den Wellen des Atlantiks, einzigartig und überwältigend.