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Samstag, 9. Mai 2015

Die farbenfrohen und phantasievollen Bilder des Malers J. B. Durão






Vor einpaar Tagen wurde ich von meiner Schwester Carla auf ein neues Bild des naiven Malers J. B. Durão aufmerksam gemacht.

Ich weiß nicht ob viele, zumal in Deutschland, die künstlerischen Arbeiten von J. B. Durão kennen.
Ich jedenfalls bin ein sehr großer Fan seiner Werke.

1957 in Lissabon geboren hat er sich in seiner Jugend das Malen autodidaktisch selber beigebracht.
Seit 1989 stellt er seine Gemälde, die er nur in seiner Freizeit malt, sowohl im Inland als auch im benachbarten Spanien aus.
Er malt sehr farbenfrohe, unbekümmerte und phantasievolle Bilder, voller Harmonie und Einzigartigkeit, die fast immer „sein“ geliebtes Lissabon zum Thema haben.
Auch das Meer spielt in den Werken von J. B. Durão, der einst als Offizier bei der Handelsmarine beschäftigt war, eine immer wiederkehrende Rolle.

Seine auf Leinwand verewigten Motive sind immer voller Leben und all seine vereinfacht dargestellten Gebäude, Verkehrsmittel, Gegenstande und Lebewesen springen einem richtig ins Auge.

J. B. Durão, der portugiesische Naivmaler von Morgen

Sonntag, 6. Januar 2013

Confeitaria Nacional



Am Donnerstag traf ich mich, nach der Arbeit, mit meiner Schwester Carla, meinem Schwager Egbert und meinem guten Freund Stefan Stalling in der Lissabonner Baixa, um mit ihnen ein Kaffee trinken zu gehen.
Wir trafen uns in der Confeitaria Nacional, einer der besten, wenn nicht gar die Beste Konditorei Lissabons.

Die Confeitaria Nacional (dt.: Nationale Konditorei) ist die älteste Konditorei Lissabons und seit fünf Generationen in der Hand derselben Familie.
Seit nunmehr 184 Jahren befindet sie sich an gleicher Stelle, an der Südseite der Praça da Figueira, obwohl sie ursprünglich nur aus dem Geschäftsraum bestand, dessen Fenster heute zur Rua da Betesga ausgerichtet sind.
Bereits sechs Jahre nach ihrer Gründung, wurde das Gebäude, das wir heute als Confeitaria Nacional kennen und dessen Front an der Praça da Figueira / Ecke Rua dos Correeiros liegt, käuflich erworben.

Begründer der Confeitaria Nacional war der aus dem nordportugiesischen Städtchen Vila Pouca de Aguiar stammende Geschäftsmann Baltazar Roiz Castanheiro.
Obwohl er nicht sehr viel vom Konditorhandwerk verstand, verstand er doch sehr wohl etwas von guter Geschäfts- und Personalführung, hatte Kreativität, gute Kontakte und war Innovativ.
So verkaufte er z.B. damals als einziger in der portugiesischen Hauptstadt Kuchen, Gebäck und Süßspeisen aus seiner Heimat Trás-os-Montes, die er nach mitgebrachten, gesammelten Originalrezepten nachbacken ließ – Spezialitäten die damals kaum einer in Lissabon kannte, und die sofort bei den Meisten ankam.
Dank seines Fleißes, seiner Zuverlässigkeit und seines schon erwähnten außerordentlichen Geschäftssinnes wurde Baltazar Roiz Castanheiro mit den Jahren einer der angesehensten Bürger Lissabons und 1860 wurde er gar von der Konditoren- und Bäckerinnung der Hauptstadt, der „Irmandade de Nossa Senhora da Oliveira“, zum Innungsmeister ernannt.
1869 überließ er die Confeitaria Nacional seinem Sohn Baltazar junior.
1873, 44 Jahre nach der Gründung seines Lebenswerkes, starb Baltazar Roiz Castanheiro senior als hoch geschätzter und respektierter Geschäftsmann in Lissabon.

Als sein Sohn Baltazar Roiz Castanheiro junior im Jahre 1869 die Geschäfte übernahm, behielt er die Geschäftsphilosophie seines Vaters bei, die da lautete „mit den besten Rohstoffen stets die beste Ware zu produzieren, um diese dann zum besten Preis zu verkaufen“!
Zusätzlich zu den traditionellen Konditor- und Backwaren, die schon sein Vater im Sortiment hatte, fing er auch an feinste Obstliköre und schmackhafte Früchtekompotte nach nordportugiesischer Rezeptur zu vermarkten – und zwar so erfolgreich, das er auf verschiedenen Ausstellungen in Lissabon, Wien, Madrid, Paris und sogar im fernen Philadelphia, in den USA, mit seinen Köstlichkeiten durchweg erste Plätze gewann.
Doch den durchschlagenden Erfolg hatte er zu Weihnachten 1870, als er anfing in seiner Confeitaria Nacional einen Kuchen anzubieten, der in kürzester Zeit die Portugiesen eroberte.

Im Sommer desselben Jahres hatte Baltazar Roiz Castanheiro junior, von einer seiner vielen Reisen durch Frankreich, das Rezept eines Kuchens mitgebracht, der in Frankreich zu Zeiten Ludwig XIV unter dem Namen „Gâteau roi“ (dt.: Königskuchen) bekannt war, aber im republikanischen Frankreich außer Mode gekommen war.
Er brachte nicht nur das Rezept aus Frankreich mit, sondern auch gleich zwei alte französische Konditormeister, und zu Weihnachten 1870 brachte Baltazar junior in der Confeitaria Nacional besagten Kuchen, unter dem Namen „Bolo Rei“ (dt.: Königskuchen), an den Mann.
Seit dieser Zeit gehört der „Bolo Rei“, dessen Originalrezept heute in einem Tresor der Bank von Portugal aufbewahrt wird, hierzulande genauso zu Weihnachten, wie der „Christstollen“ zu Deutschland!

Baltazar Roiz Castanheiro junior gelang es die Confeitaria Nacional, Dank seines innovativen Zeitgeistes, zu einem beliebten Markenzeichen zu machen – so beliebt, das selbst das Königshaus alsbald von dieser Konditorei Kenntnis nahm.
Am 28. Oktober 1873 ernannte König Luis I die Confeitaria Nacional zum Hoflieferanten!

Im Jahre 1913 übernahm der Urenkel des Firmengründers, Rafael Castanheiro Viana, von seinem Großvater Baltazar junior die Konditorei.
Nach ihm übernahm sein Sohn Rui Castanheiro Viana die Geschäfte.
Gemäß dem Motto „Tradition verpflichtet“, führt heute dessen Sohn, Rui Castanheiro Viana junior, das langjährige Familienunternehmen fort.
Wie seine erfolgreichen Vorfahren, so legt auch er großen Wert auf die Einzigartigkeit seiner Konditorei, die Qualität der Produkte und das im eigenen Haus ausgebildete Personal.
Und Senhor Rui freut sich immer, wen man bei ihm auf ein Café und ein Stück Torte vorbeischaut.

Schauen sie doch mal rein!

Freitag, 27. Januar 2012

Eselsohren: „Die Liebenden von San Marco“


„Die Liebenden von San Marco“ ist ein grandioser historischer Roman der deutschen Schriftstellerin Charlotte Thomas, welches im Jahre 2009 im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist.
Dieser Roman ist eines von zwei Büchern, die ich letztes Weihnachten von meiner Schwester Carla geschenkt bekommen habe.

Die Geschichte handelt von der jungen Cintia, Tochter eines reichen Seidenwebers aus Venedig, die am Tag ihrer geplanten Verlobung miterleben muss, wie die Pest sich in der Lagunenstadt tödlich ausbreitet.
Auch in ihrem Elternhaus wütet der Tod.

Aber ihr Vater und ihre Mutter sterben nicht an der Pest, sondern sie werden ermordet.
Cintia überlebt diese Nacht nur knapp.
Mit ihrer Cousine Lucietta schlägt sie sich nach dem Tod ihrer Eltern mehr schlecht als recht durch. Als ihr habgieriger Onkel Tommaso ihr das Erbe streitig machen will, geht sie eine Vernunftehe mit dem Schiffsbauer Paolo ein.

Mit der Zeit wird aus dieser Vernunftehe zuerst eine Romanze und dann echte, wahre Liebe.
Diese Liebe gibt Cintia und Paolo die Kraft nach den Mördern ihrer Eltern zu suchen und gemeinsam decken sie eine Intrige auf, die die venezianische Gesellschaft in ihren Grundmauern erschüttert.

Charlotte Thomas erzählt mit „Die Liebenden von San Marco“ eine faszinierende Liebesgeschichte, die in einer faszinierenden Zeit in der faszinierenden Stadt Venedig spielt.
Der „Frankfurter Stadtkurier“ schrieb über dieses Buch:

„Ein mitreißender Roman – unmöglich ihn aus der Hand zu legen!“

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen!

Freitag, 13. Januar 2012

Capela dos Ossos


In meinem Eintrag „Évora“, den ich am 11. November 2011 gepostet habe, schreibe ich über die Klosterkirche Igreja de São Francisco in der Stadt Évora, die eines der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Alentejo ist.

Hauptattraktion dieser Kirche aus dem 15. Jahrhundert ist die weltberühmte „Capela dos Ossos“ (dt.: Knochenkapelle), die selber aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Gleich am Eingang der Kapelle kann man auf einer einfachen Tafel den etwas makaberen und drohenden Spruch
„Nós ossos que aqui estamos, pelos vossos esperamos“
lesen, der ins deutsche Übersetzt so viel heißt wie
„Unsere Gebeine die hier ruhen, warten auf die Euren“.

Betritt man die „Capela dos Ossos“ so wird man regelrecht von ihrem Inneren „erschlagen“.
Sie ist dreischiffig und befinden sich dort, wo sich zu Zeiten der Mönche deren Schlafsaal (port.: dormitorio) befand.
Sie ist 18,70 m lang und 11 m breit.

Die „Capela dos Ossos“, so wie wir sie heute bewundern können, ist einzig und allein das Werk von drei Franziskanermönchen des alten Klosters.
Die drei Mönche João Emanuel, Miguel Trovado und Pedro de Voga brauchten über zehn Jahre um die Kapelle zu errichten.
Alleine haben sie die ganzen Wände und die acht Säulen vom Boden bis zum beginn der Decke über und über mit menschlichen Knochen zuzementiert.
Man schätzt heute, dass sich hier die Gebeine von mehr als 5.000 Toten befinden, die aus den umliegenden Friedhöfen der Stadt kamen.
Die dreischiffige Decke ist mit allegorischen Szenen des Todes ausgemalt.

Gewidmet ist die Kapelle dem „Senhor dos Passos“, der in einem bewundernswerten und ausdrucksstarken Gemälde eines unbekannten Malers, in der Kapelle dargestellt ist.
Das Gemälde zeigt den leidenden Jesus Christus, wie er mit dem Kreuz auf dem Rücken, den Leidensweg geht.

Zu diesem Gemälde fällt mir eine kleine persönliche Geschichte ein, die sich vor gut 30 Jahren in Évora zugetragen hat.

Als meine Schwester Carla und ich noch Kinder waren, besuchten meine Eltern mit uns die Stadt Évora und bei dieser Gelegenheit auch die Klosterkirche Igreja de São Francisco und die dazugehörige „Capela dos Ossos“.

Während ich, so makaber es auch klingen mag, mir jeden einzelnen Knochen bewundernd anschaute und von dieser ganzen Kapelle einfach nur erstaunt war, da ich bis zu diesem Tag noch nie etwas mit dem Tod und echten menschlichen Knochen zu tun hatte, blieb meine kleine Schwester Carla still auf einer der hölzernen Kirchenbänke sitzen.

Sie blieb dort still sitzen, bis zu dem Augenblick an dem sie mit einem ängstlichen und fast schon verzweifelten Unterton, nach unserer Mutter Luisa rief.
Als unser Mutter, die sich ebenfalls daran gemacht hatte die Kapelle zu erkunden, nach nur wenigen Sekunden bei meiner Schwester war und diese fragte was denn geschehen sei, sagte meine kleine Schwester ohne zu zögern:

„Der Herr Jesus hat mir soeben mit dem Auge zugezwinkert...“

Meine kleine Schwester Carla meinte doch tatsächlich, der „Senhor dos Passos“ hätte ihr vom Gemälde herab, zugezwinkert!
Meine Eltern hakten damals das ganze als eine optische Täuschung ab und versuchten meiner kleinen Schwester dieses „Wunder“, so gut es ihnen möglich war, zu erklären.
Ich aber, habe mich über meine kleine Schwester und dieses Geschehnis in Évora, noch sehr lange Zeit lustig gemacht.

Trotz allem, ließ sich meine Schwester Carla damals, genauso wie heute, von ihrer Behauptung nicht abbringen – der Herr Jesus hatte ihr zugezwinkert – Punkt, Aus, Schluss!

Auch wenn ich mich wegen dieses Ereignisses in Évora, viele Jahre hinweg, über meine Schwester lustig gemacht habe, so muss ich doch zugeben das wohl jeder von uns schon das eine oder andere Mal vor solchen „Wundern“ gestanden hat, ohne für diese so recht eine Erklärung zu finden.

Man sagt für gewöhnlich, der Glaube könne Berge versetzen.
Warum soll also meine kleine Schwester damals nicht gesehen haben wie ihr der „Senhor dos Passos“ zugezwinkert hat?

Wie auch immer, die Klosterkirche Igreja de São Francisco in Évora und die dazugehörige „Capela dos Ossos“ sind immer einen Besuch wert.
Nur, sollten sie kleine Kinder haben, dann erklären sie ihnen im Voraus was sie in dieser Kapelle erwartet.
Sonst riskieren auch sie, wie damals meine Eltern, ihrem Kind über Jahre gewisse „Wunder“ erklären zu müssen!

Freitag, 26. August 2011

Eselsohren: „A vida louca dos Reis e Rainhas de Portugal”


Als meine Familie diesen Sommer hier in Portugal Urlaub gemacht hat, habe ich von meiner lieben Schwester Carla das Buch „A vida louca dos Reis e Rainhas de Portugal“ (dt.: „Das verrückte Leben der Könige und Königinnen Portugals“) geschenkt bekommen.

Da ich von Hause aus Monarchist bin, hat mich der Titel dieses Buches von Anfang an sehr neugierig gemacht.
Die Autoren Raquel Oliveira, Sónia Trigueirão und Orlando Leite geben einem, durch ihre originelle und lockere Schreibweise, einen etwas anderen Blickwinkel der portugiesischen Monarchen in ihrer jeweiligen Zeit.

Da wird von liebestollen Königen und Königinnen geschrieben, die eine Affäre nach der andren hatten, genauso wie von Königen und Königinnen die ihrem Ehepartner bis an ihr Lebensende treu waren.
Wir lernen gekrönte Häupter kennen, die korrupt, verschlagen, fanatisch, tyrannisch, rachesüchtig und ohne Skrupel waren, genauso wie welche die treu, aufopfernd, ehrlich, friedliebend und ihrem Volk ergeben waren.

Selten hat man die Gelegenheit ein Buch zu lesen, in dem nicht nur geschichtliche Fakten wiedergegeben werden, sondern auch über das Menschliche - mit all seinen Facetten – so ausführlich und humorvoll berichtet wird.

Die drei Buchautoren Raquel Oliveira, Sónia Trigeirão und Orlando Leite, die alle eigentlich Journalisten sind, haben mit viel Hingabe und mit einer detailtreuen Schreibweise ein wunderbares Buch geschrieben, das sich leicht und zügig lesen läst und einem die kleinen versteckten Geheimnisse der Geschichte offenbart.

Man muss keinesfalls Monarchist sein, um Gefallen an diesem Buch zu finden!
Im Gegenteil: dieses Buch erweitert einem den literarischen Horizont ungemein, wenn man an portugiesischer Geschichte interessiert ist!

Erschienen ist „A vida louca dos Reis e Rainhas de Portugal“ diesen Sommer im Marcador-Verlag.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Eselsohren: „Die Wachsmalerin“


Gestern habe ich das Buch „Die Wachsmalerin“, ein Weihnachtsgeschenk meiner Schwester Carla, zu Ende gelesen.

„Die Wachsmalerin“ erzählt die ersten Lebensjahre der Madame Tussaud, die als Marie Grosholtz in Straßburg geboren wurde und die die Tochter und Enkelin elsässischer Scharfrichter war.
Als junge Frau muss sie in den Wirren der Französischen Revolution ums Überleben kämpfen. Doch sie lernt in den Kerkern von Paris auch aufrichtige Liebe kennen.
Erst nachdem sie 1802 mit ihrem kleinen Sohn nach England aufbricht, wird sie zur Legende die sie heute noch ist.

„Die Wachsmalerin“ ist das Debütwerk der 1968 geborenen und in Hamburg lebenden Schriftstellerin Sabine Weiß.

Erschienen ist der Roman „Die Wachsmalerin“ im List-Verlag, wo auch der zweite historische Roman von Sabine Weiß, „Das Kabinett der Wachsmalerin“, der die Lebensgeschichte der Marie Tussaud weitererzählt, erschienen ist.

Ein lebensvoller und atmosphärisch spannender Lesestoff!

Samstag, 8. Mai 2010

Alles liebe zum Geburtstag Carla


Liebes Schwesterherz!

Die Callas und Strelizien auf diesem Bild verwelken nicht.
Sie sind eher ein symbolischer Zeichen von mir an Dich, zu Deinem Geburtstagsfest.
Obwohl nicht für Dich greifbar, darfst Du diesen Blumenstrauß der Liebe und Freundschaft, für immer im Gedächtnis Deines Herzens aufbewahren.
Er soll Dir sagen, dass ich Dich liebe und dass ich Dich sehr schätze und bewundere.

Ich umarme Dich fest, mein Schwesterherz, im Sinne der Worte welche ich Dir hier ausgesucht habe:

„Der Herr gebe Dir, was Dein Herz begehrt, und erfülle alles, was Du vorhast“
(Psalm 20,5)

Alles Liebe zum Geburtstag Carla

Mittwoch, 29. Juli 2009

Miradouro de Almada


Für mich sind Städte wie Menschen:
Es gibt welche, die sind mir sympathisch, und es gibt welche, die sind mir weniger sympathisch.

Almada, die Stadt in der ich seit gut zehn Jahren lebe, gehört eher zu der zweiten Kategorie.
Obwohl ich hier schon lange lebe und jeden Monat mehrmals über Almada nach Lissabon rein fahre, bin ich nie mit dieser Stadt „warm geworden“.
Vielleicht liegt es daran, das ich mich nie mit den Menschen dieser Stadt identifizieren konnte und ich mich deshalb nur als ein ständiger Gast Almadas fühle.

In den zehn Jahren die ich hier in Almada lebe, habe ich vielleicht fünf oder sechs Mal einen Fuß in die hiesige Altstadt gesetzt. Einerseits liegt die Altstadt von Almada etwas Abseits von den Routen die ich sonst tagtäglich benutze, und andererseits sind mir die Gassen und Wege der Almadenser Altstadt auch heute noch etwas fremd.

Aber letzte Woche war ich mit meiner Schwester Carla und meinem Schwager Egbert auf Stippvisite in der Altstadt.
Denn die Beiden, in Deutschland wohnhaft, waren bisher noch seltener in der Altstadt von Almada als ich.
Ich wollte ihnen unbedingt den Ausblick vom Miradouro, dem Aussichtspunkt der alten Burg, zeigen.
Diese Aussicht, über den Tejo nach Lissabon rüber, ist wohl eines der schönsten Dinge die diese Stadt heute seinen Gästen zu bieten hat.

Und das muss auch früher mal so gewesen sein.
Denn die Burg von Almada ist eine der ältesten Befestigungsanlagen der südlichen Iberischen Halbinsel.

Die Burg ist ein Bau aus maurischer Zeit. Die Mauren selbst nannten den Ort, an dem sie die Burg errichteten, Hisn al-Madin, was so viel wie „Burg“ oder „Festung“ heißen soll.
Sicherlich bauten sie die Burg in erster Linie aus strategischen Gründen, denn von der Stelle an der die Burg steht, hat man einen weiten Blick auf die Tejomündung, die Stadt Lissabon und das Sintragebierge.

Von 1147 bis 1212 wechselte die Festung Almada mehrmals den Besitzer. Einmal eroberten sie die christlichen Truppen, unter König Afonso Henriques, von den Mauren, dann wurde sie wieder von dem Kalifen Abu Yusuf Ya´qub al-Mansur in Besitz genommen und dann wieder von König Sancho I zurückerobert.
Erst 1212, mit dem Sieg der portugiesischen gegen die maurischen Truppen bei der Schlacht von Navas de Tolosa (Batalha de Navas de Tolosa), wurde Almada endgültig christlich und somit auch portugiesisch.

Die Burg selber ist heute leider nicht dem öffentlichen Publikum zugänglich, da sich in ihr ein Quartier der portugiesischen Republikanischen Nationalgarden (Guarda Nacional Repúblicana GNR) befindet.
Aber von den Parkanlagen, die an die Burg angrenzen, hat man, wie ich schon geschrieben habe, eine der privilegiertesten Aussichten über die Tejomündung und die Stadt Lissabon.

Ich glaube, ich sollte öfters die Altstadt von Almada besuchen. Vielleicht wird mir dann die Stadt mit der Zeit etwas sympathischer!

Dienstag, 21. Juli 2009

Meine persönliche Landung


Heute am 20. Juli, vor genau 40 Jahren, betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond.

Millionen von Menschen verfolgten damals, live im Fernsehen, wie Armstrong die Sprossen der Leiter der Eagle runterhüpfte.
Was die Welt damals sah, und was wir noch heute an Bildmaterial zu sehen bekommen, ist das der Erdtrabant durch erschreckende Eintönigkeit glänzte.
Nichtsdestotrotz sind diese bewegten und wackeligen Schwarz-Weiß-Bilder, in Kombination mit Computerpiepsen und gemurmelten Technik-Chinesisch, heute noch äußerst reizvoll.

Als er seinen Fuß auf den Erdtrabanten setzte, sagte Armstrong die unvergesslichen Worte:
„Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“.

Das sind sehr bedeutende Worte, aber wie alles im Leben, so sind auch sie eine Sache des Betrachters.
Denn einige Monate später, als Alan Bean, der nicht gerade sehr hoch gewachsen war, den Mond betrat, relativierte er Armstrongs Worte mit folgender Bemerkung:
„Das mag ja ein kleiner Schritt für Neil Armstrong gewesen sein, aber für so einen kleinen Kerl wie mich ist das doch ein ganz schöner Satz“.
So hat jeder seine eigene Sicht und seine persönliche Mondlandung, sei es als Astronaut oder als Fernsehzuschauer.

Auch ich hatte heute meine „eigene (Mond)Landung“, an der ich teilnehmen durfte.
Am Lissabonner Flughafen „Aeroporto da Portela“ landeten heute meine Schwester Carla, mein Schwager Egbert, mein Neffe Nélson und meine Nichte Lorena aus Deutschland an.

Sie werden ihre Sommerferien hier bei uns verbringen, und ich habe es kaum abwarten können, sie heute am Flughafen endlich abholen zu dürfen.
Wir freuen uns alle auf gemeinsame Urlaubstage.

Für die Menschheit mag diese Landung heute kein Weltereignis gewesen sein.
Aber für mich persönlich, ging heute morgen am Flughafen, als ich die vier Menschen in die Arme nehmen konnte die ich so sehr liebe, unweigerlich die Sonne auf!