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Sonntag, 23. Juni 2013

Einladung zum Sommerfest 2013 der DEKL



Heute in einer Woche, am Sonntag den 30. Juni 2013, findet in der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon (port.: Igreja Evangélica Alemã de Lisboa), das traditionelle Sommerfest statt.

In Verbundenheit mit der Deutschen Katholischen Kirchengemeinde in Lissabon wird an diesem Tag in der Evangelischen Kirche, in der Avenida Columbano Bordalo Pinheiro n°48, ein ökumenischer Familiengottesdienst stattfinden.
Nach dem Gottesdienst findet dann im schönen Kirchgarten, wie jedes Jahr, ein fröhliches Grillgartenfest statt, mit viel gutem Essen, kühlen Getränken, verschiedenen Spielen für die Kinder und mit der musikalischen Unterstützung der Band „De Prinze“, die schon die vorhergehenden zwei Sommerfeste animiert haben.

Pfarrer Stefan Stalling und Pfarrerin Anke Stalling laden alle die an diesem Tag Lust und Laune haben herzlich in die Evangelische Kirche an der Praça de Espanha ein.
Sollte der Eine oder der Andere noch etwas zum kalten Buffet beisteuern wollen, so tue er sich keinen Zwang an…

Sonntag, 6. Januar 2013

Confeitaria Nacional



Am Donnerstag traf ich mich, nach der Arbeit, mit meiner Schwester Carla, meinem Schwager Egbert und meinem guten Freund Stefan Stalling in der Lissabonner Baixa, um mit ihnen ein Kaffee trinken zu gehen.
Wir trafen uns in der Confeitaria Nacional, einer der besten, wenn nicht gar die Beste Konditorei Lissabons.

Die Confeitaria Nacional (dt.: Nationale Konditorei) ist die älteste Konditorei Lissabons und seit fünf Generationen in der Hand derselben Familie.
Seit nunmehr 184 Jahren befindet sie sich an gleicher Stelle, an der Südseite der Praça da Figueira, obwohl sie ursprünglich nur aus dem Geschäftsraum bestand, dessen Fenster heute zur Rua da Betesga ausgerichtet sind.
Bereits sechs Jahre nach ihrer Gründung, wurde das Gebäude, das wir heute als Confeitaria Nacional kennen und dessen Front an der Praça da Figueira / Ecke Rua dos Correeiros liegt, käuflich erworben.

Begründer der Confeitaria Nacional war der aus dem nordportugiesischen Städtchen Vila Pouca de Aguiar stammende Geschäftsmann Baltazar Roiz Castanheiro.
Obwohl er nicht sehr viel vom Konditorhandwerk verstand, verstand er doch sehr wohl etwas von guter Geschäfts- und Personalführung, hatte Kreativität, gute Kontakte und war Innovativ.
So verkaufte er z.B. damals als einziger in der portugiesischen Hauptstadt Kuchen, Gebäck und Süßspeisen aus seiner Heimat Trás-os-Montes, die er nach mitgebrachten, gesammelten Originalrezepten nachbacken ließ – Spezialitäten die damals kaum einer in Lissabon kannte, und die sofort bei den Meisten ankam.
Dank seines Fleißes, seiner Zuverlässigkeit und seines schon erwähnten außerordentlichen Geschäftssinnes wurde Baltazar Roiz Castanheiro mit den Jahren einer der angesehensten Bürger Lissabons und 1860 wurde er gar von der Konditoren- und Bäckerinnung der Hauptstadt, der „Irmandade de Nossa Senhora da Oliveira“, zum Innungsmeister ernannt.
1869 überließ er die Confeitaria Nacional seinem Sohn Baltazar junior.
1873, 44 Jahre nach der Gründung seines Lebenswerkes, starb Baltazar Roiz Castanheiro senior als hoch geschätzter und respektierter Geschäftsmann in Lissabon.

Als sein Sohn Baltazar Roiz Castanheiro junior im Jahre 1869 die Geschäfte übernahm, behielt er die Geschäftsphilosophie seines Vaters bei, die da lautete „mit den besten Rohstoffen stets die beste Ware zu produzieren, um diese dann zum besten Preis zu verkaufen“!
Zusätzlich zu den traditionellen Konditor- und Backwaren, die schon sein Vater im Sortiment hatte, fing er auch an feinste Obstliköre und schmackhafte Früchtekompotte nach nordportugiesischer Rezeptur zu vermarkten – und zwar so erfolgreich, das er auf verschiedenen Ausstellungen in Lissabon, Wien, Madrid, Paris und sogar im fernen Philadelphia, in den USA, mit seinen Köstlichkeiten durchweg erste Plätze gewann.
Doch den durchschlagenden Erfolg hatte er zu Weihnachten 1870, als er anfing in seiner Confeitaria Nacional einen Kuchen anzubieten, der in kürzester Zeit die Portugiesen eroberte.

Im Sommer desselben Jahres hatte Baltazar Roiz Castanheiro junior, von einer seiner vielen Reisen durch Frankreich, das Rezept eines Kuchens mitgebracht, der in Frankreich zu Zeiten Ludwig XIV unter dem Namen „Gâteau roi“ (dt.: Königskuchen) bekannt war, aber im republikanischen Frankreich außer Mode gekommen war.
Er brachte nicht nur das Rezept aus Frankreich mit, sondern auch gleich zwei alte französische Konditormeister, und zu Weihnachten 1870 brachte Baltazar junior in der Confeitaria Nacional besagten Kuchen, unter dem Namen „Bolo Rei“ (dt.: Königskuchen), an den Mann.
Seit dieser Zeit gehört der „Bolo Rei“, dessen Originalrezept heute in einem Tresor der Bank von Portugal aufbewahrt wird, hierzulande genauso zu Weihnachten, wie der „Christstollen“ zu Deutschland!

Baltazar Roiz Castanheiro junior gelang es die Confeitaria Nacional, Dank seines innovativen Zeitgeistes, zu einem beliebten Markenzeichen zu machen – so beliebt, das selbst das Königshaus alsbald von dieser Konditorei Kenntnis nahm.
Am 28. Oktober 1873 ernannte König Luis I die Confeitaria Nacional zum Hoflieferanten!

Im Jahre 1913 übernahm der Urenkel des Firmengründers, Rafael Castanheiro Viana, von seinem Großvater Baltazar junior die Konditorei.
Nach ihm übernahm sein Sohn Rui Castanheiro Viana die Geschäfte.
Gemäß dem Motto „Tradition verpflichtet“, führt heute dessen Sohn, Rui Castanheiro Viana junior, das langjährige Familienunternehmen fort.
Wie seine erfolgreichen Vorfahren, so legt auch er großen Wert auf die Einzigartigkeit seiner Konditorei, die Qualität der Produkte und das im eigenen Haus ausgebildete Personal.
Und Senhor Rui freut sich immer, wen man bei ihm auf ein Café und ein Stück Torte vorbeischaut.

Schauen sie doch mal rein!

Montag, 24. Dezember 2012

„Tauziehen um die Heilige Nacht“



Wer heute in der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon am Familiengottesdienst mit Pfarrer Stefan Stalling teilnahm, wurde durch das aufgeführte Krippenspiel, das den Namen „Tauziehen um die Heilige Nacht“ trug, auf das angenehmste überrascht.

Während in den letzten Jahren eigentlich nur Kinder das traditionelle Krippenspiel aufführten, waren dieses Jahr sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen die Hauptakteure der Aufführung.
In einer wunderschönen Interpretation des traditionellen Krippenspiels, machten sich die kleinen und großen Schauspieler daran der Gemeinde vorzutragen, wie es ist, wenn das „Gute“ und das „Böse“, dargestellt in Person des Teufels, um die Geburt Jesu „Tauziehen“, wobei natürlich am Ende das „Gute“ siegt.

Neben dem Krippenspiel, hatte auch die Musik ein großes Gewicht beim diesjährigen Familiengottesdienst.
Zu Anfang sang die Gemeinde mit Carina Lasch Lind das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her“.
Weitere Musikstücke die gemeinsam gesunden wurden waren „Alle Jahre wieder“ von Wilhelm Hey, „Kommet, ihr Hirten“ von Carl Riedel und „Seht am Himmel“ von Hans-Jürgen Netz.
Zum Schluss stimmte die ganze Gemeinde mein persönlich liebstes Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, in einer deutsch-portugiesischen Version, an.

Alles in allem war der diesjährige Familiengottesdienst, der einmal wieder sehr gut besucht war, besonders schön und originell.
Und das Krippenspiel „Tauziehen um die Heilige Nacht“ war zweifellos die Krönung einer gelungenen Aufführung mit Happy End!

Sonntag, 16. September 2012

Ein etwas anderer Gottesdienst




Ich war schon immer ein Freund des spontanen und des improvisierten.
Ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache, aber ich persönlich finde, das Spontaneität, Flexibilität und Improvisation Zeichen von einer ungeheuren Kreativität sind.
Umso erfreuter war ich daher, dass ich heute in den Genuss eines etwas anderen Gottesdienstes in der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon kam.

Da die Kirche der DEKL (dt.: Deutsche Evangelische Kirche in Lissabon / port.: Igreja Evangélica Alemã em Lisboa) zurzeit ausführliche Dacharbeiten über sich ergehen lassen muss, und es den Kirchengängern nicht zuzumuten war in einer total verstaubten Kirche am Gottesdienst teilzunehmen, wurde spontan beschlossen den heute stattfindenden Gottesdienst im Pfarrhaus zu vollziehen.

Nun, ich frequentiere die deutsche Kirche an der Praça de Espanha seit nunmehr 15 Jahren, und ich habe schon an den verschiedensten Gottesdiensten teilgenommen, aber einen Gottesdienst im Pfarrhaus, das war auch für mich heute eine Premiere.

Die Pfarrer Anke und Stefan Stalling außer Haus, Hannelore Correia die einen tollen Gottesdienst leitete, 18 aufmerksame Kirchgänger, Rute Martins, die eigentlich unsere Organistin ist und heute aus einem alten Klavier die schönsten Töne herauskitzelte und ich, der ich normalerweise fürs Kaffeekochen zuständig bin und heute etwas holperig das Evangelium vortragen musste – das war im groben der Gottesdienst an dem ich heute teilgenommen habe.

„Ein Gottesdienst der nicht in der Kirche stattfindet, geht das überhaupt?“ – werden sich jetzt viele, vor allem meiner katholischen Freunde, fragen.
Und ob das geht!
Der heutige Gottesdienst in der DEKL war der beste Beweis dafür.
Gott ist überall gegenwärtig, nicht nur in der Kirche.
Es gibt keinen Ort, wo man nicht zu ihm beten könnte!

Euch allen, eine schöne Woche!

Montag, 5. Dezember 2011

Max Raabe & Palast Orchester


Wenn man Max Raabe auf der Bühne sieht, meint man, man wäre in einem Film von Fred Astaire.
Aber Max Raabe lebt eindeutig im hier und heute, obwohl er musikalisch ohne Zweifel in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zuhause ist.

Vor Tagen rief mich mein Freund Stefan Stalling an, und fragte mich, ob ich denn nicht Lust hätte, auf ein Konzert von Max Raabe zu gehen, da er eine Karte übrig hatte.
Begeistert sagte ich sofort zu und so gingen wir gestern in die Gulbenkianstiftung (port.: Fundação Calouste Gulbenkian) um uns dort ein Konzert des talentierten Sängers anzuhören.

Begleitet wurde Max Raabe von seinem Palast Orchester, welches aus den Künstlern Cecilia Crisafulli, Rainer Fox, Sven Bährens, Johannes Ernst, Bernd Frank, Thomas Huder, Michael Enders, Jörn Ranke, Bernd Hugo Dieterich, Ulrich Hoffmeier, Vincent Riewe und Ian Wekwerth besteht.

Max Raabe wurde im Jahre 1962, im nordrhein-westfälischen Lünen, geboren.
Er ist zwar ausgebildeter Opernsänger, aber sein ganzes Herz gehört der Musik der 20er, 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts.
1986 gründete er mit einigen Studienkollegen das schon erwähnte Palast Orchester.
Gemeinsam gingen sie daran mit Hilfe alter Schallplatten, die sie zumeist auf den verschiedensten Flohmärkten erstanden, die Lieder besagter Zeit zum Besten zu geben.

Mit Erfolg!
Bis heute sind Max Raabe & Palast Orchester eine feste Größe der klassischen Musik in Deutschland!
Raabe ist ein begnadeter Sänger, spielte in mehreren Filmen mit und viele der Lieder die er singt, schreibt er auch selber.
Er ist wohl das, was man ein musikalisches Allroundtalent nennt.

Sein letztes Projekt hob er mit Annette Humpe aus der Taufe. Gemeinsam produzierten sie das Album „Küssen kann man nicht alleine“ (port.: „São preciso dois para haver um beijo“), mit dessen Lieder er nun auf Tournee ist.
Dieses Album war es nun auch, der ihn hier nach Portugal brachte, wo er im Großen Auditorium der besagten Gulbenkianstiftung gestern aufgetreten ist.

Das Konzert fand praktisch vor ausverkauftem Haus statt.
Wir, das Publikum, waren durchweg begeistert.
Und diese Begeisterung dankten uns Max Raabe & Palast Orchester zum Schluss mit drei originellen Zugaben.

Es war, ohne Übertreibung, ein kulturell und musikalisch äußerst wertvoller Abend, für das ich Stefan nur danken kann!

Sonntag, 23. Oktober 2011

Festgottesdienst mit Frau Dr. Margot Käßmann






Mit viel Orgelmusik, zwei musikalischen Beiträgen unseres Chors und einer sehr packenden Predigt gingen heute, mit einem feierlichen Festgottesdienst, die 250-Jahr-Feiern der Evangelischen Kirchengemeinde zu Lissabon zu Ende.
Die Predigt hielt Frau Dr. Margot Käßmann, die einer Einladung durch den Lissabonner Gemeindekirchenrat anlässlich des Jubeljahres gefolgt war.

Pfarrerin Käßmann, die bis letztes Jahr den Ratsvorsitz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) innehatte, zelebrierte den Gottesdienst mit unseren Pfarrern Anke und Stefan Stalling und unserem Vikar Tim Winkel.
Der Gottesdienst war mit vielen religiösen und ethischen Werten durchzogen und einer, schon erwähnten, schönen Predigt.

Margot Käßmann, die ich wegen ihrer Positionen zu den Themen der Ökumene, der Familien- und Bildungspolitik, dem Rechtsextremismus, dem Dienst an der Waffe und der Emigration sehr schätze, kannte ich bis dato nur aus verschiedenen Fernsehauftritten und Zeitungsinterviews.
Persönlich war ich ihr bis zum letzten Freitag, als sie ebenfalls beim Kabarettabend der Kabarettistengruppe „Schwarzer Humor“ in der Deutschen Schule von Lissabon zugegen war, noch nie begegnet.
Umso neugieriger war ich auf ein gemeinsames Treffen mit ihr.
Nachdem ich sie kennen gelernt habe, war ich äußerst angenehm überrascht, was für eine nette, freundliche und einfache Persönlichkeit diese Frau doch hat!

Nach dem Gottesdienst gab die Kirchengemeinde im Hof und im Garten der Evangelischen Kirche einen Stehempfang.
Im Anschluss an diesen Stehempfang stellte uns Frau Käßmann, im Rahmen einer Lesung die in der Kirche abgehalten wurde, ihr letztes Buch „Sehnsucht nach Leben“ vor.
Nach der Lesung konnten wir Zuhörern der Autorin ein paar Fragen über „Gott und die Welt“ stellen, und so entstand eine lebendige, interessante und themenreiche Diskussion.

Ich weiß nicht ob Frau Käßmann, die ab nächstes Jahr „Lutherbotschafterin“ im Rahmen des Reformationsjubiläums 2017 sein wird, heuer zum ersten Mal hier in Portugal war.
Aber ich hoffe sie wird nicht zum letzten Mal unserer Gemeinde einen Besuch abgestattet haben.

Samstag, 22. Oktober 2011

Schwarzer Humor


Am gestrigen Freitag fand um 19 Uhr in der Aula der Deutschen Schule in Lissabon eine Aufführung des Pastorenkabaretts „Schwarzer Humor“ statt.
Die Kabarettistengruppe wurde im Jahre 2003 im norddeutschen Brake von den örtlichen Pastoren der vier Kirchengemeinden der Stadt Brake an der Weser gegründet.
Die lustige Truppe setzet sich aus Anke und Stefan Stalling, beide heute evangelische Pastoren in Lissabon, Katja Waldschmidt, Pastoralreferentin im Ammerland, Andreas Technow, Pastor in Brake, Stephan Bohlen, Pastor in Zwischnahn und seiner Ehefrau, der Standesbeamtin Petra Bohlen, zusammen.

Von den sechs Kabarettsmitgliedern lebt und arbeitet heute nur noch einer in Brake.
Die anderen fünf hat es hinaus in die weite Welt verschlagen. Nichtsdestotrotz kamen die Kabarettisten nun wieder zusammen um ihr humorvolles und satirisches Können zu präsentieren.

Solch ein besonderer Anlass sind die diesjährigen Feierlichkeiten der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon, die vor 250 Jahren gegründet worden ist.
Mit ihrem Programm „We´ll be black soon“, das eine gelungene und bunte Mischung aus originellen Sketchen und Liedern ist, beschenkten sie gestern Abend das gutgelaunte Publikum.

Mit einem Grußwort von Frau Dr. Margot Käßmann, der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, die eine kurze und humorvolle Rede zum Thema „Humor in der Kirche“ hielt, begann der Kabarettabend.
Insgesamt 14 Lieder und Sketche gaben „Schwarzer Humor“ zum
Besten.

Besonders gut gefallen hat mir gestern Abend das Stück „Schöne neue Welt“, in dem Anke Stalling, Andreas Technow und Katja Waldschmied den immer stärker werdenden Einfluss der digitalen Medien in unserer heutigen schnelllebigen Zeit „anprangern“.
Auch das Stück „Der Pappst“, in dem Stefan Stalling dem sehr jungen Nachwuchskabarettisten Frederico Dias de Cunha in einem Zwiegespräch versucht den Beruf und Sinn eines Papstes zu erklären, fand ich köstlich.
Aber vor allen Dingen in dem Stück „Von Vorbildern“, in dem die Vorbildsfunktionen eines Fritz Walters, eines Lothar Matthäus, eines Helmut Schmidts, einer Angela Merkel und noch vielen anderen mehr, satirisch darstellt wurde, brillierte Stefan Stalling mit einem humorvollen Soloauftritt.

Musikalisch unterstützt wurden die Kabarettisten von „De Prinze“, einer an der Deutschen Schule gegründeten Band, ohne deren Mitwirkung der Abend niemals so peppig geworden wäre.

Wie alle Aufführungen und Konzerte die von der Deutschen Evangelischen Kirche in Lissabon organisiert werden, war auch der gestrige Eintritt frei.
Wer aber wollte, konnte am Ausgang eine Spende hinterlassen, die für die zwei Sozialprojekte gedacht sind, die seit Jahren von der Evangelischen Kirchengemeinde Lissabons unterstützt werden.

Es sind dies der „Centro de Apoio Social Pisão da Santa Casa da Misericórdia” in Cascais, in dessen Einrichtungen zurzeit etwa 330 obdachlose, und zum teil psychisch kranke, Männer und Frauen betreut werden und das Sozialzentrum „Serviços Sociais do Bairro da Serafina“ in Lissabon, das einen Altenpflegeheim, einen Kindergarten, eine Jugendbetreuung und ein Essen-auf-Räder für täglich 650 Personen unterhält.

„Schwarzer Humor“ hat gestern für einen gelungenen und spaßigen Kabarettabend gesorgt.
Bleibt nur zu hoffen das die Worte, die der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates zu Lissabon, Stephan Stieb, am Schluss zur Verabschiedung sagte, nicht ungehört bleiben:

„Also, das müssen wir unbedingt bald wiederholen!“

Sonntag, 9. Oktober 2011

Taufe von Anna Gabriele


Heute wurde die kleine Anna Gabriele, im Beisein ihrer Familie, ihren Freunden und der Gemeinde, in der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon von Pastor Stefan Stalling feierlich getauft.

Sie ließ die ganze Taufprozedur sowie die danach stattfindende kleine Feier geduldig und beispielhaft über sich ergehen.


Liebe Anna Gabriele,
zu deiner heutigen Taufe wünsche ich Dir nochmals alles Liebe und Gute.
Ich freue mich sehr, dich auf deinem Lebensweg begleiten und an deinem Wachsen und Gedeihen teilnehmen zu dürfen.

Dienstag, 17. Mai 2011

Das Jubiläumslied


Wie schon in meinem vorherigen Blogtext „Festgottesdienst zum 250. Geburtstag der DEKL“ erwähnt, wurde die Kirchengemeinde zu Lissabon mit einem frischen Liedertext, welches zu den Klängen einer neuen, angenehmen Musik, die sich sofort als Ohrwurm entpuppte, von Pfarrer Stefan Stalling am vergangenen Sonntag Jubilate, dem 15. Mai 2011, überrascht.

Er komponierte und textete, anlässlich des 250jährigen Bestehens der Evangelischen Kirchengemeinde zu Lissabon, das sechsstrophige Lied mit dem Titel „ Lasst uns beten! Lasst uns singen!“, welches die Gemeinde und die Festgesellschaft an diesem Tag, in einer „Weltpremiere“, sang.

Der Text zu dem heiteren Lied „Lasst uns beten! Lasst uns singen!“ lautet:


1.
1755 bebt die Erde in Lissabon.
Alles lag in Schutt und Asche. Kaum meiner kam heil davon.
Menschen in Gebet und Trauer, auch die Kirchen stürzten ein.
Und bald stellte man die Frage: Das soll Gottes Liebe sein?


2.
1761 war die Stadt noch ganz kaputt.
Herzen wollten schwer verheilen inmitten von Angst und Schutt.
Doch eine Handvoll Hanseaten, Kaufleute aus deutschem Land,
waren stolze Protestanten – nahmen nun das Kreuz zur Hand:
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns endlich wieder eine gute Predigt anhören!
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns in einer Gemeinde fest zusammengehören!


3.
In 250 Jahren gute Zeiten, große Not.
Doch mit Gottes gutem Segen hielt sich das Gemeindeboot.
Mal im Sturm, mal ruhige See, mal kein Pastor, oft kein Geld
hielt der Geist sie doch zusammen, ließ sie spüren, was wirklich zählt:
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns endlich wieder eine gute Predigt anhören!
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns in einer Gemeinde fest zusammengehören!


4.
1914 – 18 flohen sie bis nach Madrid.
Doch auch dort hielt man zusammen, Hoffnung führte sie zurück
1934 weihten sie ihr Gotteshaus.
Dankbarkeit in allen Herzen – und ihr Pfarrer sprach es aus:
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns endlich wieder eine gute Predigt anhören!
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns in einer Gemeinde fest zusammengehören!


5.
1945 ging durch sie ein tiefer Riss,
weil sich manche sehr verirrten und man falsche Götter pries
Kirch und Hof waren am Boden. Konnte es noch weitergehen?
„Was ist, Leute, uns geblieben? Wo wollen wir in Zukunft stehen?“
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns endlich wieder eine gute Predigt anhören!
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns in einer Gemeinde fest zusammengehören!


6.
Wir schreiben 2011 und wir sind noch immer hier.
Kirch und Haus stehen prächtig da. Im Kühlschrank wartet kühles Bier.
Das ist köstlich, doch wir wissen: Es ist letztlich fader Schein.
Denn was unsere Seelen erdet: Das ist ER in Brot und Wein.
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns endlich wieder eine gute Predigt anhören!
Lasst uns beten! Lasst uns singen!
Lasst uns in einer Gemeinde fest zusammengehören!


(Text und Musik von Pfarrer Stefan Stalling, 2011)

Donnerstag, 13. Januar 2011

Neujahrsempfang der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde zu Lissabon


Am letzten Samstag, dem 08. Januar 2011, läutete die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde zu Lissabon mit einem Neujahresempfang (port.: Recepção de Ano Novo), welches in der Evangelischen Kirche in der Avenida Columbano Bordalho Pinheiro stattfand, das Festjahr zum 250. Jubiläum der Gemeinde ein.

Um kurz nach 11 Uhr begann der Festakt mit dem Orgelsolo „Die ganze Welt hast Du uns überlassen“ von Johannes M. Michel, das von Carina Lasch gespielt wurde.

Nach einer sehr originellen Begrüßung durch einige Schüler der Deutschen Schule zu Lissabon (port.: Escola Alemã de Lisboa) und einigen kurzen Worten des Vorsitzenden der DEKL, Herrn Stephan Stieb, sprach der Vizebotschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herr Rückert, im Namen des leider erkrankten Botschafters, Herrn Helmut Elfenkämper, das Grußwort.

Nach dem Lied „Abendempfindung an Laura“, einem Werk des großen Wolfgang Amadeus Mozart, hielt dann Gastrednerin Teresa Caeiro, die Vizepräsidentin des Portugiesischen Parlaments (port.: Vice-Presidente da Assembleia da República), eine kurze, aber sehr persönliche Rede.

Gespielt wurden dann nochmals ein musikalisches Werk von Johannes M. Michel, wieder von Carina Lasch auf der Orgel vorgetragen, und die Arie „Hier soll ich dich denn sehen“, aus der Oper „Die Entführung aus dem Serail“, von Mozart.
Nach diesen musikalischen Leckerbissen fand dann die lang erwartete Vorstellung der Jubiläumsfestschrift (port.: Publicação comemorativa) „250 Jahre Deutsche Evangelische Kirchengemeinde Lissabon 1761 – 2011“ statt.

Danach hielten Julia Oelrich-Campos und das Pfarrerehepaar Anke und Stefan Stalling noch ein kurzes Schlusswort.
Beendet wurde der Neujahrsempfang mit dem „Präludium d-moll“ von Johann Gottfried Walther, gespielt von Carina Lasch auf der Orgel, und einem offenen Empfang im Pfarrhaus und im Hof der Gemeinde.

Leider spielte das Wetter nicht so mit, wie wir es uns alle gewünscht hätten.
Nichtsdestotrotz war dieser Neujahrsempfang 2011 ein voller Erfolg!

Montag, 20. Dezember 2010

Adventskonzert 2010






Wie vor einigen Tagen hier in diesem blog angekündigt, fand das diesjährige Adventskonzert der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon (DEKL) am gestrigen 4. Adventssonntag, den 19. Dezember 2010, statt.

Nach dem Abendgottesdienst, der um 17 Uhr stattfand und einem anschließenden Imbiss im Gemeindehaus, begann um 19 Uhr, in der Evangelischen Kirche an der Praça de Espanha, das traditionelle Weihnachtskonzert.

An dem Adventskonzert nahmen als Intertreten der Chor der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon statt, dem ich voller Stolz angehöre, sowie die „Capella Sacra“, mit Bärbel Griesshaber an der Querflöte, Andreas Häusler an der Trompete, Friederike Zühl am Cello, Pedro Lind and der Geige und Carina Lasch an der Orgel.
Des Weiteren trat der Posaunenchor der Kirche auf, mit Andreas Häusler, Stefan und Anke Stalling und Friederike Zühl.
Claus von Oertzen gab seine Baritonkünste zum Besten und sowohl Carina Lasch als auch Rute Martins spielten die Orgel.

Gespielt wurden Werke von Dietrich Buxtehude, Georg Friedrich Händel, Jaques Berthier, Johann Sebastian Bach, Peter Cornelius, Claude Balbastre, Georg Philipp Telemann und John Rutter.

Wir alle sangen und spielten mit voller Begeisterung.
Und als der Chor das alte, englische Weihnachtslied „Hark! The Herald Angels sing“ fertig gesungen hatte, konnte man im Kirchenraum, außer dem begeisterten Applaus, auch einige „Bravo“-Rufe hören, was uns, die wir alle Laien sind, unheimlich gefreut hat und uns gezeigt hat, das all die Mühe nicht umsonst war.

Als Chormitglied hat mich der gestrige Auftritt nur bestärkt weiter zu machen.
Mein herzlichster Dank gehört Carina, für all die Mühe die sie sich macht, die Zeit die sie sich nimmt und all die Freude die sie uns schenkt.
Auch Anke und Stefan gehört mein besonderer Dank, denn sie haben nicht nur immer ein offenes Ohr, sondern auch ein offenes Haus, in dem wir proben können.
Erst durch sie alle wurde dieses Konzert ein voller Erfolg!

Dienstag, 29. Juni 2010

Sommerfest 2010 der DEKL





Wie jedes Jahr, so fand auch dieses Jahr im Garten der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde zu Lissabon (port.: Igreja Evangélica Alemã em Lisboa) ein Sommerfest statt, dem zuvor ein ökumenischer Familiengottesdienst einherging.

Der 27. Juni 2010 war ein Tag mit herrlichem Sommerwetter, einer vollen Kirche, einem gutgelaunten Pastor Stalling mit einer originellen Predigt, schmackhaftem Essen, kühlen Getränken und einem schönen Gartenfest.

Für die musikalische Umrahmung des Tages sorgten Carina Lasch, Rute Martins und der neu gegründete Chor der Kirchengemeinde, dem ich seit seiner Gründung Anfang dieses Jahres, angehöre.
Die musikalische Leitung des Chors liegt in den Händen von Carina Lasch (unserem Hauptfeldwebel, wie ich sie liebevoll nenne).
Wir sangen an diesem Festtag die Lieder „Was Gott tut, das ist wohl getan“ und „Oh happy day!“.

Obwohl mir im Augenblick, wegen eines Todesfalls in der Familie (bitte lesen sie hierzu auch mein post „In memoriam: Raul Rodrigues Pires, vom 07. Juni 2010), wahrlich nicht nach dem singen von „Oh happy day!“ zumute war, so muss ich doch gestehen, das das vortragen dieses Liedes hinterher für mich doch befreiend war.

Auch den anderen Besuchern des Gottesdienstes muss das Lied recht gut gefallen haben, denn das anschließende Fest im Gemeindegarten war ein voller Erfolg.
So schlecht können wir also gar nicht gesungen haben…

Das Sommerfest 2010 ist nun Geschichte.
Jetzt arbeiten wir auf das Fest im kommenden Jahr hin, einem besonderen Fest.
Denn dann wird die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde Lissabon ihren 250 Geburtstag feiern.