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Sonntag, 30. September 2012

Gemeindeausflug 2012 der DEKL in die Beira Baixa



Am gestrigen Samstag, dem 29. September, realisierte die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde zu Lissabon ihren alljährlichen Gemeindeausflug.
Dieses Jahr führte uns unsere gemeinsame Reise in die schöne und historische Region Beira Baixa, die nordöstlich von Lissabon liegt.

Früh ging es los!
Um Punkt 08:16 Uhr fuhr der Zug Intercidades, in Richtung Covilhã, vom Lissabonner Bahnhof Santa Apolonia, ab.
Bei strahlendem Sonnenschein führte uns unsere Zugreise über Vila Franca de Xira, Santarém, Entroncamento und Abrantes durch den Ribatejo, immer am majestätischen Tejo entlang, bis nach Vila Velha de Ródão, wo wir den Zug verließen.

In Vila Velha de Ródão machten wir dann eine Bootsfahrt auf dem Tejo, zu den berühmten Portas de Ródão.
Hier, rund 30 km südwestlich der Distrikthauptstadt Castelo Branco, hat der Tejo das imposante 45 m breite Felsentor von Ródão (port.: Portas de Ródão) über Jahrmillionen geologisch ins Gestein gewaschen.
Die Portas de Ródão gelten als Naturdenkmal (port.: Monumento Natural das Portas de Ródão) und liegen in einem Naturschutzgebiet.
Dieses Naturschutzgebiet ist die Heimat vieler seltener Vögel.
Hier brütet und lebt z.B. die größte Population Iberischer Gänsegeier (lat.: Gypus fulvus / port.: grifo) auf portugiesischem Boden.
Aber auch die seltenen Schwarzstörche (lat.: Ciconia nigra / port.: cegonha-preta) und Rotmilane (lat.: Milvus milvus / port.: milhafre-real) brüten und leben hier.

Von Vila Velha de Ródão ging es dann mit einem Reisebus weiter nach Castelo Branco, wo wir im Restaurant „Quinta da Dança“ einkehrten.
Dort haben wir zwar nicht das Tanzbein geschwungen, aber sehr wohl vorzüglich gegessen und getrunken.

Gestärkt durch ein ausgedehntes und sehr schmackhaftes Mittagessen, der unser zeitliches Reiseprogramm total durcheinander brachte, brachen wir zum nahen Museu Cargaleiro auf.
Dieses Museum, das sich alleine dem Werk und den Werken des Malers und Keramikkünstlers Manuel Cargaleiro widmet und zahlreiche seiner Werke beherbergt, liegt inmitten der historischen Altstadt von Castelo Branco und gilt als eines der wichtigsten kulturellen Institutionen der Stadt.

Nach dem Besuch im Museu Cargaleiro fuhren wir dann mit dem Reisebus weiter nördlich, in Richtung der Stadt Idanha-a-Nova, nahe der spanischen Grenze.
Unser letztes Reiseziel, und zweifelsohne eines der schönsten unseres Ausfluges, war das historische Dorf Monsanto, das hier in Portugal den Ruf hat „das portugiesischste Dorf Portugals“ zu sein (port.: „A aldeia mais portuguesa de Portugal“).

Monsanto ist schon von weitem aus zu sehen.
Wie ein Schwalbennest klebt der kleine malerische Ort um den Gipfel eines felsigen Hügels, inmitten der Landschaft.
Beherrscht wird Monsanto, das noch nicht einmal 1000 Einwohner zählt, von den Resten einer alten Burganlage.
Mit seinen engen und steilen Gassen, die von zum Teil in den Granitstein gehauenen Häusern gesäumt werden, gehört Monsanto zu den typischsten und besuchenswertesten Ortschaften der Beira Beixa.
Monsanto ist so malerisch, das es 1938, bei einem nationalen Wettbewerb, zum „Portugiesischsten Dorf Portugals“ auserkoren wurde.
Dieser Titel haftet Monsanto, nicht zu unrecht, bis heute noch nach.
Monsanto ist allemal einen Besuch wert!

Gegen 18:00 Uhr verließen Monsanto und fuhren mit dem Bus nach Castelo Branco zurück, wo wir pünktlich um 19:25 Uhr den Intercidades nach Lissabon bestiegen.

Nach drei Stunden Fahrt kamen wir hier im Bahnhof Santa Apolonia, wo unser Gemeindeausflug am frühen Morgen begonnen hatte, erschöpft aber sehr glücklich und zufrieden an.
Hannelore Correia, die für die Planung und Verwirklichung dieser interessanten und erlebnisreichen Gemeindereise verantwortlich ist, hat unsere aller Lob verdient.
Wir freuen uns schon alle auf die nächste Reise die sie organisieren wird.

Danke Hannelore!

Sonntag, 16. September 2012

Ein etwas anderer Gottesdienst




Ich war schon immer ein Freund des spontanen und des improvisierten.
Ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache, aber ich persönlich finde, das Spontaneität, Flexibilität und Improvisation Zeichen von einer ungeheuren Kreativität sind.
Umso erfreuter war ich daher, dass ich heute in den Genuss eines etwas anderen Gottesdienstes in der Deutschen Evangelischen Kirche zu Lissabon kam.

Da die Kirche der DEKL (dt.: Deutsche Evangelische Kirche in Lissabon / port.: Igreja Evangélica Alemã em Lisboa) zurzeit ausführliche Dacharbeiten über sich ergehen lassen muss, und es den Kirchengängern nicht zuzumuten war in einer total verstaubten Kirche am Gottesdienst teilzunehmen, wurde spontan beschlossen den heute stattfindenden Gottesdienst im Pfarrhaus zu vollziehen.

Nun, ich frequentiere die deutsche Kirche an der Praça de Espanha seit nunmehr 15 Jahren, und ich habe schon an den verschiedensten Gottesdiensten teilgenommen, aber einen Gottesdienst im Pfarrhaus, das war auch für mich heute eine Premiere.

Die Pfarrer Anke und Stefan Stalling außer Haus, Hannelore Correia die einen tollen Gottesdienst leitete, 18 aufmerksame Kirchgänger, Rute Martins, die eigentlich unsere Organistin ist und heute aus einem alten Klavier die schönsten Töne herauskitzelte und ich, der ich normalerweise fürs Kaffeekochen zuständig bin und heute etwas holperig das Evangelium vortragen musste – das war im groben der Gottesdienst an dem ich heute teilgenommen habe.

„Ein Gottesdienst der nicht in der Kirche stattfindet, geht das überhaupt?“ – werden sich jetzt viele, vor allem meiner katholischen Freunde, fragen.
Und ob das geht!
Der heutige Gottesdienst in der DEKL war der beste Beweis dafür.
Gott ist überall gegenwärtig, nicht nur in der Kirche.
Es gibt keinen Ort, wo man nicht zu ihm beten könnte!

Euch allen, eine schöne Woche!