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Freitag, 7. August 2015

Portugals Strände – unter den besten der Welt


In ihrer letzten Ausgabe hat die US-amerikanische Onlinezeitung „The Huffington Post“ mit Hilfe ihrer Reisejournalisten und anderen redaktionellen Mitarbeitern die paradiesischste Meeresbucht der Welt gesucht und dann gekürt.
Badestrände in Brasilien, Australien, Mexiko, Hawaii und auf den Seychellen kamen auf die vordersten Plätze.
Den ersten Platz aber machte ein Strand in unseren Gefilden, nämlich der Strand in der Bucht von Ponta da Piedade südlich der Stadt Lagos, an der Algarve.

Und zu Recht, denn die Ponta da Piedade ist einer der malerischsten Küstenabschnitte der Algarve und ganz Portugals, mit vielen prächtigen Felsenbildungen, steilen Klippen, zahlreichen Grotten, kristallklarem Wasser und einem feinen Sandstrand, der das Prädikat Traumstrand ohne weiteres verdient.

Portugiesische Strände, so unterschiedlich sie auch sein mögen, waren schon immer sehr beliebt, nicht nur bei uns Portugiesen, sondern auch bei unseren ausländischen Gästen.
Hier nun im Folgenden einige internationale Bewertungen portugiesischer Strände der letzten Jahre:

- Ponta da Piedade in Lagos, Algarve
die US-amerikanische „The Huffington Post“ tituliert diese Badebucht in ihrer Onlineausgabe vom Juli 2015 als „Die schönste Bucht der Welt“

- Praia da Fábrica in Cacela Velha, bei Vila Real de Santo António, Algarve
laut den Lesern der spanischen Ausgabe der  Reisezeitschrift „Traveler“ ist dieser Strand unter den 15 anziehendsten der Welt – Ausgabe Juli 2015

- Praia da Adraga, Sintra
die Leser des englischen „The Guardian“ kürten im Mai 2014 diesen Strand zum attraktivsten in Portugal

- Praia da Salema, Vila do Bispo
die Reisezeitschrift „Travel and Leisure“ meinte im März 2012, dieser Strand sei einer der größten Geheimtipps der Welt

- Praia de Sagres, in Vila do Bispo und Praia de Sesimbra
die englische Ausgabe der „Time Out“ bezeichnet diese zwei Strandabschnitte im August 2010 als die besten und schönsten in Europa

- Praia de Porto Covo, Sines
laut der französischen Ausgabe der „Huffington Post“ vom Oktober 2014 gehört dieser zu den zehn attraktivsten Stränden der Welt

- Praia de Peniche
die spanische Ausgabe der „Lonley Planet“ bewertet Peniche im Juni 2015 als eine der zehn besten Europas im diesjährigen Sommer

Wer lange Strandspaziergänge mag, gerne eine Runde im glasklaren Wasser schwimmt oder schnorchelt, wer spektakuläre Sonnenuntergänge mag oder mit seinen Kindern lieber eine Sandburg baut, einen Drachen steigen lässt oder Muscheln sammelt, wer gerne Beachball oder Volleyball spielt oder lieber faul die Sonne genießt, der ist zweifellos mit den hiesigen Stränden immer bestens bedient!

Samstag, 18. Februar 2012

Karneval 2012


In meinem Blog-Eintrag „É carnaval, e ninguem leva a mal“, den ich am 04. Februar 2012 verfasst habe, schreibe ich darüber, das Premierminister Pedro Passos Coelho Anfang dieses Monats verkündet hat, das er und seine Regierung dieses Jahr den Karnevalsdienstag nicht, wie sonst üblich, als einen freien Arbeitstag tolerieren werden (port.: tolerância de ponto).

Diese Mitteilung des Premierministers ist in vielen Teilen Portugals, vor allem in den Karnevalshochburgen des Landes, mit Unverständnis und Ärgernis, mancherorts sogar mit Wut, aufgenommen worden.

Heute nun wollte meine liebe Freundin Christiane, eine waschechte Kölnerin die seit gut einem Jahr hier in Lissabon lebt, von mir wissen wo denn diese „Karnevalshochburgen“ liegen würden, denn, so meinte sie, nachdem was sie so in den letzten Tagen mitbekommen hätte, würde Lissabon sicherlich nicht zu ihnen gehören.

Nun, da hat Christiane leider recht!
Die Karnevalszeit ist nicht gerade die lustigste und farbenfroheste Zeit in Lissabon. Aber es gibt sie – die Karnevalshochburgen!

Auf besonderen Wunsch von Christiane und für all diejenigen, die die fünfte Jahreszeit nicht in Rio de Janeiro, Köln oder Venedig verbringen werden, hier nun ein paar Tipps wo sie die nächsten Tage hier in Portugal den Karneval feiern können:


• Estarreja – In Estarreja findet eines der fröhlichsten Karnevalsumzüge des Landes statt. Am morgigen Karnevalssonntag, dem 19. Februar, findet der traditionelle Umzug, mit mehreren hundert Teilnehmern, im Herzen der Stadt statt. Der Haushaltsplan der Stadt hat 140.000 Euro für den diesjährigen Karneval eingeplant

• Figueira da Foz – Diese in der Nähe von Coimbra gelegene Hafenstadt veranstaltet am heutigen Samstag, den 18. Februar, und am morgigen Sonntag, den 19. Februar, je einen Karnevalsumzug durch die zentral gelegene Avenida do Brasil. Insgesamt hat die Stadt Figueira da Foz 100.000 Euro in den diesjährigen Karneval investiert

• Funchal – Funchal auf Madeira ist weltberühmt für seine Feierlichkeiten zum Jahreswechsel. Aber auch der Karneval auf dieser Insel, mitten im Atlantik, ist sehenswert. Dieses Jahr steht der Karneval von Funchal unter dem Motto „Horoskope und Tierkreiszeichen“. Am heutigen Samstag und am kommenden Karnevalsdienstag wird ein Umzug die Straßen der Stadt beleben. Da die Krise auch auf Madeira angekommen ist, wird dieser Karneval mit ca. 280.000 Euro, genauere Zahlen sind aus Madeira nie erhältlich, wohl der sparsamste der letzten zehn Jahre auf der Insel sein

• Loulé – An der Algarve wird der Karneval im Allgemeinen enthusiastischer gefeiert als im restlichen Land, unter anderem auch in der Stadt Loulé. Da aber die Stadtoberen von Loulé beschlossen haben, ihrem Öffentlichen Dienst keinen freien Tag am Karnevalsdienstag (port.: tolerância de ponto) zu gewähren, wurde der traditionelle Umzug auf den heutigen Karnevalssamstag vorgeschoben. Die Investitionen für den diesjährigen Karnevalsumzug belaufen sich auf 250.000 Euro

• Mealhada – Nirgendwo ist der Karneval in Portugal brasilianischer als hier in dieser Stadt, in der Nähe von Leiria und Coimbra. Das zeigt sich vor allem daran, dass traditionell der Karnevalskönig immer ein Brasilianer ist. Mit Eintrittskarten von 5 Euro und der Gewährung einer „tolerância de ponto“ am kommenden Karnevalsdienstag, für alle Beamten und Schüler der Stadt, hoffen die Veranstalter die Kosten von ca. 120.000 Euro wieder einzufahren

• Ovar – In der Nähe der Stadt Aveiro, am Nordende des gleichnamigen Haffs, der Ria de Aveiro, liegt das Städtchen Ovar. Hier wird dieses Jahr zum 60sten Mal ein prächtiger Karnevalsumzug stattfinden. Insgesamt 24 Karnevalsgruppen, unter ihnen vier Sambaschulen, werden am kommenden Dienstag, dem 21. Februar, durch Ovar defilieren. Mit 450.000 Euro findet dieses Jahr hier der teuerste Karneval Portugals statt

• Sines – Insgesamt 90.000 Euro hat die im Baixo Alentejo gelegene Hafenstadt Sines für ihre diesjährigen Karnevalsumzüge eingeplant. An drei Tagen, nämlich am morgigen Karnevalssonntag, am Rosenmontag und am Karnevalsdienstag werden die Bürger der Stadt und ihre Gäste gemeinsam die fünfte Jahreszeit feiern können. Da der Bürgermeister von Sines seinem Öffentlichen Dienst, darunter auch den Schulen, für den kommenden Dienstag freigegeben hat (port.: tolerância de ponto) wird hier die Stimmung besonders ausgelassen sein

• Torres Vedras – In dieser nördlich von Lissabon gelegenen Stadt der Estremadura wird, meiner Meinung nach, der ausgelassenste und beste Karneval Portugals gefeiert. Mit den traditionellen „Cabeçudos“, das sind große dickköpfige Figuren aus Pappmaché, den „bombos“ (dt.: riesige Trommeln) und farbenfrohen Masken findet am kommenden Karnevalsdienstag, dem 21. Februar, ein Umzug durch die Hauptstraßen der Stadt statt. An die 400.000 Euro hat die Stadt Torres Vedras für den Karneval 2012 schon ausgegeben, aber es wird mit dem doppelten an Einnahmen gerechnet. Eine „tolerância de ponto“ wird hier nicht nur am Karnevalsdienstag, sondern auch am Rosenmontag gewährt.


Auch wenn in allen Karnevalshochburgen die Organisatoren der Umzüge und Feierlichkeiten, in Zeiten der Krise, überall den Rotstift ansetzen mussten und auch wenn in vielen Städten und Gemeinden der Karnevalsdienstag kein tolerierter freier Tag mehr ist, sondern ein ganz normaler Arbeitstag, so bin ich mir dennoch sicher, das in den von mir hier aufgezählten Karnevalshochburgen sicherlich der Bär tanzen wird!

Donnerstag, 12. Januar 2012

Vasco da Gama


Wer jemals in Sines zu Gast war, wird von der Stadt an sich enttäuscht sein.
In einer felsigen und dünenreichen Bucht der südportugiesischen Atlantikküste des Baixo Alentejo gelegen, hat Sines, architektonisch gesehen, nicht viel mehr als eine kleine Fischerkapelle, eine vor Jahren restaurierte alte Burg und eine riesige, stinkende Erdölraffinerie zu bieten.
Aber, auch wenn Sines nicht besonders sehenswert ist, so ist die Stadt in Portugal doch als der Geburtsort eines großen Portugiesen bekannt.

Der berühmte Seefahrer und Entdecker Vasco da Gama ist nämlich ein Sohn dieser Stadt.
Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt, denn die Angaben in den verschiedenen Dokumenten schwanken zwischen 1460 und 1469.
Überhaupt weiß man heute recht wenig über das Leben des jungen Vasco da Gama.
Er wurde als Sohn von Estêvão da Gama und Isabel Sodré, deren Familie ursprünglich aus England stammte, geboren.
Vasco da Gama hatte mindestens vier Geschwister, darunter auch sein Bruder und Weggefährte Paulo da Gama. Einige Wissenschaftler sprechen gar von fünf oder sechs Brüdern und Schwestern.

Sein Vater Estêvão da Gama gehörte dem niederen Adel und dem Ritterorden von Santiago (port.: Ordem de Santiago) an. Er hatte das Amt eines Gouverneurs (port.: Alcaide-mor) der Städte Sines und Silves inne.
Estêvão da Gama besaß eine kleine Seifenfabrik in Estremoz, mit der er hauptsächlich den Lebensunterhalt seiner Familie bestritt.

Im Jahre 1480 trat auch Vasco da Gama in den Ritterorden von Santiago ein. Der Eintritt in diesen Orden bedeutete nicht automatisch die spätere Weihe zum Priester, sondern sie war lediglich die Voraussetzung dafür, später einmal
Einkünfte aus der Verwaltung und Bewirtschaftung der Güter des Ritterordens beziehen zu können.
Da der Eintritt in den Santiagoorden damals gewöhnlich im Alter von elf oder zwölf Jahren erfolgte, gehen heutige Historiker davon aus, das das Geburtsjahr von Vasco da Gama entweder 1468 oder 1469 war.
Aber wie schon erwähnt – sicher ist man sich nicht.

Sicher ist man sich allerdings darin, dass er im Santiagoroden ein Schüler des Mathematikers und Historikers Augusto Carlos Teixeira de Aragão war. Außerdem kam er durch den Orden zum ersten Mal mit der Seefahrt in Verbindung.
Da er den großen Astronomen Abraão ben Samuel Zacuto persönlich kannte (bitte lesen sie hierzu auch meinen Eintrag „Abraão ben Samuel Zacuto“ vom 07. Januar 2012), vermutet man, dass er von diesem auch in die Astronomie eingewiesen wurde.

Im Jahre 1492 beauftragt ihn König João II mit der Überwachung des Handels in der Hafenstadt Setúbal.
Zu seinen Aufgaben gehörte es, unter anderem, Angriffe französischer Piraten, gegenüber portugiesischen Handelsschiffen vor der Küste Westafrikas, zu unterbinden.
Einen Auftrag den Vasco da Gama, gnadenlos und mit aller Härte, zur vollsten Zufriedenheit des Königs erledigt.
Eine Tatsache die dazu führt, dass seine menschlichen Qualitäten bis heute sehr umstritten sind.
In zeitgenössischen Quellen wird Da Gama oftmals als tapfer, zäh, stolz, mutig und kompromisslos aber auch als jähzornig, hitzig und sogar brutal beschrieben.

Aber vielleicht ist gerade seine Kompromisslosigkeit der Grund, warum König Manuel I ausgerechnet ihn damit beauftragte den Seeweg nach Indien zu finden, obwohl er bis dahin nur geringe Kenntnisse in der Seefahrt hatte.
Zwar hatte er eine gute Beziehung zu Manuel I und genoss das völlige Vertrauen des Königs, aber ausschlaggebend für die Ernennung Vasco da Gamas zum Kommandanten der ersten Entdeckungsfahrt nach Indien, war wohl, das er der größte Verfechter der Suche des Seeweges nach Indien, um den afrikanischen Kontinent herum, gewesen war.

Am 08. Juli 1497 sticht Vasco da Gama vom Hafen des damaligen Lissabonner Vorortes Restelo in See.
Insgesamt vier Segelschiffe bilden die kleine Armada.
Die Nau „São Gabriel“, die eigens für diese Fahrt gebaut wurde, diente Vasco da Gama, mit Pêro de Alenquer als Steuermann, als Flagschiff.
Auf der Nau „São Rafael“, die ebenfalls eigens für diese Reise konstruiert wurde, übernahm sein Bruder Paulo da Gama, mit dem Steuermann João de Coimbra, das Kommando.
Kapitän Nicolau Coelho und Steuermann Pêro Escobar kommandieren die etwas ältere Nau „Bérrio“.
Und auf dem kleinen und alten Transportschiff „São Miguel“ hatte Kapitän Gonçalo Nunes das sagen.

Obwohl er geringe nautische Kenntnisse hatte, standen so Vasco da Gama einige der besten Steuermänner und Kapitäne der damaligen Zeit zur Verfügung.
Die gesamte Besatzung der Armada bestand aus 170 Seeleuten, sieben Priestern und 24 Sträflingen, deren Aufgabe es war, bei besonders riskanten Unternehmungen ihren Kopf hinzuhalten.
Ein Drittel dieser Männer wird die Rückkehr nach Portugal nicht mehr erleben.

Nach einer Woche auf dem Meer, passieren die Schiffe die Kanarischen Inseln und am 04. November erreichen sie die Bucht von Sankt Helena (port.: Baía de Santa Helena) an der südwestafrikanischen Küste.
Am 22. November umrundet die kleine Armada das Kap der Guten Hoffnung (port.: Cabo da Boa Esperança) und drei Tage später werfen sie vor der heutigen Moselbay die Anker.
Am Weihnachtstag des Jahres 1497 segeln sie an der südafrikanischen Küste vorbei, und taufen sie auf den Namen Natal.
Diese Küste ist heute Teil der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal.

Am 02. März 1498 ankert Vasco da Gama, nach Tagen voller schwerer Stürme und mehreren versuchten Meutereien seiner Mannschaft, in einer Bucht, die zum heutigen Moçambique gehört.

Fünf Wochen später, am 07. April 1498, erreichen sie die heutige kenianische Stadt Mombasa (port.: Mombaça), wo sie von den dortigen Bewohnern und arabischen Kauf- und Seeleuten feindlich empfangen werden.
Vasco da Gama segelt bis zur Stadt Malindi (port.: Melinde) weiter, wo sie freundlicher aufgenommen werden. In Malindi wird ihm vom Sultan der ortskundige Steuermann Ahamed ben Madjid zur Verfügung gestellt, der die Armada nach Indien bringen soll.

Dort kommt Vasco da Gama auch, am Morgen des 20. Mai 1498, nach einer zehnmonatigen Überfahrt, an dem Strand von Kappakadavu, nördlich der Stadt Calecut im heutigen indischen Bundesstaat Kerala, an.
Zum ersten Mal in der Geschichte, war es einem Menschen gelungen, den afrikanischen Kontinent zu Umfahren und so den Seeweg nach Indien zu entdecken!

Da Gama schließt mit Samutiri Manavikraman Rajá, dem Zamorin (dt.: Stadthalter) von Calecut einen Friedens- und Handelsvertrag ab, und am 29. August 1498 tritt er, mit damals wertvollen Gewürzen beladen, den Rückweg nach Portugal an.
Er lässt 18 Mann zurück, ausnahmslos Sträflinge, und gibt diesen den Auftrag, sie möchten einen portugiesischen Handelsplatz gründen.

Durch den Monsun kommt die Armada nur langsam voran. Erst am 07. Januar 1499 erreicht Vasco da Gama bei Melinde die afrikanische Küste.
Die weitere Fahrt erweist sich, auf Grund der schlechten Wetterverhältnisse, als ziemlich schwierig und langwierig.

Erst am 10. Juli 1499 erreicht das erste Schiff seiner Armada, die „Bérrio“, unter dem Kommando von Kapitän Nicolau Coelho, Lissabon.
Vasco da Gama selber, der sich wegen seines todkranken Bruders Paulo mehrere Wochen auf der Azoreninsel Terceira aufhält, kommt erst am 09. September 1499 in Lissabon an, wo er triumphal vom König empfangen wird.

König Manuel I belohnt ihn reichlich.
Er spricht ihm eine stattliche Jahresrente von 300.000 Reais zu, macht ihn im Dezember 1499 zum Gouverneur von Sines, ein Amt den zuvor sein Vater Inne hatte, und ernennt ihn zum „Almirante do Mar das Indias“ (dt.: Admiral der indischen Meere“).

Um das Jahr 1500 herum ehelicht Vasco da Gama die Adelige Catarina de Ataíde, eine Tochter des königlichen Stadthalters von Alvor, Afonso de Ataíde, und dessen Ehefrau Maria da Silva.
Mit Catarina de Ataíde hat Vasco da Gama später einmal sechs Söhne und eine Tochter.

Es sind dies:

• Pedro da Silva da Gama, der von 1548 bis 1552 Gouverneur (port.: Capitão-mor) von Malakka war
• Francisco da Gama, zukünftiger Haupterbe seines Vaters und zweiter Graf von Vidigueira
• Paulo da Gama, der zwischen 1533 und 1534 Gouverneur von Malakka war
• Isabel de Ataíde
• Álvaro da Gama
• Estêvão da Gama, der u. a. zwischen 1529-1534 Gouverneur von Elmina, zwischen 1534–1538 Gouverneur von Malakka und zwischen 1540–1542 Gouverneur des portugiesischen-indischen Staates (port.: Estado da Índia) war
• Cristovão da Gama

Am 12. Februar 1502 bricht Vasco da Gama, diesmal mit 21 Schiffen, zu seiner zweiten Fahrt nach Indien auf.
Er wird von mehreren Familienmitgliedern begleitet.
So sind seine Onkel Vicente Sodré und Brás Sodré Kapitäne auf zwei Schiffen der Flotte. Sein Cousin Estêvão da Gama und sein Schwager Lopo Mendes de Vasconcelos haben ebenfalls das Kommando auf zweien der 21 Schiffe.

Die Überfahrt nach Indien verläuft diesmal etwas zügiger. Auf dem Weg nach Calecut sichtet der Seefahrer im Juni 1502 ein paar Inseln, die er auf den Namen „Ilhas do Almirante“ (dt.: Admiralsinseln) tauft.
Diese Inseln kennen wir heute unter dem Namen Seychellen.

Als Da Gama in Calecut ankommt, muss er feststellen, dass die Männer die er bei seiner ersten Reise zurückgelassen hatte, alle auf Befehl des Zamorins ermordet worden waren.
Er rächt sich auf grausame Weise an dem Zamorin von Calecute, in dem er die Stadt bombardiert, sie völlig zerstört und dann ihre Bewohner umbringen lässt.
Seinen Jähzorn lässt Da Gama ungezügelten Lauf, er verfällt nahezu in einen Rausch von Grausamkeiten.

Er segelt nach der Vernichtung von Calecut in Richtung Süden und erreicht bald darauf die indische Stadt Cochim, dessen Stadthalter den Portugiesen sehr gewogen ist.
Im Jahre 1503 lässt er in der Stadt Cochim die erste portugiesische Festung auf indischem Boden errichten, das Fort São Miguel, und stabilisiert mit diesem so die Vormachtstellung Portugals in Indien.
Im September 1503 macht sich Vasco da Gama wieder zurück auf den Weg nach Portugal.

Als Da Gama von seiner zweiten Indienfahrt reich beladen mit Gewürzen, Seide und Gold nach Lissabon zurückkehrt, erhöht der König seine monatliche Jahresrente auf die ungeheuerliche Summe von 400.000 Reais und macht ihn obendrein zum Mitglied seines Hofstaates.

Im Jahre 1507 legt Vasco da Gama, nach jahrelangen Streitigkeiten, alle Ämter im Santiagoorden nieder und tritt aus diesem aus.
Er zieht mit seiner Familie in die Stadt Évora.
Mit Unterstützung von König Manuel I wird er in den Orden der Christusritter (port.. Ordem de Cristo) aufgenommen.
Die nächsten Jahre verbringt Vasco da Gama am Hofe des Königs und ist ihm dort als Ratgeber für die verschiedensten Angelegenheiten der indischen Überseegebiete treu ergeben.
Im Jahre 1519 verleiht ihm der König für seine geleisteten Dienste und Treue den Titel eines Grafen von Vidigueira (port.: Conde de Vidigeura).

Als König Manuel I am 12. Dezember 1521 verstirbt, besteigt sein Sohn als João III den Thron.
Da die indischen Gebiete zusehends in Korruption und Misswirtschaft versinken, beschließt der neue König erneut die reichen militärischen und diplomatischen Dienste und Erfahrungen Da Gamas in Anspruch zu nehmen.
Er ernennt Vasco da Gama zum Vizekönig von Indien (port.: Vice-Rei da India) und stattet diesen mit allerlei Vollmachten aus, bevor er ihn nach Indien schickt.

Am 05. April 1524 verlässt Da Gama zum dritten Mal Lissabon in Richtung Indien.
Begleitet wird er diesmal, unter anderem, von seinen zwei Söhnen Estêvão und Paulo.

Kaum in Calecut und Cochim angekommen beginnt er drastische Reorganisationsmaßnahmen, sowohl in der Zivil- als auch in der Militärverwaltung.
Diese harten Veränderungen sollten später einmal, weit über Da Gamas Tod hinaus, die Verwaltungsstrukturen des portugiesisch-indischen Staates (port.: Estado da India) beherrschen.

Aber Vasco da Gama ist krank, sehr krank sogar.
Kaum vier Monate nach seiner Ankunft in Indien, erkrankt Vasco da Gama, laut einem zeitgenössischen Bericht, plötzlich an einer „Infektion in der Nackengegend“, was auch immer das heißen mag. Fakt ist, das sich an seinem ganzen Nacken eitrige Geschwüre bildeten, die schlussendlich zu seinem Tod führten.
Er verstarb am 24. Dezember 1524 in der südwestindischen Stadt Cochim.

Zuerst wurde er dort, in dem von den portugiesischen Franziskanerpatern gegründeten Kloster São Francisco beigesetzt.
Doch im Jahre 1538 ließ sein Sohn Pedro da Gama seinen Leichnam ins Kloster Nossa Senhora das Relíquias ins heimatliche Vidigueira überführen.
1880 wurden seine sterblichen Überreste, auf Anweisungen König Carlos I, feierlich im Hieronymus-Kloster (port.: Mosteiro dos Jerónimos) von Belém, in Lissabon, beigelegt.

Vasco da Gama ist ohne Zweifel einer der berühmtesten Portugiesen weltweit.
Seine Entdeckungsfahrt nach Indien, seine Taten und seine Abenteuer hat Portugals Nationaldichter Luis Vaz de Camões später mit seinem Hauptwerk „Os Lusiadas“ unsterblich gemacht.

Dienstag, 4. Januar 2011

Es ist etwas faul im Staate Portugal


Wie jeder weiß und wie jeder (der eine mehr, der anderer weniger) es zu spüren bekommt, befinden wir uns hier in Portugal in einer Zeit voller Krisen.
Selten hat Portugal in den letzten 100 Jahren wirtschaftlich so schlecht dagestanden wie im Augenblick (so viel zum Thema „100 Jahre Republik“).

Mit Island, Irland und Griechenland als abschreckende Exempel vor Augen, bemüht sich die Nation das Schicksal dieser bankrotten Staaten nicht zu erleiden.
Aber es wird schwierig in den nächsten Monaten und Jahren, sehr schwierig!...

Und weil wir so schwere Zeiten haben, und uns gewiss noch schwierigere Zeiten bevorstehen, kann ich, wo doch von mir und den anderen Steuerzahlern erwartet wird, dass wir den Gürtel enger schnallen, nicht nachvollziehen wie andernorts das Geld regelrecht aus dem Fenster rausgeschmissen wird.

Und ich rede hier nicht von den staatlichen Institutionen, wie etwa dem Verteidigungsministerium, dem Verkehrsministerium oder dem Innenministerium, denn von denen sind wir sinnloses Geldausgeben schon gewohnt.
Nein, ich rede hier von den Kommunen und den Städten, die hier in Portugal, auf unsinnigste Art und Weise, öffentliche Steuergelder ausgeben und wo sich dann die Herren Bürgermeister lamentierend vor Fernsehkameras stellen und sagen, wie schlecht finanziell es um sie und ihre Kommunen bestellt ist.

Ich habe hier ein paar Beispiele aus dem letzten Jahr, die jedem normalen Bürger die Schamesröte ins Gesicht treibt, nicht so aber anscheinend den Stadtverwaltungen und den Kommunalpolitikern, die folgende Rechnungen an den portugiesischen Rechnungshof (port.: Tribunal de Contas) gesendet haben, in der Hoffnung der portugiesische Steuerzahler würde diese begleichen:

- So hat in Matosinhos, genauer gesagt im Matosinhos Habit, der Zentrale für städtischen Wohnungsbau, die Neuanschaffung der Eingangstür des Hauptgebäudes stolze 142.320.- Euro gekostet. Würde gerne nur mal wissen, aus was diese Tür besteht, denn schließlich kostet sie ja mehr, als so manche Eigentumswohnung hier in Lissabon.

- Die Hochschule für Technologie an der Universität der Algarve (port.: Escola Superior de Tecnologia da Universidade do Algarve) stellt dem Steuerzahler, den Hin- und Rückflug eines Professors zwischen Faro und der kroatischen Hauptstadt Zagreb, mit 33.745,- Euro in Rechnung. Nachdem ich die Internetseite der portugiesischen Fluggesellschaft TAP besucht habe, habe ich herausbekommen das der teuerste Flug zwischen Faro und Zagreb, hin- und zurück, mit Steuern, gerade Mal knapp 1.700,- Euro kostet. Macht den stolzen Unterschied von über 32.000,- Euro.

- Die Regionalhauptverwaltung der Gesundheitsbehörde des Alentejo (port.: Administração Regional de Saúde do Alentejo), in Évora, hat 97.560,- Euro für die Anschaffung eines Büroschrankes, zwei Computertischen und drei Stühlen mit extra hohen Lehnen ausgegeben. Ich weiß nicht wie der aktuelle qm²-Preis für Büromöbel ist, aber entweder sind diese, vom Gesundheitsamt gekauften und in Rechnung gestellten Möbel, aus purem Gold oder man hat die Alentejanos, die sonst so stolz darauf sind genug Bauernschläue zu haben und sich nicht so leicht übers Ohr hauen zu lassen, ganz schön über den Tisch gezogen. Vielleicht hätte man vor dem Erwerb der Büromöbel einmal bei IKEA vorbeischauen sollen. Die haben nämlich ein sehr gutes Preisleistungsverhältnis was Büromöbel angeht.

- Die Stadt Lagoa (port.: Município de Lagoa) an der Algarve hat für das Anbringen von Motorradtaschen an den von ihren Mitarbeitern benutzten Arbeitsmotorrädern stolze 106.596,- Euro ausgegeben. Ich weiß nicht wie viele Motorräder die Stadt Lagoa insgesamt diesen Umbaumaßnahmen unterworfen hat, aber es scheint ein teurer Spaß zu sein, wenn man sich an der Algarve sein zweirädriges Arbeitsgefährt umpimpern lässt.

- Eine weitere kuriose Rechnung hat die Stadtverwaltung von Ilhavo (port.: Município de Ilhavo) beim portugiesischen Rechnungshof eingereicht. Die bezahlte nämlich angeblich für drei Computer, einem Drucker, neun Telefonen und zwei Scannern insgesamt 380.666,- Euro. Es muss sich hierbei wirklich um ganz besondere PC´s handeln, wenn ein jeder von ihnen über 100.000,- Euro kosten tut.

- Das Rathaus von Loures (port.: Câmara Municípal de Loures) gelegen in einem Weinanbaugebiet, hat 652.300,- Euro für spanischen Rot- und Weißwein ausgegeben. Würde jetzt nur gerne wissen, warum ein Weinanbaugebiet über eine halbe Million Euro für spanische Weine ausgibt. Ist man vielleicht von seinen Weinen nicht überzeugt?

- Die Anschaffung eines Lieferwagens beläuft sich, laut der Stadtverwaltung von Vale de Cambra (port.: Município de Vale de Cambra), auf stolze 1.236.000,- Euro! Hierbei handelt es sich nicht etwa um einen Lieferwagen der Marke Porsche oder Bentley, sondern um einen der Marke Renault. Kein Wunder also das es der französischen Wirtschaft besser geht, als der unsrigen.

- Für die Einweihung des neuen Burgmuseums von Sines (port.: Museu do Castelo de Sines), wurde ein Festzelt angemietet, für den die Stadtverwaltung von Sines (port.: Município de Sines) 1.236.500,- Euro hinblätterte. So erfahren wir das das anmieten eines Festzeltes genauso teuer ist, wie das Anschaffen eines Lieferwagens der Marke Renault…

- Aber den Vogel schließt wohl die Stadtverwaltung von Beja ab. Die hat nämlich tatsächlich beim Rechnungshof hier in Lissabon eine Rechnung eingereicht, die an Dreistigkeit ihres gleichen sucht. Für einen multifunktionalen Fotokopierer der Marke Xerox, Model IRC30801, der im normalen Handel 7.698,- Euro kostet, bezahlte die Stadt Beja angeblich, sage und schreibe 6.572.983,- Euro, in Worten: sechsmillionenfünfhundertzweiundsiebzigtausendneunhundertachtunddreißig Euro!!!

Das es sich bei all diesen Rechnungen um glatten Betrug handelt steht, sowohl für den Rechnungshof als auch für jeden normal denkenden Menschen, außer Frage.
Ich wundere mich nur, warum keiner dieser Herren der Stadtverwaltungen festgenommen oder gleich an die nächste Wand gestellt worden ist.

Beruhigend für mich ist nur, dass der Rechnungshof keinem dieser Fantasierechnungen stattgegeben hat, d.h. es kam niemals zu einer Begleichung der jeweiligen Rechnung, jedenfalls in der gewünschten Höhe.
Aber, und hier wiederhole ich mich, ich kann nicht verstehen und nachvollziehen das all diese kommunalen Organe - Bürgermeister, Stadträte, und andere kommunalen Politiker - ohne eine Anzeige, ohne eine Verurteilung, davon gekommen sind.

Es ist etwas faul im Staate Portugal…

Samstag, 13. Februar 2010

Karneval in Portugal


Ich bin schon oftmals gefragt worden, wie denn der Karneval (port.: carnaval / lat.: carne vale) hier in meiner Heimatstadt Lissabon sei.
Ob man ihn hier genauso bunt, fröhlich und ausgelassen feiern würde wie den Karneval in Brasilien, schließlich seien ja beide Länder kulturell sehr eng miteinander verbunden.
Mit einem Wort: Nein!

Um ehrlich zu sein, man kann wirklich nicht gerade behaupten Lissabon wäre eine Karnevalshochburg.
Im Gegenteil!
Hier in Lissabon kann der Karneval regelrecht an einem vorbeiziehen, ohne das man von Karnevalsdonnerstag bis Aschermittwoch auch nur einer roten Nase oder einem bunten Kostüm begegnet.

Genauso wie in Deutschland, so gibt es auch hier in Portugal Gegenden in denen der Karneval überhaupt nicht gefeiert wird, und es gibt dann wiederum regelrechte Karnevalshochburgen. Und Lissabon ist nun wirklich keine davon.

Karnevalshochburgen sind hier in Portugal die Städte Sesimbra, Ovar, Loures, Loulé, Torres Vedras, Sines und Funchal auf der Insel Madeira, von wo die ersten Auswanderer dieser Insel den Karneval nach Rio de Janeiro brachten.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo traditionell die Fastnacht nach offizieller Zeitrechnung am Elften im Elften um elf Uhr elf, beginnt, startet hier in Portugal die „Fünfte Jahreszeit“ erst am Karnevalssonntag.

Erst an diesem Sonntag beginnen dann hier in manchen Gegenden Portugals die drei „fetten Tage“ (port.: „dias gordos“), die die Fastenzeit anstimmen.
Nach und nach nimmt ab diesem Tag der Karneval von Groß und Klein Besitz und steigert sich dann schließlich in den Rausch der drei tollen Tage.
In den portugiesischen Karnevalshochburgen bricht die Lebenslust auf offener Strasse regelrecht aus (port.: carnaval da rua).
Und mit „offener Strasse“ ist wirklich die Strasse gemeint.
Denn obwohl es um diese Jahreszeit noch empfindlich nass und kalt sein kann in Portugal, würde es hier keinem im Traum einfallen Karneval in einem Saal und mit einer Prunksitzung zu feiern.

Eines hat aber der Karneval hier in Portugal mit allen anderen Karnevals auf der Welt gemeinsam:
Auch hier ist am Aschermittwoch alles vorbei – ausgenommen für die Müllmänner, die dann tonnenweise Konfetti, Luftschlangen und anderen Unrat wegkehren müssen.