Freitag, 30. Oktober 2009

Warum erschlägt Kain nicht Saramago?


Ignoranz und Dummheit sind hier in Portugal, genauso wie in Deutschland, leider nicht strafbar.

Der portugiesische Schriftsteller und Nobelpreisträger José Saramago hat mit der Veröffentlichung seines neuen Romans „Kain“ (port.: „Caim“) wieder einmal bewiesen das Intoleranz und Rechthaberei wirklich grenzenlos sein können.

Saramago langt schriftstellerisch gerne zu. Besonders gerne unterhalb der Gürtellinie. Er schreibt z.B. gerne über Nichtkommunisten und Andersdenkende (er selber ist nämlich treuer Parteimitglied), über die Kirche (er ist Atheist), über Homosexuelle und Juden (er ist bekennender Homofob und Antisemit) und lästert gerne über seine Schriftstellerkollegen (er meint er wäre als Schreiber einzigartig).
Er liebt es in seinen Werken, politisch unkorrekt auszuteilen und sich dann kichernd wegzuducken, wenn er mal wieder jemandem unvorbereitet richtig saftig zwischen die Beine getreten hat. Im übertragenen Sinne, versteht sich. Saramago ist ein Maulheld, ein Sprücheklopfer, ein Nestbeschmutzer.
Ja, Saramago liebt es Leute mit seinen Büchern da zu treffen, wo sie am schwächsten und empfindlichsten sind.
In meinen Augen ist Saramago nicht nur ein Clown der schreibt, sondern er ist auch ein Feigling.
Einer, der lieber aus der Distanz literarisch mit faulen Eiern wirft und dann unbeteiligt in die Luft schaut und pfeift, wenn der Getroffene verärgert guckt.
In seinem neuen Buch „Caim“ (der der seinen Bruder Abel erschlägt), lästert Saramago mal wieder über die katholische Kirche.

“Die Bibel ist eine Anleitung für schlechte Moral und hat einen großen Einfluss auf unsere Kultur und sogar auf unsere Lebensweise. Ohne die Bibel wären wir anders, und wahrscheinlich bessere Menschen“, dies sagte José Saramago letzte Woche, bei der Vorstellung seines neuen Buches „Caim“ in der nordportugiesischen Stadt Penafiel über das Alte Testament.
Als ein Reporter ihn fragte, ob seine Worte nicht die katholische Kirche verletzen könnten, sagte er, dass ihm das so ziemlich egal sei.
Aber dann fügte er hinzu, dass seine Worte durchaus die Juden verletzen könnten: „Aber das kümmert mich auch nicht sonderlich”…

Saramago, bekennender Kommunist und Atheist, hat selbst einmal von sich gesagt, das er die Bibel noch nie als ganzes gelesen hat.
Wie will also einer, der ein Buch noch nie gelesen hat, sich eine Meinung über dieses selbige machen können?
Da Saramago also die Bibel nicht kennt, kann er also nur sehr oberflächlich schreiben.

Diesen alten Mann, der einsam auf einer Kanareninsel lebt, weil er in Portugal, seinem eigenen Heimatland, keine echten Freunde hat, sollte man eigentlich nicht ernst nehmen, – wenn nicht, ja, wenn er nicht Schriftsteller wäre, und es Menschen gäbe, die seine Bücher kaufen, lesen und die Inhalte auch noch für wahr nehmen! – Dann ist er gefährlich, und dagegen muss man aufbegehren!

Und das ist gar nicht so schwer, wenn man den Unterschied zwischen einem religiösen Fanatiker, wie Bin Laden und einem fanatischen Atheist wie José Saramago, kennt.
Denn dieser Unterschied ist eigentlich simpel:

Ein religiöser Fanatiker sieht nämlich den Teufel überall.
Ein atheistischer Fanatiker, wie Saramago, dagegen sieht Gott überall.

Und noch etwas: Als Saramago vor Jahren Portugal verließ und nach Spanien, auf die Kanarischen Insel zog, weil er sich hier in seinem Heimatland nicht verstanden fühlte, drohte er damit, die portugiesische Staatsbürgerschaft abzugeben, und die spanische anzunehmen.

Ich frage mich nun seit zehn Jahren:
wann macht Saramago diese Drohung endlich wahr?

Kommentare:

  1. Olá, mal wieder ein gelungener Beitrag. Allerdings bin ich der Meinung, das Schriftsteller provozieren müssen. Provokation zum Zwang zur Auseinandersetzung. Zum Denken. Das er auf den Kanaren lebt, liegt wohl eher an seiner spanischen Frau. Ich denke an seine Provokation, als er anregte, das Spanien und Portugal sich zu einem iberischen Land vereinigen sollten. Was gab es dazu für eine mediale Aufregung in Portugal. Saramago ist umstritten, aber das ist ja sein Wille. Das kommunistische in seinem Wirken liegt mir sehr nahe, das homofobe und antisemitische lehne ich ab. "Saramago ist ein Maulheld, ein Sprücheklopfer, ein Nestbeschmutzer." Ich weis nicht, ob man so weit gehen kann? Gruß, Reinhard

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  2. "Warum erschlägt der Kain nicht den Saramago?"

    Eine gelungene Überschrift, gratuliere!
    Aber doch irgendwie gottlos, oder nicht gerade den christlichen Glaubensgrundsätzen entsprechend.
    Warum sich also (worüber) aufregen?!

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