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Freitag, 15. Mai 2015

Miss Sardinha 2015






Die Lissabonner Stadtverwaltung hat die fünf Sieger des diesjährigen Wettbewerbes, welches die schönsten Sardinen (port.: sardinhas)als Maskottchen für das im Juni stattfindenden Lissabonner Stadtfest (port.: Festas de Lisboa) darstellen sollen, bekannt gegeben.

In einem öffentlichen Wettbewerb konnte jeder – ob Portugiese oder Ausländer, ob in Lissabon wohnhaft oder nicht, ob Kleinkind, Jugendlicher oder Erwachsener – eine im Internet vorgegebene Sardinensilhouette kreativ und originell ausmalen, und diese dann einreichen.
Eine Jury, bestehend aus Mitglieder der Stadtverwaltung und Bürgern, entschied sich dann in einem Auswahlverfahren für die für sie schönsten Sardinen.

And the winner is…

Die Siegersardinen dieses Jahres, sind die der Portugiesen Alberto Faria, Delfim Ruas und Rui Fazenda, sowie die der Italienerin Marta Sorte und die des Franzosen Martin Jarrie.
Jeder Gewinner erhielt einen Geldpreis von jeweils 2.000 Euro.
Aber die wohl bedeutendste Auszeichnung für die Sieger dieses Wettbewerbes ist wohl die Tatsache, dass sie ihre Sardinen diesen ganzen Sommer lang auf Plakaten an jeder Ecke der Hauptstadt und an jedem Bus und Straßenbahn als Symbol des größten Festes Lissabons werden bestaunen können.

Sonntag, 18. Mai 2014

Lissabonner Stadtfest 2014








Wie in den vergangenen Jahren, so hat Lissabon auch in diesem Jahr die schönsten Sardinen als offizielle Symbole für das diesjährige Sankt Antoniusfest, dem Lissabonner Stadtfest, durch einen Wettbewerb bestimmt.
Dieser Wettbewerb, an dem knapp Fünftausend Personen teilgenommen haben, wurde durch das Lissabonner Event- und Managementunternehmen für Kultureinrichtungen EGEAC (port.: Empresa de Gestão de Equipamentos e Animação Cultural) durchgeführt.

Aus insgesamt 8.258 eingereichten Vorschlägen – darunter knapp 1.500 aus dem Ausland, wie Italien, Brasilien, Mexiko und sogar China – kürte die Agentur EGEAC letztendlich die sieben schönsten und originellsten Sardinen aus, und gab die Sieger – sechs Portugiesen und ein Mexikaner – diese Woche bekannt.

Die Gewinner-Sardinen werden in den folgenden Wochen für das Lissabonner Stadtfest Werbung machen.
Das Lissabonner Stadtfest findet jedes Jahr im Monat Juni statt und hat seinen Höhepunkt am 13. Juni, dem Antoniustag.
Der Heilige Antonius (port.: Santo António) ist der Schutzheilige der Stadt Lissabon, und auch wenn die Welt ihn eher unter dem Namen Antonius von Padua kennt, so wird er hierzulande einfach nur Santo António de Lisboa (dt.: Antonius von Lissabon) genannt, denn er ist ein Sohn der Stadt. Hier wurde Antonius Ende des 12. Jahrhunderts geboren. (bitte lesen sie hierzu auch meinen Blogeintrag „Santo António de Lisboa“, vom 12. Juni 2009) und hier wird er auch verehrt, wie kaum anderswo auf der Welt.

Die Gewinner-Sardinen werden, abgesehen davon das sie recht bald überall in der Stadt auf Postern und Plakaten abgebildet sein werden, demnächst auch, zusammen mit anderen Sardinen die den Wettbewerb leider nicht gewonnen haben, in einer Ausstellung in der Rua Augusta, im Stadtteil Baixa, zu sehen sein.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Caldeirada-Wettbewerb


Seit dem letzten Samstag, dem 29. Januar 2011, findet in Costa de Caparica, unweit von Lissabon, der 7°Caldeirada-Wettbewerb (port.: Concurso de Caldeirada) statt.
Dieser Wettbewerb wird bis zum 28. Februar dauern, und hat als Ziel, die „Caldeirada“, bei Nichtkennern dieses Fischgerichtes, bekannt zu machen und zu fördern.
Was dem Franzosen seine Bouillabaisse ist, ist dem Portugiesen seine Caldeirada, wobei man bei der Caldeirada eher von einem Fischeintopf als von einer Fischsuppe sprechen muss.

An dem diesjährigen Wettbewerb nehmen insgesamt 16 verschiedene Restaurants der Stadt Costa de Caparica teil, jedes mit seinem eigens für den Event kreierten Caldeirada-Rezept.
Die traditionelle Caldeirada besteht aus verschiedenen Kochfischsorten, Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Kartoffeln.
Die Kunst bei der Caldeirada besteht darin, sie zu würzen und sie so geschmacklich verschieden zu servieren.
Die einen begnügen sich nur mit Salz und Pfeffer als Gewürz. Wiederum andere geben ihr eine Menge Weißwein, Fenchel und Koriander bei.
Wieder andere geben ihr Knoblauch, Olivenöl und Zitrone hinzu und andere eine pikante Wurst in Scheiben und Speck.
Und manche werfen von allem etwas in den Kochtopf hinein.
So hat jedes Restaurant, ja jede Hausfrau, ihr eigenes Caldeirada-Rezept.

Costa de Caparica, ein Ort der im Sommer von den Lissabonnern als Badeort regelrecht überrannt wird, ist jetzt im Winter wie ausgestorben.
Daher findet dieser Wettbewerb, mit Absicht, seit sieben Jahren im Winter statt, um der dortigen Gastronomie wirtschaftlich entgegenzukommen und den Liebhabern dieses Fischgericht einen Grund zu geben, Costa de Caparica nicht nur im Sommer zu besuchen, sondern auch jetzt in dieser Jahreszeit.

Ende Februar wird fest stehen, welcher gastronomische Betrieb der diesjährige Gewinner des Caldeirada-Wettbewerbes ist.
Und das besondere an diesem Wettbewerb ist, das nicht etwa Meisterköche oder Restaurantkritiker die beste Caldeirada auswählen, sondern der normale Restaurantbesucher, der nach dem essen, seine Caldeirada auf einer Bewertungsskala von 1 bis 5 bewertet.
So gesehen ist jeder Restaurantbesucher der beste Kritiker den sich ein Restaurant nur wünschen kann!

Montag, 6. Juli 2009

Vom Singen eines Geburtstagsständchens


Am Samstag, dem 04. Juli, feierte mein Vater António seinen 71 Geburtstag.
Um ehrlich zu sein feierte er seinen Geburtstag im eigentlichen Sinne nicht, da er ja keine Geburtstagsgäste hatte und er auch nicht eine Torte anschneiden musste.
Trotzdem ließen es sich meine Mutter und ich, es uns nicht nehmen, ihm gleich morgens, nach dem Aufstehen, ein kleines Geburtstagsständchen zu singen.
Und welches Geburtstagsständchen singt man da wohl?

Nun, natürlich das weltweit berühmteste, nämlich „Happy Birthday To You“.
Allerdings sangen wir ihm die portugiesische Version von dem Ständchen vor, schließlich ist der Mann Portugiese.

Nach dem singen, und einem gemeinsamen Frühstückskaffee, ging ich an meinen Schreibtisch, und summte dabei das Lied in Gedanken weiter.
Und dann fiel mir etwas auf, was für mich Grund genug war, dieses post hier heute zu schreiben.
Mir fiel nämlich auf, dass die portugiesische Version von „Happy Birthday“ , viel origineller ist als die englische oder gar die deutsche Version.

Die englische Version lautet nämlich:

„Happy birthday to you,
happy birthday to you,
happy birthday dear (Name),
happy birthday to you.”

Zugegeben, nicht gerade sehr originell, oder?

Die deutsche Version lautet:

„Zum Geburtstag viel Glück,
zum Geburtstag viel Glück,
zum Geburtstag liebe(r) (Name) alles Gute,
zum Geburtstag viel Glück“

Nun, vom Land der Dichter und Denker hätte ich da mehr erwartet, sorry!...

Die portugiesische Version „Parabéns A Você“ ist 4-strophig und lautet im Original so:

„Parabéns a você
Nesta data querida
Muitas felicidades
Muitos anos de vida!

Hoje é dia de festa
Cantam as nossas almas
Para o/a menino/a (Name)
Uma salva de palmas!

Tenha tudo de bom
Do que a vida contém
Tenha muita saúde
E amigos também

Hoje o/a (Name) faz anos
Porque Deus assim quis
O que mais desejamos
É que seja feliz!”

Übersetzt ins Deutsche, lautet der Text in etwa so:

„Wir gratulieren dir herzlich
An diesem besonderen Tag
Wünschen dir viele Lebensjahre
Und viele Glückwünsche.

Heute ist ein Festtag
Es singen unsere Seelen
Für die (den) liebe(n) (Name)
Einen riesigen Applaus.

Es soll ihr (ihm) allzeit gut gehen
Das ganze Leben lang
Viel Gesundheit soll sie (er) haben
Und viele Freunde ebenso.

(Name) hat heute Geburtstag
Weil Gott es so will
Was wir ihr (ihm) vor allem wünschen
Ist ewiges Glück!“

Natürlich reimt sich das ganze auf Portugiesisch, was bei der deutschen Übersetzung leider nicht möglich ist.
Die Portugiesen singen aber meistens nur die ersten zwei Strophen, weil sich sonst das ganze Geburtstagsständchen ins Endlose hinziehen würde.

Was ich heute, dank Internet, erfahren habe, ist das das Originallied auf das Kindergartenlied „Good Morning To All“ zurückgeht, welches die amerikanischen Schwestern Mildred und Petty Smith aus Kentucky Ende des 19. Jahrhunderts als Begrüßungslied für die Kindergartenkinder schrieben, die sie unterrichteten.

Die portugiesische Version entstand allerdings, als der Lissabonner Radiosender Renascença 1948 ein Wettbewerb organisierte, wo für die Melodie von „Happy Birtday to You“ ein portugiesischer Text gesucht wurde.
Gewonnen hat dann die Version, die heute noch jedes Mal hier in Portugal gesungen wird, wenn man das „Happy Birthday“ anstimmt.

In diesem Sinne, nochmals alles Liebe und Happy Birthday Papa!