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Montag, 10. August 2015

Musikfestival unter der Sonne von Costa de Caparica


Am kommenden Wochenende steigt im Badeort Costa de Caparica, südlich von Lissabon, wieder das Musikfestival „O Sol da Caparica“, ein Event das sich über vier Tage hinzieht und auf dem rein portugiesischsprachige Musik zu hören sein wird.

Musiker und Bands aus Portugal und den lusophonen Ländern Brasilien, Cabo Verde, Angola und São Tomé und Principe werden hier live die unterschiedlichsten Musikgenre, wie z.B. Fado, Rock, Reggae oder Hip Hop, zum besten geben und so die portugiesische Musik, in Zeiten in dem die englischsprachige Musik immer präsenter wird, würdigen.

Vom 13. bis zum 14. August werden über 30 verschiedene portugiesischsprachige Sangeskünstler und Musikpoeten den Badeort Costa de Caparica in eine Beachparty verwandeln.
Am Sonntag, dem 15. August, werden die Sänger Avô Cantigas und Luisa Sobral versuchen dem Publikum von Morgen – den Kindern – ein ganz besonderes Konzert mit vielen Kinderliedern und –melodien zu geben.

Hier die Agenda für das diesjährige Festival „O Sol da Caparica“ für all diejenigen die portugiesischer Musik mögen und diese vielleicht auch mal gerne live hören wollen:

13. August (Donnerstag)
-       Camané (Fado)
-       Carlão (Hip Hop)
-       Dengaz (Reggae)
-       DJ Marfox (Kuduro)
-       HMB (Soul)
-       Marcelo D2 (Rap)
-       Resistência (All-Star-Projekt)
-       Richie Campbell (Reggae)
-       The Legendary Tigerman (Blues)
-       UHF (Rock)
-       Mimicat (Soul & Blues)

14. August (Freitag)
-       Brigada Victor Jara (portuguisische Volksmusik)
-       Dino D´Santiago (Hip Hop)
-       Jorge Palma (Rock)
-       Linda Martini (Punk Rock)
-       Paulo Flores (Kizomba)
-       Paulo Gonzo (Schlager/Pop)
-       PAUS (Pop)
-       TIM (Pop)
-       Vitorino & Som Habanero (traditionelle Volksmusik)
-       Oquestrada (AtlanticBeat/Fado)
-       DJ Mastiksoul (Housemusik)

15. August (Samstag)
-       Agir (portugiesische Volksmusik)
-       Batida (Beat/Pop)
-       Luis Represas (Pop)
-       Miguel Araújo (Rock/Folk/Pop/Bossa Nova)
-       Regula (Rap)
-       Tito Paris (akrikanische Volksmusik)
-       Xutos & Pontapés (Rock)
-       Tiago Bettencourt (Rock)
-       Berg (Pop/Rock)

16. August (Sonntag)
-       Avô Cantigas (Kinderlieder)
-       Luisa Sobral (Jazz)

Die Stadt Costa de Caparica liegt südlich von Lissabon, auf der anderen Flussseite des Tejo. Die knapp 15.000 Einwohner zählende Stadt ist berühmt für ihre weitläufigen und feinsandigen Strände und dank diesen lebt der Ort hauptsächlich vom Tourismus.

Samstag, 26. Mai 2012

Portugal zeigt Flagge



Als ich heute mit einem Freund in Richtung Costa de Caparica gefahren bin, konnten wir von der Autobahn aus die riesige portugiesische Flagge sehen, die nun an der Frontseite des Shopping-Centers Almada Forum prangt.
Diese überdimensionale Flagge wurde gestern, über Nacht, an der Glasfassade des zweitgrößten Einkaufscenters des Landes angebracht.
Sie ist 44 m breit, 25 m hoch und bedeckt eine Fläche von 1100 m².

Diese riesige Nationalflagge soll die portugiesische Fußballnationalmannschaft bei der kommenden EM in Polen und der Ukraine „mental unterstützen“ und für die vielen Nationalflaggen stehen, die einstmals bei der EM 2004 hier im eigenen Land, an jedem Ort zu sehen waren.

Damals schmückten tausende und abertausende portugiesische Flaggen jeden erdenklichen Ort.
Kein Haus, kein Auto, keine Straße und kein Balkon das nicht mindestens mit einem kleinen Portugal-Wimpel geschmückt war.
Und auch die Menschen blieben damals hierzulande vom grassierenden Nationalfarben-Fieber nicht verschont. Da wurden rot und grün zu Farben der „Kriegsbemalung“, und die eingefärbten Sonnenbrillen, die zweifarbigen Capis und die entsprechenden T-Shirts wurden mit Stolz getragen.
Psychologisch hat das alles damals, ohne Zweifel, die portugiesische Nationalmannschaft 2004 bis ins Finale gebracht.

Aber wir befinden uns heute nicht mehr im Jahre 2004, sondern im Jahre 2012.
Portugal muss heute mit einer enormen Schuldenkrise und all ihren negativen Folgen fertig werden.
Als Portugiese versucht man momentan eher mit der kollektiven Zukunftsangst zu Recht zu kommen als daran zu denken, wie man sein Auto oder sein Haus mit Fähnchen schmückt.
Die Freude auf die kommende EM 2012 ist hier in Portugal, gelinde gesagt, eher verhalten.
Und nach dem mickrigen 0:0 im heutigen Freundschaftsspiel gegen Mazedonien habe ich das Gefühl das die Freude auf die EM sogar noch geringer geworden ist.

Egal wie die Jungs von Nationaltrainer Paulo Bento bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine auch abschneiden werden, und egal ob die riesige Nationalflagge, die jetzt am Almada Forum hängt, dazu beitragen wird das die portugiesische Nationalmannschaft sich durch ihre Fans „getragen“ fühlt – wichtig ist nur, das die Menschen in den nächsten Wochen dieses sportliche Großereignis dazu nutzen werden, um zusammen zu kommen und um zusammen zu feiern.

Das würde ich uns allen wünschen!

Samstag, 25. Februar 2012

In memoriam: Infantin Maria Adelaide de Bragança van Uden


Maria Adelaide de Bragança van Uden, Infantin von Portugal, ist am gestrigen 24. Februar 2012, 25 Tage nach ihrem hundertsten Geburtstag, im Kreise ihrer Familie verstorben.
Sie war Zeit ihres Lebens eine engagierte, sehr sozial eingestellte und beispielhafte Person.

Geboren wurde Infantin Maria Adelaide, die mit vollem Namen Maria Adelaide Amélia Micaela Rafaela de Bragança van Uden hieß, am 31. Januar 1912, im Exil, im südfranzösischen Saint-Jean-de-Luz.
Sie war die Tochter des portugiesischen Herzogs Miguel de Bragança und der deutschen Prinzessin Maria Theresia von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und eine Enkelin des im Exil lebenden Königs Miguel I von Portugal, dem ersten Gemahl von Königin Maria II.

Noch als Kind zieht sie mit ihren Eltern von Frankreich nach Österreich, wo die Familie sich zuerst in Salzburg niederlässt.
Infantin Maria Adelaide macht nach ihrer Schulzeit auf dem Gymnasium Sacre Coeur von Riedenburg eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitet später im Wiener Stadtkrankenhaus.
Als der II. Weltkrieg ausbricht bleibt sie mit ihrer Familie in Wien und unterstützt den österreichischen Widerstand gegen Adolf Hitler.

Als die Alliierten Wien mit Bomben übersäen leistet Infantin Maria Adelaide tatkräftig humanitäre Hilfe.
Nach dem Krieg sagen mehrere dutzend Zeugen aus, sie sei immer nach den verheerenden Bombenangriffen auf die Stadt stets als eine der ersten an Ort und Stelle gewesen, um die schwer Verwundeten und Traumatisierten medizinisch und moralisch zu unterstützen.

Im Jahre 1943 lernt sie den jungen niederländischen Arzt Nicolaas Johannes van Uden, der im selben Krankenhaus wie sie tätig ist, kennen und lieben.
Mitte 1944 wird Infantin Maria Adelaide als Widerstandskämpferin gegen Nazideutschland entlarvt, von der deutschen Gestapo festgenommen und nach einem kurzen Prozess vom Hitlerregime zum Tode durch Erschießen verurteilt.

Nur eine diplomatische Interventionen des portugiesischen Diktators António de Oliveira Salazar, der vor Hitler origineller Weise darauf pocht das die Infantin portugiesisches „Staatseigentum“ ist, rettet ihr das Leben.
Da Infantin Maria Adelaide und ihre gesamte Familie im Exil lebten, hatten sie laut der portugiesischen Verfassung kein anrecht auf eine Einreise nach Portugal.
Als „Staatseigentum“ eines neutralen Landes, was Portugal ja während des II. Weltkrieges ja war, hatte sie aber gewisse Rechte.
Und so war es Salazar zwar nicht möglich die Infantin nach Portugal zu holen, sie aber sehr wohl in ein Drittland reisen zu lassen.
So wurde Infantin Maria Adelaide aus der Todeszelle in die Schweiz abgeschoben, wo sie bei ihrem Bruder Duarte Nuno, dem Herzog von Bragança, unterkam.

Nach dem Krieg ging Maria Adelaide wieder nach Österreich zurück.
Am 13. Oktober 1945 heiratet sie in Wien Nicolaas Johannes van Uden, der sie während ihrer ganzen Haftzeit unterstützt hat.
In Wien, werden ihre ersten drei Söhne geboren:
im Jahre 1946 Adriano Sergio Antonio Maria, 1947 Nuno Miguel und 1949 Francisco Xavier Damião.
1949 erlaubt Salazar, nach einer Änderung der portugiesischen Verfassung, die Rückkehr der Braganças nach Portugal.

Hier in Portugal werden dem Paar dann ihre drei anderen Kinder geboren:
im Jahre 1951 die Tochter Filipa Teodora Maria, 1954 der Sohn Miguel Inacio und 1956 eine weitere Tochter, Maria Teresa.
Infantin Maria Adelaide und ihre kleine Familie lassen sich zuerst in der Quinta do Carmo, in Almada, nieder.
Später ziehen sie ins 15 km weiter entfernte Caparica.

Genauso wie in Österreich, so engagiert sich Infantin Maria Adelaide auch hier in Portugal stark im sozialen Bereich.
Vor allem in den Orten Trafaria und Monte da Caparica, zwei sozialen Brennpunkten der Stadt Almada, werden dank ihres Engagements viele Hilfsprojekte ins Leben gerufen und von ihr dann auch tatkräftig unterstützt.

Infantin Maria Adelaide hat nie viel Aufsehen um ihr soziale Arbeit gemacht und sich stets dezent im Hintergrund gehalten.
Das entsprach zweifelsohne auch völlig ihrem Naturel.
Ich bin ihr das erste Mal 1994, rein zufällig, in Costa de Caparica begegnet. Danach habe ich sie, über die Jahre hinweg, noch einige Male als eine ganz einfache und sympathische Frau, ohne Starallüren und mit viel Charme kennen lernen dürfen.

Am 31. Januar 2012, an ihrem hundertsten Geburtstag wurde sie von Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva mit dem portugiesischen Verdienstorden „Medalha da Ordem do Mérito“ ausgezeichnet.
Die Beerdigung wird in den nächsten Tagen, auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin, im engsten Kreis der Familie erfolgen.
Am kommenden Donnerstag, dem 01. März 2012 findet im Hieronymuskloster (port.: Mosteiro dos Jerónimos) zu Lissabon ein feierlicher Gedenkgottesdienst zu ihren Ehren statt.

Infantin Maria Adelaide de Bragança van Uden war für mich, und nicht nur für mich, eine Kämpferin der gerechten Sache und eine Heldin.
Eine von der Sorte, wie es sie leider heutzutage nur noch sehr wenige gibt!

Sonntag, 7. August 2011

Pack die Badehose ein


Selten assoziiert man Lissabon mit Stränden.
Ich weiß nicht warum, aber die meisten Menschen, wenn sie über Lissabon reden, ignorieren völlig die Tatsache das Lissabon praktisch an einer kilometerlangen Sandküste liegt.
Wenn man von Lissabon spricht, dann erwähnt man meistens seine geschichtlichen Bauten, die wundervollen Museen, die charakteristischen Stadtteile, den schwermütigen Fado und selbst die leckeren „Pasteis de nata“, aber niemals, wirklich niemals, seine Strände!

Dabei ist Lissabon eine der wenigen Hauptstädte auf der Welt, die von sich behaupten kann, einzigartige und feinsandige Badestrände zu besitzen, von denen viele noch nicht einmal 20 Minuten von der Lissabonner Innenstadt entfernt, leicht erreichbar und alle sauber sind.
Von den Wassertemperaturen will ich hier mal nicht sprechen, denn die sind mit 16°C bis 18°C eher gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen saukalt.

Nichtsdestotrotz habe ich hier, nun folgend, die für mich schönsten und besuchenswertesten Strände im Lissabonner Großraum aufgeführt, die ich selbst aufzusuchen pflege, wenn ich mal die Gelegenheit dazu habe einen Tag am Strand zu verbringen:

• Praia do Inatel (Costa de Caparica / Almada)
• Praia de Sesimbra (Sesimbra)
• Praia da Costa de Caparica (Costa de Caparica / Almada)
• Praia da Fonte da Telha (Costa de Caparica / Almada)
• Praia da Figueirinha (Serra da Arrábida / Setúbal)
• Praia das Maçãs (Colares / Linha de Sintra)
• Praia do Estoril (Estoril / Linha de Sintra)
• Praia de Oeiras (Oeiras / Linha de Sintra)
• Praia dos Coelhos (Serra da Arrábida / Setúbal)
• Praia dos Galapinhos (Serra da Arrábida / Setúbal)
• Praia Grande (Linha de Sintra)
• Praia do Castelo (Costa de Caparica / Alamda)
• Praia do Portinho da Arrábida (Serra da Arrábida / Setúbal)
• Praia da Adraga (Almoçageme / Linha de Sintra)
• Praia de São João (Costa de Caparica / Almada)
• Praia do Guincho (Linha de Sintra)
• Praia do Rei (Costa de Caparica / Almada)

Die 17 Strände die ich hier aufgeführt habe bilden nur einen kleinen Teil der vielen Hausstrände die es im Lissabonner Großraum gibt.

Lissabon liegt zwischen zwei großen Küstenabschnitten.
Im Süden der Hauptstadt liegt der Küstenabschnitt der als „Costa de Lisboa“ (dt.: Küste von Lissabon) bekannt ist.
Die Costa de Lisboa beginnt am Mündungstrichter des Flusses Tejo und geht hinunter, immer entlang der Ausläufer der Serra da Arrábida, bis zum Mündungstrichter des Flusses Sado.
Diese Küste ist, bis auf die Gegenden um Caparica und Sesimbra, noch weitgehend vom internationalen Tourismus unberührt.
Viele Lissabonner verbringen gerne hier ihre Freizeit und auch ihre Sommerferien.

Westlich von Lissabon liegt der Küstenabschnitt „Costa do Sol“ (dt.: Sonnenküste).
Die Costa do Sol wird auch, wegen der ansprechenden Landschaft, der schönen Strände und des fast immer guten Klimas auch die „Portugiesische Riviera“ genannt.
Nicht umsonst verbringen viele Lissabonner ihre freie Zeit hier.
In der Hauptsaison, die von Juni bis September geht, sind die Strände daher meistens überfüllt und auf den Küstenstraßen herrscht dann das reinste Verkehrschaos.

Ich bin neulich mal gefragt worden, welches denn mein persönlicher Lieblingsstrand wäre.
Nun, ich werde mich hüten solch ein Geheimnis preiszugeben!
Schließlich will ich auch weiterhin meine wertvolle und knappe freie Zeit in Ruhe und Gelassenheit am Strand verbringen!

Einen kleinen Tipp kann ich hier aber dennoch geben:
In der weiter oben von mir aufgeführten Liste habe ich meinen Lieblingsstrand, wie konnte es auch anders sein, natürlich aufgezählt.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Caldeirada wie Mutter sie macht


In meinem post „Caldeirada-Wettbewerb“, vom 02. Februar dieses Jahres, berichte ich über den Caldeirada-Wettbewerb, der diesen Monat in der Stadt Costa de Caparica, südlich von Lissabon, stattfindet.

In diesem post schreibe ich das praktisch jede Hausfrau hier in Portugal ihr eigenes Caldeirada-Rezept hat.
Daraufhin wurde ich jetzt schon mehrere Male von einigen Arbeitskolleginnen und von anderen Leserinnen meines blogs um solch ein Rezept gebeten.
Nun, meine Mutter hat mir freundlicherweise eines ihrer Rezepte verraten, und diesen tue ich nun gerne hier publik machen.
Da ich selber noch nie eine caldeirada gekocht habe, kann ich schlecht beurteilen in wie weit es schwierig ist, eine solche zu machen.
Was ich aber hundertprozentig sagen kann ist, dass die caldeiradas meiner Mutter immer köstlich schmecken!

Als Zutaten für eine caldeirada die für 6 - 8 Personen reichen soll, brauchen wir 2 kg frischen Kochfisch, wie z. B. Seeteufel (port.: tamboril), Adlerfisch (port.: corvina), Rochen (port.: raia), Meeräsche (port.: tainha), Meeraal (port.: safio), Brasse (port.: pargo), etc.
Dann benötigen wir 2 kg Kartoffeln, ½ kg Tomaten, 3 grüne Paprika, 3 große Zwiebeln und 3 – 4 große Knoblauchzehen und 500 g geschälte Gambas.
Zum Würzen nehme man, 2 dl Weißwein, 2 dl Olivenöl, 1 Lorbeerblatt, 1 Bund Petersiele, 1 Bund Koriander und Pfeffer, Salz und Muskatnuss nach belieben.

Die Zubereitung ist wie folgt:
Den Fisch vor dem Kochen sorgfältig auswaschen. Danach den Fisch mit grobem Salz würzen. Die Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden, genauso wie die Paprika, die Tomaten und die Zwiebeln.
Dann nimmt man sich einen Topf und legt schichtweise die Kartoffeln, den Fisch, die Zwiebeln, die Tomaten und die Paprika in diesen hinein. Als oberste Schichten legt man wieder Kartoffeln und Fisch hinein. Jede Schicht wird mit Weißwein und Olivenöl beträufelt und mit einer Prise Salz, Pfeffer und Muskatnuss gewürzt.
Dann bringt man alles auf schwacher Flamme zum Kochen und legt zum Schluss die Gambas, den Bund Petersilie und den Bund Koriander hinein.
Nach gut einer Stunde ist die caldeirada fertig und kann serviert werden.

Meine Mutter schwört auf Koriander in der caldeirada.
Nun ja, um ehrlich zu sein, schört meine Mutter prinzipiell auf Koriander, egal bei welchem essen.
Sollte einer von ihnen dieses Caldeirada-Rezept nachkochen, so lassen sie es mich wissen, wie es ihnen gelungen ist.

In diesem Sinn: Gutes Gelingen und guten Appetit!

Mittwoch, 2. Februar 2011

Caldeirada-Wettbewerb


Seit dem letzten Samstag, dem 29. Januar 2011, findet in Costa de Caparica, unweit von Lissabon, der 7°Caldeirada-Wettbewerb (port.: Concurso de Caldeirada) statt.
Dieser Wettbewerb wird bis zum 28. Februar dauern, und hat als Ziel, die „Caldeirada“, bei Nichtkennern dieses Fischgerichtes, bekannt zu machen und zu fördern.
Was dem Franzosen seine Bouillabaisse ist, ist dem Portugiesen seine Caldeirada, wobei man bei der Caldeirada eher von einem Fischeintopf als von einer Fischsuppe sprechen muss.

An dem diesjährigen Wettbewerb nehmen insgesamt 16 verschiedene Restaurants der Stadt Costa de Caparica teil, jedes mit seinem eigens für den Event kreierten Caldeirada-Rezept.
Die traditionelle Caldeirada besteht aus verschiedenen Kochfischsorten, Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Kartoffeln.
Die Kunst bei der Caldeirada besteht darin, sie zu würzen und sie so geschmacklich verschieden zu servieren.
Die einen begnügen sich nur mit Salz und Pfeffer als Gewürz. Wiederum andere geben ihr eine Menge Weißwein, Fenchel und Koriander bei.
Wieder andere geben ihr Knoblauch, Olivenöl und Zitrone hinzu und andere eine pikante Wurst in Scheiben und Speck.
Und manche werfen von allem etwas in den Kochtopf hinein.
So hat jedes Restaurant, ja jede Hausfrau, ihr eigenes Caldeirada-Rezept.

Costa de Caparica, ein Ort der im Sommer von den Lissabonnern als Badeort regelrecht überrannt wird, ist jetzt im Winter wie ausgestorben.
Daher findet dieser Wettbewerb, mit Absicht, seit sieben Jahren im Winter statt, um der dortigen Gastronomie wirtschaftlich entgegenzukommen und den Liebhabern dieses Fischgericht einen Grund zu geben, Costa de Caparica nicht nur im Sommer zu besuchen, sondern auch jetzt in dieser Jahreszeit.

Ende Februar wird fest stehen, welcher gastronomische Betrieb der diesjährige Gewinner des Caldeirada-Wettbewerbes ist.
Und das besondere an diesem Wettbewerb ist, das nicht etwa Meisterköche oder Restaurantkritiker die beste Caldeirada auswählen, sondern der normale Restaurantbesucher, der nach dem essen, seine Caldeirada auf einer Bewertungsskala von 1 bis 5 bewertet.
So gesehen ist jeder Restaurantbesucher der beste Kritiker den sich ein Restaurant nur wünschen kann!

Dienstag, 10. November 2009

Herbsttage


Was ist das für ein Herbst!

Immer wieder gibt es diesen Herbst Regenschauer, wehen kalte Winde vom Atlantik her und gibt es graue, verhangene Morgen.
Etwas lustlos mache ich mich morgens auf den Weg nach Lisboa zur Arbeit, trinke unterwegs meine morgendliche Bica in Cacilhas und träume von den Herbsten von früher.
Da hatten wir hier in Portugal Herbsttage voller Sonne, liefen in kurzen Klamotten rum, suchten mittags einen schattigen Platz auf und an manchen Tagen gingen wir sogar an die Costa de Caparica um uns in den Atlantik zu stürzen, der uns zu dieser Jahreszeit nicht mehr so eisig vorkam wie in den Sommermonaten.

Ja, so war das damals.
Jetzt ist es den ganzen Morgen über draußen kühl und neblig. Gegen Mittag quält sich endlich die Sonne durch die Wolkendecke und erwärmt uns ein wenig.
Es ist mir schon aufgefallen, das es dieses Jahr kaum Pfirsiche, Orangen und Pflaumen gibt und auch das keine einzige Zitrone an den Bäumen hängt.
Die Älteren, die mehr Lebenserfahrung haben, sagen das liegt daran, dass es im Frühjahr, zur Blütezeit so stark geregnet hat.
Die Ernte ist verregnet, sagen die Bauern im Fernsehen.

Manchmal denke ich an die deutschen Herbste zurück. An meine Spaziergänge durch die Wälder Darmstadts und Wixhausens und an meine Wanderungen durch den Odenwald.
In Deutschland waren die Herbste auch kalt und schmuddelig. Aber wenigstens hatten wir dort Wälder durch die wir als Kinder spazieren gehen konnten, in denen wir Kastanien und Laub zum basteln fanden und in denen wir Pilze sammelten.
Hier gibt es kaum Wälder. Das kann man sich in Deutschland kaum einer vorstellen.

Ich wünschte mir, wir hätten hier in Portugal wieder sommerliche Herbsttage, so wie früher.
Zwar finden meine deutschen Arbeitskollegen den Herbst hier toll, zumal es momentan in Deutschland ja wesentlich kälter ist als hier.
Aber wenn sie wüssten, wie schön die Herbste früher hier in Portugal waren, dann würden sie diese noch schöner finden.

Dienstag, 21. Juli 2009

Ausgezeichnet


Wer, so wie ich, gerne ans Meer geht und dort badet, lebt hier in Almada, wo ich wohne, äußerst privilegiert.
Warum das so ist?

Nun, die Foundation for Environmental Education, die Institution die alljährlich die Vergabe der „Blauen Flagge“ („Bandeira Azul“) organisiert, hat dieses Jahr an die Stadt Almada, oder besser gesagt, ihren Stränden, sieben Mal die „Blaue Flagge“ vergeben.

Die „Blaue Flagge“ ist ein Ökologiescher Label, der jedes Jahr aufs Neue an Strände und Marinas, in 39 verschiedenen Ländern (unter anderem in Portugal, Deutschland, Spanien, Frankreich, Canada, der Karibik, Marokko, Tunesien, Südafrika und Neuseeland) vergeben wird.
Die Auszeichnung mit der „Blauen Flagge“ setzt voraus, dass die jeweilige Wasserqualität exzellent sein muss, die Sicherheitsmaßnahmen für die Badegäste gegeben sein müssen und dass die unterschiedlichen Serviceleistungen stimmen.

Die Strände Praia do Tarquino, Praia do Paraíso, Praia do CDS, Praia da Cabana do Pescador, Praia do Rei, Praia da Mata und Praia da Sereia, alle an der Costa de Caparica gelegen, wurden mit dieser “Blauen Flagge” ausgezeichnet.
Somit ist Almada die Gemeinde in Portugal, mit den meisten “Blauen Flaggen”. Insgesamt werden dieses Jahr in ganz Portugal 226 Strände und 15 Marinas mit der „Blauen Flagge“ ausgezeichnet. Das ist ein neuer Rekord!

Diese privilegierte Auszeichnung garantiert mir und all den anderen Strandgängern, einen sehr hohen Standart, was die Sauberkeit der Strände und die Wasserqualität angeht.
Im Generellen kann man also sagen, die Strände der Costa de Caparica, sind „ausgezeichnet“.

Montag, 22. Juni 2009

Meine Großtante Aida


Heute habe ich es endlich mal geschafft meiner Tante im nahen Badeort Costa de Caparica ihre Pralinenschachtel vorbei zu bringen, die ich ihr eigentlich schon an ihrem 90. Geburtstag, vor vier Wochen, hätte geben sollen.
Nur ist mir immer etwas dazwischen gekommen, und ich habe es, typisch portugiesisch, auf die lange Bank hinausgeschoben.
Eigentlich ist sie nicht meine Tante, sondern meine Großtante, denn sie ist die Tante meiner Mutter, und die Schwägerin meiner Großeltern.

Wie gesagt, heute habe ich der alten Dame einen Besuch abgestattet. Und da saß sie nun vor mir, meine Großtante Aida.
(In Deutschland wird man Aida höchstwahrscheinlich nur aus der Oper kennen, aber hier in Portugal ist das ein ganz normaler weiblicher Vorname).
Wie immer, war sie von Kopf bis Fuß, gestylt.
Ich finde meine Großtante Aida unheimlich hip und trotz ihres hohen alters unheimlich modern.

Ich kann es nicht lassen, hier meine Großtante zu loben.
Sie ist eine reiche, freundliche und liebenswerte alte Dame.
Leider ist sie auch etwas schwerhörig, was eine vernünftige Kommunikation sehr schwierig macht, denn wir müssen uns immer regelrecht anbrüllen.
Wie ich schon erwähnt habe, ist sie ein sehr modischer Mensch. Sie zieht sich immer sehr adrett an, und schminkt sich auch stets perfekt, ob sie dann zuhause bleibt oder ausgeht.
Früher, als sie noch besser zu Fuß war, da zog sie sich sogar noch extravaganter an. Ob sie nun zum Eierholen ging oder ins Theater, die Frau war ein modisches Kunstwerk.
Viele Fotos beweisen es.
Früher ging sie auch mehrmals die Woche zum Friseur. Heute besucht sie den Friseursalon, zu ihrem Leidwesen, nur noch einmal die Wochen. Aber genauso wie damals, so lässt sie sich auch heute noch die Haare in Stahlblau oder Altrosa färben. Und sie lässt sich dann so viel Haarspray in die Haare machen, das selbst ein Orkan der Stärke 10 nichts an ihrem Frisurenoutfit ändern könnte.

Es gab mal eine Zeit in ihrem Leben, kurz nachdem sie mit ihrem Ehemann Joaquim aus Portugiesisch-Ostafrika, dem heutigen Moçambique, geflohen war, da traf sie sich jeden Mittag mit ihren Freundinnen, die ebenfalls in Moçambique gelebt hatten, im Café Mexicana, oder in der Pastelaria Versailles um ihren Mittagskaffee zu genießen. Wer schon einmal im Mexicana oder in der Versailles war, weiß von welchem Luxus ich hier rede.
Sie erzählte mir einmal, dass damals ihre einzige Freizeitbeschäftigung darin bestand, die Avenida da Liberdade und die Avenida Guerra Junqueiro entlangzulaufen, um sich bei Armani, Gucci und Versace die Schaufenster anzuschauen.
Natürlich hatte meine Großtante Aida, wie so viele andere die in den Kolonien gelebt hatten, damals kein vernünftiges Verhältnis zum realen Leben. Während viele Portugiesen in den 70er Jahren, nach der Nelkenrevolution, in richtiger Armut lebten, wusste meine Großtante noch nicht einmal dass es Armut und sogar Hunger, in ihrer nächsten Verwandtschaft gab.
Aber heute verzeihe ich ihr diese damalige Ignoranz. Genauso wie ich ihr die übertriebene Menge von penetrantem Parfüm verzeihe, welches sie immer an sich hat, wenn ich sie besuche.

Ich sehe in meiner Großtante eine Frau mit 85 Jahren, die eine Menge Stolz und Würde ausstrahlt. Sie ist der lebende Beweis dafür, dass man im hohen Alter, auch ohne plastische Chirurgie und falschen Pelzen (sie hat nämlich nur echte Pelze!) noch Stil und Klasse haben kann.
Natürlich ist sie ein Mensch voller Klischees. Aber ich glaube viele Menschen meiner Generation, oder sogar noch jüngere, wir könnten von dieser alten Dame viel lernen: nämlich, das uns ein bisschen Eitelkeit auch recht gut tun würde.
Natürlich sind heutzutage Jeans mit Löchern und ungewaschene Hemden und T-Shirts modisch angesagt.
Auch lange, ungewaschene Haare und Piercings überall im Gesicht sind voll im Trend.
Aber müssen wir wirklich immer jedem Trend nachgeben? Vielleicht würde uns ein bisschen altmodische Eitelkeit allen etwas besser zu Gesicht stehen, oder?!?

In diesem Sinne:
Nachträglich alles Liebe zum Geburtstag Tia Aida!