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Freitag, 1. Juni 2012

Lissabon ist in Feierlaune




Mit einem riesigen Straßenevent, mitten im Herzen Lissabons, begannen gestern Abend die Feierlichkeiten für das diesjährige Lissabonner Stadtfest.
Unter der Regie der Eventfirma EGEAC, die weltweit für ihre ausgefallenen Events berühmt ist, boten zahlreiche Schauspieler und Akrobaten zwischen der Praça dos Restauradores und dem Rossio eine einmalige Show aus Feuer, Musik und bizarren Flugmaschinen dar, die den Namen „Firebirds“ trug.

Diese Performance, die einem gestern Nacht geboten wurde, war der Auftakt für das jedes Jahr stattfindende Lissabonner Sankt-Antonius-Fest (port.: Festas de Santo António) das dem Stadt- und Volksheiligen Santo António gewidmet ist.
Jedes Jahr feiert Lissabon im Juni mit viel guter Musik, Tanz, farbenprächtigen Umzügen, Konzerten, Kinoaufführungen, interessanten Ausstellungen und gutem Essen und Trinken sein Stadtfest.

Das Lissabonner Stadtfest wird an keinem speziell ausgewiesenen Ort gefeiert, so wie etwa in München auf der Theresienwiese das Oktoberfest gefeiert wird oder auf dem Frankfurter Messplatz immer die Dippemess stattfindet.
Nein, in ganz Lissabon finden diesen Monat auf zahlreichen öffentlichen und privaten Plätzen und Hinterhöfen Feste und Feiern statt, die man hierzulande „arraiais“ (dt.: Festplätze) nennt, und die zumeist nicht von der Stadt organisiert werden, sondern etwa von Vereinen, Schulen, Gemeinden, Innungen, Pfadfindern, Kindergärten, Sportclubs, usw.

Ein „arraial“ (dt.: Festplatz oder Rummelplatz), zumal wenn er privat organisiert ist, ist für gewöhnlich ein sehr farbenfroher, lebendiger und geselliger Ort, an dem die Bevölkerung des jeweiligen Stadtteils mit den anderen Lissabonnern und den Touristen aus aller Welt zusammenkommt.

Wer noch nie das Antoniusfest mit Freunden in einem „arraial“ gefeiert hat, der sollte es dieses Jahr unbedingt nachholen.
Denn zu keiner Zeit und an keinem Ort ist Lissabon so „lissabonnerisch“, wie im Monat Juni in einem „arraial“.

Anbei habe ich hier einmal ein paar „arraiais“ zusammengetragen, in denen ich mich jedes Jahr sehr wohl fühle und die ich nur weiterempfehlen kann:


1.
Arraial do Santana Futebol Club
Calçada dos Sete Moinhos
Stadtteil Campolide

2.
Arraial da Associação Grupo Os 16 do Bairro Padre Cruz
Rua Professor Almeida Silva
(genau gegenüber des Pavilhão Natália Correia)
Stadtteil Carnide

3.
Arraial do Clube Oriental de Lisboa
Praça David Leandro da Silva
Stadtteil Marvila

4.
Arraial dos Ingleses Futebol Clube
Rua Candido de Oliveira
Stadtteil Santa Maria dos Olivais

5.
Arraial do Bola Cintilante
Jardins Móveis do Cais do Sodré
Cais do Sodré
Stadtteil São Paulo

6.Arraial da Voz do Operário
Rua da Voz do Operário n° 9
Stadtteil São Vicente de Fora

7.
Arraial da Associação Desportíva e Cultura de Encarnação e Olivais
Bairro da Encarnação
Stadtteil Santa Maria dos Olivais

8.
Arraial do Grupo Desportivo da Pena
Beco São Luis da Pena
Stadtteil Pena

9.
Arraial da Academia de Santo Amaro
Rua Academia Recreativa de Santo Amaro
Stadtteil Alcântara

10.
Arraial do Corpo de Escutas Agrupamento 48 de Santa Catarina
Calçada do Combro
(genau neben der Kirche Santa Catarina)
Espaço do Olival
Stadtteil Santa Catarina

Mittwoch, 8. Juni 2011

Lissabonner Stadtfeste 2011


In den einzelnen Lissabonner Stadtteilen (port.: bairros de Lisboa) haben die Feierlichkeiten für das Sankt-Antonius-Fest (port.: Festas de Santo António), das Volksfest der Stadt, das jedes Jahr im Juni feierlich begangen wird, bereits begonnen.

Die gute Nachricht vorneweg:
Die Preise werden größtenteils die gleichen bleiben, wie im letzten Jahr.
Das hat eher mit der miserablen Wirtschaftslage zu tun, die gerade hier in Portugal herrscht, als mit der Kundenfreundlichkeit der einzelnen Veranstalter.

So kostet eine einzelne gegrillte Sardine (port.: „sardinha assada“) etwa 1,20 Euro.
1,50 Euro muss man bezahlen, wenn man zur Sardine auch ein Brötchen haben will!
Ein Stück Grillfleisch (port.: „bifana“) schlägt mit 2,50 Euro zu buche und das kleine, gezapfte Bier (port.: „imperial“), aus dem Plastikbecher, bekommt man mancherorts sogar für nur 1,00 Euro.
Die schmackhafte Lissabonner Grünkohlsuppe (port.: „caldo verde“), die in dieser traditionellen Zeit der Volksfeste (port.: „festas populares“) nicht fehlen darf, ist für etwa 1,50 Euro zu haben.

Laut einer offiziellen Verlautbarung aus dem Lissabonner Rathaus, sollen die Bürger der Stadt und ihre Besucher, vor allem in der Sankt Antoniusnacht, welche in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni sein wird, einmal nicht an den FMI (dt.: Internationalen Währungsfonds), die Wirtschaftskrise, den Rettungspaket der EU und die sorgenvolle Innenpolitik denken, sondern einzig und allein das Volksfest genießen!

War nicht eine der größten Maxime der Kaiser im alten Rom, um das rebellierende Volk immer in Schach zu halten, der Slogan „Gebt dem Volk Brot und Spiele!“, oder so ähnlich?

Nun, wie damals so wird man auch heute versuchen die Unzufriedenheit der Menschen mit „Brot und Spiele“ bei Laune zu halten.
Es gibt „Rezepte“, die sind auch nach Jahrtausenden beeindruckend wirkungsvoll!

Mittwoch, 30. Juni 2010

Sardinhada






Vor ein paar Tagen war ich zu einer „sardinhada“, in der Nähe von Abrantes, eingeladen.
Waltraut, eine liebe Freundin, hatte auf ihrer Quinta ein paar Leute um sich versammelt.

Was dem Amerikaner sein „Barbecue“, dem Brasilianer sein „churrasco“ und dem Deutschen seine „Grillparty“ ist, das ist für uns Portugiesen die „sardinhada“.
Aber im Gegensatz zum Barbecue, zum churrasco und zur Grillparty, wo überwiegend gegrilltes Fleisch oder Würstchen auf dem Grillrost liegen, spielt bei der sardinhada ein einziger Fisch die Hauptrolle.

Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich hierbei um die Sardine. Sardinhada heißt nichts anderes als „gegrillte Sardinen“.
Nur mit Salz gewürzt, werden die Sardinen, ohne ausgenommen worden zu sein, fein säuberlich nebeneinander auf den Grillrost gelegt und dann von beiden Seiten leicht bräunlich gegrillt.

Man kann sie dann direkt vom Grill auf ein Stück Brot (Brot – kein Brötchen!) legen und verspeisen, oder man serviert die Sardinen mit Pellkartoffeln und einem Salat.
Mit einem guten Rotwein wird dann das ganze „runtergespült“.
Was früher ein Arme-Leute-Essen war, ist heute teilweise ein teurer Spaß.
Denn die Sardinenschwärme werden, durch die weltweit starke Überfischung, von Jahr zu Jahr immer weniger, und treiben so den Preis dieses Fisches in die Höhe.

Zum Lissabonner Stadtfest, dem Sankt Antonius Fest (port.: Festas de Santo António) z.B., kann es vorkommen, dass die Sardinen in den Gassen der Altstadt mal zu einem Stückpreis von zwei Euro verkauft werden, was für einen Sterblichen absoluter Wucher ist.
Denn normalerweise kostet ein Kilo Sardinen nicht mehr als drei oder vier Euro, und das sind gut ein Dutzend Sardinen.

Nichtsdestotrotz, handelt es sich bei einer sardinhada um eines der typischsten portugiesischen kulinarischen Erlebnisse.
Sollten sie jemals zu einer sardinhada eingeladen werden, lassen sie sich diesen Schmaus und dieses Gemeinschaftsgefühl nicht entgehen!

Dienstag, 1. Juni 2010

Viva a Sardinha


Jetzt ist sie endlich da, die Zeit auf die wir Lissabonner ein ganzes Jahr lang gewartet haben.
Die Lissabonner Stadtfeste (port.: Festas de Santo António), zu ehren des Stadtheiligen Antonius, haben begonnen.

Die Feierlichkeiten werden zwar am 13. Juni ihren Höhepunkt erreicht haben, aber schon jetzt, so konnte ich heute mit eigenen Augen sehen, sind die Gassen und Plätze der Altstadt alle mit bunten Fähnchen, Girlanden, Lampions und Papierblumen geschmückt, und hier und da, riecht es auch schon nach gegrillten Sardinen.

Unter dem diesjährigen Motto „Viva a Sardinha“ (dt.: „Es lebe die Sardine“) hat die Zeit der Konzerte, der Partys (port.: „arraiais populares“), der Ausstellungen, der Grillfeste und der Ausgelassenheit begonnen.

Das Fest geht auf die Strasse, und die Stadt wird von uns Feiernden eingenommen!

Hier ein paar wichtige Veranstaltungen die anlässlich des Lissabonner Sankt Antoniusfestes dieses Jahr stattfinden:


- „Lounge Festas de Lisboa“ – bis zum 15. Juli im Kino Cinema de São Jorge, mit Konzerten, Partys und DJ´s

- „Fado nos Eléctricos“ – Fado in der Straßenbahn, an verschiedenen Tagen im Monat Juni

- „Art a bordo“ – vom 23 bis 27. Juni, Theateraufführung in den Zügen der Linie Lisboa/Cascais

- „Jazz às onze“ – Jazzmusik in den historischen Aufzügen der Stadt, an verschiedenen Tagen im Monat Juli, immer um 11 Uhr morgens und um 23 Uhr nachts

- „Noite de Santo António“ – die Nacht des Heiligen Antonius, vom 12. auf den 13. Juni. Diese Nacht ist der Höhepunkt des Lissabonner Stadtfestes

- „Festa do Fado“ – Fadomusik den ganzen Monat Juni, im Fadomuseum (port.: Museu do Fado)

- “Arraial Pride” – GayPride auf der Praça do Comércio am 26. Juni

- “Fado no Castelo” – Fadomusik auf der Georgsburg (port.: Castelo de São Jorge) immer Freitags und Samstags in den Monaten Juni und Juli

- „Marchas Populares“ – In der Nacht vom 12. auf den 13. Juni stellen sich die einzelnen Lissabonner Stadtteile jeweils mit einem Festzug und Musik dem Publikum und einer Jury vor. Diese küren dann die beste Präsentation, und somit den Stadtsieger

- „Casamentos de Santo António“ – wie jedes Jahr, so werden auch dieses Jahr 16 junge Paare sich das Ja-Wort in der Kathedrale von Lissabon (port.: Sé de Lisboa) geben, zu Ehren des Stadtheiligen, des Heiligen Antonius, der als Schutzpatron der Eheleute gilt. Die Kosten dieser Hochzeiten werden von der Stadt Lissabon getragen, die es somit diesen Paaren ermöglicht, eine Hochzeit zu feiern, die sie sich privat wohl nie leisten könnten

- außerdem werden in den Monaten Juni und Juli die verschiedensten Konferenzen, Debatten, Workshops, Aufführungen, Lesungen und Kinofilme in den einzelnen Lissabonner Theater, Kinos, Bibliotheken, Instituten und Museen stattfinden


Die Lissabonner Stadtfeste werden bis zum 15. Juli dauern.
Fast überall ist der Eintritt frei.
Mitgebracht werden muss, soweit ich aus eigener Erfahrung weiß, nur eine Menge gute Laune und Spaß!