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Donnerstag, 9. Februar 2012

Eselsohren: „Rosa Brava“


Von meiner Freundin Fatima habe ich letzten Monat den Roman „Rosa Brava“ (dt.: Wilde Rose), des portugiesischen Journalisten und Schriftstellers José Manuel Saraiva, geschenkt bekommen.

In „Rosa Brava“ erzählt Saraiva die Geschichte der Leonor Teles de Menezes, der Frau die, an der Seite von König Fernando I, einstmals Königin von Portugal war.
Leonor Teles soll im richtigen Leben eine absolut machtbesessene, bösartige und perverse Frau gewesen sein. Sie soll so kaltherzig gewesen sein, dass sie noch nicht einmal vor der Ermordung ihrer eigenen Schwester zurückschreckte.

Mit all ihren bösen Eigenschaften ist Leonor Teles und ihr Leben für jeden Autor eine schriftstellerische Inspiration und ideale Romanvorlage.
„Rosa Brava“ ist ein Roman der auf geschichtlichen Ereignissen basiert, die voller Intrigen, Mord, Verrat und Krieg sind.
José Manuel Saraiva ist es gelungen mit diesem Buch einen spannenden und ereignisreichen Historienroman zu schreiben.

Von Haus aus ist José Manuel Saraiva ein Journalist, der schon mehrere portugiesische und ausländische Publikationen herausgebracht hat.
Unter anderem schreibt er für die Zeitungen „O Diário“, „Diário de Lisboa“ und „Expresso“.
Erschienen ist sein Roman „Rosa Brava“ im Jahre 2005 im portugiesischen Verlag „Oficina do Livro“.

Mittwoch, 16. März 2011

Telegramme aus Lissabon


Die renommierte portugiesische Wochenzeitung „Expresso“ hat diese Tage angefangen einige Geheimdokumente in ihrem Blatt zu übersetzen und publik zu machen, die WikiLeaks vor einiger Zeit veröffentlicht hat, und die zeigen das die USA nicht gerade sehr viel von Nationen und Politiker hält, die offiziell als ihre Partner und Verbündeten gelten.

Von den ca. 250.000 Geheimdokumenten, die WikiLeaks der Weltöffentlichkeit präsentiert, haben insgesamt 722 Dokumente, die meisten in Telegrammform, ihren Ursprung in der US-amerikanischen Botschaft (port.: Embaixada dos Estados Unidos da America / engl.: Embassy of the United States of America) in Lissabon.

In diesen 722 Geheimtelegrammen, die jetzt zum ersten Mal in Portugal veröffentlicht werden, wird gnadenlos über den amtierenden Premierminister José Sócrates, Staatspräsidenten Cavaco Silva und anderen portugiesischen Politikern nach Washington berichtet.
Der einzige Politiker der bei diesen US-amerikanischen Bewertungen gut weg kommt, ist Außenminister Luis Amado, der als „absolut amerikafreundlich einzustufen ist“, so ein Telegramm von der US-amerikanischen Botschaft in Lissabon nach Washington vom 24. September 2010.
Was Luis Amado als besonderen Freund Amerikas auszeichnet ist, unter anderem, die Tatsache das er letztes Jahr im portugiesischen Parlament bewiesener Maßen gelogen hat, als er behauptete, über den portugiesischen Luftraum wären niemals Gefangene aus Guantanamo transportiert worden.
Heute weiß man, die Gefangenen aus Afghanistan und dem Irak sind damals nicht nur über den portugiesischen Luftraum geflogen, sondern sie sind, auf dem Weg nach Guantanamo, mit ausdrücklichem Einverständnis von Luis Amado, sogar auf den Azoren zwischengelandet!

Der älteste Geheimbericht stammt vom 24. Mai 2006 und der letzte ist mit dem 25. Februar 2010 datiert.
Insgesamt 105 Geheimtelegramme sind aus dem Jahre 2006, 202 sind aus dem Jahre 2007, 184 stammen aus dem Jahre 2008, 202 aus dem Jahre 2009 und 29 Geheimtelegramme sind aus dem Jahre 2010.
Alle haben sie den ehemaligen US-Botschafter oder den ehemaligen Militärattache als Verfasser, und alle wurden sie in der US-Botschaft (oder sollte man lieber CIA-Zweigstelle sagen) in Lissabon geschrieben.

In wie vielen von den über 250.000 Geheimdokumenten noch über Portugal und portugiesische Politiker berichtet wird, ist bis dato nicht bekannt.
Fakt ist, das nach dem Benutzen einer Suchmaschine (port.: motor de busca) nach Schlagwörtern, ähnlich wie die von „Google“, insgesamt 463 Mal der Begriff „Portugal“, 215 Mal der Begriff „portugiesisch“ und 92 Mal der Begriff „Lissabon“ vorkommt.

Da bleibt viel Raum für Spekulationen…

Mittwoch, 30. September 2009

Der Star auf Portugals Flohmärkten: Magalhães


Der vom portugiesischen Kultusministerium letztes Schuljahr an alle Schüler der dritten und vierten Grundschulklassen verteilte Computer „Magalhães“ entwickelt sich, nach den Sommerschulferien in diesem Jahr, zum Star auf den hiesigen Flohmärkten und in den Pfandleihen.

Wie die Wochenzeitung „Expresso“ in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet, gehen in Zeiten wirtschaftlicher Krise und leerer Haushaltskassen Eltern dazu über, die Laptops ihrer Kinder jetzt nach den Sommerferien zu verkaufen oder zu verpfänden.

50 Euro war der Preis, den die Eltern maximal für den „Magalhães"“ zahlen mussten, als letztes Schuljahr die Computer an 320.000 Kinder verteilt wurden.
Immerhin ca. 100.000 Schulkinder bekamen, wegen geringer Einkommen ihrer Eltern, sogar den Computer von den Schulen umsonst gestellt.

Auf dem wohl bekanntesten Flohmarkt in Lissabon, der „Feira da Ladra“, werden die Computer jetzt für sage und schreibe 120 bis 140 Euro angeboten, und dies sogar im Originalzustand, wie die „Expresso“ berichtet.
So gesehen, ein gutes Geschäft für die Eltern, aber mit katastrophalen Folgen für die Kinder, die nun ohne Computer dastehen, und somit ihren Klassenkammeraden im Unterricht nur noch schwer folgen können.

Im Pfandhaus bekommen Eltern 100 bis 150 Euro, die sie verwenden, um am Ende des Monats über die Runden zu kommen.
Ausgelöst wird das Computer-Pfandstück dann mit 20% Aufschlag.

Das Kultusministerium behauptet von diesen Zuständen nichts zu wissen.
Die Schulbehörde und die Polizei greifen nicht ein und dürfen dies auch gar nicht. Schließlich sind die Computer ja nicht gestohlen.

Man überlegt jetzt aber, die Computer an die nächste Generation von Schülern nicht mehr zu verkaufen, sondern nur noch auszuleihen.
Dies wiederum ruft die Computerhersteller auf den Plan:
Die sehen nämlich ihre Umsätze schwinden.
Denn werden die Computer nicht an die Schüler verkauft, sondern nur verliehen, brechen logischerweise die Umsätze ein.