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Samstag, 17. April 2010

Ein beispielhafter Politiker, ein beispielhafter Mann


Die Gemeinde Cruz Quebrada (port.: Junta de Freguesia da Cruz Quebrada), im Lissabonner Großraum gelegen, hat einen Vollzeit-Gemeinderatsvorsitzenden (port.: Presidente da Junta de Freguesia).
Paulo Freitas do Amaral sieht in seinem Amt als Vorsitzender der kleinen Gemeinde am Meer nicht nur seinen Beruf, sondern vor allem seine Berufung.

Als das Kultusministerium in Lissabon, in den letzten Weihnachtsschulferien beschloss, die zwei einzigen Grundschulen im Herzen der Gemeinde Cruz Quebrada aus wirtschaftlichen Gründen für immer zu schließen, und somit den Schulkindern ab den Osterferien einen wesentlich weiteren Schulweg in die Nachbargemeinde Dafundo zuzumuten, da nahm Paulo Freitas do Amaral selbst das Problem in Angriff, und versuchte für mindestens 30 dieser Schüler eine Lösung zu finden.

Und diese Lösung besteht darin, dass er aus eigener Tasche, in nur sechs Wochen, die Busfahrerlizenz machte, sich dann bei einer privaten Busgesellschaft einen Kleinbus zum symbolischen Preis von 1,00 Euro anmietete, um dann höchstpersönlich, nun ab Mai, jeden Morgen die Schulkinder in die weiter entfernte Grundschule Escola Básica Gonçalves Zarco nach Dafundo zu fahren.

Das nächste Ziel von Paulo Freitas do Amaral wird es sein, einen neuen Busfahrer einzustellen.
Der neue Busfahrer soll dann nicht den Gemeinderatsvorsitzenden als Busfahrer ersetzen, sondern im Gegenteil, er soll dann helfen die doppelte Zahl von Kindern in die neue Schule befördern zu können.

Endlich mal ein Politiker, der nicht in die eigene Tasche wirtschaftet, sondern an das Wohl seiner Gemeinde denkt!
Ein beispielhafter Politiker, ein beispielhafter Mann!

Mittwoch, 30. September 2009

Der Star auf Portugals Flohmärkten: Magalhães


Der vom portugiesischen Kultusministerium letztes Schuljahr an alle Schüler der dritten und vierten Grundschulklassen verteilte Computer „Magalhães“ entwickelt sich, nach den Sommerschulferien in diesem Jahr, zum Star auf den hiesigen Flohmärkten und in den Pfandleihen.

Wie die Wochenzeitung „Expresso“ in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet, gehen in Zeiten wirtschaftlicher Krise und leerer Haushaltskassen Eltern dazu über, die Laptops ihrer Kinder jetzt nach den Sommerferien zu verkaufen oder zu verpfänden.

50 Euro war der Preis, den die Eltern maximal für den „Magalhães"“ zahlen mussten, als letztes Schuljahr die Computer an 320.000 Kinder verteilt wurden.
Immerhin ca. 100.000 Schulkinder bekamen, wegen geringer Einkommen ihrer Eltern, sogar den Computer von den Schulen umsonst gestellt.

Auf dem wohl bekanntesten Flohmarkt in Lissabon, der „Feira da Ladra“, werden die Computer jetzt für sage und schreibe 120 bis 140 Euro angeboten, und dies sogar im Originalzustand, wie die „Expresso“ berichtet.
So gesehen, ein gutes Geschäft für die Eltern, aber mit katastrophalen Folgen für die Kinder, die nun ohne Computer dastehen, und somit ihren Klassenkammeraden im Unterricht nur noch schwer folgen können.

Im Pfandhaus bekommen Eltern 100 bis 150 Euro, die sie verwenden, um am Ende des Monats über die Runden zu kommen.
Ausgelöst wird das Computer-Pfandstück dann mit 20% Aufschlag.

Das Kultusministerium behauptet von diesen Zuständen nichts zu wissen.
Die Schulbehörde und die Polizei greifen nicht ein und dürfen dies auch gar nicht. Schließlich sind die Computer ja nicht gestohlen.

Man überlegt jetzt aber, die Computer an die nächste Generation von Schülern nicht mehr zu verkaufen, sondern nur noch auszuleihen.
Dies wiederum ruft die Computerhersteller auf den Plan:
Die sehen nämlich ihre Umsätze schwinden.
Denn werden die Computer nicht an die Schüler verkauft, sondern nur verliehen, brechen logischerweise die Umsätze ein.