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Freitag, 16. Mai 2014

„The loveliest city in Portugal“


Wie ich erst heute in der Onlineausgabe des von mir sehr geschätzten „Guardian“ nachlesen konnte, hat diese renommierte britische Tageszeitung vor einer Woche die historische Stadt Braga mit einem Artikel „geadelt“.

In diesem sehr lesenswerten Artikel bezeichnet die us-amerikanische Reisejournalistin Jeanine Barone die nordportugiesische Metropole als „the loveliest city in Portugal“ (dt.: „die schönste Stadt Portugals“).

Braga – „das portugiesische Rom“ wie die Stadt wegen ihrer vielen Kirchen oft auch genannt wird – ist wahrlich bezaubernd und sehenswert!

Diese traditionsreiche Stadt voller bewegter Geschichte und Geschichten ist heute eine jung gebliebene, moderne Studentenstadt voller Charme und mit einer sehr reichen und energischen Kulturszene, sowie einem sehr aktiven Nachtleben.
Auch für die leckere Gastronomie Bragas und ihre Umgebung findet die Journalistin in ihrem Artikel – zu Recht – nur lobende Worte.

Jeanine Barone scheint ihre Zeit in Braga genossen zu haben, denn sie beendet ihren Artikel mit den ermutigenden Worten:

„Wie viele andere Universitätsstädte hat Braga eine kreative Energie, die Menschen allen Alters, aller sozialen Schichten und unterschiedlichster Lebensstile eint. Anstatt nur in der Vergangenheit zu schwelgen, passt sich die Stadt der Moderne an und schaut voller Optimismus in die Zukunft.“

(„Like many university towns, Braga has a creative energy that that
brings together all sorts of people, transcending age, class and lifestyle. Rather than being stuck in the past, it continues to adapt and thrive, looking to the future with a new-found sense of optimism.“ – Jeanine Barone).

Wer den interessanten Artikel von Jeanine Barone im Original nachlesen will, hier der Link aus dem „The Guardian“:


Sonntag, 5. Februar 2012

Portugiesische Winterimpressionen






Wie überall in Europa, so hat der Winter dieses Jahr auch hier in Portugal eiskalt zugeschlagen.
Zwar zeigen die Thermometer nicht so niedrige Temperaturen an wie z.B. in der Ukraine, in Polen oder in Deutschland, wo diese im Augenblick schon mal – 30° C anzeigen können, aber für portugiesische Verhältnisse ist der Winter 2011/ 2012 wirklich extrem kalt.

Hier in Lissabon hatten wir letzte Nacht gerade Mal + 3° C.
Im Norden des Landes, in den Städten Braga, Vila Real und Castelo Branco und im südlicheren gelegenen Alentejo, in den Städten Portalegre, Évora und Beja, erreichten die Temperaturen gerade Mal den Gefrierpunkt.
In Bragança, ebenfalls im Norden Portugals gelegen, zeigte das Thermometer letzte Nacht sogar rekordverdächtige – 9° C an.
Rekordverdächtig weil vor 67 Jahren, im Januar 1945, mit – 12° C die kälteste Nacht in der Geschichte Braganças, seit der Wetteraufzeichnung, gemessen wurde!

Seit Jahrzehnten gab es hier in Portugal keinen so kalten Winter mehr.
Aber trotz der Kälte hat der Winter zweifellos auch seinen Reiz. Die Luft ist jetzt wesentlich klarer und ein Spaziergang durch die Stadt oder am Strand ist jetzt so richtig erfrischend.
Die Meteorologen sagen für die kommenden Tage eine minimale Temperaturerhöhnung voraus. Aber die kalten Temperaturen sollen noch eine zeitlang so bleiben.

Mir kann das recht sein – so lange es nicht regnet!

Montag, 3. Oktober 2011

Die Wallfahrtskirche von Bom Jesus do Monte






Sechs Kilometer östlich der nordportugiesischen Stadt Braga, in der Provinz Minho, befindet sich der kleine Ort Tenões mit dem sehenswerten und in ganz Portugal bekannten Wallfahrtsort Santuário do Bom Jesus do Monte, der auch unter dem Namen Santuário do Bom Jesus de Braga bekannt ist.
Die Wallfahrtskirche liegt an der Westflanke des 564 m hohen Monte Espinho, inmitten eines Parks, der wegen seiner üppigen Blumenpracht, dem großen Waldbestand und dem kleinen See ein beliebter Ausflugs- und Picknickziel ist.

An der Stelle, an der heute die Kirche steht, errichtete im 14. Jahrhundert irgendjemand ein Holzkreuz.
Dieses Holzkreuz war die erste Inbesitznahme des Monte Espinho.
Bereits im Jahre 1373 wird eine kleine Kapelle an diesem Ort erwähnt.
Diese Kapelle muss schon sehr früh ein Platz der Andacht und der Wallfahrt für die Bürger Bragas und der Umgebung gewesen sein, denn im Jahre 1494 wird an gleicher Stelle, aus Platzmangel, eine etwas größere Kapelle auf Geheiß des damaligen Erzbischofs von Brage, Dom Jorge da Costa, errichtet.
In den Jahren 1522, 1629 und 1722 werden neue Kapellen errichtet, die das mit den Jahren jeweils kleiner gewordene Gotteshaus ersetzten.

Am 01. Juni 1784 beginnt der Architekt Carlos Amarante, auf Anordnung des damaligen Erzbischofs von Braga, Dom Gaspar de Bragança, mit dem Bau der heutigen Kirche.
Erst 1811 sollten die Bauarbeiten an der Kirche und der imposanten Freitreppe beendet sein.

Doch auch wenn die Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts fertig gebaut wurde, so musste auch dieser christlich-sakrale Bau, wie so viele andere auch, im laufe der Jahre repariert und renoviert werden.

Manche Beschädigungen häuften sich mit der Zeit naturgemäß an. Hinzukamen Schäden die durch Kriege und Naturgewalten über die Jahre hinweg dem Bauwerk zugefügt wurden.
Gegen diese Schäden wurden mit den Jahren viele Maurer, Schreiner, Glaser und noch andere Handwerker beauftragt die Kirche Bom Jesus do Monte in Stand zu setzen.

Einer dieser vielen Handwerker war der Baumeister Henrique Manuel Pires, der den Auftrag erhielt, zwischen 1850 und 1853, die einzelnen Heiligenfiguren zu restaurieren und den ich hier als Beispiel für so viele andere Handwerker erwähnen will.

Über die Arbeiten von Henrique Manuel Pires ist nichts Außergewöhnliches belegt.
Die Kirche muss aber mit seinen Restaurierungsarbeiten im Grunde genommen zufrieden gewesen sein, denn es wird nicht gegenteiliges erwähnt.
Was allerdings vom Baumeister sehr wohl existiert ist eine Rechnung, die er im Jahre 1853 der Kirche ausstellt.
In dieser Rechnung führt Henrique Manuel Pires detailliert auf welchen Preis er für welche geleistete Arbeit verlangt.
Das Original der Rechnung befindet sich heute im nationalen Archiv der Torre do Tombo in Lissabon (bitte lesen sie hierzu auch meinen Bericht „Torre do Tombo“ vom 03. März 2011).

Die Treppe, die hier schon erwähnt wurde und die in drei Abschnitten bis zur Wallfahrtskirche führt, gehört wohl zu den schönsten die es in ganz Portugal und der Welt gibt.

Ihren Anfang nimmt die Treppe an dem Abschnitt, der Escadório do Pórtico (dt.: Freitreppe der Torhalle) genannt wird.
Dieser Treppenabschnitt hat seinen Namen von dem steinernen Bogen, der im Jahre 1723 an dem Platz erbaut wurde, an dem seit Jahrhunderten traditionell die Pilger ihren Aufstieg zur Wallfahrtskapelle begannen.

Der zweite Treppenabschnitt wird Escadório dos Cinco Sentidos (dt.: Freitreppe der Fünf Sinne) genannt. An den insgesamt fünf Treppenabsätzen steht jeweils ein Springbrunnen. Jeder Brunnen steht für einen menschlichen Sinn.
Ihre Namen sind:

• Fonte da Visão (dt.: Springbrunnen des Sehsinnes) mit der Aufschrift „Varão prudente, toma-as por um sonho e assim vigiarás“
• Fonte da Audição (dt.: Springbrunnen des Gehörsinnes) mit der Aufschrift „Que cantava ao som da cítara, presidindo os que cantavam e louvavam o Senhor“
• Fonte do Olfato (dt.: Springbrunnen des Geruchssinnes) mit der Aufschrift „Dai flores como o lírio e rescendei suave cheiro“
• Fonte do Paladar (dt.: Springbrunnen des Geschmacksinnes) mit der Aufschrift „A tua terra seja cheia das bênçãos do Senhor, dos frutos do céu e do orvalho“
• Fonte do Tato (dt.: Springbrunnen des Tastsinnes) mit der Aufschrift „As minhas entranhas estremeceram ao seu toque“

Der dritte und letzte Treppenabschnitt heißt Escadório das Três Virtudes (dt.: Freitreppe der drei Tugenden).
Dieser Treppenabschnitt besteht aus drei Treppenabsätzen. Genauso wie die Freitreppe der Fünf Sinne, befindet sich auch hier jeweils ein Springbrunnen an jedem Treppenabsatz.
Die Brunnen stellen die drei religiösen Tugenden dar.
Die Namen der Springbrunnen lauten:

• Fonte da Fé (dt.: Springbrunnen des Glaubens) mit der Aufschrift „Correrão dele águas vivas“
• Fonte da Esperança (dt.: Springbrunnen der Hoffnung) mit der Aufschrift „Arca na qual se salvaram almas“
• Fonte da Caridade (dt.: Springbrunnen der Nächstenliebe) mit der Aufschrift „São três estas virtudes... a maior delas, porém, é a caridade“

Die Freitreppe hat insgesamt 581 Stufen, die ganze 116 Meter Höhenunterschied überwinden, und endet auf dem Terreiro de Moisés, dem Vorplatz der Kirche.

Während man früher die Kirche nur durch das mühsame besteigen der Treppen erreichen konnte, verbindet seit 1882 eine Drahtseilbahn (port.: funicular) die Stadt Braga und den Wallfahrtsort.

Gestiftet wurde die Drahtseilbahn von Manuel Joaquim Gomes, einem reichen Geschäftsmann aus Braga.
Für den Bau ist der Schweizer Niklaus Riggenbach verantwortlich.
Als die Drahtseilbahn am 25. März 1882 in Betrieb genommen wurde, war sie die erste auf der gesamten Iberischen Halbinsel.
Bis heute ist sie völlig Unfallfrei und die letzte ihrer Art auf der Welt, die noch in Betrieb ist.

Dienstag, 22. Februar 2011

Parque Nacional da Peneda-Gerês






Wer hier nach Portugal reist, den zieht es meistens in die Hauptstadt Lissabon, oder ans Meer, an die Algarve.
Portugal hat über 600 km Küste, von den schönsten Sandstränden im Süden bis zu wildesten und rauesten Klippen im Norden.

Aber außer den vielen Badestränden hat Portugal im hohen Norden auch einen Nationalpark, überhaupt den einzigen des Landes, vorzuweisen. Er galt bis vor wenigen Jahren für die ausländischen Touristen als nebensächlich und unbedeutend. Aber das hat sich die letzten Jahre geändert.

Zumindest wir Portugiesen haben seit einiger Zeit den Charme des Parque Nacional da Peneda-Gerês (dt.: Peneda-Gerês-Nationalpark), mit seinen Bergen, mit seinen klaren Flüssen und mit seinen schönen Süßwasserseen, entdeckt.

Nur zwei Stunden von der Hafenmetropole Porto entfernt, erstreckt sich dieser über 700 km² ha große Nationalpark an der portugiesisch-spanischen Grenze entlang, von der Hochebene von Castro Laboreiro bis zur Hochebene von Mourela, über die Gebirge von Peneda, Soajo, Amarela und Gerês. Der schönste Nationalpark der Iberischen Halbinsel, wie viele ihn nennen, erstreckt sich über die Distrikte Braga, Vila Real und Viana do Castelo.

Für Angler, Wassersportler und Wanderer ist der Nationalpark mit seinen vielen Seen, Flüssen und Wanderwegen ein wahres Paradies.
Die höchste Erhebung befindet sich mit 1545 m in der Serra do Gerês und ist der Nevosa.
Diese herrliche Wald- und Gebirgslandschaft wird von vielen malerischen Gebirgsseen und Stauseen, wie Vilarinho, Caniçada, Salamonde und Paradela, unterbrochen.
Zu den schönsten unter den vielen Wanderwegen des Nationalparks gehört der Trilho da Preguiça, der zu herrlichen Aussichtspunkten führt.

Hier im Nationalpark Peneda-Gerês trifft man, mit etwas Glück, auch auf viele einzigartige Pflanzen- und Tierarten.
Die Vegetation besteht aus ausgedehnten Nadelwäldern, hundertjährigen Eichen, Korkeichenwäldern und heidekrautbestandene Felslandschaften.
Die Fauna umfasst Rot- und Schwarzwild, Hasen, Luchse, Otter, Rebhühner und sogar Wölfe und Königsadlern.
Die eigentlichen Stars sind aber die Wilden Pferde, Garranos genannt.
Die einzige noch existierende Herde dieser kleinen Pferde besteht heute aus ca. 70 Tieren und ist die Attraktion des Naturparks.

Der Parque Nacional da Peneda-Gerês ist heute zum größten Teil touristisch erschlossen.
Nichtsdestotrotz kann man hier und da immer wieder etwas Neues entdecken.
Wer noch nie im Peneda-Gerês war, dem kann ich einen Besuch in diesem Nationalpark nur wärmstens empfehlen.
Er wird diesen Besuch niemals vergessen!

Dienstag, 6. April 2010

Johannes XXI


Portugal bereitet sich dieser Tage auf den Besuch des deutschen Papstes Benedikt XVI (port.: Bento XVI), der Mitte Mai stattfinden wird, vor.
Benedikt XVI wird sich hier in Portugal an Papst Johannes Paul II, dem Polen, (port.: João Paulo II) messen lassen müssen, denn der war ein bekennender Freund Portugals und Marienanhänger, und somit hatte er es bei seinen Portugalbesuchen äußerst leicht die Massen zu bewegen.
Aber Portugal wird auch Benedikt XVI freudig empfangen, denn Portugal hatte mit den einzelnen Stellvertretern Christi auf Erden, woher sie auch immer kamen, nur selten Probleme.

Kaum ein Portugiese aber weiß, dass es auch schon einmal einen portugiesischen Papst gegeben hat.
Vom 08. September 1276, bis zu seinem Tode am 20. Mai 1277, saß nämlich der Lissabonner Pedro Julião (lat.: Petrus Hispanus / ital. : Petrus Juliani) auf dem Heiligen Stuhl.

Der Geburtstag, und sogar das Geburtsjahr, von Pedro Julião sind bis heute ein Geheimnis der Geschichte geblieben.
Man vermutet aber, dass der Sohn des Arztes und Apothekers Julião Rebelo und Teresa Gil, zwischen 1205 und 1215 auf die Welt kam.

Er studierte in Lissabon, im spanischen Léon und an der Pariser Sorbonne zuerst Theologie und Philosophie und dann Medizin und Mathematik, bevor er nach Italien ging, und an den Universitäten von Salerno und Siena selber Medizin zu lehren.
Er wurde ein angesehener Medizinprofessor für Augenheilkunde.
Er war es z.B, der dem Künstler und Maler Michelangelo Buonarroti, als dieser beim Bau der Sixtinischen Kapelle fast erblindete, die Augen behandelte, so das dieser wieder einwandfrei sehen und an der Kapelle weiterarbeiten konnte.
Außerdem wurde Pedro Julião ein Fachmann, man will es kaum glauben, für Empfängnisverhütung und Schwangerschaftsabbrüchen!
Zur damaligen Zeit, eine absolute Revolution.

Um 1260 ernannte ihn der spätere Papst Hadrian V (port.: Adriano V) zu seinem Leibarzt. Später wurde er Hof- und Leibarzt von Papst Gregor X (port.: Gregorio X).
Kaum im Vatikan angekommen begann seine Kirchenkarriere.
1272 wird er im italienischen Frascati zum Erzbischof ernannt und 1273 kehrt er nach Portugal zurück, als Erzbischof von Braga.

Am 08. September 1276 wird Pedro Julião in Viterbo, nach einem kontroversen Konklave, zum neuen Papst Johannes XXI (port.: João XXI) gewählt.
In Viterbo verbringt er dann auch sein kurzes Pontifikat.
Dort lässt er sich, an der Hinterseite seines Papstpalastes, seine Privatbibliothek erweitern, denn er wollte seine medizinischen Forschungen weiter führen, und brauchte dafür eine Unmenge von Fachbüchern.
Am 16. Mai 1277 wird er bei einem Aufenthalt in seiner Bibliothek von herabstürzenden Deckenteilen getroffen und schwer verletzt.
Diesen schweren Verletzungen erliegt er vier Tage später.

Sein plötzlicher Tod war der damaligen Kirche unheimlich suspekt. Viele im Umfeld Johannes XXI waren der Meinung, dass „etwas böses und unheimliches“ geschehen sein musste.
In einer Chronik aus der damaligen Zeit, die sehr mystisch und voller Aberglauben war, schrieb z.B. ein Mönch: „Dieser häretische Schwarzkünstler ist in seinem Palast vom Teufel persönlich erschlagen worden!“

Johannes XXI, der einzige portugiesische Papst auf dem Stuhl Petri, der den Ruf hatte eher den Armen als den Reichen eine Audienzen zu gewähren und der seiner Zeit meilenweit voraus war, ist heute im Dom von Viterbo beigesetzt, unweit seiner geliebten Bibliothek.

Dienstag, 30. Juni 2009

Beleidiungen sind erwünscht


Letztes Wochenende hat im Norden Portugals, in der Nähe der Stadt Braga, eine neue Szenebar ihre Türen geöffnet, die ihresgleichen in Portugal sucht.

In dieser Bar darf und kann der Gast, wenn er sein Bierchen bestellt hat, die Kellner und Kellnerinnen nach Lust und Laune mit Schimpfwörtern beleidigen.
Das Beleidigen der Angestellten ist nicht nur erwünscht und wird erwartet, sondern kann dem Gast auch Vorteile bringen.
Denn, wer die originellste Beleidigung von sich gibt, bekommt sein Getränk sogar spendiert.
Wer allerdings andere Gäste Beleidigt, fliegt raus!

Die Grundidee dieser Bar, die ihr Vorbild in einigen US-Szenebars New Yorks hat, ist es, das die Kunden, nach einem harten und gestressten Arbeitstag, hierher kommen können, um sich ihrem angestauten Frust zu entledigen, indem sie sich nämlich frei von der Leber weg, alles das rausbrüllen, was sie vielleicht ihren Chefs oder ihren Kollegen gerne persönlich sagen würden, sich aber nicht trauen.

In einer Zeit von weltweiter Wirtschaftskrise und ansteigenden Arbeitslosenzahlen, gibt es anscheinend nichts Besseres um die angestaute Frustration loszuwerden, als die Angestellten mit Schimpfwörtern zu titulieren; Schimpfwörter die in der portugiesischen Sprache ja so reichlich und originell vorhanden sind.

Nach einem Kneipenbesuch kann man dann beruhigt und stressfrei wieder nach hause fahren, und sich ganz und gar seiner lieben Familie widmen.
Das Konzept scheint zu greifen, denn die Bar ist seit ihrer Eröffnung jeden Tag gerammelt voll.
Und fast alle Gäste behaupten, dass nach dem Beschimpfen des Personals, sie sich viel besser und freier fühlen.