Posts mit dem Label Vila Real werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vila Real werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 5. Februar 2012

Portugiesische Winterimpressionen






Wie überall in Europa, so hat der Winter dieses Jahr auch hier in Portugal eiskalt zugeschlagen.
Zwar zeigen die Thermometer nicht so niedrige Temperaturen an wie z.B. in der Ukraine, in Polen oder in Deutschland, wo diese im Augenblick schon mal – 30° C anzeigen können, aber für portugiesische Verhältnisse ist der Winter 2011/ 2012 wirklich extrem kalt.

Hier in Lissabon hatten wir letzte Nacht gerade Mal + 3° C.
Im Norden des Landes, in den Städten Braga, Vila Real und Castelo Branco und im südlicheren gelegenen Alentejo, in den Städten Portalegre, Évora und Beja, erreichten die Temperaturen gerade Mal den Gefrierpunkt.
In Bragança, ebenfalls im Norden Portugals gelegen, zeigte das Thermometer letzte Nacht sogar rekordverdächtige – 9° C an.
Rekordverdächtig weil vor 67 Jahren, im Januar 1945, mit – 12° C die kälteste Nacht in der Geschichte Braganças, seit der Wetteraufzeichnung, gemessen wurde!

Seit Jahrzehnten gab es hier in Portugal keinen so kalten Winter mehr.
Aber trotz der Kälte hat der Winter zweifellos auch seinen Reiz. Die Luft ist jetzt wesentlich klarer und ein Spaziergang durch die Stadt oder am Strand ist jetzt so richtig erfrischend.
Die Meteorologen sagen für die kommenden Tage eine minimale Temperaturerhöhnung voraus. Aber die kalten Temperaturen sollen noch eine zeitlang so bleiben.

Mir kann das recht sein – so lange es nicht regnet!

Dienstag, 22. Februar 2011

Parque Nacional da Peneda-Gerês






Wer hier nach Portugal reist, den zieht es meistens in die Hauptstadt Lissabon, oder ans Meer, an die Algarve.
Portugal hat über 600 km Küste, von den schönsten Sandstränden im Süden bis zu wildesten und rauesten Klippen im Norden.

Aber außer den vielen Badestränden hat Portugal im hohen Norden auch einen Nationalpark, überhaupt den einzigen des Landes, vorzuweisen. Er galt bis vor wenigen Jahren für die ausländischen Touristen als nebensächlich und unbedeutend. Aber das hat sich die letzten Jahre geändert.

Zumindest wir Portugiesen haben seit einiger Zeit den Charme des Parque Nacional da Peneda-Gerês (dt.: Peneda-Gerês-Nationalpark), mit seinen Bergen, mit seinen klaren Flüssen und mit seinen schönen Süßwasserseen, entdeckt.

Nur zwei Stunden von der Hafenmetropole Porto entfernt, erstreckt sich dieser über 700 km² ha große Nationalpark an der portugiesisch-spanischen Grenze entlang, von der Hochebene von Castro Laboreiro bis zur Hochebene von Mourela, über die Gebirge von Peneda, Soajo, Amarela und Gerês. Der schönste Nationalpark der Iberischen Halbinsel, wie viele ihn nennen, erstreckt sich über die Distrikte Braga, Vila Real und Viana do Castelo.

Für Angler, Wassersportler und Wanderer ist der Nationalpark mit seinen vielen Seen, Flüssen und Wanderwegen ein wahres Paradies.
Die höchste Erhebung befindet sich mit 1545 m in der Serra do Gerês und ist der Nevosa.
Diese herrliche Wald- und Gebirgslandschaft wird von vielen malerischen Gebirgsseen und Stauseen, wie Vilarinho, Caniçada, Salamonde und Paradela, unterbrochen.
Zu den schönsten unter den vielen Wanderwegen des Nationalparks gehört der Trilho da Preguiça, der zu herrlichen Aussichtspunkten führt.

Hier im Nationalpark Peneda-Gerês trifft man, mit etwas Glück, auch auf viele einzigartige Pflanzen- und Tierarten.
Die Vegetation besteht aus ausgedehnten Nadelwäldern, hundertjährigen Eichen, Korkeichenwäldern und heidekrautbestandene Felslandschaften.
Die Fauna umfasst Rot- und Schwarzwild, Hasen, Luchse, Otter, Rebhühner und sogar Wölfe und Königsadlern.
Die eigentlichen Stars sind aber die Wilden Pferde, Garranos genannt.
Die einzige noch existierende Herde dieser kleinen Pferde besteht heute aus ca. 70 Tieren und ist die Attraktion des Naturparks.

Der Parque Nacional da Peneda-Gerês ist heute zum größten Teil touristisch erschlossen.
Nichtsdestotrotz kann man hier und da immer wieder etwas Neues entdecken.
Wer noch nie im Peneda-Gerês war, dem kann ich einen Besuch in diesem Nationalpark nur wärmstens empfehlen.
Er wird diesen Besuch niemals vergessen!

Dienstag, 25. August 2009

Die Hölle auf Erden


Voller Entsetzen sieht man dieser Tage, auch im deutschen Fernsehen, die entsetzlichen Bilder der verheerenden Waldbrände die Griechenland heimsuchen.
Diese Brände, meistens durch Brandstiftung verursacht und durch starke Winde unkontrollierbar, legen alles in Schutt und Asche, was ihnen in den Weg kommt.

Auch wir hier in Portugal werden wieder einmal, eigentlich wie jedes Jahr, von entsetzlichen Waldbränden heimgesucht.
In dem Moment, in dem ich diese Zeilen hier schreibe, lodern im ganzen Land acht Großfeuer, die noch nicht unter Kontrolle gebracht worden sind.
Ohne Erbarmen fressen sich die Flammen Kilometer für Kilometer durch die Hügel und die Senken, die teilweise schon seit Monaten keinen Regentropfen abbekommen haben.

Unglaubliche 24.000 Hektar sind schon alleine dieses Jahr hier in Portugal ein Opfer der Flammen geworden.
Landesweit sind im Augenblick über 1000 Feuerwehrmänner in voller Ausrüstung und mit Hilfe von verschiedenen Löschfahrzeugen, Flugzeugen und Hubschraubern im Einsatz.

Bis dato sind dieses Jahr noch keine Todesopfer zu beklagen.
Aber in den Distrikten Guarda und Porto, wo im Augenblick die schwersten Brände wüten, sind schon verschiedene Wohnhäuser und Bauernhöfe bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Auch in den Distrikten Bragança, Coimbra, Viseu und Vila Real bedrohen die unkontrollierbaren Brände ganze Dörfer und Ortschaften.

Viele Menschen verlieren bei diesen Bränden nicht nur ihre Wohnhäuser und ihr ganzes Hab und Gut, sondern viele, wie z.B. Landwirte oder Weinbauern, verlieren auch ihre ganzen Existenzen.
Von Heute auf Morgen verlieren diese Menschen somit nicht nur ihre Bleibe, sondern auch ihren Broterwerb, ihre Tiere, ihre Familienangehörigen und manchmal sogar ihren Lebensmut.

Gestern wurde ein Winzer aus dem Großraum Porto gefragt, wie er sich fühle, nachdem er sein Winzerbetrieb, sein Haus und seine ganzen Weinberge durch das Feuer verloren hatte.

Noch unter Schock antwortete er kurz und knapp:
„Ich durchlebe gerade die Hölle auf Erden!“