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Freitag, 5. Oktober 2012

Kapitulation...?!?




Mein Blogeintrag „Glückwunsch zum 869. Geburtstag“ von heute Morgen fanden einige meiner Freunde und Bekannte nicht fair, denn sie meinten ich würde dem Ansehen der Republik, und somit dem Ansehen Portugals, schaden.

Nun, ich weiß zwar nicht, in wie weit ich dem Ansehen der Portugiesischen Republik schade, in dem ich nur an das Gründungsdatum Portugals vor 869 Jahre erinnere?!?
Fakt ist aber, das die höchsten Staatsorgane es sind, die dem Ansehen der Republik schaden und deren Symbole gnadenlos verunglimpfen!

Wie das möglich ist?
Nun, erst heute Morgen hat Staatspräsident Anibal Cavaco Silva, höchstpersönlich, bei einem feierlichen Festakt, auf dem Balkon des Lissabonner Rathauses die portugiesische Nationalflagge verkehrt herum gehisst.
Das ist so, als ob man in Deutschland plötzlich anstatt der schwarz-rot-goldenen Deutschlandfahne eine golden-rot-schwarze Flagge am Fahnenmast hängen hat!

Das ist nicht so tragisch werden da einige sagen.
Sicherlich…
Aber im Militärjargon bedeutet das auf den Kopf hissen einer Flagge, nichts anderes, als die totale und kompromisslose Kapitulation!

Und dies hat Präsident Cavaco Silva heute der Nation vermittelt – eine Kapitulationserklärung...

...das wir trotz aller Anstrengungen, aller Mühen und Sorgen vielleicht doch bald vor der Europäischen Union, dem Internationalen Währungsfond und der Europäischen Zentralbank einfach kapitulieren müssen!

Samstag, 26. Mai 2012

Portugal zeigt Flagge



Als ich heute mit einem Freund in Richtung Costa de Caparica gefahren bin, konnten wir von der Autobahn aus die riesige portugiesische Flagge sehen, die nun an der Frontseite des Shopping-Centers Almada Forum prangt.
Diese überdimensionale Flagge wurde gestern, über Nacht, an der Glasfassade des zweitgrößten Einkaufscenters des Landes angebracht.
Sie ist 44 m breit, 25 m hoch und bedeckt eine Fläche von 1100 m².

Diese riesige Nationalflagge soll die portugiesische Fußballnationalmannschaft bei der kommenden EM in Polen und der Ukraine „mental unterstützen“ und für die vielen Nationalflaggen stehen, die einstmals bei der EM 2004 hier im eigenen Land, an jedem Ort zu sehen waren.

Damals schmückten tausende und abertausende portugiesische Flaggen jeden erdenklichen Ort.
Kein Haus, kein Auto, keine Straße und kein Balkon das nicht mindestens mit einem kleinen Portugal-Wimpel geschmückt war.
Und auch die Menschen blieben damals hierzulande vom grassierenden Nationalfarben-Fieber nicht verschont. Da wurden rot und grün zu Farben der „Kriegsbemalung“, und die eingefärbten Sonnenbrillen, die zweifarbigen Capis und die entsprechenden T-Shirts wurden mit Stolz getragen.
Psychologisch hat das alles damals, ohne Zweifel, die portugiesische Nationalmannschaft 2004 bis ins Finale gebracht.

Aber wir befinden uns heute nicht mehr im Jahre 2004, sondern im Jahre 2012.
Portugal muss heute mit einer enormen Schuldenkrise und all ihren negativen Folgen fertig werden.
Als Portugiese versucht man momentan eher mit der kollektiven Zukunftsangst zu Recht zu kommen als daran zu denken, wie man sein Auto oder sein Haus mit Fähnchen schmückt.
Die Freude auf die kommende EM 2012 ist hier in Portugal, gelinde gesagt, eher verhalten.
Und nach dem mickrigen 0:0 im heutigen Freundschaftsspiel gegen Mazedonien habe ich das Gefühl das die Freude auf die EM sogar noch geringer geworden ist.

Egal wie die Jungs von Nationaltrainer Paulo Bento bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine auch abschneiden werden, und egal ob die riesige Nationalflagge, die jetzt am Almada Forum hängt, dazu beitragen wird das die portugiesische Nationalmannschaft sich durch ihre Fans „getragen“ fühlt – wichtig ist nur, das die Menschen in den nächsten Wochen dieses sportliche Großereignis dazu nutzen werden, um zusammen zu kommen und um zusammen zu feiern.

Das würde ich uns allen wünschen!