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Mittwoch, 14. Dezember 2011

Ursprüngliche Namen portugiesischer Kolonialstädte in Afrika


Vor einiger Zeit hatte ich ein „Streitgespräch“ mit meinen Kollegen Vania und Miguel.
Beide behaupteten sie eisern, das die heutige angolanische Hauptstadt Luanda früher Nova Lisboa (dt.: Neu-Lissabon) hieß.
Ich verneinte dies, und meinte, dass das frühere Nova Lisboa heute Huambo heißt.
Nach einem kurzen Blick ins Internet mussten Vania und Miguel sich schweren Herzens eingestehen, das ich Recht hatte.

Bei der Gelegenheit haben wir dann versucht, den einen oder anderen alten Städtenamen, den wir noch aus dem portugiesischen Geographieunterricht kennen, seine heutige nachkoloniale Bezeichnung zu geben.

So hieß das heutige Luanda z.B., zur Kolonialzeit, São Paulo da Assunção.
Die Hauptstadt von Moçambique, das frühere Lourenço Marques, heißt heute Maputo und die Stadt Vila Salazar, ebenfalls in Moçambique gelegen und wo ein Teil meiner Familie früher lebte, heißt heute Matola.
Das war, im Großen und Ganzen, unser aktueller Wissensstand über die Namen der ehemaligen Kolonialstädte.

Tatsache ist, dass heute nur noch ganz wenige Portugiesen die früheren Namen der Städte in den ehemaligen Überseegebieten in Afrika kennen – außer sie haben in den ehemaligen portugiesischen Kolonialgebieten gelebt.

Anbei nun eine Liste früherer Namen portugiesischer Kolonialstädte in Angola, Moçambique und Guinea-Bissau und wie sie heute nachkolonial heißen:


Angola

• São Paulo da Assunção – Luanda
• Nova Lisboa – Huambo
• São Filipe de Benguela – Benguela
• São Salvador do Congo – M'Banza Kongo
• Serpa Pinto – Menongue
• Silva Porto – Kuito
• Moçâmedes – Namibe
• Sá da Bandeira – Lubango
• Forte República – Massango
• Forte Roçadas – Xangongo
• Vila de Aljustrel – Cangamba
• Ambrisete – N'Zeto
• Andrada – Nzagi
• Arriaga – Bibala
• Asseiceira – Catumbela
• Vila do Buçaco – Camanongue
• Duque de Bragança – Calandula
• Gabela – Amboim
• Gago Coutinho – Lumbala Nguimbo
• General Machado – Camacupa
• Henrique de Carvalho – Saurimo
• João de Almeida – Chibia
• Luso – Luena
• Carmona – Uíje Negage
• Mariano Machado – Ganda
• Neves Ferreira – Cuemba
• Nova Chaves – Muconda
• Nova Gaia – Cambundi-Catembo
• Novo Redondo – Sumbe
• Nova Sintra – Catabola
• Vila da Ponte – Kuvango
• Porto Alexandre – Tômbua
• Pereira d'Eça – N´Giva
• Quilombo dos Dembos – Gonguembo
• Vila Robert Williams – Caála
• Salazar – N'Dalatando
• Vila de Santa Clara – Ombadja
• Vila de Santa Comba Dão – Waku Kungo
• Santo António do Zaire – Soyo
• Vila Teixeira da Silva – Bailundo
• Vila Teixeira de Sousa – Luau
• Veríssimo Sarmento – Camissombo
• Vila Flor – Ekunha
• Vila Nova do Seles – Uku


Guinea-Bissau

• Nova Lamego – Gabú
• Teixeira Pinto – Canchungo


Moçambique

• Lourenço Marques – Maputo
• Cidade de João Belo – Xai-Xai
• Fernão Veloso – Nacala
• Nova Coimbra - Niassa
• António Enes – Angoche
• Cabral – Lichinga
• Coutinho – Ulongué
• Vila de Gouveia – Catandica
• Novo Freixo – Cuamba
• Vila Pery – Chimoio
• Porto Amélia – Pemba
• Vila Salazar – Matola
• Santiago Maior – Tete
• Trigo de Morais – Chókwè

Sonntag, 4. September 2011

Städtepartnerschaften


Ob Lissabon eine Partnerstadt hat, bin ich heute gefragt worden.
Und ob!
Lissabon hat insgesamt sogar 21 Partnerstädte (port.: „cidades gémeas“) vorzuweisen.

Mit diesen 21 internationalen und nationalen Partnerstädten verpflichtet sich Lissabon wirtschaftlich zusammenzuarbeiten und kulturell auszutauschen.
Im Jahre 1977 ging Lissabon mit dem kroatischen Zagreb vertraglich die erste Städtepartnerschaft ein.
Zwei Jahre zuvor, 1976, war zum ersten Mal, zwischen der portugiesischen Universitätsstadt Coimbra und der damaligen ostdeutschen Stadt Halle an der Saale, überhaupt eine Städtepartnerschaft in Portugal geschlossen worden.

Auf vier Kontinenten befinden sich die 21 Partnerstädte die mit Lissabon ein kooperatives Abkommen abgeschlossen haben.
Darunter ist leider nicht eine einzige deutsche Stadt.

Die Lissabonner Partnerstädte sind:

• Zagreb in Kroatien (seit dem 15. Juli 1977)
• Madrid in Spanien (seit dem 31. Mai 1979)
• Rio de Janeiro in Brasilien (seit dem 10. Juni 1980)
• Maputo in Moçambique (seit dem 20. März 1982)
• Macau in China (seit dem 20. Mai 1982)
• Praia auf Kap Verde (seit dem 26. Mai 1983)
• São Tomé auf São Tomé und Principe (26. Mai 1983)
• Bissau in Guinea-Bissau (seit dem 31. Mai 1983)
• Malaca in Malaysia (seit dem 19. Januar 1984)
• Salvador da Bahia in Brasilien (seit dem 03. April 1085)
• Brasilia in Brasilien (seit dem 28. Juni 1985)
• Rabat in Marokko (seit dem 22. März 1988)
• Luanda in Angola (seit dem 11. Oktober 1988)
• Cacheu in Guinea-Bissau (14. November 1988)
• Budapest in Ungarn (seit dem 28. September 1992)
• Buenos Aires in Argentinien (seit 1992)
• Guimarães in Portugal (seit dem 29. Juni 1993)
• Tunis in Tunesien (seit dem 03. September 1993)
• Paris in Frankreich (seit 1998)
• São Paulo in Brasilien (seit dem 10. Juli 2007)
• Peking in China (seit dem 22. Oktober 2007)

Aber nicht nur Lissabon ist eine Städtepartnerschaft eingegangen.
Insgesamt 23 portugiesische Kommunen pflegen z.B. mit deutschen Städten eine partnerschaftliche Beziehung.

Die portugiesischen Städte, die mit deutschen Gemeinden geschwisterlich verbunden sind, sind:

• Coimbra / Halle an der Saale (seit dem 06.Juni 1975)
• Porto mit Jena (seit dem 15. Juni 1984)
• Condeixa-a-Nova mit Bretten (10. Februar 1985)
• Guarda mit Siegburg (seit dem 26. Mai 1985)
• Aljezur mit Kürnach (seit dem 10. Oktober 1987)
• Santo Tirso mit Groß-Umstadt (seit dem 31. Juli 1988)
• Mafra mit Leimen (seit dem 17. Februar 1990)
• Sesimbra mit Kotzling (seit dem 20. Mai 1991)
• Ansião mit Erbach (seit dem 14. Juni 1992)
• Setúbal mit Magdeburg (seit dem 02. März 1993)
• Vila Verde mit Lohmar (seit dem 22. März 1993)
• Castanheira de Pera mit Leimen (04. Juli 1993)
• Soure mit Dienheim (seit dem 13. Januar 1994)
• Funchal mit Leichlingen (seit dem 26. März 1996)
• Leiria mit Rheine (seit dem 19. Mai 1996)
• Góis mit Ravensburg (seit dem 11. September 2000)
• Guimarães mit Kaiserslautern (10. Oktober 2000)
• Vila Nova de Poiares mit Hungen (13.10.2000)
• Ilhavo mit Cuxhaven (seit dem 05. April 2002)
• Amarante mit Wiesloch (seit dem 01. September 2004)
• Vila Real mit Osnabrück (seit dem 20. Juli 2005)
• Grândola mit Rhein-Kreis Neuss (15. März 2006)
• Póvoa de Varzim mit Eschborn (29. Juni 2010)

Die Städtepartnerschaften Lissabons, genauso wie die meisten in Restportugal und sicherlich viele weltweit, leben von dem Engagement der jeweiligen Stadtverwaltung und vor allem von der Initiative der einfachen Bürger, Musik- und Sportvereine, Chöre, Museen, usw.

Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, das je mehr Partnerstädte Lissabon hat, umso geringer dann doch tatsächlich das Engagement ist, den die Stadt und ihre Bürger an den Tag legen.

Das ist schade – einfach nur schade!