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Montag, 28. November 2011

Eselsohren: „Filipa de Lencastre – A Rainha que mudou Portugal“


In der Zeit, in der ich jetzt gezwungen war im Krankenhaus zu liegen, habe ich zwei Bücher gelesen.
Zum einen das Buch „A vida privada dos Braganças“, von den zwei Schriftstellerinnen Ana Cristina Pereira und Joana Troni, das ich immer noch lese, und zuvor den Historienroman „Filipa de Lencastre – A Rainha que mudou Portugal“, geschrieben von der großen englischen Autorin Isabel Stilwell.

Das Buch von Isabel Stilwill über die ehemalige Königin Filipa von Portugal, hatte ich schon im Jahre 2007, kurz nach seiner Erscheinung, gelesen.
Aber irgendwie konnte ich erst jetzt so richtig in die Geschichte dieses Romans „eintauchen“.

Als ich „Filipa de Lencastre – A Rainha que mudou Portugal“ zum ersten Mal las, konnte ich mir damals zuerst nicht vorstellen das die vierjährige Philippa in ihrer Zeit so „erwachsen“ denken und handeln konnte, wie am Anfang des Buches beschrieben.
Ich hielt das ganze Werk von Isabel Stilwell einfach zu romantisch und kitschig.

Aber seitdem ich es mit meiner kleinen Nichte Lorena zu tun habe, weiß ich sehr wohl das Kleinkinder „erwachsen“ denken und handeln können – meistens wenn wir es Erwachsene am wenigsten von ihnen erwarten.

Als ich jetzt das Buch zum zweiten Mal las, habe ich es nicht mehr so übertrieben und unrealistisch dargestellt empfunden.
Im Gegenteil, ich glaube jetzt viel mehr über Königin Filipa und ihre Zeit, den damaligen Beziehungen zwischen Portugal und England, die Schlacht von Aljubarrota und die Inclita Geração erfahren zu haben!

Das Buch, das mit deutschem Titel „Philippa von Lancaster – Die Königin die Portugal veränderte“ heißen würde, handelt über die erste und einzige Königin Portugals die im Jahre 1387 aus England kam um hier, an der Seite ihres Mannes, König João I, zu regieren.

Philippa of Lancaster, wie ihr Geburtsname war, wurde im Jahre 1359 auf Lancaster Castle geboren.
Im Alter von 28 Jahren verließ die englische Prinzessin ihr geliebtes England um in der Stadt Porto König João I zu ehelichen.
Sie schenkte dem König und der Nation insgesamt acht Kinder, die so genannte Inclita Geração (bitte lesen sie hierzu auch meinen Eintrag „Inclita Geração“ vom 13. Oktober 2011) und sie soll eine gute, liebevolle Mutter und Königin gewesen sein.
Eines dieser Kinder war der weltberühmte Heinrich, der Seefahrer (port.: Henrique, o Navegador).
Sie stirbt am 19. Juli 1415, mit nur 55 Jahren, an der Pest, auch Schwarzer Tod (port.. peste negra) genannt, im Kloster von Odivelas (port.: Mosteiro de Odivelas), bei Lissabon

In ihrem historischen Roman bringt uns die Schriftstellerin und Journalistin Isabel Stilwell diese, für die damalige Zeit sehr kultivierte und couragierte Frau, eindrucksvoll näher.

Erschienen ist das Buch „Filipa de Lencastre – A Rainha que mudou Portugal“ bereits im Jahre 2007, im portugiesischen Verlag „Esfera dos Livros“.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Inclita Geração


Heute wurde ich gefragt, was, oder besser gesagt wer, denn die „Inclita Geração“ war.
Nun wörtlich übersetzt heißt „Inclita Geração“ auf Deutsch so viel wie „Intakte Generation“ oder „Famose Generation“ oder aber auch „Perfekte Generation“ oder „Berühmte Generation“.

Diesen Begriff erwähnte zum ersten Mal Portugals Nationaldichter Luis de Camões in seinem Hauptwerk „Os Lusiadas“, und titulierte damit die sechs überlebenden Kinder des portugiesischen Königs João I und seiner aus England stammenden Königin Filipa de Lencastre (engl.: Philippa of Lancaster). Die Infanten Branca und Afonso waren im Kindesalter verstorben.

Diese sechs Infanten wurden zu einzigartigen Menschen ihrer Zeit, jeder auf seine Art und Weise.
Der individuelle Wert dieser fünf Prinzen und einer Prinzessin war für die damalige Zeit so bedeutend, dass sie sowohl die Geschichte Portugals als auch die Geschichte des damaligen Europas prägten.

Der Inclita Geração gehörten an:

• Der düstere und traurige Infante Duarte (geb. Viseu 1391 – gest. Tomar 1438), der seinem Vater João I als König auf den Thron folgte

• Der feinsinnige und feinfühlige Infante Pedro (geb. Lisboa 1392 – gest. Alfarrobeira 1449), der Herzog von Coimbra und später einmal Regent des Königreiches wurde, der Dichterruhm sammelte und als der gebildeste Prinz Europas galt

• Der wagemutige und glanzvolle Infante Henrique (geb. Porto 1394 – gest. Sagres 1460), der den Titel eines Herzogs von Viseu trug und der später als „Heinrich der Seefahrer“ in die Geschichtsbücher einging

• Die ebenso schöne wie gebildete Infantin Isabel (geb. Évora 1397 – gest. Dijon 1471), die durch ihre Heirat mit Philipp III, dem Guten, Herzogin von Burgund wurde und für ihren Ehemann mehrere Male die Regentschaft von Burgund übernahm

• Der mutige und gerechte Infante João (geb. Santarém 1400 – gest. Alcácer do Sal 1442), der als Konstabler des Königreichs (port.: condestável do reino) der höchst dekorierteste Soldat seiner Zeit in Portugal war

• Der traurige und unglückliche Infante Fernando (geb. Santarém 1402 – gest. Fez 1433), der in Nordmarokko in maurische Gefangenschaft geriet, dort auch in einem Verließ in Fez den Märtyrertod starb und heute als der Heilige Infant (port.: Infante Santo) bekannt ist

Bei allen sechs Mitgliedern dieser „Perfekten Generation“ handelte es sich um Prinzen und Prinzessinnen die unheimlich charismatisch und populär waren. Sie brachten die Menschen ihrer Zeit zu einem neuen nachdenken und damit zu einem neuen handeln.
Noch heute gelten die Kinder von João I und Königin Filipa de Lencastre als Glücksfall für die damalige portugiesische Monarchie.