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Dienstag, 10. Juli 2012

Tall Ships Race Lisboa 2012

In gut einer Woche werden hier in Lissabon Freunde von historischen Schiffen, Großseglern und traditionsreichen Jachten zusammenkommen um an der Tall Ships Race Lisboa 2012 (dt.: Großsegler-Rennen Lissabon 2012 / port.: Corrida dos Grandes Veleiros Lisboa 2012) teilhaben zu können.
Vom 19. bis zum 22. Juli werden dann hier in der portugiesischen Hauptstadt bis zu 1 Million Besucher zu dieser weltweit größten internationalen Regatta erwartet.

Die diesjährige Tall Ships Race-Regatta ist ein maritimes Großereignis, bei der mehr als 3.000 Besatzungsmitglieder aus 45 Ländern der Welt an der Kaimauer von Santa Apolonia (port.: Cais de Santa Apolónia) zusammenkommen werden.
Vier Tage lang werden dann die Lissabonner und die Besucher der Stadt die über 70 Groß- und Kleinsegler besichtigen und an den vielen Rahmenveranstaltungen teilnehmen können.

Ihre Teilnahme an der diesjährigen Regatta haben, unter anderen, schon die portugiesischen Großsegler „Sagres“, „Creoula“, „Vera Cruz“ und „Santa Maria Manuela“ zugesagt, sowie die Segelschiffe „Dar Mlodziezy“ aus Polen, „George Stage“ aus Dänemark, „Pelican of London“ aus Großbritannien, „Mir“ aus Russland und die „Alexander von Humboldt II“ aus Deutschland.

Schon 1956 begrüßte Lissabon die damals erste Ausgabe der Tall Ships Race-Regatta.
Zu dieser Regatta war es gekommen, weil Liebhaber alter Windjammer und Segler, unter ihnen der im Jahre 2009 verstorbene portugiesische Ingenieur Luís Guimarães Lobato und der ehemalige Botschafter Portugals in Spanien und Großbritannien, Dr. Pedro Teotónio Pereira, sich dafür einsetzten eine internationale Regatta für die letzten damals noch existierenden großen Segelschiffe zu veranstalten.

Damals war es nämlich traurige Realität, dass nach dem Aufstieg der industriellen Revolution immer mehr Segler den Dampf- und Motorschiffen weichen mussten und der Schiffsverkehr, im Gegensatz zum Flugverkehr, im Allgemeinen immer mehr an Bedeutung abnahm.

Um jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, miteinander das einzigartige und abenteuerliche Leben auf hoher See zu erleben, wurde die Tall Ships Race-Regatta ins Leben gerufen.
Sie sollte 1956 ein einmaliges Ereignis sein.
Doch sie war solch ein Erfolg, vor allem in den damals teilnehmenden Nationen Portugal, Großbritannien und Argentinien, dass man fortan alljährlich eine solche Regatta veranstaltete – bis heute!
Das besondere an jeder Tall Ships Race-Regatta ist, das mindestens die Hälfte jeder Besatzung der Schiffe, die an ihr teilnehmen, aus Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren bestehen muss!

Somit ist die Tall Ships Race Lisboa 2012 zweifelsohne ein Event der Völkerverständigung und Charakterbildung!

Der Höhepunkt der diesjährigen Tall Ships Race wird die große Segelschiffparade sein, die am 22. Juni 2012, einem Sonntag, dann in See stechen wird.

Ahoi!

Mittwoch, 29. Juli 2009

Fregatte Dom Fernando II e Glória


Seit gut einem Jahr ankert hier in Almada, im Stadtteil Cacilhas, die portugiesische Fregatte Dom Fernando II e Glória als Museumsschiff.

Die Dom Fernando II e Glória ist ein Segelschiff der portugiesischen Kriegsmarine, die zwischen 1845 und 1878 ihren Dienst zwischen Portugal und dem damaligen Portugiesisch Indien (Goa, Damão, Diu) versah, und die heute ein Museumsschiff ist.

Diese Fregatte war das letzte Segelschiff welches die portugiesische Kriegsmarine bauen ließ.
Gebaut wurde die Dom Fernando II e Glória in den Werften der portugiesischen Marine in Damão (heutiges Indien), unter der Aufsicht des Schiffsbauers und Ingenieurs Gil José da Conceição. Sie hatte 50 Geschütze an Bord und war somit eines der gewaltigsten Kriegsapparate ihrer Zeit.

Getauft wurde die Fregatte nach dem Prinzregenten Dom Fernando II und seiner Gemahlin Königin Maria II da Glória, die zur Zeit des Stapellaufes, das Land regierten.

Die Jungfernfahrt der Dom Fernando II e Glória fand vom 02. Februar bis zum 04. Juli 1845, zwischen Goa, in Portugiesisch Indien und Lissabon statt.
Der Segler hatte 145 Mann Besatzung und konnte 300 Passagiere befördern. Auf manschen Reisen waren sogar bis zu 600 Personen an Bord.
Bis zu ihrer Ausmusterung, im Jahre 1878 legte sie über 100.000 Seemeilen zurück, was einer fünfmaligen Weltumrundung gleichkommt.

In ihrer Dienstzeit segelte die Fregatte mehrere Male kommerziell zwischen Portugal und Indien hin und her, führte Truppentransporte nach Indien, Angola und Moçambique durch, nahm an verschiedenen kriegerischen Handlungen teil, wie die Seeblockade von Benguela und rettete 1878, auf ihrer letzten Fahrt, mehrere Seeleute des amerikanischen Seglers „Laurence Boston“ vor dem sicheren Ertrinkungstod, als deren Schiff auf hoher See, vor den Azoren, in Brand geriet und unterging.

Nach ihrer Außerdienststellung 1878 wurde die Dom Fernando II e Glória als Schulschiff der portugiesischen Marine eingesetzt.
Nach einem Brand im Jahre 1963 wurde sie schwer beschädigt. Wieder seetüchtig gemacht, nahm sie 1998 an der EXPO´98 in Lissabon, als Ausstellungsobjekt teil.

Laut Katalog, den man erhält, wenn man die Dom Fernando II e Glória in Cacilhas besucht, hat das Segelschiff die folgenden Maße:

- Länge: 86,75 m
- Breite: 12,80 m
- Höhe bis zur höchsten Mastspitze: 19,42 m
- Segelvolumen: 2052 m²
- Gewicht unbeladen: 1849,16 Tonnen