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Freitag, 9. Dezember 2011

Ceylon


Die Bezeichnung „Ceylon“ (port.: Ceilão / engl.: Ceylon), für die heutige Inselrepublik Sri Lanka im Indischen Ozean, soll endgültig als Name staatlicher Institutionen eliminiert werden, so die srilankische Regierung.

Ceylon, im Jahre 1518 von den Portugiesen entdeckt und als strategisch wichtiger Knotenpunkt für die portugiesische Seefahrt zwischen West- und Südostasien in Besitz genommen, wurde nach Portugal, von den Niederlanden und schließlich von England kolonialisiert.
Als Ceylon im Jahre 1948 vom Britischen Empire unabhängig wurde, behielt es zuerst seinen Namen bei.
Erst 1972 änderte Ceylon seinen Namen in Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka um.

Die meisten staatlichen Institutionen, wie z.B. die Bank of Ceylon, die Ceylon Electricity Board, die Ceylon Petroleum Corporation und die Ceylon Fisheries Corporation, behielten trotz der Staatsnamenänderung 1972 weiterhin „Ceylon“ in ihren Namen bei.

Bis zu diesem Jahr!

Die aktuelle srilankische Mehrheitsregierung hat nämlich Anfang dieses Jahres angeordnet, dass alle staatlichen Firmen und Betriebe bis zum Jahr 2012 das „Ceylon“ in ihren Namen durch „Sri Lanka“ ersetzen müssen.
Nun, im Dezember 2011, scheinen die meisten staatlichen Institutionen Sri Lankas dieser Forderung der Regierung gefolgt zu sein.

Trotz dieser, in meinen Augen, absurden Anordnung, hat Sri Lanka der Weltöffentlichkeit versichert, das der weltberühmte Ceylon Tee (engl.: Ceylon Tea / port.: Chá de Ceilão) weiterhin seinen Namen beibehalten wird.

Donnerstag, 24. September 2009

“Dag Poortugaal”




Das Internet ist, wie es jeder wohl weiß, der dieses Kommunikationsmittel benutzt, eine Welt für sich.
Eine interessante, kuriose, lehrreiche und nützliche Welt.
Aber leider auch zu oft eine brutale, schändliche und perverse Welt.

Mich kann im Netz eigentlich nur noch weniges angenehm überraschen, dafür aber leider vieles erschrecken und abstoßen.
Aber, wie ich schon erwähnte, kann ich durch das Internet an manchen Tagen auch viel Neues erfahren und dazulernen.

Heute war solch ein Tag.
Ich surfte bei Google nach den Partnerstädten meiner Heimatstadt Lissabon, und gab die Begriffe „Lisboa – Portugal – geminização – cidades“ ein, als ich nach einiger Zeit auf den Namen „Poortugaal“ stieß.

Zu erst dachte ich, es würde sich um eine ausländische Schreibweise meines Heimatlandes Portugal handeln, und weil ich nun einmal ein wissbegieriger Mensch bin wollte ich unbedingt wissen um welche Sprache es sich wohl handelt, in der mein Heimatland mit einem doppelten „O“ und einem doppelten „A“ geschrieben wird.

Schnell stellte ich fest, es handelte sich dabei um die niederländische Sprache.
Aber obwohl mein niederländisch nicht gerade das Beste ist, (um ehrlich zu sein verstehe ich auf niederländisch noch nicht einmal Bahnhof) stellte ich fest, das es bei „Poortugaal“ nicht um das Land Portugal geht, sondern um eine Ortschaft oder Stadt.

Natürlich bin ich dann sofort bei Wikipedia eingestiegen und musste feststellen dass es tatsächlich einen kleinen Eintrag über „Poortugaal“ gab – auf niederländisch!
Auch gab es eine kleine portugiesische Version des Wikipediaeintrages, aber nicht so ausführlich wie das niederländische.

Ich fand folgendes heraus:

Poortugaal ist eine kleine Gemeinde aus dem 15. Jahrhundert mit knapp 10.000 Einwohnern, in der Nähe von Rotterdam, die sich im Jahre 1985 mit dem Ort Rhoon zusammengeschlossen hat, und seitdem die Kleinstadt Albrandswaard, in der Provinz Süd-Holland, bildet.

Zweifelsohne stammt der Name „Poortugaal“ von Portugal ab, wie der Stadtwappen deutlich zeigt, der wirklich dem portugiesischen Staatswappen, bis auf die Farben, gravierend ähnelt.

Weiterhin habe ich herausgefunden das es in „Poortugaal“ einen Aldi und einen Plus gibt (die sind doch auch überall, oder?!?), das das beste Restaurant der Stadt Wapen van poortugaal heißt, das „Poortugaal“ einen erfolgreichen Fußballverein hat und das es dort eine Psychiatrische Klinik gibt (natürlich!).

Warum „Poortugaal“ allerdings „Poortugaal heißt, und über die Geschichte dieses Ortes konnte ich aber leider nichts herausfinden. Vielleicht liest ja ein niederländischer Leser diesen post, und kann mir dann mehr Informationen geben!

Ich wäre jedenfalls über mehr Infos über „Poortugaal“ sehr dankbar!

Dienstag, 22. September 2009

Der „portugiesische“ Maler, der in Auschwitz seinen Tod fand




Die Niederlande sind berühmt für ihre Zeichner und Maler.
Wer kennt nicht die Werke eines Rembrandts, eines Van Dijcks, eines Rubens oder eines Van Gochs? Alle haben sie in ihrer Zeit, und über diese hinaus, Werke erschaffen, die in der Kunstgeschichte ihresgleichen suchen.

Als einer bedeutendsten holländischen Porträtmaler des ausgehenden 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, wurde am 16. Februar 1864 Baruch Lopes Leão de Laguna, als Sohn eines portugiesischen Sefardisten, in Amsterdam geboren.

Sein Leben begann, so wie es enden sollte – tragisch!
Als Sohn jüdischer Einwanderer aus Portugal hatte er von Geburt an gegen Antisemitismus und Rassismus zu kämpfen.
Mit nur zehn Jahren verlor er seine Eltern - Salomão Lopes de Leão Laguna und Sara Kroese - bei einem tragischen Schiffsunglück, und landet nach deren Tod im portugiesischen Kinderheim von Amsterdam.

Dort erlebt er zum ersten Mal in seinem Leben so etwas wie Unterstützung und Förderung. Seine Lehrer und Erzieher, die sofort seine Begabung zur malerischen Kunst entdecken, ermöglichen ihm den Eintritt in die renommierte Amsterdamer Kunstschule Quellinus und später bekommt er sogar ein Stipendium für die weltberühmte Akademie der Schönen Künste Hollands.

Zuerst arbeitet Leão de Laguna als Assistent für den Maler Jacob Meijer de Haan, kann aber schon bald sein eigenes Atellier eröffnen, und widmet sich voll und ganz, mit Erfolg, der Porträtmalerei.
Im Jahre 1885 hat Leão de Laguna, in der Galerie Arti et Amicitiae in Amsterdam, seine erste Ausstellung, die ein voller Erfolg wird, und ihm sowohl von seinen Kollegen als auch vom Publikum aus, sehr positive Kritiken einbringt.

In diesem Jahr heiratet er dann auch Rose Ascher, Tochter eines Diamantenhändlers.
Baruch Lopes Leão de Laguna führte mit Rose eine glückliche Ehe und man kann sagen, beide hatten ein gutes, erfülltes Leben.
Bis zu dem Tag als die Nazis die Niederlande überfielen.
Als Jude und als Sohn jüdischer Sefardisten blieb Leão de Laguna nur die Flucht nach Portugal übrig.
Aber da seine Frau schwer erkrankte, und er sie nicht alleine zurücklassen wollte, versteckte er sich zuerst mit ihr in Amsterdam und danach in Laren, im Norden Hollands.

Dort, auf dem Hof einer einfachen Bauernfamilie kann er sich drei Jahre lang versteckt halten. In dieser Zeit der Flucht und des Versteckens hat Leão de Laguna seine produktivste Phase.
Unter anderem malt er in dieser Zeit, um 1940, auch sein berühmtes Selbstporträt, welches er seiner Gastfamilie schenkt, bevor er von den deutschen Nazis entdeckt wird, und ins Konzentrationslager Auschwitz abtransportiert wird.

Die portugiesische Regierung, die neutral war, und mit Deutschland relativ gute Beziehungen hatte, versuchte Leão de Laguna aus dem Konzentrationslager freizukaufen.
Die deutsche Regierung ging am 23. November 1943 auf den Deal ein und sicherte Portugal die Freilassung des Malers zu.

Doch zu spät.
Bereits vier Tage zuvor, am 19. November 1943 war Baruch Lopes Leão de Laguna in Auschwitz, im Alter von 79 Jahren, in einer Gaskammer, so wie viele Millionen anderer, vergast worden.