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Samstag, 17. April 2010

Ich nehme es so, wie es kommt!


Wir leben in einer hochtechnologischen Welt, in einer Welt, die uns das Gefühl gibt, Herr über die Zeit, das Wetter und die Elemente zu sein.
Das dem aber nicht so ist, hat dieser Woche ein Vulkan, dessen Namen ich noch nicht einmal aussprechen kann, und den bis dato hier in Mittel- und Südeuropa kein Mensch kannte, uns allen gelehrt.

Millionen von Fluggästen sitzen seit zwei Tagen an den meisten europäischen Flughäfen fest, und kommen nicht an ihr Ziel, weil der Vulkan Eyjafjllajokull auf Island ausgebrochen ist und nun seine Asche und Gase Kilometerweit in die Erdatmosphäre spuckt.
Da diese Aschewolke für die Luftfahrt äußerst gefährlich ist, sind dementsprechend in fast ganz Europa seit vorgestern alle Flughäfen gesperrt.
Dies beeinträchtigt immens die Reisemöglichkeiten jeden Normalbürgers, sowie auch die der so genannten VIP´s.

Dies musste nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erfahren.
Aus den USA kommend, wo sie sich mit Präsident Barack Obama getroffen hatte, wollte die Bundeskanzlerin gestern nach Berlin zurückfliegen.
Doch die Aschewolke machte ihr und ihrer Delegation einen Strich durch die Rechnung.
Und so musste die Regierungsmaschine „Konrad Adenauer“ in Lissabon landen, da alle deutschen Flughäfen bereits für den Flugverkehr gesperrt waren, genauso wie die britischen, die französischen, die niederländischen, die belgischen, die dänischen, usw., usw.
Lissabon ist überhaupt einer der wenigen Flughäfen in Europa die noch angeflogen werden dürfen.

Hier in Lissabon wurde die Bundeskanzlerin zuerst von ihrem Amtskollegen José Socrates am Lissabonner Militärflughafen Figo Maduro empfangen, bevor sie dann zum Hotel Ritz gebracht wurde, um dort die Nacht zu verbringen.

Eine Nacht in Lissabon, zumal im Ritz, nun es gibt sicherlich schlimmeres im Leben eines Politikers.
Und so reagierte dann auch Angela Merkel auf die Frage eines Reporters als dieser sie am Hoteleingang fragte ob es denn nicht „ärgerlich“ sei, in Lissabon „festzusitzen“.
Sie antwortete ihm kurz und bündig: „Ich nehme es so, wie es kommt!“

Heute Morgen flog die Kanzlerin, sichtlich erholt, um 11.30 Uhr von Lissabon aus in Richtung Rom, da die deutschen Flughäfen immer noch für den Flugverkehr gesperrt sind. Anscheinend beflügeln Vulkanausbrüche die Reisediplomatie der Kanzlerin.

Viel schlimmer als die deutsche Kanzlerin hat das momentane Flugchaos aber den Portugiesischen Staatspräsidenten Anibal Cavaco Silva getroffen.
Der weilte nämlich bis gestern in Prag auf Staatsbesuch.
Und da auch der Flughafen von Prag gesperrt ist, mussten nun er und seine ganze Delegation mit einer Auto- und Buskolonne nach Straßburg gefahren werden, wo sie planen heute zu übernachten.
Morgen soll es dann per Auto weiter nach Barcelona gehen, und von dort, wenn das Wetter und die Aschewolke mitspielen, dann mit einer Regierungsmaschine nach Lissabon.

Sollte es aber für die portugiesische Delegation nicht möglich sein von Barcelona nach Lissabon zu fliegen, dann steht den Herrschaften noch eine Busfahrt von 1200 km bevor.

Ich glaube wie werden dann, nach 3000 km auf der Straße, von Cavaco Silva die Worte: „Ich nehme es so, wie es kommt!“, so wie die Kanzlerin sie gesagt hat, ganz bestimmt nicht hören.

Freitag, 12. Juni 2009

Wir sind Hund



Mit Kommandos wie “Hol das Stöckchen!“ oder „Bring den Ball!“ konnte der Portugiesische Wasserhund, der offiziell Cão de Água Português heißt, nie viel anfangen.
Mit „Tauch nach dem Netz“ oder „Zieh das Boot mit dem Seil“ schon mehr.
Nun hat es einer dieser wasserverrückten Portugiesen bis ins Weiße Haus gebracht.
Und wie damals vor Jahren die Bildzeitung, nach der Wahl von Kardinal Josef Ratzinger titelte „Wir sind Papst“, als dieser zum Papst gewählt wurde, so könnte man meinen „wir hier in Portugal wären jetzt Hund“, so groß ist die Nachfrage nach dem Portugiesischen Wasserhund in den letzten zwei Monaten geworden.
Keiner weiß woher der Wasserhund herkommt. Vielleicht brachten ihn die Phönizier, die Römer oder die Mauren mit nach Portugal. Jedenfalls war er auf einmal da, und ist es dann auch bis zum heutigen Tag geblieben, obwohl es in den letzten Jahren sehr schlecht um seine Existenz bestellt war. Um ein Haar wäre er beinahe ausgestorben. Aber das hat sich ja jetzt, da einer seiner Rasse es bis ins Weiße Haus, auf den Schoß von Barak Obama geschafft hat, wohl verhindert werden können. Denn jetzt will auf einmal jeder einen Portugiesischen Wasserhund haben.
Der Portugiesische Wasserhund, ist laut den Statuten der Portugiesischen Rassehundevereinigung ein „lebhafter, unermüdlicher, genügsamer, stolzer, manchmal eigenwilliger, aber nicht aggressiver, mittelgroßer“ Hund, so die Übersetzung.
Er sieht aus wie ein etwas kräftiger Pudel und hat sogar ein ähnliches, gekräuseltes Fell wie dieser. Wie der Pudel, so wird auch der Cão de Água Português geschoren. Der hintere Körperteil und die Hinterbeine werden kurz geschoren und der Vorderkörper und die Vorderbeine bleiben mit dem dichten Fell bewachsen. Das hat mal ausnahmsweise nichts mit dem „Schönheitsideal’“ der Besitzer zu tun, sondern mit der Tatsache, das das geschorene Fell am Hinterkörper den Hund hilft besser zu schwimmen, und der unrasierte Vorderkörper schützt die Lungen vor dem kalten Wasser!
Wie der Name es schon erahnen lässt, sind Wasserhunde im Wasser voll und ganz in ihrem Element. Sie können ausgezeichnet schwimmen und haben sogar kleine Schwimmhäute zwischen ihre Zehen, die ihnen das Paddeln erleichtern. Als es die königliche Marine noch gab, wurden die Wasserhunde als Boten zwischen den verschiedenen Schiffen benutzt.
Bemerkenswert bei diesem Hund ist auch die Tatsache, dass sie so etwas wie einen siebten Sinn haben, der sie vor Haien im Wasser warnt. Wenn sie nämlich meinen Haie wären im Wasser, dann gehen sie erst gar nicht rein, und die Fischer sind gewarnt.
Da er auf vielen portugiesischen Schiffen, Karavellen und Naus anzutreffen war, gelang er schon recht früh hinaus in die Welt. Er schaffte es nach Irland, Brasilien, Indien, Japan und dann nach Neufundland, Labrador und sogar nach Kalifornien. Alleine dort, in Kalifornien, gibt es heute mehr Wasserhunde als hier in seinem Heimatland Portugal.
Vor Wochen habe ich, anlässlich der Tatsache das den Obamas ein Portugiesischer Wasserhund geschenkt wurde, im deutschen Fernsehen eine Sendung gesehen, ich glaube auf n-tv, in der berichtet wurde, das die Baseballmannschaft von San Francisco fünf Wasserhunde in ihren Diensten hält. Die Aufgabe dieser Hunde ist es, die ins Wasser gefallenen Baseballbälle (das Baseballstadion befindet sich direkt an der San Francisco Bay), die aus dem Stadion geschlagen werden, zurückzuholen. Das war selbst mir neu.
Hier in Portugal stand der Cão de Água Português, wie schon erwähnt, schon einmal kurz vor dem Aussterben. Dem Reeder und Hundeliebhaber Vasco Bonsaúde ist es zu verdanken, das es den Portugiesischen Wasserhund heute noch in Portugal gibt. Denn er züchtete den Hund mit viel Liebe und Hingabe, so erfolgreich, das es heute an die 9000 Wasserhunde in Portugal gibt. Das klingt viel, ist aber im Verhältnis zu anderen Hunderassen, verschwindend wenig. Ich selber habe bis heute erst zwei Portugiesische Wasserhunde in meinem Leben gestreichelt. Der eine, vor einigen Jahren auf einer Hundeausstellung hier in Vila Franca de Xira, und der andere vor gut einem Jahr an der Küste der Costa de Caparica, als ich einen Strandspaziergang machte. Ich kenne sogar Landsleute von mir, die haben einen Cão de Água Português noch nie in ihrem Leben gesehen!
Einer von Vasco Bonsaúdes Hunden wurde in den 70er Jahren dem Senator Ted Kennedy, dem Bruder von J.F. Kennedy, geschenkt. Der vernarrte sich so sehr in diese Hunderasse, das er sich noch vier Hündinnen aus Portugal kommen ließ, und selbst anfing diese Hunderasse zu züchten. Und eines dieser gezüchteten Vierbeiner wurde nun dem amerikanischen Präsidenten Obama geschenkt, und kam somit ins Weiße Haus, und ist jetzt der „First Dog“.
Jetzt ist die Gefahr, dass der Portugiesische Wasserhund ausstirbt erst einmal gebannt, denn er ist zum Modehund geworden. Jeder will so einen Wollknäuel haben. Bleibt nur die Hoffnung, das in einigen Jahren, wenn der Hund wieder aus der Mode gekommen ist, die Tierheime nicht voll mit Wasserhunden sein werden. Denn schlimmer als ein Hund der vom aussterben bedroht ist, ist ein Hund der sein Dasein in einem Tierheim fristen muss!