Posts mit dem Label Touristen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Touristen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. März 2012

Welcome by Taxi


Taxifahrer sind meistens die Ersten, die mit Touristen in Kontakt kommen, wenn diese fremde Städte und Länder besuchen.
Die Visitenkarte eines Landes sollten oftmals seine Taxifahrer und Taxis sein.
Auch für Portugal sollte dies zutreffen.
Aber leider sieht die Wahrheit oft anders aus!

Wer z.B. jemals hier in Lissabon Taxi gefahren ist – oder fahren musste – weiß so manche abenteuerliche und absurde Geschichte über den Berufsstand der Taxifahrer zu berichten.

Lissabonner Taxifahrer haben oftmals schlechte Manieren, schlechte Laune, sind unfreundlich, arrogant und leider auch sehr oft schlecht ausgebildet.
Trotz Beförderungspflicht weigern sich z.B. viele von ihnen Kurzstrecken zu fahren. Und wenn sie diese fahren, dann drehen sie nicht selten mit den ortsunkundigen Touristen immer ein paar teure Ehrenrunden.
Vor allem am Lissabonner Flughafen Aeroporto da Portela, wo die Wartezeit lang und die Konkurrenz groß ist, werden oft Touristen übers Ohr gehauen, sobald sie ein Taxi betreten.

Natürlich gibt es auch anständige Taxifahrer, die den Dienst am Fahrgast pflichtbewusst, ordentlich und zur vollsten Zufriedenheit erledigen.
Umso trauriger ist es da, dass ein paar wenige schwarze Schafe ausreichen, um einen ganzen Berufsstand in Misskredit zu stürzen.

Um das Verhältnis zwischen den Taxifahrern und ihren Fahrgästen in Zukunft zu verbessern, hat das portugiesische Touristikamt (port.: Turismo de Portugal) nun das Projekt „Welcome by Taxi“ ins Leben gerufen.

Dieses Projekt sieht vor, das Taxifahrer zukünftig an einem besonderen „Benimmkurs“ teilnehmen können, bei dem sie lernen sollen freundlicher und höflicher zu ihren Fahrgästen zu sein.
Außerdem wird ihnen die Möglichkeit geboten einen kostenlosen Englischkurs zu belegen.
Des Weiteren sollen sie einen Grundkurs als Möchtegernstadtführer absolvieren, um in Zukunft dann ihren Fahrgästen wichtige Informationen, wie etwa Infos über das pulsierende Nachtleben, die besten Cafés, die interessantesten Museen, die schönsten Parks und noch vieles mehr, während der Fahrt zu geben.

Ab April sollen die ersten Taxifahrer den „Welcome by Taxi“ – Kurs belegen können.
Zuerst wird er sich nur auf Lissabon, Porto und die Algarve beschränken.
Aber zukünftig sollen dann auch Taxifahrer anderer Städte und Regionen Portugals an diesem Projekt teilnehmen können.

Damit auch weiterhin die Höflichkeit portugiesischer Taxifahrer nicht auf der Strecke bleibt, ist zu hoffen, dass sich viele von ihnen an diesem, wie ich finde, nützlichen Projekt beteiligen werden.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Es stinkt regelrecht zum Himmel


Heute hat es mal wieder in Lissabon geregnet.
Nicht das es oft regnet in Lissabon.
Aber wenn es hier einmal in der Hauptstadt regnet, dann meistens sintflutartig.
Wenn dann noch der Regen zu einer Zeit fällt, in der das Land von einer Springflut heimgesucht wird, so wie heute Morgen, dann stehen die meisten Straßen und Plätze der Stadt vollkommen unter Wasser, da die Abwässer in den völlig veralteten Kanälen nicht abfließen können.
Steht das Wasser in den Straßen und laufen die Kanäle über, riecht es sofort überall streng.

Aber um ehrlich zu sein: es stinkt schon seit Wochen in der Stadt.
Überall riecht es nach Unrat.
Die Straßen und die Bürgersteige sind von stinkendem Müll übersät, mancherorts stapelt er sich sogar schon.
Die Straßen werden schon seit Wochen nicht mehr richtig sauber gemacht, geschweige denn, so wie früher, mit Wasserhochdruck gereinigt.
Experten sprechen schon von einer Zeitbombe für die öffentliche Gesundheit!
Und natürlich werden auch die Gullys nicht mehr gereinigt und sind so voller Laub und Dreck.
Dies hat zur Folge, dass die Gullys bei jedem Regen verstopfen.
Und diese Verstopfungen führen zwangsläufig zu den überfluteten Straßen, so wie wir sie heute hatten.
Ein Teufelskreis!

Schon seit langer, wirklich langer Zeit, war diese Stadt nicht mehr so verwahrlost und heruntergekommen wie jetzt, da António Costa als Bürgermeister im Rathaus (port.: Câmara Municipal) regiert. António Costa regiert nach dem Motto:
„Warum die Stadt sauber machen, wenn sie doch sowieso dreckig wird!?!“

Um der Wahrheit gerecht zu werden, muss man sagen das Lissabon noch nie eine sterile Stadt war.
Aber heutzutage stinkt sie regelrecht zum Himmel!
Die Bürger dieser Stadt waren noch nie die saubersten, aber sie sind auch keine Schweine.
Wie reinlich oder dreckig die Lissabonner auch sein mögen, Fakt ist, das die städtische Müllabfuhr einfach nicht mehr funktioniert.
Während früher die Müllabfuhr einmal am Tag kam und den Müll beseitigte, kommen die Männer von der Müllabfuhr jetzt nur noch eins- oder zweimal die Woche, wenn überhaupt.
Da die Mülltonnen aber nicht größer geworden sind, hat das zur Folge, dass überall die Mülltonnen überquellen und die Stadt so regelrecht im Müll versinkt.
Hinzu kommt noch das die Straßen und Plätze Lissabons wie öffentlichen Bedürfnisanstalten stinken, weil sich jeder an der nächsten Ecke erleichtert.
Für die, die in dieser Stadt leben und arbeiten müssen, sind diese Zustände unerträglich und es ist schon fast unmöglich geworden hier zu leben.

Anstatt in die Sauberkeit und die Sicherheit Lissabons zu investieren, hat Bürgermeister António Costa es vorgezogen in seiner bisherigen Amtszeit lieber in sinnlose Projekte zu investieren, wie z.B. in Kleingärten (port.: hortas) und in Fahrradwege (port.: ciclovias), die kein Mensch benutzt und braucht.
Man kann sagen, dass das Essenzielle sträflich vernachlässigt wurde, und dass Prestigeobjekte dafür umso mehr gefördert wurden.

Um Bürgermeister einer Stadt zu sein, muss man diese Stadt vor allem lieben und ihre Bürger achten.
Bei Bürgermeister António Costa ist es offensichtlich, dass er weder das eine noch das andere tut!

Samstag, 13. August 2011

Die portugiesische Justiz ist tief gesunken


Die portugiesische Justiz ist tief gesunken.
Gerichte und die dort tätigen Richter fällen immer mehr Urteile, die kein normaler Bürger versteht.
Immer mehr fragwürdige Entscheidungen werden von dieser gut bezahlten Berufsklasse gefällt, die bei uns, die wir keine Juristen sind, nur Kopfschütteln und Unmissverständnis hervorruft.

Einer dieser skandalösen richterlichen Entscheidungen hat sich nun gestern wieder hier in Lissabon zugetragen.
Vor genau einer Woche wurde eine 25jährige, aus Italien stammende Touristin, an der U-Bahnstation Arroios von einem 42jährigen Mann angesprochen, der ihr anbot, den Weg ins Hotel zu zeigen.
Da sie sich in Lissabon nicht auskannte, nahm sie seine Hilfe dankend an.
Doch der Mann brachte sie nicht etwa in ihr Hotel, sondern in die Pension in der er selber abgestiegen war.
Dort wurde die Italienerin drei Tage lang von dem Mann gefesselt, geknebelt und mit Gewalt festgehalten und mehrere Male brutal vergewaltigt.
Erst am Sonntag konnte sie, in einem Moment der Unaufmerksamkeit ihres Peinigers, dem Terror entfliehen und um Hilfe rufen.

Die Kriminalpolizei (port.: Polícia Judiciária) hat, basierend auf den Untersuchungsergebnissen der Gerichtsmedizin (port.: Instituto de Medicina Legal), genug Beweise um das Gewaltverbrechen an der jungen Frau zu beweisen.
Der Mann wurde nun gestern einem Richter (port.: juiz) vorgeführt und, man höre und staune, wieder auf freien Fu0 gesetzt!
Er muss sich lediglich, bis zur Gerichtsverhandlung, alle 14 Tage bei der Polizeidienststelle seines Wohnortes melden.
Das ist alles!

Als ich heute Morgen diese Entscheidung des Haftrichters las, der einen mehrfachen gewalttätigen Vergewaltiger auf freien Fuß setzt, war ich zu erst fassungslos, dann wütend und letztlich habe ich mich ehrlich gesagt dafür geschämt in solch einem Möchtegernrechtsstaat wie diesen zu leben.

Gerne würde ich diesem brillanten und ehrenwerten Herrn in schwarzer Robe zwei Fragen stellen:

1. Was würde er empfinden, wenn an Stelle der jungen italienischen Touristin seine eigene Tochter oder Ehefrau drei Tage lang, in einer schäbigen Pension, auf das brutalste und schändlichste missbraucht worden wäre, und dann einer seiner Amtskollegen genau dieselbe Entscheidung treffen würde, wie er sie jetzt getroffen hat?

und

2. Was würde er empfinden, wenn er einen Tag nach seiner eigenen Entscheidung den Vergewaltiger auf freien Fuß zu setzen, er dem Mann der drei Tage lang seine eigene Tochter, Frau, Freundin oder Kollegin auf das schändlichste missbraucht hat, an der Supermarktkasse antreffen würde?

Diese von einem studierten Haftrichter getroffene Entscheidung ist für mich völlig unverständlich und in keinster Weise akzeptabel.
Da es sich hierbei wohl offensichtlich nur um einen Justizirrtum handeln kann, hoffe ich sehr, dass sich bald Einer dieser falsch getroffenen Entscheidung annimmt und dass das richtige Recht daraufhin gesprochen werden kann.

Manchmal schäme ich mich wirklich in diesem Land zu leben!

Montag, 22. Juni 2009

Hieroglyphen, wie kommt der Mensch auf Hieroglyphen?




Diesen Sonntag, nach dem Gottesdienst in der Deutschen Evangelischen Kirche in Lissabon, fuhr ich mit der U-Bahn nach hause.
Nicht nur wir Lissabonner benutzen gerne die U-Bahn, sondern auch viele Touristen, die die Hauptstadt besuchen. Denn es gibt keine schnellere und billigere Art und Weise die Stadt zu durchfahren, als mit der Lissabonner Metro.
Viele dieser Touristen sind auch Deutsche.
Ich freue mich über jeden Deutschen der meine Heimatstadt besucht, und komme gerne mit ihnen ins Gespräch.

Aber selbst wenn ich nicht mit ihnen ins Gespräch komme, so lässt es sich manchmal nicht verhindern, das ich manchem Gespräch zuhören muss, ob ich nun will oder nicht.
Das lässt sich auch nicht vermeiden, denn ich kann mich ja nicht hinsetzen, und dann zu den Leuten sagen:
„Bitte achten sie darauf, was sie ab jetzt sagen, denn ich kann sie verstehen!...“
Also fahre ich meistens anonym (manchmal aber, werde ich auch um Hilfe gefragt. Und dann „oute’“ ich mich gerne als der deutschen Sprache Mächtiger) und versuche krampfhaft dem Gespräch nicht zu folgen; was natürlich unmöglich ist.

Heute musste ich wieder solch einem Gespräch beiwohnen, und sie können mir glauben, dass es mir unheimlich schwer gefallen ist, anonym zu bleiben!

Da fragt ein ca. 10-jähriger, der mit einer 1 Euromünze in der Hand rumspielt, seinen Vater, was denn die „komischen Zeichen“ auf der portugiesischen Euromünze bedeuten.
Da antwortet ihm der Vater, kurz und knapp: „Das sind Hieroglyphen!“
Eine schöne Antwort, wirklich! Nur nicht die richtige Antwort für die Frage seines Sohnes.
Nun ich war schon immer der Meinung, dass es schwerer ist eine intelligente Frage zu stellen, als eine intelligente Antwort zu geben, und dies hat sich heute in der Lissabonner U-Bahn wieder einmal voll bewahrheitet.

Also, zu erst einmal möchte ich klar stellen das es keine Hieroglyphen sind, die auf portugiesischen Euromünzen abgebildet sind. Hieroglyphen gibt es, soweit ich weiß, nur in Ägypten.
Nein, es sind alte königliche Siegel, die die Münzen schmücken. Jede Münzreihe hat ihr eigenes Siegel als Motiv.
Die 1, 2 und 5 Centmünzen schmückt ein königliches Siegel von 1134.
Die 10, 20 und 50 Centmünzen werden mit einem Siegel aus dem Jahre 1142 dargestellt.
Und die 1 und 2 Euromünzen schmückt ein königliches Siegel von 1144.

Natürlich kann das nicht jeder wissen, und selbst ich musste erst nachschauen, aus welchem Jahr die Siegel sind. Aber man könnte vielleicht auch ein bisschen besser auf die Münzen schauen, wenn man sie schon einmal in der Hand hat.
Ich z.B. weiß, das auf Deutschen 1 Euromünzen der Bundesadler dargestellt ist, und nicht etwa ein Quitscheentchen oder eine Menge Hieroglyphen.

Hieroglyphen, wie kommt der Mensch auf Hieroglyphen?