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Montag, 8. Februar 2010

Das Treppenhaus der Hemerothek




In meinem post „Die Hemerothek von Lissabon“ (port.: A hemeroteca de Lisboa), vom 26. Januar 2010, erwähne ich unter anderem das Treppenhaus, und da vor allem das Treppengeländer, welches die Eingangshalle der Hemerothek mit dem ersten Stockwerk verbindet.

Eine Hemerothek (port.: hemeroteca / gr.: heméra théke) ist eine Sammlung verschiedenster Tageszeitungen und Zeitschriften.
Die Hemerothek von Lissabon ist das nationale Archiv aller der im letzten Jahrhundert in Portugal erschienenen Tages- und Wochenzeitungen und Zeitschriften.

Sowohl die Wände des Treppenhauses als auch die Treppenstufen der Hemerothek sind aus reinem, rosafarbenem Marmor.
Dieser Marmor wurde ursprünglich in den Marmorsteinbrüchen der Serra da Arrábida, in der Regionm von Sesimbra, gebrochen.

Aber das Highlight des Treppenhauses ist wohl das Treppengeländer.
Bestehend aus reinem Brasilholz (port.: Pau do Brasil), führt er rechtsseitig vom Erdgeschoß in die erste Etage.
Im Erdgeschoß nimmt das Geländer, origineller Weise, im Maul eines Löwen seinen Anfang.
Der Löwe selbst wird von einem Drachen umschlungen.
Diese, aus hellem Marmor gehauene Figur, ist wohl eines der schönsten die ich kenne.
Überhaupt ist das Treppengeländer wohl eines der originellsten die ich jemals gesehen habe; und ich habe weiß Gott schon viele Treppenhäuser in meinem Leben gesehen.

Die Hemerothek befindet sich in der Rua de São Pedro de Alcântara, genau gegenüber der Igreja de São Roque.

Dienstag, 26. Januar 2010

Die Hemerothek von Lissabon






Wissen sie was eine „Hemerothek“ ist?
Also ich wusste es bis vor ein paar Tagen noch nicht!
Noch nicht einmal ansatzweise.

Aber seit dem letzten Freitag, als ich mit meinen Kollegen Yves und Miguel in Lissabon unterwegs war (bitte lesen sie hierzu auch den vorhergehenden post „Igreja de São Roque“), ist mein Wortschatz um ein Fremdwort reicher.

Eigentlich wollten Miguel, Yves und ich im Bairro Alto einen trinken gehen.
Aber als wir kurz vor der Kneipe, in der Rua São Pedro de Alcântara, an besagter „Hemerothek“ vorbeikamen, und mit dem Begriff, der an einem Schild an der Tür befestigt war, nichts anfangen konnten, trieb uns die Neugierde in das Gebäude rein.

Als wir durch die Eingangstür gingen, kamen wir in eine Empfangshalle an deren Ende ein großes Treppenhaus in die oberen Stockwerke führte.
Was mir auf den ersten Blick auffiel, war das Treppengeländer.
Ich glaube ich habe noch nie so ein ausgefallenes und künstlerisch wertvolles Treppengeländer gesehen, wie diesen in der „Hemerothek“.

Schließlich fragte ich die Dame am Empfang, was denn eine „Hemerothek“ sei, und wo wir uns denn eigentlich befinden würden.
Ohne zu zögern gab uns die junge Frau augenblicklich eine Lehrstunde in Griechisch.
Denn „Hemerothek“ (port.: „Hemeroteca“), so meinte sie, käme aus dem griechischen, und würde sich aus den zwei Wörtern „heméra“ (dt.: Tag oder täglich) und „théke“ (dt.: Depot oder Sammlung) zusammensetzen.

Eine Hemerothek ist also nichts weiter als eine Sammlung von Tageszeitungen oder Zeitschiften, im Gegensatz zu einer Bibliothek, in der wir doch eher eine Sammlung von Büchern vorfinden.

Ohne es zu wissen, befanden wir uns also im Archiv der Tageszeitungen und Zeitschriften der Stadt Lissabon (port.: Hemeroteca Municipal de Lisboa), in dem seit 1973 alle Tageszeitungen und Zeitschriften die in Portugal publiziert wurden, gesammelt und archiviert werden.

Obwohl erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet, besitzt die Hemerothek Zeitungen und Zeitschriften die bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen.
Insgesamt befinden sich im Archiv der Hemerothek über 500.000 verschiedene Publikationen, die meisten auf Mikrofilm festgehalten, da die Originale aus Sicherheitsgründen dem Publikum nicht mehr zugänglich sind.

Ich fand unseren kurzen Besuch in der Hemerothek sehr interessant.
Und ich habe mir fest vorgenommen demnächst wieder vorbeizuschauen, denn ich konnte, aus Zeitgründen, leider nicht so in den Publikationen rumstöbern wie ich es gerne getan hätte.
Schließlich hatten Miguel, Yves und ich noch ein paar Bierchen auf uns warten…