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Dienstag, 22. Januar 2013

„Bitte, beeilen sie sich und sterben sie so schnell wie möglich!“


Wie ich heute Abend in den Nachrichten im Fernsehen verfolgen konnte, hat der japanische Finanzminister in der Hauptstadt Tokio, bei einem Treffen des dortigen Rates für die Modernisierung der japanischen Sozialversicherung, einen drastischen Reformvorschlag geäußert.

Der Minister meinte, alte Menschen, die Pflegefälle seien, die künstlich ernährt werden müssten oder auf eine andere Art und Weise dem japanischen Staat zur Last fallen würden, sollten sich doch bitte beeilen und so schnell wie möglich sterben!

Nun, mein japanisch ist leider nicht so gut, als das ich die Äußerungen des Ministers im wortlaut bestätigen oder dementieren könnte.
Aber ich will sowohl der portugiesischen RTP als auch der britischen BBC einmal Glauben schenken, das besagter Minister wohl diese geschmacklosen Worte von sich gegeben hat.

Auch wenn einem auf den ersten Blick die Äußerungen des japanischen Finanzministers grotesk erscheinen, so muss ich leider sagen, das es zwischen dem Land der aufgehenden Sonne und Portugal, meiner Meinung nach, heute gar keinen allzu großen Unterschied zwischen den zwei Nationen gibt, was den respektlosen Umgang mit Senioren angeht.
Nicht, das hiesige Politiker sich schon zu solch unglückseligen Worten hätten hinreißen lassen und ihre Senioren gebeten hätten, so schnell wie möglich zu sterben – aber wahrscheinlich nur, weil es bloß noch keinem von ihnen eingefallen ist…

Der Unterschied zwischen japanischen und portugiesischen Politikern ist der, das in Japan der Minister immerhin alte Menschen öffentlich darum „bittet“, sie mögen alsbald sterben.
Hierzulande dagegen aber, wünscht sich so mancher Politiker im geheimen, er könnte alten, demenzkranken, behinderten und pflegebedürftigen Menschen das gleiche sagen!

So gesehen sind die Japaner ehrlicher…
Was für eine verrückte Welt, in der alte Menschen einfach nichts mehr zählen, wie Dreck behandelt werden und als Last oder Problem angesehen werden!

Zum japanischen Finanzminister, er ist nach meinen Recherchen im Internet immerhin 72 Jahre alt, habe ich nur noch eines zu sagen:

„Bitte, bitte her Minister, tun sie ihrem Volk und der ganzen Menschheit einen Gefallen und sterben sie endlich!“

Freitag, 20. Juli 2012

In memoriam: José Hermano Saraiva

Heute Morgen verstarb im Alter von 92 Jahren, in seinem Haus in Palmela bei Setúbal, der Historiker José Hermano Saraiva.
Saraiva ist hier in Portugal vor allem wegen seinen verschiedenen Fernsehsendungen, in denen er immer sehr ausführlich und auf seine sehr spezielle Art und Weise versuchte seinen Zuschauern die Geschichte Portugals näher zu bringen, sehr berühmt geworden.

José Hermano Saraiva wurde am 03. Oktober 1919 in der Stadt Leiria geboren.
Anfang der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts studierte er zunächst Geschichtsphilosophie (port.: história-filosófica) an der Universität von Lissabon und später absolvierte er noch ein Jurastudium (port.: estudos jurídicos), welches ihm nach erfolgreichem Abschluss eine Anstellung als Rechtsanwalt in einer Anwaltskanzlei ermöglichte.

Im Jahre 1957 wurde er Abgeordneter in der portugiesischen Nationalversammlung (port.: Assembleia Nacional).
Elf Jahre später, 1968, machte ihn Diktator Marcelo Caetano zu seinem Bildungsminister. Ganze zwei Jahre besetzte er diesen Posten, denn 1970 holten auch ihn die Studentenunruhen, die damals ganz Europa erfasst hatten, ein.
1972 wurde er zum Botschafter Portugals in Brasilien ernannt, ein Amt welches er bis zur Nelkenrevolution, am 25. April 1974, innehatte.

Mit dem Ende der faschistischen Diktatur endete auch seine politische Laufbahn.
Fortan schrieb er bedeutende historische Bücher, wie „Uma carta do Infante D. Henrique (dt.: Ein Brief Heinrich des Seefahrers) und war im staatlichen portugiesischen Fernsehen RTP in verschiedenen Sendungen zu sehen, in denen er immer anschaulich versuchte den Portugiesen ihre Geschichte näher zu bringen.

Ich selber habe immer mit Enthusiasmus seine Sendungen „O tempo e a alma“ (dt.: Die Zeit und die Seele), „Horizontes da memória“ (dt.: Horizonte der Erinnerungen) und „A alma e a gente“ (dt.: Die Seele und die Menschen“) im Fernsehen verfolgt.

Viele sagen heute, José Hermano Saraiva wäre als Jurist, Politiker und Mensch über die Jahre hinweg immer maßlos überbewertet worden, zumal er mit den Faschisten sympathisierte und immer offen die portugiesische Diktatur und ihre Machthaber verteidigt hat.
Aber, auch wenn er durchaus umstritten war, so muss man doch neidlos anerkennen, das er ein beneideter Historiker war!

José Hermano Saraiva verstarb in den Morgenstunden des heutigen Freitags, den 20. Juli 2012.
Eines meiner Lieblingszitate von ihm, die er einstmals in einer Fernsehsendung von sich gab, lautet:

„É preciso saber viver pela pátria e não morrer por ela!”
(dt.: „Man muss für sein Vaterland leben und nicht für dieses sterben!“).

Wie wahr, wie wahr!…

Dienstag, 17. November 2009

Kleine Maus – großer Ärger


Ein Fußballsondergericht hat heute entschieden, das das Liga-Pokalspiel zwischen dem Erstligaclub Académico aus Coimbra und dem Zweitligisten SC Portimonense im kommenden Frühjahr wiederholt werden muss.

Die Partie zwischen den zwei Mannschaften war am vergangenen Mittwoch in der 51. Minute vom Schiedsrichter abgebrochen worden, nachdem es den Verantwortlichen nicht gelungen war, die Flutlichtanlage nach einer halben Stunde wieder anzuschalten.

Wie am nächsten Tag herauskam, hatte eine Maus, durch das Knabbern an einem der Kabel dafür gesorgt das die 22 Profi-Fußballer vorzeitig in die Kabinen mussten.

Das Spiel zwischen dem Zweit- und dem Erstligisten sei so schlecht gewesen, dass die Maus wohl mit Absicht gehandelt habe, mutmaßte die Zeitung „A Bola“.

Im Dunkeln tappten plötzlich nicht nur die 1.200 Zuschauer im Municipal-Stadion von Portimão, an der Algarve, sondern auch unzählige vor den Fernsehschirmen, denn das Spiel wurde live im Sender RTP übertragen.
Die Teams und die meisten Zuschauer warteten nach Medienberichten eine halbe Stunde im Stadion vergeblich auf die Fehlerbehebung der Flutlichtanlage, bevor der Schiedsrichter die Begegnung, gemäß Reglement, endgültig abbrach.

Da man die Maus nicht mehr verantwortlich machen kann, da diese den Freitod starb, haben die Stadionbetreiber jetzt angekündigt, die Firma, die die Flutlichtanlage installiert hat und auch wartet, zur Rechenschaft zu ziehen, da diese angeblich an der Isolation der entsprechenden Kabel gespart haben soll.