Posts mit dem Label Ausstellung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ausstellung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 13. November 2015

Wim Wenders fotografiert Lissabon


Im Lissabonner Stadtteil Amoreiras, im alten Hauptwasserwerk der Stadt (port.:Reservatório da Mãe de Água), ist das kleine aber sehr informative Museu da Água (dt.: Wassermuseum) untergebracht, das sich der Geschichte bzw. der Entwicklung der Lissabonner Wasserversorgung von der Römerzeit bis heute widmet, sowie dem riesigen Wasseraquädukt (port.: Aqueduto das Águas Livres) der das Tal von Alcântara durchquert und dessen Erbauer, dem Ingenieur Manuel da Maia.

Im Rundgang der großen Zisterne, der oftmals für Konzerte oder Gemäldeausstellungen genutzt wird, ist seit Anfang dieses Monats die temporäre Fotoausstellung „Á luz do dia até os sons brilham“ (dt.: „Bei Tageslicht leuchten sogar die Töne“) untergebracht, die einzigartige Fotografien des Düsseldorfer Fotografen, Autors und Regisseurs Wim Wenders zeigt.

Wim Wenders, der Lissabon durch seine verschiedenen privaten Aufenthalte und diversen Filmarbeiten zu schätzen und zu lieben gelernt hat und der mit der Zeit völlig dem Charme dieser Stadt erlegen ist, stellt hier 28 seiner fotografischen Werke aus, die er hauptsächlich während den Dreharbeiten zu den drei Filmen
„Stand der Dinge“ (port.: O Estado das Coisas) 1982,
„Bis ans Ende der Welt“ (port.: Até ao Fim do Mundo) 1991 und
„Lisbon Story“ (port.: Viagem a Lisboa) 1994
gemacht hat.

Diese Fotoausstellung, die unter der Schirmherrschaft der Wim Wenders Stiftung steht und die von den zwei Kuratorinnen Laura Schmidt und Anna Duque y González organisiert wird, kann noch bis zum 02. April 2016 besichtigt werden.
Sehr empfehlenswert!

Mittwoch, 29. Juli 2015

TAP Portugal – Bildnis eines Volkes


2015 ist nicht nur das Jahr in dem die TAP (port.: Transportes Aéreos Portugueses / dt.: Portugiesische Luftverkehrstransporte) privatisiert worden ist, sondern es ist auch das Jahr an dem die portugiesische Fluggesellschaft ihr siebzigjähriges Bestehen feiert.

Aus Anlass des 70. Geburtstags der TAP zeigt das Lissabonner Mode- und Designmuseum MUDE (port.: Museu do Design e da Moda) seit Mitte dieses Monats Juli die Sonderausstellung „TAP Portugal: Imagem de um Povo“ (dt.: TAP Portugal: Bildnis eines Volkes).

Flugkapitäns- und Flugbegleiteruniformen, Bordgeschirr wie Teller, Tassen und Bestecke, Reisetaschen, Flugtickets, Werbeplakate, Fotographien, Postkarten und andere Exponate – viele von ihnen von Privatleuten ausgeliehen und zur Verfügung gestellt – zeigen auf eindrucksvolle Weise die historische Entwicklung des Designs und dessen Einfluss auf die modische Geschichte der TAP vom ersten Tag an bis heute.
Gegründet wurde Portugals größte Fluggesellschaft von dem einflussreichen Politiker und General Humberto Delgado am 14. März 1945, als dieser Generaldirektor der zivilen portugiesischen Luftfahrt war.

Die Ausstellung „TAP Portugal: Imagem de um Povo“ kann noch bis zum 15. Oktober 2015 besucht werden.
Sie ist jede Woche von Dienstag bis Sonntag, 10 Uhr bis 18 Uhr, geöffnet und der Eintritt ist frei!

Donnerstag, 18. Juni 2015

Erinnerungen an die EXPO 98


Im imposanten Portugal-Pavillon (port.: Pavilhão de Portugal), das auf dem ehemaligen Gelände der EXPO 98 steht, ist seit kurzem ein Informationszentrum (port.: Centro Interpretativo do Parque das Nações) eingerichtet worden.
Dieses neue Informationszentrum, im Lissabonner Stadtteil Parque das Nações gelegen, dient als Museum und zeigt momentan in seinen Innenräumen die Ausstellung „A Cidade Imaginada“ (dt.: die erdachte / erfundene Stadt).

Mit zahlreichen Fotografien – die vor, während und nach der Weltausstellung aufgenommen wurden – und verschiedenen Bauplänen und Miniaturmodellen ehemaliger EXPO-Gebäude wird hier an die erste Weltausstellung auf portugiesischem Boden vor 17 Jahren gedacht – eine Weltausstellung die zweifelsohne das Gesicht Lissabons sowohl architektonisch, urbanistisch als auch umweltpolitisch für immer verändert hat!

Einstmals ein heruntergekommenes, brach liegendes und umweltverschmutztes Hafen- und Industriegelände ist der Stadtteil Parque das Nações (dt.: Park der Nationen) heute die beliebteste und teuerste Wohn- und Bürogegend der portugiesischen Hauptstadt.

Wer die Geschichte dieses Lissabonner Stadtteils kennen lernen oder in Erinnerungen schwelgen möchte, kann dies bis zum 30. September 2015 machen.
Solange nämlich wird die Ausstellung „A Cidade Imaginada“ im Portugal-Pavillon kostenlos zu besichtigen sein.

Samstag, 20. Oktober 2012

Lissabon, Mittelpunkt Europas während des Zweiten Weltkrieges



Basierend auf dem Buch „Lisboa, A Guerra nas Sombras da Cidade da Luz“ (dt.: „Lissabon, der Krieg im Schatten der Stadt des Lichtes“), des schottischen Schriftstellers Dr. Neill Lochery, ist an diesem Mittwoch, dem 17. Oktober, die Fotoausstellung „Lisboa, Centro da Europa na Segunda Guerra Mundial” (dt.: „Lissabon, Mittelpunkt Europas während des Zweiten Weltkrieges“ / „Lisbon, bottleneck of Europe in the Second World War“) in der Galerie des Lissabonner Rathauses (port.: Câmara Municipal) eröffnet worden.

Diese Ausstellung, die ich gestern besucht habe und die von der Stadt Lissabon organisiert wird, präsentiert seltene, zum Teil bis heute unveröffentlichte Bilddokumente, aus dem Lissabon der Jahre 1939 bis 1945.
Gezeigt werden auch geheime Polizeiakten, diplomatische Post und Visa und persönliche Briefe aus dieser Zeit.

Alle Fotografien und Dokumente der Ausstellung wurden aus mehreren privaten und öffentlichen Archiven in Portugal, Deutschland, Großbritannien, Spanien und den USA zusammengetragen.
Sie erzählen die Geschichte der abertausend verzweifelten Juden und politischen Flüchtlingen die damals aus Nazideutschland fliehen mussten und dann im neutralen Portugal Zuflucht fanden.
Sie zeigen, auf beeindruckende Art und Weise, welche bedeutsame Rolle die portugiesische Hauptstadt damals für diese Flüchtlinge hatte.

Lissabon hat in den schrecklichen Jahren des Zweiten Weltkrieges eine (lebens)wichtige Rolle als Ort der Zuflucht und der sicheren Weiterreise in ein Land außerhalb Europas gespielt.
Unter der Flut der Tausenden, zumeist deutschen Flüchtlinge, hatte sich die Stadt damals total verändert.
Meine eigene Großmutter erzählte mir oftmals, dass man in diesen Jahren auf den Straßen Lissabons viele Sprachen Europas hörte, aber kaum noch ein Wort Portugiesisch.
Die meisten, die hier in Lissabon gestrandet waren, waren einerseits von ihrer Verfolgung durch die Nazis traumatisiert und zugleich von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft ohne Angst beseelt.
In Lissabon fanden sie dann eine Oase des Friedens vor, und Menschen mit einer enormen Toleranz, die zwar damals mit eigenen drängenden Problemen kämpften, sich aber der Not der deutschen Flüchtlinge nicht verschlossen hatten.

Die Ausstellung kann bis zum 09. November 2012, dem 74. Jahrestag der Reichskristallnacht (port.: Noite de cristais) von 1938, von Montags bis Freitags von 11:00 Uhr – 19:00 Uhr besucht werden.
Der Eintritt ist frei!

Ein Besuch der Ausstellung „Lisboa, Centro da Europa na Segunda Guerra Mundial“ im Rathaus von Lissabon, kann ich jedem, zumal jedem Deutschen, nur sehr empfehlen!

Samstag, 5. Mai 2012

Hipstamatic-Ausstellung in Porto



Von Michael Leinsinger, einem treuen Leser meines Blogs und großen Liebhaber Portugals, bin ich diese Woche auf eine internationale Ausstellung aufmerksam gemacht worden, die am heutigen 05. Mai 2012 in der „Galeria do Colectivo f4“, in der Stadt Porto eröffnet wird.

Bei dieser Exposition handelt es sich um eine Gemeinschaftsausstellung verschiedener Fotokünstler, die ihre Bilder nicht etwa mit einer „richtigen“ Kamera aufgenommen haben, sondern mit einem iPhone und einem speziellen App, das von der Firma Apple herausgebracht wurde.
Diese App heißt „Hipstamatic“ und „Hipstamatic“ lautet auch der Name der Ausstellung.

Bei „Hipstamatic“ kann ein jeder mit seinem iPhone Bilder machen, diese dann mit den verschiedensten Effekten, Vignetten, Farbfiltern und ausgefransten Rändern bereichern.
Diese besondere Gestaltung der Bilder führt dazu, dass eigentlich langweilige, quadratische Handy-Fotografien, plötzlich eine besondere Leichtigkeit und Lockerheit erhalten, die oftmals mit dem ursprünglichen Bild kaum noch etwas zu tun haben.
So können viele Fotos, die eigentlich nicht über eine mäßige Qualität hinausgehen, mit ein Paar Überstrahlungen und verschiedenen Unschärfeschleiern zu richtigen kleinen Kunstwerken im Retrolook werden.

Diese kleinen Kunstwerke sind wie gesagt ab heute in der Galerie mit dem Namen „Galeria do Colectivo f4“ in der nordportugiesischen Stadt Porto zu bewundern.
Bis Freitag, den 25. Mai 2012, ist ein Besuch der Ausstellung möglich.

Die genaue Anschrift der Galerie, die die Fotokunstwerke ausstellt, lautet:

Exposição Hipstamatic
Galeria do Colectivo f4 – Porta 22
Rua do Ferraz n° 22
Porto

Dienstag, 22. September 2009

Die etwas andere Slip-Ausstellung


Möchten sie gerne einmal wissen was Elvis Presley, Pablo Picasso oder Woody Allen früher so drunter trugen?
Nun, wenn sie demnächst hier in Lissabon ins Kaufhaus „El Corte Ingles“ zum shoppen gehen, können sie es herausfinden.

Denn im El Corte Ingles findet bis zum 04. Oktober dieses Jahres eine Ausstellung zum „75. Geburtstag des Slips“ (port.: Exposição comemorativa do 75° aniversário da criação das cuecas slip“) statt.
In dieser Ausstellung werden verschiedene Slips von berühmten und weniger berühmten Persönlichkeiten gezeigt.

Das wertvollste „Stück“ ist eine Originalunterhose von Andy Warhol, von ihm selbst designet und bemalt.
Ich selbst habe mir die Exponate gestern angesehen, und mir persönlich gefielen die Unterhosen der US-Astronauten, die diese bei ihren Missionen im Weltraum tragen, am interessantesten.

Wenn man bei gebrauchten Herrenslips überhaupt von „interessant“ sprechen kann…

Freitag, 17. Juli 2009

Encompassing the Globe


Heute, am 16. Juli 2009, wurde hier in Lissabon im Nationalmuseum für Antike Kunst (Museu de Arte Antiga) die Ausstellung „Encompassing the Globe“ (auf Deutsch: „Weltumspannung / Globalisierung“) eröffnet.

Die Ausstellung stellt eine außergewöhnliche Sammlung von Objekten aus, die die Geschichte der portugiesischen Entdeckungen im 16. und 17 Jahrhundert zu erzählen versucht. Leihgeber und Museen aus der ganzen Welt – wie aus China, Indien, Japan, Brasilien, Südafrika und Europa ─ haben über 250 Kunstwerke, Karten und Bilder für diese besondere Ausstellung beigesteuert.

In Kombination mit den bereits in Portugal vorhandenen Ausstellungsstücken, bilden diese ganzen wertvollen Objekte eine einzigartige Zusammenstellung, die auf außergewöhnliche Art und Weise verdeutlichen welche kulturellen Auswirkungen, das Zusammentreffen zwischen den portugiesischen Entdeckern und den neuen Handelspartnern aus Afrika, Asien und Amerika ehemals hatte.
Weltweit hatten die Portugiesen damals ein gut organisiertes Handelsnetz aus Seefahrtsrouten aufgebaut. Was heute Houston oder Cape Canaveral für die Raumfahrt ist, waren einst Lissabon und Sagres für die Seefahrt. Von hier aus wurde die Welt entdeckt!

Die bereits 2007 in der Arthur M. Sackler Gallery des Washingtoner Smithsonian-Instituts ausgestellten Exponate, lassen keinen Zweifel daran, dass bereits zu dieser Zeit die Grundlage für die Globalisierung von heute gelegt wurde - so meinen renommierte Wissenschaftler heute – mit all ihren negativen Seiten: brutale Landenteignungen, weltweite Ungleichheiten, kulturelle Missverständnissen. Die Phänomene und Probleme unserer heutigen Welt standen schon damals für Portugal auf der Tagesordnung.

Die berühmte New York Times nannte dieses Netzwerk, in einem Bericht über „Encompassing the Globe“, sogar einen „Vorläufer des Internets, nur etwas langsamer“. Portugal war zur Zeit der Entdeckungen, mit gerade einmal einer Million Einwohner, ein kleines Land. Und so mussten die vorhandenen Ressourcen gezielt eingesetzt werden. Was dann auch, bis ins Ende des 20. Jahrhunderts, gelang!

Die Ausstellung Encompassing the Globe legt Wert darauf, dass die Geschichte der portugiesischen Entdeckungen zum ersten Mal nicht aus europäischer Sicht der „Entdecker“ erzählt wird, sondern aus Sicht der „Eroberten“, weswegen viele Exponate auch die Perspektive der Völker aus Afrika, Asien und Amerika widerspiegeln.

Noch bis zum Oktober dieses Jahres kann die Ausstellung Encompassing the Globe hier in Lissabon besichtigt werden. Danach zieht sie weiter nach Brüssel, ihrer dritten und letzten Station.
So interessant die Ausstellung auch in Washington gewesen sein mag, und wie spannend sie auch in Brüssel sein wird, nirgends wird sie so viel Realität und Identität zeigen können, wie hier in Lissabon - hier wo die Globalisierung der Welt begann!