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Donnerstag, 18. Juni 2015

Erinnerungen an die EXPO 98


Im imposanten Portugal-Pavillon (port.: Pavilhão de Portugal), das auf dem ehemaligen Gelände der EXPO 98 steht, ist seit kurzem ein Informationszentrum (port.: Centro Interpretativo do Parque das Nações) eingerichtet worden.
Dieses neue Informationszentrum, im Lissabonner Stadtteil Parque das Nações gelegen, dient als Museum und zeigt momentan in seinen Innenräumen die Ausstellung „A Cidade Imaginada“ (dt.: die erdachte / erfundene Stadt).

Mit zahlreichen Fotografien – die vor, während und nach der Weltausstellung aufgenommen wurden – und verschiedenen Bauplänen und Miniaturmodellen ehemaliger EXPO-Gebäude wird hier an die erste Weltausstellung auf portugiesischem Boden vor 17 Jahren gedacht – eine Weltausstellung die zweifelsohne das Gesicht Lissabons sowohl architektonisch, urbanistisch als auch umweltpolitisch für immer verändert hat!

Einstmals ein heruntergekommenes, brach liegendes und umweltverschmutztes Hafen- und Industriegelände ist der Stadtteil Parque das Nações (dt.: Park der Nationen) heute die beliebteste und teuerste Wohn- und Bürogegend der portugiesischen Hauptstadt.

Wer die Geschichte dieses Lissabonner Stadtteils kennen lernen oder in Erinnerungen schwelgen möchte, kann dies bis zum 30. September 2015 machen.
Solange nämlich wird die Ausstellung „A Cidade Imaginada“ im Portugal-Pavillon kostenlos zu besichtigen sein.

Samstag, 11. Juni 2011

Manjerico


Der Monat Juni ist gekommen!
In vielen portugiesischen Städten und Gemeinden, wie in Lissabon, Porto, Almada und vielen mehr, werden in diesem Monat die drei Volksheiligen gefeiert.
Die drei Volksheiligen sind der Heilige Antonius (port.: Santo António), der Heilige Johannes (port.: São João) und der Heilige Petrus (port.: São Pedro).

Wenn man dieser Tage durch Lissabon läuft, wird man vor allem in der Altstadt, eine Stadt in Feierlaune erleben.
Der 13. Juni naht, der Tag an dem die Hauptstadt ihren Heiligen Sankt Antonius (port.: Santo António) feiert (bitte lesen sie hierzu auch meinen Eintrag „Santo António de Lisboa“ vom 12.06.2009).
Mehr als ein religiöses Fest, ist das Sankt Antoniusfest ein Fest der Stadt und ihren Bewohnern.

Lissabonner zu sein und das Antoniusfest nicht zu feiern, wäre so, als wenn man als Brasilianer den Karneval nicht feiert würde.
Es würde einfach keinen Sinn machen!
Lissabon ist eine der wenigen Städte auf der Welt, in der das Stadtfest heute noch mit so viel Bürgerbeteiligung und populären Traditionen gefeiert wird.
Die Traditionen und die Rivalität der einzelnen Stadtteile unter sich, auch diese Rivalität ist eine Tradition, macht das Flair dieses Volksfestes aus.

Eine der schönsten Traditionen in dieser Zeit ist es, einem geliebten Menschen einen Manjerico (dt.: Kleinblättriger Basilikum / lat.: Ocimum minimum) zu schenken.
Manjerico ist die wilde Form des Basilikums und eng mit dem Manjericão (dt.: Echter Basilikum / lat.: Ocimum basilicum) verwandt.
Es handelt sich beim Manjerico um eine grüne, kleinblättrige Topfkräuterpflanze, die sehr intensiv und charakteristisch riecht.

Wenn man einen Manjerico kauft, so ist in dem Blumentopf in dem er gepflanzt ist, meistens zusätzlich zu der Pflanze, auch eine bunte Papiernelke (port.: cravo de papel) und ein kleines Spruchband mit einem vierzeiligen Reim ( port.: quadra popular) eingesteckt.
Der Reim handelt fast immer über die Liebe, über Lissabon und über den Stadtheiligen Antonius.

Der Manjerico, der kleine Herzförmige Blätter hat, soll Glück bringen, vor allem in der Liebe.
Deshalb verschenken vor allem Männer ihren Freundinnen oder Frauen noch heute in der Sankt Antoniusnacht einen Manjerico.
Schenkte in frühen Jahren ein Mann seiner Liebsten ein Manjerico, so war das sogar gleichzustellen mit einem Heiratantrag an die Geliebte.

Die Legende besagt, dass der Manjerico nach dem Antoniusfest vertrocknet und abstirbt, so dass es erst im nächsten Jahr wieder einen duftenden Manjerico gibt.

Wie bei jeder Legende, steckt auch in dieser nur die halbe Wahrheit.
Es ist wahr, dass nach dem Stadtfest viele Manjericos absterben, aber auch nur, weil ihre Besitzer sie einfach nicht richtig pflegen.
Der Kleinblättrige Basilikum braucht nämlich eine Menge Wasser und einen windstillen, sonnigen Platz auf der Fensterbank.
Da viele ihn aber in den Schatten stellen und oftmals auch einfach das gießen vergessen, geht er leider meistens auch ein.

Wahr ist aber, dass früher vor allem Schuster in ihren Werkstätten einen Manjerico hatten.
Nicht das diese Berufsklasse besonders oft verliebt war, jedenfalls nicht mehr oder weniger als andere.
Nein, sie hatten einen Manjerico in ihren Werkstätten, um den penetranten Ledergeruch zu übertünchen, der an ihrem Arbeitsplatz oftmals herrschte.

Leider sind die schon erwähnten Vierzeiler ins Deutsche nicht originalgetreu übersetzbar.
Sie würden sich einfach nicht reimen.
Nichtsdestotrotz möchte ich hier einige Reime aufführen, die mir noch vom letzten Sankt Antoniusfest im Gedächtnis geblieben sind.
Wer minimal die portugiesische Sprache beherrscht, wird sie sofort verstehen:

Manjerico, manjerico,
Manjerico que te dei,
A tristeza com que fico
Inda amanhã a terei.

O manjerico comprado
Não é melhor que o que dão.
Põe o manjerico ao lado
E dá-me o teu coração.

Manjerico que te deram,
Amor que te querem dar...
Recebeste o manjerico.
O amor fica a esperar.

No Santo António enfeitado
Há cravos e manjericos
Sardinhas de cheiros encantados
Para os pobres e para os ricos.

Dienstag, 31. Mai 2011

Regenchaos


Es hat in letzter Zeit immens viel geregnet hier in Portugal, vor allem im Lissabonner Großraum.
Auch gestern, zum Wochenanfang, hatten wir hier einen ziemlich feuchten Wochenstart.

Heftige Regenfälle haben Teile der Hauptstadt und viele Städte im Lissabonner Umland, wie Almada, Sintra, Loures und Amadora, überflutet und den gesamten Berufsverkehr zum erliegen gebracht.
In der Lissabonner Unterstadt, hier vor allem in den Stadtteilen in Flussnähe, gab es mehrere Stromausfälle und viele Geschäfte und so manche U-Bahn-Station mussten zur morgendlichen Rushhour geschlossen bleiben.
Trotz dieses Chaos kamen laut Zivilschutzes keine Personen zu schaden, aber eine Menge Sachschäden.

Die Regenfälle der letzten Tage selbst waren nicht vermeidbar, schließlich sind heftige Regenfälle in Lissabon an sich nichts Außergewöhnliches.
Die Folgen dieser heftigen Regen aber, waren sehr wohl vermeidbar!
Wir hatten die letzten Jahre hier in Portugal recht viele Trockenperioden und deshalb nur recht viel Glück gehabt, was nasse Wetterkapriolen angeht.
Aber auch hier, am Rande Europas verdichten sich zunehmend die Anzeichen für extreme Wetterverhältnisse - wie Hitze, Trockenheit, Kälte und Überschwemmungen.

Aber trotz dieser extremen Wetterereignissen sind wir Portugiesen, dank der wild wuchernden Verstädterungen, oft selbst daran Schuld das hier zu Lande ganze Landstriche zu Überschwemmungsgebieten werden.

Ein Beispiel:
Da die Kommunen im Augenblick an allen Ecken und Kanten einsparen müssen und kein Geld haben, werden seit geraumer Zeit Gullys und Abwasserrohre in den Städten einfach nicht mehr gereinigt.
So kann das Wasser bei Regen nicht vernünftig abfließen und bei der geringsten Wassermenge verwandeln sich ganze Straßenzüge in riesige Stauseen und reißende Bäche.

Die bislang schwerste Überschwemmung Portugals ging als Novemberüberschwemmung (port.: „cheias de Novembro“) in die hiesigen Geschichtsbücher ein.
Damals, in der Nacht vom 25. auf den 26. November 1967, starben über 700 Menschen, in wenigen Stunden, in den Armenvierteln am Rande der Hauptstadt.

Armenviertel wie damals, gibt es heute zum Glück nicht mehr.
Regenfälle, wie die im Jahre 1967, kommen statistisch gesehen auch nur alle 200 Jahre vor.
Aber die Gefahr einer Wiederholung solch einer Naturkatastrophe, ist heute genauso gegeben, wie damals in den 60er Jahren.

Die Regenfälle der letzten Tage sind bei weitem nicht so gravierend wie die vor 44 Jahren.
Sie sind aber sehr wohl ein Warnzeichen, das sich Stadt und Land unbedingt besser auf solche Ereignisse vorbereiten müssen als bisher!

Dienstag, 2. März 2010

Bairro Alto aos seus Amigos tão dedicado



Bairro Alto

Bairro Alto aos seus AMIGOS tão dedicado
Quis um dia dar nas vistas
E saíu com os trovadores mais o fado
Pr’a fazer suas conquistas

Tangem as liras singelas,
Lisboa abriu as janelas, Acordou em sobressalto
Gritaram bairros à toa
Silêncio velha Lisboa, Vai cantar o Bairro Alto

Trovas antigas, saudade louca
Andam cantigas a bailar de boca em boca,
Tristes bizarras, em comunhão
Andam guitarras a gemer de mão em mão

Por isso é que mereceu fama de boémio
Por seu condão fatalista
Atiraram-lhe com a lama como prémio
Por ser nobre e ser fadista

Hoje saudoso e velhinho,
Recordando com carinho seus amores suas paixões
Pr’a cumprir a sina sua
Ainda veio pr’o meio da rua, cantar as suas canções

Trovas antigas, saudade louca...


Dies ist der Text des berühmten Fados "Bairro Alto", welches von den Komponisten Carlos Simões Neves und Nuno Aguiar geschrieben wurde und von Carlos do Carmo noch heute gesungen wird.

Hier nun meine Übersetzung des Fados „Bairro Alto“, das über diesen Lissabonner Stadtteil handelt (wobei sich die Textstrophen, ins deutsche übersetzt, logischerweise leider nicht reimen):


Bairro Alto, seinen Freunden total ergeben
Wollte einmal aus sich herausgehen
Und so brachten die Troubadoure den Fado zum Besten
Um ihre Eroberungen zu machen

Es erklingen die einzelnen Leiern
Und überrascht wachen alle auf, ganz Lissabon öffnet seine Fenster
Und jeder am Fenster ruft laut und bestimmt
Lissabonner seit still, denn der Bairro Alto wird jetzt singen

Alte Weisen, unheimliche Sehnsucht
Liedertexte die von Mund zu Mund tanzen,
Bizarre Traurigkeiten, und gemeinschaftlich
erklingen Gitarren, die von Hand zu Hand gereicht werden

Er (der Stadtteil) hat den Ruf gutbürgerlich zu sein,
Ja fast schon fatalistisch
Als Preis bekommt er den Schlamm der Straße ab
Weil er in seinem innersten edel ist und ein Fadista

Heute traurig und alt
Erinnert er sich liebevoll an seine früheren Geliebten, seine Affären
Und das Schicksal will es
Das inmitten seiner Gassen, die alten Lieder erklingen.

Alte Weisen, unheimliche Sehnsucht...

Dienstag, 23. Februar 2010

Delphine im Tejo




Seit einigen Wochen werden ab und zu Delphine (port.: golfinho comum / lat.: Tursiops truncatus) im Tejodelta und in der Tejobucht gesichtet. Einige von ihnen wurden in der Gegend um Almada gesichtet (port.: Margem Sul), andere in der Ufernähe von Lissabon (port.: Zona Ribeirinha de Lisboa) und zwei von ihnen schafften es sogar bis hoch hinauf nach Vila Franca de Xira, im Ribatejo.

Obwohl heute viele Normalsterbliche über diese Besuche überrascht sind, versichern Meeresbiologen, Seeleute und Fischer dass es früher schon immer Delphine im Tejo gab. Bis weit in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden sie in der großen, natürlichen Bucht des größten Flusses der Iberischen Halbinsel, dem so genanten Strohmeer (port.: Mar da Palha), gesichtet.
Bis sie plötzlich, mit dem Eintreten der angesiedelten Hochindustrie, den Schiffswerften und der immer häufiger aufkommenden Schifffahrt, plötzlich verschwanden.

Warum die Delphine nun von Zeit zu Zeit wieder im Tejo auftauchen, ist den Wissenschaftlern und Meeresbiologen noch ein Rätsel.
Zwar hat sich die Wasserqualität des Tejo in den letzten Jahren konstant verbessert, aber man vermutet eher, das sich die Meeressäuger entweder wegen der vielen Fischschwärme, die ihre Nahrung sind, in die Bucht begeben, oder weil sie auf der Flucht vor Haien in die selbige flüchten.
Eines aber ist sicher: sie schwimmen so still und leise wieder von dannen, wie sie gekommen sind.

Obwohl sie leider im Tejo noch selten anzutreffen sind, gehören die bis zu 450 kg schwer werdenden und bis zu 3,50 m großen Kleinwale sehr wohl zum Habitat der portugiesischen Küste.
Vor allem im Süden des Landes, in der Gegend um Setúbal und der Halbinsel Troia gibt es sogar ganze Delphinschulen, die dort im Sommer, in Küstennähe, ihre Jungen zur Welt bringen.

Meeresbiologen, wie Maria José Costa vom Ozeanographischen Institut in Lissabon, sind sich sicher, das in gut 20 bis 30 Jahren Delphine im Tejo genauso zum Alltag gehören werden wie in den früheren Jahrhunderten, als sie zu dutzenden die Schiffe und Segler begleiteten.

Donnerstag, 12. November 2009

Vasco da Gama, went to Panama…


„Vasco da Gama
Went to Panama
Took off his pajâma
Showed his banana
And paid a jurmâna (d.h. eine Strafe)
Etc. etc.“

(Indischer Abzählreim, von kleinen indischen Kindern auf dem Lissabonner Platz „Martim Moniz“ beim spielen zitiert, und mir freundlicherweise dann erklärt)

Dienstag, 10. November 2009

Herbsttage


Was ist das für ein Herbst!

Immer wieder gibt es diesen Herbst Regenschauer, wehen kalte Winde vom Atlantik her und gibt es graue, verhangene Morgen.
Etwas lustlos mache ich mich morgens auf den Weg nach Lisboa zur Arbeit, trinke unterwegs meine morgendliche Bica in Cacilhas und träume von den Herbsten von früher.
Da hatten wir hier in Portugal Herbsttage voller Sonne, liefen in kurzen Klamotten rum, suchten mittags einen schattigen Platz auf und an manchen Tagen gingen wir sogar an die Costa de Caparica um uns in den Atlantik zu stürzen, der uns zu dieser Jahreszeit nicht mehr so eisig vorkam wie in den Sommermonaten.

Ja, so war das damals.
Jetzt ist es den ganzen Morgen über draußen kühl und neblig. Gegen Mittag quält sich endlich die Sonne durch die Wolkendecke und erwärmt uns ein wenig.
Es ist mir schon aufgefallen, das es dieses Jahr kaum Pfirsiche, Orangen und Pflaumen gibt und auch das keine einzige Zitrone an den Bäumen hängt.
Die Älteren, die mehr Lebenserfahrung haben, sagen das liegt daran, dass es im Frühjahr, zur Blütezeit so stark geregnet hat.
Die Ernte ist verregnet, sagen die Bauern im Fernsehen.

Manchmal denke ich an die deutschen Herbste zurück. An meine Spaziergänge durch die Wälder Darmstadts und Wixhausens und an meine Wanderungen durch den Odenwald.
In Deutschland waren die Herbste auch kalt und schmuddelig. Aber wenigstens hatten wir dort Wälder durch die wir als Kinder spazieren gehen konnten, in denen wir Kastanien und Laub zum basteln fanden und in denen wir Pilze sammelten.
Hier gibt es kaum Wälder. Das kann man sich in Deutschland kaum einer vorstellen.

Ich wünschte mir, wir hätten hier in Portugal wieder sommerliche Herbsttage, so wie früher.
Zwar finden meine deutschen Arbeitskollegen den Herbst hier toll, zumal es momentan in Deutschland ja wesentlich kälter ist als hier.
Aber wenn sie wüssten, wie schön die Herbste früher hier in Portugal waren, dann würden sie diese noch schöner finden.

Dienstag, 11. August 2009

Die Portugiesische Nationalflagge


Mit der Einführung der Republik am 05. Oktober 1910, löste das heutige Rot und Grün der portugiesischen Flagge das Königsblau und Weiß ab, das die prägende Farbe der portugiesischen Fahne seit Bestehen der Nation war.
Doch was gibt es außer diesen beiden Farben noch auf der Portugiesischen Nationalflagge (Bandeira Nacional) zu sehen?
Sie ist ein wahres Bilderbuch, das die Geschichte dieser am längsten in seinen ursprünglichen Grenzen bestehenden europäischen Nation illustriert.

In der Trennungslinie der verteilten Grundfarben (2/5 Grün auf der Mastseite, 3/5 Rot daneben) ist eine gelbe Armillarsphäre abgebildet.
Die Armillarsphäre ist ein von den arabischen Mauren eingeführtes nautisches Gerät und war als solches für die portugiesischen Seefahrer und ihre Entdeckungen von größter Bedeutung.
König Manuel I, in dessen Regierungszeit (1495-1521) die wichtigsten portugiesischen Entdeckungen fielen, machte die Armillarsphäre sogar zu seinem persönlichen Wappenemblem.
Mittig auf die Armillarsphäre sitzt das portugiesische Staatswappen.

Das seit der Regierungszeit von Königin Maria II unveränderte Wappen muss heute natürlich ohne Krone auskommen.
Die Anzahl der Burgen (Castelos) die abgebildet sind, beläuft sich auf sieben. Sie sollen die sieben Burgen darstellen (die Burgen der Städte Évora, Lissabon, Leiria, Montemor, Palmela, Santarém und Sintra) die die Portugiesen unter König Afonso Henriques von den Mauren eroberten.

Das Zentrum des Wappens bildet das weiße Schild (Escudo) mit fünf kleineren Schilden (Quinas). Diese stehen für die fünf maurischen Könige, die im Zuge der christlichen Kreuzzüge (Reconquista) von den portugiesischen Truppen besiegt wurden. Die Quinas tauchen schon 1185 auf der Fahne von König Sancho I auf und ersetzen das blaue Kreuz, das die erste Fahne Portugals zierte (1139-1185). Schon hier sind die Quinas kreuzförmig angeordnet, um den Sieg des Christentums
über den Islam zu signalisieren. Die fünf weißen Punkte, die sich von dem blauen Grund der Quinas abheben, sollen die fünf Wundmale Christi (cinco chagas de Jesus Cristo) darstellen.

So zeigt die portugiesische Flagge – sieht man mal von den Veränderungen durch die Republikaner ab – im Laufe der Jahrhunderte eine bemerkenswerte Konstanz.
Daran hat weder die Salazardiktatur noch die Nelkenrevolution etwas geändert.

Heute sind die Bandeira Nacional und die darauf abgebildeten Embleme mehr denn je im Bewusstsein der Portugiesen.
Die Portugiesen haben, im Gegensatz zu den Deutschen, noch nie Probleme gehabt, sich mit ihrer Flagge zu identifizieren.

Im Gegenteil!

Die „Bandeirite“ (deutsch: „Flaggenritis“) hatte ihren bisherigen Höhepunkt als die Fußball-Europameisterschaft im Jahre 2004 hier in Portugal stattfand. Damals schmückten hunderttausende Flaggen Fenster, Balkone, Autos, öffentliche und Private Gebäude, Busse, Bahnen usw.

Heutzutage hat diese Flaggenvernarrtheit ein wenig nachgelassen. Aber trotz allem finden sich heute noch an vielen Gebäuden und vielen Autos in ganz Portugal tausende wehende Flaggen.