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Freitag, 26. Juni 2015

Das beste Strandrestaurant der Welt


Die britische Reisezeitschrift „Condé Nast“ hat ihre Leser vor einiger Zeit darum gebeten, sie möchten doch bitte das beste Strandrestaurant (port.: restaurante de praia) oder die beste Strandbar (port.: bar de praia) der  Welt auswählen.
Hierzu wurden die Leser auf der ganzen Welt gebeten per Twitter Fotos von den für sie jeweils besten Restaurants / Bars an die Redaktion zu schicken.
In die engere Auswahl kamen dann acht Strandrestaurants / Strandbars die von den Lesern schlussendlich klassifiziert und in der letzten Ausgabe der „Condé Nast“ vorgestellt wurden.

Den ersten Platz als bestes Strandrestaurant der Welt gewann das Restaurant „Sal“, an der 4 km langen Praia do Pego (dt.: Strand von Pego) gelegen, in der etwas über 1.000 Einwohner zählenden Gemeinde Comporta im Alentejo.
Die Leser der Zeitschrift begründen ihre Wahl für das „Sal“ vor allem mit dem frischen Fisch der hier jeden Tag auf den Tisch kommt, den leckeren Steaks, der eiskalten Sangria und vor allem mit der paradiesischen Lage am türkisblauen Atlantik und dem weißen Sandstrand.

Ob das Strandrestaurant „Sal“ wirklich das Beste der Welt ist, kann ich nicht beurteilen, da ich die anderen die zur ‚Auswahl standen nicht kenne.
Das man aber im „Sal“ sehr gut und lecker essen kann und man hier einen wunderbaren und unbeschwerten Tag am Strand verbringen kann, das kann ich bezeugen!

Dienstag, 7. Januar 2014

Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung


Ich bin heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit klitschenass geworden, denn ein orkanartiger Sturm zieht gegenwärtig über Portugal.

Seit Tagen herrscht eine raue See an der ganzen Küste Portugals und durch das aufgewühlte Meer trauen sich die Fischer seit Tagen nicht mehr auf den Atlantik hinaus.
Mehrere durch den starken Wind und die meterhohe Wellen verursachte Überschwemmungen haben viele Strandrestaurants und Wohnhäuser landesweit zerstört, etliche Dächer abgedeckt und Windböen Fenster eingeschlagen.
Zahlreiche Bäume, Strom- und Telefonmaste knickten um und fielen so den extremen Wetterkapriolen zum Opfer.
Auf den eher gemäßigten Azoreninseln Faial und Pico ist, Dank der polaren Luft die gerade über Nordamerika zieht, sogar schon Schnee gefallen.
Im Norden Portugals, an der Douromündung bei Porto, wurden gestern über 60 Autos durch eine riesige Welle weggeschwemmt und vier Menschen wurden dabei verletzt.
Zum Glück gab es aber keine Toten zu beklagen.
Noch im Dezember sah es anders aus.
Letzten Monat wurden nämlich insgesamt zwölf Menschen hier im Lissabonner Raum durch Riesenwellen ins Meer gerissen und kamen dabei ums Leben.

Für die nächsten Tage ist in ganz Kontinentalportugal weiterhin mit einer dichten Bewölkung zu rechnen, aber der Wind und der Regen werden wohl nachlassen, so das portugiesische Wetteramt.
Wollen wir mal hoffen, das die Herren Meteorologen recht behalten, denn das schlechte Wetter hat mich heute einen Regenschirm gekostet, was zur Konsequenz hatte, das meine Klamotten durchnässt waren, als ich auf Arbeit erschien.
Aber vielleicht hätte ich mich besser gegen den Regen wappnen müssen, getreu dem alten deutschen Sprichwort:

„Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung!“
(port.: „Não há mau tempo, só roupa inadequada!“)

Dienstag, 26. Oktober 2010

Funchal – ein Amphitheater mitten im Atlantik






Als ich letzte Woche von der Terrasse meines Hotels auf die Stadt Funchal hinaufblickte, war ich von der Schönheit dieser Stadt wieder einmal ergriffen.
Wieder einmal hatte Funchal mich in seinen Bann gezogen!
Wer noch nie auf Madeira war, und wer noch nie auf Funchal blicken konnte, wie die vielen Häuser amphitheatralisch den Gebirgszug hinaufsteigen, der kann nicht nachvollziehen von was ich gerade hier schreibe.

Funchal, vom portugiesischen Wort „funcho“ (dt.: Fenchel) abgeleitet, ist die Hauptstadt der Inselgruppe Madeira.
Malerisch liegt die Stadt, inmitten einer üppigen subtropischen Vegetation, an der Südküste der Hauptinsel.
Aber so malerisch die Stadt auch ist, man muss schon viel Kraft aufbringen, wenn man sie zu Fuß erobern will, denn die Straßen sind sehr, wirklich sehr, steil!

Nichtsdestotrotz ist Funchal eine kleine Großstadt mit viel Charme, mit vielen alten Bauwerken, interessanten Museen, schönen Plätzen und breiten Ribeiras.
Ich habe meine Zeit in Funchal und die Spaziergänge die ich durch die Gassen der Altstadt gemacht habe, sehr genossen.
Leider wird das Stadtbild heute zunehmend von Betongebäuden und Hotelbauten geprägt - und nicht alle sehen so ehrwürdig aus wie das traditionsreiche Reid´s unten am Meer.
Aber eines ist auf Madeira, so finde ich immer wieder, erstaunlich:
alle Hotels, wie auch die meisten Privathäuser, sind von wunderschönen Gärten und Parks umgeben, in denen es grünt und blüht, wohin man schaut.

Madeira wird die „Blumeninsel“ genannt.
In Funchal wird einem klar warum…

Dienstag, 10. November 2009

Herbsttage


Was ist das für ein Herbst!

Immer wieder gibt es diesen Herbst Regenschauer, wehen kalte Winde vom Atlantik her und gibt es graue, verhangene Morgen.
Etwas lustlos mache ich mich morgens auf den Weg nach Lisboa zur Arbeit, trinke unterwegs meine morgendliche Bica in Cacilhas und träume von den Herbsten von früher.
Da hatten wir hier in Portugal Herbsttage voller Sonne, liefen in kurzen Klamotten rum, suchten mittags einen schattigen Platz auf und an manchen Tagen gingen wir sogar an die Costa de Caparica um uns in den Atlantik zu stürzen, der uns zu dieser Jahreszeit nicht mehr so eisig vorkam wie in den Sommermonaten.

Ja, so war das damals.
Jetzt ist es den ganzen Morgen über draußen kühl und neblig. Gegen Mittag quält sich endlich die Sonne durch die Wolkendecke und erwärmt uns ein wenig.
Es ist mir schon aufgefallen, das es dieses Jahr kaum Pfirsiche, Orangen und Pflaumen gibt und auch das keine einzige Zitrone an den Bäumen hängt.
Die Älteren, die mehr Lebenserfahrung haben, sagen das liegt daran, dass es im Frühjahr, zur Blütezeit so stark geregnet hat.
Die Ernte ist verregnet, sagen die Bauern im Fernsehen.

Manchmal denke ich an die deutschen Herbste zurück. An meine Spaziergänge durch die Wälder Darmstadts und Wixhausens und an meine Wanderungen durch den Odenwald.
In Deutschland waren die Herbste auch kalt und schmuddelig. Aber wenigstens hatten wir dort Wälder durch die wir als Kinder spazieren gehen konnten, in denen wir Kastanien und Laub zum basteln fanden und in denen wir Pilze sammelten.
Hier gibt es kaum Wälder. Das kann man sich in Deutschland kaum einer vorstellen.

Ich wünschte mir, wir hätten hier in Portugal wieder sommerliche Herbsttage, so wie früher.
Zwar finden meine deutschen Arbeitskollegen den Herbst hier toll, zumal es momentan in Deutschland ja wesentlich kälter ist als hier.
Aber wenn sie wüssten, wie schön die Herbste früher hier in Portugal waren, dann würden sie diese noch schöner finden.

Freitag, 14. August 2009

Ozeanarium – Oceanário






Mein letzter Besuch im Lissabonner Ozeanarium (Oceanário de Lisboa) liegt gerade mal eine Woche zurück.
Ich war dort mit meinen vier Neu-Wixhäusern und anderen lieben Freunden, die jetzt in Großbritannien leben.

Ich weiß nicht wie oft ich schon im Ozeanarium war. Aber ich entdecke jedes Mal etwas neues, wenn ich ihn besuche.

Beim Ozeanarium handelt es sich um ein imposantes Aquarium, das weltweit zweitgrößte überhaupt, mit einem riesigen Haupttank, vier regionalen Zonenaquarien und einigen separaten Aquarien.

Im riesigen Haupttank werden unter Anderem folgende Fischarten gehalten:

- Weißer Thunfisch (port. Atum-rabilho, lat.Thunnus thynnus)
- Riesen-Barracuda (port. Barracuda-gigante, lat. Sphyraena barracuda)
- Stichling (port. Carapau, lat. Trachurus trachurus)
- Makrele (port. Cavala, lat. Scomber scombrus)
- Rabenfisch (port. Corvina, lat. Argyrosomus regius)
- Barsche (port. Garoupas, lat. Sub-família Epinephelinae)
- Teufelsmanta (port. Manta-diabo, lat. Mobula mobular)
- Getupfelte Muräne (port. Moreia-pintada, lat. Gymnothorax favagineus)
- Grüne Muräne (port. Moreia-verde, lat. Gymnothorax funebris)
- Engelsfisch (port. Peixes-anjo, lat. Chaetodon spp.)
- Mondfisch (port. Peixe-lua, lat. Mola mola)
- Sardinen (port. Sardinhas)
- Rotauge (port. Sargo, lat. Diplodus vulgaris)
- Weißspitzen-Riffhai (port. Tubarão-de-pontas-brancas-de-recife, lat. Triaenodon obesus)
- Stierkopfhai (port. Tubarão-touro, lat. Carcharias taurus)
- Zebrahai (port. Tubarão-zebra, lat. Stegostoma fasciatum)

Die Thunfische, Makrelen und Sardinen werden in Schwärmen gehalten.

Die vier Zonenaquarien unterteilen sich in eine antarktische Zone (hier leben Pinguine und Fische aus den antarktischen Gewässern), eine tropische Korallenzone des Indischen Ozeans (mit hunderten tropischen Fischen und Korallen und einem kleinen Mangrovenwald), eine pazifische Tiefseezone (mit unterschiedlichen Tiefseefischen und anderen Tiefseebewohnern) und eine atlantische Zone (hier leben Fische, die in den Gewässern rund um die Azoren vorkommen, sowie ein Seeotterpärchen).

In separaten Aquarien können unter anderem auch Seepferdchen, Clownsfische, Quallen, Tintenfische, Seeanemonen, Kugelfische und Schollen bestaunt werden.

Das vom US-Amerikaner Peter Chermayeff konzipierte Ozeanarium, das sich im Parque das Nações, auf dem Gelände der ehemaligen Weltausstellung EXPO 98 befindet, war das Wahrzeichen der damaligen Weltausstellung.
Heute ist es Lissabons meist besuchteste Attraktion.

Samstag, 25. Juli 2009

In Sachen Wasser, hängt Portugal am spanischen Tropf


Hier in Portugal gibt es eine uralte Legende, die man sich gelegentlich erzählt.
Dieser Legende nach, haben sich vor langer, langer Zeit drei Flussgeister nach Spanien begeben, um dort ein Wettrennen an den Atlantik zu beginnen. Eine Nacht, vor dem großen Start, schliefen die Flussgeister noch gemeinsam ein. Der erste, der erwachte, war der Guadiana. Er nahm den schönsten und einfachsten Weg hinunter zur Algarve. Der Tejo folgte als nächster und entschied sich für die Route nach Lissabon. Für den Langschläfer Douro blieb nur noch die lange und zerklüftete Strecke durch den Norden Spaniens und Portugals übrig. Doch alle drei fanden den Weg, über Portugal, zum Atlantik.

Wie man sieht hat Portugal, auch wenn seine großen Ströme im Nachbarland Spanien entspringen, ein sehr inniges Verhältnis zu seinen Flüssen. Weniger innig ist das Verhältnis dagegen zwischen Portugal und seinem Nachbarn Spanien, wenn es um die Wasserpolitik geht.

Obwohl Portugal ein Land der Dürre ist, nicht nur in den Sommermonaten, macht man sich hier leider erst seit kurzer Zeit Sorgen um die künftige Wasserversorgung.
Da die großen Flüsse des Landes, mit Ausnahme des Flusses Mondego, alle im Nachbarland Spanien entspringen, steht Portugal unter einem gewissen Druck Spaniens, was die Wasserpolitik angeht.

Daher muss Portugal handeln, zumal der Klimawandel der gesamten Iberischen Halbinsel sicherlich noch längere und härtere Dürreperioden einbringen wird als bisher. Und Portugal möchte auch nicht das es soweit kommt, wie jetzt schon jeden Sommer in Spanien üblich, Tankschiffe voller frischem Wasser hin und her manövrieren zu müssen, um die Dürreregionen mit Trinkwasser zu versorgen.

Die Liste der Vorfälle zwischen Portugal und Spanien, was den Wasserstreit angeht, ist lang.
So erfuhr Anfang der 90er Jahre die portugiesische Regierung erst aus der Presse, dass Spanien im Rahmen seines groß angelegten nationalen Flussbauplans eine Umleitung von Dourowasser in den Tejo plante. Diese Maßnahme hätte dem Douro mehr als ein Zehntel seines Wassers beraubt - mit spürbaren Auswirkungen für die portugiesische Landwirtschaft, Energiegewinnung und die Umwelt. Nicht die Proteste aus Lissabon, sondern ein Zank unter den spanischen Regionen selbst, brachte den Wasserplan in dieser Form letztendlich zu Fall.

Vor vier Jahren, im Dürresommer von 2005, kam es erneut zum großen Wasserstreit. Entgegen der vertraglichen Absprachen mit Portugal gönnte sich das trockene Spanien einen überaus großen Schluck aus dem Douro - vor allem zu Lasten der portugiesischen Landwirte, die daraufhin von der Regierung in Lissabon Kompensationszahlungen für ihre Produktionsausfälle erhielten. Später räumte auch die spanische Regierung widerwillig ein, den Vertrag gebrochen zu haben und überwies, schweren Herzens, eine Entschädigungszahlung an Portugal.

Der Klimawandel wird den Vertrag zur gemeinsamen Flussnutzung - dessen Wurzeln bereits auf ein Grenzabkommen von 1864 zurückgehen - auf immer neue Proben stellen. Und bislang regeln die gemeinsamen Abkommen vor allem Fragen zur Wassermenge. Doch auch Umweltaspekte, wie die Wasserqualität, gewinnen verstärkt an Bedeutung. Was, wenn das Flusswasser aus Spanien immer stärker mit Schadstoffen belastet in Portugal ankommt?

Überall auf der Welt finden heute immer mehr Kriege statt, weil sich Völker um Wasserressourcen streiten. Portugal und Spanien steht also eine schwierige Zukunft bevor, vielleicht sogar ein Krieg.

Und wenn es erst einmal soweit ist, werden den Portugiesen und Spaniern selbst die Flussgeister nicht mehr helfen können!