Sonntag, 9. November 2014

Antonia Rodrigues, die Heldin von Mazagão


Als die Französin Jeanne dArc, auch bekannt als „die Jungfrau von Orleans“ (port.: „a donzela de Orléans“), sich Anfang des 15. Jahrhunderts daran machte gegen die Engländer im Hundertjährigen Krieg zu ziehen, schrieb sie Weltgeschichte.
Knapp 150 Jahre nach ihren heroischen Taten auf dem Schlachtfeld, machte sich eine Portugiesin daran es der Französin gleich zu tun.
Ihr Name war Antonia Rodrigues.

Vieles aus dem Leben von Antonia Rodrigues ist heute ein Rätsel, so z.B. ihr genaues Geburtsdatum, viele ihrer Abenteuer, die letzten Jahre ihres Lebens oder das Datum und den Ort ihres Todes.
Und selbst das wenige was wir heute über sie wissen, basiert fast ausschließlich auf mündliche Überlieferungen, die oftmals voller Phantasie sind und somit, obwohl viele Begebenheiten, Personen und Orte sehr wohl der Realität entsprechen, die Wirklichkeit bei weitem übersteigen.

Geboren wurde Antonia Rodrigues in sehr ärmlichen Verhältnissen in der portugiesischen Hafenstadt Aveiro um das Jahr 1580 herum – das genaue Geburtsdatum ist leider nicht überliefert.
Ihr Vater war der Seemann Simão Rodrigues und ihre Mutter hieß Leonor Dias.
Simão Rodrigues gehörte allem Anschein nach damals zu den Männern, die sich Mitte des 16. Jahrhunderts vor Neufundland (port.: Terra Nova) dem fischen von Stockfisch (port.: bacalhau) widmeten.
Aveiro hatte zu dieser Zeit eine große Flotte von Schiffen die sich in den Gewässern der neu entdeckten Welt dem Fang des Stockfisches hingaben. Luftkonservierter Stockfisch diente damals der massenhaften Versorgung der Schiffsmannschaften und der Soldatenheere. Letztendlich war dieser trockene Fisch mitverantwortlich für die erfolgreichen Entdeckungsfahrten der Portugiesen.
Die Mutter von Antonia Rodrigues, Leonor Dias, kümmerte sich um den Haushalt und um die große Kinderschar.

Als Antonia zehn Jahre alt war schickte sie ihr Vater zu einer älteren Schwester von ihr nach Lissabon. Durch die harte Arbeit auf hoher See war er mit den Jahren krank geworden und so nicht mehr in der Lage seine kinderreiche Familie zu ernähren.
Der Name dieser Schwester ist leider nicht überliefert. Man weiß aber, dass diese verheiratet war und das sie wohl in besseren Verhältnissen lebte als ihre Familie in Aveiro.
Das Verhältnis von Antonia zu ihrer Schwester scheint von Anfang an nicht das Beste gewesen zu sein, denn besagte Schwester beschwerte sich oftmals, dass Antonia sich weigere die anfallenden hausfraulichen Tätigkeiten zu erledigen.
Durch ihre eigensinnige und freiheitsliebende, ja fast revolutionäre Art wurde das zusammenleben mit ihrer Schwester und ihrem Schwager mit der Zeit praktisch unmöglich. In einer Zeit, in der Männer sich den Frauen überlegen fühlten, kam sie vor allem mit ihrem Schwager sehr oft in Konflikt, was zur Folge hatte das sie immer öfters von zuhause weglief.

So kam es das Antonia im zarten Alter von 12 Jahren, so um das Jahr 1592 herum, beschloss ihr eigenes Leben zu Leben.
Sie besorgte sich Männerkleidung, schnitt sich die Haare kurz und heuerte im Hafen von Lissabon auf einem Schiff, das Weizen nach Marokko bringen sollte, an.
Antonia stellte sich beim Kapitän des Schiffes als Antonio Rodrigues vor und dieser nahm Antonia/o als Schiffsjungen auf seiner Karavelle auf.
Alsbald verließen sie Lissabon in Richtung Marokko (port.: Marrocos).

Ihr Ziel war die Stadt Mazagão (arab.: El Jadida) an der marokkanischen Atlantikküste. Mazagão stand damals unter portugiesischem Einfluss, denn die Portugiesen hatten hier im Jahre 1502 eine mächtige und wehrhafte Festungsanlage errichtet und die Enklave dann zur Hauptniederlassung Portugals in Marokko erklärt.
Obwohl der Kapitän offenbar mit seinem neuen Schiffsjungen zufrieden war, jedenfalls wird nichts Negatives darüber berichtet, beschloss Antonio recht schnell nach seiner Ankunft in Mazagão im exotischen Marokko zu bleiben.
So kam es, dass die Karavelle die Rückreise nach Portugal antrat und Antonio Rodrigues anscheinend aus purer Abenteuerlust in Afrika zurückblieb.

Der Überlieferung nach soll sich Antonio dann persönlich an Diogo Lopes de Carvalho, dem Militärgouverneur von Mazagão gewandt haben und diesen nach einer freien Stelle in seinem Heer als einfachen Soldat gefragt haben. Der Gouverneur nahm diesen freiwilligen Dienst gerne an, und Antonio lernte fortan mit dem Schwert und der Lanze umzugehen.
Es heißt der Gouverneur wäre damals sehr von der angenehmen und eleganten Person des jungen Soldaten aus Aveiro angetan gewesen, natürlich ohne zu wissen, das sich hinter Antonio eigentlich Antonia verbarg.

Im Jahre 1592 überfielen die Mauren mehrere Male Mazagão, konnten die Festung aber nicht einnehmen.
Antonio Rodrigues, der schnell das Kriegshandwerk gelernt hatte, kämpfte bei diesen Überfällen, so ist überliefert, stets an vorderster Front und verteidigte die Festung immer mit großem Mut.

Eines Tages erfuhren die Portugiesen durch einen Spion, dass die arabischen Mauren die Getreidefelder vor der Stadt zerstören wollten, um dann die portugiesischen Besatzer in ihrer Festung auszuhungern und so zu vernichten.
Der Geschichte nach, soll Antonio damals den Militärgouverneur darum gebeten haben die für die Portugiesen so wichtigen Getreidefelder mit einpaar Mann zu verteidigen.
Der Gouverneur, der über den Mut Antonios sehr erfreut war, gab ihm drei Dutzend Männer mit und stellte die Soldaten unter Antonios Kommando.
Als die in Überzahl eigentlich viel mächtigeren Mauren es am wenigsten erwarteten, überfielen sie die portugiesischen Soldaten. Angesichts des Überraschungseffektes, der von Antonio gut organisierten Führung und des heldenhaften Mutes der Truppe, konnten die Portugiesen die Mauren in die Flucht schlagen.
Von diesem Tag an nannten alle Antonio voller Ehrfurcht den „Schrecken der Mauren“ (port.: „terror dos mouros“!
Antonio kehrte in die Festung als Sieger zurück und wurde von der Bevölkerung feierlich empfangen. Als Dank beförderte ihn Diogo Lopes de Carvalho zum Offizier und stellte die Kavallerie Mazagãos unter sein Kommando.

Antonio war nun ein Held und nicht nur bei seinen Kameraden und seinen Vorgesetzten sehr beliebt und respektiert. Auch die Damenwelt fing an sich immer stärker für ihn zu interessieren.
Er selber, so scheint es, ließ sich von den Damen gerne anschmachten, denn das erleichterte ihm anscheinend sein Versteckspiel.
Fünf Jahre konnte er so sein Doppelleben ziemlich problemlos führen.

Er spielte aber so lange mit dem Feuer, bis ein Damenherz sich wirklich unsterblich in ihn verliebte. Dieses Herz gehörte der jungen Adligen Beatriz de Meneses, Tochter von Diogo de Mendonça, einem der einflussreichsten Männern von Mazagão.
Da die Liebe von Antonio Rodrigues aber nicht erwidert wurde, und Beatriz de Meneses aus Liebeskummer schwer erkrankte, sah sich ihr Vater Diogo gezwungen Antonio um die Heirat mit seiner geliebten Tochter zu bitten.
Antonio konnte und wollte natürlich, aus verständlichen Gründen, einer Ehe mit Beatriz nicht zustimmen.

So sah sich D. Diogo gezwungen den Militärgouverneur, den obersten Dienstherren von Antonio, darum zu bitten er möge seinem Soldaten Antonio die Heirat mit Beatriz befehlen.
Da Diogo de Mendonça sehr einflussreich war und er beste Beziehungen zum Hof in Lissabon hatte, konnte er den Gouverneur von dieser „Zwangsheirat“ überzeugen.
Der Gouverneur ließ daraufhin Antonio zu sich kommen und in Anwesenheit von Beatriz, ihrem Vater und dem Vikar der Festung, der vorsorglich einbestellt worden war, befahl er seinem Offizier die Adelstochter zu ehelichen.

Angesichts seiner auswegslosen Situation, gestand der „Schrecken der Mauren“ seinem Dienstherren, das er nicht Antonio war, sondern eigentlich Antonia.
Unter Tränen beichtete er dem Militärgouverneur sein vertauschtes Leben und bat ihn um Vergebung.
Der Gouverneur war bereit Antonia zu verzeihen, verlangte von ihr aber, dass sie sich fortan nur noch in Frauenkleidern zeigen dürfe, „wie es sich für ihr Geschlecht zieme“.
Auch ihre Freunde und Soldatenkollegen waren anscheinend bereit Antonia ihr Doppelleben zu verziehen, jedenfalls soll sie nach der Bekanntgabe ihres Geheimnisses noch einige Zeit in Mazagão gelebt haben.
Lediglich Beatriz de Meneses und die anderen Frauen, die sich über die Jahre hinweg Hoffnung auf ein Leben mit Antonio gemacht hatten, waren wohl alles andere als begeistert und verständnisvoll. 

Da Antonia intelligent, schön und sehr beliebt war, fingen nach Bekanntgabe ihrer wahren Identität nun die Männer an Antonia den Hof zu machen.
Sie verliebte sich in einen Soldatenkollegen, dessen Namen nicht übermittelt ist, und ehelichte diesen dann später in der Kirche Igreja de Nossa Senhora da Assunção in Mazagão.
Das Ehepaar blieb in Mazagão bis schätzungsweise um das Jahr 1615 herum.
Als Antonia 35 Jahre alt war, kehrte sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn, den sie in der Zwischenzeit geboren hatte, nach Lissabon zurück.

Als König Felipe III von Spanien, der als Filipe II gleichzeitig auch König von Portugal war,  im Jahr 1619 Lissabon besuchte, wollte er unbedingt die Frau kennen lernen, um die sich schon damals so viele Legenden rankten.
Felipe II soll von Antonias Präsenz sehr angetan gewesen sein und so zeichnete er sie, für ihre geleisteten militärischen Dienste in Afrika, mit verschiedenen Ehrungen aus und gewährte Ihr und ihrer Familie zahlreiche Privilegien.
Nach 1620 ist nichts mehr über Antonia Rodrigues, der Heldin von Mazagão, bekannt.
Man vermutet, dass Antonia in Gesellschaft ihres Sohnes nach Spanien, wahrscheinlich Madrid, gezogen ist. Wo sie letztendlich starb und wann sie von dieser Welt ging, ist ebenso ein Mysterium, wie so viele Ereignisse im Leben dieser Frau.

Man könnte heute glauben, dass Frauen unter Waffen im Mittelalter etwas ganz seltenes und ungewöhnliches waren. Tatsache ist aber, dass es sehr wohl weibliche Soldaten gegeben hat. Hier in Portugal vielleicht weniger als z.B. in Italien, in Frankreich oder den Niederlanden, aber es hat sie gegeben.
Antonia Rodrigues aus Aveiro hat tatsächlich gelebt, sie war eine reale Person, keine fiktive Erfindung der Geschichte!
Nichtsdestotrotz sind ihr Leben und ihre militärische Karriere heute geheimnisvoll.
So geheimnisvoll, das Antonia Rodrigues mit den Jahrhunderten eine Legende wurde.

Donnerstag, 6. November 2014

Die Nürnberger Chronik von Hartmann Schedel


So manches Museumsarchiv weltweit beherbergt wahre Schätze, die mindestens genauso interessant und spannend sind, wie die eigentlichen Sammlungen und Ausstellungsstücke die in den jeweiligen Museen ausgestellt werden.

Solch ein Schatz ist nun, wie jetzt bekannt wurde, Ende September in einem Regal der nicht öffentlichen Bibliothek des Lissabonner Nationalmuseums für Alte Kunst (port.: Museu Nacional de Arte Antiga) aufgetaucht.
Es handelt sich hierbei um eines der ersten gedruckten Bücher der Weltgeschichte, dass einstmals vor 1500 mit beweglichen Lettern gedruckt wurde – eine so genannte Inkunabel (port.: incunábulo)!

Diese reich illustrierte Inkunabel ist ein Werk des Nürnberger Arztes, Humanisten und Historikers Hartmann Schedel aus dem Jahre 1493 und trägt den lateinischen Namen „Liber chronicarum“.
Die Nürnberger Chronik (port.: Crónica de Nuremberga) oder die Schedelsche Weltchronik wie das Werk auch genannt wird, gehört zu den bedeutendsten Werken der deutschen Buchdruckkunst.
Von Hartmann Schedel verfasst, mit über 1.800 wunderschönen Holzschnitt-Illustrationen der Maler Michael Wolgemut und Hans Pleydenwurff bebildert und vom Buchdrucker und Verleger Anton Koberger in seiner Werkstatt in Nürnberg gedruckt, ist „Liber chronicarum“ einstmals in einer lateinischen und einer deutschen Ausgabe erschienen. Das jetzt in Lissabon aufgetauchte 656-seitige Exemplar ist in lateinischer Sprache verfasst.

Wie die meisten Chroniken der mittelalterlichen Zeit, die die damalige bekannte Weltgeschichte zeigten, ist auch das Werk von Hartmann Schedel in Zeitaltern oder so genannten Weltaltern verfasst.
„Liber chronicarum“ ist in sieben Weltaltern unterteilt:

- Das erste Weltalter geht von der Erschaffung der Erde bis zur Sintflut.
- Das zweite Weltalter behandelt das Zeitalter von der Sintflut bis zur Geburt Abrahams.
- Im dritten Weltalter zeichnet Schedel die Welt von Abraham bis zu König David auf.
- Im vierten Weltalter geht es um die Zeit von König David bis zur Babylonischen Gefangenschaft.
- Das fünfte Weltalter behandelt die Zeit von der Babylonischen Gefangenschaft bis zur Geburt von Jesus Christus.
- Das sechste Weltalter geht von der Geburt Christi bis zur damaligen bekannten Gegenwart im ausgehenden 15. Jahrhundert.
- Im siebten und letzten Weltalter thematisiert Hartmann Schedel das Ende der Welt und das Jüngste Gericht.

Das jetzt aufgetauchte und ziemlich gut erhaltene Exemplar der Nürnberger Chronik soll zukünftig zu einem Ausstellungsstück des Lissabonner Nationalmuseums für Alte Kunst werden.
Es wäre auch schade ein solch schönes Buch in einem staubigen Regal, irgendwo in einem Museumslager, verkommen zu lassen!

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Azulejos – handbemalte Kostbarkeiten






Laut der amerikanischen Tageszeitung „New York Times“ sind die portugiesischen Azulejos eines der zwölf Kostbarkeiten Europas (lesen sie hierzu meinen vorherigen Blogeintrag 
„12 Schätze Europas“, vom 26. Oktober 2014).
Zweifellos sind die Azulejos, diese bunten Kacheln, eines der bedeutendsten Symbole der portugiesischen Hauptstadt und des ganzen Landes.
Heute wurde ich gefragt wie die Azulejos denn nach Portugal kamen, wie alt die Kachelkunst hier zulande ist und welchen Stellenwert sie hatte und noch heute hat?!?  

Nun, ursprünglich waren es die Mauren, die die bemalten Kacheln aus Arabien auf die Iberische Halbinsel brachten. Sie dekorierten mit ihnen die Alhambra in Granada und den Alcázar in Sevilla. Von Spanien wurden die mit geometrischen Dekormustern und orientalischen Ornamenten bemalten Kacheln dann nach Portugal importiert.
Der Name Azulejo stammt nicht, wie viele glauben, vom portugiesischen Wort „azul“ (dt.: blau), sondern basiert auf dem arabischen Wort für „kleiner polierter Stein“ (arab.: al-zulij), denn der Ursprung des Azulejos liegt in der Mosaikkunst Arabiens.

Als König João I um 1400 seinen königlichen Palast in Sintra auf den Fundamenten des alten Maurenpalastes errichtete, gab er bei arabischen Kunsthandwerkern Azulejos in Auftrag.
König Manuel I ließ etwa hundert Jahre später, um 1500, Kacheln im Mudéjarstil herstellen und damit die Innenhöfe des Palastes von Sintra verkleiden.
Mudéjares waren Araber, die im Verlauf der Reconquista unter der Herrschaft der christlichen Königreiche in Portugal und Spanien lebten, die aber weiterhin ihren muslimischen Glauben ausüben konnten.
Die Azulejos im Mudéjarstil wurden damals mit dem Zeichen der Weltkugel dekoriert, dem königliches Symbol für Seefahrt und Entdeckungen zur Zeit Manuels I.
Da im Islam die Darstellung von Menschen verboten war und ist, zeichneten die Mudejár-Künstler abstrakte oder florale Muster auf die Kacheln und füllten die Flächen zwischen den geritzten Vertiefungen mit glasierter Farbe.
Diese Kacheln können heute bei einem Besuch des Nationalpalastes von Sintra (port.: Palácio Nacional de Sintra) bewundert werden.

Nach der Vertreibung der Mauren aus Portugal und später aus Spanien, fertigte man Kacheln in der aus Italien stammenden Majolika-Technik (ital.: Maiolica / port.: Maiólica) an: Flachkacheln auf die direkt mit dem Pinsel Figuren, Pflanzen und Landschaften aufgetragen wurden.
Anfang des 16. Jahrhunderts, als der Handel mit Flandern zu florieren begann, hatte sich der Einfluss flämischer Kachelkunst verstärkt.

Aber bereits Mitte des 16. Jahrhunderts machte sich ein individueller portugiesischer Stil vom ausländischen Einfluss frei.
Kachelbilder entstanden, die ganze Wände bedeckten. Ihre Szenen in Blau und Gelb auf weißem Grund erinnern an orientalische Teppiche.
Die Kombination aus kühlen Kacheln und „Talha dourada“, dem vergoldeten Holzschnitzwerk als typischem Dekorationselement, wurde im 17. Jahrhundert zum typischen Gestaltungsmerkmal für die Innenräume der Kirchen Portugals.
Die Farbpalette wurde um Grün, Rosa, Rot, Violett und Braun erweitert, und die Entwürfe reichten von naturalistischen bis zu phantastischen Bildern.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden flämische Kacheln immer beliebter; binnen kurzer Zeit setzten sich die feingezeichneten blau-weißen Kacheln in Portugal durch.
Die ersten Importe damals waren „azulejos de motivo solto“ (dt.: Kacheln mit lockerem Motiv), d.h. jede Kachel war mit einer einzelnen Figur bemalt.
Die portugiesische Vorliebe für das Monumentale führte dazu, dass damals ganze Räume mit großen Kachelwandbildern, wahren Fliesengobelins, verkleidet wurden.

Die große Nachfrage nach Kacheln förderte die Konkurrenz und die Herausbildung eines Stils von hoher Qualität und Sensibilität.
Der aus dem Alentejo stammende António de Oliveira Bernardes, der der „Michelangelo der portugiesischen Kachelmalerei“ genannt wurde, gründete an der Wende zum 18. Jahrhundert eine Schule, die sich auf Lissabonner Szenen spezialisierte. Die Azulejos aus seiner Werkstatt waren später für die Rekonstruktion einer Ansicht Lissabons vor dem Erdbeben 1755 von unschätzbarem Wert.
Eines dieser Kachelwandbilder, das größte und sicherlich eines der Schönsten, aus der Werkstatt von António de Oliveira Bernardes, ist knappe 23 m lang und trägt den Namen „Grande panorama de Lisboa“ (dt.: Großes Panorama von Lissabon). Man kann dieses imposante Kachelgemälde heute im nationalen Kachelmuseum (port.: Museu Nacional do Azulejo), der im ehemaligen Kloster Madre de Deus in Lissabon untergebracht ist, bewundern.

Der Wiederaufbau nach dem großen Erdbeben 1755 steigerte den Bedarf an Kacheln, sowohl für die Dekoration von Kirchen und Palästen als auch für Profanbauten, wie Krankenhäuser, Bäckereien, Gasthäuser, Tabakläden, etc.
Die Azulejos waren nicht nur attraktiv, sondern auch pflegeleicht und – ganz im Gegensatz zur Wandfarbe – bedurften nach der Anbringung keiner weiteren Instandhaltung mehr.
Unausweichlich führte die erhöhte Produktion zu einer Verminderung der Qualität.
Der Marques de Pombal ließ im Lissabonner Stadtteil Rato die königliche Kachelmanufaktur (port.: Real Fábrica de Louça do Rato) erbauen, um der immer stärker werdenden Nachfrage gerecht zu werden. In der Real Fábrica de Louça do Rato wurden z.B. die Kacheln für den Palácio Nacional de Queluz hergestellt (lesen sie hierzu bitte auch meine Blogeinträge „Der königliche Palast von Queluz, vom 27.03.2014 und „Die Wasserfontainen im Schlosspark von Queluz, vom 27.11.2010).

Um 1750 war der Import flämischer Ware fast zum Stillstand gekommen, und man fand zu mehrfarbigen Kacheln zurück.
Entsprechend dem Zeitgeschmack tauchten Ende des 19. Jahrhunderts Kränze, Vögel, Bäume, Segelschiffe, Blumen und oftmals Heilige oder ganze biblische Geschichten als dominierende Motive auf.
Wichtig sei zu erwähnen, dass die Azulejos damals, trotz Massenproduktion in den Fabriken, weiterhin handbemalt wurden.
Doch ab 1860 begann die Herstellung im Siebdruckverfahren und die großen Produktionszahlen konnten die hohen Preise mindern und den gestiegenen Bedarf decken, denn nun wurden auch die Fassaden ganzer Gebäude mit Kacheln verkleidet.

Bei der zeitgenössischen Kachelkunst lassen sich zwei Strömungen ausmachen: einerseits die Replika alter Entwürfe und andererseits die Ausführung individueller moderner Werke.
Viele namhafte portugiesische Künstler haben Kachel-Editionen produziert und produzieren sie noch, unter ihnen die Maler Rolando Sá Nogueira und Julio Pomar, die Grafikerin Maria Helena Vieiera da Silva und das Künstlerehepaar Francisco Keil do Amaral und Maria Keil.
Viele der Werke moderner Künstler können heute z.B. in den einzelnen Lissabonner Metrostationen oder auf dem ehemaligen Expo-Gelände bewundert werden.

Heute bieten viele Antiquitätenhändler alte Kacheln an, und auch auf dem berühmten Lissabonner Flohmarkt Feira da Ladra werden alte Azulejos für gutes Geld zum Verkauf angeboten.
Bei diesen angebotenen Azulejos handelt es sich aber oftmals um von den Hauswänden alter Gebäude entwendeter Kacheln.
Es ist eine Tragödie das heutzutage soviel Geschichte und Identität Portugals auf Flohmärkten verramscht wird.
Aber da letztendlich die Nachfrage das Angebot bestimmt und Azulejos in den letzten Jahren vor allen Dingen bei ausländischen Touristen sehr gefragt sind, wird sich an diesem Ausverkauf portugiesischer Geschichte und Identität in nächster Zeit leider kaum etwas ändern.
Jeder muss selber wissen, in wie weit er zur Zerstörung historischen Erbes beisteuern will!

Sonntag, 26. Oktober 2014

12 Schätze Europas


Vergangene Woche publizierte die einflussreiche amerikanischen Tageszeitung „New York Times“ einen interessanten Artikel in ihrer Wochenendausgabe mit dem Titel „12 Treasures of Europe“ (dt.: „12 Schätze Europas“).

In diesem Artikel stellt die „New York Times“ zwölf europäische Städte vor und ihre jeweiligen typischen Symbole oder wichtigsten Charakteristika.
Die portugiesische Hauptstadt Lissabon ist mit ihren wunderschönen Kacheln (port.: azulejos / engl.: tiles) vertreten, aber auch Berlin mit seiner außergewöhnlichen Straßenkunst oder das belgische Brüssel mit seiner leckeren Schokolade.

„Gibt es ein blaueres Land als Portugal?“
(engl.: „Is there a bluer country than Portugal?“),
fragt Seth Sherwood in seinem Artikel, indem er von den portugiesischen blau-weißen Azulejos, vom blauen Himmel und vom Atlantik schwärmt.
Weiter schreibt der US-Amerikaner:
 „In ganz Portugal sind die typisch blauen Kacheln in und an Kirchen, Klöstern, Burgen, Schlössern, Universitätshallen, Parks, Bahnhöfen, Hotellobbys und Hausfassaden verbreitet“.
(engl.: „And all across Portugal, the typically blue designs of azulejos – ceramic tiles – are spread across churches, monasteries, castles, palaces, university halls, parks, train stations, hotel lobbies and apartment facades“.)

Und da hat Sherwood Recht!
Azulejos sind ohne Zweifel eines der  Markenzeichen dieser Nation.
Diese Kunst an den Wänden, die in ihren oftmals imposanten Bildern viel über die Geschichte dieses Land erzählen, ist überall gegenwärtig, vor allem hier in Lissabon.

Deshalb ist es für mich als Lissabonner mehr als verständlich, das die renommierte amerikanische Tagezeitung die Azulejos zu den „12 Schätzen Europas“ zählt!
Die anderen Schätze Europas sind, laut der „New York Times“:


- die Straßenkunst in Berlin
- die Schokolade in Brüssel
- die Paprika in Budapest
- das Design in Kopenhagen
- die Seide in Florenz
- die Duftstoffe von Istanbul
- die Hüte in London
- die Gitarren in Madrid
- die Regenschirme in Paris
- das Spielzeug in Prag
- die Kaffeeservice in Sarajevo

Wer den Originalartikel nachlesen will, hier der dazugehörige Link:


Samstag, 25. Oktober 2014

Goldene Hochzeit – Bodas de Ouro


Auszug aus einem Brief an meine Eltern António und Luisa, anlässlich Ihrer Goldenen Hochzeit am heutigen 25. Oktober 2014:


Liebe Mama, lieber Papa,

nun seid ihr schon seit 50 Jahren ein vorbildliches Ehepaar und feiert heute Eure Goldene Hochzeit.
Obwohl Ihr nicht immer einer Meinung wart, Höhen und Tiefen erlebt habt und Krankheiten überstehen musstet, seid Ihr stets zusammen geblieben und habt gelernt, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist.

Damit habt Ihr „in guten wie in schlechten Tagen“ so gelebt, wie es der eigentliche Sinn der Ehe ist.
Ich danke Euch für Eure stetige Fürsorge, Liebe und Treue und hoffe, dass Wir noch viele gemeinsame, schöne und gesunde Jahre miteinander erleben werden.

Das und noch vieles mehr wünsche ich Euch von ganzem Herzen.
Danke, dass Ihr immer für mich da seid und in jeder Hinsicht unterstützt

Ich liebe Euch!


Querida mãe, querido pai,
 
Faz hoje 50 anos que vocês casaram e fesetejamos assim neste dia as vossas Bodas de Ouro.
Apesar de nem sempre estarem de acordo um com o outro, de terem suportado doenças e de passarem ao longo dos anos inúmeros bons e maus momentos juntos, foram sempre unidos, e aprenderam a aceitarem-se um ao outro.

Partilharam os „bons e maus momentos“, assim como é o verdadeiro significado de um matrimónio.
Agradeço-vos todo o vosso amor, carinho e fidelidade e espero poder passar ainda muitos anos felizes e cheios de alegria e saúde junto de vós.

É o que desejo do fundo do meu coração.
Obrigado por estarem sempre presentes na minha vida e de me oferecerem todo o vosso apoio

Amo-vos!

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Die Ausstellung der Portugiesischen Welt 1940






Nach langer Zeit mache ich mich hier in meinem Blog heute wieder bemerkbar.
Leider war es mir, krankheitsbedingt, nicht möglich in den letzten Wochen im Planet Portugal sehr aktiv zu sein.
Aber ich befinde mich auf dem Weg der Besserung, und möchte nun durchstarten!
Ich Danke allen, die in den letzten Wochen nach meinem Wohlbefinden gefragt haben, die sich um mich gesorgt und die mir so viel Kraft und Unterstützung haben zuteil kommen lassen.
Vielen Dank!
Muito obrigado!

Aber nun zum Blog:

In meinem Blogeintrag vom 31. August 2014, „Political correctness ist in einer Demokratie nicht immer zwingend korrekt!“, erwähne ich in dem Text auch die „Ausstellung der Portugiesischen Welt“ (port.: „Exposição do Mundo Português“), die im Jahre 1940 hier in Lissabon stattfand.
In den letzten Wochen wurde ich mehrmals auf diese Ausstellung angesprochen, was es mit ihr auf sich hatte, wo sie genau stattfand, warum sie ausgerechnet im Jahre 1940 präsentiert wurde und wie ihr Verlauf war.

Nun, die „Exposição do Mundo Português“ (dt.: „Ausstellung der Portugiesischen Welt“) fand im Jahre 1940 im Rahmen zweier wichtiger nationalhistorischer Jahrhundertfeiern statt:
zum einen feierte Portugal im Jahre 1940 seinen 800. Unabhängigkeitstag im Jahre 1140 (port.: „Independência de Portugal“) und zum anderen feierte man 1940 den 300. Jahrestag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Portugals von der spanische Fremdherrschaft im Jahre 1640 (port.: „Restauração da Independência de Portugal“).

Die Idee diese zwei wichtigen nationalen Jahrhundertfeiern mit einer Ausstellung zu krönen hatten ab 1929 einige Minister des Diktators António de Oliveira Salazar.
Nach den internationalen Weltausstellungen 1937 in Paris und 1939 in New York und in San Francisco, an denen Portugal sehr erfolgreich teilgenommen hatte, beschlossen der portugiesische Diktator und sein Kabinett 1939 die schon lange geplante „Ausstellung der Portugiesischen Welt“ im folgendem Jubiläumsjahr 1940 auszurichten.

Geführt von dem Journalisten und Diplomaten Augusto de Castro, der damals von Diktator Salazar zum Generalkommissar des zukünftigen Projektes ernannt wurde, machte sich noch während der Weltausstellung in San Francisco in Portugal eine Kommission, bestehend aus Architekten, Ingenieuren, Malern, Bildhauern und Regisseuren, ans Werk die Ausstellung „Exposição do Mundo Português“, die vom 23. Juni bis zum 02. Dezember 1940 stattfinden sollte, zu planen.
Diese Ausstellung sollte, ganz im Sinne der damaligen Diktatur, der Welt ein multikulturelles, vielrassiges, gläubiges und geschichtsträchtiges Portugal zeigen, so wie es leider nur teilweise der Realität entsprach.

Im Lissabonner Stadtteil Belém, das in der Geschichte der Seefahrt wohl das symbolträchtigste der Hauptstadt war und ist, entstand eine Ausstellungsfläche von ca. 560.000 m², das urban völlig neu gestaltet wurde.
Insgesamt 17 namhafte Architekten, 43 bekannete Maler und 24 renommierte Bildhauer wurden mit der Organisation und der Entstehung der Ausstellung beauftragt.

Das Zentrum der Ausstellung bildete ein riesiger Platz mit dem Namen Praça do Imperio (dt.: Platz des Imperiums), wobei hier natürlich das portugiesische Imperium gemeint war, das sich einstmals von Südamerika über Afrika und Asien ausgebreitet hatte!
Dieser Platz entstand zwischen dem Hieronymuskloster im Norden, dem Ufer des Tejo im Süden und zwei riesigen Pavillons, die eigens für die Ausstellung damals gebaut wurden.
Zum einen war das der Ausstellungspavillon „Pavilhão da Honra e de Lisboa“ (dt.: Pavillon der Ehre und Lissabons) des Architekten Luis Cristino da Silva und zum anderen der „Pavilhão dos Portugueses no Mundo“ (dt.: Pavillon der Portugiesen in der Welt) des Architekten Cottinelli Telmo, der auch für den Bau des Denkmals der Entdeckungen verantwortlich war.

Außer diesen zwei monumentalen Ausstellungspavillons konnte man damals auf dem Gelände noch die folgenden, sehr nationalorientierten, Ausstellungsgebäude besuchen:

- „Pavilhão da Formação e Conquista“ (dt.: Pavillon der Einheitsbildung und Eroberungen)
In diesem Pavillon wurden die zahlreichen globalen Eroberungen Portugals und die Einheit des gesamten Imperiums mit Portugal dem Publikum nahe gebracht

- „Pavilhão da Independência“ (dt.: Pavillon der Unabhängigkeit)
Hier wurde der Unabhängigkeit Portugals vom Königreich Kastilien gedacht

- „Pavilhão dos Descobrimentos“ (dt.: Pavillon der Entdeckungen)
In diesem Ausstellungsgebäude wurden alle portugiesischen Entdeckungsfahrten gezeigt und thematisiert

- „Pavilhão da Fundação“ (dt.: Pavillon der Staatsgründung)
In diesem Pavillon konnten die Besucher mehr über die Staatsgründung Portugals und den Werdegang der Nation in den ersten Jahren ihres Bestehens erfahren

- „Pavilhão do Brasil“ (dt.: Brasilienpavillon)
Der Brasilienpavillon war der einzige ausländische Pavillon auf dem Ausstellungsgelände, denn Brasilien war das einzige Land, das damals von Portugal zur Teilnahme an der Ausstellung eingeladen wurde

- „Pavilhão da Colonização“ (dt.: Pavillon der Kolonien)
In diesem Pavillon wurden die einzelnen portugiesischen Kolonien dargestellt und die Kolonialpolitik des damaligen Regimes dem Publikum, natürlich in den schillerndsten Farben, nahe gebracht

- „Pavilhão de Artes Populares“ (dt.: Volkskundepavillon)
Dieser Ausstellungspavillon offenbarte dem Besucher die reichhaltige, kreative und traditionelle Kunst der einzelnen portugiesischen Regionen und den Überseekolonien. Dieser Pavillon gehörte zu den am meisten besuchten der Ausstellung

Außer den Ausstellungspavillons gab es auf dem Gelände ein Vergnügungspark für Kinder, nachgebaute portugiesische Dörfer (port.: „Aldeias Portuguesas“) der verschiedenen Landesprovinzen in Portugal und in Portugiesisch-Übersee, einen so genannten Dichtergarten (port.: „Jardim dos Poetas“) sowie zahlreiche Attraktionen. 

Eine der damaligen Attraktionen der „Ausstellung der Portugiesischen Welt“ war das Denkmal der Eroberungen (port.: Padrão dos Descobrimentos) des portugiesischen Architekten José Ângelo Cottinelli Telmo, das damals wie heute am Ufer des Tejo stand. Allerdings wurde das ursprüngliche Denkmal der Entdeckungen aus ziemlich vergänglichen Materialien errichtet, so dass es noch vor dem Ende der Ausstellung im Dezember 1940 sehr angegriffen und brüchig war.
Da das Denkmal aber eines der meistbesuchten Objekte der Ausstellung war, erbaute man ihn 20 Jahre später – anlässlich des 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer (port.: Henrique o Navegador) – aus Stein und Beton wieder auf, dort wo er heute noch in Belém steht und zu besuchen ist.

Eine weitere Attraktion der Ausstellung war ein Nachbau eines Schiffes, der an die großen portugiesischen Segelschiffe während der portugiesischen Entdeckungsfahrten erinnern sollte.
Dieser Schiffsnachbau, eine Idee des Regisseurs José Leitão de Barros, sollte eine portugiesische Nau (port.: Nau portuguesa) darstellen, war aber in Wahrheit eine dickbäuchige Galeone.
Um ein Haar wäre dieser Segler mit Namen „Nau Portugal“ nicht auf der Ausstellung in Lissabon zu sehen gewesen, denn das Segelschiff wäre beinahe auf der Überfahrt nach Lissabon untergegangen!
In einer Werft in der Hafenstadt Aveiro in aller Eile zusammengebaut, stach der Segler erst Mitte Juli 1940 in See – die Ausstellung lief bereits seit drei Wochen – und gleich nach der Abfahrt in Aveiro bekam das Schiff Schlagseite und drohte zu sinken.
Nur mit größter Mühe konnte ein Untergang der „Nau“ verhindert werden, die dann letztendlich, schwer angeschlagen und mit Hilfe englischer Matrosen, in Lissabon ankam.
Salazar soll damals getobt haben, denn das Einlaufen der „Nau Portugal“ war am Eröffnungstag der Ausstellung als ein Triumph der portugiesischen Seefahrt geplant gewesen, und war dann letztendlich doch für den Diktator nur eine Blamage.

António de Oliveira Salazar und der damaligen Staatspräsidenten António Oscar de Fragoso Carmona eröffneten die Ausstellung „Exposição do Mundo Português“ feierlich am 23. Juni 1940, in Anwesenheit vieler nationaler Honoratioren und Gäste.
Obwohl die Welt sich damals mitten im Zweiten Weltkrieg befand, waren auch viele ausländische Diplomaten und Ehrengäste, unter ihnen die Botschafter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens, am Eröffnungstag anwesend.
Die Ausstellung war bis zum 02. Dezember 1940 geöffnet und hatte insgesamt 3 Millionen Besucher!

Bis zur Weltausstellung Expo 1998 in Lissabon war die „Exposição do Mundo Português“ (dt.: „Ausstellung der Portugiesischen Welt“) die größte jemals in Portugal realisierte Ausstellung!


Sonntag, 5. Oktober 2014

Happy Birthday Portugal


Mit der Unterzeichnung des Vertrages von Zamora, am 05. Oktober 1143, erkennt König Alfons VII von León und Kastilien (port.: Afonso VII de Leão e Castela / esp.: Alfonso VII de León y de Castilla), das Königreich Portugal als unabhängigen Staat an!
König Afonso VII erkennt in diesem Vertrag den Portugiesen Afonso Henriques als souveränen und legitimen König Portugals an!

Damit ist der 05. Oktober 1143 der offizielle Geburtstag des Staates Portugal – ein Tag der in Portugal leider in keinster Weise gedacht wird.
Portugal gehört somit wohl zu den ganz wenigen Nationen weltweit, die ihre Staatsgründung nicht feiern und auch dieser nicht mehr gedenken!

Ich aber gehöre zu denen, die diesen Tag nicht in Vergessenheit geraten lassen wollen…


Happy Birthday Portugal, zum 871. Geburtstag!

Sonntag, 31. August 2014

Political correctness ist in einer Demokratie nicht immer zwingend korrekt!


Wer die Stadt Lissabon als Tourist besucht, den wird der Weg, über kurz oder lang, auch in den geschichtsträchtigen Stadtteil Belém führen, der die Heimat der zweifellos bekanntesten Postkartenmotive der portugiesischen Metropole ist.
Bis vor kurzem war Belém, mit all seinen historischen Denkmälern aus dem „goldenen Zeitalter“ der Seefahrt und seinen wunderschönen, weitläufigen Parks, der Vorzeigestadtteil der portugiesischen Hauptstadt.

Der zentrale Platz in Belém, ist der weitflächige Park der Praça do Império (dt.: Platz des Imperiums oder Reichsplatz), der sich zwischen dem weltberühmten Hieronymuskloster auf der einen Seite und dem monumentalen Denkmal der Entdeckungen (port.: Padrão dos Descobrimentos) am Tejoufer auf der anderen Seite erstreckt.
Errichtet wurde die Praça do Império im Jahre 1940, als sich die Stadt Lissabon damals anschickte die „Ausstellung der Portugiesischen Welt“ (port.: Exposição do Mundo Português), eine von der damaligen Salazar-Diktatur ins Leben gerufene sechsmonatige Kolonialausstellung, die der Welt ein christliches, multikulturelles und kontinentales Portugal präsentieren sollte, auszurichten.

Den Mittelpunkt der Praça do Império bildet wiederum eine riesige Brunnenanlage, die von symmetrischen Wegen, Olivenbäumen und Steinbänken umrahmt wird.
Dieser Brunnen, der heute noch kaum in Betrieb genommen wird, ist gleich doppelt mit Wappen geschmückt: einmal in weißem Stein, direkt am Brunnen, die Wappen der wichtigsten portugiesischen Städte und einmal in grünem Buchsbaum, auf der Rasenfläche um die Brunnenanlage, die Wappen der ehemaligen portugiesischen Überseekolonien und deren Hauptstädte.
Da die Buchsbaumwappen und Blumenarrangements  – wie die ganze Grünanlage überhaupt – seit Monaten keine Gärtnerhand mehr gesehen haben, sieht der Park momentan ziemlich verwahrlost aus.

Jetzt haben sich einpaar Einwohner von Belém im Lissabonner Rathaus über den schlechten Zustand des Parks bei der Stadt beschwert und diese darum gebeten, sie möge doch bitte den Park wieder ansehnlicher machen, schließlich wäre er ja im Fokus eines jeden Besuchers von Belém.
Das Rathaus hat nicht lange auf eine Antwort warten lassen, und dieser Tage die Einwohner Lissabons in einer Pressemitteilung wissen lassen, die Stadtverwaltung werde die Buchsbaumwappen der einstigen portugiesischen Überseegebiete und die der ehemaligen Kolonialstädte nicht mehr arrangieren, bzw. die entsprechenden Wappen nicht mehr bepflanzen, stutzen und zurechtschneiden!
Als Grund nannte die Stadtverwaltung die aktuelle finanzielle Lage der Stadt und außerdem seien die Wappen aus der Kolonialzeit „geschichtlich überholt“ (port.: „históricamente ultrapassados“), so das Rathaus.

Woanders auf der Welt stehen solche Parks und Bauwerke, wie die in Belém, unter Denkmalschutz.
Hierzulande entscheidet eine Stadtverwaltung einfach mal so, was „geschichtlich überholt“ oder was „political correctly“ ist oder nicht.

Diese Wappen, um die es da geht, sind ein Teil der portugiesischen Geschichte, egal wie man zur Kolonialgeschichte Portugals steht!
Zur Geschichte der portugiesischen Nation gehören nicht nur die Seefahrer, Entdecker und Eroberer. Nein, zur Geschichte dieser wunderbaren Nation gehören nun einmal auch die Kolonien in Afrika, Suedamerika und Asien, die ehemalien Kolonialstädte und die fremden Völker, die diese Kontinente, Länder und Städte einstmals bewohnten.
Man muss mit seiner Geschcihte verantwortungsvoll umgehen, sie positiv oder negativ als Beispiel nehmen, sich vielleicht auch einmal für sie schämen, aber man darf niemals, niemals seine Geschichte verleugnen oder sie als „geschichtlich überholt“ betrachten, so wie gewisse Stadtverwaltungen...

Eine Gruppe Lissabonner Bürger hat sich nun dieses Wochenende im Park getroffen, und angefangen die einzelnen Wappen erst einmal von dem wuchenden Unkraut und vom ganzen Müll zu befreien.
Mal sehen was die sozialistische Stadtverwaltung zu so viel „unverschämter“ Eigeninitiative und Engagement ihrer Bürger sagen wird…

Donnerstag, 14. August 2014

Das angekündete Ende des Spielzeugmuseums in Sintra


Ende dieses Monats wird einer der schönsten Museen Portugals – für viele Kinder vielleicht der Schönste – seine Pforten für immer schließen.
Die Rede ist vom originellen Spielzeugmuseum (port.: Museu do Brinquedo) in der etwa 30 km von Lissabon entfernt gelegenen Stadt Sintra.

Dieses unvergleichliche Museum wurde 1989 gegründet und geht auf die jahrzehntelange Sammeltätigkeit des Privatmannes João Arbués Moreira zurück, der schon in den 1930er Jahren, als kaum jemand dem Spielzeug eine kulturhistorische Bedeutung beimaß, seiner Sammlerleidenschaft nach altem und außergewöhnlichem Spielzeug nachging.

João Arbués Moreira fing bereits als Kind an sein Spielzeug nicht nur zum spielen zu benutzen, sondern es auch als Sammelobjekt zu betrachten.
Mit der Zeit sammelte er alleine Tausende verschiedene Spielsachen, wie etwa Spielzeugautos, Flugzeuge, Puppen, Puppenhäuser, Teddybären, Zinnsoldaten und Dreiräder.
1987 beschloss er seine bedeutende Sammlung, die bis dahin nur seine Freunde und Bekannte kannten, der Öffentlichkeit zu präsentieren und gründete daraufhin seine eigene Stiftung, die Fundação Arbués Moreira.
1989 wurde João Arbués Moreira mit der Stadt Sintra einig, und das Museu do Brinquedo, das größte seiner Art in Portugal, wurde in der ehemaligen Alten Feuerwache der Stadt Sintra eröffnet.
Mit den Jahren wurde das Museum immer bedeutender und an Exponaten immer reicher, da viele Privatpersonen nach einem Besuch im Museum, oftmals spontan ihre Spielsachen der Stiftung vermachten.

Jetzt hat die Stadt Sintra der Stiftung Fundação Arbués Moreira mitgeteilt, das Sparmaßnahmen es der Stadtverwaltung unmöglich machen, das Museum zukünftig weiterhin wie bisher finanziell zu unterstützen! 

Bis dato konnte man auf vier verschiedenen Etagen die unvergleichlich schöne und bedeutende Sammlung des Museums bewundern, das aus ca. 60.000 Objekte besteht.
Die ältesten Spielobjekte stammen aus dem 4. und 3. Jahrhundert v. Chr.!
Ausländische Spielzeughersteller sind mit ihren Spielzeugautos, Motorrädern, Flugzeugen und Zinnsoldaten genauso vertreten, wie portugiesische Fabrikate.
Ebenso findet man eine große Ausstellung an Puppen aus den verschiedensten Jahrhunderten und Materialien, Barbies, Puppenhäuser und die entsprechenden Möbel und Utensilien um diese zu bestücken.

Dieses Museum ist ein wahres Paradies, nicht nur für kleine Museumsbesucher sondern vor allem auch für die großen, den die finden hier viele Ausstellungsstücke die schöne Kindheitserinnerungen auslösen, an die sie im Laufe der Jahre gar nicht mehr gedacht haben und die erst durch einen Besuch im Museum wieder irgendwie real werden.

Das Museu do Brinquedo in Sintra ist leider nur noch bis zum
31. August 2014 geöffnet!

Samstag, 9. August 2014

Feira de São Mateus – ein Volksfest mit Tradition


Dieses Wochenende hat in der nördlich von Lissabon gelegenen Stadt Viseu das traditionsreiche Volksfest Feira de São Mateus (dt.: Matthäusvolksfest) begonnen.
Die Feira de São Mateus, die weit über die Region Viseus hinaus bekannt ist, ist nicht nur der älteste Jahrmarkt Portugals sondern, mit seinen 622 Jahren, auch der älteste Verkaufsmarkt fahrender Händler auf der ganzen Iberischen Halbinsel.

Ihren Ursprung hat die Feira de São Mateus in einem Erlass von König João I aus dem Jahre 1392.
König João I hatte ein Jahr zuvor, 1391, mit seiner Gemahlin Königin Filipa de Lencastre (engl.: Philippa of Lancaster) aus Évora kommend, in der Stadt Viseu Einzug gehalten.
Hier in Viseu wurde dem Königspaar am 31. Oktober 1391 ein Thronfolger geboren, der spätere König Duarte I.
Aus Anlass dieses freudigen Ereignisses, erlaubte der König im schon erwähnten Erlass vom 10. Januar 1392, den Bürgern der Stadt fortan einen alljährlich stattfindenden steuerfreien Jahrmarkt (port.: feira franca) abzuhalten. Ein „steuerfreier Jahrmarkt“ bedeutete, das alle Bauern und Händler auf alle erwirtschaffteten Einkünfte während der Dauer des Volksfestes keine Steuern zu zahlen brauchten.  Dieser „Steuerfreie Jahrmarkt von Viseu“ (port.: „Feira Franca de Viseu“), so der erste Name des Volkfestes, fand in den ersten Jahren immer im Frühling, um den Tag des Heiligen Sankt Georgs herum statt, und dauerte immer drei bis vier Wochen.

Die Feira war, vom Beginn ihrer Gründung an, wirtschaftlich sehr bedeutsam.
Die umliegenden Bauern boten auf diesem Markt ihre Agrarerzeugnisse und ihr Vieh feil und die örtlichen Händler und Handwerker boten die unterschiedlichsten Waren und Erzeugnisse an. Aber auch viele Fernkaufleute und sogar Mauren aus der Algarve und Nordafrika boten damals die verschiedensten Produkte auf der „Feira Franca“ an.
Wie alle Jahrmärkte zog auch dieser mit der Zeit viele Schausteller, fahrendes Volk, Gaukler, Quacksalber, Wahrsager und Musikanten an.

In der Regentschaft von König Afonso V wurde der Jahrmarkt vom Frühling in den Herbst verlegt, und ab 1475 begann er alljährlich immer am 20. Oktober, dem Tag von Santa Iria (dt.: Heilige Irene von Portugal) und dauerte dann 14 Tage.
Da der Jahrmarkt nun bis in den November hineinreichte und das Wetter im Norden Portugals im Herbst oftmals sehr widrig war und ist, wurde die „Feira Franca die Viseu“ ab 1490 wieder im April veranstaltet.

Erst auf Veranlassung von König Manuel I wurde ab 1501 beschlossen die Feira Franca um den ersten Herbsttag eines jeden Jahres herum, dem 21. September, abhalten zu lassen. Da der 21. September kirchenkalendarisch der Tag des Heiligen Matthäus ist, wurde der Jahrmarkt fortan Feira de São Mateus genannt.

Über fünf Jahrhunderte hinweg konnte sich dieser einstmals so wichtige Jahrmarkt über Wasser halten. Aber Ende des 19. Jahrhunderts, Anfang des 20. Jahrhunderts, verlor die Feira de São Mateus an Bedeutung. Das ging soweit, dass ab dem Jahre 1916 das Volksfest für neun Jahre nicht mehr abgehalten wurde.
Erst 1925 wurde der Marktbetrieb wieder ins Leben gerufen – seitdem bis heute ohne Unterbrechung!

Heute, 2014, erstreckt sich die Feira de São Mateus über ein Areal von 18.000 km² und hunderte Schausteller, in Portugal „feirantes“ genannt, bieten dort ihre Waren und Dienstleistungen an.
Aber auch der kulturelle Veranstaltungskalender kann sich dieses Jahr sehen lassen. Hierzulande sehr bekannte und beliebte Sänger und Gruppen wie z.B. Xutos & Pontapés, Ana Moura, Tony Carreira, Blind Zero, Paulo Gonzo oder Linda Martini werden dieses Jahr auf der Bühne der Feira de São Mateus 2014 auftreten.
Die diesjährige Feira de São Mateus findet bis zum kommenden 14. September 2014 statt.

Sonntag, 3. August 2014

Adolfo Medeiros, der erste portugiesische Soldat des Ersten Weltkrieges


Heute, auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 03. August 1914, trafen sich nachmittags die zwei portugiesischen Freunde José de Freitas Bragança und Adolfo Medeiros in einem Kaffeehaus im Pariser Stadtviertel Quartier Latin um einen Kaffee zu trinken und um die damalige aktuelle politische Lage zu diskutieren.
Wenige Tage zuvor, am 28. Juli 1914, hatte Österreich-Ungarn dem Serbischen Königreich den Krieg erklärt und nun hatte das Deutsche Kaiserreich der Französischen Republik am 03. August 1914 ebenfalls den Krieg erklärt (bitte lesen sie hierzu auch meinen Blogeintrag „100 Jahre Erster Weltkrieg“, vom 28.Juli 2014).

Der 03. August 1914 war ein strahlender, sonniger Sommertag, aber die Nachrichten die an diesem Tag durch die französische Hauptstadt kursierten sagten eher einen gewaltigen Sturm voraus – einen Kriegssturm!
In ganz Paris, so wie wohl im ganzen Land, war die Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich das Gesprächsthema Nr. 1.
Und auch am Kaffeetisch von Freitas Bragança und Adolfo Medeiros gab es an diesem Tag kein anderes Thema als den Krieg.
An diesem Nachmittag beschlossen die zwei Portugiesen, beide eingefleischte Republikaner, freiwillig der französischen Armee beizutreten um für die Französische Republik und ihre Werte zu kämpfen.

José de Freitas Bragança, von Haus aus Journalist, hatte sich schon drei Wochen zuvor, im Juli 1914, bei der französischen Armee beworben, aber von dieser eine Absage erhalten, mit der Begründung es wäre noch zu früh um an einen Krieg zu denken.
Freitas Bragança hat sich dann nicht, wie geplant, noch einmal bei der französischen Armee vorgestellt, sondern er war, bis Portugal 1916 selbst ins europäische Kriegsgeschehen eingriff, als Zeitungsredakteur verschiedener portugiesischer Zeitungen und Zeitschriften der damaligen Zeit sehr engagiert tätig.

Adolfo Medeiros allerdings, der aus dem Ort Ribeira Grande auf der Azoreninsel São Miguel stammte, machte sein Vorhaben wahr, und Anfang August wurde er bei den französischen Streitkräften vorstellig. Er hatte in der Schweiz Ingenieurswesen studiert und dort den Führerschein während seines Studiums gemacht. Dieser Führerschein öffnete ihm die Tür zum französischen Heer, denn er wurde sofort als Militärfahrer rekrutiert.
Mitte August, Adolfo Medeiros wartete auf den Einberufungsbefehl der französischen Armee, erhielt er per Post eine Einladung eines befreundeten Fabrikanten, um dessen Zuckerfabrik im Norden Frankreichs zu verwalten. In dem Brief erklärte ihm der Fabrikant, dass die gesamte männliche Belegschaft der Zuckerfabrik zum Kriegsdienst einberufen worden war und das die Produktion des Werkes nun durch Frauen und Kinder mehr schlecht als recht aufrecht gehalten wurde.

José de Freitas Bragança, der Freund von Adolfo Medeiros, der noch wenige Tage zuvor mit ihm in den Krieg ziehen wollte, schlug Medeiros vor, dem französischen Kriegsministerium den Brief des Fabrikanten vorzulegen, um so vom Kriegsdienst befreit zu werden. Medeiros, so meinte Freitas Bragança, könne mit seinem Einsatz in der Zuckerfabrik der Französischen Republik eher von Nutzen sein als mit dem Dienst an der Waffe.
Adolfo Medeiros ließ sich den Vorschlag seines Freundes wohl noch durch den Kopf gehen, aber bereits am 26. August erhielt er vom Pariser Kriegsministerium den Einberufungsbefehl an die Marne, wo er gleich vom 05. bis zum 12. September 1914 an der Ersten Marne-Schlacht (port.: Primeira Batalha do Marne) gegen die Deutschen teilnahm.

Im April 1916 fiel Adolfo Medeiros auf einem Schlachtfeld in Verdun.
In der Schlacht von Verdun (port.: Batalha de Verdun), die sich vom 21. Februar bis zum 20. Dezember 1916 hinzog, starben damals ca. 500.000 Soldaten beider Kriegsparteien einen brutalen und sinnlosen Tod.

So wie die zwei Freunde José de Freitas Bragança und Adolfo Medeiros verpflichteten sich damals viele junge Portugiesen entweder bei der französischen oder belgischen Armee auf der einen Seite, bei den deutschen Streitkräften auf der anderen Seite oder sie taten Dienst beim Internationalen Roten Kreuz.

Adolfo Medeiros war nachweislich der erste Portugiese, der als Soldat am Ersten Weltkrieg (port.: Primeira Guerra Mundial) teilnahm!
Ab August 1914 befand sich Portugal somit irgendwie im Ersten Weltkrieg, obwohl das Land erst 1916 aktiv in das europäische Kriegsgeschehen eingreifen sollte.

Freitag, 1. August 2014

Portugal aus dem All gesehen


Die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA (engl.: National Aeronautics and Space Administration / port.: Administração Nacional da Aeronáutica e do Espaço) hat heute auf ihrer Internetseite ein faszinierendes Bild veröffentlicht, das ein Besatzungsmitglied der Internationalen Raumstation ISS (port.: Estação Espacial Internacional EEI) vergangene Woche von der Iberischen Halbinsel gemacht hat, als diese in einer Höhe von ca. 400 km über der Erde ihre Bahnen zog.

Das Bild wurde in der Nacht des 26. Juli 2014 aufgenommen und zeigt Portugal, Spanien und Andorra.
Am oberen Bildrand sieht man noch einen Teil Südfrankreichs und am unteren Bildrand noch einen Zipfel Marokkos. Ganz deutlich auf dem Bild sind die Ballungsgebiete von Lissabon, Porto, Madrid und Sevilla zu sehen.

Wer noch weitere atemberaubende und spektakuläre Aufnahmen von Portugal aus dem All sehen will, hier die Internetseite der NASA: