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Dienstag, 17. Dezember 2013

Lissabons weihnachtliche Beleuchtung 2013





Nachdem es letztes Jahr, dank der Krise, so gut wie keine weihnachtliche Beleuchtung  (port.: ilmuninação natalícia) in den Straßen und auf den öffentlichen Plätzen der Hauptstadt gegeben hat, hat sich dieses Jahr Lissabons Stadtverwaltung erbarmt, und seinen Bürgern und den Touristen ein paar bunte und festliche Lichter spendiert.

An die schätzungsweise 300.000 Euro wird Lissabon dieses Jahr ausgeben, um die wichtigsten Arterien und Knotenpunkte der Stadt zum leuchten zu bringen und so hoffentlich etwas wie eine stimmungsvolle Atmosphäre in der Vorweihnachtszeit zu verbreiten.

Dies ist auch annähernd gelungen, denn letztes Jahr sah die Sache noch ganz anders aus.
Da sah Lissabon nämlich so richtig kahl, trostlos und traurig aus.
Das war kein schöner Anblick!
Dieses Jahr haben wir nun hier zwar keine überragende Leuchtdekoration, aber immerhin glitzert und funkelt es an den wichtigsten zentralen und touristischen Stellen der Hauptstadt – und das macht ganz schön viel aus!

Folgende Straßen und Plätze sind dieses Jahr in Lissabon weihnachtlich beleuchtet:

- Avenida de Roma
- Avenida da Igreja
- Avenida Guerra Junqueiro
- Avenida da Liberdade
- Baixa pombalina
- Chiado
- Estrada de Benfica
- Marques de Pombal
- Parque Eduardo VII
- Praça do Comercio
- Praça do Chile
- Praça da Figueira
- Restauradores
- Rossio
- Rua Castilho
- Rua Ferreira Borges

Und selbst der Largo do Intendente, ein Platz im Stadtteil Anjos, hat dieses Jahr ein Anrecht auf eine Weihnachtsbeleuchtung!
Aber das auch nur, weil Oberbürgermeister António Costa dort sein Büro hat…

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Lissabon, Stadt des Lichtes



In meinem vorhergehenden Blogeintrag „Lisboa, Mittelpunkt Europas während des Zweiten Weltkrieges“, vom 20. Oktober, erwähne ich das Buch „Lisboa, A Guerra nas Sombras da Cidade da Luz“ (dt.: „Lissabon, der Krieg im Schatten der Stadt des Lichtes“), des schottischen Schriftstellers Dr. Neill Lochery.
Heute wurde ich auf besagtes Buch, bzw. seinen Titel, angesprochen.

„Lissabon, der Krieg im Schatten der Stadt des Lichtes“ – dieser Titel sei doch wohl zu hoch gegriffen, meinte mein Freund Ricardo Capelotti, wo doch jeder wisse, das eigentlich Paris die wahre „Stadt des Lichtes“ sei.

Nun, wer schon einmal Paris besucht hat, zumal zur Weihnachtszeit, der weiß, wie hell Paris wirklich erleuchtet ist, wenn nämlich alle Gebäude, Avenuen und Monumente nachts im hellen Lichterglanz erstrahlen.
Aber das ist, wohlgemerkt, heute so.
Es war leider auch schon einmal anders!

In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 war Paris, wie alle anderen Städte des Krieges in Europa in diesen Jahren auch, dazu verdammt sein Stadtbild aus Angst vor möglichen Luftangriffen der Deutschen Luftwaffe, nachts zu verdunkeln.
In Lissabon aber, wurde nichts verdunkelt!
Keiner musste damals, im neutralen Portugal, Angst vor nächtlichen Luftangriffen und Übergriffe aus Nazideutschland haben!

Als in diesen Jahren des Krieges die vielen religiös, kulturell und politisch Verfolgten nach Lissabon kamen, fanden sie eine Stadt vor, die tagsüber von der Sonne hell durchflutet war und nachts von tausenden Lampen erstrahlt wurde.
Während ganz Europa damals im Dunkeln lag, gab sich Lissabon dem Luxus des Lichtes und der Hoffnung hin!

Wohl auch deshalb spricht Neill Lochery in seinem Buch von der „Stadt des Lichtes“!

Anbei eine Aufnahmen aus der hier in diesem Blog schon erwähnten Fotoausstellung „Lisboa, Centro da Europa na Segunda Guerra Mundial” (dt.: „Lissabon, Mittelpunkt Europas während des Zweiten Weltkrieges“), die auf eindrucksvolle Art zeigt, wie hell erleuchtet der Rossio in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 war.
Schaut man sich die Fotografien der 1940er Jahre an, und vergleicht sie mit der traurigen Realität von heute, dann muss man neidvoll zugeben, dass das Lissabon von damals besser beleuchtet war, als das Lissabon unserer Tage...

Freitag, 3. Juli 2009

Der alte grüne Doppeldeckerbus




Gestern Mittag war ich in Lissabon zu einem Bewerbungsgespräch. Und in der Altstadt Baixa wäre ich, durch fehlende Aufmerksamkeit meinerseits, beinahe von einem Sightseeingbus überfahren worden.

Diese Sightseeingbusse, die heute durch Lissabon fahren, sind alte, bunt angestrichene Doppeldeckerbusse, denen man das Dach abgenommen hat, und die früher ihren Dienst bei den Lissabonner Verkehrsbetrieben „Carris“ versehen haben. Heute, wie gesagt, fahren sie Touristen durch die Stadt.

Ich kann mich noch sehr genau an diese, damals in meiner Kindheit allerdings grünen Busse, erinnern.
In Großbritannien, von der Firma AEC-Society hergestellt, wurden die Busse, Modell Leyland, ursprünglich in zwei Farben lackiert.
Rot, wenn sie für den Londoner Markt vorhergesehen waren, und grün, wenn sie für den Lissabonner Markt bestimmt waren.

Als Kind, ich muss so um die vier oder fünf Jahre alt gewesen sein, bin ich ab und zu mit ihnen gefahren. Sie gehörten zum Lissabonner Stadtbild so wie die alten Straßenbahnen („electricos“).
Die Straßenbahnen haben zum Glück bis zum heutigen Tag überlebt. Die alten, grünen Doppeldeckerbusse („autocarro de 2 pisos“) allerdings, wurden schon vor gut 40 Jahren aus dem Verkehr gezogen.

Ich bin leider nicht sehr oft mit diesen Bussen gefahren, denn mit sechs Jahren zogen ich und meine Eltern nach Deutschland, und als ich dann zehnjährig wieder nach Portugal kam, da waren sie bereits außer Dienst gestellt.
Aber ich werde niemals die unzähligen grünen, riesigen (für ein Kleinkind sieht alles riesig aus!) Leylandbusse mit den Karosserien von Weymann vergessen, wie sie am Rossio und am Restauradoresplatz standen oder die breiten Avenidas entlangfuhren.

Eine meiner frühesten Kindheitserinnerung, die ich niemals vergessen werde, spielt sich in so einem alten Leylandbus ab.

Eines Tages fuhr meine Mutter Luisa, mit mir und meiner kleineren Schwester Carla, in so einem Doppeldeckerbus in die Stadt.
Ich weiß noch, dass ich immer im oberen Deck mitfahren wollte, da man ja von da oben einen besonderen Blick über die Stadt hatte.
Und um es so richtig auszukosten, fuhr ich auch wirklich immer bis zum letzten Moment auf dem oberen Deck mit, sehr zum Leidwesen meiner Mutter, die mit meiner Schwester auf dem Arm sich immer sputen musste, um hinten rechtzeitig auszusteigen.

An diesem Tag, als meine Mutter mit uns Kinder also in die Stadt fuhr, trödelte ich mal wieder beim Aussteigen.
Jedenfalls muss es das gewesen sein, denn das nächste an das ich mich erinnern kann, ist wie meine Mutter, mit meiner kleinen Schwester auf dem Arm, hinter dem Bus herläuft (die alten Leylandbusse hatten hinten keine Türen, sondern waren offen) und ich im fahrenden Bus ihnen hinterher schaue.
Nur Dank der anderen Fahrgäste, die den Fahrer zuriefen, er möge sofort anhalten, hielt der Bus noch einmal an, und meine Mutter konnte ihren Sohnemann wieder in ihre Arme nehmen.

Und an noch eine bestimmte Begebenheit kann ich mich erinnern, was die alten Leylandbusse angeht.
Ich weiß noch, als ob es gestern gewesen wäre, wie oft mich meine Mutter ermahnt hat, nicht in die Wohnungen der Leute rein zu schauen, wenn der Bus an einer Ampel oder Kreuzung anhielt. Sie hielt das für äußerst unhöflich!
Da das obere Deck des Busses genau mit dem ersten Stockwerk der Wohnhäuser kombinierte, konnte man den Leuten regelrecht in die Suppenteller reinschauen, wenn sie die Fenster offen hatten.
Die Aufforderungen meiner Mutter, nicht in die Wohnungen der Leute reinzuschauen, waren für mich damals total unverständlich.
Was konnten denn diese netten Menschen (manche winkten mir sogar zu) denn schon dagegen haben?

Ich mag nicht sehr oft mit ihnen gefahren sein, den alten Leylandbussen der traditionsreichen Firma AEC.
Aber ich habe oft von den wenigen Fahrten, die ich mit ihnen machen durfte, geträumt!
Das sind Kindheitserinnerungen die man nie vergisst!
Diese Erinnerungen sind noch nicht einmal 40 Jahre alt.
Aber mir kommt es vor, jetzt wo ich dieses post schreibe, als ob das alles schon 100 Jahre her ist.