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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Portugals einzigartige Leuchttürme


Wie die portugiesische Marine (port.: marinha portuguesa) gestern auf ihrer Internetseite verlautbaren ließ, sind ab sofort 29 der über 100 portugiesischen Leuchttürme (port.: farois) das ganze Jahr über für Besucher geöffnet.

Leuchttürme sind hier in Portugal, wie wohl überall auf der Welt, strahlende Wahreichen der Seefahrt.
Ihre weithin leuchtenden Feuer haben über Jahrhunderte hinweg hierzulande unzählige Seeleute, vom anonymen Matrosen bis hin zum bekannten Seefahrer und Entdecker, vor gefährlichen Sandbänken, Korallenriffen und Untiefen gewarnt und ihnen so oftmals das Leben gerettet.

17 Leuchttürme in Kontinentalportugal, elf auf den Azoreninseln und ein Leuchtturm (port.: farol) auf der Insel Madeira können fortan immer mittwochs von 14 h bis 17 h kostenlos und ohne Voranmeldung besucht werden.
Diese Leuchttürme sind, von Nord nach Süd:

Festlandsportugal

- Farol de Montedor – gelegen in der Stadt Viana do Castelo, ist dies der nördlichste Leuchtturm an Portugals Küste. Er ging 1910 in Betrieb und hat eine Leuchtkraft von 22 Seemeilen

- Farol da Barra – dieser Leuchtturm trägt auch den Namen Farol de Aveiro, benannt nach der Hafenstadt an dem es liegt, und steht am Strand von Barra. Er ist mit 62 m der höchste Leuchtturm Portugals und wurde zwischen 1885 und 1893 erbaut. Seine Leuchtkraft hat eine Reichweite von 23 Seemeilen

- Farol de Leça – er ist auch unter dem Namen Farol da Boa Nova bekannt und liegt in der nordportugiesischen Gemeinde Leça da Palmeira. Der 1926 errichtete Leuchtturm ist 46 m hoch und steht auf einer 57 m hohen Klippe. Er hat eine Leuchtkraft von 28 Seemeilen

- Farol do Cabo Mondego – dieser am Kap Mondego, in der Stadt Figueira da Foz, gelegene Leuchtturm ist zwar nur 15 m hoch, liegt aber auf einer 98 m hohen Anhöhe und sein Lichtstrahl ist so bis zu 28 Seemeilen weit zu sehen. Erbaut wurde er 1858

- Farlo do Penedo da Saudade – errichtet wurde er 1912. Dieser Leuchtturm ist 32 m hoch, steht in der Gemeinde São Pedro de Moel und seine Leuchtkraft reicht bis zu 30 Seemeilen weit ins Meer

- Farol do Cabo Carvoeiro – dieser Leuchtturm wurde 1790 auf Anordnung des Premierministers Marques de Pombal errichtet und ist heute eines der ältesten noch erhaltenen Leuchttürme Portugals. Er steht an der steilen Klippe des Cabo Carvoeiro bei Peniche und seine Leuchtkraft hat eine Reichweite von 15 Seemeilen

- Farol da Berlenga – dieser auf der Insel Berlenga Grande, vor der Küstenstadt Peniche, stehende Leuchtturm, ist auch unter dem Namen Farol do Duque de Bragança bekannt. 1841 errichtet, wurde er im Jahr darauf, 1842, in Betrieb genommen. Seine Leuchtkraft beträgt bis zu 27 Seemeilen

- Farol do Cabo da Roca – „Dort wo das Land endet und das Meer beginnt“, dort befindet sich das Cabo da Roca. Hier, am westlichsten Punkt des europäischen Festlands, steht dieser bereits 1772, auf Anordnung Premierministers Marques de Pombal, errichtete Leuchtturm. Er ist 22 m hoch, steht auf einer 165 m hohen Klippe und sein Lichtkegel reicht bis zu 26 Seemeilen ins Meer hinein

- Farol do Cabo Espichel – schon Anfang des 15. Jahrhunderts soll am Cabo Espichel, gut 50 km südlich von Lissabon, ein Leuchtturm gestanden haben. Der heutige Leuchtturm stammt aus dem Jahre 1790 und wurde auf Anordnung des Marques de Pombal, dem Premierminister von König José I, erbaut. Er hat eine Leuchtkraft von gut 26 Seemeilen

- Farol do Cabo de Sines – dieser 1880 erbaute Leuchtturm steht unweit der Stadt Sines, auf dem Kap gleichen Namens. Er hat eine Höhe von 22 m und sein Lichtkegel ist bis zu 26 Seemeilen weit zu sehen

- Farol do Cabo Sardão – obwohl schon im Jahre 1883 geplant, wurde dieser Leuchtturm erst 1915 in Betrieb genommen. Er steht auf dem Kap Sardão, unweit des Städtchen Odemira, im Küstenstreifen des Alentejo. Er hat eine Höhe von 22 m und eine Leuchtkraft die gut 23 Seemeilen weit ins Meer hinausstrahlt

- Farol do Cabo de São Vicente – das Kap São Vicente an der Algarveküste ist der südwestlichste Punkt des europäischen Festlandes. Hier, in der Nähe von Sagres, wurde einstmals der erste Leuchtturm Portugals errichtet. 1520 versah man den Turm des alten Klosters São Francisco mit einem Leuchtfeuer und benutzte ihn fortan als Leuchtturm. Dieser wurde dann aber 1587 bei einem Angriff des englischen Freibeuters Francis Drake völlig zerstört. Der heutige 28 m hohe Leuchtturm Farol do Cabo de São Vicente steht auf einer 86 m hohen Klippe und wurde ursprünglich im Jahre 1846, auf Anordnung von Königin Maria II, erbaut. Sein Lichtkegel reicht 32 Seemeilen in den Atlantik hinein und er ist somit der lichtstärkste Leuchtturm Europas

- Farol da Ponta da Piedade – die Ponta da Piedade, unweit der Stadt Lagos, ist eine der schönsten und charakteristischsten Felsklippenlandschaften an der Algarveküste. Hier, auf einer 51 m hohen Klippe, steht der zwischen 1912 und 1913 erbaute Leuchtturm, der nur eine Höhe von 5 m besitzt und eine Leuchtkraft von etwa 20 Seemeilen aufweist

- Farol da Ponta do Altar – gut 7 km südwestlich der Stadt Portimão, an der Algarveküste, steht der 1893 erbaute Leuchtturm Farol da Ponta do Altar. Er ist 10 m hoch und sein Lichtkegel reicht 16 Seemeilen ins Meer hinaus

- Farol de Alfanzina – über der Praia do Carvoeiro, an der Algarveküste, steht auf einer 63 m hohen Felsklippe der Leuchtturm Farol de Alfanzina, mit einem Lichtkegel der bis zu 29 Seemeilen in den Atlantik hinausleuchtet

- Farol do Cabo de Santa Maria – dieser im Naturpark Ria Formosa, auf der kleinen Insel Ilha da Culatra befindliche Leuchtturm wurde einstmals im Jahre 1864 errichtet um die Zufahrt in die Hafenstädte Faro und Olhão zu sichern. Er ist 46 m hoch und hat eine Leuchtkraft von 25 Seemeilen

- Farol de Vila Real de Santo Antonio – an der Mündung des Rio Guadiana in den Atlantik, unweit der Grenze zu Spanien, befindet sich in der Stadt Vila Real de Santo Antonio dieser Leuchtturm. Er wurde 1923 errichtet, ist 46 m hoch und sein Lichtkegel leuchtet bis zu 26 Seemeilen weit ins Meer hinaus

Azoren

- Farol da Ponta das Lajes – dieser auf der westlichen Azoreninsel Flores (port.: Ilha das Flores) stehende 16 m hohe Leuchtturm ist bereits 1881 geplant, aber erst im Oktober 1910 in Betrieb genommen worden. Er befindet sich etwa 1,5 km von der Inselkleinstadt Lajes entfernte, auf dem Kap Ponta das Lajes, und hat eine Leuchtreichweite von 26 Seemeilen. Ursprünglich, wie jeder Leuchtturm auf den Azoren, errichtet um eine sichere Navigation zwischen Europa und Nordamerika zu gewährleisten, diente er über mehrere Jahrzehnte hinweg auch den Walfängern auch als Aussichtsturm

- Farol da Ponta do Albernaz – der Leuchtturm von Ponta do Albernaz, auf der Azoreninsel Flores, ist der westlichste Leuchtturm Europas. Obwohl 1902 geplant, wurde er erst im Jahre 1925 fertig gestellt. Dieser 15 m hohe Leuchtturm, der heute eine Leuchtkraft von 22 Seemeilen hat, wurde erst im Jahre 2005 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen

Farol da Ponta do Topo – der im äußersten Südosten der Azoreninsel São Jorge (port.: São Jorge) gelegene 18 m hohe Leuchtturm steht auf einer 58 m hohen Klippe. Er wurde 1927 in Betrieb genommen und im Jahre 1980, bei einem verheerenden Erdbeben, fast völlig zerstört. Danach wurde er wieder aufgebaut und heute hat er einen Lichtschein der 20 Seemeilen in den Atlantik hinausstrahlt

- Farol da Ponta da Ilha – der 19 m hohe Leuchtturm von Ponta da Ilha, auch unter dem Namen Farol da Manhenha bekannt, befindet sich in der Gemeinde Lajes auf der Azoreninsel Pico (port.: Ilha do Pico). Obwohl schon 1883 geplant, wurde er erst 1946 erbaut. Die Reichweite des Lichtes des Leuchtturmes, der erst 1983 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde, beträgt rund 26 Seemeilen

- Farol da Ponta da Barca -  mit 71 m über dem Meeresspiegel ist er einer der höchstgelegenen Leuchttürme der Azoren. Der 1930 erbaute Farol da Ponta da Barca steht im Nordosten der Insel Graciosa (port.: Ilha da Graciosa)

- Farol das Contendas – dieser 13 m hohe Leuchtturm befindet sich auf einer Anhöhe Namens Ponta das Contendas, auf der Azoreninsel Terceira (port.: Ilha Terceira). Der Leuchtturm Farol das Contendas ging im Februar 1934 in Betrieb

- Farol da Ponta Garça – an der Südküste der Azoreninsel São Miguel (port.: Ilha de São Miguel) gelegen, unweit der Stadt Vila Franca do Campo, ist der Leuchtturm von Ponta Garça mit einem Lichtkegel ausgestattet, der 16 Seemeilen ins Meer hinausleuchtet. Er ist 1957 erbaut worden, 14 m hoch und befindet sich auf einer 101 m hohen Anhöhe

- Farol do Arnel – ein anderer Leuchtturm auf der Azoreninsel São Miguel ist der Farol do Arnel, der im Nordosten der Insel liegt. Er misst 15 m und ist seit September 1876 in Betrieb. Erst 1993 wurde der Leuchtturm an das öffentliche Stromnetz angeschlossen

- Farol da Ponta do Cintrão – mit 14 m Höhe hat der Leuchtturm von Ponta do Cintrão eine Leuchtkraft von 16 Seemeilen. Er befindet sich unweit der Stadt Ribeira Grande auf der Azoreninsel São Miguel

- Farol da Ferraria – ein weiterer Leuchtturm auf der Azoreninsel São Miguel ist der 18 m hohe Farol da Ferraria, auf einer Anhöhe mit dem Namen Ponta da Ferraria. Sein Lichtkegel strahlt bis zu 22 Seemeilen hinaus in den Atlantik

- Farol de Gonçalo Velho – der Leuchtturm Gonçalo Velho befindet sich auf der Azoreninsel Santa Maria (port.: Ilha de Santa Maria). Er steht in der Gemeinde Santo Espirito, unweit der Kleinstadt Vila do Porto, der ältesten Siedlung der Azoren. Obwohl schon 1883 geplant, wurde dieser Leuchtturm erst 1927 in Betrieb genommen. Der Farol de Gonçalo Velho, der auch unter dem Namen Farol da Ponta do Castelo bekannt ist, erhebt sich 114 m über dem Meeresspiegel und hat eine Leuchtkraft von 25 Seemeilen

Madeira

- Farol da Ponta do Pargo – der Leuchtturm Ponta do Pargo steht in der Gemeinde Calheta, im äußersten Westen der portugiesischen Atlantikinsel Madeira. Dieser im Jahre 1922 erbaute, 14 m hohe Leuchtturm steht auf einer 312 m hohen Felsenklippe der Insel. Seine Leuchtkraft hat eine Reichweite von 26 Seemeilen


Die von der portugiesischen Marine jetzt angekündigten wöchentlichen Besichtigungen werden bei allen hier genannten Leuchttürmen von den jeweiligen Leuchtturmwärtern durchgeführt werden.

Viele stellen sich hierzulande die Frage, zumal heute im Zeitalter knapper Kassen, ob Leuchttürme im Zeitalter elektronischer Karten und Satellitennavigation noch zeitgemäß sind.
Ich persönlich glaube sie sind zeitgemäß!
Denn obwohl heute technisch oftmals weit überholt, sind die Leuchttürme weiterhin einzigartige Symbole der maritimen Vergangenheit Portugals.

Montag, 18. Juni 2012

Algarve









Letzte Woche war ich an der Algarve und habe dort einige Tage Urlaub verbracht.
Da ich absolut kein Freund des Massentourismus bin, ich keine Appartement-Komplexe und große, grölende Menschenansammlungen mag, bin ich von Natur aus kein allzu großer Freund dieser südportugiesischen Region.
Nichtsdestotrotz habe ich im kleinen Carvoeiro, das ich vorher nicht kannte, sehr erholsame Tage verbracht.

Die im äußersten Südwesten Europas gelegene südportugiesische Provinz Algarve umfasst einen etwa 160 km langen und maximal 50 km breiten Landschaftsgürtel an der nach Süden gerichteten Atlantikküste Portugals zwischen dem Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt Festlandeuropas, und dem Mündungsgebiet des Flusses Guadiana an der portugiesisch-spanischen Grenze.
Die Algarve hat eine Fläche von etwa 5.000 km² und ca. 450.000 Einwohner.

Die gegen Norden durch einen von Osten nach Westen mächtiger werdenden Gebirgsriegel geschützte Region hat sich durch ihre extreme und isolierte geographische Lage viel Ursprüngliches bewahrt und unterscheidet sich sowohl in landschaftlicher und klimatischer, als auch in kultureller Hinsicht, ganz wesentlich vom übrigen Portugal. Zudem ist keine andere portugiesische Region so sehr vom Tourismus geprägt, wie die Algarve.
Noch vor der Hauptstadt Lissabon und der Insel Madeira ist die Algarve die wichtigste Ferienregion Portugals.

Die Landschaft der Algarve ist weit ärmer an kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten als andere Teile Portugals.
Ihre Beliebtheit bei, in erster Linie deutschen, britischen und spanischen Besuchern, verdankt sie dem überaus gleichmäßigen Klima, einer überquellenden subtropischen Pflanzen- und Blumenpracht und reizvollen, feinsandigen Stränden.

In den letzten Jahrzehnten hat der Fremdenverkehr einen stürmischen Zuwachs erlebt. Zwar haben die Bausünden generell nicht das Ausmaß erreicht, das entlang der spanischen Mittelmeerküste und den spanischen Inseln zu beklagen ist, dennoch sind leider auch an der Algarve, vor allem an der so genannten Felsalgarve (port.: Algarve rochosa), etliche Landschaftsstriche durch ausufernde Hotel- und Ferienanlagen verschandelt.

Immerhin versucht man mittlerweile, die spezifischen Eigenheiten der Landschaft zu erhalten und die Hotelstädte der Umgebung anzupassen. So sind viele Urbanisationen aufgelockert angelegt und vielfach im maurischen Stil errichtet.

Die Provinz Algarve teilt sich in zwei Teile auf:
Zum einen gibt es im Norden das dünn besiedelte Alto Algarve (dt.: Obere Algarve), mit dem Mittelgebirge der Serra de Monchique, das kaum einer kennt.
Und zum anderen gibt es, weiter im Süden, den Küstenstreifen des Baixo Algarve (dt.: Niedere Algarve), der vor allem wegen seiner feinen Sandstrände mit pittoresken und gelb leuchtenden Felswänden mit Nischen und Grotten weltberühmt ist.

Mit über 3.000 Stunden jährlicher Sonnenscheindauer gehört die Algarve zu den wettersichersten Gebieten der Erde.
Das Klima der Algarveküste entspricht bereits den nordafrikanischen Verhältnissen, d.h. die Sommer sind zumeist trocken und heiß und die Wintertemperaturen sind sehr mild.

Dieses angenehme Klima hat schon immer Menschen angezogen.
Wenngleich nur geringe Reste erhalten sind, so ist doch gesichert, dass an der Algarve bereits die Phönizier und später auch die Griechen Kolonien unterhielten.
Später siedelten sich hier auch die Kelten und die Karthager an. So soll die Stadt Portimão eine Gründung Hannibals sein.
Unter dem Namen Cyneticum war die Algarve in römischer Zeit ein hochkulturell entwickeltes Gebiet.
Nach den Römern folgte die fast dreihundertjährige Herrschaft der Westgoten.

Diese wurden von den Mauren abgelöst, die 500 Jahre blieben und Volk und Kultur sehr nachhaltig beeinflussten.
Noch heute zeugen die architektonische Bauweise und die zahlreichen Trachten unverkennbar maurische Züge. Und auch in vielen Namen und im Dialekt sind zahlreiche Reste aus dem Arabischen erhalten.
Hierzu gehört nicht zuletzt der Name Algarve.
Seinen Namen leitet die Algarve nämlich vom arabischen Wort „al-Garbh“ her, was so viel heißt wie „der Westen“. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Lage dieses Gebietes innerhalb des ehemaligen islamischen Herrschaftsbereiches in Südeuropa.

Im Jahre 1249 leitet der portugiesische König Afonso III durch die Einnahme der Stadt Faro die Rückeroberung (port.: reconquista) der Algarve für das Christentum ein.
Als letztes Glied und selbständiges Königreich wurde die Algarve der portugiesischen Krone in Personalunion unterstellt.
Ab dem 15. Jahrhundert gelangte die Algarve ins Blickfeld weltweiten Interesses, als nämlich Heinrich der Seefahrer (port.: Henrique o Navegador) angeblich in Sagres seine berühmte Marineschule gründete und dort mit seinen systematischen Forschungsarbeiten die technischen Grundlagen für die großen Entdeckungsreisen des folgenden Jahrhunderts schuf.
Heute weiß man, dass es diese Schule wahrscheinlich nicht gab…

Die Algarve lebt heute, wie schon von mir beschrieben, vor allem vom Tourismus. Aber zwei andere Wirtschaftszweige sind für die Region äußerst wichtig.
Zum einen ist die Fischerei, vor allem die auf Thunfisch und Sardinen und deren Verarbeitung vor Ort, ein wichtiger Industriezweig.
Und zum anderen ist die Landwirtschaft, mit dem Anbau von Mandeln, Reis, Johannisbrotfrüchten, Baumwolle, Obst und Wein, ein anderer wichtiger Wirtschaftszweig dieser Provinz, die infolge der günstigen klimatischen Gegebenheiten, bis zu vier Ernten im Jahr einfahren kann.

Die Hauptstadt der Algarve, und gleichzeitig auch die größte Stadt der Region, ist die lebhafte Industrie- und Hafenstadt Faro.
Auch wenn Faro durch seinen Flughafen zum Durchgangsort des Tourismusverkehrs der gesamten Region geworden ist und auch wenn einige gute Strände in der Nähe liegen, ist Faro kein Urlaubsort im eigentlichen Sinne.
Zwar hat die knapp 60.000 Einwohner zählende Stadt eine schöne verwinkelte Altstadt, eine alte Kathedrale, einpaar interessante Museen und einige malerische Plätze, dennoch kann es Faro touristisch nur sehr schwer mit den anderen Städten an der Algarve aufnehmen.

Sehenswerte Orte an der Algarve sind:

- Albufeira – Das reizvoll in einer von der bizarren Felsenklippe Ponta da Baleeira geschützten Bucht ansteigende Albufeira hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Seebäder der Algarve entwickelt. In den 60er und 70er Jahren war Albufeira das „Saint Tropez der Algarve“, und als solches bevorzugter Aufenthaltsort von vielen Künstlern und denen, die sich dafür hielten. Dieses Flair hat Albufeira heute leider verloren. Ausgeglichen wird dieser Prestigeverlust nur durch das umfangreiche Unterhaltungs- und Sportangebot, wie z.B. Wasserski, Surfen, Tennis, Reiten und vor allem Golf. Von dem miradouro (dt.: Aussichtsterrasse) Bem Parece hat man einen hervorragenden Blick über die Stadt, den Strand und das Meer.

- Carvoeiro – Das ca. 5 km von der Stadt Lagoa gelegene Carvoeiro ist einstmals als gelungenes Beispiel für die Neugestaltung der Küstenlinie gepriesen worden. Mittlerweise haben die exklusiven Ferienzentren, die sich auf dem Felsen oberhalb des alten Ortskerns aufdehnen, aber solch ein Ausmaß erreicht, dass die schöne Steilküste samt Hinterland fast flächendeckend mit Ferienhausanlagen im maurischen Stil überzogen ist. Recht malerisch ist am östlichen Ortsrand die als „Algar Seco“ bezeichnete Felsformation. Die Meeresbrandung hat hier in das weiche Kalkgestein bizarre Formen, Grotten und Höhlen hinein gewaschen. Auf den Klippen von Carvoeiro befindet sich die alte katholische Capela da Nossa Senhora da Encarnação, in der die Deutsche Evangelische Gemeinde an der Algarve regelmäßig ihre Gottesdienste feiert.

- Lagos – Die einstige Hauptstadt der Algarve ist heute eines der vielen Bettenhochburgen der Region, deren meisten Einwohner vom Tourismus leben. Ein Teil der Bevölkerung lebt aber nach wie vor von der Fischerei. Obwohl sich Lagos, wie schon erwähnt, in den letzten Jahrzehnten zu einem typischen Tourismusort entwickelt hat, bittet die Stadt dennoch ein recht geschlossenes Stadtbild.

- Olhão – Das noch sehr orientalisch anmutende Olhão ist eine der wenigen Städte der Algarve, die vom Tourismus noch weitgehend unberührt sind. Die Stadt liegt nur wenige Kilometer östlich der Hauptstadt Faro. Wichtigster Erwerbszweig der Bewohner ist der Fischfang auf Sardinen und Thunfisch, die hier, in einer ortsansässigen Konservenfabrik, auch gleich weiterverarbeitet werden. Ich verbinde mit Olhão viele schöne Erinnerungen, denn als Kind habe ich mehrere Male meine Sommerferien in diesem Ort, bei guten Freunden meiner Eltern, verbracht.

- Portimão – Mit seinen knapp 50.000 Einwohnern ist Portimão nicht gerade das was man „schön“ nennen kann, denn Portimão hat weder ein hübsches Stadtbild, noch interessante Sehenswürdigkeiten. Nichtsdestotrotz hat die Stadt mit dem malerischen und felsgesäumten Strand Praia da Rocha, wohl einen der bekanntesten Strände Portugals. Unweit von Portimão liegt mit dem Fischerort Ferragudo ein anderer berühmter Badeort an der Algarve.

- Silves – Das von Korkreichenwäldern umgebene, unweit von Portimão und Lagoa am Rio Arade gelegene Landstädtchen Silves war einstmals unter dem Namen „Xelb“ die Hauptstadt des maurischen Algarve. Silves ist sicherlich nicht die allerschönste Stadt, hat aber eine sehr sehenswerte alte maurische Burg (port.: Castelo dos Mouros) und eine schöne alte Kathedrale (port.: Sé), die einstmals über eine Moschee erbaut wurde.

- Tavira – Das noch recht maurisch anmutende Städtchen Tavira liegt zu beiden Seiten der Mündung des Rio Gilão. Im Vergleich zu anderen Orten an der Algarve geht es hier noch recht beschaulich zu. Tavira ist ein Zentrum des Thunfischfangs und besitzt im Mündungsbereich des Rio Gilão ausgedehnte Salinen.